Heute wird ein Ausruhtag! So ein richtiger Jokertag!
Diese Entscheidung steht schon beim Blick durch die Ritze in der geöffneten Dachluke unseres Wohnmobils fest! Der Grund ist klar: Komplett blauer Himmel in alle Richtungen und klarer Sonnenschein!
Juchuuuu!!!!!
Na endlich! Viel zu oft haben wir in diesem Urlaub die Regenschuhe auspacken müssen. Viel zu oft mussten die Scheibenwischer unseres Wohnmobils stoisch gegen Wind und Regen ankämpfen. Das Wetter war teilweise so mies, dass wir schon fast Depris bekommen haben. So ein schöner Sommersonnenurlaub waren die ersten Tage ja nun nicht gerade…

Gleich nach dem Aufstehen und einem tollen Duschabenteuer in den vorzüglichen Waschräumen decken wir zum ersten Mal draußen den Tisch und frühstücken zum ersten Mal auf dieser Reise vor dem Wohnmobil.
Das tut gut! Endlich Ferien!

    
OK, der Tisch ist spärlich gedeckt, unsere Vorräte gehen zu Ende

Wir freuen uns beide auf unseren Ausruhtag und sind froh darüber, dass wir uns heute zur Abwechslung mal nicht vom Fleck bewegen werden und stattdessen einem Tag Ruhe und Entspannung den Vorzug geben.
Zum ersten Mal seit Tagen spielt auch das Wetter wenigstens einigermaßen mit, sodass wir nun endlich mal eine Art „echten Campingtag“ ganz ohne Fahren einlegen werden und die Sonne genießen!
Es ist tatsächlich mehrheitlich sonnig (sonst würden wir nicht, wie viele andere auch, im Freien frühstücken…) mit Temperaturen im T- Shirt- Bereich und auch der mitunter kräftige Wind, der uns auf dieser Reise bislang immer begleitet hatte, hat zumindest im Moment zugunsten eines ganz lauen Lüftchens abgeflaut.
Wurde ja auch Zeit!
Offenbar haben wir es endlich geschafft, das unbeständige Wetter aus dem Norden, was uns eigentlich seit Grenzquerung zu Dänemark begleitet hat, abzuschütteln.

Einzig der Umstand, dass uns allmählich die Getränke ausgehen, spricht gegen einen längeren Aufenthalt auf dem Campingplatz.
Es gibt hier natürlich einen kleinen Supermarkt auf dem Platz, aber in Anbetracht der Tatsache, dass der nächste Ort (und damit der nächste Supermarkt) ein paar Kilometer entfernt liegt, dürfte sich dies nicht gerade positiv auf das eh schon angespannte Preisgefüge auswirken.
Dennoch überwiegt ganz einfach das Bedürfnis nach einem Ausruhtag, sodass wir doch lieber hier bleiben und eben nur das nötigste im hofeigenen Campingplatz einkaufen wollen.
Was soll´s, dann kostet die Cola und der Saft eben ein paar Kronen mehr, na und? Wir müssen hier ja keinen Großeinkauf machen!
Und so spazieren wir nach dem Frühstück den steilen Berg hinauf, bis wir oben angekommen im kleinen Supermarkt einen Arm voll Getränke kaufen und natürlich findet auch ein leckeres Eisschiffchen und eine kleine Tüte mit Lakritzstangen den Weg auf den Verkaufstresen. Muss ja sein, hab ja Ferien! Und Ferien ohne ein Eis gehen ja mal gar nicht 😉
Natürlich gehen wir auch gleich in der Rezeption abklären, dass wir auch den heutigen Tag hier verbringen werden. Wie es zu erwarten war, ist dies kein Problem und wir können noch eine weitere Nacht hier bleiben.

         
Wir spazieren den Berg hinauf zum Supermarkt                 Hier „plündern“ wir dann die Auslage 😉

Und weil wir ja nun beschlossen haben, dass wir eine weitere Nacht hier bleiben, sorgen wir natürlich noch ein weiteres Mal für unsere Bordversorgung, indem wir erneut unsere Chipkarte mit einem zusätzlichen Waschguthaben auffüllen und Anja ein weiteres Mal fleißig wie ein Bienchen die Waschmaschine füttert.
Nun wissen wir ja, wie es geht.
Neben dem umfangreichen Waschprogramm machen wir aber auch im Wohnmobil mal wieder so richtig „klar Schiff“ und saugen, putzen, wienern, räumen auf und schmeißen raus, was wir nicht mehr brauchen. Ganze zwei Stunden dauert diese Aktion, bis es im Wohnmobil endlich wieder glänzt und glitzert, als hätte Meister Proper mit der Dame aus der Vanish- Oxiaction- Werbung ein kurzes aber heftiges Techtelmechtel in unserem Wohnmobil gehabt 😉

         
Fleißig, fleißig!  Anja hat viel Wäsche gewaschen! 🙂      So trocknen Socken und meine Unterhosen im Sommerwind

Nach getaner Arbeit setzt sich Anja dann aber endlich in die Sonne und liest an ihrem Buch weiter, während ich ein wenig am Reisebericht tippe und dabei eigentlich mehr dem heutigen Feiertagsprogramm im TV folge.
Wer wird es uns schon verdenken, dass wir so den Tag regelrecht vorbeiplätschern lassen und die Stunden vergehen? Wir selber jedenfalls nicht!
Es ist einfach zu schön, auch mal dem süßen Nichtstun zu frönen.
Insbesondere das wuselige Treiben auf dem Campingplatz ist doch immer wieder faszinierend, was man als wechselnder Tagestourist gar nicht so sehr mitbekommt.
So aber schauen wir zu, wie am heutigen Feiertag natürlich mehrheitlich neue Gäste ankommen, aber auch ein paar alte Gäste abreisen.
Dazu rollen neue oder alte Wohnwagen auf den Platz und es ist interessant zu sehen, wie spannend doch der Aufbau eines Vorzeltes sein kann.
Ein ganz klein wenig juckt es mich dann gegen frühen Nachmittag sogar, auch unser „Revier“ ein wenig auszubauen und unsere Markise Light auszufahren.
Ist ja aber auch kein Wunder, denn rund um uns herum füllt sich der Platz mit immer mehr Campern, die ihrerseits ihre Claimansprüche durch Aufstellen von Zelten, Planen und Campingmöbeln abstecken. „Guck mal, was ich hab“ in Reinkultur! 😉
Ein Glück, dass die Parzellen auf der Wiese bereits abgesteckt sind und die Grenzen der Claims durch die Bodenmarkierungen die entsprechenden Reviergebiete abgrenzen.
Ach, ich liebe das Campen und die Camper…*grin*

     Campingreihe am Morkholt- Campingplatz
Hier mal unsere Campingreihe: Wie man sieht, hat sie sich gut gefüllt!

Am Ende lasse ich die Markise dann aber doch da, wo sie gerade ist.
Mit etwas „Glück“ fängt zum Ende des Tages nämlich doch wieder an zu regnen, was die am Nachmittag mehrheitlich aufgezogenen Wolken am Himmel auch bereits andeuten.
Der Regen will uns einfach in Ruhe lassen, so sehr ich auch einen „Vorsprung“ heraus fahre. Immerhin waren es gestern 300 Kilometer!

Genützt hat es am Ende nichts, denn gegen 17 Uhr fängt es tatsächlich wieder ganz leicht an zu tröpfeln und schon zieht Anja mitsamt der frisch gewaschenen Wäsche ins Wohnmobil.
Na super! Danke Regen!
Ich hatte es mir ja gerade erst gemütlich gemacht, da muss ich meinen gerade gewonnen Luxus in Form von „Raum“ im und um das Wohnmobil herum schon wieder aufgeben.
Unser Mobil könnte nun, mit dem im Innern des Mobils aufgestellten Wäscheständer und den überall umherhängenden Klamotten auf Kleiderbügeln, durchaus als rollender Wäschesalon durchgehen. 😉
Vielleicht sollten wir für diese Attraktion Eintritt verlangen…

Doch statt unsere Karriere im Schaustellergewerbe neuen Auftritt zu verleihen, kümmere ich mich lieber um das Abendbrot. Ja, so spät ist es schon und der Tag ist fast vorbei!
Eigentlich wäre für den rundum perfekten Abschluss des Tages ja der Aufbau unseres Grills genau das richtige! Aber erstens haben wir nichts, was wir adäquat grillen könnten und zweitens spielt das Wetter hierfür auch nicht mehr so recht mit. Drittens wäre es fast schon „Verschwendung“, wenn wir nicht erneut die großartigen Kücheneinrichtungen nutzen würden.
Gegen halb 7 statten wir dann der geräumigen Küche einen neuen Besuch ab, um uns was zum Abendbrot zusammen zu brutzlen. Wir haben unsere Vorratsschränke geplündert und aus den deutschen Einkäufen haben wir noch eine Dose Labskaus und eine Portion Bratkartoffeln gefunden. Dazu habe ich noch ein paar Schinkenwürfel und Eier, woraus sich für uns beide wohl was Leckeres zaubern lassen dürfte.

         
Oh, wie schade! Am Horizont ziehen graue Wolken auf     Egal! Jetzt wird gekocht! Der Chefkoch mit den Zutaten 🙂

Ganz wie die Sterneköche im TV- Programm wirbele ich kurz darauf in der super-modernen Küche umher und serviere Anja dieses Mal gleich hier im Küchen- und Speiseraum eine leckere Portion Labskaus mit Ei und Gurken, während ich hingegen eine große Portion Bratkartoffeln mit Schinken und Ei aus der Pfanne hebe.

Anja freut es natürlich! Denn so kommt sie in den Genuss eines guten und günstigen Abendessens (und ich natürlich auch), ohne dass hinterher das ganze Wohnmobil nach Essen riecht.
Und dies wäre, in Anbetracht der überall im Wohnmobil frisch gewaschenen und zum Trocknen verteilten Wäsche, sicherlich wohl keine so gute Idee gewesen.

         
Ankunft in der „Kocharena“!   😉                                        Für Anja gibt es aus dem „kleinen Topf“ Labskaus…

         
…mit Spiegelei drüber!                                                      Ich haue mir hingegen ne Portion Bratkaroffeln rein 🙂

Satt und zufrieden geht es dann, nachdem wir noch kurz gespült haben,  gegen halb 8 zurück zum Wohnmobil, wo wir den Tag bei Regen und dem heimischen TV- Programm ausklingen lassen.
Für Morgen steht das Programm übrigens auch schon fest: Es wird von hier aus natürlich gleich durch nach Deutschland gehen!
Die einen mögen es vielleicht nicht verstehen, die anderen dafür eventuell umso mehr! Wir verlassen Dänemark!
Dies tun wir übrigens ganz wissentlich, obwohl wir noch einige Urlaubstage zur Verfügung haben.
Aber gerade weil wir noch Urlaub haben, verlassen wir Dänemark nicht, um den Urlaub zu beenden, sondern um mit einem positiven Gedanken gleich den zweiten Teil unseres Urlaubs einzuleiten: Mit dem Wohnmobil unterwegs an der deutschen Ostseeküste!

Ein wenig Wehmut bleibt dann aber natürlich doch zurück, denn eine tolle Rundreise einmal rauf und runter durch Dänemarks Festland geht, trotz viel Regen und mitunter stürmischen Wetterkapriolen, damit leider doch zu Ende.
Irgendwas lässt man immer zurück, irgendwas bleibt immer da.
Sei es nun das fehlende Fischbrötchen in Skagen, das fehlende Wikingerabenteuer an der Fyrkat- Burg, den wahrscheinlich wertvollen aber dennoch weggeworfenen Bernstein an der Nordseeküste bei Nystrup, oder ganz banal die die fehlenden 1800 Kronen in der Reiseschatulle, die wir gleich am ersten Ausflugstag am Strand von Römö gelassen haben.
Auch das ein oder andere Badeabenteuer an den wirklich zahlreichen und wunderschönen Stränden hat uns beiden gefehlt!
Aber was soll man machen, wenn man Stand eher Frostbeulen statt einen Sonnenbrand bekommt?

Uns bleiben sicherlich tolle Erinnerungen und die Erkenntnis, dass man für „nordische Abenteuer“ nicht unbedingt gleich ganz rauf bis Schweden, Norwegen, Finnland oder gar bis zum Nordkap reisen muss.
Auch der kleine „dänische Nachbar“ hat tolle skandinavische Eindrücke zu bieten und auch hier ist es möglich, sich kilometerlang in kompletter Einsamkeit zu bewegen, wenn man dies denn möchte.
Und damit die Erinnerungen an Dänemark sich nicht mit den „deutschen Einflüssen“ vermischen, schreibe ich noch an diesem Abend die wichtigsten Sachen und Ereignisse unserer Dänemark- Rundreise in unserem Reisefazit nieder.
Und während ich so tippe, dämmert es dann so langsam auch mir und sogar ich werde ein wenig traurig über der Erkenntnis des Abends: Unsere Dänemark- Rundreise endet hier!

Statistik des Tages:
Km- Stand bei Abfahrt: 194.906
Km- Stand bei Ankunft: 194.906
Gefahrene Kilometer: 0

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