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Mit dem Wohnmobil an die oberitalienischen Seen
Weiter zum Gardasee - Peschiera del Garda

Der Wetterbericht treibt mich heute weiter! Denn der Bereich um den Lago Maggiore und Lago Varese soll ab heute Regen bekommen. Aber selbst ohne Regen wollte ich sowieso weiter in Richtung Gardasee, das Wetter spielt der Entscheidung nur zusätzlich zu.
Zum Gardasee will ich schon seit Jahren mal und habe es noch nie geschafft. Schon als ich früher noch windsurfen ging, waren Orte wie Torbole oder Malcesine im Norden des Gardasees Ziele, zu denen ich immer mal wollte. Es hat sich aber einfach nie ergeben.
So wie es aussieht, wird aus einer ursprünglich mal angedachten Umrundung des Gardasees aber auch diesmal nichts. Zwar habe ich noch vier Tage zur Verfügung, aber auch, wenn es die nächsten Tage noch schön sein sollte, danach wird es einen Wetterumbruch geben! Da sind sich die Vorhersagen leider einig.
Durch den Wechsel an den Südteil des Gardasees kann ich aber immerhin noch zwei bis drei Tage schönes Wetter mitnehmen.
Als Anlaufpunkt habe ich mir Peschiera del Garda an der Südspitze des Gardasees ausgesucht. In diesem Ort war auch Björn mit Familie schon mehrmals, sowohl mit ihrem Wohnmobil als auch mit dem Wohnwagen und sogar eine Campinghütte haben sie dort schon einmal gemietet! Es zieht sie immer wieder dorthin wie Anja und Björn sagen.
Auch schwärmen beide dabei immer vom Camping Bella Italia. Der nimmt sogar die Rabatt- ACSI-Karte!
Dennoch entscheide ich mich gegen diesen Platz. Einerseits ist er mir als vollwertige Ferienanlage einfach zu groß, andererseits hat der alternativ im gleichen Ort zur Verfügung stehende Camping Butterfly den Vorteil, dass er direkt am Hafen liegt. Das mag ich immer gern. Also auf zum Gardasee! Laut Navi immerhin gut 200km!

Ich entschließe mich über die kostenlose Landstraße zu fahren. Das mache ich auch in Frankreich immer zu meiner absoluten Zufriedenheit. Dazu ist heute Sonntag. Es sollte also nicht allzuviel los sein. Außerdem ist meine Strecke mit gut 200km nicht besonders lang. Das sind zumindest die Gründe für meine Streckenwahl und um das mal abzukürzen: Es war eine blöde Idee!
Zwar ist wirklich wenig Verkehr, aber die Funktion einer Umgehungstraße scheint in Italien noch nicht erkannt worden zu sein. Und so brauche ich für die ersten 50km durch die Dörfer schon über 1,5 Stunden! Das geht gar nicht. Bei der erstbesten Gelegenheit ergreife ich die Möglichkeit, doch noch auf die mautpflichtige Autobahn zu fahren. Leider weiß man ja in Italien nie, wie hoch die Gebühren am Ende sein werden, wenn man spontan auf eine Autobahn auffährt. Ich hoffe aber einfach mal darauf, dass es nicht so schlimm werden wird und biege am Kreuz Mailand Ost auf die Autobahn ein.
Mein Navi berichtet kurz darauf, dass ich bis 3km vor dem Campingplatz auf der Autobahn bleiben kann. Praktisch. Auf der Autobahn komme ich nun auch endlich vernünftig voran. Nur am Schluß stehe ich dann eine gute halbe Stunde im Stau! Denn in Peschiera del Garda gibt es mit dem Gardaland einen riesigen Freizeitpark. Da ist am heutigen Sonntag am späten Vormittag natürlich Rush Hour und obwohl ich gar nicht zum Gardaland möchte, muss ich mich quasi ungewollt mit anstellen. Naja.
13,50 € bezahle ich übrigens für die Strecke. Das hat sich gelohnt, denn dafür muss ich mich nicht durch die Ortschaften quälen. Die Zeitersparnis ist enorm.

Der Campingplatz Butterfly ist schnell erreicht. Und ich werde von einem Security-Mitarbeiter freundlich empfangen und in der Rezeption ist schnell ein Platz für mein Wohnmobil und mich unter Berücksichtigung der ACSI-Karte gefunden. Dann bekomme ich noch ein Bändchen um den Arm, das künftig meine Zugangsberechtigung zum Campinggelände beweist. Die Security kontrolliert das sogar wirklich! Wie ich später merke nicht nur am Camping Butterfly, sondern auch bei den anderen Campingplätzen am Ort.

Nach einer kleinen Pause will ich natürlich die Gegend erkunden. Also nehme ich das Rad und radele langsam vom Campingplatz am Hafen vorbei und weiter an der Wasserkante entlang. Teilweise ist das eigentlich verboten, weil es sich um einen reinen Fußweg handelt. Aber es ist so wenig los, dass ich mich ganz langsam darüber hinweg setze.
Der Blick auf den Gardasee ist wirklich toll und das Wasser hat eine schöne grün-blaue Farbe. Das gefällt mir. Eine lange Tour wird aber nicht aus meinem Ausflug. Erstens habe ich gestern bei meiner Rundreise um den See schon genug Zeit im Sattel verbracht und zweitens will ich endlich wissen, wie Dirk Pitts Abenteuer ausgeht! Ihr wisst schon, mein Roman! Das gelingt mir dann im Verlauf des Tages auch. Ich verrate sicher nicht zuviel, wenn ich berichte, dass es mal wieder ganz knapp gut ausgeht…

Am Abend will ich dann noch den Ortskern erkunden, lasse das Rad aber stehen und spaziere mit der Kamera los.

    Hafen und Kanal von Peschiera del Garda am Gardasee
    Hat ein bisschen was von Venedig, nur am Gardasee. Das beschauliche Peschiera del Garda in der Abendsonne.

    Promenade in Peschiera del Garda
    italienisches Flair auf der Promenade. Wein und Pizza, Roller knattern vorbei, Menschen flanieren. Einfach toll

Peschiera del Garda ist ein wunderschöner Ort mit italienischem Flair und schöner Bausubstanz. Aber er hat auch einen gravierenden Nachteil. Er ist sehr gut besucht. Noch immer schlängeln sich die Automassen durch den Ort und in den Gassen der Fußgängerzonen ist richtig viel Betrieb.

    volle Innenstadt in Peschiera del Garda
    Gut besucht! Peschiera del Garda zieht an diesem Sonntag viele Touristen zum Shopping, Flanieren und auf ein Eis an!

Noch ist Peschiera del Garda nicht überlaufen, aber dennoch ist deutlich mehr los, als in den Örtchen der letzten Woche. Mir sei der Vergleich mit Südholland verziehen, aber vom Trubel her ist Peschiera del Garda wohl das Renesse vom Gardasee! Trotzdem genieße ich meinen Spaziergang und nehme mir gleichzeitig vor, am nächsten Tag die Kanäle, die den Ort durchziehen mit dem Kajak zu erkunden!

 

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am Lago di Varese

Peschiera mal von einer anderen Seite!
Tag 8: Kajaktour auf dem Gardasee
 
         
       
         
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