Jedes Jahr im Herbst oder Frühling, wenn die geliebte Campingsaison gerade beginnt oder leider schon dem Ende zugeht, wird sie gebraucht! Die Heizung im Wohnwagen bzw. Wohnmobil. Und nicht selten kommt es dabei vor, dass die Heizung dabei gefühlt schlechter läuft, als noch im Jahr davor! Wird es wirklich richtig warm und vor allem: Verteilt sich die wohlige Wärme der Truma- Heizung auch wirklich gleichmäßig im Wohnmobil?

Besonders bei der Truma- Vent Gebläseheizung ist es mit nur wenigen Handgriffen möglich, wieder die volle Leistung aus der Heizung herauszukitzeln! An Werkzeug bedarf es nicht viel und auch an der Gasanlage arbeiten wir für diese kleine Wartung und Revision des Gebläses natürlich nicht! Oft genügt schon ein einfacher Schraubendreher und ein Staubsauger, wie wir euch mit diesem Artikel zeigen möchten:


 

Für wohlige Wärme im Wohnmobil und Wohnwagen sorgen Gasheizungen wie unsere TRUMA S 3002 Vent. Der Vorteil der „Vent“ gegenüber der normalen Heizung: Durch das Gebläse wird die warme Luft über Rohrleitungen im Wohnwagen auch in die Ecken und übrigen Bereiche des Wohnwagens verteilt und konzentriert sich nicht nur um den Bereich des Heizkörpers selbst.

Truma S 3002 Heizung in unserem Wohnwagen sorgt für wohlige Wärme an kalten Abenden.

Bevor wir aber anfangen, noch ein wichtiger Sicherheitshinweis!
Wir reden über eine GAS Heizung Leute! Die Arbeiten, die wir hier vorstellen, könnt ihr zwar problemlos selbst erledigen, ohne dass ihr in den geschlossenen Gaskreislauf eingreifen müsst! Das ist uns wichtig! Gas ist viel zu gefährlich, als das wir Laientipps für das Herumfuhrwerken an der Gasanlage weitergeben würden! Wer Probleme mit Brenner, Flamme oder den Abgasen seiner Truma- Gasheizung im Wohnmobil oder Wohnwagen hat, gehört ganz klar zum Fachmann! Für alles andere ist das Leben zu teuer, als das ein paar gesparte Euro dieser Einsatz wert wäre!

So, nun aber zu unseren Herbst- und Frühjahrstipps für eine gute Heizleistung im Wohnwagen und Wohnmobil:

 

Punkt 1: Reinigen des Heizkörpers:

Damit die Heizung gut funktioniert, muss sie vor allem staubfrei sein! Gerade die Heizung hat allerdings die Eigenschaft, Staub wie magisch anzuziehen! Außer der Staubschicht, die sich außen auf dem Gehäuse festsetzt, sieht man davon nicht mehr viel. Umso erschreckender ist aber das Bild das sich ergibt, wenn wir das Gehäuse einmal abnehmen!

Schritt 1: Abnehmen des Gehäuses der Truma Heizung:

Hierfür fasst ihr das Gehäuse unten an und zieht es unten leicht nach vorne! Das Gehäuse ist dort nur eingeklipst und kann mit einem zaghaften Ruck aus der Halterung gelöst werden. Sind die unteren Clips gelöst, könnt ihr das Gehäuse vorsichtig nach oben hoch wegziehen. Nicht nah vorne, nach oben! Achtet dabei auf den Drehregler (rechts) der Heizungsstufe! Dieser wird nicht vorher ausgebaut, sondern verbleibt am Korpus des Heizkörpers! Das Loch im Gehäuse ist groß genug, dass er durchpasst. Auch, wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht.

Wenn ihr eine Heizung mit einem zweiten Drehregler links habt, habt ihr eine Heizung mit eingebautem Gebläse (Vent). Dieser Regler verbleibt am Gehäuse! Das Kabel hinter dem Drehregler ist lang genug, dass ihr das gelöste Gehäuse mitsamt dem eingesteckten Kabel problemlos auf die Seite legen könnt.

Die Verkleidung unserer Truma Heizung hängen wir nach oben hin aus und nehmen sie zur Seite weg

 

Der linke Drehregler bleibt an Ort und Stelle, das Kabel ist i.d.R. lang genug, um das Gehäuse zur Seite zu stellen.

Schritt 2: Der Heizkörper:

Habt ihr das Gehäuse nach oben weggenommen, legt ihr es behutsam zur Seite. Vorsicht bitte, die Ecken können scharfkantig sein!
Nachdem das Gehäuse zur Seite gelegt wurde, seht ihr den Heizkorpus vor euch. Sieht ein bisschen aus, wie ein Nahrungsverteiler auf dem Raumschiff Enterprise, nicht wahr?!
Schade, dass er nicht als solcher funktioniert. 😉

 

Heizkörper der Truma Heizung

 

Hinter dem Gehäuse verbirgt sich nun der Heizkörper.
Habt ihr eure Heizung nun zum ersten Mal nackt vor euch, sieht man eigentlich sofort das Problem! Methusalem wäre wahrscheinlich stolz auf euch, ein so schönes Staubnest! Richtig heimelig, gelle?
Schnappt euch nun einen kleinen Pinsel und treibt den Staub aus allen Poren und Ritzen! Wenn ihr einen zweiten Mann/Frau mit einem Staubsauger habt, lasst diesen in der Nähe eures Pinsel den aufgewirbelten Staub gleich aufsaugen! Somit verteilt ihr den Dreck nicht im Wohnwagen / Wohnmobil!

Schritt 3: Optional: Batterien im Zündautomaten wechseln!

Habt ihr alles gereinigt, könnt ihr euch, je nach Ausführung eurer Heizung, noch den Zündautomaten ansehen. Er sitzt bei älteren Heizungen unten links am Korpus und sieht ein bisschen aus, wie ein Gehäuse für eine Musikkassette aus den 80er Jahren (jüngere Camper müssten den Begriff „Musikkassette“ ggf. googlen! 😉

Hier befinden sich 2 AA Batterien, die regelmäßig zur Herbstzeit den Geist aufgeben! Dann zündet die Heizung nicht mehr. Wir hatten das Problem in Schottland und mussten die Batterien bei wenigen Grad über 0 Grad INNENtemperatur mit klammen Fingern wechseln! Dann aber lief die Heizung wieder. Zum Glück! Spart euch also besser gleich das Frieren und wechselt die Batterien am besten gleich mit aus, wenn ihr die Verkleidung sowieso gerade entfernt habt.

Schritt 4: Truma Heizung wieder zusammen bauen!

Habt ihr den Korpus gereinigt, habt ihr den ersten großen Schritt bereits geschafft! Stülpt nun das Gehäuse wieder von oben auf den Korpus des Heizkörpers! Achtet dabei darauf, dass der Drehregler in das Loch gleitet! Sobald das Gehäuse oben sitzt, könnt ihr es unten wieder an den Korpus andrücken und einklipsen. Fertig! Das war es schon.

Wer nur über eine „einfache“ Truma Heizung (S 3002, S 5002) ohne VENT- Gebläse verfügt, ist an dieser Stelle sogar schon fertig! Die Heizung sollte jetzt besser heizen und deutlich weniger Staub in die Luft aufwirbeln.

 

Punkt 2: Reinigen des truma- Vent Gebläses:

Fast noch wichtiger als die Reinigung des Heizkörpers ist die Reinigung des Truma Vent- Umluftgebläses! Wie wichtig dies ist, haben wir selbst an unserem Wohnwagen eindrucksvoll festgestellt. Doch zunächst das Fehlerbild, warum wir uns überhaupt mit der Heizung beschäftigt haben: Das Gebläse wurde recht laut! Dazu hatten wir den Eindruck, dass es gar nicht richtig Luft aus den Luftkanälen drückt! Gut, die Schläuche sind mitunter recht lang und am Luftauslass kommt eben mitunter nur ein laues Lüftchen raus. Dennoch hatte die Luftförderleistung im letzten Jahr doch spürbar immer mehr nachgelassen.

Wir haben uns also an die Heizung begeben:

Schritt 1: Schank auf, alle Klamotten raus und die Bodenplatte des Schranks wegnehmen.
Zum Vorschein kommt dann ein an den viereckigen Kasten drangeflanschtes rundes Gebilde! Hier drin sitzt unser Lüfterrad.

Schritt 2: Sicherung raus! Besonders, wenn der Wohnwagen mit Landstrom verbunden ist, empfehlen wir unbedingt die Sicherung für den Wohnwagen zu schalten / ziehen, damit das Gebläse der Heizung stromlos ist! Prüft dies auf jeden Fall nach, indem ihr das Gebläse einmal einschaltet. Es sollte weder auf Automatik noch auf manuell anlaufen.

Schritt 4: Zieht den kleinen Stecker vom runden Gehäuse ab.

Schritt 5: Das runde Gehäuse ist mit 3 Schrauben an den viereckigen Heizungskasten angeschraubt. Mit einem Kreuz- Schraubendreher könnt ihr die Schrauben lösen.

 

Schritt 6: Löst das runde Gehäuse nun vorsichtig vom viereckigen Kasten. Am besten nach hinten wegziehen oder vorsichtig herunter klappen, wenn es euch nicht von selbst in die Hand fällt. War das Gebläse jahrelang nicht geöffnet, ist das Gehäuse durch Knies und Dreck etwas „anhaftend“ am Heizungsgehäuse.

Schritt 7: Nehmt nun das Gehäuse einfach heraus!

Schaut euch die Lamellen des Lüfters nun einmal an. Man sieht schon auf den ersten Blick, dass durch diesen angesammelten Dreck und Staub kaum noch vernünftig Luft umgewälzt werden kann! Ergebnis: Die Heizung bzw. der Lüfter ist laut und es kommt keine Luft mehr durch! Schlimmer noch: Ein solches Staubreservoir ist Brutstätte für Bakterien und Viren! Immer schön warm und gut geschützt! Schaltet man die Heizung nun an, verteilt man diese brav in der Umluft…

Schritt 8: Reinigt die Lüfterräder! Für die erste Reinigung empfiehlt sich ein weicher Pinsel. Achtung! Führt diese Arbeit möglichst im Freien durch! Was ihr jetzt aus dem Lüfterrad an Dreck heraus holt, wollt ihr NICHT im Wohnwagen haben, glaubt uns!

Das Ergebnis ist beeindruckend! Genug Material, um problemlos ein Kinder- Kopfkissen damit zu stopfen, wenn es nicht so ekelig wäre! Schaut es euch an:

Die „Ausbeute“ aus den Lüfterrädern! Genug Material für ein kuscheliges Mäusekissen!

 

Schritt 9: Hartnäckiger Dreck und Knies, den ihr mit dem Pinsel nicht entfernen könnt, bekommt ihr mit einem kleinen Holzstiel oder einem Zahnstocher gut gelöst! Auch eine alte dünne Zahnbürste oder der Bürstenkopf einer elektrischen Zahnbürste kann hier gute Dienste leisten.
Passt aber auf! Die Lüfterräder sind etwas scharfkantig und zu viel Druck dürft ihr auch nicht auf die Lüfterräder ausüben, damit die Gleitlager des Gebläses nicht belastet werden und der Lüfter hinterher unrund läuft!

Schritt 10: Das war´s schon! Einfach das Lüfterrad wieder aufsetzen und festschrauben. Danach den Stecker anschließen und den Strom wieder verbinden bzw. die Sicherung einschalten. Macht gleich einen Probelauf und erfreut euch an der deutlich verbesserten Luftumwälzung! Die Lüftung läuft nun leiser und auch effizienter! Und hygienischer ist es obendrein auch noch!
Habt ihr Heizung und Lüfter gereinigt, seid ihr für den Herbst und Winter bestens gerüstet!

Diese Reinigung führen wir übrigens 1x im Jahr durch! Meistens zu Saisonbeginn, damit der Staub des Winters aus den Rillen und Ritzen heraus kommt. Wer seinen Wohnwagen häufig nutzt (z.B. für das Saisoncamping), kann die Reinigung durchaus jetzt, zu Beginn des Herbstes, noch einmal wiederholen. Mehr ist aber in der Regel nicht nötig.

2 Kommentare

  1. Hallo,
    toller Beitrag und schön bebildert.
    Leider hast Du dabei etwas wichtiges vergessen, nämlich das schmieren des Lüfterlagers. Dann läuft dieses nicht mehr so ein bzw. es läuft leichter und leiser.
    Alles zusammen resultiert in niedrigerem Stromverbrauch.

    • Hallo Daniel,
      ja, der Pro kann das natürlich machen. Allerdings soll unsere kleine Anleitung für Laien sein, die nicht unbedingt an den elektrischen Teilen arbeiten möchten bzw. können. Für das Lüfterlager muss man schon ein wenig Erfahrung mitbringen, denn wenn man dies falsch macht, läuft das Schaufelrad hinterher unrund. Deswegen haben wir diesen Tipp bewusst ausgespart. Wer sich hiermit auskennt, wird sowieso keine Anleitung wie unsere brauchen 😉
      Beste Grüße
      Björn

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