Erfahrungsbericht über unsere Wohnmobilsuche!
Oder: Die Odysse wie wir unser erstes Wohnmobil gefunden haben


Wichtiger Hinweis vorab in eigener Sache: Dieser Artikel beschreibt unsere Erlebnisse bei der Suche nach unserem ersten Wohnmobil! Zu einer Zeit, wo wir weder von Tuten und Blasen, noch vom Camping Ahnung hatten! Wenn ihr auf der Suche nach Tipps und Tricks vom nunmehr erfahrenen Camper zum Kauf eines Wohnwagens oder Wohnmobils seid, dann schaut bitte hier rein: Hilfe beim Wohnwagenkauf

Liebe Besucherin,
lieber Besucher,

Unsere Odyssee wie wir zu einem Wohnmobil kommen.
Oder auch: „Wohnmobil zu verschenken“, „Wohnmobil zu gewinnen“, „Wohnmobil zu verkaufen“
Auch hiernach, also dem geschenkten oder gewonnen Wohnmobil, haben wir in den letzten Tagen und Wochen nur zu Hauf gegoogelt, es bringt aber nichts. Lasst euch eines gesagt sein, das erste wird es wohl niemals geben, es sei denn Ihr habt Sau-viel-Glück und euer Opa vermacht euch sein altes Hymer- Mobil aus den 80er Jahren, welches seit vielen Jahren ungenutzt in der Einfahrt des kleinen Reihenhäuschens steht, weil er selbst nicht mehr fahren kann.
Das zweite, also das gewonnene Wohnmobil, vielleicht mal. Gelegentlich wird auf großen Messen wie dem Caravan Salon ein Wohnmobil verlost. Ansonsten gibt es gelegentliche kleinere Gewinnspiele, aber bei diesen wird allenfalls das Wohnmobil zeitlich begrenzt für eine Reise bereit gestellt. Danach, wenn man erstmal auf den Geschmack gekommen ist, muss man es wieder abgeben! Das ist dann ein bisschen wie ein kalter Entzug und irgendwie auch gemein…

Wir versuchen nun ebenfalls schon seit geraumer Zeit, genauer seit unserem Trip zum Nordkap mit dem Wohnmobil, unseren eigenen Traum von einem eigenen Wohnmobil zu erfüllen. Dies allein wäre freilich nicht würdig, dass wir darüber etwas schreiben. Heute allerdings hat sich eine Sache zugetragen, die mich veranlasst hat, ab sofort eine Art kleines Wohnmobilbeschaffungstagebuch zu führen.
Eine kleine Geschichte, wie wir an den mobilen Traum kommen, ohne uns hierbei in Geldsorgen zu verrennen. Vielleicht ein wenig als Erfahrungsbericht für andere, die sich mit dem gleichen Gedanken tragen. Mindesten aber als lustige Anekdote zum Lesen und Schmunzeln.

Das es so etwas, also einen Erlebnisbericht quasi live von der Suche, wohl bisher kaum vergleichbar im Web gibt (alle Berichte und Womo-Vorstellungen auf anderen Internetseiten handeln meist nur, was sie mit dem Mobil machen und nicht wie sie zu ihrem Traum gekommen sind) will ich unsere Erfahrungen einfach mal aufschreiben.
Doch der Reihe nach…

Zunächst ist uns klar geworden, dass der Markt für Wohnmobile (aktuell April / Mai 2007) zuweilen ziemlich abgegrast wirkt! Ich habe wieder und wieder den Eindruck, dass ständig die gleichen Mobile gehandelt werden! Aber dazu später mehr.
Zunächst möchte ich mal beschreiben, was wir eigentlich suchen und in welches Klischee wir fallen. Denn die Börsen sind durchaus unterschiedlich gefüllt und erlauben entsprechend unterschiedlich große Sprünge. Wie also sieht mein bzw. euer persönliches Budget aus?

Mehr wie 40.000,- € für ein Wohnmobil?
Was sucht ihr noch hier?
Ab zum nächsten Händler! Lasst euch verwöhnen!

Ab 30.000,- € bis 40.000,- € für ein Wohnmobil?
Auch hier: Glückwunsch! Es wird vielleicht kein Premium- Fahrzeug, aber ein solides Wohnmobil darf man erwarten. Als Sondermodell sicherlich auch mit guter Ausstattung.

Wohnmobil bis 30.000 € ?
Auch dafür bekommt man auf jeden Fall gerade noch ein neues Wohnmobil mit passabler Ausstattung, allerdings vom „Discounter“. Es gibt zwar keinen Sektempfang, aber dafür muss dieser auch nicht mit bezahlt werden. Einfach mal nach „Palmowski“, „Uwe Gante“, „Giottiline“, „Miller“, „Volksmobil“ und Co. googeln.
Letztes Jahr (Sommer 2006) kosteten die Einsteiger etwa, 26 bis 27 Tausend Euro, dieses Jahr aber immerhin noch knapp unter 30 tausend Euro. Die Mehrwertsteuererhöhung hat es möglich gemacht.
Aber immerhin, Ihr könnt ein neues Fahrzeug bekommen!
In den Wohnmobilzeitschriften wie z.B. Wohnmobilanzeiger oder Wohnmobilmarkt finden sich immer wieder diese Starter- Angebote. Für einen ersten Überblick taugt es durchaus.

Wohnmobil bis 20.000 € ?
hmm, auf jeden Fall habt auch ihr noch sehr gute Karten und könnt beim Händler kaufen. Die Marge des Händlers zahlt ihr dabei bequem mit.
Denn immerhin gibt es Garantie!
Wasserschäden solltet ihr aber im Auge behalten! In den neueren Fahrzeugen riecht es noch nicht, wenn man einen beginnenden Wasserschaden hat, hier helfen nur genaueste Messgeräte!
Auch hier bietet sich aber dennoch eine große Auswahl, es helfen Ihnen aber auch bereits erste Berichte aus vorgenannten Wohnmobilzeitungen, um das mögliche Wunschmobil richtig zu bewerten.
Von privat wird es weniger Mobile geben, die meisten fahren ihr Wohnmobil noch, die in diesem Preissegment angesiedelt sind.
Notverkäufe sind selten und werden häufig von professionellen Händler abgegriffen, bevor sie in der Zeitung oder im Internet stehen…

Wohnmobil bis 10.000 € ?
Die Luft wird nun richtig dünn!
Modelle ab Baujahr 90-94 oder geringfügig jünger mit 100 tkm oder weniger auf dem Tacho sind richtig rar!
Wundert euch nicht, wenn vor euch ein Fahrzeug mit einem Alter von 13 Jahren und 100tkm auf dem Zähler steht, dass trotzdem noch 10.000 € kosten soll! Die Preise sind nun mal leider so hoch. Der Markt bestimmt den Preis.
Aus einschlägiger Literatur war kürzlich zu entnehmen, dass die Neuanmeldungen und Ummeldungen von Sonder-Kfz mit Wohnmobilaufbau drastisch zugenommen hätten, der Trend hält also an!
Die Idee oder Rechnung, einen einfachen Pritschenwagen zu kalkulieren und dann noch die Kosten für einen aufgesetzten Wohnwagen dazu gehen in den meisten Fällen nicht auf.
Wohnmobile sind teurer. Leider!
Kauft auf jeden Fall von privat, wenn ihr dem Verkäufer vertraut (vertrauen könnt), den er wird euch das gute Stück wohl kaum mit Garantie anbieten können. Beim Händler bekommt ihr für das Geld hingegen nicht das, was ihr euch erhoffen werdet, das könnt ihr mir glauben! Den neben dem Wert des Wohnmobils müsste ja auch noch die Marge des Händlers bezahlt werden!
Wenn es doch gewerblich sein soll, ist die erste Anlaufstelle der „Wohnmobilpark“, das „Wohnmobilzentrum Nord“ oder auch die Angebote von „Uwe Gante“, um mal drei große Anbieter zu nennen. Diese haben sich auf den Weiterverkauf von Wohnmobilen ausgerichtet, die bereits ihren „zweiten Zenit“ erleben. Um es mal freundlich auszudrücken.
Diese Händler haben oft neben den Fahrzeugen oberhalb des 20.000 € Bereich auch immer wieder mehrere Fahrzeuge zu kleineren Preisen im Angebot.
Allerdings ist das Internet voll von negativen Erfahrungsberichten, die andere Käufer bei diesen Händlern gemacht haben! Da muss man echt aufpassen!
Angeschrieben haben wir sie alle. Was wir suchen, wie unser Budget aussieht. Geantwortet hat nur einer! Das Wohnmobilcentrum Nord: Das Team von Wohnmobil-Nord waren die einzigen, die wenigstens die Freundlichkeit hatten, mich telefonisch zu benachrichtigen, dass ein von mir unterbreitetes Angebot für ein ausgestelltes Angebot nicht angenommen werden wird. OK, ich war auch unverschämt, aber wollte es wenigstens probieren. Finde es gut, dass man sich trotzdem die Mühe gemacht hat, uns zu kontaktieren und mal über das Thema zu sprechen.
Klar ist, die für gefühlt teures Geld angebotenen Wohnmobile des vorvorletzten Sommers sind eben alt. Punkt!
Man muss eben berücksichtigen, dass man eben in diesem Segment kein neues oder wenigstens sehr gut erhaltenes Fahrzeug mehr bekommen kann!
Der Preis eines Händlers kann dann im Rahmen der Marge eben keine aufwendigen Aufbereitungen für das Fahrzeug beinhalten. Daher kann ich auch so manchen Käufer nicht verstehen, dass er sich über Defekte aufregt, die eben bei einem 15 oder 20 Jahre alten Fahrzeug nun mal auftreten können. Es ist nun mal kein moderner PKW, den man kauft!
Aber auch beim normalen Händler kann man euch besch…!
Es tummeln sich schlichtweg die größten Nieten in diesem Preissegment! Abgewohnte Schüsseln, die von professionellen Händlern bei Neukauf in Zahlung genommen wurden und nun nochmal schnell zu Geld gemacht werden sollen. Am besten im Export und wenn das nicht schnell genug geht, eben über einen günstigen Preis ohne Garantie und Gewährleistung. So sieht es aus.

Wohnmobile bis 5.000 €, eigentlich für weniger ?
Willkommen in unserer Welt!
Genau hier haben wir unser Limit angesetzt!
Die Frage ob Ihr Mängel am Wohnmobil findet, stellt sich nicht! Sondern eher die Frage, mit welchen Mängeln ihr bereit seid zu leben!
Rundsitzgruppe? Zweiter Tisch hinten? Garage oder Stauraum? Alkovenbett, Teilintegriert, Vollintegriert?
Das sind Wünsche, die man gleich wieder begraben kann.
Wenn ihr ein schönes Fahrzeug findet, euch aber die Inneneinrichtung oder die Ausrichtung der vorhandenen Möbel nicht gefällt, können ihr nicht sagen: „Dann nehme ich eben das Wohnmobil daneben“. Das geht nicht, weil daneben kein vergleichbares Fahrzeug mit anderer Inneneinrichtung daneben steht!
Man muss nehmen, was man bekommen kann!

Wie gesagt beträgt unser Limit 5.000 €.
Das meiste gespart, ein wenig geliehen wollen wir hiervon aber nach Möglichkeit auch noch die Erstausrüstung kaufen, die wir benötigen.
Das wird eng!

Erste Anlaufstelle für uns sind natürlich auch für besagte o.g. Händler.
Manchmal spazieren wir Sonntags zum Pollmeier bzw. heute zur „Camping Oase“ bei uns in der Nachbarschaft, Sonntags sind die Tore manchmal für einen Schautag auf und man kann gucken ohne gleich von einem Verkäufer angesprochen zu werden.
Wenn man gekonnt vorne die tollen und schönen Mobile passiert hat, stehen hinter der Halle die kleinen Schätze, die nur vom Regen gewaschen werden. Alles andere lohnt sich nicht mehr.
Aber auch hier ist kaum was dabei und was wir finden, kostet stets bedeutend mehr, wie unsere besagten 5.000,- €

Fahrzeuge mit 180, 190 oder jenseits der 200.000 km auf der Uhr mit Baujahr 1986 beginnend ab einem Preis von 6000 € können wir ausmachen.
Neuere Fahrzeuge (so ab 90) sind unter 5-stelligen Beträgen fast gar nicht zu bekommen!
Für mehr als zum Träumen reicht es daher leider bei weitem nicht.

Aber lassen wir uns davon abschrecken? Nein! Da wir letztes Jahr auf unserer Hochzeitsreise Spaß am mobilen Leben bekommen haben und in der Erinnerung eh alles schöner war und die ganzen damit verbundenen Entbehrlichkeiten einem nicht mehr so recht bewusst sind, soll es eben ein eigenes Mobil sein! Wir möchten wieder frei sein! Draußen sein, mobil sein, unterwegs sein und sein Schneckenhaus dennoch immer bei sich wissen. Es ist eine Kopfsache! Eine Sehnsucht! Wer das Gefühl nicht kennt, wird es nie nachempfinden können. Hat man es einmal gekostet, will man es wieder und wieder und wieder. Egal, was das Budget oder der Verstand sagt.
Apropos Verstand! Der wird sowieso ausgeschaltet! Viel zu schnell rechnet man fix die Kosten für drei mögliche Urlaube mit dem Mietmobil zusammen und hat schon den Kaufpreis für ein Wohnmobil bis 5 Euro raus. So simpel!
Nicht zugerechnet den Freizeitvorteil, den ein eigenes Wohnmobil für die ganzen spontanen Wochenenden und Brückentage bietet!

Wir checken also wieder einmal (wie eigentlich schon letztes Jahr) diverse Anzeigenblätter wie Wohnmobil & Wohnwagen Markt oder den Wohnmobil Anzeiger, um nur einige zu nennen.
Eigentlich hat fast jede Zeitung von der gut sortierten Tankstelle zu dem Thema einen Anzeigenteil, den man studieren kann.
Der erste Schock sitzt allerdings tief! Entgegen den Preisen im letzten Jahr (die alten Zeitungen aus 2006 habe ich aufgehoben) sind die gleichen Mobile des letzten Jahres gleich teuer (obwohl mindestens 1 Jahr älter) oder sogar noch teurer geworden!
Ist das die Mehrwertsteuererhöhung?
Oder ist das marktüblich im Frühjahr?
So zu Beginn der Saison?
Wir werden das auf jeden Fall beobachten und im Winter ein Update schreiben, wie sich da die Preise verhalten.

Zurück zu unserer Suche.
Gute Anlaufstelle für die Ermittlung von Preisen von Privat ist ebay. Hier bestimmt der Höchstbieter den Preis und damit auch einen durchschnittlichen Wert für die Fahrzeuge.
Nachteil: Die Fahrzeuge stehen oft weit weg vom heimischen Standort, werden sogar größtenteils blind ersteigert, das wäre nichts für uns.
Natürlich kann man jedes Fahrzeug vorher besichtigen, ja die Verkäufer flehen ja geradezu darum, die Fahrzeuge auf jeden Fall vorher zu besichtigen.
Aber wenn man sich ein schönes Fahrzeug ausgesucht hat und extra hinfährt, treibt es beim anschließenden Bieterkampf die Schweißperlen auf die Stirn, wenn dann der Preis dafür steigt!
Wir beobachten dennoch über 2 Wochen verteilt einige Auktionen, bieten hier und da mal mit, aber so richtig ergibt sich keine Gelegenheit. Außer eben, um unser Preisgefühl etwas zu stärken.
Natürlich schreiben wir auch einige Anbieter so an. Besonders bei denen, dessen Angebot ausgelaufen ist oder sich der Höchstbieter plötzlich nicht mehr gemeldet hat.
Andere Fahrzeuge stehen auch plötzlich nach Tagen erneut drin, meist mit den gleichen Fotos, nur von einem anderen Anbieter und mitunter gleich zu einem höheren Preis.
Das ganze wirkt undurchsichtig und es drängt sich der Eindruck auf, dass Preise zum Teil künstlich hoch gehalten werden.
Ebay beobachten wir auf jeden Fall weiter, vielleicht bietet sich doch Gelegenheit, ebay soll aber nicht unser einziges Standbein werden.

Eine klassische Anzeigenbörse wie mobile.de oder eben auch die althergebrachte Zeitung nehmen wir nun zu Hand.
Ein Blick in die Zeitung ist aber mehr als mau. Die wenigen Angebote dort sind alle jenseits des 10.000 € Bereichs!
Also probieren wir es wieder online, neben mobile.de steht auch noch autoscout24.de zur Verfügung.
Auch einige Foren bieten in der Untergruppe einen Anzeigenmarkt an, hier finden sich aber mehrheitlich Fahrzeuge im 5-stelligen Bereich.
Dhd24.de ist auch noch eine Alternative, man kann sein Angebot abgeben, der Verkäufer kann neben seinem VS/VB/FP Angebot die Angebote potentieller Käufer überprüfen.
Wir probieren einige Fahrzeuge, aber bekommen in fast jedem Fall keine Antwort.
Auch kann man schlecht beurteilen, wie lange die Angebote schon drin stehen.

Wir halten daher weiter an mobile.de fest.
Die Suche ist einfach markiert, nur die PLZ eingeben und den Kreis (bei uns 200km), den man bereit ist abzusuchen.
Dann noch den Preis und einfach mal gleiten lassen.
Oh wunder, gleich erleben wir 14 Seiten Auswahl.
Bei näherem Hinsehen wird aber schnell klar, dass es sich vorrangig um Wohnwagen handelt.

Aber auch hier kann die Suche helfen, einfach in der Fahrzeugmotorisierung mindestens 60 kw (kleinster Wert) und 186 kw (größter Wert) eingeben und schon taucht in der Ergebnisliste kein Wohnwagen mehr auf.
Damit man auch zusätzlich noch nur die aktuellen Angebote filtert, wählen wir die Angebote der letzten Woche aus.

Nun wird das Ergebnis schon deutlich überschaubarer.

Und es wird langsam ernst.
Die ersten Fahrzeuge gefallen uns und wir nehmen Kontakt mit dem Anbieter auf.
Zunächst versuchen wir es per mail.
Leider bekommen wir auch hier wie bei dhd fast nie eine Antwort.
Warum ist das so?
Ich fange an zu glauben, dass nur anrufen und ein persönlicher Kontakt ernsthaft weiter hilft.
Mit dem Anruf kommt man gleich persönlich ins Gespräch, kann sich quasi schon vorab für das Fahrzeug empfehlen und bewerben.

Bewerben auf ein Wohnmobil trifft es eigentlich ganz gut, denn was wir dann in den Gesprächen mit den Anbietern erfahren ist teilweise so haarsträubend, dass wir nur mit dem Kopf schütteln können! Was wir nun schreiben bezieht sich auf die Erfahrung, die wir mit Anbietern gemacht haben, die von privat verkaufen, also keine gewerblichen Einträge bei mobile.de, dazu kommen wir später.

Mails kommen zu Hunderten kommen bei einem Verkäufer an!
Alle zu beantworten haben die meisten aufgegeben.
Angerufen wird man in erster Linie von professionellen Händlern.
Diese bieten gleich am Telefon gleich mal 500-1.000 € mehr, als der Verkäufer selbst als möglichen Kaufpreis in die Runde geworfen hat!
Der Anbieter (fast immer von privat) freut sich so schnell einen Käufer gefunden zu haben und hat darüber hinaus noch ein gutes Geschäft gemacht! Er hat die Kaufzusage mit Vollservice (also mit abmelden, bar bei Abholung, usw) praktisch am Telefon schon erhalten!
Glaubt er!
Der Verkäufer wird sogar bequatscht, sein Angebot gleich wieder offline zu nehmen, noch am gleichen Tag oder spätestens am nächsten Tag käme ja ein Angestellter der Firma vorbei und bringt den dicken Geldkoffer gleich mit. Alles problemlos, der Hintern wird bei Bedarf auch mit entsprechend Zucker versorgt. Kein Problem!

Kommt dann endlich (noch einen Tag später, man wird immer wieder vertröstet) der (fast immer gewerbliche) Verkäufer drückt dieser, nun vor Ort, den Preis UNTER den ursprünglichen Angebotspreis des Verkäufers!
Die Käufer sind immer zu zweit, einer spielt den „Bad Guy“ und drückt den Preis für das Fahrzeug, weil dieser immer ständig irgendwelche Mängel findet.
Der Verkäufer wird sich seiner Sache plötzlich unsicher. Da er das Wohnmobil schon aus der Börse raus genommen hat (die Anrufe wurden langsam lästig) verkauft er es dann unter Wert. Hauptsache weg!!! Man will sich ja auf das neue freuen und sich nicht lange mit dem alten herum schlagen.

Nun muss man sich als Privatkäufer schon etwas einfallen lassen! Nicht unbedingt wegen der Geschäftspraktik des Schlechtmachens vor Ort, dieses „böse Erwachen“ kennt der arglose Verkäufer ja noch nicht. Er hat erstmal einen freundlichen Händler am Telefon und zur Auswahl eben den Privatmann. Gegen den Händler mit seinem Rundum- Sorglos- Paket muss man erstmal ankommen!
Freundlichkeit wirkt da noch am besten und so rufen wir mittlerweile frei von der Entfernung bundesweit die wenigen privaten Anbieter an, die gerade ein Wohnmobil verkaufen und wo dieses wenigstens grob in unsere Preisvorstellung passt.
Oft hören wir aber, dass der Wagen schon verkauft wurde!
Bei einer Anzeige haben wir jedoch Glück.
Ein schicker Bürstner von 90 mit 156 tkm auf der Uhr soll für 4.900 € bei uns gleich im Nachbarort angeboten werden.
Das Angebot ist gerade erst eingestellt (keine 3 Stunden alt) und dennoch haben schon mehrere Interessenten angerufen!
Ich reihe mich also in die Schlange der Interessierten ein und unterstreiche, dass ich Privatkäufer wäre und frage gleichzeitig, welche Händler denn schon angerufen haben.
„Händler?“ fragt der Verkäufer? Ich kläre ihn auf über das, was mit einem professionellen Anbieter passieren kann und er sichert mir zu, dass er zumindest meine Telefonnummer im Hinterkopf behält, sollte er an ein solches Exemplar geraten. Nunja. Diese Tatsache offenbar aber etwas ganz anderes, ein viel wichtigeres Problem!
Offenbar fängt der frühe Vogel den Wurm! Man muss schnell sein!
Die Händler haben den ganzen Tag Zeit, das Web zu durchforsten und warten nur auf günstige Angebote. Das ist deren Job!
Kaum ist was drin, hängen die schon am Telefon, während wir als Privatpersonen noch auf der Arbeit sitzen und eben erst am frühen Abend die Angebotsbörsen studieren können.

Zurück zum Bürstner: Der erste Anrufer hat sich als Luftnummer erwiesen. Der Besitzer des schicken Bürstner hat uns am Telefon daher einen Besichtigungstermin noch für den gleichen Nachmittag zugesagt! Bingo!

Ich schicke Anja die Bilder aus mobile.de und stimme sie für die Besichtigung ein.
Wir freuen uns…

Dann aber ruft der Verkäufer eine halbe Stunde später wieder an und teilt mir mit, dass der Wagen schon verkauft sei!
Ich frage nach, ob es ein gewerblicher Käufer sei, er bejaht.
Wieder das Gleiche! Wieder waren wir zu langsam. Wir hätten SOFORT hinfahren müssen. Nicht erst heute Nachmittag…

Frust macht sich breit, schon wieder verloren.
Noch am gleichen Abend finde ich das Fahrzeug übrigens wieder!
Bei einem Händler in Hürth! Nun kostet das Wohnmobil allerdings 6.900 €! Also mal eben satte 2.000,- € aufgeschlagen, ohne auch nur einen Handschlag dran getan zu haben! Es ist so ungeputzt wie auf den ersten Anzeigenbildern und auch die kleinen, mit Leichtigkeit zu korrigierenden Schönheitsmängel im Innern, sind unverändert. Gekauft, neuer Preis dran und rein ins Internet damit. Den nächsten dummen Käufer finden, der das Wohnmobil und sein Angebot heute Vormittag bis zum Mittag gar nicht sehen konnte! Er (also der „dumme“ Käufer) wird das Wohnmobil erst jetzt, am frühen Abend, in der online- Börse finden und es wohl für ein günstiges Angebot halten…
Ich kann meinen Unmut nicht für mich behalten und schreibe dem Händler eine zynische Mail, dass der Preis total überteuert wäre und ich bereit wäre 4.900 € zu bezahlen.
Selbstredend, dass ich keine Antwort bekomme.

Nun, vielleicht müssen wir zähneknirschend die Angebote der schnelleren Händler in Anspruch nehmen. Wir sind eben keine Profis! Schlägt aber auf das Budget!
Durch das Wiedererkennen einiger Angebote können wir die Marge auch ganz gut zwischen 1.500 und 2.000 € einschätzen.
Manchmal gibt es regelrechte Hoppsereien der Fahrzeuge zwischen ebay und mobile.
Was Freitags bei ebay weg gegangen ist, steht eine Woche später Donnerstags bei mobile drin.
Natürlich ein völlig anderer Anbieter, nur teurer muss es sein…

Theoretisch unter Berücksichtigung aller Möglichkeiten und 3 Wochen Thunfisch aus der Dose, sowie Ausfall des ersten Urlaubs und unter Androhung des Hungerturms könnten wir so auf 7.000,- € kommen.
Theoretisch. Aber ob nun 6 oder 7 TEUR, dadurch öffnen sich jetzt auch nicht unbedingt die Türen und Tore vom eigenen Wohnmobil! Das Mehr an Euro verpufft am zu geringen Angebot.

Einige Tage später finden wir dann aber doch ein Angebot eines gewerblichen Händlers, dass von den Bildern und vom Text her ganz annehmbar ist!
Das gute Stück, ein Weinsberg Meteor Wohnmobil steht sogar bei uns ganz in der Nähe, genauer in Bergisch-Gladbach.
Etwa 120 tkm auf der Uhr, Fahrzeug ist von 89.
Soll noch 5.900 € kosten.
Das könnte doch was sein! Wir rufen also den Händler an und verabreden für den Nachmittag einen Besichtigungstermin.
Was wir dann aber vorfinden, ist ehrlich gesagt eine Katastrophe!
Der Platz ist wie ein Hinterhof angesiedelt, ein paar Osteuropäer liegen unter einem Mazda, der mit ein paar alten Felgen als Wagenheber provisorisch aufgebockt ist.
Na das wäre mal was für die Berufsgenossenschaft oder das Amt für Arbeitsschutz! Aber gut, der Hof ist der Hof aber eben nicht das Fahrzeug und nur auf das kommt es ja an.

Kommen wir also zum Wohnmobil:
Schon beim Einstiegen weigert sich die Nase, den Geruch zu atmen!
Es riecht moderig und gammelig!
Wir inspizieren dennoch die Schränke und das Cockpit.
Die Sessel sind abgesessen und schmutzig, man hat Sorge sich dort drauf zu setzen und sich damit die Klamotten zu ruinieren.
Sauber gemacht wurde hier offenbar nicht.

Wir öffnen einen der unten liegenden Schränke und finden unvermittelt einen kompletten richtig wohl gewachsenen Pilz!!
Dieser Pilz, ein Holzpilz wie er im Wald manchmal an alten oder gefallenen Bäumen aus dem faulenden Stamm wächst, hat bereits in dem Schrank eine stattliche Höhe von etwa 20 cm erreicht!
Da bekommt das Wort „Öko-Mobil“ eine ganz neue Bedeutung!
Gut gefallen hat uns zur Ehrenrettung die technische Einrichtung. Die Bordcotrolunit ist erstaunlich gut ausgerüstet.
Und obwohl wir ahnen, dass mit dem Pilz das Fahrzeug keinesfalls von der Struktur her in Ordnung sein kann, geben dem Wohnmobil eine Chance und schauen es uns von außen genauer an. Wir können nur gewinnen und wenn es nur an Erfahrung ist.
Was uns sofort auffällt: Der Spiegel der Beifahrerseite fehlt! Auf unsere Frage, was denn damit sei, antwortet Sergej, dass sie diesen für einen anderen Wagen gebraucht hätten, aber das würden sie hier immer so machen. Sie hätten ja noch 2 andere Mobile und einen Pritschenwagen mit Fiatbasis da und würden dann kurzerhand dort einen Spiegel abschrauben und uns dran schrauben, wenn wir das Wohnmobil kaufen. „Das wäre im Preis drin“ grinst Sergej schmierig.
Na super!

Auch von außen wirkt das Fahrzeug nicht richtig zufriedenstellend.
Unter dem rechten Heckbereich steht ein voller viereckiger Eimer mit Wasser. Aus dem Wohnmobilboden sieht man deutlich, dass sich der Eimer mit dem gefüllt hat, was aus dem Wohnmobil heraus getropft ist! Auf die Frage, warum sie hier im Freien überhaupt einen Eimer für Wasser unter ein tropfendes Wohnmobil stelle ich mir in diesem Moment gar nicht. Viel mehr bin ich entsetzt darüber, dass es aus dem Wohnmobil tropft! Was ist das? Kommt das aus einer undichten Wasserleitung im Wohnmobil?
Ich fingere an der Stelle unter dem Wohnmobil herum und habe gleich gammeliges Holz in der Hand! Fasern, braun, matschig, triefig nass!
Ein Loch mitten im Unterboden, nur durch einen Fingerdruck!
„Tüv kainä Probläm“ flötet Sergey aus dem Hintergrund! Er hat sich mit einem Kumpel einem anderen Mobil zugewandt und lässt uns fairerweise allein mit der Besichtigung des betagten feuchten Weinsberg.
Vorne an der Fahrerkabine finden wir darüber hinaus einige frisch abgedichtete Stellen im Kantenprofil des Alkoven. Auch kein gutes Zeichen, denn das Kantprofil sieht schwammig aus, beim Eindrücken mit den Fingern knirscht es unter der dünnen Aluminium- Haut bedenklich…

Eigentlich schade drum!
Mir gefällt der Aufbau, die Alkovenform und sogar die Technik scheint noch zu funktionieren! Aber alle anderen Sinne wollen weg von dem übel riechenden Mobil.
Da hilft auch kein Schönreden, das Bauchgefühl stimmt einfach nicht. So sehr, dass man sich das auch nicht mehr als gerade noch brauchbar in die Tasche lügen kann, nur um endlich die erste eigene Tour mit dem eigenen Wohnmobil erleben zu dürfen.

Anja spricht aus, was ich denke: „Das ist nichts für uns, der ist ekelhaft“ und sie hat Recht.

Was wir suchen ist das gepflegte Mobil, ein Wagen mit Herz, wo kleine Tischdeckchen auf dem Tisch liegen, Vorhänge liebevoll mit einem Bändchen zusammen gebunden sind, wo vielleicht sogar ein paar Blumen auf dem Tisch stehen.
Ein Wagen mit Geschichte in höherem Alter klar (was soll man sonst für 5.000 € erwarten?!) aber wenigstens mit einem guten Bauchgefühl!
Wir suchen einen Verkäufer, der sich nur ungern aber aus zwingenden Gründen von seinem Mobil trennt und nicht, weil er es los werden will.
Jemand, den wir auch von unseren guten Absichten überzeugen können und sogar müssen, dass wir eben keine gewinnträchtigen Händler sind und sein Schätzchen in gute und vor allem pflegende Hände kommt.
Das es bei uns noch ein paar schöne Jahre hat und er durch den Verkauf zwei anderen Menschen vom gleichen Schlag ermöglicht, auch den mobilen Traum zu erleben.

Eben eine Gewinnsituation über den Geldwert für beide Parteien hinaus, ein Handel mit einem guten Bauchgefühl auf beiden Seiten!
In der Schule haben wir das gelernt, man nennt das einen Win/Win Effekt.

Bei einem Händler werden wir das nicht finden, das ist uns heute klar geworden.
Bei einem Händler geht es nur ums Geld, sonst um nichts.

Wir bedanken uns bei Sergej, dass er uns unfreiwillig die Augen geöffnet hat, verabschieden uns, nehmen im angrenzenden McDonalds noch einen Snack und machen uns dann auf den Weg nach Hause. Wir sind reifer an Erfahrung, aber immer noch wohnmobillos.

Der nächste Schritt ist nun die theoretische Korrektur des Fahrzeugs.
Haben wir bisher immer mindestens ein Fahrzeug auf Fiat Ducato / Peugeot J5 / Citroen C 25 gesucht, sollten wir mal vielleicht einen Schritt zurück gehen!
Auch der Ford Transit wurde oft als Basisfahrzeug für ein Wohnmobil verwendet. Hierbei sind besonders die älteren Fahrzeuge mit den runden Scheinwerfern gemeint (gebaut in den 70ern bis in die frühen 80er). Diese Serie verfügt allerdings fast ausnahmslos mit Dieselfahrzeugen über eine deutliche Untermotorisierung, mag sein, dass 1980 dieses Fahrzeug auf der Autobahn mit den LKW der damaligen Zeit mitschwimmen konnte. Heute aber dürfte es deutlich gefährlicher besonders an Steigungen sein, wenn man mit knapp 50 km/h, ächzend, vor einem modernen 400 PS Actros Turbodiesel als kompaktes Hindernis auftaucht…
Auch das Alter fällt eigentlich raus, eine kurze telefonische Anfrage bei unserem Ford-Händler brachte als Ergebnis, dass Ersatzteile für die alte Transit-Reihe kaum noch verfügbar wären! Maximal mit viel Geduld über Liebhaberkreise. Na super!
Das ist allerdings nicht sehr erbauend, immerhin wollten wir nicht tagelang bei einem möglichen Defekt ausfallen.
Bliebe noch die Mitsubishi L 300 Serie. Dieses Basisfahrzeug ist klein und wirkt mit dem großen Alkovenaufbau auch hoffnungslos überfordert.
Die Recherche zu diesem Fahrzeug als Basisfahrzeug ergab, dass seinerzeit, also in den 80er Jahren insbesondere im unteren Preissegment Alkovenfahrzeuge mit dem L 300 als Basisfahrzeug angeboten wurden.
Man habe sich, obwohl eigentlich zu klein, dennoch für den L 300 entschieden, weil er als günstiges Basisfahrzeug eben kostengünstiger für die Wohnmobilhersteller der ersten Stunde (wie Eura und Dethleffs) zu bekommen war, als ein vergleichbarer Fiat Ducato oder eben Ford Transit. Der L 300 war quasi in den 80erm das Einstiegsmodell vor dem Einstiegsmodell. Und trotzdem schon zu klein für den gewöhnlichen Mitteleuropäer.

Die andere Möglichkeit wäre an einer anderen Stelle zu sparen. Wenn es nicht am Basisfahrzeug möglich ist, dann vielleicht am Aufbau?
Ein VW T 2 oder T 3 fällt uns da als erstes ein, Rücksitzbank umklappbar, Westfalia- Aufbau oder California. Also „nur“ ein Möbeleinbau in ein bereits vorhandenen ausgebauten Kastenwagen. Die müssten doch günstiger sein, als die klassischen Wohnmobile?! Denkste! Die kosten nicht weniger und bieten dennoch weniger Platz.
Nach kurzer Überlegung lassen wir daher auch diesen Gedanken fallen, nein, wenn dann soll es ein richtiges Wohnmobil sein!
Alles andere macht keinen Sinn, ist nichts Halbes und nichts Ganzes.
Nein, beide Varianten (die sich bei Mobile.de in der Übersicht auch immer wieder im unteren und untersten Preissegment finden lassen) fallen für uns raus.
Es soll ein Ducato, oder J 5 oder Citroen C 25 werden.
Alles andere macht keinen Sinn.
Da wir in unserer kleinen Familie bereits 2x Fiat fahren, tendiere ich am ehesten zum Ducato von Fiat. Diese Wagen sind nahezu unverändert ab Ende 81 (Vorstellung des Fiat Ducato in Deutschland im Frühjahr 1982) bis Ende 94 als Basisfahrzeug verwendet worden. Ein kurzer Überblick über die Ersatzteilversorgung sieht ebenfalls durch die lange Modellreihe (über 10 Jahre) gut aus. Nur geringe Facelifts (erkennbar am Kühlergrill: erstes Modell FIAT- Schriftzug, unter den Scheinwerfern liegende Blinker, ab 1986 4x Chrom-Streifen, Facelift 1990, Blinker nun neben den Scheinwerfern) haben das Aussehen verändert, dennoch sieht man einem Mobil von 1984 nicht unbedingt auf den ersten Blick an, dass es eben mit 23 Jahren von 1984 stammt.
Es wirkt durch die lang anhaltende Baureihe bis in die frühen 90er hinein durchaus modern bzw. in gewisser Weise zeitlos!
Nun, all diese Gedanken täuschen nicht über unsere unerfüllten Sehnsüchte hinweg. Es ist Frühsommer, die Sonne scheint, das Meer lockt und wir sitzen da. Naja.

Es ist Freitag Abend weit nach 20 Uhr, eigentlich die beste Zeit, die neuen privaten Angebote auf den online- Plattformen zu prüfen. Die meisten Händler haben bereits Feierabend und sitzen mit Glück längst zuhause.
Und tatsächlich, an diesem Abend haben wir Glück! Wir entdecken in Varel (Jadebusen, Norddeutschland) ein Angebot für ein gebrauchtes Wohnmobil, das auch in unseren Preisrahmen passt.
170 TKM gelaufen, Dethleffs Globetrotter Aufbau, Alkovenmobil mit guter Ausstattung!
Als ich die Anzeige finde, zeigt die Uhr bereits 23:00 Uhr! Da kann man nicht mehr anrufen, wenn ich nicht gleich den Ersteindruck versauen will! Aber ich kann eine email schreiben. Und das tue ich mit dem Versprechen, dass ich zu nachtschlafener Zeit nicht mehr stören mag, aber morgen früh auf jeden Fall anrufen werde. Vielleicht wird das was!

Am nächsten Morgen, es ist Samstag, der 12.05.2007, rufe ich den Verkäufer an, er ist Privatmann und hat bereits ein wenig Erfahrung mit unseren schärfsten Widersachern, den professionellen Händlern gemacht. Er mag die Händler nicht besonders! Findet es schade, dass sein altes Wohnmobil zum Gewinnmaximierungsobjekt wird. So haben wir schon mal einen kleinen Bonus.

Wir vereinbaren noch für den gleichen Tag (!) einen Besichtigungstermin und sind nach der telefonischen Beschreibung der Meinung, dass sich die 400 Kilometer Anfahrt auf jeden Fall lohnen!
Wir kommen an die Küste und haben sogar einen Grund dazu! Die Stunden, die daraufhin in der Schule (ich stecke gerade in einer Fortbildung mit Samstagsunterricht) bis zum Mittag vergehen, ziehen sich wie Kaugummi!

 


Das erste eigene Wohnmobil?

Die Suche nach unserem ersten eigenen Wohnmobil war lang. Zu lang! Nun zeichnet sich zum ersten Mal eine echte Chance ab, ein schönes Wohnmobil zu einem passablen Preis von einem echten Camper zu bekommen. Ob es klappt, könnt ihr hier im zweiten Teil unseres Erfahrungsberichts zum Wohnmobilkauf nachlesen:

Nach einer ereignislosen Fahrt über die A 31 kommen wir In Varel beim Verkäufer an. Das erste, was wir in der Einfahrt gleich entdecken, ist ein neues Wohnmobil! Oh! Das erklärt natürlich sofort den Grund des Verkaufes. Ein neueres moderneres Wohnmobil, ein Flair von Niesmann+Bischoff gibt das alte Schätzchen frei. Vielleicht Glück für uns!

Das neue Wohnmobil des Vorbesitzers steht schon in der Einfahrt…

Wir verbringen einen netten Nachmittag mit dem Verkäufer, der uns bereitwillig und sehr freundlich sein altes Wohnmobil erklärt und alles zeigt. Das muss man so ehrlich sagen und beschreibt somit in netten Worten, dass wir total ohne Plan durch das zu verkaufende Wohnmobil laufen, ohne es wirklich von oben bis unten und von vorn bis hinten unter die Lupe zu nehmen! Eigentlich müssten wir ja alles prüfen! Also Elektrik zum Beispiel. Und ob die Möbel überall in Ordnung sind und auch das Holz trocken ist. Ob die Technik funktioniert. Kühlschrank, Gas und Strom! Aber ganz ehrlich: Anja geht im Kopf bereits die Kapazitäten in Bezug auf Stauraum des Wohnmobils durch. Unterwäsche dort, Hosen hier, Vorräte unten und die Bücher zum lesen unterwegs in der Ablage oben rechts. Zufrieden gestaltet Anja also schon die Raumaufteilung aus, während ich mich hingegen einfach nur auf den bequemen Pilotensitzen mit Armlehnen sehe! Wie der Kapitän der Landstraße, gemeinsam steuern wir dem Sonnenuntergang am Meer entgegen!
Der Sachverstand ist aus, wir sind im Urlaubsmodus und von dem schicken Wohnmobil hin und weg!
Gleich auf Anhieb haben Anja und ich aber immerhin ein gutes Bauchgefühl und das ist das wichtigste überhaupt. Irgendwie passt hier alles! Und das nicht nur auf unserer Seite! Auch der Verkäufer wirkt auf uns zufrieden weil er jemand gefunden hat, der sein Fahrzeug zu schätzen weiß und vielleicht genauso schöne Urlaube mit ihm verbringen wird, wie er es bisher getan hat.

Kurzum, wir werden uns sehr schnell einig was den Preis und auch die Übergabe des Wohnmobils angeht. Ich mag da aber ehrlich gesagt auch gar nicht lange dran herum doktern, auch bitten wir uns auch keine Bedenkzeit aus oder so etwas. Ganz sicher nicht! Wir haben von vielen anderen Käufern gelesen und gehört, dass sie bei dem vermeintlich richtigen Fahrzeug zu lange gezögert hätten und dann, als sie im Kopf endlich mit dem Kauf einverstanden wären, war das Wunsch- Mobil schon weg! Das passiert uns nicht.

Der Verkäufer verspricht, in der kommenden Woche den TÜV und AU neu zu machen und uns dann die Papiere per Einschreiben zuzuschicken. Wir leisten eine gute Anzahlung und werden den Rest (so viel Geld bekommst du aufgrund des Tageslimits nicht mal eben an einem Samstag aus dem Geldautomaten…) bei der Abholung in der kommenden Woche mitbringen.
Das alles aber, ganz ehrlich gesagt, passiert wie im Trance! Das Glücksgefühl, dass das eigene Wohnmobil wahr wird, dass wir demnächst damit unterwegs sein dürfen und die schönsten Urlaube und Rundreisen erleben werden, ist einzigartig! Es gibt kaum ein vergleichbares Gefühl der Zufriedenheit und des inneren Glücks, die wir bis zu diesem Tag erlebt haben.
Wir schweben nach einem schönen Nachmittag in Varel zurück zum Auto. Irgendwie müssen wir jetzt noch sicher nach Hause kommen…

Das wird unser neues Wohnmobil! Wir können es selbst kaum glauben!

Bevor wir aber nach Hause fahren, darf es jetzt gerne noch ein kurzer Abstecher ans Meer sein! Wenn wir doch schon hier sind?!
Gleich um die Ecke finden wir sogar einen Zugang über den Deich mit kleinem Parkplatz. Wenig los heute, das Wetter ist aber heute auch

 

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Wir parken allein auf dem einsamen Deichparkplatz

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Der Weg ans Watt

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Wir spazieren am Deich entlang und finden ein paar Schafe vor, die hier friedlich ihr Abendessen abgrasen. Ach ja! Da war ja noch was! Essen! Das haben wir in der ganzen Euphorie des Tages irgendwie vergessen.
Wir entdecken einen kleinen Campingplatz mit einer Gaststätte. Nichts Großes, aber es wirkt auf uns irgendwie passend heute Abend stilecht auf einem Campingplatz etwas zu essen! Immerhin sind wir ja jetzt auch quasi fast Wohnmobilbesitzer! OK, es gehört uns noch nicht ganz und fahren können wir damit auch erst frühestens nächste Woche, aber immerhin!
Ein nettes Camper- Abendessen mit stolz geschwellter Besitzerbrust darf es daher sein. Wir fühlen uns schwer dazugehörig und nicken den paar versprengten Dauercampern, die hier an der Theke sitzen und ein Bierchen trinken, mit einem gewinnenden Zwinkern zu als wir die Gaststätte betreten.

Das Meer so weit, der Magen so leer…

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Wir speisen stilecht in einer Campingbude

Nach dem Abendessen geht es nach Hause. Beseelt und zufrieden reißen wir die knapp 400km nach Hause wie im Trance ab. Noch immer hält das Glücksgefühl an! Klingt kitschig, ja, ist aber nichts als die ungeschönte Wahrheit! Gut, dass wir Autobahn fahren und einem dort erfahrungsgemäß keine Wohnnobile unmittelbar entgegen kommen. Ich würde diese sonst alle grüßen wie damals auf der großen Fahrt zum Nordkap! Damals waren wir überrascht, dann stolz dazu zu gehören. Jetzt wird es in einer Woche wieder soweit sein! Es werden wohl lange Tage…

Auf unserer Webseite schreiben wir gleich unsere Freude heraus, teilen mit Interessierten unser Glück und die Vorfreude. Wir können es noch gar nicht fassen, wir haben ein eigenes Wohnmobil!
Auch im Wohnmobilforum aktiviere ich meinen seit einem knappen Jahr verwaisten Account, hier werde ich nun mit den typischen Newbie-Fragen aktiv.
Das war eine der besten Ideen, die ich übrigens je hatte! Im Forum bekommen wir auf individuelle Fragen sehr schnell Hilfe und Reaktionen. Also wer ein Womo neu hat, oder mit dem Gedanken spielt sich eines anzuschaffen, hier werden alle Fragen beantwortet: wohnmobilforum.de

Auch besorgen wir uns das „Allgemeine Wohnmobilhandbuch“ von Reinhard Schulz aus dem WOMO- Verlag. Wir haben sogar das Glück, eine etwas ältere Ausgabe zu erwischen, die 1:1 zu unserer Neuerwerbung passt. So können wir uns im Vorfeld mit allen wichtigen Funktionen vertraut machen und uns alles Wissenswerte rund ums Wohnmobil daraus entnehmen. Wer ebenfalls ein Wohnmobil neu bzw. gebraucht kauft (Wichtig ist, das Buch ist optimal für Ersttäter!), der ist mit diesem Werk bestens bedient und findet Antworten auf viele Fragen:
Allgemeines Wohnmobil Handbuch von Reinhard Schulz! Die Referenz und absolute Kaufempfehlung

Ich verschlinge in der kommenden Woche so ziemlich jede Seite dieses Buches. Musss oft lachen, schumzeln und verstehe so fast wie von selbst immer mehr und mehr die einzelnen Funktionen. Einziges Problem nur: In der Theorie! Nur zu gerne möchte ich endlich alles das im Wohnmobil ausprobieren, was mir der Autor des Buches beschreibt. Am lebenden Objekt live und in Farbe sozusagen! Und nicht nur im Kopf. Aber es folgt etwas, was ich total ungern kann: Geduld!

Grmpf…

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Das erste eigene Wohnmobil kommt!
Lest hier, wie wir unser Wohnmobil abholen und die erste große Reise vorbereiten:

Unser Wohnmobil wird abgeholt

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4 Kommentare

  1. Denke das die Babyboomer die von 2020 bis 2030 in Rente gehen, die Verkaufszahlen weiter nach oben treiben. Sehe keine Entspannung bei der Wohnmobildichte. In den Babyboomer Jahren wurden bis zu 1,5 Mio Kinder pro Jahr geboren…zum Vergleich…momentan ist es gut die HÄLFTE.

    • Ja, da hast du absolut Recht mit dieser nüchternen wie zutreffenden Betrachtung. Die gleiche Generation musste nichts „aufbauen“ wie noch die Generation vor Ihnen, folglich gab es mehr Raum fürs Ansparen von finanziellen Freiheiten, die man nun natürlich gerne genießen möchte. Man sieht es auch wieder an den aktuellen Zahlen der Messe Düsseldorf. Das wievielte Jahr geht es nun schon einzig und allein nach oben?! Also seit wir die Messe besuchen, ist das eigentlich immer die Grundaussage. Die Infrastruktur wächst allerdings nicht im gleichen Umfang mit, das ist das erste Problem. Und auch die Umweltdiskussion scheint die Interessenten nicht wirklich zu schrecken. Die Dichte wird daher sicherlich noch weiter steigen. Nicht gerade zum Vorteil für unser aller geliebte Reiseform. Leider.
      Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deshalb wünschen wir allzeit eine gute Fahrt und noch viele schöne Touren!
      Tim, Nils, Anja und Björn

  2. Sehr, sehr lustig geschrieben.
    Es ist Mai 2019.
    Ich befinde mich ebenfalls auf der Odyssee zum ersten eigenen Wohnmobil ….und hatte schon vorher einen schönen Wohnwagen.
    Es hat sich inhaltlich an Gesprächen zwischen Händlern, Wohnmobilverkäufern und mir Kaufinteressent nichts verändert.
    Und doch …. alles neu. In meiner Vorstellung müsste so ein Wohnwagen ja nur eine Antriebsachse bekommen ….
    oder … mehr ?

    Ich stehe vor qualmenden fast 30 Jahre alten (ist ein Oltimer besser ??) Schätzchen, deren Herrchen sich wegen der Dieselplakette oder unruhigen Nachbarn trennen müssen, höre mir aus der „JamesCook Szene“ Gespräche an wie „ich fühle mich nicht wohl, weil wir haben eine grosse James_cook_familie in Freiburg, da sind Sie zu weit von weg“ oder wie „Ihnen verkaufe ich es nicht, weil Sie nicht den Wert dieser Sonderserie erkennen und Sie nicht schweissen können!“ ….

    Und doch empfinde ich, das der Camping Trend rückläufig ist. Weniger Wohnmobile, mehr Wohnwagen, mehr „MobileHomes“. Flugtourismous nimmt wieder zu …. nach Norden. Noch einmal Gletscher gucken … oder so.

    Nette grüsse ! Ganz Toll ! RD aus BM-Glessen.

    • Hallo Robert,
      Ja, die Entwicklung kennen wir auch, auch heute noch. Unser Wohnmobil konnten wir nach Jahren der Nutzung und 40.000km mehr auf dem Tacho zum fast gleichen Preis wieder verkaufen, zu dem wir es auch gekauft hatten! Das Telefon stand am Tag, als wir es einstellen, praktisch nicht mehr still! Einige wollten es quasi noch am Telefon sofort haben, ohne es überhaupt gesehen zu haben! Auch in unserem Bekanntenkreis haben wir einen MItcamper, der sein Wohnmobil, vor fast 10 (!) Jahren gekauft, nun beim Neukauf zum fast gleichen Kaufpreis von damals veräußern konnte. Der Zustand hatte sich nicht wirklich verbessert, ist ja klar.
      Gleichzeitig meldet die Branche immer wieder Rekordumsätze. Auch in diesem Jahr 2019 konnte die Abschluss- Pressekonferenz zum CARAVAN SALON einmal mehr einen Besucherrekord vermelden. Wir sind auch gespannt, wann diese ständige Richtung -nach oben- sich wieder korrigieren wird. Der Peak muss doch langsam mal erreicht sein?!
      Gruß
      Björn

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