Frühlingszeit – gebrochene Therme- Zeit!
Nach der Winterabstellung  erleben viele Camper mit dem Wohnwagen beim ersten Befüllen des Wassertanks eine unangenehme Überraschung. Plötzlich steht der Wohnwagen unter Wasser! Die Ursache ist nicht selten eine gebrochene Warmwassertherme. Entweder vergessen zu entleeren, oder (was leider auch vorkommt, dazu später noch ein paar Worte), nicht „richtig“ entleert! Denn das reine Öffnen der beiden Bodenventile reicht in keinem Fall aus! Oft befindet sich noch so viel Wasser im System selbst bei geöffneten Bodenventilen, dass sich dieses bei Frost ausdehnt und die Therme zum Platzen bringt! Wie man den Warmwasserbereiter (Boiler) dann mit einem Ersatzbehälter selber wechseln kann, haben wir in diesem Artikel zusammengetragen.

Benötigtes Werkzeug:

  • Schraubendreher Schlitz klein
  • Schraubendreher Kreuz mittelgroß
  • Kleiner Ringschlüssel
  • Vorsorglich 4 Schlauchschellen falls die alten unbrauchbar werden.
  • einen Gummihammer oder einen normalen Hammer mit einem dicken Handtuch
  • Einige Auffangtücher für austretendes Wasser beim Wechsel
  • Etwas WD 40 für festgerostete Schrauben
  • Etwas in Wasser gelöstes Spülmittel als Gleitmittel für den Wärmetauscher bzw. die Dichtringe

 

Als wir im Februar 2014 unseren zweiten Wohnwagen kauften, war uns neben dem Raumgewinn auch ein Komfortplus wichtig. Was unserem ersten Wohnwagen (der kleine Adria) nämlich fehlte, war warmes Wasser! Der Hobby hatte, als wir ihn kauften, zunächst auch keins! Das sollte so aber nicht bleiben. Wir kauften also eine truma Therme tt2 und wollten diese vermeintlich erstmals in die Wasserversorgung unseres Wohnwagens anschließen. Dabei stellten wir fest: Es muss schon einmal eine Warmwassertherme an Ort und Stelle verbaut gewesen sein! Denn Thomas und ich fanden beim Einbau in der Sitztruhe unseres Hobby Wohnwagen verräterische Spuren einer zuvor bereits installierten Therme. Unverkennbar waren die Bodenauslaßventile noch verbaut und es fanden sich Schraublöcher an genau DER Stelle, wo auch später unsere neu gekauft Truma- Therme punktgenau auf dem Boden verschraubt wurde. Der Einbau der Truma- tt2- Wohnwagentherme war daher ein Kinderspiel. Löcher und Ventile in der Wohnwagen- Bodenplatte waren schon da und mussten von uns nur neu angeschlossen werden. Auch die Leitungen lagen schon. Sie waren am alten Einbaustandort der Therme einfach nur provisorisch zusammengelegt worden. Wir mussten nur die Therme verbinden, anschließe und *zack*, hatten wir warmes Wasser.
Aber schon damals war mir suspekt, dass die Therme überhaupt fehlte! Mein (damals noch unbedarfter) Verdacht war, dass da jemand die Therme nach persönlichen Empfinden nicht benötigt habe und deswegen kurzerhand für einen schnellen Euro eingetauscht hat.
Für mich unverständlich. Also installierten wir eben die neue Therme und gut.
Erst viel später kamen wir auf den Trichter, dass auch DIESE Therme geplatzt sein wird! Wie SO VIELE andere Thermen auch, wie man regelmäßig nach der Winterpause in einschlägigen Foren und Facebook- Gruppen lesen kann! Ist uns (zum Glück) in all den Jahren nie passiert.

Dennoch bekamen wir im Frühjahr zum Start eines neuen Camperjahres die Gelegenheit, dem Wechsel eines Innentanks einer Truma- Warmwassertherme tt2 nach Frostschaden zu begleiten. Ein im Umfeld gekaufter Eifelland- Wohnwagen, technisch tiptop und gut erhalten, hatte genau dieses Problem. Eine geplatzte Warmwassertherme sollte wieder instand gesetzt werden.

Zum Glück kann man diesen Innentank, ausgewiesen als Truma tt-2 Ersatzbehälter separat kaufen und muss nicht die gesamte Therme mit Wärmeleitrohr und Heizelement neu erwerben. Kostenersparnis immerhin so um 60-70 Euro! (Original Truma Therme tt2 kostet so um 100-120,- €, der Ersatzbehälter nur so etwa um 55-65,- €). Und nicht die Geldbörse freuts, auch die Umwelt wird weniger belastet. Ist ja nicht so, als gäbe es nicht auch Firmen, die Elemente nur komplett verkaufen und nicht in Einzelteilen…
Und den Wechsel, so verrät uns das kleine Lehrvideo des holländischen Campingausrüsters Obelink auf youtube, scheint auch vom Laien kinderleicht durchzuführen zu sein! Schaut selbst:
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Das sieht doch leicht aus?!
Also ran ans Werk, die Besitzerin des Wohnwagens besorgte sich also einen Ersatzbehälter und legte an einem noch etwas frischen Märzmorgen zu Saisonbeginn los. Ich wollte den Einbau dabei nur dokumentieren, musste dann aber doch noch tatkräftig mit anpacken!
Doch der Reihe nach…

Zunächst das Obligatorische: Wie bei all unseren technischen Anleitungen ist auch diese Anleitung eine „Auskunft als Gefälligkeit“ ohne Rechtsbindung. Wir sind ausdrücklich Laien und beschreiben lediglich, was wir umbauen, auf welche Probleme wir hierbei gestoßen sind und wie wir diese zu unserer Zufriedenheit am besten gelöst haben.
Keinesfalls lässt sich hieraus ein Rechtsanspruch oder gar eine Haftung für falsch oder auch für richtig angewandte Anleitungen unsererseits ableiten!

Zunächst solltet ihr prüfen, ob die Lieferung vollständig ist. Das Paket mit dem Ersatzbehälter zylinderförmigen Kunststoffelement, zwei Dichtgummis, vier Schrauben und zwei Bodenventilen.
Mindestens den Ersatzbehälter (klar) und die Dichtgummis braucht ihr! Und neue Schrauben kann man natürlich gleich verwenden, wenn man die Therme eh vom Boden losschraubt. Die Ersatzventile hingegen haben wir nicht mitgewechselt. truma legt sie bei, falls bei euch noch veraltete Ventile mit einem kleinen Durchmesser verbaut sein sollten. Bei unserem Wohnwagen aber waren bereits Bodenventile der gleichen Größe montiert, sodass wir die Ventile nicht austauschen müssen.

Ist das Paket vollständig müsst ihr zunächst sicherstellen, dass der Wohnwagen nicht mehr mit dem Stromnetz verbunden ist und die Therme stromlos ist! Legt zur Sicherheit auf jeden Fall die Sicherung im Hauptsicherungskasten eures Wohnwagens um! Sollte euch einer außen ein Stromkabel einstecken, während ihr drinnen werkelt, wird es mit Pech kurz hell im Wohnwagen…
Sofern noch nicht geschehen (nach einem Frostschaden ist die Therme sehr wahrscheinlich bereits leer) lasst nun das Wasser aus dem System. Dafür öffnet ihr die Bodenventile und blast diese ggf. auch aus, damit euch gleich, wenn wir die Schläuche lösen, nicht noch Restwasser entgegen schwallert…
Löst nun die Kunststoffabdeckung, die die Therme umgibt. Diese ist geklipst, die kleinen Haltenasen könnt ihr mit einem Schraubendreher einfach reindrücken. Dann lösen sie sich. Dabei braucht ihr keine Angst zu haben, dass ihr eine Nase abbrechen könntet. Denn das Ersatzelement hat auch eine neue Schutzummantelung verbaut. Die alte kann, wenn sie sowieso nicht bereits mit gebrochen ist, ebenfalls in den Plastikmüll. Dann liegt der Warmwasserbehälter „nackig“ vor euch…

Nun löst ihr die Schrauben der Schraubschellen, die oben an der Truma- Therme mit den Wasserschläuchen verbunden sind. Bei den allermeisten Thermen, die ich bislang gesehen habe, waren hier normale Schlauchschellen verbaut. Sollten es Klemmschellen sein, nehmt ihr eine Zange statt des Schraubendrehers. Danach zieht ihr die Schläuche ab. Eventuelles Restwasser aus der Leitung solltet ihr in einer flachen Schüssel oder eben mit Tüchern aufnehmen. Läuft viel Wasser nach, könnt ihr euch auch aus Küchenrolle einen Propfen bauen und den Schlauch so abdichten.

Wenn ihr gut dran kommt, könnt ihr auch schon jetzt die unteren Schraubschellen der angeschlossenen Wasserschläuche lösen, zieht auch diese ab.
Kommt ihr an die unteren Schläuche noch nicht dran, zieht zunächst die hellbraunen oder schwarzen dicken Heizungsluftschläuche ab und biegt die flexiblen Schläuche zur Seite. Diese sind ggf. ebenfalls mit der Truma verschraubt! Danach solltet ihr etwas mehr Platz haben.

Übrigens: Bei unserer Therme war der Weichmacher in den Wasserschläuchen bereits derart ausgehärtet, dass wir den rechten unteren Schlauch trotz größter Mühe und unter Einsatz von etwas WD- 40 nicht mehr gelöst bekamen! Da auch der Arbeitsbereich äußerst beschränkt ist, bleibt auch nicht viel Raum fürs Greifen und Abziehen. Wir haben das kleine Schlauchstück daher kurzerhand durchgeschnitten! Wenn euer Schlauch für diesen Schnitt genügend Spiel hat, könnt ihr das natürlich auch so machen. Nur zu kurz sollte der Wasserschlauch nachher nicht sein. 😉

Habt ihr alle Wasserzu- und Abläufschläuche auf beiden Kopfseiten der Truma gelöst und auch die Heizungsrohre entfernt, könnt ihr die Truma- Therme vom Boden lösen. In den Ecken jeweils die vier Schrauben losdrehen. Im Gegensatz zur bebilderten Anleitung des Herstellers bzw. im Lehrvideo kann hier (wie auch auf den Schlauchschellen) schon der Einsatz von Kriechspray (WD 40) erforderlich werden, damit ihr die Schrauben gelöst bekommt.

Habt ihr die Schrauben gelöst, könnt ihr die Therme anheben bzw. zur Seite nehmen. Sollte sie festgepappt sein, kurz dran ruckeln. Vorsicht aber mit dem Stromkabel! Dies ist ja mit dem Wasserkessel noch verbunden. Schaut, dass das Stromkabel genügend Spiel für diese Bewegung hat!

Habt ihr die Therme vom Boden gelöst, wird der Heizstab entfernt. Dreht euch die Truma so zurecht, dass ihr die beiden Schrauben des Heizstabs problemlos lösen könnt. Habt ihr die Schrauben gelöst, könnt ihr den Heizstab einfach rausziehen. Er sieht aus wie ein kleiner Tauchsieder und ist im Prinzip auch nichts anderes. Legt den Heizstab nun gut zur Seite und achtet darauf, dass nichts dran kommt.
Auch den kleinen Dichtring, der entweder nun am Heizelement oder noch auf der Truma pappt, könnt ihr nun entfernen. Dem Set liegt ein neuer bei und den solltet ihr später auch verwenden.

Nun könnt ihr das Thermenelement wegnehmen und an einen besser geeigneten Arbeitsplatz bringen.
Als nächstes lösen wir die beiden seitlichen Kappen, die den Aluminium- Wärmetauscher (das ist das runde metallene Rohr mit den Zacken drin) abdecken. Sind die Kappen auf beiden Seiten entfernt, drücken wir euch jetzt die Daumen!
Denn jetzt müsst ihr den Wärmetauscher aus dem alten Gehäuse bekommen! Da das alte Gehäuse sowie an einer Stelle gebrochen und/oder gerissen ist (sonst würde das Wasser ja nicht auslaufen, könnt ihr hier durchaus etwas Gewalt anwenden. Also dem Plastikzylinder versteht sich.
Wir bekamen den Wärmetauscher übrigens nur aus dem alten kaputten Gehäuse heraus, indem wir diesen mit einem Hammer (abgedeckt mit einem flauschigen Handtuch, wenn ihr habt nehmt besser einen Gummihammer!) herausgeklopft haben! Seid dabei vorsichtig! Ihr braucht den metallenen Wärmetauscher noch!

Die am Wärmetauscher bzw. noch am alten Behälter befindlichen beiden Dichtungsgummis werden hingegen entsorgt. Dem Set liegen zwei neue bei.

So, dieses war der erste Teil, der Ausbau der Truma- Therme ist damit schonmal erledigt. Jetzt kommt der schwierige Teil, es folgt der Einbau des getauschten Warmwasserbehälters:

Für den Einbau des Tauschbehälters wird als allererstes der metallene runde Wärmetauscher zur Heizungsluft wieder eingebaut.
Hierfür sind zwei Dinge elementar!

  1. Die beiden Löcher im Wärmetauscher müssen beim Reinschieben des Wärmetauschers exakt wieder an die Stelle bugsiert werden, wo sie vorher waren! Sonst greifen die Schrauben der Abdeckungen nicht!
  2. Zweite Herausforderung: Der Dichtring mit den Abdeckungen! Das Rohr selbst lässt sich meist noch relativ problemlos im Wasserbehälter verschieben. Sind aber erstmal die Dichtringe drauf, bewegt sich das Teil kaum mehr! Truma empfiehlt an dieser Stelle, die Gummis und das Rohr mit etwas in Wasser gelöstem Spülmittel einzuschmieren, damit es „besser flutscht“. Im „Das-Leben-ist-schön“- Youtube- Video von Obelink schiebt der Medewerker die Dinger einfach drauf und es passt…

…der Durchschnitt liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen, wir hingegen haben mit unserem Tauschbehälter richtig Pech!

Nachdem wir die Dichtgummis auf beiden Seiten platziert haben, ist das Rohr nur noch mit größter Anstrengung verschiebbar, sobald die Dichtgummiringe am Behälter anliegen! Die ersten zwei, drei Versuche waren bei uns erfolglos! Auch, weil wir durch das Hin- und Hergeschiebe des Rohres die Löcher verschoben haben, mit denen die Abdeckungen später wieder mit dem Wärmetauscher verbunden werden! Gleich mehrere Versuche und zum Schluss sogar der behutsame Einsatz des Hammers waren bei unserem Thermentausch erforderlich, um das Rohr an die richtige Stelle zu bugsieren.
Die Idee, die Gummis einfach lose auf das Rohr aufzustecken und dann die Kappen einfach die Arbeit machen zu lassen (wie es im youtube- Video gezeigt wird), hat bei uns NICHT funktioniert!
Die Gummis verharkeln sich dann in der Aussparung der Abdeckung und machen eine Bewegung der Abdeckungen unmöglich! Milimetergenau haben wir also das Rohr auf beiden Seiten hin und her geklopft, bis die Abdeckungen ENDLICH gepasst haben UND auch die Löcher der Schrauben übereinander lagen!
Damit dies klappt, haben wir abweichend zur Anleitung erst eine Seite komplett fertig gemacht. Also Gummi drauf, Rohr verschieben, bis die Löcher für die Schrauben übereinander lagen und dann diese Abdeckung auch direkt drauf! So war zumindest eine Seite fixiert und hat somit auch die Position für die gegenüberliegende Seite festgelegt.

Wir wünschen euch, dass es bei euch einfach fluppt! Nehmt ansonsten wie gesagt Spülmittel zur Hilfe, um den Gummi auf der Hülse zu verschieben. Aber einfach ist es mit Pech nicht, das sagen wir gleich. Besonders, weil wir in ersten Evolutionsstufe dachten wir hätten es, bis wir bemerkt haben, dass die Aufstecker kleine „Nasen“ haben, die NUR in einer ganz bestimmten Stellung auf die Therme passen! Es müssen also nicht nur die Löcher übereinander liegen, sondern der Aufstecker auch später auf den „Nubsi“ passen!
Habt ihr auch das zweite Endstück endlich drauf und verschraubt, ist der schwierigste Teil aber immerhin geschafft!

Als nächstes bringt ihr den Behälter wieder an seinen Einbauort und schraubt das Heizelement wieder an seinen Platz. Vergesst nicht, den neuen kleinen Dichtgummi zu verwenden! Diesen könnt ihr übrigens einfach nur in die Aussparung legen und den Heizstab dann reinschieben. Dies ist hier deutlich leichter, als mit dem metallenen Wärmetauscher, der Hülse.
Anschließend kommt die Therme wieder an ihren alten Einbauplatz auf dem Wohnwagenboden.

Wenn die Wasserschläuche unten etwas Spiel haben, steckt ihr diese nun wieder auf und schraubt die Schlauchschellen fest.
Verschraubt die Therme nun im Boden, idealerweise unter Verwendung der neuen Schrauben.
Sollten die alten Schrauben ausgenudelt sein (was sie bei zunehmenden Alter auch zunehmend sind), könnt ihr diese mit etwas Sikaflex 221i dauerhaft abdichten und die Therme einfach ein kleines Stückchen zu einer Seite verschieben. Achtet aber darauf, dass die Schlauchlängen sowohl vom Wasser als auch von den Heizungsrohren noch passen! Mehr wie ein Zentimeterchen wird wohl kaum gehen…

Ist die Therme verschraubt, könnt ihr die Heizungsrohre aufstecken und ggf. fixieren, danach steckt ihr auch die beiden oberen Wasserschläuche an und schraubt die Schlauchschellen fest.

Ja und dann kommt die Stunde der Wahrheit! Schaltet den Strom wieder ein und lasst erstmal warmes Wasser laufen! Die Therme wird sich erst füllen müssen, das dauert einen Moment. Bleibt unbedingt dicht bei der Therme und haltet ggf. Tücher bereit, falls sich doch eine Undichtigkeit bilden sollte. Diese kann sowohl an den Heizungsrohren, wie auch am Heizelement auftreten, wenn der Dichtgummi z.B. beim Einbau beschädigt wurde. Lasst auch mal das Wasser später eine Zeitlang im Boiler, idealerweise über Nacht, und kontrolliert am nächsten Morgen, ob die Therme auch wirklich dicht geblieben ist.

Sobald aber ununterbrochen Wasser bei Warmwasserstellung aus dem Wasserhahn kommt (also ohne Sprotzeln und Blubbern) sollte die Therme gefüllt sein.
Ist sie weiterhin dicht, könnt ihr nun zum ersten Mal wieder die Therme einschalten. Der Heizstab ist nur klein und das Wasser gerade im Frühjahr natürlich sehr kalt. Lasst dem Heizstab also mal locker eine halbe Stunde, bevor ihr nachschauen geht. Die Therme sollte nun deutlich fühlbar warm sein! Wenn ihr nun heißes Wasser aufdreht und das Warmwasser aus der Therme das kalte Wasser im Zulaufschlauch verdrängt hat, sollte auch warmes Wasser aus dem Hahn kommen.

Glückwunsch! Ihr habt es geschafft!

Ab jetzt muss niemand mehr bei der morgendlichen Katzenwäsche frieren. Aber denkt daran, bei der nächsten Winterabstellung die Therme komplett zu entleeren! Nicht nur die Bodenventile öffnen, sondern auch mal kräftig durch alle Leitungen bei geöffnetem Ventil und Wasserhahn blasen! Ihr werdet erstaunt sein, wie viel Wasser sich da noch im Schlauch angesammelt hat!

 

Übrigens: Eine persönliche Anmerkung und Meinung noch „über den Tellerrand“ hinaus zum Schluss: Wohnmobile haben dieses Problem deutlich seltener! Zum einen, weil moderne Wohnmobile zunehmend mit Frostwächtern ausgerüstet werden, die die Therme bei unter 4°C Außentemperatur automatisch entleeren. Aber auch ältere Boiler im Wohnmobil (dieser war auch in unserem 1984er Dethleffs Globetrotter verbaut), wie der Truma B 10, platzen deutlich seltener. Warum? Weil es sich bei diesem Warmwasserbereiter um einen Metallkessel handelt! Und kein „Plastik- Schrott“, den Truma an dieser Stelle verbaut.

Mal ehrlich: WARUM ist das kein Kessel aus Metall? Der würde doch auch nicht platzen?!
Wenn ich mir so anschaue, wie viele Meldungen im Frühjahr regelmäßig über geplatzte Thermen eingehen, könnte man ja fast schon ein „einträgliches Geschäftsmodell“ vermuten.
Ich weigere mich aber, dies zu glauben und truma hier „böse Absicht zur Gewinnmaximierung“ zu unterstellen.
Es gibt allerdings Nachrüst- bzw. Tauschlösungen von Drittanbietern aus Metall!
Der freie Handel bietet diese an! Hier zum Beispiel: Tauschbehälter für Truma tt2 aus Edelstahl
Dieser auf den ersten Blick deutlich robustere Behälter hat aber einen entscheidenden Nachteil! Er verfügt nicht über den Warmluftdurchfluss der Heizung über den Wärmetauscher!
Dies hat gleich zwei Nachteile, die man ggf. in Kauf nehmen muss, wenn man sich für den Vorteil einer besseren Frostsicherheit der Therme entscheiden möchte.

  1. Ihr müsst das Heizungsrohr an der Stelle, wo die Therme eingebaut wird, verlängern, um die Therme herumleiten und wieder verbinden. Der Fachhandel bietet hierfür Rohrstücke und Verbinder an. Kostet nicht die Welt und ist leicht umsetzbar. Soweit, so gut.
  2. Der u.E. größere Nachteil ist allerdings die quasi kostenfreie „Mitversorgung“ des Wassers mit Wärme aus der Heizung! Wer in seinem Wohnwagen über ein Umluftgebläse verfügt, welches auch über eine interne Batterie, also 12V, gespeist werden kann, kann natürlich auch abseits von Strom und 230V warmes Wasser in der Therme bereitstellen! Der metallene Wärmetauscher erlaubt es, etwas Wärme aus der durchströmenden Luft abzuzweigen und damit das Wasser zu erwärmen! Der Vorteil (übrigens auch der unterstützende Effekt selbst bei Strom) geht durch den Vollbehältereinsatz der Drittanbieter verloren.

Wer sowieso NUR am Strom steht und den kleinen Luftschlauchumbau nicht scheut, kann sich den Einsatz eines metallenen Behälters ja mal überlegen.

Doch zurück zur ursprünglichen Frage: Warum baut truma den Behälter nicht gleich aus Metall?! Gehen tut es ja, wie die Angebote der Dritthersteller ja belegen.
Da wir nur vermuten können (Theorie: Hat was mit der Wärmeleitung zu tun, ein Metallbehälter könnte ggf. zu heiß für seine Umgebung im Wohnwagen werden?!), was der Hintergrund hierzu ist (wie gesagt unterstellen wir truma zunächst mal keine böse Absicht!), haben wir bei truma nachgefragt!

Die Antwort von truma war allerdings nicht ganz so hilfreich, wie erwartet.
Sinngemäß hat uns truma nochmals Tipps zum vollständigen Ablassen des Restwassers im Wärmebehälter an die Hand gegeben und auf die höherwertigen Produkte verwiesen. Hier wäre der Truma Boiler B10 zu nennen. Den hatten wir seinerzeit auch unserem alten Wohnmobil, der war schon super! Allerdings hat dieser auch seinen Preis…
Leider kein Wort dazu, ob der Einsatz eines Austauschbehälters aus Metall eines Drittanbieters problematisch ist und auch keine Info dazu, warum der Behälter original von truma selbst nur aus Kunststoff ist. Sehr schade!
Wer mag, wir haben den Schriftwechsel zu truma (aus Datenschutzgründen anonymisiert) hier für euch hochgeladen.

Nun, wer die truma- therme tt2 kostengünstig wieder in den Originalzustand versetzen möchte, wird um den Tauschbehälter nicht drumherum kommen. Und ab dann sicherlich 3x mehr vor der Winterpause darauf achten, dass er auch wirklich komplett leer läuft.

Weiterführende hilfreiche Links:

  • Truma selbst hat auf seiner Webseite eine Anleitung veröffentlicht. Sie ist kurz und kompakt gehalten: Truma Wechsel Warmwasserboiler
  • Die Firma Obelink hat als Vertriebspartner von Truma ein Video erstellt, wie die Therme getauscht wird. Es ist (mit Abstrichen) empfehlenswert. Wir wünschen jedem, dass der Wechsel der Therme so einfach fluppt, wie hier beschrieben wird: Youtube- Video zum Thermentausch
  • Der Vollständigkeit halber hier nochmals unser Link zu unserem Kompletteinbau einer Truma tt2- Therme im Wohnwagen

Die hier verwendete Therme einmal als original- Tauschbehälter und einmal der „freie“ Pendant ohne Luftdurchlass, dafür aus Edelstahl noch einmal im Detail:

Der Edelstahl- Boiler.
Nicht von truma, aber robust. Allerdings ohne Luftdurchlass für die Heizungsumluft.


Der original- Tauschbehälter von truma
Nur aus Kunsstoff. Entleeren nicht vergessen! 😉

Copyright- und Werbehinweis in eigener Sache: Wir nennen in diesem Artikel Markennamen wie truma, Obelink, youtube, Sika und ggf. weitere. Diese Marken sind ggf. eingetragene Marken und Warenzeichen.
Die Nennung der Markennamen erfolgt nur im Zuge des Wiedererkennungseffekts. Wir verkaufen keine Ersatzteile, haben keinen Shop und stellen auch keine Produkte her!
Auch möchten wir nur der Vollständigkeit noch anmerken, dass auch die für diesen Artikel vorgestellten Produkte alle selbst bzw. von der Inhaberin des Wohnwagens mit Eigenmitteln zum Ladenpreis angeschafft wurden. Es gibt keine Vereinbarung und/oder einen Geld- und/oder Warenzufluss und/oder Rabattregelung mit einem oder mehreren Marktteilnehmern. Auch nicht über die bloße Nennung von Markennamen oder die Verwendung bestimmter Produkte.
Es gab mit Ausnahme unserer Anfrage an das Haus truma bezüglich des verwendeten Materials für den Warmwasserbehälter auch keine übrigen Kontakte mit genannten Firmen oder Dritten in Bezug auf diesen Artikel.

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13 Kommentare

  1. Sehr gut erklärte, umfangreiche Anleitung, die ich gerne benutzt habe, nachdem der Boiler einen Sprung/Riß hatte. Das Ausbauen stellte kein Problem da, es begann mit trennen des festsitzenden Wärmetauschers und des Behälters. Mit der Flex/Säge vorsichtig den Behälter zerlegt, was gut gelungen ist.
    Nach Studien mehrerer Anleitungen zum Vergleich begann der Einbau.
    Dem guten Tip von Heinrich Chr. Mayer, legte ich das Metallrohr in den Gefrierschrank über Nacht. Danach konnte ich das Rohr sehr leicht in die richtige Position schieben, mit Hilfe der Abdeckungen, Schraubenlöscher, Nut, passgenau, noch ohne Dichtringe.
    Diese im Anschluss mit Hilfe von Spülmittel, kleiner Spachtel oder ähnliches, an die vorgesehene Position bringen und mit der Abdeckung fixieren. Anschließend die zweite Seite ebenso.
    Nicht zu empfehlen ist meiner Meinung nach, der Tip den neuen und alten Dichtring doppelt zu verwenden. Kann zwar nicht schaden, aber die Abdeckung schließt nicht bündig, bei beiden Seiten verwendet stimmen auch die Bohrlöcher nicht mehr überein. Es entsteht ein Spalt von jeweils der Dicke des zweiten Dichtringes, aus der Nähe betrachtet evtl. stört.
    Der Einbau erfolgt Problemlos, verrostete Boden Schrauben noch gegen Edelstahl ausgetauscht.
    Ansonsten „sehr gute Anleitung“ plus Kommentaren, zu empfehlen.

  2. Hallo an Alle!
    Der Artikel selbst hat mir sehr geholfen, besonders deshalb, weil ich mich sonst gar nicht getraut hätte da so gealtsam, mit Hammer dranzugehen.
    Zwei zusätzliche Tipps für da zusammensetzen habe ich mir noch überlegt und die haben auch gut funktioniert.
    Der erste lehnt sich an die alten Wagner an. Die haben für ihre Räder die Eisenringe über die Holzfelgen bekommen, weil sie das Eisen glühend erhitzt haben. Kann man mit dem Kunststofftank natürlich nicht machen, aber man kann den Aluwärmetauscher vor dem Zusammenstecken im Gefrierschrank kühlen und es läßt sich dann alles sehr gut zusammenstecken.
    Trotzdem ist es noch schwer den Dichtring an seinen Platz zu bekommen. Hier habe ich zusätzlich zum Neuen der in die Nut muß den Alten Rich zusätzlich übergeshoben und mit dem Plastikanschluß beide zusammen in Positzion getrieben. Jetzt sind da zwar zwei Ringe eingepreßt, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß das schädlich sein soll.
    Aktuell zumindest ist der Boiler dicht.

    • Danke für deinen Erfahrungsbericht und das du diesen mit uns geteilt hast. Wir drücken die Daumen für eine dauerhaft erfolgreiche Reparatur!
      Beste Campinggrüße senden Tim, Nils, Anja und Björn

  3. Danke für die tolle Anleitung. Stehen gerade auf dem Camping Platz mit genau dem Problem. Zum Glück nur übers Wochenende. Werde den ersatzbehälter bestellen. Eine Frage noch. Wie entwässert man die Anlage vollständig? Ist es ausreichend, in einen der Wasserhähne zu pusten? Ich werde mir auch noch ihren hochgeladenen Schriftwechsel anschauen, vielleicht wird es dort ja beschrieben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Florian

    • Hallo Florian,
      leider bleibt meist eine Restmenge Wasser im Boilertank zurück, selbst wenn man die Bodenventile vollständig öffnet. Um das System wirklich komplett leer zu bekommen, puste ich an einem (geöffnet, in Warmwasserstellung, ohne Bordstrom) Wasserhahn kräftig rein. Alternativ kann man auch aufgeblasene Luftballons über den geöffneten Wasserhahn frimmeln und dann diesen die Luft durch die Leitung und Boiler pusten lassen. Da kommt locker nochmals ein halber Liter raus.
      Gruß
      Björn

  4. Also ein Metallbehälter verhindert keinen Frostschaden, das muss man mal festhalten. Gefrierendes Wasser hat eine unglaubliche Zerstörungskraft. Jeder dem schon einmal eine Gartenpumpe kaputt gefroren ist weiß das. Da hilft nur eins, das Wasser muss aus dem System und zwar komplett. Am besen mit Druckluft ausblasen.

    • Das stimmt natürlich Karl Heinz. Das Wasser abzulassen ist natürlich stets das A und O. Nichts desto trotz ist Kunststoff, zumindest dieser hier, deutlich weniger robust als ein Metallbehälter. Noch nie ist mir bislang ein gebrochener oder gerissener Metallbehälter untergekommen. Allerdings schon ein halbes Dutzend gebrochene Kunststoffbehälter. Es geht halt darum, dass es weniger der prall gefüllte Behälter Ursache für den Bruch ist. Wer den nicht entleert, ist selber schuld.
      Aber das selbst kleinste Restmengen eben für diesen Bruch sorgen, das ist aus meiner Sicht geplante Obsoleszenz. Das ginge robuster – wenn man wollte.
      So zumindest meine Meinung.
      Gruß
      Björn

  5. Vielen Dank für die Beiträge zur Truma Therme, hab mir aufgrund der Artikel und auch anderer Berichte lieber die Elgena Nautic Compact Luft mit 6 Liter Volumen und 500 Watt Heizstab gegönnt.
    Preislich nicht ganz vergleichbar, qualitativ aber auch nicht.
    Hier ist der Kessel komplett aus säurebeständigem Edelstahl gefertigt und die Luft geht durch 5, vielleicht waren es auch 6 Rohre die einzeln auch Kontakt zum Wasser haben. Nicht so ein Alurohr mit fuddeligen Gummiringen. Alles solide geschweißt und druckfest bis 3 bar.
    Wenn bei der Truma einmal der Kessel platzt ist die Differenz zwischen den beiden auch nicht mehr so hoch.
    Habe die Elgena Therme ca. 30 cm hinter einer 27 Jahre alten Truma e1800, die schafft es auf halber Leistung das Wasser auf ca. 60 bis 70 Grad zu erhitzen. Reicht dann mit gemischten Kaltwasser sogar zum Duschen.
    Und alles ohne zusätzliche Energie, ist zudem auch gut isoliert.
    Also vielleicht eine Überlegung wert.
    Ansonsten vielen Dank für die interessanten Infos und kurzweiligen Berichte.

    Gruß, Timo

  6. Zitat: „Wenn ich mir so anschaue, wie viele Meldungen im Frühjahr regelmäßig über geplatzte Thermen eingehen, könnte man ja fast schon ein „einträgliches Geschäftsmodell“ vermuten.
    Ich weigere mich aber, dies zu glauben und truma hier „böse Absicht zur Gewinnmaximierung“ zu unterstellen.“

    Doch diese böse Absicht darf unterstellt werden. Obelink hatte eine metallene Alternative, per Klage seitens Truma wurde der Verkauf unterbunden. Der Link zur Amazon Alternative: „Derzeit nicht verfügbar. “ scheint wohl das ehemalige Obelink Modell zu sein.

  7. Wir hatten vor kurzen eine Kontrolle und haben festgestellt, dass auch wir einen Thermentausch brauchen. Bei Freunden von uns hat es auch nicht funktioniert, einfach das Gummi lose auf das Rohr zustecken. Ich denke es wird bei uns besser sein, wenn es jemand macht der wirklich Ahnung hat.

    • Nun, aus diesem Grund haben wir den Artikel ja auch gerne veröffentlicht. Nicht nur als Anleitung für den Selbsttausch, sondern eben auch, um abzuschätzen, ob man sich einen Tausch anhand seiner eigenen persönlichen Fähigkeiten zutrauen kann. Ich hoffe, dass unser Artikel hierzu hilfreich war.
      Alles Gute für den Tausch wünschen
      Tim, Nils, Anja und Björn

  8. Vielen Dank für die umfassende Anleitung. Im Video sieht es wirklich sehr leicht aus. Ihre Erfahrungen aber ist doch deutlich schwerer. Bin unsicher ob ich es mir zutrauen soll. Meine Therme ist leider auch zerborsten. Hatte überlegt das zu kleben. Vielleicht reicht das auch. Was denken Sie?
    Vielen Dank
    S. Schefler

    • Hallo Herr Schefler,
      ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass kleben funktionieren wird. Klar, man hat nichts zu verlieren, kaputt ist das Teil ja schon. Aber mit Hausmitteln wird es sicherlich nicht gehen, dafür wird der Tank im wasseraufbereiteten Zustand einfach zu warm und kühlt sich anschließend wieder ab. Weiß nicht, ob ein einfacher Kleber das durchgängig mitmacht. Auch muss bedenken, dass der Klebstoff vielleicht Lösungsmittel ins Wasser ablässt. Wir würden es nicht machen, den Behälter lieber stets wechseln. Aber wenn Sie es dennoch probieren und damit erfolgreich sind, berichten Sie uns doch gern von Ihren Ergebnissen.
      Beste Grüße
      Björn vom team transitfrei.de

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