Gegen 9 wache ich auf.
Von ganz allein und ohne Wecker.
Obwohl, das stimmt nicht ganz, denn „geweckt“ werde ich schon. Mich juckts!
Aaaaaahhhhhhrrrrrgggghhhhh!
Da hat doch tatsächlich über Nacht die Mistbrut von Mückenpack zugeschlagen!
Glücklicherweise ist es nur ein einziger Stich, aber der hat es ganz schön in sich!
Naja, das ist ganz einfach der zu zahlende Preis, wenn man sich in das Land des Nordens und der Fjorde begibt.
Zahlen wir also mit einem Lächeln diesen „Preis“ für die Schönheiten, die Norwegen zu bieten hat. 😉

         
     Guten Morgen, der Tag erwacht! 🙂                           Auch heute haben wir traumhaftes Wetter in Südnorwegen!

Für den heutigen Tag haben wir übrigens wieder ein recht straffes Programm.
Zunächst mal steht heute „Norwegens Excalibur“ auf dem Programm!
Und weil sich die Norweger vermutlich nicht gern von den Engländern etwas vormachen lassen wollen, haben sie wohl nicht nur ein Schwert im Stein, sondern zur Sicherheit derer gleich 3!
Und um ganz sicher zu gehen, dass man sich hier in Norwegen auch wirklich vom englischen Pendant abhebt, sind die frei Schwerter extrem groß!
So groß, dass das Ziehen eines Schwertes aus dem Stein auch nur den Norwegischen Waldriesen möglich sein wird, denn die drei Schwerter, die sogenannten „Sverd i fjell – Schwerter im Stein“, sind um die 10 Meter hoch!

Neben diesen mächtigen Kriegswaffen steht ein weiteres Highlight unserer Reise an, die Besichtigung der Stadt Stavanger.
Ich selbst wäre eigentlich mit Bergen, welches wir ein paar Tage später noch besuchen werden, zufrieden gewesen. Aber Anja meint, dass wir Stavanger ja ruhig besuchen sollten.
Wenn wir schonmal da sind…

Heute Abend wollen wir dann sogar schon deb Campingplatz am Preikestolen- Felsen als Ziel auf der Wunschliste erreichen. Mit dem Umweg über Stavanger rechne ich so etwa mit 100 Kilometern von hier aus bis zum Campingplatz, was wir also durchaus an diesem heutigen Tage schaffen sollten.
Und morgen geht es dann schon los mit der Bergsteigerei auf den Preikestolen, dem erklärten Abenteuer und Hauptziel unserer Südnorwegen- Rundreise, doch dazu dann morgen (mit etwas Glück) mehr.

Aber jetzt beginnen wir den Tag erst einmal mit dem ersten Schritt und der ist natürlich das Aufstehen.
Nachdem ich meinen Mückenstich mehr oder weniger aufgekratzt habe (brennt zwar, aber besser als den ganzen Tag jucken…), geht es gegen kurz nach 9 rüber zu den Duschen.
Ein wenig frisch ist es noch, so recht hat die Sonne es noch nicht geschafft, die Kälte des gestrigen Abends und der Nacht zu zerschlagen.
Aber immerhin scheint die Sonne und auch heute haben wir einen tollen blauen Himmel.
Geht kaum besser!
10 Kronen und 5 Duschminuten später bin ich wieder frisch und hole auch gleich in der Rezeption nebenan unsere Brötchen ab.

         
     Erster Gang am Tag: Rüber zum Servicekomplex          Futter für den Duschautomaten: 10 Kronen = 5 Min

         
     Danach noch schnell zur Rezeption…                        …unsere vorbestellten Brötchen abholen

Zurück am Wohnmobil kümmere ich mich dann um das Beseitigen der Spuren der Nacht. Ich will gerade den Tisch fürs Frühstück im Wohnmobil decken, da schaut Anja -ebenfalls fertig geduscht- um die Ecke.
„Wieso denn im Wohnmobil?! Guck doch mal, wie schön die Sonne scheint!“
„Kalt?“
„Papperlapapp, wir decken draußen den Tisch!“
Gesagt getan schnappen wir uns die wenigen Frühstücksdinge und nehmen eine hölzerne Picknickbank auf der oberen Terrasse neben uns in Beschlag.
Glück gehabt, denn die ehemaligen „Mieter“ der Parzelle über uns sind nämlich vor etwa 10 Minuten abgereist. Andernfalls würden wir sonst bei denen im Vorgarten sitzen 😉

         
     Auf der Parzelle oberhalb unseres Wohnmobils…           …decken wir unseren Frühstückstisch

Ganz in Ruhe lassen wir uns unser Frühstück schmecken.
Anja hat Recht behalten und die strahlende Sonne wärmt doch erheblich.
Tut richtig gut und so ist es auch kein Wunder, dass wir fast eine ganze Stunde nur für das Frühstück brauchen.
Hätten wir für heute nicht gleich mehrere Ziele eingeplant, wir würden glatt hier bleiben!
Ein wenig überkommt uns nämlich schon jetzt (und das ist ungewöhnlich früh!) der Drang uns einzurichten und ein Lager aufzubauen.
Nicht immer nur abends hin und morgens weiter.
Aber am Preikestolen werden wir ja 2 Nächte bleiben und auch für die weiteren Stationen unserer Reise werden wir wohl hier und da auch mal 2 Nächte stehen.
Lager aufbauen kommt also noch, nur für heute muss es weiter gehen.

Wir brechen daher gegen 11 unsere Zelte hier ab und satteln das Wohnmobil, kümmern uns kurz um Ver- und Entsorgung und stehen 20 Minuten später an der Rezeption, um auszuchecken.

         
     Schnell noch das Abwasser rauslassen…                …und an der Rezeption auschecken, dann geht es weiter

Der erste Teil der heutigen Fahrtetappe führt uns auf der 44 weiter nach Norden.
Zu unserer Überraschung (und zu Anjas großer Freude) ist die 44 hier ab Brusand deutlich gemäßigter, als der gestrige „Route 44“- Kurvenmarathon zwischen Flekkefjord und Egersund.
Die Straße ist schön gerade, ebenso schön breit und bietet an vielen Stellen einen ganz tollen Ausblick auf das Meer links von uns.

         
     Schön und easy zu fahren: Die 44 hinter Sandness     Parkbuchten für kleine Pausen am Meer finden sich zuhauf

Zahlreiche Strände entdecken wir schon bei der Vorbeifahrt, sodass wir uns, durch die Sonne weiter angewärmt, fast schon ein Bad in der Nordsee vorstellen könnten.
Spontan biegen wir einfach mal an einer kleinen Kreuzung von der 44 links ab in Richtung Küste, ich hab nämlich am Straßenrand ein Schild für einen weiteren Leuchtturm (Fyr) entdeckt. Schauen wir doch mal!

Nach einem kurzen Stück über eine deutlich schmalere Straße erreichen wir (bei N 58.65832° E 5.55558°) einen kleinen Parkplatz vor einem kleinen viereckigen Leuchtturm,
der sich als Obrestad Fyr herausstellt.

         
     Runter von der Hauptstraße, über Nebenstraßen geht es weiter Eng und hügelig führt der Weg durch Südnorwegen

         
     Durch einen kleinen Wald noch…                         dann folgt wieder die Küstenlinie mit dem Leuchtturm voraus

         
     Gleich davor kostenlos geparkt, das ist fein               Anja vor dem Leuchtturm Obrestad

Es gibt einige Gebäude rund um den Leuchtturm zu sehen, der Leuchtturm selber ist sogar für 70 Kronen zugänglich.
Da der Turm jedoch nicht sehr hoch ist und sich damit nicht unbedingt ein toller Ausblick offenbaren wird, sparen wir uns das Geld und spazieren nur einmal um das Areal.
Der Leuchtturm liegt mit seinen Nebenhäusern natürlich wieder einmal recht idyllisch. Rundherum sind grüne Wiesen, ein paar Schafe weiden, ein kleiner Wald liegt im Hintergrund.
Hier ist der Job des Leuchtturmwärters bestimmt ein ganz ruhiger und gemächlicher. Scheinbar zu ruhig, denn auf einer Infotafel findet sich der Hinweis, dass der 1873 gebaute Leuchtturm schon seit 1982 automatisiert und seit 1991 sogar unbemannt ist.
Schade, doch kein neuer Job für mich 😉

         
     Der massive fensterlose Leuchtturm Obrestad               ein paar Häuser drumherum gibt es auch

         
     Infotafel gleich am Eingang zum Leuchtturm                  Kurze Pause in der norwegischen Sonne. Schön!! 🙂

Lange verweilen wir nicht am Leuchtturm.
Viel zu sehen gibt es ja auch nicht und so machen wir uns um 12 Uhr wieder auf den Weg grob in Richtung Stavanger.
Weit kommen wir aber auch dieses Mal nicht, denn keine 10 Minuten, nachdem wir den Leuchtturm verlassen haben, biegen wir ein weiteres Mal links von der Straße ab.
Dieses Mal, um einen der zahlreichen Badestrände zu besuchen, die der WOMO- Reiseführer für Süd-Norwegen empfiehlt.
Der Parkplatz am Orrestranda (bei N 58.74048° / E 5.51777°) ist groß und geräumig, unsere kleine Landyacht parken wir ganz bequem.
Übrigens: Ein weiteres Mal treffen wir an diesem Parkplatz auf die Gladbacher, mit denen wir uns gestern am Campingplatz über den Kauf eines eigenen Wohnmobils unterhalten haben.
Junge, junge, wenn die so begeistert vom Wohnmobilfahren in Südnorwegen sind, wie es uns derzeit gefällt, kaufen die sich bestimmt auch eins!
Naja, ist ja auch bis jetzt eine total schöne Tour.

         
     Abstecher Nummer 2: Zum Orrestrand baden!           Wieder ein kostenloser Parkplatz. Sehr schön

         
     Ach, guck an! Die Gladbacher sind auch da.               Da stellen wir uns einfach mal dazu 😉

Nach einigen Metern Fußmarsch über einen Holzbohlenweg und eine recht sandige Düne stehen wir dann wirklich an einem total traumhaften Strand!
Absolut weißer Sand, türkisblaues Wasser und so gut wie kein Mensch unterwegs!
Wow, ist das hier eine schöne Ecke!

         
     „Kannst du da oben schon was erkennen?“                „Ja, komm schnell rauf, das Meer ist total schön!!“  😉

         
     türkis- blaues ruhiges Wasser, ein feiner und schöner Sandstrand gepaart mit Menschenleere bis zum Horizont. Wow!

Das Einzige, was hier natürlich fehlt, sind ein paar Grad mehr Wassertemperatur!
Die „Zehprobe“ bestätigt schnell, was man anhand des böigen Windes bereits ahnt. Das Wasser ist wirklich eisekalt!
Wie schade! Dieser Platz hier wäre wirklich ideal zum Baden geeignet!
Aber die kalten Temperaturen erklären natürlich, warum hier so verhältnismäßig wenige Gäste am Strand unterwegs sind.

         
     Ja, dann gehen wir doch mal ins Wasser!                     Schön einladend und klar ist das Wasser ja!

         
„ACH DU SCH****!“ Ist das *SAU*kalt!!                       Hier kann man es recht deutlich sehen, wie kalt es ist 😉

Schade, nix mit Baden!
Einzig im Sand sitzen und Sandburgen bauen bliebe uns bei diesen kalten Wassertemperaturen übrig.
Braun würden wir dabei wohl auch werden, zweifelsohne, aber so richtig „strandwetterwarm“ ist es einfach nicht.
Man müsste sich vielleicht mal was überlegen, dass man auch bei kalten Wassertemperaturen ins Wasser kann…

So aber bleibt uns natürlich nur, eine kleine Sonnenbadepause im feinen Sand zu genießen.
Aus Sand baue ich mir eine kleine Liege und lasse mich dann im weichen Untergrund nieder.
Schnell kommt auch Anja zu mir dazu und so wärmen wir uns aus Schutz vor dem doch recht zugigen Wind zum einen gegenseitig und zum anderen von der Sonne.

         
     Der feine Sand lockt für ein Päuschen                           Ach ja, erstmal im Sand schön gemütlich machen…

         
     …so RICHTIG schön gemütlich machen 🙂                  Man kann den Ausblick genießen und z.B. Schiffe gucken

Lange kann ich bei sowas natürlich nicht still sitzen oder liegen.
Meine Kreativität muss raus! 😉

Und so beginne ich mit dem ur- eigensten Trieb, den wohl jeder schon einmal gespürt hat, wenn er untätig am Strand herum sitzt.
Mit Bauen!
Die einen bauen dann pompöse Sandburgen mit Burggräben oder stattlichen Türmen, andere sind eher die „Tiefstapler“ und versuchen sich im Tunnelbau.
Ich gehöre eindeutig zur zweiten Kategorie und beginne zunächst mal mit dem, womit aller Sandburgen- oder Tunnelbau beginnt.
Mit einem Loch!
Mit den bloßen Händen schaufele ich zunächst mal ein stattliches Loch, worin ich durchaus schon meinen Kopf versenken könnte.
Dann aber wird es intelligent! So ein Tunnel muss ja auch einen Sinn haben!
Schnell entdecke ich, dass ich mit meiner Position hier am Sandstrand kurz vor den Dünen höchstwahrscheinlich einen strategischen Verkehrsknotenpunkt der Strandbewohner wie Krebsen und Krabblern für mein ehrgeiziges Tunnelprojekt gewählt habe.
Bei dem Verkehr, der hier herrscht, ist dieser Tunnel hier ebenso nötig und dringend, wie der Elbtunnel in Hamburg 😉

Tief grabe ich mich nun in die Erde ein, bis ich tief genug bin, dass ich bis zum Ellenbogen im Sand stecke.
Nun muss natürlich die Querverbindung her!
In Anbetracht des voraussichtlichen Verkehrsstroms vom Strand in Richtung Düne kann der Tunnel natürlich nur in Richtung Düne führen.
Einen halben Meter weiter (also so ungefähr die Länge meines Arms 😉 grabe ich daher recht schnell das nächste Loch und buddele mich auch hier tief in die Erde ein.
Dann folgt auch hier der horizontale Aushub der riesigen Erdmassen.
Anja guckt zunächst nur, offenbar kann sie die ganze Tragweite dieses so imposanten Jahrhundertprojekts noch gar nicht richtig überblicken 😉

         
     Strandaktivitäten: Erstmal einen Tunnel bauen              Hier wird demnächst der Verkehr viel besser fließen!   😉

Irgendwann später ist es dann geschafft!
Der Durchbruch!
Genau, wie am Gotthard- Basistunnel der Durchbruch gefeiert wird, bin auch ich in heller Euphorie.
Und sogar Anja lässt sich nun endlich anstecken, hilft mir sogar bei den feierlichen Durchbruchbildern:

         
     Geschafft! Der Durchbruch wie am Gotthard- Basistunnel   Endlich kann man bequem unterirdisch den Strand queren

Zum Schluss folgt natürlich die Belastungsprobe.
Vorsichtig steige ich auf das Bauwerk, denn wir wollen ja nicht, dass der so wichtige Tunnel später im Betrieb einmal zusammenbricht.
Aber auch hier gibt es keine Probleme und so kann ich den Tunnel, nachdem ich noch kurz Mautstellen und Fahrspuren eingerichtet habe, für den Nord- Süd- Verkehr von und zum Strand freigeben.
Boah, was für eine Leistung!

Nach dem Bau vergrabe ich (weil mir wieder mal der Schalk im Nacken sitzt) noch schnell Anjas Gummischuh, was sie zum Glück nicht bemerkt. Erst, als wir gegen 13 Uhr gehen wollen, fällt es ihr auf.
*hihi!*
Ich bin zum Glück kein Fiesling und gebe ihr einen Tipp, wo ich ihren Schuh versteckt habe, ein kleiner Grashalm weist ihr den richtigen Weg.

         
     Schau mal, der Grashalm weist dem Weg zum Schatz 😉   Hui, was für ein toller Piratenschatz! Ein lila Schuh! 😀

Unter ein paar gemeinen Sprüchen und Schimpfwörtern gegen mich gerichtet, buddelt Anja dann ihren Schuh aus.
OK, ok, ich geb zu, das war nicht so nett.
Aber wir haben ja eine Außendusche am Wohnmobil, die wir gleich nutzen können.
Mit viel gespeicherter Sonne spazieren wir also zurück zum Wohnmobil und benutzen dort wieder einmal die Außendusche, um die Schuhe, aber besonders die Füße vom Sand und Schmutz zu befreien.
Schon am nördlichsten Punkt in Dänemark (bei Skagen) hat uns unsere Dusche wohl geholfen, auch wenn wir nicht einfach so auf einem Parkplatz eine komplette Dusche genossen haben. Das würde man uns wohl kaum durchgehen lassen, wenn wir hier auf dem Parkplatz quasi „wild“ duschen und das Wasser einfach so auf dem Parkplatz lassen.
Aber für die Füße wird es wohl gehen.
Unsere Nachbarn aus Gladbach sind übrigens schon weiter gezogen, von ihrem Wohnmobil ist nichts mehr zu sehen.
Ein weiteres Indiez dafür, wie weitläufig doch der Strand ist. Irgendwo müssen die ja gewesen sein, aber mit Ausnahme einiger fremder Spaziergänger haben wir niemanden am Strand gesehen.

         
     Zurück am Parkplatz…                                          werden erstmal die Füße geduscht – dank Außendusche!

Gegen 20 nach 1 geht es mit sauberen Füßen weiter in Richtung Stavanger.
Unsere Fahrt führt hierbei wieder ganz dicht an der Küstenlinie entlang, wobei wir auch gelegentlich die Hauptverbindung 44 zugunsten einer schon von weitem erkennbaren Küstenstraße ohne Bezeichnung verlassen. Was soll schon passieren? Stavanger liegt am Meer und wenn wir immer der Meereslinie folgen, kommen wir auf dem Weg nach Norden ja auch zwagnsläufig nach Stavanger rein.
Die kleinen Nebenstraßen sind zwar wieder etwas enger, dafür erlauben sie aber erneut tolle Ausblicke auf Land und Meer.
Man wähnt sich aber natürlich auch auf der 44 teilweise gar nicht in Norwegen, sondern denkt eher, dass man auf einer Küstenstraße irgendwo im Mittelmeer, in Griechenland, in Amerika oder meinetwegen auch in Schottland unterwegs wäre.
Besonders einige Felderbegrenzungen am Wegesrand erinnern doch stark an Schottland! Diese kleinen Mäuerchen bestehen aus losen Steinen, die hier akurat aufgereiht die einzelnen Parzellen abgrenzen. Fast, wie auf einem Campingplatz 😉
Der Hintergrund zu diesen Steinmäuerchen ist uns ja nicht erst seit dem Hadrians Wall und der Fahrt durch Schottland bekannt.
Irgendwann früher hat man das Land urbar gemacht.
Die dicken Steine und Brocken, die man dabei von den Feldern geholt hat, hat man dann gleich praktischerweise als Begrenzung für die Einfriedung und Umrandung der Felder genutzt.
Gut, es war sicherlich eine harte körperliche Arbeit vor wahrscheinlich einigen Hundert Jahren, aber die Mühe hat sich ja gleich doppelt ausgezahlt, denn man hat ein einerseits ein steinfreies ackerbares Feld und gleichzeitig auch sein Grundstück abgesteckt.
Es würde mich nicht wundern, wenn die Mauern von damals noch die gleichen sind, wie wir sie hier und heute vorfinden.
Schön anzusehen sind die kleinen teilweise provisorisch wirkenden Steinmäuerchen allemal und da sie uns auch noch an die schottischen Highlands erinnern, gefallen sie uns gleich umso mehr.

         
     Da möchte man Kuh sein! Bei dem schönen Ausblick!     Links gut zu sehen: Die kleinen Steinmäuerchen

         
     Der Weg führt immer wieder ganz dicht am Meer entlang   Ausblicke der Küstenstraße: Hier wieder ein Einsamkeitsjob 😉

     Mit dem Wohnmobil in Südnorwegen unterwegs
     Mit dem Wohnmobil unterwegs in Südnorwegen. Kaum zu glauben, oder? Genau so „schottisch“ sieht es hier aber aus! 😉

Gar nicht so sehr gefällt uns allerdings die Mautstelle, die wir kurz vor Stavanger erreichen.
Auf den ersten Blick erkennt man diese übrigens gar nicht als solche, denn es gibt weder Kassenhäuschen, noch eine Schranke.
Nur eine Schilderbrücke mit einigen Kameras über der Fahrbahn und eine Tafel, die auf einen gewissen Mautbetrag hinweist.
Nanu!
Unschlüssig, wo wir hinfahren sollen, bleibe ich vor der Mautstelle erst einmal am Seitenstreifen stehen.
Wo müssen wir denn hin zum Bezahlen???
So einen „autopass“, wie es am Schild angezeigt wird, haben wir doch gar nicht! Und weit und breit ist kein Kassenhäuschen zu sehen.
Was sollen wir tun?
Einfach durchfahren, wie es einige andere Verkehrsteilnehmer auch tun?
Was ist, wenn irgendwo hinter der Mautstelle eine Mautkontrolle steht und nur darauf wartet, dass einer durchfährt, ohne zu bezahlen.
Der muss bestimmt eine saftige Strafe nachzahlen!
Aber so sehr ich mir auch die Augen ausgucke, ich entdecke weder rechts noch links ein Mauthäuschen, wo man die Maut vielleicht bezahlen könnte.
Anja meint „Fahr doch einfach!“ und so machen wir es dann auch.
Wir haben es ja immerhin versucht und wenn wir nirgendwo einem Menschen unser Geld, oder wenigstens einem Automaten unsere Kreditkarte andrehen können, was sollen wir dann bitte machen?

         
     Die unvermeidbare Mautstelle direkt voraus!            Was bleibt uns anderes übrig, als drunter her zu fahren?

Kaum haben wir die Mautstelle passiert, wird das Gebiet deutlich dichter besiedelt und wir nähern uns ganz offenbar dem ersten Wohngürtel von Stavanger.
Mutig folgen wir weiter den Anweisungen unseres Navigationssystems, welches wir mit den vermutlichen Koordinaten der Schwerter aus dem WOMO- Reiseführer gefüttert haben.
„vermutlich“ deswegen, weil die Beschreibung nicht ganz so eindeutig ist, wie ich sie mir manchmal wünsche.
Aber wir sind ziemlich sicher, dass die beschriebene Liegewiese an der Mollebucht – Møllebukta mit Koordinaten auch bei den Schwertern liegt. Ist immerhin ein Textblock.
Unterwegs schwindet allerdings unsere Sicherheit, denn je näher wir uns dem vermeintlichen Ziel nähern, desto geringer sind die Beschilderungen für dieses Nationalmonument.
Um genauer zu sein steht auf den Schildern NIX!
Gar nix!
Nirgendwo ein Hinweis auf die „Svert“er, nirgendwo ein Symbol.
Ob wir wirklich richtig sind?
Einzig eine weitere dieser automatisierten Mautstellen passieren wir, von der wir wieder nicht wissen, ob wir hier nun bezahlen müssen, oder nicht!

         
Einfahrt nach Stavanger, die Schilder zeigen es an        Huch, schon wieder so eine automatische Mautstelle!

         
     Die Schilder hier geben keine Info zu den Schwertern preis 🙁  Wir vertrauen unserem Navi, hoffentlich stimmt der Weg!

Wir sind richtig!
Kurze Zeit später entdecken wir nämlich die Schwerter im Felsen tatsächlich direkt an einer malerischen Badebucht voraus.
Schon unglaublich. Die ganze Zeit hat wirklich kein einziges Schild auf diese norwegische Sehenswürdigkeit hingewiesen.
Davon abgesehen liegen die Schwerter auch noch ein wenig abseits der Hauptstraße. Man würde also auch nicht automatisch an den Schwertern vorbeikommen, wenn man Stavanger ganz normal anfährt.
Wer also nicht weiß, wo man die Schwerter findet, der findet sie auch nicht  😉

     Sverd i fjell Schwerter im Fels in Norwegen
     Zufahrt auf die drei „Schwerter im Fels“, links ganz gut zu erkennen hoffe ich!

Nun, wir haben sie ja nun gefunden und parken unmittelbar bei den Schwertern (bei N 58.94187° / E 05.67248°).
Etwas eng übrigens!
Mit unserem Wohnmobil passen wir so gerade in eine der Parkbuchten.
Sehr viel länger als unsere 5,80 Meter dürften wir hier definitiv nicht sein.

         
     Der Parkplatz ist kostenlos, allerdings auch recht klein   Schön für die Stavanger Bürger: Eine kleine Badebucht

         
     Die Schwerter im Fels liegen unmittelbar hinter uns         Auf dieser Straße (links) kommt man angefahren

Genau, wie die fehlenden Schilder für die Anfahrt fehlen hier übrigens nun auch alle Randinfos, die es zu den Schwertern zu lesen gibt.
Ich durchstreife mit Anja das ganze steinerne Areal, kann aber nichts entdecken. Keine Tafel, keine Inschrift, keine Flyer, kein gar nichts.

Anmerkung Dez, 2010: Und so bleibt mir für den geschichtlichen Hintergrund erst NACH unserer Rückkehr aus Norwegen mal kurz nachzuschauen:
Anders, als das Schwert Excalibur, welches ja im Stein auf den wahren Ritter und König Englands wartet, sind die Schwerter in Norwegen eher ein Zeichen für den Frieden.
Die Schwerter sind hier nämlich deswegen in den Stein gesteckt, weil sie niemand niemals mehr ziehen soll.
Vom Ziehen der Schwerter hat mich persönlich jetzt eher die Größe (von immerhin 10 Metern!) abgehalten, aber bitte, wer es lieber so mag 😉
Die Schwerter sind aber nicht nur Symbol für den Frieden, sondern auch als Erinnerung an eine glorreiche Schlacht 872 im Hafrsfjord und den damaligen Sieger, König Harald Hårfagre. Dieser König Harald einte wohl erstmals mehrere Provinzen bzw. Kleinkönigreiche für diese Schlacht und führte sie hier irgendwo in der Region ins Feld.
Ein geschichtsträchtiges Terrain also...

Umso untypischer für die sonst so nationalstolzen Norweger finde ich in diesem Zusammenhang, dass weder von einer Schlacht, noch vom König Harald, den immerhin der Reiseführer wohl als einen der Auslöser der Schwertermonumente erwähnt, oder gar von den Schwertern selbst keine entsprechende Info hier zu finden ist.
Ist schon komisch, oder?
Andererseits: Das Schwert Excalibur wird ja wohl auch keinen Parkplatz haben.
Infotafeln (wahrscheinlich von Merlin höchstselbst bedruckt 😉 werden am Excalibur auch nicht aufgehangen worden sein und gefunden werden sollte das königliche Schwert ja auch nicht gleich von jedem dahergelaufenen *äh* dahergefahrenen Wohnmobilreisenden, oder? 😉
Von daher kann man diese Negativaspekte durchaus wieder als positiv werten, wenn man sich hier um Authentizität bemüht hat.

Wir spazieren ein wenig auf dem steinernen Felsen herum und machen natürlich zahlreiche Bilder von den zugegeben recht imposanten Felsen und Schwertern. Auch ins Wasser schauen wir, finden aber die hier wuchernden Algen fürs Baden eher weniger geeignet. Nichts desto trotz zieht die Badebucht wohl zahlreiche Stavanger Bürger hier her, denn die Wiesen rund um Steine und Bucht sind gut besucht und lebhaft bevölkert.
Nur Baden tut (wieder mal) kaum einer. Wundert mich nicht wirklich, das Wasser hier ist ja nicht wärmer, als am Sandstrand von vorhin.

         
Ein steiniger Weg für ein tolles Fotomotiv…                …und bitte nicht ins schmodderige Wasser fallen! 😉

     Schwerter im Stein bei Stavanger
     Die „Schwerter im Stein“ in Südnorwegen bei Stavanger. Anja (re. im rosa Hemd) sitzt mal zum Größenvergleich daneben

         
     Anja fotografiert auch: Hier z.B. mich auf den Steinen    oder hier die mächtigen kampferprobten Schwerter

         
     Die stecken wirklich sehr tief und fest im Stein!            Trotzdem kann ich mich ja mal als „Artus“ versuchen 😉

Gegen viertel nach 2 haben wir alles gesehen, die Schwerter versucht aus dem Stein zu ziehen (hätte fast geklappt 😉 und auf einigen Steinen bin ich sogar bis nach vorn ins Wasser vorgedrungen, um ein schönes Frontalbild der Steine zu machen.
Da hier aber, außer der Badebucht und Liegewiese, ansonsten nichts interessantes zu finden ist, fahren wir nun mal doch nach Stavanger rein, um uns die Stadt einmal näher anzuschauen und ein bisschen bummeln zu gehen.

Die Anfahrt auf Stavangers Ortskern ist übrigens gar nicht so einfach!
Schon fast hab ich vergessen, wie wuselig der Verkehr in Großstädten sein kann und auch wenn die Großstädte in Norwegen gemessen an unseren Städten eher klein sind, ist Fahren aber vor allem Parkplatzsuchen kein schönes Erlebnis.
Die Parkhäuser fallen mal von vorne rein flach und entdeckt man doch mal eine Parklücke, ist diese für ein Wohnmobil eigentlich meistens ungeeignet.
Ideal sind da doch eher Stellplätze oder gleich Campingplätze in Randnähe. Da wir hier aber nicht übernachten wollen, möchten wir natürlich ungern für einen solchen Service bezahlen.
Und so kurven wir durch die engen Gassen und den quirligen Verkehr von Stavanger auf der Suche nach einem Plätzchen zum Abstellen.

         
     Unterwegs nach Stavanger auf der Stadtautobahn        In Stavanger wird der Verkehr wieder deutlich dichter

         
     Nur wo parken wir jetzt? Die ausgeschilderten Parkhäuser sind ebenso ungeeignet, wie die engen Gassen der Altstadt!

Ich will schon fast aufgeben, als wir im Hafen einige Parkmöglichkeiten entdecken.
Das erste Areal entpuppt sich zwar als Privatparkplatz vor einem Geschäft, aber gleich das zweite ist ein Bereich mit einem öffentlichen Parkscheinparken (bei N 58.97124° / E 05.74700°).
Puh! Das war knapp.
Anja hat schon traurig geschaut, weil ich grad erst vor der letzten Biege gesagt hab, dass wir jetzt gleich wieder fahren und ich keine Lust mehr auf weitere Kurverei durch die Gassen habe.
Ich wollte gerade den Schildern zur E- Straße folgen, da haben wir den Bereich hier am Hafen entdeckt.
Naja, grad nochmal gut gegangen und Anja freut sich nun natürlich auf Stavanger.

         
     Im Hafen werden wir zum Glück fündig!                      Dieses kleine Parkareal entdecken wir

         
     Geparkt, das passt! Wir stehen doch ganz gut?!           Jetzt will nur noch der Automat richtig bedient werden…

Wir verrammeln unser rollendes Zuhause so gut es geht und schalten die Alarmanlage scharf, danach geht es los Stavanger zu erkunden.
Unsere Besichtigung beginnt passenderweise mit dem Hafen, den wir uns eigentlich eher zufällig mit anschauen, denn eigentlich folgen wir den Schildern „Sentrum“, was wir mal als „Zentrum“ deuten. Passt schon.

Im Hafen dann entdecken wir natürlich einige Schiffe, von denen die allermeisten wohl dem Fischfang oder dem Transport von Dingen dienen.
Nur bei einem Schiff bin ich mir nicht ganz sicher.
Durch die rote Farbe und dem markanten „F“ auf der Seite würde ich mal behaupten, dass es sich um ein Feuerwehrschiff handeln könnte.
Die hintere Ladefläche jedoch, mit der abgerundeten Kante und den starken Anzeichen von intensiver Benutzung durch Schleif- und Rostspuren deuten eher auf eine Art Fischfangschiff hin.
Entweder, die ziehen mit diesem Schiff große volle Netze mit Fisch aus dem Wasser, oder es ist ein Walfänger, der über diese Heckborde die getroffenen Tiere an Deck zieht. Letzteres scheint mir übrigens (leider) realistischer, weil ein volles Netz wohl eher mit einem Kran aus dem Wasser gehoben wird und nicht (was die unteren Lagen Fisch ja zerdrücken würde) über die Ladekante geschleift wird.
Ob das jetzt wirklich ein Walfänger ist?
Ein bisschen muss man da als „Mitteleuropäer“ schon schlucken.
Außer Norwegen und Japan macht ja offiziell kein Land mehr Jagd auf die Wale und es kommt ja nicht gerade selten vor, dass diese Länder wegen dieser Aktivitäten in der breiten internationalen Öffentlichkeit dafür geächtet werden.
Nun sind wir aber nunmal in Norwegen und ich denke mal, wir werden damit mal ganz offen umgehen.
Vielleicht begegnen wir ja sogar irgendwann und irgendwo auf dieser Reise ja noch dem Walfleisch, dann können wir uns noch immer brüskiert und angewidert abwenden 😉
Am Ende ist es vielleicht was ganz banals wie z.B: ein Kabelschiff, von dem Tiefseekabel durch das Meer abgelegt werden. Könnte ja auch sein!
Und für das „Gewissen“ passt ein Kabelschiff auf jeden Fall sehr viel besser, als ein Walfänger…

     merkwürdiges Schiff im Hafen von Stavanger
     Tja, was mag das für ein Schiff sein? F wie „Fähre“ oder „Feuerwehr“ oder gar ein Walfänger?

Nachdem wir ein weiteres kleines Fährterminal passiert haben, entdecken wir einen kleinen Hafensupermarkt der Kette Narvesen.
Das ist eher sowas wie ein erweiterter Kiosk, wo uns bereits im Schaufenster wohl das Angebot des Tages ins Auge sticht.
Kompletter Hot-Dog, genauer ein Baconpølse für 25 Kronen!
Da kann ich leider nicht „nein“ sagen und auch die umgerechneten 3,30 € für das kleine Würstchen im Schlafrock schrecken mich nicht.
Einer für Anja und einer für mich wandern über die Ladentheke, was mich schon beim ersten Bissen mit Stavanger und der aufreibenden Parkplatzsuche schon wieder versöhnlich stimmt.
Mjam, ist der lecker!

         
     Im kleinen Hafenimbiss „Narvesen“ schlagen wir zu!    Bei dem Angebot kann ich nicht nein sagen!  😉

         
     Einmal Würstchen im Schlafrock bitte!                       Richtig lecker wird das Teil natürlich erst mit Soße und Zwiebeln

Wir schlendern weiter durch den Hafen und entdecken kurz darauf einen größeren Museumskomplex, der sich als Ölmuseum von Stavanger herausstellt.
Aha!
Hier wird also gezeigt, wo Norwegens Reichtum herstammt und wie ich es erwartet habe, wird trotz dieses Reichtums auf ein Eintrittsentgelt nicht verzichtet.
Nun, wir schauen nur mal von draußen durch das Fenster und bestaunen einige vor dem Museum aufgebaute Bohranlagen. Aber fürs reingehen können wir uns nicht so recht erwärmen.
Die Sonne scheint so schön und erwärmt uns auch so, was sollen wir uns da in einem Gebäude alte Bohrköpfe anschauen?
Wir schauen aber trotzdem mal auf die Öffnungszeiten des Museums und machen ein Bild davon. Vielleicht ergibt sich ja später doch noch die Gelegenheit zu einem Besuch.

         
     Schiffsimpressionen: Hier eine kleine Personenfähre      einige weitere Schiffe liegen am Kai               

         
     Wir erreichen das norwegische Ölmuseum                 Außen sind bereits einige Exponate ausgestellt

         
     Wir werfen mal einen Blick rein                                 Es bleibt aber beim Anblick von außen (hier von der Seite)

Wir folgen der Hafenlinie weiter und entdecken einige weitere geparkte Wohnmobile. Einen offiziellen Stellplatz stellt dieser Bereich zweifelsohne nicht dar, aber scheinbar kann man hier noch ganz passabel stehen, womit wir nun zweifelsfrei den Hafen als Parkplatz für einen Besuch von Stavanger mit dem Wohnmobil empfehlen können.
Wenn man für eine Stadtbesichtigung irgendwo parken kann, dann hier am weitläufigen Hafen.
In „schlechter Gesellschaft“ steht man hier übrigens nicht, falls das der ein oder andere vermuten sollte.
Hier am Hafenkai parken die dicksten Yachten, ob nun als Landyacht / Wohnmobil, oder eben im Wasser als echte Superyacht.
Ein wenig erinnert dies fast schon an St. Tropez, wo wir im Herbst letzten Jahres auch die fettesten Yachten bestaunt haben, nur ist der Anteil rein zahlenmäßig hier natürlich etwas geringer.

         
     Im Hafen entdeckt: Hier hätte man auch recht passabel mit dem Wohnmobil parken können (Position hinterm Ölmuseum)

         
     Und die Gesellschaft ist nicht die Schlechteste!          Wie z.B. die Dynasty als Superyacht beweist 😉

Wir folgen weiter ganz dicht der Wasserlinie und passieren noch einige alte Verwaltungsgebäude, wovon eines bestimmt auch das Hafenamt beinhaltet, so langsam gehen die Hauslandschaften aber eindeutig von Büro-, und Verwaltungskomplexen in Cafes und Restaurants über.
Wir merken es sofort, jetzt kommen die fürs Bummeln so interessanten Gebäude.
Und siehe da, Stavanger ist ja richtig urig!
Besonders die vielen kleinen bunten Holzhäuschen, liebevoll restauriert und hergerichtet, sind richtig was fürs Auge.
Ideal dazu: Viele Häuser beherbergen nun gastronomische Betriebe und so entdecken wir zahlreiche kleine Terrassen, wo Speis und Trank ausgegeben wird.
Bürger wie Gäste von Stavanger lassen sich dies offenbar gern gefallen, so sind die allermeisten dieser Terrassen mit einem wirklich tollen Blick auf die alten Kontore und Häuser, aber auch auf den Hafen, bis auf den letzten Platz restlos belegt.

         
     Die Gegend wandelt sich: Aus dem Hafenamt…         …werden erste Touristengebäude, hier das Victoria Hotel

         
     Ganz dicht an der Wasserlinie entlang…                 …hat sich in den alten Kontoren eine Flaniermeile entwickelt

         
     In den alten Häusern finden sich zahlreiche Geschäfte.   Und weil der Ausblick ins Hafenbecken so schön ist…

         
     sind besonders Straßencafés gut besucht              wie z.B. hier! Da ist kein einziger Platz mehr frei!

         
     Wir erreichen einen zentralen Platz, eine Fußgängerzone  Die Flaniermeile von der anderen Seite: Auch hier ist nix frei

Selbst wir genehmigen uns in diesem wirklich stilvollen Ambiente eine kulinarische Köstlichkeit, was in Anbetracht der Auswahl nicht schwer fällt.
Fast schon idyllisch eingebettet liegt nämlich der Fast-Food- Tempel Burger King inmitten dieses kulturellen Zentrums, sodass auch wir uns hier etwas leisten können 😉
Gut gesättigt durch die Hafen- HotDogs gibt es aber nur eine Cola zum Mitnehmen, das muss reichen.

         
     Stilvoll eingebettet: Der Burger King von Stavanger       hier mal die norwegische Speisekarte 😉

Neben den Holz- und Steinhäusern mit ihren Terrassen gibt es noch zusätzlich einige Händler mit kleinen Buden auf einer Art zentralem Platz, wo wir uns auch gleich mal umschauen.
Dominant sind hier natürlich die Angebote für Touristen. Zahlreiche Trolle, Norwegen- Flaggen, Wikingerhelme, Wollmützen, Shirts mit Norwegen- Fahne, Capies, Schals und natürlich jede Menge verschiedene Elche säumen die zahlreichen Stände.

         
     Am „Plaza“ von Stavanger zu finden: Bunte Marktstände   Dominantes Angebot: Flaggen, Shirts, Trolle. Für Touris?

Wir spazieren den zentralen Platz einmal komplett hinauf, was nicht nur die Richtung, sondern auch als Höhenunterschied zu verstehen ist.
Denn vom Hafen aus geht es von hier immer nur nach oben.
Schon nach wenigen Schritten erlaubt so schon der zentrale Platz einen tollen Panoramablick in den Hafen und auf das wuselige Treiben unter uns.
Neben den Souvenirständen finden sich hier, im oberen Bereich, darüber hinaus noch einige Markstände, die das Angebot eines ganz gewöhnlichen Wochenmarkts im Angebot haben. Schlucken müssen wir bei den Preisen (besonders für Erdbeeren!) natürlich trotzdem:

         
    Blick vom oberen Teil des Platzes runter in Richtung Hafenbecken  Eine Möwe unterwegs. Wahrscheinlich einkaufen 😉

         
     Einen kleinen Wochenmarkt gibt es hier auch.          Halt mich fest!! Umgerechnet 5 Euro für eine kleine Schale!!

Hier oben auf dem Plateau finden wir übrigens auch die Touristeninfo.
Kaum entdeckt, sind wir auch schon drinnen und versorgen uns mit einem aktuellen Stadtplan.
Muss ja sein.
Etwas irritierend im Stadtplan sind dann allerdings die zahlreichen kleinen Fähnchen, die wir dort erkennen.
Was kann das sein?
Ob das Angebote in den jeweiligen Sprachen der Fahne sind? Natürlich ist auch die deutsche Fahne dabei, aber so recht will ich das mit dem mehrsprachigem Touristenangebot nicht glauben.
Eine Rückfrage bei der Dame am Empfang bestätigt dann meine allererste Vermutung, die kleinen Fähnchen sind die Botschaften bzw. Konsulate der jeweils abgebildeten Länder.
Wow!
Wer hätte gedacht, dass Stavanger ein derart internationales Flair pflegt?!
Ob hier auch wichtige diplomatische Ereignisse passieren?
Nun, Zeit um dies heraus zu finden haben wir natürlich nicht und so beschränken wir uns lieber auf die weitere Erkundung der Stadt, was nun mit dem Stadtplan natürlich viel besser funktioniert.
Als erstes schauen wir uns natürlich den Dom von Stavanger an.
Dieser liegt auch hier am Ende des weitläufigen Platzes und schaut fast schon ein wenig verloren aus.
Jedenfalls dominiert er bei weitem nicht die Szenerie, wie es zum Beispiel der Dom von Köln, Aachen, oder auch (um mal fairerweise in Norwegen zu bleiben 😉 der Nidrasdom in Trondheim tut.

Auch von innen wirkt der Dom eher gedrungen und gar nicht wie eine Kathedrale, dafür aber ist die Inneneinrichtung recht reichhaltig verziert und wirkt mit ihren Steinsäulen und Bögen so fast schon wieder heimelig.
Warum auch nicht, ist mal was anderes für einen Dom.

         
     Der Dom von Stavanger! Ja, wirklich! Vielleicht Hintereingang?   Von der Seite wirkt der Dom aber auch nicht gerade groß

              
     Im Innern wirkt das Kirchenschiff eher gedrungen       Die Verzierungen an den Wänden sind hingegen reichhaltig

         
     Die Predigtkanzel. Hier donnert der norwegische Priester    Der eher schlichte Altarbereich ganz vorne im Dom

Neben des „Plaza“, wie dieser wuselige Teil hier in der Mitte der Stadt heißt, und den Einkaufsstraßen entdecken wir im Stadtplan noch eine weitere verkehrsberuhigte Zone.
Diese befindet sich oberhalb des gegenüberliegenden Hafenbeckens und Anja vermutet dort wohl zu Recht die alte historische Altstadt von Stavanger.
Prima, die wollen wir uns anschauen!

Wir flanieren noch ein paar Schritte am gegenüberliegenden Kai entlang und schauen auch hier natürlich bei einigen Geschäften mit Souvenirs rein und gucken auf so manche Speisekarte.
Gefühlt ist es hier, auf der etwas ruhigeren Seite des Hafenbeckens, ein ganz klein wenig günstiger.
An die Preise der Fast-Food- Tempel kommen die Kosten für Speis und Trank natürlich trotzdem nicht heran.
Und auch der kleine Souvenirladen kann uns nicht so recht von seinem Angebot überzeugen.
Klar, so ein lustiger Troll mit seiner langen Nase und krausem Haar ist niedlich anzuschauen. Aber irgendwie springt der Funke nicht über, die Souvenirs sind uns eigentlich schon fast zu überdreht.
Darüber hinaus sind nicht nur die kulinarischen Köstlichkeiten teuer, auch die kleinen Trolle müssen einen Kern aus purem Gold haben…

         
     Trotz Baustelle spazieren wir durchs gegenüberliegende Hafenbecken. Auch hier natürlich zu finden: Schiffe…

         
     …und natürlich zahlreiche Souvenirs! Wie hier! Trolle.. …allerlei Spielzeug und Waren…

         
     Oder hier die norwegischen Trolle. Lange Nase, Rauschebart schön anzusehen: Das Wikingerschiff. Aber unglaublich teuer!

Endlich erreichen wir die Altstadt von Stavanger:
Vom Kai aus führt eine alte steinerne Treppe in die „Oberstadt“. Schon auf den Treppenstufen werden wir würdig empfangen und fast schon in eine andere Zeit katapultiert.
Kopfsteinpflaster, lose Steine, Holzhäuser mit überlappenden Latten, kleine Fensterläden, Vorgärtchen und bunte Blumenkübel wirken wie aus einer anderen Zeit.

         
     Die steile Treppe geht es hinauf in die Altstadt             Der Aufstieg ist mühsam, der Anstieg recht steil

         
     Dafür können wir aber schon hier schöne Häuser bewundern  Und Platz für ein Päuschen ist oben angekommen ja auch

Oben angekommen verstärkt sich dieser Effekt nochmals.
Wow!
Die Altstadt von Stavanger ist derart pitoresk und verzückend, dass sie fast schon was von einer Filmkulisse hat!!
Orte wie dieser hier am Meer oder an der Küste würden in amerikanischen Filmen (z.B. Liebesfilmen mit Sommer, Sonne, viel Licht, bunten Farben, Sonnenschein und Romantik) durchaus als „Whitefish Bay“, „Mangrove Creek“ oder „Port of Heaven“ bezeichnet werden.
Die pure Idylle sozusagen.
Fast schon fühle ich mich wie ein Pirat zu den abenteuerlichen Zeiten 1600-1699, als Schurken mit Augenklappen, Schlappstiefeln, Augenklappen, Dreieckshüten und Papageien auf der Schulter die damalige Karibik unsicher machten. Und dieser Ort hier heißt natürlich nicht Stavanger, sondern Pirate Bay, St. Kitts, Nevis, oder auch Tortuga.
Jeder, der auf dem alten C 64, Amiga, oder Atari das historische Pirates gespielt hat, wird mir beim Anblick der kleinen etwas windschiefen Gasse „Øvre Strandgate“ mit seinen urigen Häusern auf jeden Fall beipflichten können.
Gleich um die Ecke wird mit Sicherheit eine Taverne kommen, wo ich einkehren, für ein paar Dukaten in einer dunklen Ecke bei einem Mann mit Augenklappe eine Schatzkarte kaufen, oder ein paar echte Abenteuer für meine Schiffscrew anheuern kann.
Kinders, ist diese alte Gasse von Stavanger schön!

     Die
     Wunderschöne Altstadtgasse! Die „Øvre Strandgate“ in Stavanger oberhalb des Hafenbeckens

Zwischen den alten aber liebevoll restaurierten Häusern finden wir auch immer wieder kleine Gassen und Stichwege, von denen aus man in teilweise sehr schöne und idyllische Vorgärten und bunt bestückte Seitengassen schauen kann.
Bunte Blumen in Blumenkübeln, Fensterkästen und in Beeten verzaubern die weiße Stadt so in ein farbenfrohes Blumenmeer.
Dazu die alten Straßenlaternen, kleine Lattenzäune oder Steinmäuerchen, die die Kulisse einer einfachen Altstadtgasse bei weitem übertreffen und fast wie eine Themenwelt in einem Freizeitpark anmuten.
Echt schön!

         
     Kleine Gärten mit Bänken und Aussicht über die Stadt     Die Hausfassaden sind umfangreich ausgeschmückt

          
     Auch die Seitengassen sind im Stil des Hauptweges      Vorgärten und Wege sind bunt mit Blumen verziert

         
     In den Gärten wächst dichte bunte Natur                       Einige Vorgärten sind groß genug für Bäume

         
     Etwas schiefe aber stilvolle alte Holzhäuschen          Sogar einen einfachen Eingang kann derart ausschmücken

         
     Der Nationalstolz darf nicht zu kurz kommen…          Selbst die Geschäfte passen sich dem Stil an. Sehr schön!

Nachdem wir die Gasse der Länge nach einmal runter spaziert sind, kommen wir wieder in Höhe des zentralen „Plaza“ am Dom und Touristeninfo aus.
Dieses Mal nähern wir uns von der oberen Seite und spazieren kurz darauf ein weiteres Mal an den zahlreichen Ständen mit ihren Angeboten vorbei.
Grob schlagen wir nun von hier aus wieder die Richtung zum Wohnmobil ein, nehmen hierfür aber nun den Weg durch die „Neustadt“ und Fußgängerzone, wo uns viele Geschäfte, alte wie moderne und bekannte wie unbekannte, zum Kaufen, Shoppen, oder einfach nur Bummeln einladen.
Dazu finden sich natürlich auch hier, im pulsierenden Neustadt- Bereich von Stavanger, einige Straßencafés und Restaurants, liebevoll ausgerichtet und mit Blick aufs Detail bedacht.

         
     Wieder am zentralen „Plaza“. Es geht nun weiter…  …über die Einkaufsmeile und Fußgängerzone von Stavanger

         
     Vielen Geschäfte bieten hier eine reichhaltige Auswahl  Bars und Cafés gibt es hier natürlich auch

         
     Das Ambiente würden wir als gehoben bezeichnen      Internationale Ecke! Hier ein griechisches Restaurant

         
     oder ein Irish Pub. Der „Irishman“! Lust auf ein Guiness?  Oder lieber Tapas? Hier in Emilios spanischer Tapas Bar

Am Ende der Shoppingtour ohne Shopping steuern wir wieder den Hafenbereich an und stehen kurz darauf erneut vor dem norwegischen Ölmuseum.
Hmm…
Da das Museum bis 19 Uhr geöffnet ist und wir gerade erst 16 Uhr durch haben, entscheiden wir uns doch noch für einen Besuch.
Einfach mal schauen, wo das Erdöl denn wirklich herkommt und was damit gemacht wird, bis wir es an der Zapfsäule aus der Pistole für teuer Geld in den Tank befördern können.

Zuerst aber müssen wir natürlich Geld in die Kasse der Museumsbetreiber befördern, was aber mit umgerechnet etwa 10,- € pro Person gerade noch so erträglich ist.

     Das norwegische Ölmuseum in Stavanger
     Das norwegische Ölmuseum in Stavanger, wir schauen es uns doch mal näher an…

Die Ausstellung beginnt natürlich mit einem geschichtlichen Überblick.
In einem abgedunkelten Raum mit einigen Monitoren sind wir beim Urknall live dabei, können die ersten Bodenerosionen miterleben und einen Vulkanausbruch anhand einer im Boden befindlichen Rüttelplatte am eigenen Körper spüren.
Dann folgt die etwas gemäßigte Ruhephase und erstes Leben bevölkert die Erde.
Die unten an den Monitoren eingeblendete Zeitschiene schreitet nun auch deutlich langsamer voran. Haben wir zuerst in mehreren Jahrtausenden Sprünge gemacht, werden es nun Jahrhunderte, Jahrzehnte und schließlich sogar nur Jahre.
Zum Schluss zeigt man natürlich unsere aktuelle Gesellschaft und glückliche Menschen beim Tanken.
Aus welcher Welt stammen die denn bitte? 😉

         
     Willkommen im norwegischen Ölmuseum. Schaun mir mal!  Die Ausstellung beginnt, wir sind gespannt.

         
     Schritt 1 in diesem Multimedia- Raum: Die Entstehung der Erde, gezeigt an diesem Zeitstrahl. Vor 4123 Millionen Jahren…

         
     Nächster Teil: Rohöl, Erdöl, Petrodollar und Co.            Ah, die heutige Zeit. Fröhliche Menschen beim Tanken ?:-/

Die Ausstellung bleibt in unserer Zeitrechnung und zeigt als nächstes die ersten Ausstellungsstücke, die man zum Bohren in Erde und Wasser verwendet.
Bohrköpfe!
Sehen auch nicht wirklich anders aus, als der Bohrkopf von meiner heimischen Bohrmaschine 😉
OK, zugegeben, die Löcher mit diesem Teil werden wohl etwas größer ausfallen, aber im Endeffekt wird viel Tamtam um ein kleines Loch gemacht.

         
     Bohrköpfe! Ob die auf meine Bohrmaschine passen? 😉    Oder die hier! Das wäre doch was für einen Zahnarzt 😉

Als nächstes werden einige Modelle von Schiffen und Ölbohrplattformen gezeigt.
Offshore- Ölförderung im Wandel der Zeit sozusagen.
Gut ist hierbei, dass jedes Ausstellungsstück eine kleine Beschreibung in Norwegisch und Englisch vorhält, sodass man immerhin im englischen Block lesen kann, worum es geht.
Wir haben aber an der Kasse auch einen kostenlosen deutschen Flyer bekommen, der für die allermeisten Ausstellungsstücke auch eine kurze deutsche Zusammenfassung bereithält.
Nach einigen besichtigten Vitrinen, die sich durch die Jahre mehr oder weniger alle ähneln und eigentlich nur immer tiefer bohren, bleibt am Ende eine Vitrine mit einem großen roten Fragezeichen übrig.
„What next?“ steht drunter.
Als ob wir arme Zapfsäulenopfer hierauf eine Antwort wüssten…

         
     Die Vitrinen zeigen die Entwicklung der Ölbohrung im Modell  Hier zum Beispiel mit schwimmbaren Plattformen

         
     Schiffe und moderne Flöße sind auch zu sehen          Blick in die Zukunft: „What next?“ Das frag ich euch!!

Im Mittelbereich der großen Halle finden wir die nächsten Ausstellungsstücke.
Offenbar echte alte Tauchkapseln, mit denen früher Bohrtrupps in der Tiefsee unterwegs waren. Einige als Tauchglocke, andere als Mini- Uboot, wie man sie aus den James- Bond- Filmen kennt.
Komplett mit Greifern und Scheinwerfern.
Dazu weitere Modelle von Bohrplattformen, nun aber deutlich größer im Maßstab und detailreich ausgearbeitet.

         
     Einige größere Modelle von Bohrinseln                     Diese hier ist sogar sehr detailreich ausgearbeitet

         
     Weiter in der Ausstellung: Tauchglocken                     und irgendwelche Unterwassermaschinen

         
Hier ein ausgestelltes Mini- U-Boot                              dies ist wohl eine Art Taucherglocke oder sowas

Mit einer kleinen Überraschung entdecken wir das nächste aufgebaute Ausstellungsstück, es handelt sich um die Nachstellung eines Bohrinselunglücks.
Es handelt sich hierbei um ein Unglück gleich zu Anfang der 80er Jahre, bei dem 123 Menschen starben.
Gezeigt wird, übrigens komplett in schwarz gehalten, einiges verbogenes Blech, was wohl auf einen gebrochenen Träger hindeuten soll, und eine Umrandung von Informationstafeln zu diesem Unglück.
Nun, eine schlimme Sache, ganz klar.
Damals waren aber Anja wie ich gerade mal 4 Jahre alt, können uns also nicht daran erinnern und haben auch keinen Bezug dazu.
Wohl aber zu einem Unglück unserer Zeit. Dieses zwar mit weniger Toten an menschlichen Opfern, dafür aber mit einem ungeahnten Ausmaß für die Ökosysteme im Golf von Mexico.
Die Rede ist natürlich von BP´s „Waterloo“, der Deepwater Horizon.
Hierzu jetzt etwas Aktuelles in dieser Ölausstellung zu finden ist wohl eine übertriebene Erwartung, aber grundsätzlich erwarte ich schon, dass man sich hier dieser Thematik ebenso annehmen sollte, wie dem Unglück der „Alexander L. Kielland“- Ölbohrplattform.

         
     De svarte dagene – Der schwarze Tag                         Untergang der Alexander L. Kielland“- Ölbohrplattform

Ein bisschen zu kurz gekommen ist bislang die Möglichkeit, hier selbst etwas auszuprobieren.
Natürlich gibt es einige Tafeln zum Herausziehen, einen Scanner für eine Barcodekarte oder einige weitere Gimmicks, aber so richtig „mit eintauchen“ in die Welt des Ölbohrplattformlebens konnten wir noch nicht.
Nun, dies ändert sich, als wir den nächsten Bereich betreten.
Aufgemacht, wie ein kleiner Flughafen, stehen wir in einer Abflughalle für Helikopter- Transferflüge zu den Bohrinseln.
Merkwürdige Namen werden an der Anzeigentafel für die nächsten Abflüge ausgegeben und keiner der dort aufgeführten Namen zeigt auf das sonnige Spanien, die Karibik oder Amerika.
Stattdessen sind wohl allerlei Namen von Plattformen angezeigt, die wohl angeflogen werden.
Wir lassen uns mitreißen, dafür sind wir ja schließlich auch hier, und besteigen eine metallene Treppe hinauf in den „virtuellen“ Helikopter, der uns zu unserer Ölbohrplattform bringt.

         
     Abflugbereich der Ölbohrinsel- Versorgungshelikotper   Durch die Röhre geht es zum „Abflug“

Nach unserem „Flug“ müssen wir auch tatsächlich gleich ran! Der Bohrmeister ist nämlich gerade auf Mittagspause und wir sollen nun, so zeigt es uns zumindest ein Schild, mal eben das Bohren eines Bohrlochs übernehmen.
„Kein Problem!“ werfe ich Anja zu. Immerhin bin ich ja auch zuhause mit unserer Bohrmaschine für allerhand große und kleine Löcher in Decken und Wänden verantwortlich, da kann ich doch ganz bestimmt auch ein Loch in die Tiefe bohren.
Ich platziere mich selbst also auf dem schweren ledernen Chefsessel und drücke sogleich, wie angegeben, den roten Knopf, um die Maschinerie in Gang zu bringen.

         
     Driller needed?! Ein Job für mich! Schnell Platz nehmen…   …und zurecht finden. Sieht ja eigentlich recht einfach aus!

         
     Erstmal anschmeißen den Hobel! Ah, da ist ja der Startknopf!   „So, zurücktreten, weg da vorne!!! Jetzt wird gebohrt!!!“  😀

Ich drücke auf den Knopf, doch es tut sich…    …nichts!
Häh?
Bin ich zu blöde eine Bohrinsel zu bedienen?
Ich drücke nochmals, halte den Knopf sogar lange gedrückt.
Nix tut sich. Ich probiere (übrigens typisch Mann 😉 alle weiteren zahlreich vertretenen Knöpfe, ohne mir über Art und Umfang überhaupt im Klaren zu sein, aber was soll schon passieren?
Richtig!
Nichts!
Das blöde Ding ist wohl kaputt!
Frustriert gebe ich auf, das ist wirklich keine schöne Sache.
Da wird es endlich mal etwas spannend und dann klappt das blöde Teil nicht.

Naja, nur nicht gleich aufgeben!
Schon eine Station weiter ist eine weitere technische Gerätschaft zum Ausprobieren aufgebaut. Dieses Mal deutlich moderner und mit Joystick.
DAS kann ich ganz bestimmt!
Aber auch hier…    …nix!
Ich kann so oft „Start“ drücken, wie ich will, das Teil macht keinen Mucks und scheint auch kaputt zu sein. Sowas Blödes!
Das einzige, was zum Ausprobieren funktioniert, ist ein Tauziehen- Spiel, um die Wirkungsweise eines Flaschenzuges zu demonstrieren. Da es außer einer Rolle keine mechanischen oder gar elektrischen Teile hat, funktioniert es natürlich.
Aber soll ich euch was sagen?  …   Langweilig!!

Eine dritte Station, dieses Mal mit einigen weitaus moderneren Monitoren und einem weiteren schweren ledernen Sessel, tut sich auf.
Aha, na endlich!
Hier kann ich nun mein Talent als Bohrmeister unter Beweis stellen und im Anschluss daran einer zweiten Karriere als Zahnarzt die praktischen Übungen gleich dank des Besuchs des Ölmuseums vorweisen!
Aber auch hier das gleiche Spiel.
Die ganze Anlage ist tot!
Beschiss!
Echt!

         
     Station Nummer 2 mit dem Joystick: Ohne Funktion!          Station Nummer 3 mit Ledersessel: Auch kaputt!!  🙁

Wir folgen der weiteren Ausstellung und stehen kurz darauf in einem abgedunkelten Bereich.
Hier wird ein wenig „Tiefseefeeling“ simuliert und ein wenig was von der Arbeit der Nordsee- Tieftaucher gezeigt.
Auch hier gibt es ein paar „Spielzeuge“ zum Ausprobieren, so kann man zum Beispiel eine nachgebaute Ballonlunge mit einer Kolbenhubpumpe aufblasen, oder mit Gummihandschuhen in Spülwasser einige Bauteile zusammen bauen, ohne sie überhaupt sehen zu können.
Letzteres Spielzeug ist übrigens auch kaputt. Einer der Gummihandschuhe hat einen Riss und es läuft die Spülibrühe in einen Handschuh. Ekelig.

         
     In der „Unterwasserwelt“ Alles dunkel und in blau             Auch hier gibt es ein paar Dinge zum ausprobieren

         
     Hier die Gummihandschuhe im Spülwasser                   „Da soll ich reingreifen? Nee, das ist ekelig!“

Die Ausstellung führt nun weiter zu den „Lebensräumen“ der Menschen, die zeitweise auf den Plattformen zuhause waren.
Es werden Bilder von Unterkünften gezeigt, dazu Freizeitaktivitäten wie Billard oder kleine Spielautomaten.
Dazu gibt es natürlich gleich wieder massenhaft was zu lesen, was zugegeben recht interessant geschrieben ist.
So erfahren wir zum Beispiel, dass es auf diesen Plattformen nur sehr wenige Frauen gab (was nicht wirklich überrascht), man aber zum Beispiel auch aufs aktuelle Fernsehen verzichten musste.
TV- Sendungen bzw. Fernsehsignale gab es vor der SAT- Revolution nämlich nicht auf diesen Plattformen.
Und so wurde halt gelesen, alte Konservenfilme geschaut, oder eben einfach nur in den Arbeitspausen rumgelungert.
Heute ist das natürlich anders und insbesondere Internet und Co. haben auf den Plattformen Einzug gehalten, was ebenfalls kurz thematisch angerissen wird.

         
     Weitere Infotafeln berichten vom Leben an Bord            Zeitstrahl durch die Geschichte der Ölbohrinseln

Durch eine weitere Röhre verlassen wir unsere Plattform wieder und stehen kurz darauf wieder in der Haupthalle.
Ganz nett war der Ausflug auf die Ölbohrplattform ja, aber wenn die Hälfte der Sachen nicht funktioniert, macht das Leben auf einer Ölbohrplattform natürlich keinen Spass.

Unseren Rundgang durch das Museum beenden wir mit einer finalen 3D- Filmvorführung.
In einem kleineren Kinosaal wird ein weiteres Mal die Geschichte vom Erdöl von der Entstehung bis zur heutigen Förderung gezeigt.
Ein kleines Zeichentrickmännchen führt hierbei durch den ganzen Film und verniedlicht meiner Meinung nach viel zu sehr die ganze Vorgehensweise der Ölindustrie.
Was aber viel wichtiger gewesen wäre und im Film komplett fehlt, sind Hinweise zu den Folgen der Ölförderung für Natur und Umwelt, oder auch, wie man sich die Entwicklung der Zukunft vorstellt.
Nix.
Naja, hab auch nichts anderes erwartet. Ich hatte schon nach der ersten Ausstellungshalle irgendwie den Eindruck, dass das Museum recht einseitig berichtet, was möglicherweise mit eventuellen sichtbaren und unsichtbaren Trägern des Museums zusammenhängen könnte.
„Wes´ Wein ich trink, des Lied ich spiel!“ scheint mir hier eine gängige Praxis zu sein 😉

Gegen 17 Uhr verlassen wir das Museum wieder, wir nehmen direkten Kurs zurück in Richtung Wohnmobil.
Auf halbem Weg muss ich dann sogar noch Anja zurücklassen und die Beine in die Hand nehmen, unser Parkticket läuft nämlich genau in diesem Moment ab!
Ich hab gehört, dass Strafen für Parken in Norwegen nicht selten mit hohen Strafen und sogar mit teuren Parkkrallen „belohnt“ werden können und bei dem knappen Parkraum hier in Stavanger bin ich sofort geneigt, minutengenaue Politessen quasi schon als gegeben zu unterstellen, auch wenn ich selbst keine im Einsatz gesehen hab.
Da ich aber nichts riskieren will, sprinte ich ab dem Feuerwehr-Walfängerschiff den Weg zurück zum Wohnmobil.

         
     Wieder unterwegs im Hafen von Stavanger             Ach, schau mal da! Da steht ja das Öl! 😉

Außer Atem komme ich nur wenige Minuten später dort an und hab Glück.
Keine Knolle, kein Parkticket.
Puh.
Kurze Zeit später kommt dann auch Anja anspaziert. Gemeinsam machen wir es uns einen Moment in unserer Sitzgruppe gemütlich und schauen kurz ein weiteres Mal in die Karten.

Kleines Fazit zu Stavanger, dem Hafen und zum Ölmuseum:
Stavanger hat uns wirklich überrascht!
Moderne und Tradition treffen ebenso aufeinander, wie kulinarische Genüsse für die großen und kleinen Geldbeutel.
Die Altstadt von Stavanger ist wirklich wunderschön! Man muss sich nur überwinden, in die historische Altstadt (am besten vom Hafen aus) hinauf zu steigen!
Bleibt man hingegen im Hafen- und damit im Shoppingviertel, hat man Stavanger irgendwie nicht wirklich besucht. So sehen wir das zumindest.
Natürlich ist auch die Innenstadt trotzdem sehenswert.
Abgerundet wird der Spaziergang durch Stavanger dann noch mit einer kleinen Hafenrunde, die man entweder zu Fuß vom Kai oder von einem der kleinen Boote aus genießen kann.
Einige scheinen wie ein Bus zu funktionieren, da ist das Ticket mit Sicherheit etwas günstiger, als bei einer klassischen Rundfahrt.
Nur das Ölmuseum kann man sich wirklich sparen!
Viele Dinge sind kaputt und nur halbherzig erhalten.
Wir hatten darüber hinaus sogar den Eindruck, als würden einer oder mehrere Mineralölkonzerne dieses Museum mitfinanzieren, was entsprechend Einfluss auf die Darstellung der Exponate hat.
So fehlten uns deutlich qualitative und quantitative Informationen zum Thema Mineralölförderung und Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Verträglichkeit.
Aber wenn wir ehrlich sind, wollen wir das vielleicht ja gar nicht so genau wissen…

********

Für den Weg zum Preikestolen Camping gibt es von hier aus nun zwei mögliche Wege.
Der „lange“ Fährweg würde von Stavanger aus mit der Fähre bis nach Tau führen. Von dort aus müssten wir dann die 13 runter fahren.
Die Alternative wäre Stavanger wieder in Richtung Süden zu verlassen (der Weg, auf dem wir gekommen sind), um dann bei Sandnes ebenfalls auf die 13 einzuschwenken.
Auch hier wäre zwischen Lauvvik und Oanes eine Fähre zu nehmen, diese wäre aber bedeutend kürzer und damit mit Sicherheit auch deutlich günstiger!
Auch hab ich keine Lust, hier in Stavanger nun das richtige Fährterminal zu suchen, denn davon haben wir immerhin einige gesehen.
Die Entscheidung fällt daher für den südlichen Rückmarsch aus Stavanger heraus bis Sandnes und dann über die 13 bis Lauvik.
Da dann auf die Fähre nach Oanes.
Bei dem Gedanken muss ich ehrlich gesagt schlucken.
Nicht, weil ich nicht gerne mit dem Schiff fahre, sondern weil dies mit dem Wohnmobil immer unhandlich und in Norwegen unglaublich teuer ist.
Gerade die kleinen Fähren sind mir noch von unserer Norwegen- Rundreise in schlechter Erinnerung geblieben.
Immer nur als letzter rauf und natürlich auch als letzter wieder runter. Dann die teuren Tarife und die langen Wartezeiten vor den Terminalen.
Aber das hat sich mit etwas Glück geändert, unsere letzte Tour durch Norwegen ist ja immerhin schon 4 Jahre her.

Um viertel nach 5 verlassen wir also Stavanger wieder, zumindest versuchen wir es.
Denn zunächst mal fahren wir vollkommen in die falsche Richtung, weil unser Navi irgendwie die falsche Orientierung nach dem Losfahren angezeigt hatte.
Naja, kann passieren.
Wir drehen und sind dann doch auf dem richtigen Weg.

Die Fahrt führt uns kurz auf ein kleines Stück Stadtautobahn (E 39, 13), kurz darauf geht es aber auch schon wieder von der Autobahn ab.
Das wir hier übrigens mit unserer Route nicht komplett falsch sind, zeigt schon nach wenigen Metern außerhalb der Stadt die Beschilderung.
In weißen Lettern auf braunem Grund steht es nämlich schon auf den Schildern!
PREIKESTOLEN!
Was für ein schöner Augenblick!
Und alles passt!
Wenn wir morgen dieses traumhafte Wetter haben, wird es ein ganz besonderer Tag für uns werden.
Anstrengend zwar, aber neben dem persönlichen Erfolgserlebnis werden wir mit etwas Glück einen ganz tollen Ausblick auf den Lysefjord genießen können.

Nachdem wir den Dunstkreis von Stavanger mit seinen gut ausgebauten Straßen verlassen haben, begleitet uns wieder die schöne Landschaft Norwegens.
Erneut sind die Straßen etwas schmaler, was aber bei dem geringen Aufkommen an Verkehr nicht wirklich ein Problem darstellt.

         
     Wieder unterwegs unter der Sonne Norwegens          Schau mal, steht schon drauf! Preikestolen! 🙂

         
     Wieder fahren wir durch die schönste Natur            Rechts und links viel Grün mit Wald und Wiese

         
     Und in der Ferne schon zu sehen: Die ersten Berge     Oh, so idyllisch mit dem Blick wohnen die Norweger

         
     Die Straße führt schnurstracks in die Fjorde 🙂              So schön wohnen die Norweger, Teil 2

Gegen kurz vor 6 erreichen wir Lauvvik.
Der Ort besteht eigentlich aus nichts anderem, als dem Fährterminal.
Wir fahren gerade in einer kleineren Gruppe Fahrzeuge an der Spitze, als wir an das kleine Schalterhäuschen kommen.
Irgendwie verpeile ich es aber, das Schalterhäuschen anzusteuern und stehe ganz plötzlich im Hafenbereich vor einer Rampe.
Fast könnte man meinen, ich wäre richtig, wenn unser Bereich hier nicht so verlassen wäre.
Auf der anderen (natürlich abgesperrten) Seite stehen allerdings einige Fahrzeuge und so deucht es mir, dass wir hier wohl in die Ankunftsreihe geraten sind.
Sowas blödes!
In einem Zug wende ich unser Wohnmobil und stelle mich zähneknirschend am Ende der Schlange des Schalterhäuschens an, zum Glück hat mich mein unnötiges Manöver keine 5 Plätze in der Schlange gekostet.
Gerade mal 8 PKWs stehen hier, da brauche ich mir wohl keine Gedanken machen, nicht mehr mitzukommen.
Der Typ im Kassenhäuschen knöpft uns 83 Kronen ab, was umgerechnet etwa 10 Euro sind.
Naja, nützt ja nichts. Wir wussten ja, dass die Inlandsfähren gemessen an ihrer Leistung recht gut zulangen. Das gehört zu Norwegen einfach auch dazu.

         
Hier wird bezahlt, die Fähre kostet nunmal…              Dafür dürfen wir uns in die mittlere Reihe einfahren

Wir dürfen nun auch vorrücken und bekommen die mittlere (komplett leere) Reihe der drei Wartereihen zwischen die PKW zugewiesen.
Zum Glück müssen wir nicht sehr lange warten, denn nach nur 10 Minuten biegt die kleine Fähre Finnøy um die Ecke.
Schon von weitem sieht man, dass die Fähre mit 2 LKW, einigen Kleinbussen und Vans sowie natürlich einigen PKW besetzt ist. Da passen wir hier im Hafen wohl auf jeden Fall alle mit auf die Fähre, auch wenn sich die Reihe hinter uns so langsam füllt.

         
     Wir stehen schön in der Mitte, Reihe 4                       Ah, da kommt die kleine Fähre schon angetuckert

Kaum angelegt, spuckt die Fähre die wenigen Fahrzeuge aus und wir können einfahren.
Das klappt auch ganz prima und wir können in der mittleren Spur bis ganz nach vorne an die Ladekante vorfahren.
Von unserem Cockpit aus haben so sogar noch den direkten Blick über die Ladekante hinweg auf das Wasser.
Ein Vorteil, den man im PKW sitzend übrigens nicht genießen kann! 😉

         
     Die von der Fähre fahren runter…                             …wir fahren dafür rauf. Wieder die mittlere Spur

Ich steige schnell aus und drehe eine Runde auf dem Schiff.
Besonders eines der oberen Decks schaue ich mir an, um einerseits den Ausblick auf den Fjord zu genießen und um andererseits natürlich auch von dieser erhöhten Position aus die entsprechenden Erinnerungsbilder von unserem Wohni auf der Fähre zu machen.
Sieht gut aus:

         
     Wir stehen ganz vorne an der Ladebordwand.              Vorteil Wohnmobil: Wir können über die Ladekante gucken 😉

Nach der Bildersession nehme ich wieder neben Anja Platz, die Fähre hat inzwischen schon wieder abgelegt.
Schon urig! Da sitzen wir hier in unserem Wohnmobil und überqueren ganz easy den Fjord.
Erste Reihe inklusive und nach nur 10 Minuten Warten.
Vielleicht muss ich meine negative Einstellung zu diesen norwegischen Inlandsfähren wirklich überdenken, denn das hier war mal überhaupt kein Problem.
Ich bin so gut gelaunt, dass ich übermütig an unserem Lenkrad drehe, gleich so, als würde ich höchstpersönlich von der Wohnmobilkanzel aus das ganze Schiff steuern.
Sieht von außen bestimmt total bescheuert aus und auch Anja verdreht die Augen, aber mir macht es Spaß! 😀

         
     Eine Fjordfahrt die ist lustig, eine Fjordfahrt die ist schön!  Ui, eine Fjordbrücke! Was für ein monumentales Bauwerk

         
     Ah, das Navi zeigt es an. Mit 21 km/h unterwegs.          Juchu! Land in Sicht! Wir landen in Oanes an…

Lange dauert die kleine Fjordfahrt nicht.
Nach nur 10 Minuten Überfahrt sind wir schon auf der anderen Seite in Oanes und können kurz darauf unsere Fahrt auf der Landstraße 13 fortsetzen.
Das der Deckoffizier die rechts und links stehenden PKW natürlich vor uns von der Fähre lässt und sich mir in den Weg stellt, bis wirklich alle PKW runter vom Boot sind, ignoriere ich dabei mal und lasse mir davon die gute Laune nicht verderben.
Muss man ja auch mal positiv sehen! Denn so haben wir (außer dem Wohnmobil hinter uns) auch niemanden im Nacken, der uns drängt. Denn dann wäre ich ja sowieso wieder an die Seite gefahren. Nur selber bestimmen mag ich dies normalerweise und mir nicht von einem Deckshansel vorschreiben lassen.
Naja, sei´s drum.

Ein weiteres Mal fahren wir nun relativ dicht an der Wasserlinie entlang. Nur ist es dieses Mal nicht das Meer, welches uns auf unserem Weg begleitet, sondern der mächtige Lysefjord, der sich hier seinen Weg bahnt.
Recht schnell steigt die Straße dabei an, sodass wir einige ganz tolle Ausblicke in der nachmittäglichen Sonne des Fjordes machen können.
Wir haben wahrhaft richtiges Glück mit dem Wetter. Ein echtes Geschenk von ganz oben!

         
     Abfahrt in Oanes, Weiter geht´s am Fjord entlang           Da ist die imposante Fjordbrücke wieder

     Ausblick auf den Lysefjord
     Traumhaft, oder? Ausblick auf den Lysefjord von einer der Höhenzüge aus

Lange dauern die letzten Kilometer Fahrt von der Fähre bis zum Campingplatz nicht.
Eine gute Viertelstunde, dann sind wir auch schon da.
Hier am Campingplatz scheint recht reger Betrieb zu sein! Mit uns stehen noch 2 andere Wohnmobile auf dem großzügigen Warteareal und auch in der Rezeption, die gleichzeitig Aufenthaltsraum und kleiner Supermarkt ist, ist ordentlich was los.
Gleich 3 Damen kümmern sich zeitgleich um den Check- In, sodass wir zum Glück nicht sehr lange warten müssen. Das Anmeldeprozedere verläuft übrigens in englischer Sprache, was mir aber natürlich keine Probleme bereitet.
Lieber in Englisch einchecken, als gar nicht!
Und wir haben noch Glück, denn unsere Rezeptionistin ist eine der schnellen Sorte! Obwohl ich als letzter von den drei derzeit eincheckenden Grüppchen einchecke, sind wir als erste fertig und haben gleich für 2 Nächte eingecheckt.
Die Regeln hier sind relativ simpel. Platz frei aussuchen, Brötchen für morgen früh kann man hier bestellen (tun wir auch), Stromkästen sind offen, es gibt einen großen Sanitärkomplex mit kostenlosem und unbegrenztem Wasser und der erste Bus zum Preikestolen fährt morgen früh um 09:35 Uhr direkt an der Campingplatzeinfahrt ab.
Tickets gibt es nur im Bus zu kaufen und ja, das hier an der Theke ausliegende Brot können wir käuflich erwerben.
Besonders bei der Frage nach dem Bus hat man gemerkt, dass die Rezeptionistin hier diese Frage bestimmt 1 Millionen Mal schon beantwortet hat und dies auch noch weitere Millionen Mal tun wird. Zumindest kommt mir die Abwicklung so vor.
Aber die Dame hat auch uns gerade noch so betreut, wie es unsere Unwissenheit nunmal erfordert.
Ich kenne das. Wenn man die immergleiche Frage mit der immergleichen Antwort bedienen muss, stellt sich ein gewisser Drang zum Automatismus ein, dicht gefolgt von Gleichgültigkeit. Man muss sich hier schon selbst motivieren, auch bei der einemillionenundeinsten Nachfrage noch freundlich zu sein und sich stets dabei bewusst sein, dass eben der einemillionenundeinste Kunde auf die gleiche Hilfsbereitschaft angewiesen ist, wie ich sie dem allerersten Kunden habe angedeihen lassen.
Wie gesagt, es gibt nichts zu bemängeln und der Check- In war wirklich vorbildlich.

         
     Schlange stehen am Check- In des CP Preikestolen     Rezeption, Café, Bar und Shop zugleich. Alles hier

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass wir beim Check- In Vorgang ein paar Plätze „gut“ machen konnten, denn kaum auf die Wiese aufgefahren, wird das Ausmaß der Besucher deutlich.
Die erste Wiese, die wir zweimal umrunden, ist komplett bis auf den letzten Platz belegt!
Wow! Die Wohnmobile und Camper stehen teilweise Tür an Tür, was nur funktioniert, weil die Wiese absolut unparzelliert ist.
Längst nicht alle haben Stromversorgung und ich mache mir schon Sorgen, ob wir überhaupt einen freien Platz finden werden.
Auch die zweite Wiese sieht nicht viel besser aus, obgleich sich hier mehrheitlich Zelter niedergelassen haben und es hier und da noch kleinere Lücken geben würde. Mit Strom ist aber auch hier im Mittelfeld nicht zu rechnen.

Wir fahren auf das hintere Areal auf und entdecken einiges an Buschwerk und Hecken, was die großen Wiesenareale ein wenig eingrenzt. Sieht eindeutig schöner aus und bringt auch ein bisschen was von „Territorium“. Man mag es mir verzeihen, aber ich mag das nunmal.
Klare Grenzen.

Das erste Feld im dritten Areal sieht recht belegt aus, aber durch die Hecken können wir im dahinterliegenden Bereich einige freie Abschnitte durch die Hecken erkennen.
Als wir die Reihe ansteuern, fallen uns natürlich gleich die Nachbarn auf, die uns Neuankömmlinge kritisch beäugen. Wie immer auf einem Campingplatz 😉
Aber auch wir beäugen kritisch zurück und entdecken gleich an der Zufahrt auf die Wiese die Gladbacher wieder.
Auch ein anderes Wohnmobil aus Duisburg, welches wir in Mandal gesehen haben, steht ebenfalls hier.
Beim Einfahren haben uns die Gladbacher natürlich auch gleich wiedererkannt und winken uns, dass in ihrer Reihe tatsächlich noch etwas frei sei. Super!
Aha und siehe da, man trifft sich doch tatsächlich immer wieder!
Wir finden dann auch auf der vorletzten Wiese ein recht hübsches Plätzchen (Koordinaten bei N 58.99783° / E 06.09767), welches durch einige Hecken nach links und zum Heck hin abgegrenzt wird. Gefällt uns ganz gut.

Kaum haben wir das Wohnmobil abgestellt und die Gladbacher kurz begrüßt, geht es natürlich an das Einrichten der Stromversorgung.
Und dies ist gar nicht so einfach! Denn die Stromkästen stehen, wie auf einer Perlenschnur aufgereiht, immer nur am Hauptversorgungsweg, bzw. an den Einmündungen auf die Wiesen.
Wir stehen aber nun auf unserer Wiese dermaßen weit hinten, dass wir locker 40 Meter bis zum Stromkasten zurücklegen müssen.
Am Stromkasten angekommen dann das nächste Hindernis: Es sind alle Plätze belegt!
Oh- nein!
Müssen wir jetzt unseren schönen Standplatz aufgeben, nur weil wir hier keinen Strom bekommen werden? Ein kurzer Blick offenbart, dass es auf den Nachbarswiesen nicht viel besser ausschaut.
Mensch, das wäre aber jetzt blöde, wenn wir keinen Strom hätten! Wir müssten uns ja dann morgen früh auf die Lauer legen, wann die ersten Abreisenden die Anschlüsse wieder freimachen würden.
Aber genau das mag ich eigentlich nicht machen, weil wir uns morgen früh ja ganz auf das Abenteuer Preikestolen einlassen wollen!
Zum Glück entdecke ich unserer Nachbarreihe links noch 2 verbleibende freie Anschlüsse. Der Grund sind die Zelter in dieser Reihe, die offenbar keinen Strom benötigen. Denn obwohl die Bereiche nicht parzelliert sind, scheinen ungefähr genauso viele Anschlüsse vorhanden zu sein, wie vermutlich Wohnwagen und Wohnmobile auf das jeweilige Areal passen.
Bei uns geht die Rechnung allerdings nicht ganz auf, weil unsere Nachbarreihe rechts von uns wohl nur als eine Art „Notwiese“ dient und keine eigenen Anschlüsse besitzt.
Ergo haben sich einige, die auf dieser Wiese stehen, aus unserem Stromkasten die letzten Anschlüsse mit langen Verlängerungskabeln unter den Nagel gerissen.
Gut, macht ja nichts, können wir ja auch so machen. Und wenn die Zeltcamper in der Reihe links keinen Strom brauchen, ich nehme ihn gern 😉
Nur das Heranschaffen an das Wohnmobil wird zur kleinen Herausforderung! Zum allerersten Mal müssen wir hierfür nämlich unsere Kabeltrommel komplett ausrollen und sogar noch das Anschlusskabel von der Kabeltrommel ins Fahrzeug einstecken. Ich schätze mal, dass wir ungefähr 60 Meter Kabel verlegt haben.
Aber es reicht am Ende und wir haben Strom, ohne unseren schönen Platz aufgeben zu müssen.
Puh!

     Auf dem Campingplatz Preikestolen mit dem Wohnmobil
     Wir stehen mit unserem Wohnmobil auf dem Campingplatz Preikestolen

Mit dem Stromanschluss sind wir nun natürlich „Schiff klar für Camping“.
Sogleich beginnt das Ausrichten der SAT- Anlage und das Ausräumen unserer Campingmöbel.
Immerhin stehen wir 2 Tage hier und weil der Abend so schön ist, wollen wir auch noch ein wenig draußen vor dem Mobil sitzen und uns noch was Leckeres zu essen kochen.
Für unser Abendessen haben wir uns für eine japanische Nudelpfanne entschieden.
Mit Hühnchen.
Zumindest steht dies auf der Packung, was sich aber nach Studium der Zutatenliste nur als „Hühnchengeschmack“ herausstellt.
Uiuiui Samson! Hoffentlich machen die den Geschmack wenigstens aus irgendwas vom Huhn und nicht mittels eines gezüchteten Schimmelpilzes aus dem Labor.
Soll es ja geben…
Aber wir werden uns garantiert nicht über die japanische Aldi- Nudelpfanne beschweren, denn während die Pfanne auf meinem kleinen Campinggaz Camp Bistro vor sich hin brutzelt, läuft mir beim Anblick und Geruch schon das Wasser im Mund zusammen.
Ich komme während des Kochens ein wenig ins Gespräch mit unseren unmittelbaren Nachbarn, die quasi im Schatten unseres Wohnmobils mit dem Zelt und Auto campieren.
Auch sie fragen mich, wie es denn so sei mit dem Wohnmobil.
Offenbar ist das für einige etwas Besonderes, dass wir in unserem noch recht jungen Alter schon mit einem Wohnmobil unterwegs sind. Auch, wenn es eindeutig ein altes und damit wenig teures Mobil ist.

         
     So, die Vorbereitungen fürs Kochen beginnen.      Brutzeln mit Ausblick! Hinten gegenüber stehen die Gladbacher

Nachdem die Nudeln zunächst gekocht und dann gebraten sind, lassen wir uns die wahrscheinlich huhnbefreiten Hühnernudeln mit dem in der Rezeption gekauften Brot schmecken.
Herrlich diese Idylle! Man schaut auf die großen und grünen Hügel rund um den Platz, erfreut sich am Vogelgezwitscher und genießt in der norwegischen Abendsonne ein leckeres Menüchen.

         
     Joah, das wird was! Hühnernudeln auf unserem Camp Bistro    So, fertig! Jetzt wird lecker gegessen! 🙂

Nur das anschließende Spülen von Pfanne und Geschirr fällt mir natürlich zu, was ich auch sogleich übernehme.
Hierfür spaziere ich extra zum Sanitär- und Versorgungsgebäude, damit wir die Fettreste nicht in unserem Abwassertank spazieren fahren.
Passt ganz gut, denn ich wollte mir eh mal die Serviceeinrichtungen genauer anschauen.

Am Servicehaus angekommen setzt sich der gleiche Trend fort, den ich auch schon in der Rezeption mitbekommen habe.
Alles voll!
Ich muss mich vor dem Servicehaus in einer Schlange anstellen, bis ich eine freie Spülstelle ergattern kann.
Dann geht die Pfannenschrubberei los, was dank Teflonbeschichtung aber nicht allzu schwer fällt.
Mit dem sauberen Geschirr geht es dann zurück zum Wohnmobil, wo ich das Geschirr gegen die Duschsachen eintausche.
Besser, wir gehen heute Abend duschen, damit wir uns morgen früh nicht abhetzen müssen.
Wir haben uns nämlich überlegt, dass wir auf jeden Fall gleich den ersten Bus um halb 10 nehmen sollten.
Ich bin extra nochmals rüber in die Rezeption und hab den Busfahrplan nochmals eingehend studiert, ja sogar abfotografiert.
Dabei habe ich ein Gespräch der Rezeptionistin mitbekommen.
Zum einen hab ich meinen Eindruck der zu geringen Anzahl an Stromanschlüssen bestätigt bekommen. Denn ein gerade eincheckender Gast hatte nach einem Stromanschluss gefragt und gesagt bekommen, dass bereits alle Stromanschlüsse komplett belegt seien. Man hätte sogar schon Geld erstatten müssen, weil einige, die vorher eingecheckt und für „mit Strom“ bezahlt hätten, keinen freien Anschluss mehr vorgefunden haben.

         
     Ein paar Einblicke vom Campingplatz: Gut belegt!      Der kleine vor dem Großen: Die Campingwiese ist voll belegt

         
     Die Spätankommern bekommen keinen Strom mehr…    Übungstrail am Servicehaus für den Preikestolen 😉

Was aber weitaus wichtiger ist: Das Wetter morgen soll schlechter werden! Der Gast hat nämlich nach dem Wetter für morgen gefragt (das hätten wir besser auch mal getan!) und die Info bekommen, dass für morgen ab Nachmittag Regen angesagt ist.
Uiuiui! Einen vom Regen genässten Felsen zu beklettern ist sicherlich keine gute Idee! Und da wir ja nicht nur rauf wollen, sondern hinterher auch wieder runter müssen, brechen wir lieber so früh wie möglich auf! Was soll´s, stellen wir uns heute Abend eben einen Wecker und verzichten notfalls morgen früh auf die Dusche.

Die Dame in der Rezeption hat uns übrigens nicht belogen, als sie mir die Vorteile des Campingplatzes kurz aufgezählt hat, als ich beim Preis geschluckt habe.
Klar war es klar, dass die exklusive Lage hier am Preikestolen exklusiv bezahlt werden will.
Und wie man ja eindeutig sieht, ist auch bei der vergleichsweise teuren Übernachtungsgebühr trotzdem der Platz gut besucht.
„Dafür sei aber“, so meinte die Dame beim Einchecken, „das Warmwasser gratis und unbegrenzt“.
Tatsächlich ist es das, was natürlich im Umkehrschluss auch wieder für Wartezeiten sorgt.
Denn es stehen für uns Kerle gerade mal 3 Duschkabinen zur Verfügung, was natürlich hoffnungslos zu wenige sind!
Erschwerend kommt nun hinzu, dass das Wasser eben kostenlos und unbegrenzt ist, sodass man sich auch ausgiebig duschen kann.
Was mich in der Dusche natürlich freut, sorgt so natürlich vor der Dusche erst einmal für Wartezeit.
Tja, die zwei Seiten einer Medaille. Ein Glück, dass man erst warten muss und dann das Vergnügen bekommt. Anders herum wäre nämlich schlecht für das Empfinden 😉

         
     Zwar klein, aber kein Grund zur Klage: Die Serviceräume   Nicht gelogen! Warmes Wasser, kostenlos und unbegrenzt 🙂

Frisch geduscht kehre ich gegen halb 10 zu unserem Wohnmobil zurück.
Und während Deutschland sein WM- Spiel spielt und gegen Ghana gewinnt, gewinnen wir in Punkto „beste Vorbereitungen für den Preikestolen“!
Der Rucksack ist gepackt, Getränke und Essen vorbereitet und nun geht es auch noch, obwohl es gerade mal 23 Uhr ist, schon ab ins Bett!
Damit wir morgen ausgeschlafen sind!
Das Problem ist nur, wir sind noch gar nicht müde und auch draußen ist es ja noch immer recht hell!
Also verdunkeln wir das Wohnmobil und versuchen trotz der Aufregung und Vorfreude auf morgen, den nötigen Schlaf zu finden.

         
     23 Uhr, typisch Norden: Es ist noch immer hell…       Reiseverpflegung! Damit packen wir unseren Rucksack

Übrigens: Scheinbar haben wir die norwegische Sonne komplett unterschätzt! Ob nun das Strandsitzen heute Mittag, oder der sonnige Stadtspaziergang durch Stavanger Schuld ist, wissen wir nicht.  Aber wir haben uns doch tatsächlich einen Sonnenbrand eingefangen. Ganz leicht zwar nur, aber dennoch deutlich sichtbar!
Hoffentlich wird das kein Problem, wenn wir am morgigen Tag den Preikestolen hinauf klettern müssen und dabei auch noch die Sonne brennt.
Aber Sonnencreme ins Gepäck? Nein danke! Wir schleppen eh schon schwer genug, da bleibt jedes unnötige Gramm definitiv im Wohnmobil. Da kann der Sonnenbrand brennen, wie er will 😉

Statistik des Tages:
Normalerweise bin ich es ja, der auf unseren Reisen regelmäßig von Mücken zerstochen wird.
Nicht selten habe ich gleich ein halbes Dutzend zu vermelden, während Anja komplett mückenfrei aus einem Urlaub hervor geht.
Aber in diesem Urlaub haben wir zum ersten Mal „verkehrte“ Welt!
Nicht ohne Stolz präsentiert mir Anja als bisherige Ausbeute für diesen Urlaub gleich 2 schöne große runde Bollen, die sie für diese Reise eindeutig in Führung bringen!
Ich glaube, Norwegen könnte mir als Reiseland gefallen 😉
Mückenstichstatistik:
Anja: 2
Björn: 1

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere

Beitragskommentare