Ob ihr diesen Reisetag als Teil unseres Reiseberichts „Rundreise durch die Chalkidiki“ oder als eigenständige Reise zu unseren Reiseländern „Mazedonien (FYROM) aufgerufen habt, ist fast egal. Hier an diesem einen Tag erzählen wir euch heute eine abenteuerliche Geschichte einer Bahnfahrt nach Skopje von Griechenland aus. Eisenbahn wie zu Opas Zeiten, Verspätungen, die deutsche Pendler in den Wahnsinn treiben würden und am Schluss ein Erlebnis, welches die Wertigkeit eines deutschen Passes und der deutschen Nationalität in Europa belegt. Hier ist alles dabei…


Anjas Wecker klingelt früh! Unwirklich für einen Urlaub! Und auch das, was heute auf dem Programm steht, ist keineswegs das, was man im Reiseführer findet oder generell im Urlaub unternimmt!
Wer an der Kurzreise nach Mazedonien, der ehemaligen jugoslawischen Republik nicht interessiert ist, kann diesen Tag gerne überspringen, jedoch verpasst er ein wirklich interessantes Abenteuer.
Es beginnt damit, dass wir wie gesagt früh aufstehen mussten.
Es gibt genau 2 Züge am Tag, die von Griechenland nach Mazedonien fahren.
Einer morgens, einer abends.
Den Morgenzug haben wir uns für unsere Reise nach Skopje, der Hauptstadt von Mazedonien ausgesucht.
Wir wären nur allzu gern mit dem Mietwagen gefahren, aber wie bereits eingangs erwähnt ist das mit dem Mietwagen leider nicht erlaubt. Egal, welche Firma wir für einen Mietwagen wählen, kein Anbieter erlaubte den Grenzübertritt.
Da wir uns auch durch die horrenden Parkkosten in Thessaloniki in unserem Vorhaben so lange wie möglich im Auto zu fahren bestätigt sahen, haben wir uns für den letzten Ort auf griechischer Seite Idomeni entschieden, ein Ort, der auf keiner Urlaubskarte verzeichnet war, uns jedoch durch die Bahnauskunft und durch den 45-minütigen Aufenthalt am geeignetsten erschien.
Um 07;00 Uhr verlassen wir das Hotel, auf das Frühstück mussten wir heute verzichten, es wäre eh erst ab 07:30 Uhr serviert worden. Zeit dafür hätten wir eh keine gehabt, um 9:15 sollte der Zug in Idomeni eintreffen und wir hatten uns ca. 200 km Reiseweg ohne „Suchzeit“ vor Ort ausgerechnet.

Es war bereits hell, als wir den Parkplatz des Hotels verließen.
Die Fahrt bis Thessaloniki und auch darüber hinaus verlief ereignislos, erst als wir nördlich von Thessaloniki auf der E 75 immer näher auf Polikastro zuhielten, fing es an interessant zu werden.
Idomeni war nicht ausgeschildert, auf der Karte war kurz vor der Grenze jedoch eine Abfahrt eingezeichnet, diese sollte uns hoffentlich nach Idomeni führen.
Wir passierten Polikastro und an Beschilderung war nur noch „Grenzstation“ zu entnehmen, ein Schild „Letzte Tankstelle vor der Grenze“ auf deutsch ließ unseren Mut schwinden den Ort zu finden.
Es folgte zwar noch eine völlig unbeschilderte Ausfahrt, die wir auch probierten, die Strecke endete jedoch an einer Baustelle auf einer Brücke, ob wir weiter fahren konnten und überhaupt richtig waren, wussten wir nicht.
Wir kehrten daher zurück zur Schnellstrasse und fuhren wieder in Richtung Grenze, die auch nach 2 km erreichten.
Kurz überlegten wir uns gegen die Mietwagenauflagen zu verstoßen und doch einfach so nach Mazedonien rein zu fahren.
Ein Schild mit der Aufschrift Skopje 168km ermutigte uns zusätzlich.
Letztlich siegte doch die Angst davor, dass wir trotz größter Vorsicht jedoch in einen Unfall durch Dummheit eines anderen Fahrers verwickelt werden könnten und so hielten wir doch lieber an der Grenzstation an.
Neidisch verfolgten meine Blicke einen VW Golf II, der einfach so die Grenze passierte, beide Schlagbäume, griechische und mazedonische Seite wurden einfach so geöffnet.
Höh? Passkontrolle? Keine Ahnung…

    

alte Mautstation an der E 75                       Grenzstation Griechenland / Mazedonien auf der E 75

Wir begaben uns in die Imbissbude an der Grenzstation und fragten die dort arbeitenden Damen auf englisch nach dem Weg nach Idomeni, sie erklärte uns in sehr schlechtem Englisch, dass wir über die vorhin vorgefundene Brücke fahren müssten.
Sicher waren wir jedoch wegen des schlechten Englisch nicht, es hätte genauso gut heißen können, dass die Strecke gesperrt wegen Brückenbauarbeiten gesperrt sei, wir berieten uns also in deutsch, was denn jeder verstanden habe und plötzlich fing die Dame am Tresen an zu grinsen, den deutsch konnte sie offenbar besser, als englisch.
Sie erklärte für uns bedeutend verständlicher, dass wir die Brücke und die Kiesstrasse entlang fahren mussten, bis wir rechts Häuser sehen würden, dort rechts abbiegen und wir wären in Idomeni.
Hätte mir auch einfallen können es erst mit deutsch zu probieren, immerhin hatten wir ja kurz zuvor auch das Schild „letzte Tankstelle…“ und nicht „Last Petrol Station..“ passiert.

Wir drehten also an der Grenzstation um und fuhren die 1,5km zurück um nochmals die unbeschilderte baustellenähnliche Abfahrt zu versuchen.
Wir querten einige Brücken, der Weg glich tatsächlich mehr einer Kiespiste, denn einer Strasse.
Rechts sahen wir von einer Brücke aus dann auch Häuser und Eisenbahnschienen.
Im Ort Idomeni war sogar der Bahnhof ausgeschildert und so erreichten wir den Bahnhof pünktlich, als der Zug einfuhr.
Wir parkten den Wagen gegenüber vom Bahnhofsgebäude, hier direkt an der Polizeistation werden wir das Auto wohl auch heute Abend noch wiederfinden. Hoffe ich zumindest.

        
Die Kiespiste von der Autobahn…       …wird zur befestigten Strasse…             …und endet am „P&R“ in Idomeni.

Der eingefahrene Zug war tatsächlich unserer, einige weniger Wagen vergangener Zeiten, die stark an die ehemaligen Schmuckstücke Deutscher Reichsbahn VEB Wagonbau Görlitz erinnerten, ich kann mich nicht erinnern, wann ich in Deutschland das letzte Mal in einem Abteilwagen gesessen habe, muss schon länger her sein.
Der Zug wartete sehr lange und entschied ich mich noch im nahen Cafe ein kleines Frühstück zu besorgen, Baguettes wie an der Grenzstation suchte ich allerdings vergeblich, statt dessen ersteigerte ich einen warmen Krustenkringel aus einer Art Blätterteig, der mit Sesam und Kürbis gefüllt war.
Ganz klar nicht mein Geschmack, meine Frau ließ sich allerdings nach meiner Rückkehr zum Zug diese authentische Köstlichkeit schmecken

         
    pünktliche Einfahrt unseres Zuges      Bahnhofsimbiss in Idomeni (GR)            die griechische Lok 120 029

           
Im Inneren des Zuges                           Abteil reserviert ?                                 ähhh. hübsch und kuschelig?

Endlich setzte sich der Zug in Bewegung um nach 2 oder 3 Kilometern wieder zum stehen zu kommen.
Gevgelija, mazedonischer Boden, wir waren somit seit langem mal wieder aus der offiziellen EU ausgereist!

De griechische E-Lok wurde abgekoppelt und verließ im Nachbargleich den Bahnhof wieder in Richtung, aus der wir gekommen waren, tschüss, Europa, wer weiß, was nun auch uns zukommt.
Es kam der Zoll, ein Mann mit lässig umhängenden Ausweis in Zivil befragte uns nach dem Ziel der Reise und ob wir was zu verzollen hätten, wir verneinten und bekamen von einem zweiten Beamten in Uniform ohne Rangabzeichen, wahrscheinlich sein Hiwi, kleine Papierzettelchen, die wir ausfüllten (Name, Ausweisnummer, Herkunft, usw.).
nach kurzer Zeit erschien dann ein weiterer Beamter in Uniform und 2 Streifen auf dem Schulterblatt bei uns und nahm uns die Zettelchen ab, als Gegenleistung haute er uns wirklich einen schönen Stempel in den Reisepass.
Nun waren wir offiziell eingereist.

Eine Lok der makedonischen Staatsbahn wurde angekoppelt, sah ein wenig aus, wie die alten österreichischen E-Loks nur 20 Jahre älter und es wurde allerlei betrieblicher Aufwand betrieben.
Offenbar hat Griechenland kein vernünftiges Grenzabkommen mit dem Mazedoniern, denn neben der Neuaufnahme der Zugreihung wurde der Zug auch durch einen Wagenmeister genauestens untersucht.
An unserem Wagen hatten sie wohl was auszusetzen, denn der Wagenmeister, erkennbar an dem wichtig anmutenden Hammer, rief einen seiner Kollegen im dreckigen Mantel herbei, der sich sogleich unter den Zug am hinteren Drehgestell schwang und dort anfing zu hantieren.
„Na Bravo“, fiel es mir dazu nur ein, allein ich sah nun mindestens 6 Mann in diesem Bahnhof arbeiten, so wird das natürlich nichts, naja, vielleicht liegt es nur daran, dass es sich um einen Grenzbahnhof handelte und nur deswegen so viele Gestalten hier rum turnten.
Offenbar falscher Alarm, nachdem Luft abgelassen wurde, krabbelte der Mann wieder unter dem Wagen hervor und erstattete seinem Herrn mit dem Hammer ausführlich Bericht.
Hinzu kam auch noch der Lokführer und die Aufsicht, erkennbar an der roten Kappe und so berieten offenbar alle zusammen, was vorgefallen war.
Nach schier endlos langer Wartezeit ging der Lokführer wieder nach vorne und die Aufsicht machte sich bereit das Abfahrtsignal zu geben.
Er hob eine grüne Kelle und der Lokführer quittierte die Aufnahme des Signals durch einen kurzen Achtungspfiff.
Wir setzten uns in Bewegung, die E-Lok zerrte an dem Zug, dass es mich sichtlich überraschte, von außen machte die Lok jedenfalls nicht viel her, aber zog wider erwarten ganz schön was vom Teller.

              
Einfahrt in Gevgelija (FYROM)…                  der Bahnhof…                                          ….und das Stellwerk am Bahnsteig

Wir erreichten bald den nächsten Bahnhof dessen Name ich auf dem Bahnhofsschild nicht mehr erkennen konnte, der Zug füllte sich langsam, nur durch geschicktes „in den Abteilzugangstellen“ verhinderten wir, dass wir unseren exklusiv genutzten Raum teilen mussten.
Der Zug setzte sich wieder in Bewegung und wir durchfuhren malerische Bergschluchten immer dicht am Wasser entlang.

              
Einige Bilder aus dem fahrenden Zug          am Fluss entlang                                      durch die Berge

Schon bald erreichten wir wieder einen Bahnhof D Kapija.
Offenbar hat die Aufsicht in Mazedonien doch noch das letzte Wort, der Lokführer hupte kurz, was das „Rotkäppchen“ mit Klopfen auf seine Uhr quittierte, dennoch holte er seine grüne, wahrscheinlich heilige Kelle aus dem Aufsichtsbesamtenaufenthaltsraum und gab mit einem Achtungspfiff und Hochhalten der Kelle dem Zug endlich einen Abfahrauftrag und wir setzten uns abermals in Bewegung.
So ging das Spiel eigentlich in jedem Unterwegsbahnhof.

         
Einer der vielen Unterwegshalte                Das letzte Wort hat hier noch der Mann mit der Kelle…

Kontrolliert wurden wir auch, die Abteiltür wurde aufgerissen und der liebliche Geruch von vergorenem Alkohol drang uns entgegen. Dieser Zugbegleiter hatte offenbar gut getankt, nur mit Mühe konnte er die Fahrkarten abstempeln, ich glaube er hat sich gar nicht richtig die Karten ansehen können.
Er lallte uns was auf mazedonisch entgegen, was wir als „Gute Reise“ interpretierten und nickten artig und unterwürfig mit den Köpfen.

              
Unterwegsimpressionen                             D-Kapija                                                   Negotio-Vardar

              
    kleine Autos                                              Diskussion mit Lokführer, Wagenmeister,                          abgestellte Kesselwagen
Aufsicht und einigen Reisenden…

Wir erreichten wieder einen Bahnhof, hier tat zum ersten Mal ein junger Aufsichtsbeamter Dienst.
Ich machte gerade ein paar Bilder vom namenlosen Bahnhof, als dieser dem betrunkenen Zugbegleiter 3 Fenster weiter etwas zurief.
Ich dachte nun es würde wieder ein spannendes Kapitel in Sachen mazedonischer Eisenbahnromantik aufgeschlagen, als er Zugbegleiter auf mich zukam und mir die Hand vor die Kamera hielt.
„Fotografierie niskupat“ hab ich verstanden und somit wurde mir freundlich aber nachhaltig erklärt, dass das Fotografieren im Zug oder der außen liegenden Bahnanlagen wohl offenbar verboten war.
Jetzt war ich überrascht, in allen anderen Bahnhöfen hatte es offenbar niemanden gestört, ob es nun nur hier oder generell verboten war, wusste ich nicht.
Ich bekam jedenfalls Angst um die Kamera und die erstellen Bilder und so packte ich unsere Digi schnell weg.
Ich spielte wieder den unterwürfigen und wollte mich hier außerhalb der sicheren EU- Grenzen nicht auf eine Diskussion einlassen.
Wir fuhren wieder an und nach einiger Zeit kam der angeheiterte Schaffner wieder zur Tür herein, ich fürchtete nun, dass die eben ausgebliebene Löschaktion der bisherigen Bilder bis hin zur Konfiszierung der Kamera alles möglich war, zu unserem Glück erklärte mir der Schaffner nochmal lächelnd „Fotografiri niskupat“ und ich nahm die hand zum Militärgruß an die Stirn um meine Unterwürfigkeit und Unwürdigkeit zu demonstrieren und ein Signal zu geben, dass ich verstanden hätte und hoffte so schlimmeres zu vermeiden.
Meine Frau setzte dazu eine Unschuldsmiene á la „wir nur dumme Touristen“ dazu auf und so schien es zu klappen, er zögerte einen Moment und ich überlegte ob vielleicht 20 Euro seine Meinung nun zu gehen unterstreichen und es damit gut sein zu lassen könnte, da machte er sich von ganz allein aus dem Abteil.
Glück gehabt!

         
   ein anderer Zug                                        das vorerst letzte Bild, ab hier hieß es „Fotografierie niskupat“

Für den Rest der fahrt beließ ich die Kamera jedenfalls an Ort und Stelle in meiner Jacke und verzichtete auf weitere Fotos.

Nachdem wir in Skopje angekommen waren, wurden wir bereits freundlich erwartet und begrüßt.
Meine Frau hat hier Verwandte mütterlicherseits und nach 13 Jahren Abwesenheit war die Wiedersehensfreude entsprechend groß.
Wir verbrachten einen schönen Nachmittag im Kreis der entfernten Familie und wurden trotz der nach unserem Maßstab sehr geringen wirtschaftlichen Verhältnisse im Land und der hier lebenden Menschen fürstlich, ja sogar königlich bewirtet.

         
zusammen Bilder gucken                           reichlich gedeckter Tisch

Da an diesem Tag auch nur ein Zug, der Gegenzug zu unserem D 410, der D 411 zurück nach Griechenland fuhr, blieben uns nur wenige Stunden der Wiedersehensfreude und wir machten uns gegen 15:30 auf zurück zum Bahnhof.
Obwohl die Familie nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt wohnt, ließen sie es sich nicht nehmen uns mit ihrer neuestens 4000,- € teuren Errungenschaft, einem Opel Vectra Modell A zum Bahnhof zu fahren.
Ein Wagen, der bei uns für 100 € den Besitzer wechselt, ist hier ein Jahresgehalt und mehr zu bekommen.
Habe gefragt ob es Sinn macht einen ausgedienten deutschen Wagen hierher zu fahren und dann zurück zu fliegen, mir wurde jedoch gesagt, dass die Fahrzeuge entsprechende Papiere haben müssen.
Auto ohne Papijerie: 400 €
Auto mit Papijerie: 4000 €
Alles klar, nutzt wohl nichts.
Allenfalls ein Auto in Teilen wäre von nutzen.
Hierzu fehlt mir allerdings der passende Anhänger und im weitesten Sinne eine Anhängerkupplung für mein Auto.

Nachdem man uns zum Bahnhof gebracht hatte, kam was kommen musste, der Zug wurde mit 60 Minuten Verspätung vorgemeldet.
Zum Warten zu lang und zur Rückfahrt zu kurz, wir entschieden uns die Wartehalle aufzusuchen.
Hier wurde mir zum ersten Mal deutlich wie heruntergekommen die ganze Stadt doch ist.
Alles dreckig, kaputt, verschlissen, verbraucht.
Der Bahnhof, neu gebaut in der 60ern nach einem Erdbeben in Skopje, war derart herunter gekommen, dass man meinen könnte, man steht irgendwo in Russland in einem Bahnhof.
Die kommunistische Bauweise verfallen und dennoch allgegenwärtig.

              
Bahnhof Skopje von der Seite                    Öffentlicher Nahverkehr                             Ausblick Richtung Zentrum

              
1 Stunde Verspätung                                 am Bahnsteig                                            kommunistische Betonbauweise

         
Rollendes Material im Bahnhof Skopje, so langsam traue ich mich auch wieder offen zu fotografieren

Ich beriet mich in der Zwangpause mit meiner Frau, warum es so schlimm aussehen würde, sie meinte, es würde an allen Ecken und Enden am Nötigsten und eigentlich immer wieder am Geld fehlen, ein Land, wo 50 € durchaus die Rate einer Monatsrente darstellen kann, da haben die Leute eben andere Sorgen, als einen sauberen Bahnhof.
Dieses Argument kann ich auch nur zum Teil gelten lassen.
Putzeimer sollte man hier haben und durchwischen und mal sauber machen kann man auch mit Geldsorgen.
Wenn in den Provinzbahnhöfen 6 Mann arbeiten, wo bei uns keiner mehr vor Ort sitzen würde, da kann man auch erwarten, dass man mal seinen Bahnhof sauber halten kann.
Im Gedanken versunken begutachte ich erneut die Anzeigentafel und stelle fest, dass unser Zug nun mit 2 Stunden Verspätung angezeigt wird.
Dies ist uns dann doch zuviel.
Wir nehmen das Angebot wieder zum Haus der Familie zurück zu kehren dankend an und so sitzen wir 15 Minuten später wieder zusammen.
Nach einer Stunde ruft einer der Verwandten, Jovce am Bahnhof an und lässt sich die aktuelle Verspätung mitteilen, die nochmals zugenommen hat.
Nach 2 Stunden kehren wir zum Bahnhof zurück.
Ich mache mit Händen und Füssen verständlich, dass wir die paar Meter auch zu Fuß gehen können, aber davon wollen die lieben Leutchen hier nichts wissen und so fahren wir wieder die paar Meter zum Bahnhof.
Am Bahnsteig angekommen bekommen wir eine Durchsage mit, dass der Zu erneut 35 Minuten an Verspätung zusetzt.
War ja klar.
Langsam wird es dunkel in Skopje, bis der Zug eintrifft, haben wir die 3-Stunden Verspätungsmarke überschritten.
Ich mache einige heimlich Fotos vom Bahnhofsgeschehen, erstaunlich, dass in dieser langen Zeit nur vielleicht 3 oder 4 andere Züge hier entlang gefahren sind.
Besonders wundere ich mich über eine Konstellation, hier wird lediglich ein Wagen von einer E-Lok gezogen.
in lausiger Wagen stellt hier wohl so was wie ein Nahverkehrszug dar.
Und der Wagen war nichtmal besonders gut belegt.

         
Es wird dunkel im Bahnhof, wir warten nun schon 2 Std 35 Min Verspätung ab…

Endlich kommt auch unser Zug, der Bahnsteig steht voll mit Menschen, die die Einfahrt des Zuges mit Applaus begrüßen.
Nun folgt wieder ein Stück mazedonische Bahnlogik.
Obwohl der Zug bereits mit einer mazedonischen Lok ausgestattet ist und diese am Zug verbleibt, kommt wieder ein Wagenmeister, erkennbar an dem Meisterhammer, zusammen mit 2 Hiwis in blauen Anzügen zum Zug. Diese erkunden nochmals den Zug, nehmen die mit Sicherheit längst bekannte Reihung auf und klopfen hier und da mal an den Wagen rum.
3 Mann hier und die Bahnhofshalle passen einfach nicht zusammen…

Wir müssen uns diesmal ein Abteil mit 2 weiteren Mitreisenden teilen. Es ist dunkel im Zug, die Beleuchtung ist ausgefallen, ich hoffe es handelt sich nur um eine defekte Batterie und dass das Licht bei Fahrt dank Generator wieder angeht.
Die Hoffnung hat sich leider nicht bestätigt.
Zwar kommt kurz Licht auf, dann haut es jedoch aus dem Sicherungskasten, wie wenn man 100.000 Volt ungewollt erdet und somit sitzen wir die erste Hälfte der Bahnfahrt im dunkeln.
Die beiden Mitreisenden fragen uns ob wir mazedonisch können, wir entgegnen, dass wir es nicht können, da sie keine andere Sprache sprechen können wir uns leider nicht verständigen.
Ein bisschen mulmig ist es schon, ich meine es ist stockfinster draußen, der einzige Lichtschein (obwohl Lichtschein zu viel beschrieben ist) stammt aus der Toilette.
Hier habe ich selbst bei Abfahrt in Skopje das Licht eingeschaltet und nun leuchtet es aus dem Fenster.
Der Lichtschein wird vom vorbeifahrenden Bahndamm reflektiert. und so können wir wenigstens die Silhouetten der Mitreisenden erkennen.
Ich bin hundemüde, dennoch zwinge ich mich aufgrund der beiden „dunklen Gestalten“ gegenüber vollständig wach zu bleiben.
Immerhin haben wir Digicam, Ausweise, Laptop, Portemonnaie und Co dabei.
Auch wenn ich nicht ernsthaft glaube, dass die beiden Mitfünfziger von gegenüber uns berauben würden, muss man ja keine zusätzliche Gelegenheit dazu bieten.
Der Schaffner kommt und kontrolliert im fahlen Lichtschein seiner Handlampe unsere Karten.
Unsere Mitreisenden heben zum Gruß die Hand, komische Art Bahn zu fahren, denn eine Fahrkarte zeigen sie nicht vor.
Der Schaffner sieht uns und vermutet mit einem freundlichen „Germani?“ gleich korrekt unsere Herkunft.

Die Reise geht weiter durchs dunkel der mazedonischen Nacht.
Wir erreichen einen weiteren Bahnhof und offenbar hat man sich wegen dem Licht Verstärkung geholt, plötzlich arbeiten drei Mann am Sicherungskasten, das Licht geht auch kurz an nur um dann demonstrativ mit einem Flitschen der Sicherung uns wieder ins dunkel zu hüllen.
So geht es ein wenig hin und her, Licht an, Licht aus, bis wir den Bahnhof wieder verlassen und es leider dunkel bleibt.
Im nächsten Bahnhof beinahe das gleiche Spiel, wir haben mittlerweile Veles erreicht.
Die beiden Mitreisenden steigen aus.
Veles ist wieder eine größere Stadt, hier versucht man erneut das Licht wieder in Gang zu bringen.
Bei der Abfahrt ist es zwar noch dunkel (wir haben uns mittlerweile an das Dunkel gewöhnt und den besonders hellen und klaren Sternenhimmel Mazedoniens bewundert), aber plötzlich als wir uns wieder in Bewegung setzen und ungefähr 30 km/h erreicht haben, geht die Notbeleuchtung auf dem Gang an.
Nun haben wir immerhin genug Licht, dass wir alles problemlos erkennen können, unser Nachbarabteil schaltet sogar die Neonbeleuchtung im Abteil ein. Bei uns ist die Beleuchtung nicht funktionsfähig, aber das macht auch nichts, das Licht wäre uns eh zu grell gewesen.
Es ist komisch, wir sehen auf der Fahrt Dörfchen und Ortsnamen, die wir zuvor auf der Hinfahrt nicht gesehen haben.
Wir sind nicht sicher, ob wir im richtigen Zug sind, jedenfalls halten wir viel öfter, möglicherweise hält der Zug aber nun auch an Stellen, die wir vorher nicht zu Gesicht bekommen haben.
Zeitlich sollten wir so langsam die Grenze erreichen, aber wegen der Verspätung können wir nicht genau sagen, ob wir richtig sind und vor allem wo wir sind.
Zu unserem Pech ist die Strecke zur Grenze, also die Hauptbahnlinie zwischen Griechenland und Mazedonien nur eingleisig, wir stehen oft in Bahnhöfen und warten minutenlang au Kreuzung mit einem anderen Zug.
Auf dem Hinweg ist uns das nicht so sehr aufgefallen, da wir da wohl im Plan fuhren und somit eigentlich nirgendwo auf einen Gegenzug warten mussten, wenn ein Zug warten musste, dann ein Zug auf uns.
Auf dem Rückweg ist es nun wie gesagt anders und wir verlieren zusätzlich Zeit.
Zusätzlich halten wir wie gesagt auf Bahnhöfen, die wir auf dem Hinweg nicht besucht haben, Bilder machen kann man bei dem fahlen Licht vergessen und mit Blitz möchte ich keine Aufnahmen machen, da ich noch immer nicht sicher bin, ob es nun gestattet ist, oder nicht.
Endlich erreichen wir Gevgelija und sind erleichtert, dass wir wohl offenbar doch den richtigen Zug erwischt haben.
Nun heißt es aber nochmals bangen:
Die liebe Familie hat uns viele leckere Köstlichkeiten für die daheimgebliebenen mitgegeben.
Zu unserem Reisegepäck gehören 2 Liter bester Slivovic, formschön und neutral eingepackt in einer alten 2 Liter Colaflasche, dazu ein Sixpack mazedonischen Bieres und 2 Flaschen mazedonischer Wein.
Damit liegen wir mit Sicherheit über der Freigrenze für 2 Personen, aber wir wollen dennoch versuchen diese Gegenstände mit nach Hause zu nehmen.
Ich schaue aus dem Fenster uns bekomme mit, wie die mazedonische Lok abgekoppelt wird (2 Mann sind damit beschäftigt) und sich langsam vom Zug entfernt.
Es betritt ein Zöllner Mazedoniens das Abteil, das Licht im Flur ist noch an, er schaut sich unsere Pässe an und ist offenbar überrascht hier zu so später Stunde und in diesem Zug Deutsche zu finden.
Er sucht sich 2 Kärtchen aus der Hosentasche zusammen, die wir bereits auf dem Hinweg ausgefüllt haben.
In diesem Moment geht das Licht im Wagen wieder aus, der Beamte versucht mehrfach das Licht wieder einzuschalten, jedoch ohne Erfolg.
Der Beamte winkt uns kurz an der Tür und sagt lautstark etwas auf mazedonisch und schon stiefelt er mit unseren Pässen in Richtung nächster Wagen.
Wir sofort das Gepäck zusammen gesucht und hinter dem Mann her, immerhin hat er unsere Pässe dabei.
Mir fällt auf, wie leer der Zug doch hier an der Grenze geworden ist, aber für einen Gedanken hieran bleibt keine Zeit, unsere Pässe sind gerade auf „Wanderschaft“.
Unterwegs treffen wir weitere Beamte, die die Deckenverkleidung des Wagens gerade auseinander nehmen, so langsam wird uns mulmig, war doch bei der Einreise auch nicht so…
Wir haben Glück, er weist uns ein leeres Abteil im nächsten vollständig beleuchteten Wagen zu und er gibt uns die ausgefüllten Kärtchen zusammen mit unseren Pässen zurück.
Nanu?
Kein Stempel in den Pass wegen Ausreise und so?
Der Beamte stiefelt zurück in den ersten beleuchteten Wagen und wir bekommen mit, wie er die letzten verbliebenden Mitreisenden aus dem dunklen Wagen hier hinüber holt, vom anderen Ende des Wagens hören wir erste Stempelgeräusche und das Knistern von Papier, vermutlich Visadokumente.
Der „Stempler“ kommt zu unserem Abteil und ist genauso erstaunt hier zu so später Stunde und fern ab jeglichen Touristenzentrums auf Deutsche zu stoßen.
Wir reichen dem Mann die Pässe und die Kärtchen und legen die unterwürfige Unschuldsmine auf, immerhin scheint der „Stempler“ einen höheren Rang zu haben, er hat 3 Streifen auf seiner Schulterklappe und alle anderen Kontrolleure erstatten ihm hin und wieder Bericht, zumindest vermute ich das, weil ständig Beamte mit keinem oder maximal einem Streifen auf dem Schulterblatt zu ihm kommen und ihm etwas sagen oder fragen.
nun schaut er sich aber erstmal unsere Pässe an und stempelt die Kärtchen auf der Rückseite, danach nimmt er die Kärtchen an sich.
Er fragt uns, ob wir etwas zu verzollen haben, zumindest vermute ich das, das ist die einzige logische Folge.
Ich zeige ihm unschuldig die Bahntickets und setze einen respektvollen und sehr unterwürfigen Blick auf.
Er grinst und ich hoffe das meine Masche zieht, kommt wohl nicht oft vor, dass er unterwürfige und offenbar leicht verängstigte Deutsche vor sich hat.
Er versucht es auf englisch: „Declare?“
Wir schütteln beide heftig den Kopf, ich überlege ob ich aufstehen und salutieren soll…
Da haut er mit Wucht die Ausreisestempel in die Pässe und reicht sie uns zurück, die griechische Lok ist mittlerweile beigefahren, es geht ein Ruck durch den Zug.
Wahnsinn, wir scheinen tatsächlich durchgekommen zu sein!

    
Unsere Stempel im Reisepass, die kleine Lok bedeutet bestimmt,
dass wir am Bahnhof jeweils die Grenze passiert haben?

Es dauert noch eine halbe Ewigkeit, dann aber setzt sich der Zug endlich in Bewegung.
Wir atmen erleichtert auf.
Nun kommen doch die Gedanken von eben nochmal in mir hoch.
Wie unfair das ist, nur weil ich einen deutschen Pass habe, darf ich das Land verlassen.
Das wird mir nun schlagartig klar, als wir ein wenig zur Ruhe kommen.
Die Menschen hier in diesem Land sind wie gefangen, rund herum eingeschlossen und unbeweglich.
Wie muss es für den Zöllner wirken, wenn er Landsleute seines Zuges mangels Visum verweisen muss und wir „Touristen“ fahren hier rein und raus, wie es uns beliebt. Uns geht es wirklich gut, liebe deutschen Mitleser hört auf zu jammern, als Deutscher zählt man hier was, das werden wir noch mitbekommen.
Wir reden noch ein wenig darüber, wie traurig es ist, wie die Menschen hier behandelt werden und ob das irgendwann mal mit der EU was werden könnte. Aber wenn ich daran denke, wie es in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien aussieht und wie die Menschen aber im Gegenzug alles verkommen lassen, dann frage ich mich, was wirklich wichtig ist.
Zum Reisen wird ihnen sowieso das Geld fehlen.
Zum ersten Mal auf dieser Reise komme ich mir überheblich und „wie etwas besseres“ vor, obwohl ich nicht den Eindruck hatte eben dieses Gefühl zu keinem Zeitpunkt vermittelt zu haben. Was geht mir doch gut, dass wir Deutsche oder zumindest Europäer sind.
Ein echtes Abenteuer, hier auf dieser Reise haben wir wirklich alles erlebt. Eine Grenze zu überqueren haben wir schon lang nicht mehr gemacht, ein Zöllner, der mit den Pässen in der Hand einfach abhaut, auch das bewirkt ganz schön Herzrasen, mehr wie Achterbahnfahren!
Ich schaue mir die Stempel in den Pässen an, die sind wirklich schön mit der kleinen Lok.
Der Zug wird wieder langsamer, wir erreichen Idomeni, der erste Punkt in Europa, ein Stückchen Heimat.
(kleine Anmerkung vom Dezember 2010: Mittlerweile ist die Visum- Pflicht für die Ausreise aus dem eigenen Land in die EU für die Bürger Mazedoniens gefallen. Wir haben uns sehr darüber gefreut!)

Wir packen unser Zeug und unser Schmuggelgut und verlassen den Zug.
Zielstrebig gehen wir in Richtung Auto auf dem Bahnsteig entlang.
Wir hören Rufe im Hintergrund, sie gelten offenbar uns, wir drehen uns um und stellen fest, dass im Gegensatz zur Einreise die Griechen hier doch eine sehr strenge Kontrolle machen.
Sie erkennen wohl dass wir keine Mazedonier sind (immerhin bin ich blond) aber so ganz trauen sie dem Braten nicht, sofort springen 2 Beamte auf uns zu.
Klar muss komisch aussehen, dass hier mitten in der Nacht (23 Uhr) ein paar Versprengte aus einem Zug mitten im Nirgendwo aussteigen.
„Passportcontrol“ ruft uns einer, offenbar der Ranghöhere mit 2 Streifen auf der Schulterklappe, zu.
Ein weiterer Beamter kommt hinzu und so stehen uns 2 gegenüber, der dritte bezieht schräg links von uns Stellung.
Sofort setzen wir den unterwürfigen unwürdigen Blick auf und ich krame nach den Pässen, schon als der „strenge“ Beamte den pass mit dem deutschen Bundesadler auf dem Ausweisrücken sieht fragt er „Germani?“
ich nicke heftig, seine Miene hellt sich auf, der kleinere unwürdigere Beamte ist dienstbeflissen und fragt „Declare?“ Ich packe wieder die Bahntickets aus und will sie dem kleineren Beamten geben, der Ranghöhere schaut wieder interessiert, ihm wird offenbar klar, dass auch bei einem ihm gegenüberstehenden Deutschen es noch immer nicht ganz klar ist, was er hier mitten in der Nacht macht und besonders, warum die beiden Gestalten hier auch noch aussteigen.
Ich rupfe den Autoschlüssel hervor und erkläre „Mietwagen, Car Rental, nicht erlaubt, not allowed in Macedonia“,
Der Ranghöhere ist fast überzeugt: „Germani wo Hotel?“
„Nea Moudania, Oceania Club“ kommt es aus mir heraus, meine Frau macht derweil die Unschuldsmine.
Der Ranghohe lächelt und reicht uns die Pässe zurück „Gute Raise“ kommt er auf gebrochen Deutsch.
Wir wollen schon los, als der kleinere Beamte nochmals fragt „Declare?“
Der Beamte in Winkel trifft mit dem Ranghohen zusammen, die Warteposition schräg zu unserer Seite ist wohl nicht mehr erforderlich, der Ranghohe ruft seinen bei uns verbliebenen Kollegen zu sich: „Germani gud!“
Ich ergreife die Initiative zeige dem hartnäckigen Beamten meine Tüte und brabbelt: „hier, nur Chips and so, nothing else“ und öffne unschuldig die Tüte, er wirft einen kurzen Blick rein als der ranghohe Beamte in Richtung Zug zeigt und seinen Kollegen nochmals was auf griechisch zuruft.
Endlich lässt auch er von uns ab, die griechische Lok hat derweil schon einen kurzen Pfiff abgegeben, der Lokführer hat wohl lang genug gewartet und will endlich heim, folgerichtig macht er Druck und will wohl durch sein Gepfeife die Leute zur Eile antreiben.
Wir blicken nochmal zurück zu dem fast leeren Zug, „jetzt aber nichts wie weg hier“ schießt es mir durch den Kopf, bevor sie es sich nach der Abfahrt des Zuges vielleicht nochmal anders überlegen und uns vielleicht doch nochmal kontrollieren wollen.
Unser kleiner Mietwagen steht noch an der gleichen Stelle, wo wir ihn abgestellt haben.
Hastig packen wir die Klamotten in den Wagen und fahren zügig aber nicht hastig vom Hof.

Wir entscheiden die unbeleuchtete Kiespiste nicht mehr zu befahren sondern wollen auf der Verbindungsstrasse zu der vorgelegenen Ausfahrt der Autobahn zurück fahren, bis Polikastro eben.
Nun werden wir aber in den verschiedenen Dörfchen irritiert, offenbar ist bis hierhin die EU noch nicht vorgedrungen, denn die ganzen Schilder, die wir hier abseits jeder offiziellen E-Strasse befahren sind nicht zusätzlich in englisch geschrieben, sondern nur in der für uns unlesbaren griechischen Schrift.
So stehen wir oft an Kreuzungen und versuchen mit Hilfe der Karte die für uns Hyroglyphen des Schildes auf der Karte wieder zu erkennen, wir finden jedoch selten einen Ort und wenn wir doch mal einen Ort erkennen, ist es meist die falsche Richtung.
So versuchen wir es wieder mit dem Try & Error Prinzip und fahren hier mal eine Strasse lang, bis wir diese ausschließen können und versuchen es dann mit der Gegenrichtung.
Wir schaffen es schließlich, weil in einem Dorf urplötzlich die Grundrichtung Thessaloniki beschildert ist, zwar nur auf griechisch, aber wir haben das Schild in den letzten Tagen so oft gesehen, dass wir sofort griechisch korrekt „Heureka“ rufen und dieser Richtung folgen.
Gegen Mitternacht passieren wir Polikastro und finden wieder auf die Autobahn.
Nun geht es dank Missachtung sämtlicher Verkehrszeichen zügig nach Hause, gegen halb eins Ortszeit stellen wir den Wagen am Hotel ab und fallen ohne große Umschweife todmüde ins Bett, ein ereignisreicher Tag geht zu Ende.
Im Nachbarzimmer herrscht glücklicherweise Ruhe, sodass wir echt schnell einpennen.

Kilometerstand bei Abfahrt: 1057
Kilometerstand bei Ankunft: 1343
gefahrene Kilometer: 286

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