So richtig wach werde ich gegen 9 Uhr. Ziemlich spät eigentlich, allerdings war die Nacht auch durch ein paar Unterbrechungen geprägt.
Am Bett lag es hierbei allerdings nicht, wie immer schlafen wir beide gleichermaßen auf unserer absolut genialen Memory- Foam- Matratze hervorragend! Besser als zuhause!
Erst diese kleine kompakte und zusammenfalt- bzw. rollbare Matratze hat es überhaupt erst möglich gemacht, dass aus unserer Rundsitzgruppe im Bug bei Nacht ein wirklich vollwertiges und gemütliches Bettchen geworden ist!
Und tagsüber passt das Teil ganz bequem in einen der Staukästen in der Sitzgruppe!
Bei nächster Gelegenheit werden wir auf jeden Fall mal unsere „Schlaflösung“ im Wohnwagen als eigenständigen Bericht und Artikel ausführlicher auf transitfrei.de vorstellen. Gibt bestimmt auch andere, die die gleichen Probleme haben, wenn der Wohnwagen nicht über ein fest eingebautes Bett verfügt. Denn meist geht ja dann nur eins: Entweder Schlafkomfort, oder eben eine platzsparende Lösung für tagsüber, wo keine wuchtigen Matratzen für angenehmes Schlafen irgendwo verstaut werden müssen…

Update Sommer 2012: Nach nun einigen Nächten können wir mit Fug und Recht behaupten, der vergleichsweise geringe Aufwand, diese viskoelastischen Matratzen auf unsere ausgelegten Sitzpolster der zum Bett umgebauten Sitzgruppe im Wohnwagen zu legen, war eine der besten Kaufentscheidungen unseres Camperlebens! Ritzenschlafen, wenn sich Körperteile zwischen die Polster schieben, gehören der Vergangenheit an!
Und der Clou: Das Teil ist tagsüber nicht im Weg wie eine herkömmliche Matratze, weil wir diese einfach 2x gefaltet in einer Sitztruhe verstauen können. Mehr dazu zeigen wir euch in einem eigenen transtfrei- Magazin- Artikel: Besser schlafen im Wohnwagen!

An Nils lag es übrigens auch nicht, dass ich in der Nacht einige Unterbrechungen über mich ergehen lassen musste.
Er hat total lieb und friedlich am anderen Ende des Bettes auf seiner kleinen Matratze aus seiner heimischen Wiege geschlafen. Diese haben wir ganz einfach neben unsere 140er Matratze gelegt, auf der wir geschlafen haben. Platz ist hierfür genug, denn die umgebaute Sitzgruppe hat eine Breite von 2 Metern, auf der nun unsere Schaummatratze und die Matratze aus Nils` Kinderwiege liegt. Den Rest Spalte, den Nils´ Matratze nicht abgedeckt hat, haben wir mit Anjas Stilkissen ausgekleidet, das ist so eine längliche Wurst, die man in alle Wunschformen kneten kann.
Nein, am Bett oder am kleinen Nils hat es wirklich nicht gelegen, viel mehr haben wir Probleme mit den Temperaturen bekommen!
Ich wollte es im Prolog zu dieser Reise noch geschrieben haben, hab es dann aber doch gelassen.
Sieht sonst nur so aus, als würde ich alles komplett schwarzsehen!
Aber genau das, was ich schon im Vorfeld zu dieser Reise befürchtet hatte, ist eingetreten.
Es was heute Nacht schlichtweg zum Schlafen im Wohnwagen zu kalt!
Trotz Wolldecke auf meiner normalen Decke bin ich in der Nacht mehr wie einmal schlotternd aufgewacht, bis ich es nach dem dritten oder vierten Aufwachen nicht mehr ausgehalten habe.
Mein erster Griff und Blick führte dann natürlich sofort rüber zu meinem Kind, denn wenn ich friere, dann doch der kleine Wurm bestimmt auch!
Aber wie vom Instinkt gesteuert hat der sich in seinem Schlafsack einfach ganz dicht an Mama gekuschelt und hatte es somit offenbar schön warm, zumindest schlief er ganz friedlich und hatte einen normalen handwarmen Nacken.
Dort soll man nämlich immer fühlen, hat uns zumindest so die Hebamme beigebracht.
Ob Anja den kleinen rangezogen hat, oder Nils selbst rüber gerutscht ist, weiß ich natürlich nicht.
Fakt ist aber die beiden wärmten sich schön gegenseitig und ich hab blaue Füße gehabt!
Glücklicherweise war ich aber so klug und hatte schon vor dem Zubettgehen die Gasflasche aufgedreht.
Irgendwann gegen 3 hab ich also dann die Heizung eingeschaltet und sofort wurde es mukelig warm im Wohnwagen, zufrieden bin ich dann eingeschlummert.
Ich hätte auch bestimmt problemlos durchschlafen können, wenn Anja mich nicht etwa eine halbe Stunde später wieder geweckt hätte!
Nun war es ihr nämlich viel zu warm und wenn ich ehrlich bin, hat unsere kleine Truma (von mir natürlich schlaftrunken auf höchster Stufe eingestellt) ordentliche Arbeit geleistet und den Innenraum auf weit über 25°C aufgeheizt!
Na super!
Also wieder im Bett nach vorne robben und in der Nacht die Heizung abtasten.
Klar, dass der Korpus der Heizung dabei ein bisschen wärmer war und mich schlagartig richtig wach gemacht hat. Autsch!
Ich also die Heizung wieder runter gedreht und wieder ins Bett eingelummelt, bis mir irgendwann wieder kalt war.
Nun, wir werden uns in der kommenden Nacht auf jeden Fall nach der „Versuch und Irrtum“- Methode schon an die richtige Temperaturstellung herantasten.
Stufe 1 ist jedenfalls zu kalt und Stufe 10 ist auf jeden Fall deutlich zu warm, irgendwo dazwischen muss also die ideale Schlaftemperatur liegen. 😉

Etwas gerädert von der unterbrochenen Nacht stehen wir auf.
Normalerweise gäbe es jetzt an dieser Stelle erstmal ein langes Duschabenteuer und danach würden wir wohl den Frühstückstisch decken.
Mit Nils aber ist das gar nicht mehr so einfach!
Denn als allererstes nach dem Aufstehen müssen die Schotten vom kleinen Mann neu gemacht werden. Dann muss er natürlich einmal mit warmen Waschlappen abgerubbelt werden und wenn das alles erledigt ist, dann hat er meist auch gleich wieder Hunger.
Puh!
Fast schon ein wenig neidisch schaue ich zu Thomas rüber, der wie selbstverständlich schon duschen war und auch schon gefrühstückt hat. Super und wir stehen gerade erst am Anfang.
Wir entscheiden uns, unser eigenes Frühstück wie auch die morgendliche Dusche ausfallen zu lassen, bzw. nach hinten zu verschieben. Statt auf dem Campingplatz wollen wir nämlich viel lieber mit Blick auf das Meer frühstücken und die paar Kilometer zum Grevelinger Meer rausfahren.
Sofern uns das Wetter hold ist, kann ich nämlich auch gleich die Surfausrüstung klar machen.
Kommen wir dann nach einem anstregenden Surftag zurück auf en Platz, muss ich sowieso wieder duschen.
Gesagt getan versorgen wir nur unseren Nils und sind gegen kurz vor halb 11 abfahrbereit.

Die Fahrt dauert etwa 10 Minuten bis zum Wasser, wo wir trotz der bereits fortgeschrittenen Uhrzeit auf der langen Parkplatzstraße noch problemlos einen Platz mit Blick aufs Meer aus der ersten Reihe bekommen. Es ist halt noch keine Saison, obgleich schon einige Wohnmobile und Gespanne hier stehen, teilweise wie wir mit Surfausrüstung auf dem Dach.

Von Surfaktivitäten ist hingegen eher wenig zu sehen, was wohl auch am mangelnden Wind liegt.
Mir ist es allerdings nicht ganz unrecht, dass wir im Moment eher laue Lüftchen haben, denn für den ersten Surftag in diesem Jahr und den wenigen ersten Fahrten im letzten Jahr bin ich eh noch blutiger Anfänger und kann mich so wieder ganz langsam ans Wasser gewöhnen.
Zu erwähnen wäre vielleicht noch der Spot selbst! Man steht wirklich ganz toll am Wasser und hat nur ein paar Meter, um vom Parkstreifen aus seine mitgebrachte Surfausrüstung an die Wasserlinie zu bringen.
Es gibt sogar Toilettenhäuschen mit (kalter) Dusche und wer am Strand spazieren geht, wird auch irgendwo einen Snackwagen finden. Viel schöner ist aber eher, dass man alles dabei hat, weil man mit seinem mitgebrachten Wohnwagen oder Wohnmobil wirklich auf nichts verzichten muss.
Sei dies nun der Kühlschrank an Bord, die Bordvorräte oder eben auch die eigene Toilette, die wirklich nur ein paar Schritte vom Wasser entfernt liegt. Zeigt uns mal einen solch schönen Platz für nur 4,- € Tagesparkgebühr an den dt. Küsten!
Einziges Manko: Natürlich darf man hier nicht über Nacht stehen bleiben. Ist aber auch nicht so schlimm.
Natürlich würden wir dies machen, wenn es erlaubt wäre. Andererseits würden dies dann sicherlich auch andere tun und die Plätze in der ersten Reihe wären sicherlich viel öfter belegt, als wenn jeden Tag neu durchgetauscht werden muss.

     Panoramabild am Surfspot Grevelinger Meer
     Panorama am Surfspot Grevelinger Meer. Viel Platz und direkt am Wasser, optimal für Wohnmobil und Wohnwagen 🙂

Gemeinsam machen Thomas und ich unsere Ausrüstung klar und werfen den Neopren- Anzug über.
Frisch wird es ohne Frage dennoch werden, denn mit aktuellen Luft- und Wassertemperaturen knapp unterhalb von 10°C sind unsere Neos mit einer Dicke von 2/3 eigentlich etwas unterdimensioniert.
Kühnes Ziel kann also nur sein, so wenig wie möglich ins Wasser zu fallen und die schlagartige Blitzabkühlung somit versuchen zu vermeiden!
Die Motivation hierfür ist in jedem Fall da und ich bin gespannt, was von meinen Fähigkeiten aus dem letzten Jahr noch hängen geblieben ist.
Ach ja, das interessiert sicherlich auch den ein oder anderen: Anja freut sich natürlich auf ein paar Sonnenstrahlen, die trotz der frischen Temperaturen in der Nacht recht kräftig vom Himmel kommen.
Also selbst ohne eigene Surfambitionen kann man einen ruhigen entspannten Tag am Meer unter der ersten Frühlings- und Ostersonne verbringen. Auch unser kleiner Nils scheint die Natur, Sonne und das Meer zu genießen, auch wenn er natürlich mit seiner noch empfindlichen Babyhaut noch nicht direkt in der Sonne sitzen darf.
Aber er quengelt nicht und weint auch nicht, stattdessen schaut er interessiert, was Papa und Thomas da so aufbauen…

         
     Thomas mit Leiter am Wohnmobildach…                                   …Anja im Wohnwagen, wir richten uns ein…

         
     …und bauen die Ausrüstung auf! Thomas spannt sein Segel       Und bei mir? Mir passt sogar mein Neoprenanzug noch! 😀

         
So, mein Surfbrett wäre dann theoretisch startklar!                   Nur der Wind ist noch etwas schwach. Naja, wird schon!

Tatsächlich gelingt uns auch dank eines zwar schwachen aber dafür nahezu absolut gleichmäßigen Windes unsere ersten Runden AUF und nicht IM Wasser zu drehen.
Herrlich!
Die Sonne scheint, das Segel steht unter gutem Druck und wir kommen mit ordentlicher Bugwelle vorwärts.
Beinahe fühle ich mich wie Leonardo das Cabrio im Film „Titanic“, wo er mit Kate Winslet vorne am Bug steht und beide über das Wasser fliegen.
Zugegeben ist dieser Vergleich ein wenig kitschig und so manch gestandener Surfer wird vielleicht beim Lesen dieser Zeilen mit den Augen rollen.
Aber wenn man lange Zeit nicht auf dem Wasser war und sich das Segel das erste Mal wieder füllt und man ohne irgendwelche Hilfskräfte Fahrt aufnimmt, ist das schon ein toller Moment.
Wir kreuzen eine gute Stunde über das Wasser, wobei wir auch nicht lange alleine bleiben.
Manchmal muss eben einer den Anfang machen, bis nach und nach auch andere Surfer raus aufs Wasser gehen.

          
     Erstmal ins Wasser… Joah, das ist SAU- KALT!!! 😮                 Schnell rauf aufs Brett und den Wind einfangen. Juchei!

         
     Auch Thomas kommt gut weg, beide gewinnen wir Fahrt            Huch, wer verfolgt mich denn da?

         
     Und während Thomas und ich ein kleines Rennen fahren…        …schaut Nils vom Kinderwagen aus zu. 🙂

         
     Ähh, wie war das im Kurs??? Wer hat jetzt Vorfahrt?                 Ach, egal! Irgenwie kommen wir schon aneinander vorbei

         
Schon besser: Gleiche Fahrt auf gleicher Höhe.                         Und das hier? Das ist ja schon beinahe „synchronsurfen“! 😉

Auch der Wind tut inzwischen sein Übriges zu diesem genialen Surftag dazu. Dieser hat in der letzten halben Stunde schon ein wenig aufgefrischt, was mir ein paar Mal gute Fahrt, aber leider auch schon 2x einen Sturz ins Wasser beschert hat.
Mit dem Neo geht es eigentlich, aber lange hält man es im Wasser natürlich nicht aus, sodass man bei mir fast schon eine olympische Disziplin daraus machen könnte, wie schnell man aus dem kalten Wasser wieder aufs Brett gehechtet ist.
Steht man dann wieder und die Sonne scheint, geht es eigentlich recht schnell weiter.
Nur die Finger sind saukalt! Einmal feucht trocknen diese natürlich nur spärlich, zumal ja auch die Gabel, mit der man das Segel hält und steuert, beim Sturz ins Wasser immer wieder nass wird und der Schaumstoff auch nass bleibt.
Keine Chance also, dass die Finger trocknen könnten und durch den Wind bekommt man sehr schnell Eisfinger.
Da „in den Mund stecken“ hier nur kurz Abhilfe schafft und wir auch so langsam hungrig werden, machen wir gegen 2 eine Mittagspause.
Es gibt leckere Gulschasuppe für Thomas und Tomatensuppe für Anja und mich, die wir uns unter der wärmenden Sonne schmecken lassen.
Tut gut so eine heiße Suppe, besonders nach diesem erfrischenden Bad im Meer.

         
     kleine Mittagspause mit kräftiger Tomatensuppe.                      Danach machen wir eine kleine Pause

Nach dem Mittagessen und einer längeren Sonnepause gehen Thomas und ich gegen kurz vor 4 nochmals aufs Wasser.
Lange dauert der kleine Ausflug allerdings nicht, denn trotz Pause merke ich doch erheblich, wie sehr meine Kräfte nachgelassen haben und mir einfach noch die Kondition für einen Ganztags- Surftag fehlt.
Besonders heftig überkommt mich diese Erkenntnis bei einem zweimaligen Sturz unmittelbar nacheinander ins Wasser.
Noch nicht wieder richtig warm habe ich durch die neue Abkühlung doch einige Probleme wieder aufs Bord zu kommen und breche daher das weitere Surfen lieber ab, bevor es zu gefährlich wird.

         
     Nach dem Mittagessen: Der Wind frischt auf…                          …und wir gehen nochmal raus. Aber nur kurz.

Auch braucht man nach einem Tag auf dem Wasser ja auch noch einiges an Energie, um sein ganzes Surfgerümpel wieder zusammen zu legen und zu verstauen.
Schade ist es, dass man die Sachen nicht einfach z.B. für den nächsten Tag hier lassen und man einfach (von mir aus auch gegen Bezahlung versteht sich!)  übernachten kann.
Dies würde das zeitraubende Auf- und Abbauen doch erheblich verkürzen und man müsste morgens allenfalls den Neo überwerfen und vielleicht mal ein paar Tampen nachziehen oder so.
Nun aber muss ich, nachdem ich meinen Neo mühsam abgestreift habe, natürlich die ganze Ausrüstung auseinander bauen und einzeln in der für Surfer kostenlos bereitstehenden Dusche (allerdings nur mit kaltem Wasser) abspülen, danach folgt natürlich noch das Verladen auf Autodach und Wohnwagen.
Einmal mehr freue ich mich auf den Mai, wo wir eine ganze Ferienwoche auf dem Campingplatz „Wulfener Hals“ verbringen wollen. Schon letztes Jahr waren wir mit dem Wohnwagen dort (Reisebericht ist derzeit noch in Arbeit) und ich habe mir in den Hintern gebissen, dass ich letztes Jahr noch nicht surfen konnte. Denn der Platz ist hierfür wirklich ideal! Die Parzellen liegen zum Teil wirklich genau wie hier direkt ein paar Meter am Wasser, sodass man am Abend, nach einem anstrengenden Surftag, einfach nur seinen Neo abstreifen und die Sachen maximal ordentlich zusammen legen muss. Aber alles einpacken entfällt, weil man ja quasi direkt mit dem Zelt vor dem Surfspot campt.
Das wird dieses Jahr ausgenutzt!

Mit allem fix und fertig sind wir gegen halb 6, der Tag war wirklich ordentlich und ging schnell vorbei.
Und ich glaube, dass sogar Nils ein bisschen Gefallen und Spaß am Meer hatte. Natürlich kann er noch nicht darin baden, geschweige denn am Strand oder im Gras sitzen, aber Anja berichtet, dass Nils den ganzen Tag ruhig und ausgeglichen gewesen sei, als ich auf dem Wasser meine Runden gedreht habe.
Gerne hat er auch gespielt und auch einige längere Schlafpausen waren dabei, was sicherlich der guten Meeresluft zuzuschreiben ist.

         
     Nils‘ Tag am Meer. Er war sehr lieb, hat gespielt, oder dem Papa aus dem Fenster nach draußen hinterher geschaut.

Zurück am Campingplatz gehen Anja und ich dann nacheinander duschen. Erst ich, dann Anja.
Das ist vielleicht noch ein wenig ungewohnt und kostet viel Zeit, weil einer von uns immer auf den kleinen aufpassen muss.
Später aber, wenn Nils alleine stehen und laufen kann, wird er einfach bei einem von uns beiden mit in die Duschen gehen, oder wir nutzen gleich eine gemeinsame Familienbad- Kabine.
Ach ja, davon haben wir ja noch überhaupt nichts berichtet.
Wir sind sehr positiv angetan vom großen aber vor allem sehr sauberen Servicehaus auf dem Campingplatz De Oase. Hier gibt es wirklich alles, was man als Anforderung an ein gutes Servicehaus stellen kann. Spül- und Waschgelegenheiten, Toiletten mit Toilettenpapier und Seife, großzügige Duschkabinen mit Vorkammer für trockene Klamotten und vor allem: unbegrenztes und kostenloses warmes Wasser!
Das ist beileibe nicht auf jedem Campingplatz in Holland so, für gewöhnlich muss man Duschmarken kaufen. Hier aber kann man so lange unter dem warmen Wasser stehen bleiben, wie man möchte und sich dabei Salz und da Odeur von „Fischkacke“, wie Anja es naserümpfend beim Schnüffeln an mir nach dem Surfabenteuer bemerkt hat, von der Haut waschen.

Nachdem wir beide durch die Serviceeinrichtungen durch sind, bauen wir kurz den Fernseher auf und richten unsere SAT- Antenne aus.
Ich denke mal, dass sich das jetzt schon über die Ostertage lohnt, es kommen ja einige schöne Filme im Fernsehen. Und da der Wetterbericht für die kommenden Tage weit weniger schöne Aussichten präsentiert, als wir heute für sommerliches Wetter hatten, könnte so ein Fernsehnachmittag mit Keksen und Cola noch ganz gemütlich werden, wenn es draußen stürmt und regnet.

Zum Abschluss dieses fast schon sommerlichen Tages spazieren wir noch einmal die kurze Strecke nach Renesse rüber, auch wenn schon die allermeisten Geschäfte geschlossen haben.
Aber der Imbiss hat noch geöffnet, sodass wir uns zum Abendessen ein weiteres Mal leckere Pommes und Frikandel Spezial schmecken lassen.
Dieses Mal essen wir unsere Pommes direkt vor Ort, was unseren kleinen Nils nicht weiter zu stören scheint.
Er hat schon beim Verlassen des Campingplatzes in seinem Kinderwagen die „Lampen an“ und träumt vermutlich süß davon, wie er eines Tages mal seinen Vater auf dem Surfbrett abhängen wird.

          
     Noch ein kleiner Spaziergang zum Abschluss des Tages              Pssst! Ihr müsst leise sein! Nils ist eingeschlafen 🙂

Zurück am Campingplatz machen wir nicht mehr viel.
Es ist ungemütlich kalt geworden, seit auch die letzten Sonnenstrahlen verschwunden sind.
Beginnenden Regen und kabbelige Feuchte schmeckt man aus der Luft heraus. Fast ist so, als könnte man Schnee riechen.
Mit laufender Heizung sitzen wir noch ein wenig bei uns im Wohnwagen zusammen und bequatschen, wie gut wir heute gesurft sind. Aber ich bin auch skeptisch, dass wir einen solchen Tag noch einmal erleben werden und vermute mal, dass ich meine Ausrüstung in diesem Urlaub nicht mehr brauchen werde.
Sonne wäre zumindest für eine weitere Ausfahrt elementar, denn bei wolkenverhangenem Himmel fehlt ganz einfach die Wärmequelle, die einen bei unter 10°C Außentemperatur auf das Meer hinaus zieht.
Thomas sieht das ganze eher optimistisch und meint, dass wir nochmal das Glück haben werden. Wir werden sehen.

Unser Zubettgehritual gestaltet sich ähnlich schwierig, wie gestern.
Besonders Anja weiß nicht, wohin sie mit dem kleinen Nils flüchten soll, wenn ich die Stauschränke hebe, die Sitzpolster in die Küche bugsiere und unser Bett nebst Matratze baue.
Waren bisherige Reisen für uns beide schon recht eng, sind wir nun mit drei Personen auf engstem Raum wirklich wie die Ölsardinen unterwegs!
Alles muss wirklich aufs genaueste abgestimmt sein und nacheinander abgearbeitet werden. Sei es das Herausholen der Bettwäsche oder das Vorholen des Schlafanzuges für den Kleinen.
Denn kaum haben wir einmal umgebaut, kommst du an bestimmte Ecken schon gar nicht mehr dran, so eng geht es zu.
Fast fühlen wir uns eingeklemmt zwischen dem Hohlraum von 2 Steinen, wenn beim Gameboy- Tetris mal ein Blöckchen nicht auf die letzte Reihe passen wollte.
Ich sag es wirklich nicht gern, aber unser Wohnwagen, den wir erst im letzten Jahr nach langer Suche gefunden und für den idealen Kleinfamilienwohnwagen gehalten haben, ist bei näherer Betrachtung doch eine ganze Ecke zu klein für 2,2 Personen!
2 ist wirklich das Maximum, alles andere artet in Wuselei und Unwohlsein aus.
Tagsüber fehlt dir mal ein Plätzchen, wo du dich ruhig zurückziehen kannst und vielleicht auch mal 5 Minuten an der Matratze horchen kannst.
Denn die Sitzgruppe ist nun nicht nur von Anja und dem kleinen Nils belegt, auch seine Sachen wie die Tasche aus dem Kinderwagen oder die Wickeltasche müssen ja irgendwo hin.
Mag sein, dass wir uns derzeit auch aufgrund des Wetters ein wenig im Wohnwagen knubbeln.
Mangels Vorzelt (das haben wir nicht mitgenommen und die Markise wollen wir wegen aufkommenden Windböen nicht ausrollen) fehlt natürlich auch ein wenig der Lagerplatz für all unsere Sachen, die wir in der Nacht nicht brauchen.
Diese fliegen nun nunmal im Wohnwagen mit uns herum, damit sie nicht nass und kalt werden.
Dabei haben wir schon die Campingmöbel und den Kinderwagen selbst ins Auto ausgelagert, die Surfsachen liegen zumindest nässegeschützt draußen unter dem Wohnwagen.
Und trotzdem kommen wir uns wie in einer Tupperdose vor, die Oma (weil sie es gut gemeint hat) bis zum Rand mit dem Übriggebliebenen des Sonntagsbratens mit Knödeln und Soße vollgestopft hat.

Als wir gegen halb 11 dann endlich liegen und jedes Sitzpolster, die Kinderwagentasche und alle anderen Klamotten irgendwo ihr Plätzchen gefunden haben, kommt die Abendruhe.
Jeden Knochen spüre ich und merke, welche Muskeln und Fasern des Körpers im Winter sträflich NICHT trainiert wurden, um im Sommer genügend Kondition für ausschweifende Surfabenteuer zu haben.
Platt und leer falle ich in mein Kissen, bis Anja mich in die Seite knufft: „Du, die Heizung!“
Ach ja, die Heizung! Also wieder aufrappeln und die Heizung anschmeißen. Dieses Mal versuchen wir es mal mit Stellung „4“ und hoffen, dass es damit nicht zu warm und nicht zu kalt werden wird.
Und falls wir den Wohlfühlkorridor in der Mitte nicht treffen, kann Anja mich ja noch immer wach schubsen. Damit hat sie ja schon ihre Erfahrungen. 😉

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