Der VW Touran 2.0 TDI als Gebrauchtwagen im Zugwagencheck

Ein Erfahrungsbericht von Campern für Camper, die sich nicht immer den schönsten, neuesten und tollsten frisch vorgestellten Wagen der Hochglanz- Prospekte leisten können.
Oder auch: „Als auch wir einmal mit komfortabel und modern reisen wollten…“.

Gelegentlich findet man in den bekannten Caravan- und Wohnwagenzeitschriften auch Testberichte zu neuen Zugfahrzeugen. Die sind auch alle ganz toll mit einem Haken: Die Autos sind alle die Neuesten, die auf dem Markt sind! Wer kann sich diese schon leisten?!
Zum Glück kann man heute, das Internet vergisst ja nichts, auch noch die Berichte zu Autos herunterladen, die vor sagen wir mal drei oder fünf Jahren aktuell waren. Oder auch vor zehn Jahren.
Sich also heute eine Zeitschrift kaufen und dann für ein paar Jahre hinlegen, bis der getestete Wagen als Gebrauchtwagen erschwinglich wird, das muss man nicht mehr. Nichts desto trotz BLEIBT ein Haken auch bei älteren Testberichten: Der Wagen war ja zum Zeitpunkt des Tests neu! Dann fährt die Redaktion damit buchstäblich mit dem Wohnwagen am Haken einmal über den Berg nach Italien, lobhuddeleit die tolle Anzugskraft am Brenner und gibt den Wagen danach an den Hersteller zurück.
Langzeittest bei Zugwagen? Testberichte über mehrere Reisen, gar noch mit einem gebrauchten PKW, der bereits einige Kilometer auf dem Buckel hat? Noch nie gesehen!

Mit diesem kleinen Erfahrungsbericht zu unserem VW Touran als Zugwagen für den Gespannbetrieb mit Wohnwagen wollen wir das ändern. Wir berichten euch, welche Erfahrungen wir mit einem absoluten Arbeitstier und beliebten Zugwagen, einem VW Touran, gemacht haben. Welche Enttäuschungen wir erleben mussten und wo wir zufrieden waren:

Inhaltsverzeichnis:

Teil 1: Die Vorgeschichte – Unsere kleine Auto- und Zugwagengeschichte

Teil 2: Kauf des VW Touran, Vorstellung, technische Daten, erste Tage

Teil 3: Viele unterschiedliche Wohnwagen und viele viele Gespannkilometer

Teil 4: Der erste Ausfall  – Geberzylinder der Kupplung

Teil 5: Der zweite Ausfall – Nehmerzylinder, Kupplung und Zweimassenschwungrad

Teil 6: Der dritte Ausfall – gebrochene Kupplungsscheibe!

Teil 7: Schluss, Ende, Aus – der Touran fliegt raus!

Teil 8: Fazit und Ausblick

 

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Teil 1 – Die Vorgeschichte

Seit 2011 sind wir Camper mit Wohnwagen. Extra zu diesem Zweck haben wir im Jahr 2011 den alten Opel Astra in Rente geschickt und einen neuen Zugwagen gekauft. Moment, Stopp, das stimmt nicht ganz. Das Auto war natürlich nicht neu, sondern gebraucht. Also kauften wir, extra für den Gespannbetrieb, einen neuen gebrauchten Zugwagen. Das erste Auto vor unserem ersten Wohnwagen war seinerzeit ein Hyundai Lantra. Ein typisches 1000 Euro Auto mit einigen Jahren auf dem Buckel, einigen Gebrauchsspuren. Schnell gekauft aber auch ebenso schnell wieder verkauft für den Fall, dass uns das Camping mit dem Wohnwagen nicht gefallen würde.

Nun, es gefiel uns. Zumindest waren die ersten Urlaube mit dem Wohnwagen annehmbar, auch wenn der Verlust unseres schönen Wohnmobils nach wie vor schmerzt. Finanziell war aber eben kein familientaugliches Wohnmobil mit Gurten in der hinteren Sitzreihe drin und der Nachwuchs war unterwegs.
Schnell merkten wir aber, dass der Wohnwagen mit nur einer zum Bett umbaubaren Sitzgruppe zu klein war, um wirklich auf Dauer familientauglich zu sein, also kauften wir einen Hobby 495 UK. Der erste mit einer festen Sitzgruppe, einem 140er Bett für uns Eltern und quer über unseren Füßen ein Etagenbett für Nils. Der perfekte Schnitt für Papa, Mama, Kind!
Mit diesem Wohnwagen wechselten wir auch das Zugfahrzeug aus. Das neue Auto, ein Daewoo Chevrolet Rezzo mit seinem 2.0 Benzinmotor und 121 PS durfte immerhin 1500kg ziehen! Das reichte!
Und so zog unser Gespann für viele Jahre und mehrere tausend Kilometer durch Europa! Wir fuhren in die Berge, wir fuhren an die See und nie gab es irgendwelche Probleme, die wir jetzt auf den Gespannbetrieb zurückführen könnten. Bremsen wie auch der Antriebsstrang, Kupplung, Getriebe, Kühlung, Motor, alle Bauteile nahmen den Wohnwagen klaglos hin.
Wir fuhren diesen Rezzo, einen absoluten Exoten auf unseren Straßen, als günstigen Kompaktvan eigentlich gerne. Problematisch gestaltete sich allerdings zunehmend die Ersatzteilversorgung für das Auto! Daewoo ging seinerzeit Anfang der 2000erJahre an Chevrolet über. Unseren Rezzo gab es daher sowohl unter dem Markennamen Daewoo, wie auch unter Chevrolet. Das er in Holland übrigens nicht Rezzo, sondern Tacuma heißt, kann übrigens in Bezug auf Ersatzteile nicht ganz unwichtig sein. Doch das nur am Rande, hier soll es ja eigentlich um den VW Touran als Zugfahrzeug gehen…

Nur eins noch: Besagter Rezzo konnte von uns im Herbst 2017 nur mit Mühe durch den TÜV geschoben werden. Zum einen war er bereits 14 Jahre alt und hatte entsprechend seinen Zenit überschritten, zum anderen mussten wir alle Tricks aufbieten, um für dieses Auto ein simples Ersatzteil wie ein Domlager zu bekommen! Bei Opel, die eine zeitlang ja gemeinsam mit Chevrolet eine Marke führten, winkte man gleich ab. Und auch zwei freie Werkstätten, die ich angefragt hatte, konnten nach mehrtägiger Recherche das passende Ersatzteil über ihre Ersatzteilhändler nicht mehr beibringen. Wenigstens erklärte sich eine Werkstatt bereit, ein selbst besorgtes Teil für uns wenigstens einzubauen und dank der Ersatz- Bezeichnung „Tacuma“ gelang es mir auch, das Ersatzteil zu besorgen und den Wagen quasi ein letztes Mal durch den TÜV zu schieben. Es war aber auch klar: Lange würden wir keine Freude mehr an unserem Rezzo haben.

Ein neues Auto musste her!

Im Lastenheft stand natürlich ganz klar, dass das neue Auto über mehr Reserven für den Gespannbetrieb verfügen musste! Der Hobby 495 UK war inzwischen zu klein für unsere gewachsene Familie geworden. Tim schlief zwar als Zwei- und Dreijähriger noch im großen Bett neben Anja und Nils im Bett über den Füßen, was aber zur Folge hatte, dass ich erstmals wieder die feste Sitzgruppe im Heck unseres Wohnwagens allabendlich zum Bett für mich umbauen musste! Das ist ärgerlich, aber noch zu vertreten. Allerdings wuchs inzwischen auch Nils nicht unerheblich, das Etagenbett über unseren Füßen geriet allmählich an seine Grenzen!
Unser Wunsch- Schnitt war und ist immer ein Wohnwagen mit Etagenbett im Heck quer, dann Dinette mit U- Rundsitzgruppe, Küche gegenüber und französisches Bett im Bug neben dem Badezimmer gewesen. Der klassische Familienschnitt, den quasi jeder Hersteller im Angebot hat (meist als 560 TKM, oder 560 KMFe bezeichnet). Diese wiegen aber gut und gerne ihre 1500 Kilo! Mindestens!
Für den Rezzo mit seinem 2,0 Benziner ohne Turbo zwar auf dem Papier gerade noch zulässig, aber wahrlich keine Freude!
Also musste der neue Zugwagen eine höhere Anhängelast besitzen.
Dann sollte er über ein stärkeres Aggregat verfügen, hier ist der Turbodiesel derzeit alternativlos für den Gespannbetrieb (kommt mir bitte keiner mit einem Elektroauto, selbst ein Tesla, unbezahlbar für uns, ist für den Wohnwagenbetrieb ungeeignet!)

Dann sollte das Auto natürlich auch, gerade als Diesel, umweltfreundlich sein! Die Diskussion um die Diesel- Fahrverbote war im Jahr 2017 in vollem Gang und ist es heute noch. Die deutsche Umwelthilfe klagt sich erfolgreich von Stadt zu Stadt und immer mehr Familien mit ihren Familienautos schauen blöd aus der Wäsche. Naja. Ein neues Auto können wir uns trotzdem nicht leisten, aber Euro 5 sollte und muss das neue Auto wenigstens haben.

Viele japanische Autos, die ich aufgrund ihrer Zuverlässigkeit gerne genommen hätte, fielen im Vorfeld raus. Zu wenig Anhängelast! Auch Ford glänzt nicht unbedingt mit guten Werten. Wer hingegen gefühlt etwas mehr Anhängelast bietet, war VW.
Ein VW!
Wahnsinn!
Das sag ich ganz ehrlich! Von „Volks“wagen ist bei einem Blick auf die Preisliste nicht viel übrig. Aber die Anhängelasten der großen Familienvans Touran und Sharan bzw. Kombis wie Passat sind einfach überzeugend! 1500 Kilo, 1800 Kilo, 2000 Kilo! Das punktete! Auch bei uns.
Ich begann also, mich auf VWW festzulegen und nach einer ersten Besichtigung eines gebrauchten VW Tourans im benachbarten VW- Autohaus waren wir uns einig! Es wird ein Touran, genauer die Modellreihe 1t3 aus den Baujahren 2010 bis 2015! Für gute Fahreigenschaften und Leistungsreserven im Gespannbetrieb kam nur der 2.0 TDI mit 140 PS in Frage. Der 1,6er TDI war uns etwas zu schwach, auch mussten wir bei unserer Internetrecherche hier eher mal von Defekten und Ausfällen lesen.
Was mir auch sehr gut gerade an diesem Modell gefiel: Es schien sehr robust und langlebig zu sein! Da wäre die holländische Polizei! Die fahren sehr oft genau dieses Modell. Auch Taxis in Deutschland sind sehr gerne Tourans aus dem Hause VW!
Oder der ADAC Pannenhelfer! Auch die fahren VW Touran und spulen damit viele Kilometer ab. Mehr wie einmal werden wir uns im nächsten Jahr davon überzeugen können! Und „ordentlich ziehen“ können die ADAC Touran auch! Aber das können wir jetzt, im Herbst 2017, noch nicht wissen…

Schaut man bei mobile, ebay, autoscout und Co. rein, finden sich ebenfalls nicht wenige Angebote, wo VW Touran mit dem 2 Liter Diesel mit Laufleistungen von 200, 250, oder gar 300.000km gehandelt werden. Noch immer zu überraschenden Preisen!
Das Auto muss also doch gut und robust sein!

Leider war es auch nicht ganz billig!
Aber das war mir egal! Viele Jahre waren wir stets nur mit Autos unterwegs, die nicht selten schon zwei Vorbesitzer hatten. Die bereits sechsstellige Laufleistungen auf dem Tachometer hatten. Die einfach gebraucht waren und die man kaum mehr auf den „guten“ Markenhändler- Höfen vorgefunden hätten. Die allermeisten Autos kauften wir eigentlich immer rein privat unter Ausschluss der Gewährleistung nur aufgrund unseres Bauchgefühls. Damit sollte jetzt Schluss sein!
Wir wollten endlich ein Auto, welches mit gleich einem halben Dutzend Airbags den aktuellen Sicherheitsanforderungen entspricht! Ich wollte endlich ein Auto haben, welches Gimmicks und tolle Sonderausstattungen anbietet wie eine Sitzheizung! Oder einen Bordcomputer mit Verbrauchsanzeige, Restreichweite, Öltemperatur, einem Multifunktionsdisplay und gerne auch einem Tempomaten. Und ein Autoradio mit Bildschirm und vielleicht sogar mit einem integrierten Navi und einer Freisprecheinrichtung! Und ein Multifunktionslenkrad mit Tasten!
Ja, ich gebe es zu, das waren alles Wünsche, die ich an ein neues, richtiges, robustes und wertvolles Familienauto gestellt habe! Vorbei die Zeit, wo „wir diejenigen sind, die den Exoten fahren“. Wo die Leute weniger aus Neugier denn aus Mitleid schauen, welches merkwürdige Auto da gerade auf den Parkplatz gefahren kommt. Ein Auto, welches sich durch Laufruhe und hohe deutsche Ingenieurskunst auszeichnet und nicht dem Plastikcharme eines 2000er Jahre Plastikbombers aus Korea erliegt.
Ja, ich gebe es zu, ich WOLLTE endlich auch mal so ein schickes Auto besitzen!

 

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Teil 2 – Der Touran wird gekauft!

Lange Rede kurzer Sinn, im Dezember entdeckte ich in einem etwa 60km entfernten Autohaus einen VW Touran, Baujahr 2014 mit knapp 68.000km auf der Uhr aus erster Hand. Top- gepflegt, Sondermodell Life mit einer tollen Ausstattung, was fast alle unsere Wünsche berücksichtige. Navi und Multifunktionslenkrad für mich, Sitzheizung für Anja, kleine Tische und eigene 12V Steckdose im Fond für die Kinder und so weiter. Es fehlte eigentlich nur ein Panorama- Dach, dafür aber war wenigstens die Anhängerkupplung schon dran!

Wir kauften den VW Touran und ich war zufrieden, ja fast euphorisch! Bei der Abholung des Autos aus dem Autohaus war ich fast drei Stunden vor der vereinbarten Übergabe schon auf dem Hof, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe. So hibbelig war ich. Ein Auto, geputzt und aufbereitet in einem gläsernen Autohaus abholen, ein Schild am Auto zu finden mit der Aufschrift „Reserviert für Familie Seifert“, die bei anderen Interessenten neidische Blicke auslöste, ja, das gefiel mir! Jeder, für den Auto mehr als nur Fortbewegung ist und schonmal dieses unverwechselbare Gefühl genossen hat, ein wirklich EIGENES Auto im Autohaus abzuholen, kann dies sicherlich nachvollziehen.

Kurzum, ich fuhr wie auf Eiern, aber auch stolz wie Oskar mit dem Auto nach Hause und freute mich auf viele schöne Urlaube mit dem Wagen. Die Sorge um die Diesel- Fahrverbote wurden zum einen vom fast aktuellen Euro 5 Standard ebenso gemildert, wie der ausgehandelte Preisnachlass. Wenn es jemals einen günstigen Diesel aufgrund der Fahrverbotsproblematik gab, dann glaube ich war dies im Herbst / Winter 2017/2018 der Fall.
Auch das Problem der unzulässigen Abschaltautomatik des AGR- Ventils an diesem Fahrzeug wischte ich bei Seite! Die Zwangs- Serviceaktion war im Serviceheft vor über 10.000km und vor einem halben Jahr dokumentiert worden und seitdem lief der Wagen klaglos wie mir übrigens auch die Vorbesitzer bestätigten, die ich nach Erhalt der Fahrzeugpapiere einfach mal angerufen und freundlich um Auskunft gebeten hatte. Wenn es Probleme mit dem AGR am EA 189 Motor gab, dann meistens innerhalb der ersten 10.000 Kilometer. Und wir hatten ja auch zusätzlich 1 Jahr Garantie auf das Auto bekommen! Was also sollte schon passieren?! Immerhin fuhren wir ab heute VW!!

Technische Daten unseres getesteten Zugfahrzeugs
Hersteller: Volkswagen (VW)
Typ: Touran, Modell 1t3
Motorisierung: 2.0 TDI, EA 189 Motor
Antrieb: 6- Gang manuelles Getriebe
Leistung: 140 PS
Baujahr / Erstzulassung 2014
Zuggewicht / Anhängelast: 1500 kg
1800 kg bis 12% Steigung
Ausstattung:
(Auszug)
Sondermodell „Life“ mit Parksensoren vo+hi, Einparkautomatik, Klimaautomatik, Tempomat, Multifunktionsdisplay im Cockpit und Radio mit Navigation, Sitzheizung, Kurvenlicht, Anhängerkupplung und vieles mehr.
Verbrauch im Solobetrieb: Ca. 6 Liter auf 100km
Verbrauch im Gespannbetrieb I
– 1200 Kilo Wohnwagen,
– Knaus Eifelland Holiday 395,
– 217 (220) cm breit
Ca. 7,5 – 8 Liter auf 100 km
Verbrauch im Gespannbetrieb II
– 1400 Kilo Wohnwagen,
– Typ Hobby 495 UK
– 230 cm breit
Ca. 8,5 – 9 Liter auf 100 km
Verbrauch im Gespannbetrieb III
– 1500 Kilo Wohnwagen,
– Typ Knaus Eifelland 560 TKM,
– 250 cm breit
Ca. 10-11 Liter auf 100 km
Km Stand bei Kauf: ca. 63.500 km

 

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Teil 3 – Die ersten Fahrten mit dem VW Touran im Gespannbetrieb mit Wohnwagen

Auch im Gespannbetrieb mit Wohnwagen am Haken machte der Touran richtig was her! Stolz wie Oskar sagte ich „JA klar kann ich dir einen Wohnwagen nach Holland ziehen!“, als ich im Verwandtenkreis gefragt wurde, ob ich einen Shuttledienst im Frühjahr 2018 erledigen würde. Den alten Beyerland in Holland abgeholt, einen neuen Eifelland wenige Tage später auf den Platz gebracht. Der Touran erledigte diese Aufgaben sehr zufriedenstellend! Der Umstieg vom Benziner zuvor, obwohl nur 20 PS auf dem Papier weniger, war wie ein Quantensprung! Aber nicht nur die Leistung stimmte mich zuversichtlich, auch das Fahrverhalten war deutlich angenehmer! Der Touran schwankte weniger, der Touran wankte und nickte weniger. Er ließ sich bei schnell vorbeifahrenden Sprintern auf der linken Spur deutlich weniger aufschaukeln und gab uns ein Gefühl, dass wir dden Wohnwagen fahren. Und nicht der Wohnwagen uns.
Kurzfazit für kompakte Wohnwagen in der 1000-1200 Kilo- Klasse: Der VW Touran macht eine sehr gute Figur! Zieht souverän an jeder Steigung auch ohne Runterschalten noch am Wohnwagen wenn es sein muss, die 100km/h hält er locker und problemlos. Und auch der Verbrauch mit nur um 8 Liter Diesel auf 100km waren wirklich sehenswert! Was für ein tolles Auto!

Im Frühjahr 2018 ließen wir zum nun passenden Auto auch den passenden Wohnwagen folgen!
Der lange ersehnte, typische 560er Familienschnitt mit einem Bett für jeden aus unserer Familie. „Ein eigenes Bett für mich?!“ rief Tim bei der Besichtigung des Eifelland 560 TKM und konnte es vor Freude kaum glauben, dass wir uns nun auch beim Wohnwagen entscheidend wie komfortabel verbessert hatten. Gleich die erste Tour im Sommer führte unseren Touran dann auch an seine zulässsigen Grenzen. 1500 Kilo wog der schwere Familienwohnwagen, 1500 Kilo ist die zulässige Anhängelast für den VW Touran 2.0 TDI, es sei denn man bewegt sich unterhalb von 12% Steigung. Dann sind es sogar 1800 Kilo.
Gut, mit dem Fahren an der zulässigen Gewichtsgrenze hatten wir Erfahrung von unserem Rezzo im Gespannbetrieb mit dem Hobby Wohnwagen, den wir ja auch noch hatten. Man muss öfter mal herunterschalten, gerne auch mal vor Anhöhen Schwung nehmen und eben allgemein eher defensiv fahren. Und bei starkem Seitenwind durfte es auch mal eine Pause sein.
Und im Touran? Der war vom Familienwohnwagen in Punkto Fahrerhalten zwar beeindruckt, leistungsmäßig aber hatten wir keine Probleme. 2.0 TDI halt! In den Bergen mussten wir natürlich mal in den 5ten Gang runter, OK, aber mit den LKWs kämpfen, das mussten wir nie. Souverän zog der Touran den Wohnwagen auf 1000 Meter Almwiese, wo wir zwei wunderschöne Wochen verbrachten. Auch die Rückfahrt war absolut kein Problem, wenn auch der Spritverbrauch für einen 250cm breiten wie eben 1500 Kilo schweren Wohnwagen natürlich bis an die 11 Liter auf 100km ging.
Es folgte eine weitere Fahrt nach Holland ans Ijsselmeer mit dem Eifelland und eine Überführungsfahrt im Herbst 2018 auf einen Campingplatz im Maasdelta, wo der Wohnwagen derzeit auf einem Campingplatz als Saisonwohnwagen für uns abgestellt ist.
Insgesamt spulten wir im Jahr 2018 mit diesem schweren Wohnwagen mit Urlauben und Überführungsfahrten etwa 3.000km ab.

Auch unseren Hobby 495 UK mit 230er Breite bekam unser VW Touran natürlich zu sehen, wenn auch 2018 nur für eine einzige Fahrt, nämlich die Überführungsfahrt von unserem alten Dauer- Stellplatz in Zeeland am Meer zurück in die Heimat. Das waren so etwa 350km. Geplant war aber, dass wir mit diesem Wohnwagen ab dem kommenden Jahr mehr reisen würden! Der Touran erschien das perfekte Zugfahrzeug hierfür zu sein. Der Verbrauch blieb auf dieser Überführungsfahrt mit dem 230er breiten Wohnwagen bei um 8,5 Liter und was das Fahrverhalten anging war dieses kaum schlechter, als mit den Wohnwagen in der 1000-1200er Klasse!
Offenbar hat weniger das Gewicht, sondern mehr  die Breite Einfluss auf das Fahrverhalten. Mit dem Hobby 495 UK und den 230cm kam unser Touran jedenfalls sehr gut klar und wir waren bestärkt darin, mit dem Touran eine wohl sehr gute Wahl beim Zugfahrzeug getroffen zu haben. 🙂

Auch der Saisonstart 2019 verlief zunächst hervorragend. Da der Februar 2019 überraschend frühlingshaft war, erweiterten wir unsere alljährliche Einkaufsfahrt zum Obelink vom Tagesbesuch zum ersten Campingaufenthalt 2019, auf dem Campingplatz Het Winkel quartierten wir uns für ein Wochenende ein. Auch diese Fahrt mit etwa 240 Gespannkilometern erledigte unser VW Touran zunächst anstandslos, bis…

 

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Teil 4 – Die Probleme fangen an – ist der Antriebsstrang / Getriebe / Kupplung im VW Touran zu schwach für den Gespannbetrieb mit Wohnwagen?!

…bis einige Tage später Anja mit den Jungs auf dem Weg zum Schwimmunterricht war. Natürlich ohne Wohnwagen, der stand wieder zuhause sicher in der Scheune. Nein, einfach so, Anja war gerade erst zwei auf drei Kilometer im Ort unterwegs, der Kilometerstand unseres VW Touran zeigte knapp über 89.000km, konnte Anja auf einmal nicht mehr einkuppeln! Das Kupplungspedal blieb einfach am Boden hängen, nachdem man es gedrückt hatte. Die Kupplung trennte nicht mehr.
Zurückholen und neu drücken brachte keinen Erfolg, eine Werkstatt musste also ran. Ohje! Zum Glück kam schnell der gelbe Engel vom ADAC und schleppte uns in die nächste Werkstatt. Ironie des Schicksals übrigens: Der ADAC fuhr mit fast genau dem gleichen Modell vor, wie wir es haben! Ein VW Touran, Modell 1t3 mit dem 140 PS 2.0 TDI Motor, der ADAC verwendete hier allerdings einen Automatik.
Da Servolenkung und Bremskraftverstärker funktionierten (der Motor lief ja im Leerlauf, wir konnten nur keine Gänge mehr einlegen), kamen wir übrigens in den Genuss, dass der ADAC uns von den „Zugqualitäten“ des VW Touran überzeugen konnte. Statt einen Abschlepper zu bestellen, nahm uns der Touran des Pannendienstes kurzerhand selbst an den Haken.

Die Werkstatt stellte am folgenden Tag einen defekten Geberzylinder der Hydraulik am Kupplungspedal fest. Zum Glück also nichts Teures! Blöd halt nur, dass das moderne Auto eben eine hydrauliche Kraftübertragung hat und keine mechanische mit einem Bowdenzug. Das schützt zwar nicht davor, dass nicht dennoch die Kupplung ausfallen kann, wenn der Bowdenzug reißt (damit haben wir mal mit unserem alten 1984er Wohnmobil leidvolle Erfahrung an der Ostsee machen müssen), aber dann wäre wenigstens die Reparatur billiger! Aber gut. Das ist der Preis eines modernen, komfortablen Autos. Komfortabel war auch die Rechnung, 300Euro hat der Spass gekostet, natürlich zwei Monate nach Ablauf der Garantie…
Naja. Kann passieren. Hauptsache der Wagen läuft wieder, bis…

 

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Teil 5 – Der VW Touran fällt wieder aus!

…bis wir etwa zwei Wochen später erneut den ADAC bemühen mussten! Der gleiche Fehler! Kupplungspedal bleibt am Boden liegen, Auto läuft nur im Leerlauf, man kann keinen Gang einlegen.
Aber die Rettung nahte, in Form des VW Touran!! Ein weiteres Mal schickte uns der gute ADAC nämlich einen Pannenhelfer. Dieses Mal allerdings nicht ganz uneigennützig, denn der Schaden passierte in unserer Tiefgarage. Keine Chance mit einem Abschlepper bis zu unserem Parkplatz vorzudringen. Der Touran des ADAC bewies aber ein weiteres Mal seine Zugwagenqualitäten indem er unseren Touran aus der Tiefgarage die Einfahrt hoch und dann zur Werkstatt schleppte.
Dort angekommen war man ratlos und versprach, nun alles auseinander zu nehmen. Das klang teuer – und war es auch!

Während die Werkstatt in den kommenden zwei Tagen den Fehler suchte, kamen bei uns erste Zweifel auf. War vielleicht die Gespannfahrerei die Ursache für die Ausfälle an Kupplung und Antriebsstrang? Zwar waren wir zwischen dem ersten Ausfall vor zwei Wochen und dem neuerlichen Ausfall jetzt nicht mit dem Wohnwagen unterwegs gewesen, aber man macht sich ja trotzdem so seine Gedanken!
Der ADAC Mechaniker zog, als ich ihn danach fragte, scharf die Luft ein und berichtete mir von so einigen Kupplungsschäden an VW Fahrzeugen. Inklusive seinem Touran! Denn auch dieser war schon einmal wegen einem Getriebeproblem liegen geblieben. Dies läge aber an einem bekannteren Fehler des Automatikgetriebes und könne nicht die Ursache unseres Fehlers sein. Bestechend war es dennoch.

Die Werkstatt machte keine halben Sachen. Zum einen tauschte sie nun den Nehmerzylinder der Kupplungshydraulik. Dieser sitzt aber, das muss die hochgelobte deutsche Ingenieurskunst sein, die ich beim Kauf so hoch gelobt hatte, IM Getriebe und nicht AM Getriebe wie bei vielen anderen Autos. Das Getriebe musste also auf.
OK, gut, dann machen wir gleich Nägel mit Köpfen. Es wird nicht nur dieser defekte Nehmerzylinder getauscht, sondern auch gleich die Kupplung und das Zweimassenschwungrad! Beides Verschleißteile, die in, so orakelte man mir, etwa 40.000km fällig sein würden. Die Kupplung sei für etwa 120.000km gut sagte man uns. Mit Ausnahme des gerissenen Kupplungsseils am Wohnmobil damals hatten wir zwar noch nie Probleme mit der Kupplung an einem Auto (und wir haben viele Autos mit jenseits der 200.000km verkauft ohne jemals eine Kupplung daran gewechselt zu haben), aber gut. Das mit dem Gespannbetrieb leuchtet ja auch ein. Von wegen höherer Verschleiß und so.
Also ließen wir es krachen und die Werkstatt vermutlich die Sektkorken knallen. Knapp 2.000 Euro wurden für die komplette Reparatur fällig! Das war mehr, als der ganze Daewoo Rezzo vor etwas mehr als einem Jahr als Verkaufserlös eingebracht hatte! Und der hatte wie gesagt nie Probleme mit der Kupplung als 15 Jahre altes Auto mit alsbald 200.000km auf der Uhr…

Wir bekamen das Auto Mitte März komplett repariert zurück. Verarmt aber glücklich traten wir einige Tage später den Osterurlaub an. Ohne Wohnwagen dieses Mal, da wir mit einer befreundeten Familie ein Chalet in Südfrankreich auf einem Campingplatz gemietet hatten und daher den Wohnwagen nicht brauchten.
Es war ein toller Urlaub! Der Touran lief gefühlt besser wie vorher und spulte die etwas mehr als 2.000km hin und zurück ohne Probleme ab!
Sorgen? Machten wir uns keine mehr. Bis…

 

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Teil 6 – Und wieder im Ausfall! Wieder bleibt das Kupplungspedal hängen!

…ja bis wir Mitte Mai wieder den Hobby- Wohnwagen an den Touran angehängt hatten. Die erste Ausfahrt mit der revidierten Kupplung und so weiter. Wirklich Sorgen machten wir uns keine. Immerhin waren wir gerade erst ohne Probleme in Frankreich gewesen. Also darf es doch jetzt gerne wieder eine Tour mit dem Wohnwagen sein!
Spontane Lust auf ein echtes Fischbrötchen war schuld, dass wir ganz spontan freitags zur Mittagszeit nach der Arbeit unseren Reisewohnwagen aus der Scheune holten und mit diesem knapp 400km an den südlichen Jadebusen bei Wilhelmshaven fuhren. Es war ein herrliches Wochenende! Frühstück in Dangast mit Blick aufs Meer, die Kinder matschen am Strand, Hafenrundfahrt in Wilhelmshaven, Besuch des Marinemuseums, Stadtspaziergang, Nordseepassage und natürlich ein Fischbrötchen auf der Promenade! Das Wochenende war einfach perfekt!

Sonntags fuhren wir nach dem Frühstück zurück nach Hause. Die Heimfahrt verlief völlig unproblematisch. Die Autobahn war frei, wir fuhren praktisch am Meer auf die Autobahn, stellten den Tempomat auf 100 und schalteten ihn erst an der Autobahnausfahrt Kerpen wieder aus überspitzt formuliert.
Wir wollten gerade den Wohnwagen rückwärts in seine Parkposition drücken, da gab es plötzlich und völlig unerwartet einen lauten Knall und das Kupplungspedal blieb wieder am Boden hängen! Das dritte Mal! Einkuppeln nicht möglich, den Wohnwagen mussten wir mit Nachbars Hilfe von Hand rangieren. So ein Mist!

Wir konnten es kaum glauben. Anja teilte mir unmissverständlich mit, dass dieses Auto jetzt wegkommt. Ich brauchte noch ein paar Tage, bis ich Ihrer Entscheidung folgen konnte. Schließlich war das hier mein geliebter Touran! Das erste richtige, tolle und komfortable Auto und so! Ein Fahrzeug, welches ich wertschätzte! Aber Anja hat Recht. Wenn ein Auto innerhalb von drei Monaten gleich drei Mal mit dem gleichen Fehler am Antriebsstrang ausfällt, dann verliert man einfach das Vertrauen! Besonders besorgniserregend war die Vorstellung, dass uns die Kupplung auch unterwegs hätte kaputt gehen können! Mit dem Wohnwagen am Haken! Am besten noch im Stau an einer Steigung bei 30°C Außentemperatur. Stehst in der Hitze, vorne geht es weiter, du willst anfahren und es macht „BAM!“ und du stehst, ja rollst sogar erstmal zurück, bis du dich vom Schock erholt und auf die Bremse getreten bist. Und dann? Der Wagen fährt keinen Meter, da musst du den polnischen LKW- Fahrer hinter dir bitten schieben zu helfen, damit das Gespann auf den Pannenstreifen kommt…

Es war reines Glück, dass der Schaden jetzt genau am Zielort beim Rangieren auf den Parkplatz aufgetreten ist. Und auch die beiden Ausfälle davon in Tiefgarage bzw. in der Spielstraße waren unproblematisch, auch weil natürlich ohne Wohnwagen am Haken. Aber ein viertes Mal wollten wir das Glück nicht versuchen…

Der ADAC besuchte uns wieder. Dieses Mal war es zwar kein Touran, aber dennoch ein Wagen aus dem Hause VW. Ein Amarok, umgebaut zum Abschlepper, der uns mit der Abschleppbrille wieder zur Werkstatt brachte. Es war mir schon fast peinlich als die Dame der telefonischen Annahme beim ADAC nachfragte: „Ist das der gleiche Wagen wie im März?“ was ich bejahen musste…

Der Fahrer des Abschleppwagens schmunzelte, als ich ihm von unserer Leidensgeschichte erzählte. Und als ich ihn fragte, ob sein VW auch schonmal Probleme gehabt habe, schaute er nur kurz nach unten und zeigte auf seine Automatikkupplung. Dort war die Gangwahl auf manuell eingestellt. Während ich noch richtig überlegte antwortete er mir: „Läuft derzeit nicht richtig. Aber wenn man manuell schaltet, dann geht es…“. Oha!

Der Werkstattmeister schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als er am folgenden Montag einen „alten Bekannten“ auf dem Hof vorfand. Es war ihnen sehr unangenehm, dass wir erneut um Hilfe bitten mussten.
Sogleich machte sich die Werkstatt ans Werk.

Zwei Tage später konnte ich in der Werkstatt die Ursache des neuerlichen Ausfalls bewundern. Nicht Geberzylinder, nicht Nehmerzylinder, aber eine metallene Ausgleichsscheibe der frisch eingebauten Kupplung hatte sich verabschiedet! War aus der Führung gerutscht und hatte sich verkeilt. Das war der Knall, den wir beim Rückwärtsfahren gehört haben. Wieder ein Bauteil des Antriebs! Auf mich wirkte spätestens dieser Schaden so, als würden hier enorme Kräfte wirken, für die der gesamte Antriebsstrang nicht ausgelegt ist! Irgendwo muss die Überkraft dann hin und sucht sich verschiedene Auswege im Form von Druckzylindern und eben Druckscheiben.

In den zwei quälenden Tagen des Wartens überlegten wir natürlich hin und her, ob es auch am Fahrstil liegen könnte! Dabei fährt meistens Anja (die von Natur aus noch defensiver fährt, als ich) und bei den wenigen Fahrten mit dem Gespann, damit habe ich mich quasi als Verursacher entlastet, kann ich auch keinen Fehler gemacht haben! Warum? Nun, ich bin ja nicht das erste Mal mit einem Gespann unterwegs! Tausende Gespannkilometer habe ich zuvor mit Hyundai Lantra und Daewoo Rezzo zurückgelegt, wie ich es ja extra etwas ausführlicher in der Vorgeschichte erzählt habe! Und gerade der Rezzo war mit dem Wohnwagen deutlich mehr am Limit, als es der Touran je war!
Und dennoch war bei beiden Autos nie etwas am Antriebsstrang, beide haben alle Fahrten problemlos mitgemacht!

 

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Teil 7 – Der Touran kommt weg!

Die Werkstatt nahm die neuerliche Reparatur übrigens komplett auf Kulanz bzw. Garantie. Wir bekamen eine komplett neue Kupplung eingebaut und für eine kurze Zeit wollte ich gerne der Begründung der Werkstatt glauben, dass so ein Materialfehler in der Kupplung auch immer mal leider vorkommen kann. So zumindest wurde der neuerliche Ausfall begründet. Alles sei jetzt wieder in Ordnung.
Was ich nur zu gerne geglaubt hätte, ließ nicht nur Anja, sondern praktisch jeden in unserem Verwandten- und Bekanntenkreis skeptisch werden! „Verkauf den Karren, du hast ein Montagsauto!“ waren die noch freundlichen Meinungen zum Auto.
Schlimmer war aber, dass Anja praktisch kein Vertrauen mehr in das Auto hatte und lieber in unseren 15 Jahre alten und mit 210.000 km auf dem Tacho in Würde gealterten Skoda Fabia stieg. Für alle Fahrten, die sie alleine oder nur mit den Kindern machte. Und selbst, wenn wir als gemeinsame Familie irgendwo hinfahren wollten, drängte sie darauf den Touran lieber stehen zu lassen, damit er nicht erneut ausfällt.
Weil bei Skoda dem, so sagte sie, „wäre die Kupplung wenigstens in Ordnung“…

Tja. So sehr ich diesen Touran auch mochte, ich musste mich der Argumentation anschließen. Nützt ja nichts. Der Touran musste weg!
Wir ließen noch für teures Geld die in weniger als 2.000km fällige Inspektion schon jetzt durchführen und stellten daraufhin das Auto zum Verkauf ein. Es dauerte etwa zwei Wochen, dann verkauften wir den Wagen an einen Importeur, der den Touran nach Frankreich mitnahm. Er sagte, dass der Wagen doch super sei mit neuer Kupplung und so. Unsere Bedenken teilte er nicht, im Gegenteil.
Die Franzosen haben einfach ein viel sachlicheres Verhältnis zu ihren Autos. Das muss man sagen…
Wir hingegen haben beim Verkauf allerdings, selbst ohne die Reparaturkosten, einen sehr hohen Verlust gemacht und somit eine Menge Lehrgeld für den# kurzen Ausflug in eine schöne komfortable und moderne Autowelt bezahlt.

 

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Teil 8 – Fazit und Ausblick

Fazit:
Noch bevor der Touran abgeholt wurde, stand ein neues Zugfahrzeug bei uns ins Haus.
Von VW enttäuscht hätten wir gerne wieder zu einem absolut seelenlosen Auto aus Fernost gegriffen. Wir brauchen kein Prestige! Keinen Luxus oder was auch immer. Aber die Anhängelast! Immerhin wird irgendwann auch der Eifelland Familienwohnwagen wieder bewegt werden müssen und wenn das passiert, brauchen wir einen Zugwagen mit mindestens 1500, besser 1800 Kilo zulässigem Zuggewicht! Die allermeisten Kias und Hyundais fallen bei dem Gewicht einfach raus. Leider.
Fündig wurden wir dann bei Ford, genauer ein Ford S-max. Er ist älter als der Touran und er hat mehr Kilometer beim Kauf, als der Touran beim Verkauf hatte. Aber der Verlust beim Touran war groß und das Budget eben hierdurch begrenzt. Nützt ja nix.
Ja, der Wagen hat auch ein paar Spielereien. Aber er ist bei weitem nicht so komfortabel und modern eingerichtet, wie der Touran es war. So fehlt ein Kurvenlicht. Ein Navi hat er auch nicht und das Radio hat kein Touchscreen, sondern lediglich ein einzeiliges Zweifarben LCD- Kristalldisplay wie die Autos der 90er. Wer baut so etwas noch?!
Klar, das sind Luxusprobleme! Hauptsache fährt könnte man sagen! Und das tut er, zumindest bis jetzt. Eine erste Fahrt zum Legoland in Günzburg (Reisebericht hierzu folgt!) und eine weitere nach Zeeland ans Meer über den Junifeiertag liefen ohne Probleme. Auch wenn der Ford gefühlt etwas träger unterwegs ist, was wohl bei gleicher Motorisierung (auch 2.0 TDCI mit 140 PS, Diesel, Euro 5) auch dem höheren Gewicht geschuldet ist. Auch braucht der Ford knapp einen Liter mehr bei absolut identischer Fahrweise. Aber er fährt wenigstens.

VW aber, speziell den VW Touran, können wir nach unseren persönlichen Erfahrungen als Zugfahrzeug leider nicht empfehlen.
Ich weiß, dass sehr viele sehr erfolgreich mit dem VW Touran im Gespannbetrieb unterwegs sind. Nach genauerer Recherche allerdings handelt es sich bei diesen zufriedenen Nutzern fast ausnnahmslos um Fahrer des alten 1t bzw. 1t2, also die Baureihen bis 2010, oft noch mit dem alten 1.9er TDI. Glückwunsch an alle, die mit dem Touran zufrieden sind.

Noch etwas Statistik zum Abschluss:

Km Stand bei Kauf: ca. 63.500 km
Km Stand bei Verkauf: ca. 94.000 km
Gefahrene Kilometer:
davon Gespannkilometer:
ca. 31.000 km
ca. 4.500 km

———–

Wie ist eure Meinung hierzu?
Haben wir enfach nur Pech gehabt? Hatten wir ein Montagsauto? War der Gespannbetrieb mit Wohnwagen schuld oder trägt zumindest eine Mitschuld?
Hättet ihr an unserer Stelle den Touran behalten oder nach dem dritten Schaden am Antriebsstrang in wenigen Monaten auch gewechselt?
Und wer von euch hat auch einen Touran oder einen anderen Zugwagen aus dem Hause VW und mag von seinen Erfahrungen berichten? Egal, ob positiv oder negativ.
Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

6 Kommentare

  1. Hallo ihr!
    tja was soll ich sagen. Ich bin nicht überrascht! Früher hatten wir viele Volkswagen! Mein Vater hat mit Käfer angefangen. Dann Golf und Jetta bis zum Bora. Sein Passat allerdings hatte dann auch oft Probleme, auch ein Getriebeschaden war dabei. Früher war VW noch etwas! Da stand VW noch für Qualität! Heute leider nicht mehr. Wir behalten unsere Autos alle bis maximal 2 Jahre. Dann kommen sie weg. So bleiben wir von den teueren Reps. verschont.

    • Bei Fahrzeugen aus dem VW-Konzern gibt es immer wieder Montagsautos. Wir haben so einen Skoda, Baujahr 2010, bei dem ständig irgendwas dran ist. Er hat auch schon die zweite Steuerkettenreparatur hinter sich, die zweite tatsächlich mit Motorschaden, was dann 3.000 Euro gekostet hat. Aber ein ähnlich ausgestatteter neuer gebrauchter wäre halt auch deutlich teurer gewesen. Naja. Der andere, den wir haben, ist ein Caddy Maxi Diesel 1.6 von 2013. Den will ich eigentlich zum Zugfahrzeug machen: Wenig gelaufen, 1.500kg Zuglast, aber ich brauche noch ne AHK und halt einen Wohnwagen ^^ Aber DER ist tatsächlich zuverlässig ohne Ende. In den letzten 40 Jahren gab es in meiner Familie immer solche und solche VWs: Montagsautos mit ständigem Ärger. Und solche, die man nur zur Inspektion in die Werkstatt bringen musste.
      Was ich sagen will: Beim VAG-Konzern kann man Glück oder Pech haben. Eine durchgehende Zuverlässigkeit über alle Modelle und Baureihen hinweg wie bei Toyota gibt es da nicht. Aber eben auch keine zuverlässige Unzuverlässigkeit wie bei Renault, Fiat und Co. 🙂 Mit dem Ford hast Du wahrscheinlich eine gute Wahl getroffen: Auch wenn der Hersteller eher unbeliebt ist, sind die Autos doch recht zuverlässig. Sehen halt nicht so doll aus 🙂

      • Hallo Christian,
        klingt gut! Den Caddy hatten wir auch mal auf dem Schirm, ihn aber wegen der geringeren Anhängelast zum Touran halt seinerzeit verworfen. Technisch müsste er ja aber identisch sein, mehr oder minder, das sind ja alles die gleichen Baugruppen inzwischen denke ich.
        Ansonsten sehen wir das inzwischen so wie du, wir sind die, die jetzt eben auch mal Pech gehabt haben. Es ist halt nur enttäuschend, weil wir gerade das ben nicht von VW erwartet hätten.
        Ansonsten teile ich deine Meinung zu Ford zu 100%. Wenn er am Ende des Tages aber gut fährt, macht er sich darüber dann wieder verdient. 😉
        Gruß
        Björn

      • Oh, oh, vorsichtig! In den 90ern hatte ich einen Fiat Chroma, der war absolut zuverlässig! Zuletzt hatte ich als Nutzauto einen Peugeot Berlingo, der hat mich auch nie im Stich gelassen.
        Bei Zuverlässigkeit von Toyota stimme ich wohl zu, nur dass ich beim Anblick der neueren Modelle immer sofort weggucken will – die sind so potthässlich!
        Habt ihr mal an einen Subaru gedacht? Das ist auch ein Japaner der ewig hält!

        • Ja, tatsächlich. Aber Subaru wäre vom Preis her doch eine zu hohe finanzielle Aufwendung gewesen. Subaru scheint extrem wertstabil zu sein. Auch ist Subaru jetzt nicht gerade für Familienvans bekannt. 😉 Entweder Sportwagen als Wolf im Schafspelz (Kombi) oder halt als SUV bzw Geländewagen. Aber so als Van?! Da wüssten wir jetzt auch kein passendes Modell. Der Outback kam uns in den Sinn, aber wie gesagt preislich sehr hoch.
          Die Entscheidung ist ja eh schon gefallen. Wir versuchen es mal mit Ford.
          Beste Grüße
          Björn

    • Hallo Herr Lehmann,
      Alle zwei Jahre ein neues Auto kaufen, ich freue mich für jeden der dies kann. Wir sind das aber so einfach nicht gewohnt, fahren unsere Autos eigentlich nach dem Kauf so lange, wie es nur irgendwie geht. Meist sind es Verschleißreparaturen, die anfallen. Das kann man einplanen. Aber der ständige Ausfall mit dem immergleichen Fehler, das kann dann kein Verschleiß mehr sein.
      Anyway: Der Touran ist jetzt für uns auch Geschichte. Mal sehen, wie es jetzt mit dem Ford läuft.

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