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  Stand: Frühjahr 2018, V09

 
 
 
 

 

Teil 1: Die Grundversorgung des Basisfahrzeuges

 

Damit ein Wohnmobil fährt, braucht es (ganz vereinfacht ausgedrückt) zunächst einmal Diesel im Motor, etwas Öl und Kühlflüssigkeit. Den allermeisten von euch sollte dies klar sein.
Daher setzen wir das Grundwissen zum Betrieb eines Kraftfahrzeugs bei euch voraus! Wir gehen also hier nicht ein weiteres Mal auf das ein, was ihr eigentlich schon in der Fahrschule gelernt haben solltet. Und wer mangels_Diesel_im Tank liegen bleibt, der ist sowieso selber schuld. ;-)

Aber wir möchten euch speziell zum Thema Wartung am Basisfahrzeug in einer Sache besonders sensibilisieren! Denkt bitte gerade beim Wohnmobil immer daran, dass es eben nicht nur ein PKW ist, denn ihr durch die Gegend fahrt, sondern auch ein Wohnmobil! Damit meinen wir noch nicht einmal, dass ein Wohnmobil wie ein kleiner LKW höheren Belastungen ausgesetzt ist und somit besser gewartet werden sollte, sondern eher den Umstand, dass der Wert eines Wohnmobils ein Vielfaches größer ist!
Angenommen ihr vernachlässigt den Ölstand und der Motor nimmt einen Schaden. Bei einem 10 Jahre alten Auto überlegt man sich dann 2x, ob man den Motor nochmals repariert, oder lieber gleich ein neues Auto kauft.
Bei einem Wohnmobil hingegen ist das anders, denn untrennbar mit dem Motor bzw. dem Basisfahrzeug ist ja auch euer Schneckenhaus verbunden! Geht der Motor nun kaputt, wird das Wohnmobil zwangsweise zur Immobilie! Es sollte daher schon in eurem eigenen Interesse liegen, damit dies nicht passiert. Achtet also auf die Wartungen und führt, insbesondere bei neuen und neueren Fahrzeugen, die Wartungen und Inspektionen in der Fachwerkstatt durch, damit der Garantie-/Gewährleistungsanspruch erhalten bleibt.

Und gerade wer sich im unteren Preissegment (so wie wir seinerzeit) bewegt und auf der Suche nach einem brauchbaren gebrauchten Wohnmobil ist, der wird sich sicherlich für den kleinen Exkurs bedanken:
Beim Fiat Ducato (aber auch Citroen C 25 und Peugeot J 5, alle Modelle vom Typ 280 / 290) zählen 3 Dinge:
- Zahnriemen sollte alle 5 Jahre oder nach 80 TKM gewechselt sein (Kosten sonst ca. 350-400,- €)
- Motorkühlung Öl im Motor und ein funktionierender Kühlkreislauf (Thermostat und beide Lüfter prüfen) sind elementar
- Getriebe Darauf achten, dass genügend Getriebeöl drin ist, auch sollte bei Erreichen der 120 TKM erstmals auch ein kompletter Wechsel erfolgen!

Allgemein ist das Getriebe des Ducato 280/290 hier leider etwas anfälliger. Eigentlich ist der Ducato ja für den „kleinen Baustellenverkehr“ konzipiert gewesen. Besonders die Modelle 280 / 290 (die typischen auf dt. Autobahnen "drängelnden Transporter" auf der linken Spur sind erst die besser motorisierten 230er Modelle) weisen hier bei mangelnder Pflege überdurchschnittlich viele Ausfälle des 5ten Ganges aus.
Ein Wohnmobil fährt nunmal nicht von Baustelle zu Baustelle, sondern vornehmlich längere Strecke auf Autobahnen im 5ten Gang!
Alle Gänge sollten sich daher bei der ersten Probefahrt locker und leicht rauf und vor allem runter schalten
lassen, die Kupplung sollte ordentlich trennen.
Der KM- Stand ist jedoch (wenn die drei wichtigen Punkte beachtet wurden) relativ unkritisch.
200.000, 250.000 oder auch 300.000 km können locker durchgehen, ohne dass man mit nennenswerten Ausfällen rechnen muss. Ein Wohnmobilfahrer geht es eben, anders als der Baustellenversorger, meist gemächlich an.

Aber neben dem Diesel und einer (hoffentlich) ordentlich durchgeführten Wartung für unser Wohnmobil benötigen wir noch eine ganze Menge anderer Dinge für Basisfahrzeug und Wohnaufbau.
Dies soll ja eigentlich Teil dieser Aufschreibung sein!
Wir beginnen daher mit dem ersten Teil unseres folgenden kleinen Inhaltsverzeichnis:

1.) Unsere Ausrüstung im Basisfahrzeug:

________________________________

1.1 Safety first, Sicherheit geht vor!
Natürlich kommen wir den gesetzlichen Regelungen nach! Hierzu gehören die Grundausrüstung im Fahrzeug mit Warndreieck, Verbandskasten (aufs Ablaufdatum achten!), Warnweste und Co.
Unsere Ausrüstung stellt hier die Regelausrüstung für Deutschland dar. Natürlich kann es abweichend in anderen europäischen Ländern andere Regelungen geben! So ist es zum Beispiel in Spanien der Fall, dass jeder Mitfahrer im Fahrzeug im Pannenfall über eine Warnweste verfügen muss. Das kann aber in anderen Ländern nicht der Fall sein.
Gesetzliche Regelungen sollen hier auch gar nicht zu sehr behandelt werden, wir überlassen dies den Profis und empfehlen vor einer Reise einen Blick in die "Allgemeinen Reiseinformationen", die zum Beispiel der ADAC im Rahmen seiner Tour-Sets hervorragend zusammen stellt.
Wer dort nicht Mitglied ist, findet aber zum Beispiel auch auf den Informationsseiten des auswärtigen Amtes kostenlos alle erforderlichen Angaben zu Gesetzen und Regelungen im Urlaubsland.
(Nähere Infos und weiterführende Links dazu später noch im Verzeichnis nach dem dritten Kapitel)

Auch sei an dieser Stelle kurz erwähnt, dass man natürlich keine Reise ohne die "persönliche Sicherheitsausrüstung" bestreiten sollte. Hierzu gehören Führerschein, Fahrzeugpapiere, Ausweise, Reisepässe (hiervon Kopien machen und Reisepass / Ausweis getrennt voneinander aufbewahren!), Krankenkassenkarte und Reiseversicherungspolice sowie ggf. der EU- Heimtierausweis, der Organspendeausweis, die Bank- und Kreditkarten und Automobilclubkarte.
Dieses Wissen setzen wir aber, wie schon eingangs erwähnt, als allgemein gegeben voraus. Hier soll es nur um das Wohnmobil gehen...

Nun aber zur gesetzlich vorgeschrieben Ausrüstung bzw. Sicherheitsausrüstung:

- Warndreieck
- Verbandskasten (aufs Ablaufdatum achten!)
- Warnweste (ggf. sogar eine pro Person eine für bestimmte Länder in Europa!)
- Fahrzeugpapiere, Ausweise, Bankkarten, Führerschein ggf. Impfpässe, ggf. EU- Heimtierausweis
- Feuerlöscher
- Warntafel für Fahrradträger (derzeit nur benötigt für Reisen nach Italien oder Spanien)

            
     Warndreieck und Verbandskasten,    Warnweste                                     und Feuerlöscher

________________________________

1.2 Technik, Werkzeug und Ersatzteile:
Ein fast 30 Jahre altes Wohnmobil wie das unsere muss nicht zwangsläufig auf allen Reisen perfekt funktionieren. Und das tut es auch nicht!
Viel mehr sollte man lieber davon ausgehen und immer damit rechnen, dass am Fahrzeug während der Reise ein Defekt auftreten kann und in diesem Fall ist es besser, wenn man hierauf vorbereitet ist.
Und so sind wir mit einem Youngtimer (der Oldtimer ab 30 Jahre ist nah ;-) natürlich im Falle einer Panne gut beraten.  Denn nicht nur jeder Dorfschmied kann die robuste Technik eines Ducato Wohnmobils aus den 90er Jahren reparieren (ohne dass er hierfür promoviert haben muss), sogar wir können bei so mancher Kleinigkeit selbst den Hammer schwingen ;-)
Es wird euch daher nicht verwunderen, dass für uns eine gute Grundausrüstung an Werkzeug ins Wohnmobil gehört. Auch kann man die ein oder anderen kleinen Verschleißteile wie Sicherungen, Dieselfilter oder Ersatzbirnen mit ins Werkzeug packen.

Unsere "mobile Werkstatt" ist wie folgt ausgerüstet:
- Werkzeugkoffer mit Schraubendrehern, Zange, Ratsche, Bits und Stecksätzen
- Ersatz- Sicherungen für die Bordelektrik
- Reserve- Glühbirnen für Scheinwerfer und Rücklichter
- Reparatur- und Servicehandbuch für unseren Fiat Ducato
- Starthilfekabel sowie weitere Reservekabel mittleren Querschnitts, falls man mal etwas brücken muss o.ä.
- Abschleppseil (zugelassen für 3,5 Tonnen!)

         
     Starthilfekabel und weitere Überbrückungskabel                       Werkzeugkoffer, Ersatzbirnen und Sicherungen

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1.3 Sonstiges zum Basisfahrzeug:
Weitere Ausrüstungsgegenstände und alternative Brennstoffe im Wohnmobil:

- Notbevorratung an Diesel (5Liter), falls der Diesel mal zu teuer wird, oder unerwartet ausgeht ;-)
- Reserveschlüssel (kann immer mal abbrechen oder verloren gehen o.ä.)
- Dieselhandschuhe (nehme an Tankstellen mit Angebot immer gleich mehrere mit)
- Wagenheber / Reserverad / Radkreuz
- Parkscheibe / Kleingeld für Parkautomaten
- Kabelbinder / Panzertape / Befestigungsmittel (falls mal etwas "lose" wird...)

            
     Rapsöl- Notvorrat...                                  ...Reserveschlüssel...                               und Dieselhandschuhe

            
     Parkscheibe...                                          ...Wagenheber...                                      Befestigungsmittel, z.B. Kabelbinder

Fast alle hier genannten Ausrüstungsgegenstände finden bei uns ihren Platz vorne im Stauraum unter dem Beifahrersitz.
Dort sind sie schnell zu Stelle und man muss nicht durch das "Wohnzimmer" laufen, um an den Werkzeugkasten zu gelangen. Auch sind Dinge wie Werkzeug, Wagenheber und Flüssigkeiten aufgrund ihres Gewichtes vorn nah bei der Vorderachse am Boden für ein sicheres Fahrverhalten sowieso am Besten aufgehoben.   

Natürlich gehört auch eine anständige Reparaturanleitung zum Basisfahrzeug ins Handgepäck! Dazu kommen wir aber in einem späteren Kapitel unter der Kategorie Literatur nochmals zu sprechen, behaltet das für den Moment einfach mal im Hinterkopf.

So, damit wären wir zum Thema Basisfahrzeug eigentlich schon durch!
Wenn man nun noch vor Fahrtantritt darauf achtet, dass der Reifendruck stimmt, genügend Öl eingefüllt ist, der Kühl- und Wischwasserbehälter ordnungsgemäß gefüllt ist und wir getankt haben, dann kann es auch schon weiter gehen! Kommen wir nun zur Pack- und Ausrüstungsliste des Wohnmobilaufbaus, dem Campingherzstück sozusagen:

 



Habt ihr Anregungen, Hinweise oder Tipps zu unserer Grundversorgung des Basisfahrzeugs? Wir würden uns freuen, wenn ihr diese mit uns teilt! Schreibt uns doch einfach eine email oder hinterlasst euren Kommentar in unserem Gästebuch!
Auch auf Facebook oder Twitter könnt ihr mit uns in Kontakt treten!

 

 
         
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