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Erfahrungsbericht über eine Wohnmobilsuche
Wie wir unser Wohnmobil gefunden haben


Wichtiger Hinweis vorab in eigener Sache: Dieser Artikel beschreibt unsere Erlebnisse, die wir bei der Suche nach unserem ersten Wohnmobil gemacht haben. Er ist somit ein reiner Erfahrungsbericht im Rahmen einer persönlichen Geschichte. Wenn ihr aber auf der Suche nach Tipps und Tricks zum Kauf eines Wohnwagens oder Wohnmobils seid, dann schaut bitte hier hein: Hilfe beim Wohnwagenkauf
Ansonsten seid ihr natürlich gerne eingeladen, hier mit uns zu schmunzeln:

Liebe Besucherin,
lieber Besucher,

Unsere Odyssee wie wir zu einem Wohnmobil kommen.
Oder auch:
Wohnmobil zu verschenken, Wohnmobil zu gewinnen, Wohnmobil zu verkaufen.
Auch hiernach haben wir in den letzten Tagen und Wochen nur zu Hauf gegoogelt, es bringt aber nichts.
Lassen Sie sich eines gesagt sein, das erste wird es wohl niemals geben, es sei denn sie haben Sau-viel-Glück und ihr Opa vermacht Ihnen sein ausgedientes Mobil.
Das zweite vielleicht mal, aber allenfalls wird das Wohnmobil zeitlich begrenzt für eine Reise bereit gestellt, danach geben Sie es wieder ab...
Und danach? Dann haben Sie Blut geleckt und kommen davon gar nicht mehr los.

Wie mit Sicherheit einige Besucher bereits wissen, versuchen meine Frau und ich seit einiger Zeit den mobilen Traum für uns wahr zu machen und ein Wohnmobil möglichst günstig zu erwerben.

Heute allerdings hat sich eine Sache zugetragen, die mich veranlasst hat ab sofort eine Art kleines Wohnmobilbeschaffungstagebuch zu führen.
Als Hilfe für andere Menschen, die sich mit dem gleichen Gedanken, tragen wie wir.
Eine kleine Geschichte, wie wir an den mobilen Traum kommen, ohne uns hierbei in Geldsorgen zu verrennen.

Das es sowas wohl bisher kaum vergleichbar im Web gibt (alle Berichte und Womo-Vorstellungen handeln nur, was sie mit dem Mobil machen und nicht wie sie zu ihrem Traum gekommen sind) will ich unsere Erfahrungen einfach mal aufschreiben.

Zunächst ist uns klar geworden, dass der Markt für Wohnmobile (April / Mai 2007) zuweilen ziemlich abgegrast wirkt, ich habe wieder und wieder den Eindruck, dass ständig die gleichen Mobile gehandelt werden.
Aber dazu später mehr.

Zunächst möchte ich mal beschreiben, was wir eigentlich suchen und in welches Klischee wir fallen.

Möchten Sie auch ein Wohnmobil?
Sind Sie vielleicht deswegen hier gelandet?
Wie viel Geld haben Sie?

Mehr wie 30.000 € ?
Was suchen Sie noch hier?
Ab zum nächsten Händler ! Lassen Sie sich verwöhnen !

Wohnmobil bis 30.000 € ?
Herzlichen Glückwunsch! Magische Grenze gerade so erreicht !
Sie bekommen auf jeden Fall ein neues Wohnmobil mit guter Ausstattung. Suchen Sie im Web mal nach Palmowski, Volksmobil, Miller Winnipeg, Roller Team, Granduca, Orange Camp, Joint, McLouis.
Letztes Jahr (Sommer 2006) noch für 26 oder 27 Tausend Euro, dieses Jahr noch knapp unter 30 tausend Euro. Die Mehrwertsteuererhöhung hat es möglich gemacht.
Aber immerhin, Sie können ein neues Fahrzeug bekommen !
Kaufen Sie sich eine Wohnmobilzeitung wie z.B. Wohnmobilanzeiger oder Wohnmobilmarkt. Die Seiten sind voll mit Anzeigen rund um neue und gebrauchte Wohnmobile. Alkoven, Integriert, Teilintegriert, Rundsitzgruppe, Doppel- oder Einzelbett, ich beneide Sie, Sie haben die Qual der Wahl !

Wohnmobil bis 20.000 € ?
hmm, Sie haben auf jeden Fall auch noch sehr gute Karten und können problemlos beim Händler kaufen und die Marge des Händlers zahlen Sie bequem mit.
Dafür haben Sie Garantie!
Wasserschäden sollten sie aber im Auge behalten, in den neueren Fahrzeugen riecht es noch nicht, wenn man einen Wasserschaden hat, hier helfen nur genaueste Messgeräte!
Auch hier haben Sie dennoch eine große Auswahl, es helfen Ihnen aber auch bereits erste Berichte aus vorgenannten Wohnmobilzeitungen, um ihr Fahrzeug richtig zu bewerten.
Von privat wird es weniger Mobile geben, die meisten fahren ihr Wohnmobil in dieser Altersgruppe noch, die in diesem Preissegment angesiedelt sind.
Notverkäufe sind selten und werden häufig von professionellen Händler abgegriffen, bevor sie in der Zeitung oder im Internet stehen...

Wohnmobil bis 10.000 € ?
Die Luft wird nun richtig dünn!
Modelle ab 90-94 oder geringfügig jünger mit 100 tkm oder weniger auf dem Tacho müssen Sie richtig suchen!
Wundern Sie sich nicht, wenn vor Ihnen ein Fahrzeug mit einem Alter von 13 Jahren und 100tkm steht, dass trotzdem noch 10.000 € kosten soll. Die Preise sind nun mal leider so hoch. Der Markt bestimmt den Preis.
Aus einschlägiger Literatur war kürzlich zu entnehmen, dass die Neuanmeldungen und Ummeldungen von Sonder-Kfz mit Wohnmobilaufbau drastisch zugenommen hätten, der Trend hält also an!
Die Idee oder Rechnung einen einfachen Pritschenwagen zu kalkulieren und dann noch die Kosten für einen aufgesetzten Wohnwagen dazu gehen in den meisten Fällen nicht auf.
Wohnmobile sind teurer. Leider !
Kaufen Sie auf jeden Fall von privat, wenn Sie dem Verkäufer vertrauen (können), den er wird Ihnen das gute Stück wohl kaum mit Garantie anbieten können. Beim Händler bekommen Sie für das Geld nicht das, was Sie sich erhoffen werden, das können Sie mir glauben, den neben dem Wert des Wohnmobils müssen sie auch noch die Marge des Händlers bezahlen!
Wenn es doch gewerblich sein soll, ist die erste Anlaufstelle der Wohnmobilpark, Wohnmobilzentrum Nord oder auch die Angebote von Uwe Gante, um mal drei große Anbieter zu nennen, ohne hierzu eine Wertung abzugeben.
Diese Händler haben oft neben den Fahrzeugen oberhalb des 20.000 € Bereich auch immer wieder mehrere Fahrzeuge zu kleineren Preisen im Angebot.
Allerdings haben einige andere vor Ihnen auch sehr negative Erfahrungen gemacht.
Vielleicht Einzelfälle? Ich werde das nicht kommentieren und kann hierzu nichts sagen, weil wir diese Händler nicht aufgesucht haben.
Allerdings eine Sache zum Wohnmobilcentrum Nord: Das Team von Wohnmobil-Nord waren die einzigen, die wenigstens die Freundlichkeit hatten mich telefonisch zu benachrichtigen, dass ein von mir unterbreitetes Angebot für ein ausgestelltes Angebot nicht angenommen werden wird. OK, ich war auch unverschämt, aber wollte es wenigstens probieren... Finde es gut, dass man sich trotzdem die Mühe gemacht hat uns zu kontaktieren.

Zurück zum Thema:
Wer zufrieden mit seinem Kauf ist, teilte das normalerweise nicht ohne Anreiz im Internet mit, daher mein Tipp: Schauen Sie mal im wohnmobilforum.de nach und verwenden Sie dort die Suche nach o.g. Händlern.
Da kommt einiges zusammen!
Man muss aber auch ganz besonders beachten, dass man eben in diesem Segment kein neues oder wenigstens sehr gut erhaltenes Fahrzeug mehr bekommen kann!
Der Preis eines Händlers kann dann im Rahmen der Marge eben keine aufwendigen Reparaturen beinhalten. Daher kann ich auch so manchen Käufer nicht verstehen, dass er sich über Defekte aufregt, die eben bei einem 15 oder 20 Jahre alten Fahrzeug nun mal auftreten können. Es ist nun mal kein moderner PKW, den man kauft.
Aber auch beim normalen Händler kann man Sie besch..., holen Sie sich auf jeden Fall Fachliteratur zum Wohnmobil am besten zu Ihrem Fahrzeugwunsch speziell und werden Sie Experte, damit sie alles korrekt begutachten können oder bitten Sie jemand, der sich wenigstens ein wenig mit den Fahrzeugen auskennt, Sie zu begleiten.
Schließlich wollen Sie ein mängelfreies Fahrzeug und haben ein Anrecht darauf.
Sie haben es sich ja auch verdient!
Jedoch ist größte Vorsicht angesagt, es tummeln sich die größten Nieten in diesem Segment, abgewohnte Schüsseln, die von professionellen Händlern bei Neukauf in Zahlung genommen wurden und nun nochmal schnell zu Geld gemacht werden sollen.
Am besten im Export und wenn das nicht schnell genug geht eben über einen günstigen Preis ohne Garantie und Gewährleistung.

Wohnmobile bis 5.000 €, eigentlich für weniger ?
Willkommen in unserer Welt!
Genau hier haben wir unser Limit angesetzt.
Die Frage ob Sie Mängel am Fahrzeug finden stellt sich nicht, sondern eher die Frage, mit welchen Mängeln sie bereit sind zu leben.
Auch stellt sich hier die kaum die Frage, wie das Fahrzeug eingerichtet ist.
Rundsitzgruppe? Zweiter Tisch hinten? Garage oder Stauraum? Alkovenbett, Teilintegriert, Vollintegriert?
Wenn Sie ein schönes Fahrzeug finden, ihnen aber die Inneneinrichtung oder die Ausrichtung der vorhandenen Möbel nicht gefällt, können Sie nicht sagen: „Dann nehme ich eben das daneben“. Das geht nicht, weil daneben kein vergleichbares Fahrzeug mit anderer Inneneinrichtung steht!
Man muss nehmen, was man bekommen kann.

Wie gesagt beträgt unser Limit 5.000 €.
Das meiste gespart, ein wenig geliehen wollen wir hiervon aber nach Möglichkeit auch noch die Erstausrüstung kaufen, die wir benötigen.
Das wird eng!

Erste Anlaufstelle für uns sind natürlich auch besagte o.g. Händler.
Manchmal spazieren wir Sonntags zum Pollmeier bei uns in der Nachbarschaft, Sonntags sind die Tore auf und man kann gucken ohne gleich bequatscht zu werden.
Wenn man gekonnt vorne die tollen und schönen Mobile passiert hat, stehen hinter der Halle die kleinen Schätze, die nur vom Regen gewaschen werden, alles andere lohnt sich nicht mehr.
Aber auch hier ist kaum was dabei und was wir finden kostet stets bedeutend mehr, wie unsere besagten 5.000,- €

Fahrzeuge mit 180, 190 oder jenseits der 200.000 km auf der Uhr mit Baujahr 1986 beginnend ab einem Preis von 6000 € können wir ausmachen.
Neuere Fahrzeuge (so ab 90) sind unter 5-stelligen Beträgen fast gar nicht zu bekommen.
Für mehr als zum Träumen reicht es daher leider bei weitem nicht.

Da wir letztes Jahr auf unserer Hochzeitsreise Spaß am mobilen Leben bekommen haben und in der Erinnerung eh alles schöner war und die ganzen damit verbundenen Entbehrlichkeiten einem nicht mehr so recht bewusst sind, soll es eben ein eigenes Mobil sein.
Den Verstand ausgeschaltet rechnet man fix die Kosten für drei mögliche Urlaube mit dem Mietmobil zusammen und hat schon die Kosten raus.
Nicht zugerechnet die ganzen Wochenenden und Brückentage, die man mit dem Mobil nutzen kann.

Wir checken also wieder (wie letztes Jahr) diverse Anzeigenblätter wie Wohnmobil & Wohnwagen Markt oder den Wohnmobil Anzeiger, um nur einige zu nennen.
Eigentlich hat fast jede Zeitung zu dem Thema einen Anzeigenteil, den man studieren kann.
Der erste Schock sitzt tief, entgegen den Preisen im letzten Jahr (die alten Zeitungen aus 2006 habe ich aufgehoben) sind die gleichen Mobile des letzten Jahres gleich teuer (obwohl mindestens 1 Jahr älter) oder sogar noch teurer geworden.
Ist das die Mehrwertsteuererhöhung?
Oder ist das marktüblich im Frühjahr?
So zu Beginn der Saison?
Wir werden das auf jeden Fall beobachten und im Winter ein Update schreiben, wie sich da die Preise verhalten.

Zurück zu unserer Suche.
Gute Anlaufstelle für die Ermittlung von Preisen von Privat ist ebay.
Hier bestimmt der Höchstbieter den Preis.
Und damit auch einen durchschnittlichen Wert für die Fahrzeuge.
Nachteil: Die Fahrzeuge stehen oft weit weg vom heimischen Standort, werden grösstenteils blind ersteigert, das wäre nichts für uns.
Natürlich kann man jedes Fahrzeug vorher besichtigen, ja die Verkäufer bitten geradezu darum die Fahrzeuge zu besichtigen.
Aber wenn man sich ein schönes Fahrzeug ausgesucht hat, bekommt man schnell Bauchschmerzen, wenn dann der Preis dafür steigt.
Wir beobachten über 2 Wochen verteilt einige Auktionen, bieten aber auf keiner mit.
Wir wollen erst mal ein Gefühl für die Preise bekommen und nicht gleich beim ersten Angebot zuschlagen.
Auch einige Anbieter schreiben wir an, deren Angebot ausgelaufen ist oder sich der Höchstbieter plötzlich nicht mehr gemeldet hat.
Einige Fahrzeuge stehen auch plötzlich nach Tagen erneut drin, meist mit den gleichen Fotos, nur von einem anderen Anbieter.
Das ganze wirkt undurchsichtig und es drängt sich der Eindruck auf, dass Preise zum Teil künstlich hoch gehalten werden.
Ebay beobachten wir auf jeden Fall weiter, vielleicht bietet sich doch Gelegenheit, ebay soll aber nicht unser einziges Standbein werden.

Eine klassische Anzeigenbörse ist mit da lieber.
Ein Blick in die Zeitung ist aber mehr wie mau. Die wenigen Angebote dort sind alle jenseits des 10.000 € Bereich.
Daher probieren wir es wieder online:
Neben mobile.de steht auch noch autoscout24.de zur Verfügung.
Bei letzterem muss man allerdings die Wohnmobile suchen.
Den der Unterpunkt versteckt sich bei den Nutzfahrzeugen, entsprechend gering ist hier die Ausbeute.
Auch einige Foren bieten in der Untergruppe einen Anzeigenmarkt an, hier finden sich aber mehrheitlich Fahrzeuge im 5-stelligen Bereich.
Dhd24.de ist auch noch eine Alternative, man kann sein Angebot abgeben, der Verkäufer kann neben seinem VS/VB/FP Angebot die Angebote potentieller Käufer überprüfen.
Wir probieren einige Fahrzeuge, aber bekommen in fast jedem Fall keine Antwort.
Auch kann man schlecht beurteilen, wie lange die Angebote schon drin stehen.

Wir halten daher an mobile.de fest.
Die Suche ist einfach markiert, nur die PLZ eingeben und den Kreis (bei uns 200km), den man bereit ist abzusuchen.
Dann noch den Preis und einfach mal gleiten lassen.
Oh wunder, gleich erleben wir 14 Seiten Auswahl.
Bei näherem Hinsehen wird aber schnell klar, dass es sich vorrangig um Wohnwagen handelt.

Aber auch hier kann die Suche helfen, einfach in der Fahrzeugmotorisierung mindestens 60 kw (kleinster Wert) und 186 kw (größter Wert) eingeben und schon taucht in der Ergebnisliste kein Wohnwagen mehr auf.
Damit man auch zusätzlich noch nur die aktuellen Angebote filtert, wählen wir die Angebote der letzten Woche aus.

Nun wird das Ergebnis schon deutlich überschaubarer.

Und es wird langsam ernst.
Die ersten Fahrzeuge gefallen uns und wir nehmen Kontakt mit dem Anbieter auf.
Zunächst versuchen wir es per mail.
Leider bekommen wir auch hier wie bei dhd fast nie eine Antwort.

Warum ist das so?
Ich fange an zu glauben, dass nur anrufen und ein persönlicher Kontakt ernsthaft weiter hilft.
Mit dem Anruf kommt man gleich persönlich ins Gespräch, kann sich quasi schon vorab für das Fahrzeug empfehlen und bewerben.

Bewerben trifft es eigentlich ganz gut, denn was wir dann in den Gesprächen mit den Anbietern erfahren ist teilweise so haarsträubend, dass wir nur mit dem Kopf schütteln können.
Was wir nun schreiben bezieht sich auf die Erfahrung, die wir mit Anbietern gemacht haben, die von privat verkaufen, also keine gewerblichen Einträge bei mobile.de, dazu kommen wir später.

Mails kommen zu Hunderten bei denen an.
Alle zu beantworten haben die meisten aufgegeben.
Angerufen wird man in erster Linie von professionellen Händlern.
Diese bieten gleich am Telefon gleich mal 500-1.000 € mehr, als der Verkäufer in die Runde geworfen hat.
Der Anbieter (fast immer von privat) freut sich so schnell einen Käufer gefunden zu haben und hat darüber hinaus noch ein Geschäft gemacht.
Glaubt er!
Der Verkäufer wird bequatscht sein Angebot gleich wieder offline zu nehmen, noch am gleichen Tag oder spätestens am nächsten Tag kommt ein Angestellter der Firma vorbei und bringt das Bargeld gleich mit.
Der Käufer erledigt sogar kostenlos das Abmelden des Fahrzeugs (wenn es nicht schon abgemeldet ist)

Kommt dann endlich (noch einen Tag später, man wird immer wieder vertröstet) der (fast immer gewerbliche) Verkäufer drückt dieser den Preis UNTER den ursprünglichen Angebotspreis des Verkäufers.
Die Käufer sind immer zu zweit, einer spielt den „Bad Guy“ und drückt den Preis für das Fahrzeug, weil dieser immer ständig irgendwelche Mängel findet.
Der Verkäufer wird sich seiner Sache plötzlich unsicher. Da er das Auto schon aus der Börse raus genommen hat (die Anrufe wurden langsam lästig) verkauft er es dann unter Wert.
Verkaufen ist schließlich Ehrensache, er hat das Wort den Wagen an den Interessenten gegeben, der sich zuerst gemeldet hat. Das ist deutsche Ehre, ein Mann ein Wort.
Die Alternativen werden dann eng, wenn der Verkäufer erst mal im Netz zappelt, alles neu machen? „Hauptsache es ist weg“ denkt sich dann der Verkäufer und gibt somit gleich doppelt unter Druck gesetzt eher nach und verkauft.

Nun muss man sich als Privatkäufer schon etwas einfallen lassen.
Freundlichkeit wirkt da noch am besten und so rufen wir mittlerweile frei von der Entfernung bundesweit die privaten Anbieter an.
Oft hören wir, dass der Wagen schon verkauft wurde.

Bei einer Anzeige haben wir jedoch Glück.
Ein schicker Bürstner von 90 mit 156 tkm auf der Uhr soll für 4.900 € bei uns gleich im Nachbarort angeboten werden.
Das Angebot ist gerade erst eingestellt (keine 3 Stunden alt), da haben schon mehrere Personen angerufen.
Ich reihe mich also in die Schlange der Interessierten ein und unterstreiche, dass ich Privatkäufer wäre und frage gleichzeitig, welche Händler schon angerufen haben.
Man muss schnell sein!
Die Händler haben den ganzen Tag Zeit das Web zu durchforsten und warten nur auf günstige Angebote.
Kaum ist was drin, hängen die schon am Telefon.
Als Privatperson, die „nebenbei“ tagsüber noch arbeiten geht, sieht abends immer erst zu spät, was am Tage gehandelt wurde.
Daher habe ich beschlossen das Thema forciert und intensiv anzugehen, dazu habe ich den Leppi ein paar Tage dabei und prüfe wie ein professioneller Händler von unterwegs (aus dem Zug zum Beispiel) mit dem Handy, was neu hinzugekommen ist.
Teurer Spaß mit dem Handy ins Web, ob es sich lohnen wird?

Wie gesagt hat der Besitzer des schicken Bürstner meiner Frau und mir einen Besichtigungstermin noch für den gleichen Nachmittag zugesagt.

Ich schicke meiner Frau die Bilder aus mobile.de und stimme sie für die Besichtigung ein.
Wir freuen uns...

Dann aber ruft der Verkäufer eine halbe Stunde später an und teilt mit, dass der Wagen schon verkauft sei.
Ich frage nach, ob es ein gewerblicher Käufer sei, er bejaht.
Ich kenne das Spiel.
Ich bitte ihn sich meine Nummer zu notieren, wenn der Interessent den Preis drücken wolle, solle er mich anrufen.
Er verspricht es zwar, es kommt aber kein Rückruf.

Frust macht sich breit, schon wieder verloren.

Noch am gleichen Abend finde ich das Fahrzeug wieder.
Bei einem Händler in Hürth, nun kostet der Wagen 6.900 €, ich erkenne den Wagen gleich wieder, die Werte sind identisch, auch die kleine Beule erkenne ich.
Ich kann meinen Unmut nicht für mich behalten und schreibe dem Händler eine Mail, dass der Preis total überteuert wäre und ich bereit wäre 4.900 € zu bezahlen.
Selbstredend, dass ich keine Antwort bekomme.

Widmen wir uns nun besagten Händlerangeboten.
Das wir die Marge des Händlers mitbezahlen müssen (der muss ja auch leben) haben wir mittlerweile auch erkannt.
Durch das Wiedererkennen einiger Angebote können wir die Marge auch ganz gut zwischen 1.500 und 2.000 € einschätzen.
Manchmal gibt es regelrechte Hoppsereien der Fahrzeuge zwischen ebay und mobile.
Was Freitags bei ebay weg gegangen ist, steht eine Woche später Donnerstags bei mobile drin.
Natürlich ein völlig anderer Anbieter, nur teurer muss es sein...

Die Marge werden wir wohl mitbezahlen müssen und überlegen, ob wir unser Limit nicht nach oben korrigieren müssen und können.

Theoretisch wäre dies das Geld für den Urlaub, unter Berücksichtigung aller Möglichkeiten und 3 Wochen Thunfisch aus der Dose, sowie Ausfall des ersten Urlaubs und unter Androhung des Hungerturms könnten wir so auf 7.000 € kommen.
Leider ist die Auswahl auch hier mehr wie mau.

Einige Tage später finden wir dann doch ein Angebot eines gewerblichen Händlers, dass von den Bildern und vom Text her ganz annehmbar ist.
Das gute Stück, ein Weinsberg Meteor steht sogar bei uns ganz in der Nähe in Bergisch-Gladbach.
Etwa 120 tkm auf der Uhr, Fahrzeug ist von 89.
Soll noch 5.900 € kosten.
Eigentlich schon raus aus dem Limit, aber da es in der Nähe ist, wollen wir es uns auf jeden Fall mal ansehen.
Wir rufen also den Händler an und verabreden für den Nachmittag einen Besichtigungstermin.
Was wir dann vorfinden ist eine Katastrophe.
Der Platz ist wie ein Hinterhof angesiedelt, ein paar Osteuropäer liegen unter einem Mazda, der mit alten Felgen provisorisch aufgebockt ist.
Na das wäre mal was für die Berufsgenossenschaft oder das Amt für Arbeitsschutz.

Kommen wir nun zum Wohnmobil:
Schon beim Einstiegen weigert sich die Nase den Geruch zu atmen.
Es riecht moderig und gammelig.
Wir inspizieren die Schränke und das Cockpit.
Die Sessel sind abgesessen und schmutzig, man hat Sorge sich dort drauf zu setzen.
Sauber gemacht wurde hier offenbar nicht.

Wir öffnen einen der unten liegenden Schränke und finden einen Pilz vor.
Dieser Pilz, ein Holzpilz wie im Wald manchmal an alten oder gefallenen Bäumen wächst, hat bereits in dem Schrank eine stattliche Höhe von etwa 20 cm erreicht.
Da bekommt das Wort Öko-Mobil eine ganz neue Bedeutung.
Gut gefallen hat uns die technische Einrichtung, die Bordcotrolunit ist erstaunlich gut ausgerüstet.
Wir geben dem Wagen eine Chance und schauen es uns von außen genauer an.
Der Spiegel der Beifahrerseite fehlt, auf unsere Frage, was denn damit sei, antwortet Sergej, dass sie diesen für einen anderen Wagen gebraucht hätten, aber das würden sie hier genauso machen, sie hätten ja noch 2 andere Mobile mit Fiatbasis da.
Na super!

Auch von außen wirkt der Wagen nicht richtig zufriedenstellend.
Unter dem rechten Heckbereich steht ein voller viereckiger Eimer mit Wasser, ein Tropfen hat sich an der Außenhaut gebildet.
Ich fingere an der Stelle unter dem Auto herum und habe gleich gammeliges Holz in der Hand.
Ein Loch mitten im Unterboden.
„Tüv kainä Probläm“ flötet Sergey aus dem Hintergrund, er hat sich mit einem Kumpel einem anderen Mobil zugewandt und lässt uns fairerweise allein mit der Besichtigung des Mobils.
Vorne an der Fahrerkabine finden wir einige frisch abgedichtete Stellen im Kantenprofil, auch kein gutes Zeichen, denn das Kantprofil sieht schwammig aus, beim Eindrücken mit den Fingern knirscht es bedenklich...

Eigentlich schade drum.
Mir gefällt der Aufbau, die Alkovenform und die Technik scheint noch zu funktionieren, aber alle anderen Sinne wollen weg von dem übel riechenden Mobil.
Da hilft auch kein Schönreden, das Bauchgefühl stimmt einfach nicht.

Meine Frau spricht aus, was ich denke: „Das ist nichts für uns, der ist ekelhaft“ und sie hat Recht.

Was wir suchen ist das gepflegte Mobil, ein Wagen mit Herz, wo kleine Tischdeckchen auf dem Tisch liegen, Vorhänge liebevoll mit einem Bändchen zusammen gebunden sind, wo vielleicht sogar ein paar Blumen auf dem Tisch stehen.
Ein Wagen mit Geschichte in höherem Alter klar (was soll man sonst für 5.000 € erwarten) aber wenigstens mit einem guten Bauchgefühl.
Wir suchen einen Verkäufer, der sich nur ungern aber aus zwingenden Gründen von seinem Mobil trennt und nicht, weil er es los werden will.
Jemand, den wir auch von unseren guten Absichten überzeugen können und sogar müssen, dass wir eben keine gewinnträchtigen Händler sind und sein Schätzchen in gute und vor allem pflegende Hände kommt.
Das es bei uns noch ein paar schöne Jahre hat.

Eben eine Gewinnsituation über den Geldwert für beide Parteien hinaus, ein Handel mit einem guten Bauchgefühl auf beiden Seiten.
In der Schule haben wir das gelernt, man nennt das einen Win/Win Effekt.

Bei einem Händler werden wir das nicht finden, das ist uns heute klar geworden.
Bei einem Händler geht es nur ums Geld, sonst um nichts.

Wir bedanken uns bei Sergej, dass er uns unfreiwillig die Augen geöffnet hat, verabschieden uns, nehmen im angrenzenden McDonalds noch einen Snack und machen uns dann auf den Weg nach Hause.

Der nächste Schritt ist die theoretische Korrektur des Fahrzeugs.
Haben wir bisher immer mindestens ein Fahrzeug auf Fiat Ducato/Peugeot J5 gesucht, sollten wir mal vielleicht einen Schritt zurück gehen.
Auch der Ford Transit wurde oft als Basisfahrzeug verwendet. Hierbei sind besonders die älteren Fahrzeuge mit den runden Scheinwerfern gemeint (gebaut in den 70ern bis in die 80er). Diese Serie verfügt allerdings fast ausnahmslos mit Dieselfahrzeugen über eine deutliche Untermotorisierung, mag sein, dass 1980 dieses Fahrzeug auf der Autobahn mit den LKW mitschwimmen konnte, dürfte es heute deutlich gefährlicher besonders an Steigungen sein.
Auch das Alter fällt eigentlich raus, eine kurze telefonische Anfrage bei unserem Ford-Händler brachte als Ergebnis, dass Ersatzteile für die alte Transit-Reihe kaum noch verfügbar wären, bei entsprechender Geduld wäre jedoch im Liebhaberkreis noch immer ein Ersatzteil aufzutreiben gewesen.
Das ist allerdings nicht sehr erbauend, immerhin wollten wir nicht tagelang bei einem möglichen Defekt ausfallen.
Bliebe noch die Mitsubishi L 300 Serie. Dieses Basisfahrzeug ist klein und wirkt mit dem großen Alkovenaufbau hoffnungslos überfordert.
Die Recherche zu diesem Fahrzeug als Basisfahrzeug ergab, dass insbesondere im unteren Preissegment Alkovenfahrzeuge angeboten werden sollen.
Hierbei sei allerdings das Basisfahrzeug stets ein großer Teil des Preises gewesen, daher habe man bewusst und gezielt mit dem L 300 auf ein günstiges Basisfahrzeug gesetzt.
Ich will mir gar nicht ausmalen, wie sich ein 60 PS L 300 mit Alkovenaufbau an der ersten Autobahnsteigung verhält und sich von hinten der neue Actros TurboLiner gefährlich nah aus dem nicht vorhandenen Sicherheitsabstand auf den Fahrradträger auffährt.

Die andere Möglichkeit wäre an einer anderen Stelle zu sparen. Wenn es nicht am Basisfahrzeug möglich ist, dann vielleicht am Aufbau?
Ein VW T 2 oder T 3 fällt uns da als erstes ein, Rücksitzbank umklappbar, Westfalia- Aufbau. Damit haben viele angefangen und die Preise scheinen im Moment erschwinglicher, als im letzten Jahr.
Nach kurzer Überlegung allerdings lassen wir auch diesen Gedanken fallen, nein, wenn dann soll es ein richtiges Wohnmobil sein!

Nein, beide Varianten (die sich bei Mobile.de in der Übersicht auch immer wieder im unteren und untersten Preissegment finden lassen) fallen für uns raus.
Es soll ein Ducato, oder J 5 oder Citroen C 25 werden.
Alles andere macht keinen Sinn.
Da wir in unserer kleinen Familie bereits 2x Fiat fahren, tendiere ich am ehesten zum Ducato von Fiat.

Diese Wagen sind nahezu unverändert ab Ende 81 (Vorstellung Deutschland Frühjahr 1982) bis Ende 94 als Basisfahrzeug verwendet worden.

Ein kurzer Überblick über die Ersatzteilversorgung sieht ebenfalls durch die lange Modellreihe (über 10 Jahre) gut aus.
Nur geringe Facelifts (erkennbar am Kühlergrill: erstes Modell FIAT- Schriftzug, unter den Scheinwerfern liegende Blinker, ab 1986 4x Chrom-Streifen, Facelift 1990, Blinker nun neben den Scheinwerfern) haben das Aussehen verändert, dennoch sieht man einem Mobil von 1984 nicht unbedingt auf den ersten Blick an, dass es eben mit 23 Jahren von 1984 stammt.
Es wirkt durch die lang anhaltende Baureihe bis in die frühen 90er hinein durchaus modern.

Es ist Freitag Abend weit nach 20 Uhr, eigentlich die beste Zeit die neuen privaten Angebote zu prüfen, die meisten Händler haben bereits Feierabend und sitzen zuhause.

Und tatsächlich, an diesem Abend haben wir Glück, finden in Varel (Jadebusen, Norddeutschland) ein Angebot für ein gebrauchtes Fahrzeug, das auch in unseren Preisrahmen passt.
170 TKM gelaufen, Dethleffs Globetrotter Aufbau, Alkovenmobil mit guter Ausstattung.

Es ist 23:00 Uhr, da kann man nicht mehr anrufen, ich schicke eine mail und werde es morgen früh am Telefon versuchen.

Am nächsten Morgen, es ist Samstag, der 12.05.2007, rufe ich den Verkäufer an, er ist Privatmann und hat bereits ein wenig Erfahrung mit unseren schärfsten Widersachern, den professionellen Händlern gemacht.
Er mag die Händler nicht besonders, so haben wir schon mal einen kleinen Bonus.

Wir vereinbaren noch für den gleichen Tag einen Besichtigungstermin und sind nach der telefonischen Beschreibung der Meinung, dass sich die 400 Kilometer Anfahrt auf jeden Fall lohnen!
In Varel beim Verkäufer angekommen sehen wir in der Einfahrt gleich ein neues Mobil, daher erklärt sich gleich der Grund des Verkaufes, ein neueres moderneres Fahrzeug gibt das alte Schätzchen frei. Glück für uns !

         
     endlich angekommen                                 vor der Einfahrt steht wohl schon der neue

Wir verbringen einen netten Nachmittag mit dem Verkäufer, der uns bereitwillig und sehr freundlich das Fahrzeug erklärt und zeigt.
Gleich auf Anhieb haben meine Frau Anja und ich ein gutes Bauchgefühl und das ist das wichtigste überhaupt.
Auch der Verkäufer wirkt auf uns zufrieden, dass er jemand gefunden hat, der sein Fahrzeug zu schätzen weiß und vielleicht genauso schöne Urlaube mit ihm verbringen wird, wie er es bisher getan hat.

    
     der erste Eindruck, da steht er also, wird es unserer?

Wir haben von vielen anderen Käufern gelesen und gehört, dass sie bei dem vermeintlich richtigen Fahrzeug zu lange gezögert haben und es dann verpasst haben diese Chance zu nutzen.
Diesen Fehler machen wir nicht, wir kaufen das Fahrzeug und werden uns schnell einig!

Der Verkäufer verspricht uns neuen TÜV / AU, die er dann per Post zusendet, wir tätigen eine Anzahlung und machen uns dann auf den langen Heimweg.

Jedoch nicht, ohne vorher noch einen kurzen Abstecher ans Meer zu machen.
Wir spazieren am Deich entlang und finden ein paar Schaafe vor, die hier beim Abendessen sind.
Der Weg zum richtigen Meer allerdings ist sehr weit und so bleibt es beim Blick in die Ferne.
Man sind wir happy, dass wir ein so tolles Fahrzeug gefunden haben, auf dieses freudige Ereignis essen wir noch stilecht in einer kleinen Gaststätte an einem angeschloßenen Campingplatz zu Abend, dann geht es aber endlich heim.

              
     Der Weg ans Watt                                     Parken am Deich

         
     Auf der Deichkuppe, das ist aber weit zum Meer, dann lieber zurück zum Auto

Auf unserer Webseite schreiben wir unsere Freude heraus, teilen mit Interessierten unser Glück und die Vorfreude. Wir können es noch gar nicht fassen, wir haben ein eigenes Wohnmobil!
Auch im Wohnmobilforum aktiviere ich meinen seit einem Jahr verwaisten Account, hier werde ich nun mit den typischen Newbie-Fragen aktiv.
Das war eine der besten Ideen, die ich je hatte! Im Forum bekommen wir auf individuelle Fragen sehr schnell Hilfe und Reaktionen. Also wer ein Womo neu hat, oder mit dem Gedanken spielt sich eines anzuschaffen, hier werden alle Fragen beantwortet: wohnmobilforum.de

Auch besorgen wir uns das "Allgemeine Wohnmobilhandbuch" von Reinhard Schulz aus dem WOMO- Verlag. Wir haben sogar das Glück eine etwas ältere Ausgabe zu erwischen, die 1:1 zu unserer Neuerwerbung passt.
So können wir uns im Vorfeld mit allen wichtigen Funktionen vertraut machen und uns alles Wissenswerte rund ums Wohnmobil daraus entnehmen. Wer ebenfalls ein Wohnmobil neu bzw. gebraucht kauft (Wichtig ist, das Buch ist optimal für Ersttäter!), der ist mit diesem Werk bestens bedient und findet Antworten auf viele Fragen:
Allgemeines Wohnmobil Handbuch von Reinhard Schulz! Die Referenz und absolute Kaufempfehlung

Problem dabei ist nur: Die Vorfreude auf unsere Neuerwerbung!
Jetzt heißt es ruhig bleiben und sich in Geduld üben. Viele Dinge wollen nun erledigt werden.
Ich fühle mich wieder wie ein kleines Kind am Weihnachtstag...

 


 
 
         
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