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  Stand: Frühjahr 2017       
 
 
 



Kapitel 3: Dichtigkeitsprüfung und Feuchtigkeitsmessung!
Einen Wohnwagen oder Wohnmobil selber durchmessen

Im Rahmen unserer Kaufberatung für Wohnwagen (siehe_Kapitel_1) haben wir euch ausführlich vorgestellt, wie ihr mit einfachsten Mitteln (mit euren Augen, eurer Nase, euren Händen oder einfachen Werkzeugen wie einem Schlüssel) zielsicher ein marodes Wohnmobil oder einen gammeligen Wohnwagen erkennen könnt.
Wir haben in diesem ersten Teil aber auch bereits mehrfach erwähnt, dass eine gute Gebrauchtwagenuntersuchung erst dann richtig rund wird, wenn man sich einiger technischer Hilfsmittel bedient. Allen voran wohl ein Feuchtigkeitsmessgerät!
Den richtigen Umgang mit einem solchen Gerät sowie ein paar Tricks und Kniffe wollen wir euch nun in diesem Artikel vorstellen und beschreiben.

Bevor wir aber anfangen, müssen wir euch noch über das "Kleingedruckte" informieren:
Wie bei all unseren technischen Anleitungen, Beiträgen und Themen ist auch diese Anleitung eine „Auskunft als Gefälligkeit“ ohne Rechtsbindung. Wir sind ausdrücklich Laien und beschreiben im Rahmen unserer Meinungsäußerung lediglich, wie wir ein Problem sehen und wie wir dieses anhand unserers Verständnisses und unserer nunmehr 10- jährigen Campingerfahrung zu unserer vollsten Zufriedenheit am besten gelöst haben. Keinesfalls lässt sich aber hieraus ein Rechtsanspruch oder gar eine Haftung für falsch oder auch für richtig angewandte Handlungen aus dieser Anleitung ableiten! Wir bitten hierfür um Verständnis, vielen Dank.

Darüber hinaus versteht sich dieser Artikel als Bestandteil unserer Hilfe_beim_Wohnwagen-_und_Wohnmobilkauf, die sich in 4 Kapitel aufteilt. Dieser Artikel soll daher keinesfalls dazu animieren, einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil nur allein auf Basis einer Feuchtigkeitsmessung zu kaufen!
Jede Messung ersetzt nicht das Einschalten des Gehirns und der 4 Sinne (Riechen, Tasten, Hören, Sehen - dran „lecken“ zum schmecken braucht ihr nicht ;-), mit denen allein man auch schon einen guten Wohnwagen zielsicher von Wracks und rollenden Aquarien unterscheiden kann!
Nichts desto trotz kann (und sollte u.E.) eine Feuchtigkeitsmessung beim Wohnwagen oder Wohnmobil elementarer Bestandteil einer jeden Fahrzeugbesichtigung sein!
Entsprechend gehen wir in diesem Artikel ganz besonders intensiv in dieses Thema rein.
Besonders intensiv deswegen, weil die selbst ernannten „Profis“ aus einigen Fachmedien tatsächlich der Meinung sind, dass eine solche Feuchtigkeitsmessung nur eben jenen Profis vorbehalten sei. Kein Wunder, so ist dieses Terrain für vollkommen Unwissende ohne Zweifel nur schwierig zu durchschauen und die Profis, die sich mit der Handhabe solcher Geräte auskennen, bleiben auch gerne weiterhin unter sich. Kein Wunder, so sind die allermeisten Profis doch Händler! Und ihr könnt sicher sein, dass bei diesen auf jeden Fall ein Gerät im Schrank steht und zur Standardbesichtigung eins Wohnwagens, wenn der Händler in kaufen will, auch ausgepackt wird!
Nur wenn ihr ein Fahrzeug von einem Händler kaufen wollt, wird zumindest ein nicht seriöser Händler wohl kaum von sich aus anbieten, dass ihr gerne ein Feuchtigkeitsmessgerät einmal ausleihen dürft. Ist ja klar…
Hier müsst ihr also selber ran! Ein Feuchtigkeitsmessgerät ist natürlich schnell gekauft, das kann jeder. Auch wir haben ein solches Gerät natürlich im Einsatz und damit auch schon Gebrauchtfahrzeuge durchgemessen, z.B. vor einigen Jahren während einer Wohnmobilbesichtigung_in_Nürnberg. Aber damit umgehen, das muss man sich schon genau anschauen! Damals in Nürnberg waren wir zugegeben selber auch etwas verunsichert. Warum? Nun, nicht immer sind Messwerte wirklich eindeutig und es liegt dann auf jeden Fall am Nutzer, diese Ergebnisse für sich zielsicher auszuwerten. Kann man dies mangels Fachkenntnis dann nicht, wird es schon etwas schwieriger. Ein ganz klein wenig können wir daher tatsächlich nachvollziehen, wenn man den Einsatz in Fachkreisen nicht unbedingt sofort vorbehaltlos jedem Interessenten empfiehlt!
Dennoch: Für eine erste Bewertung kann jeder den Umgang mit einem solchen Gerät erlernen und wenn es dann doch noch Unklarheiten gibt, könnt ihr euch noch immer einen Profi dazu holen!

Besonders Bei €- Werten für Wohnmobile und Wohnwagen, die meist schnell in den 5- stelligen oder gar 6- stelligen Bereich gehen, solltet ihr euch die kleine Investition in einen Gutachter sowieso grundsätzlich überlegen! Eine solche Untersuchung führen gute Caravanbetriebe für um 100 Euro durch, bedenkt man den Wert des Fahrzeugs ist dies ein Klacks.
Trotzdem möchten wir euch ermutigen, euch selbst ein Feuchtigkeitsmessgerät zu kaufen, den Umgang damit zu lernen, zielgerichtet beim Kauf die guten von den feuchten Fahrzeugen auszusortieren. Und auch nach dem Kauf könnt ihr euer Gerät noch gut gebrauchen!
Denn die teure Feuchtigkeitsmessung beim Händler braucht ihr (natürlich nur, wenn ihr euch außerhalb einer möglichen Dichtigkeitsgarantie des Händlers / Herstellers bewegt) dann künftig nicht mehr zu bezahlen bzw. müsst sie nur noch dann in Anspruch nehmen, wenn ihr mit eurem Ergebnis unsicher seid oder ein Fahrzeug aufgrund seiner Bauart, seiner Beschaffung oder seiner Ausführung nur schwierig zu messen ist.
Da besonders letzteres aber nicht für Fahrzeuge der einfachsten Einsteiger- Preisklasse gilt (einfacher Kaufpreis meist einfache Ausführung ohne Doppelboden, verkleidete Dachbereiche, etc), wollen wir mit diesem Artikel zum Thema Feuchtigkeitsmessung ganz besonders diese einfachen Wohnmobile und Wohnwagen ansprechen. Denn der Bereich mindestens bis deutlich unter 10 TEUR ist ja meistens doch der Bereich, wo Anfänger für gewöhnlich einen ersten Wohnwagen oder ein erstes Wohnmobil anschaffen. Dass diese dann für gewöhnlich aufgrund der einfachen Bauweise auch einfach zu untersuchen sind, spielt uns doch in die Karten! Also ran!
Bevor wir aber anfangen, möchten wir kurz die Wirkungsweise der Feuchtigkeitsmessgeräte erklären und auch gleich ein ganz spezielles Gerät empfehlen, mit dem wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Da unsere bebilderte Anleitung zum Umgang darüber hinaus auch auf diesem Gerät basiert, könnt ihr den folgenden kleinen Bericht fast schon als kleine Anleitung hierzu verstehen.

Doch zunächst zu den beiden bekannten Geräteausführungen:
Die weitaus „billigere“ Variante sind Messgeräte, die vorne über 2 Messspitzen verfügen. Beim Discounter oder im Baumarkt gibt es diese schon für um 20 Euro. Ganz ehrlich: Diese Geräte sind für den Einsatz beim Wohnmobil oder Wohnwagen absolut unbrauchbar, denn man muss bei diesen Geräten die Spitzen ins Holz eintreiben! Mal ehrlich: Wollt ihr einen perforierten Unterboden und perforierte Innenwände und Möbel haben? Wohl eher nicht, oder? Aber es kommt noch schlimmer! Diese Geräte funktionieren NUR durch den Strom, der zwischen den beiden in Holz getriebenen Messspitzen fließt! Das Messfeld ist also äußerst begrenzt und bietet euch keine "Tiefenmessung"! Natürlich kann man mit einem solchen Gerät auch Feuchtigkeit aufspüren. Aber: Wenn ein Gerät mit Stechspitzen einen Feuchteschaden anzeigt, dann ist dieser schon so weit fortgeschritten, dass eine Reparatur nur mit größtem Aufwand durch Öffnen der Wand und Austauschen des Holzes erforderlich wird!
Feuchtigkeitsmessgeräte also, die über die Einstichmethode funktionieren, sind für eure Zwecke unbrauchbar! Lasst sie weg!

Zerstörungsfrei arbeitende Messgeräte sind die Geräte, die wir hier brauchen. „Ausgeliehen“ aus der Baubranche (da dienen sie zum Aufspüren von Baufeuchte in Wänden, Decken, Kellern, nach Rohrbrüchen, usw.),  helfen uns diese auch, großflächig die Wände, Böden und Decken von Wohnwagen oder Wohnmobilen abzusuchen, ohne dabei Spuren des Messens durch das Eintreiben von Messspitzen zu hinterlassen. Das Geheimnis ist ihre kapazitive Wirkungsweise!
Ein vorne am Gerät angebrachter Sensor (meist ist dies eine metallene Kugel), sendet einen elektrischen Impuls aus. Dieser funktioniert ähnlich wie die Radarwellen bei einem Radar! Durch Änderung der Oberfläche innerhalb dieses Feldes wird dieses elektrische Feld nun abgelenkt. In unserem Fall stärker oder schwächer durch Feuchtigkeit im Holz!
Hierauf reagiert dann das Gerät und gibt, je nach Höhe der Feuchtigkeit (und damit Dichte des Wassers im Holz) entsprechende Werte aus.
So simpel, so einfach! Das Wichtige hierbei ist aber, dass dieses Messfeld DEUTLICH weiter in das Holz hinein wirkt, als es die Messspitzen des 15 Euro Baumarkt- Geräts jemals könnten! Nur mit einem kapazitiven Messgerät ist es möglich, einen Feuchteschaden frühzeitig zu erkennen und ggf. noch Maßnahmen einzuleiten, bevor der Wohnwagen oder das Wohnmobill umfangreich saniert werden muss!
Nur mit einem kapazitiv arbeitenden Messgerät habt ihr (mit systembedingten Abstrichen) ein wirksames Werkzeug in der Hand, um feuchte Stellen im Wohnwagen oder Wohnmobil aufzuspüren!

Da Bilder mehr als tausend Worte sagen, haben wir unsere "stronk Paintskills" angeworfen und euch rudimentär gezeichnet, was wir meinen. Das Braune im Bild ist das zu messende Holz, also z.B. die Wohnwagenwand. Die Spitzen beim 15 Euro Gerät (links im Bild) dringen nur wenige mm bis zu 1cm ins Holz sein. Die Feuchte, die sich durch eine Undichtigkeit im Wandbereich sammelt, kann das Gerät nicht feststellen, weil die Feuchte den schmalen Bereich zwischen den Messspitzen noch gar nicht erreicht hat!
Rechts hingegen haben wir die "Wellen" des kapazitiven Geräts dargestellt. Diese dringen i.d.R. tief genug in die Wand ein, um durch die Feuchte abgelenkt zu werden. Das Gerät gibt entsprechend einen Alarm aus!

       
     15 Euro aus dem Baumarkt mit Spitzen. Keine Tiefenmessung!      Kapazititve Messmethode. Das Feld spürt die Feuchte auf!

Ein solches kapazitives Gerät wie aus dem rechten Bild haben wir seit Jahren beim Wohnmobil und Wohnwagen sehr erfolgreich im Einsatz. Es handelt sich um das Voltcraft MF-100! Mit diesem Gerät haben wir so ziemlich alle Besichtigungen durchgeführt, die ihr z.B. im Kapitel 1 oder auch in unseren Erfahrungsberichten zum Kauf nachlesen könnt. Ohne dieses Gerät gehen WIR keinen Wohnwagen und kein Wohnmobil mehr besichtigen!
Das Voltcraft MF-100 steht allerdings leider nur selten im Baumarktregal und beim CARAVAN- bzw. Zubehör- Händler haben wir es noch gar nicht gesehen! Man kommt eigentlich kaum ums Bestellen im Internet herum, wir haben es euch daher mal bei amazon und auch bei Conrad für euch heraus gesucht:

  • Hier könnt ihr das Voltcraft MF-100 bei Amazon bekommen: MF 100 bei Amazon
  • Hier haben wir das Voltcraft MF-100 bei Conrad für euch verlinkt: MF 100 bei Conrad

Mit dem Voltcraft macht ihr nichts falsch, es hat uns zuverlässig schon vor so manchem Schaden besonders beim Gebrauchtwagenkauf bewahrt! Siehe z.B. unsere erste Wohnwagensuche als Erfahrungsbericht.
Da wir mit diesem Gerät inzwischen so fit sind, dass wir uns zutrauen jederzeit ein Freizeitfahrzeug damit sicher durchzumessen, baut unsere nun folgende Anleitung auf diesem Gerät auf. Wenn ihr ein anderes Gerät habt, ist das aber natürlich auch nicht schlimm. Keine Frage. Nur gibt es ggf. Abweichungen bei den Messwerten (was stuft ein Gerät noch als trocken ein, was als feucht, wie wird es kalibriert, wie genau ist die Anzeige, welche Ausgabe, etc.) und in der Handhabung.
Vom Prinzip her aber sollten alle gleich funktionieren, zumindest wenn sie kapazitiv arbeiten.

Bevor es hiermit aber ans Messen geht, muss das Gerät auf seinen Einsatz vorbereitet werden, denn Feuchtigkeit wird natürlich aus mehreren Faktoren bestimmt. Zum Beispiel durch die Luftfeuchte! Stellt euch vor, ihr messt zuhause im warmen Wohnzimmer eure Türe. Und nun geht ihr bei feuchtem Wetter los und messt eine Wohnwagenwand. Allein schon durch die höhere Luftfeuchte in der Umgebungsluft würde das Gerät beeinflusst werden und vielleicht einen Wasserschaden ausspucken, der gar nicht da ist! Schon von daher muss ein kapazitives Feuchtemessegerät vor der Messung auf seinen Einsatz unter den jeweiligen Umgebungsfaktoren kalibriert werden.
Hierzu halten wir unser MF 100 gerade in die Umluft und fassen es dabei so weit wie möglich unten am Gerät an (damit es nicht durch die Feuchte in Fingern und Händen beeinflusst wird) und drücken die seitliche Kalibrierungstaste. Das Gerät gibt nun „CAL“ aus und piept ein paar Sekunden, lange dauert das nicht.
Ist das Kalibrieren abgeschlossen, ist das Gerät einsatzbereit.

    
     Das Gerät immer erst vor Ort kalibrieren, damit passen wir uns an die Umgebungsfeuchte an.

Transitfrei- Zwischentipp: Ein Gerät vom Wohnwagenhändler?
Hand auf´s Herz: Jeder professionelle Händler hat ein solches Gerät in der Schublade liegen. Und er wird es verwenden, wenn er einen Wohnwagen ankaufen möchte (oder soll...).
Wenn ihr also von einem Händler einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil kaufen wollt, ihr selbst aber kein eigenes Gerät habt, fragt mal nach! Vielleicht gibt euch der Wohnmobilverkäufer großzügigerweise sein Gerät leihweise. Das ist schonmal ein gutes Zeichen und schafft Vertrauen! ABER: Lasst euch das Kalibrieren zeigen und macht diese dann selbst! Mindestens aber solltet ihr bei der Kalibrierung dabei sein und genau zugucken! Ein im Hinterzimmer kalibriertes Gerät kann durchaus vor einen feuchten Gegenstand (z.B. das Küchentuch oder gar schon die eigene Hand!) gehalten worden sein, was die späteren Messergebnisse deutlich verfälscht!

 

Wichtige Tipps zur richtigen Handhabung:
Grundsätzlich gilt allerdings auch für alle Feuchtemessgeräte, die nach diesem Prinzip arbeiten:
Das Gerät gibt eine „Vermutung“ aus, dass eine bestimmte Stelle trocken (DRY), möglicherweise feucht (RISK) und in jedem Fall feucht (WET) ist, aber WIRKLICH verlassen kann man sich darauf bitte nicht! OK, klar, wenn das Gerät 100%vol. Feuchtigkeit und „WET“ anzeigt, wird die Stelle in der Regel auch feucht sein (Ausnahmen später).
Viel besser aber funktioniert ein solches Gerät daher, wenn ihr mit diesem nach dem Referenzprinzip arbeitet!
Wie ist das gemeint? Übt mit dem Gerät zunächst mal andere Arten von Materialien zu messen, bevor ihr an eine Wohnwagenwand heran geht! Allein schon, um die Handhabung zu testen. Nehmt euch dann einen Gegenstand aus Holz, der in jedem Fall trocken sein sollte. Zum Beispiel eine Tür in eurer heimischen Wohnung. Diese hat in der Regel einen sehr geringen Wert, zum Beispiel 3,0.
Messt nun eine zweite Tür und eine dritte. Sind diese auch alle 3,0? Super, dann sind eure Türen trocken. Das wusstet ihr zwar schon vorher, nun habt ihr aber auch noch den Beweis und einen guten Startwert für absolut trockenes Holz. ;-)

Geht nun mal mit eurem Gerät nach draußen und messt den nächsten Baumstamm! Erst in Brusthöhe. Was könnt ihr messen? 15? Das ist schonmal ein passabler Wert. Nun messt mal den Baumstamm in Höhe des Bodens! Was habt ihr nun? 20? 25? Oder noch mehr? Dann habt ihr auf jeden Fall die Feuchte im Holz gemessen! Ist aber auch logisch, denn am Boden im Bereich der Wurzel ist ein Baum natürlich viel feuchter, als im weiteren Verlauf des Stammes, obgleich sich auch dort natürlich noch Feuchte messen lässt, denn anders als das tote Holz der Türe zuhause lebt der Baum mit seinen Blättern ja von der Feuchtigkeit, die er aus der Erde zieht und über sein Innenleben nach oben transportiert.
Gleiches könnt ihr zum Beispiel auch mal mit einem Gartenzaun machen! Berührt dieser die Erde, zieht dieser an dieser Stelle auch als totes Holz (ähnlich einem Küchentuch) natürlich Feuchtigkeit aus dem Boden! Im weiteren Verlauf aber wird das Holz des Zauns zunehmend trockener, bis ihr im Bereich des oberen Drittels den trockensten Bereich messen solltet.
Habt ihr das drauf, seid ihr auch für die Messung eines Wohnwagens fast schon fit, denn Ihr könnt nun gezielt feuchte Bereiche von trockenen unterscheiden. Wichtig ist hierbei einerseits natürlich die Anzeige der prozentualen Feuchtigkeit, viel wichtiger ist aber, dass ihr in einem wissentlich feuchteren Bereich deutlich höhere Werte erhaltet, als in einem bekanntlich trockeneren Bereich. Allein dieser Messunterschied hilft euch nun dabei, feuchte Stellen im Wohnwagen oder Wohnmobil aufzuspüren!

         
     "Totes" Holz wie ein Pflock oder ein Zaun. Mittig sind es 3%vol.   Am Stamm sind es 6,3%vol.. Der zieht von unten Feuchte!

         
     Lebendes Holz hat schon höhere Werte! Der Stamm hier hat 12,6%vol. in der Mitte und 14,1%vol. am Stamm nahe der Erde

Nun hat ein handelsübliches zerstörungsfreies Feuchtemessgerät wie das Voltcraft MF 100 aber leider auch einen entscheidenden Nachteil! Es ist mal grundsätzlich für Baufeuchtemessungen in Häusern gebaut und nicht unbedingt für den Einsatz in Wohnmobilen und Wohnwagen konzipiert.
Im Gegensatz zu einer reinen Messung von Holz oder Bauwänden haben Wohnwagen und Wohnmobile nämlich einen messtechnisch ärgerlichen Nachteil, das Messfeld reagiert nämlich nicht nur auf Feuchtigkeit, sondern leider auch auf Metalle!
Und Wohnwagen wie Wohnmobile haben zumindest messtechnisch die unschöne Eigenschaft, dass sie eine Außenwand aus Alumimium haben! Dies lenkt euer Messefeld natürlich ab und sorgt somit in jedem Fall für etwas höhere Werte, als es das reine Holz wohl in Wahrheit hat und was ihr vom Messen der heimischen Holztür im trockenen Raum gewöhnt seid. Aber verfallt deswegen nicht in Panik, wenn die heimische Wohnzimmertür 12%vol. und die Wohnwagenwand plötzlich einen Wert von 20%vol. ausgibt. Der Wohnwagen muss deswegen noch lange nicht feucht sein!

Wichtig ist aber, und das ist der entscheidende Satz, dass der Wohnwagen über alle Flächen gleichmäßig einen Feuchtigkeitswert von z.B. 20%vol. ausweist!

Es besteht zwar dann noch die geringe Gefahr, dass natürlich der gesamte Wohnwagen in allen Wänden nass ist. Klar, keine Frage. Sowas gibt es auch tatsächlich. Aber zum einen hält sich ein solcher Totalschaden für gewöhnlich in Grenzen (Unsichtbar feucht werden im Wohnwagen meist zuerst die Ecken am Heck oder im Bug) und zum anderen wäre ein solcher Totalschaden auch ohne Messgerät sofort zu erkennen. Mal ehrlich, ein komplett feuchter Aufbau ist gammelig, moderig, schimmelig und bei der Fühl- bzw. Klopfprobe total weich! Da braucht ihr dann auch das Messgerät gar nicht erst auspacken…
Ebenfalls wichtig ist aus der Tatsache, dass ein kapazitives Messfeld durch Metalle stets abgelenkt wird, ist folgendes: Dach und Wände können beim Wohnmobil oder beim Wohnwagen von außen mit einem Feuchtigkeitsmessgerät nicht gemessen werden!
Zum Beweis haben wir mal ein Bild einer Außenwandmessung beim Wohnwagen.
Wie man sieht, ist dieser Wert annähernd mit der von oberflächlich trockener aber im Inneren feuchter Erde zu vergleichen:

        
     Eine Außenwand ist immer "feucht"! Dies liegt am Metall, welches das Messfeld ablenkt. Von außen messen geht also nicht!

Ansonsten merkt euch bitte mal unvoreingenommen den Wert von fast 40%vol. der Außenmessung von Metall. Wie dieser in Relation zu sehen ist, ergibt sich im weiteren Verlauf dieses Artikels. Ihr werdet es sehen!

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Einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil messen:
So, nun aber geht es nach dieser langen Einleitung los, wir messen nach der Kalibrierung bei besten Voraussetzungen (Sonnenschein und trockenes Wetter ohne Regen) unseren ersten Wohnwagen. Auch hierfür dient wieder unser Adria- Unica B 360 UH, den wir zum Kauf im Jahr 2011, über die Jahre während unserer Reisen und zu seinem Verkauf im beginnenden Frühling 2014 regelmäßig durchgemessen haben. Hierbei hatten wir mal größere und mal kleinere Werte. Das ist aber ganz normal, denn wie wir wissen, wird eine Messung auch von den verschiedenen Umweltfaktoren beeinflusst. Wichtig ist hierbei immer stets, dass die Werte stets gleichmäßig sind!

    
     Unser Versuchskaninchen für die Feuchtigkeitsmessung: Ein Adria B 360 UH Wohnwagen von 1996. Ob er trocken ist? ;-)

Beginnt für eure Messung an einfachen Einbauten wie im der Bereich Serviceklappen. Da wird man mit dem Gerät warm und bekommt erste Ergebnisse auf kleinstem Raum, die man einfachst nachprüfen kann.
Am Beispiel unserer Thetford- Serviceluke führen wir euch dies einmal vor:
Im oberen linken Eck erhalten wir einen Wert von 2,2%vol., im unteren rechten Eck einen Wert von 2,1%vol.. Schon allein dieser geringe Wert (2,x von möglichen Hundert!) deutet darauf hin, dass unsere Luke soweit trocken sein sollte. Und da wir in den beiden gegenüberliegenden Ecken den gleichen Wert messen, ist auch ein einseitiger Wasserschaden unwahrscheinlich. Denn wir haben ja gelernt, dass sich Wasser meist in den unteren Ecken sammelt! Würde also der Wert im unteren Eck deutlich abweichen, wäre dies ein sicheres Anzeichen für Feuchtigkeit im unteren Bereich. Hier ist dies aber nicht so.

         
     Staufachbeispiel, hier die Toilettentüre: Oben links sind es 2,2, unten rechts sind es 2,1%vol. Bei Feuchte wäre unten mehr!

An diesem einfachen Beispiel der Serviceluke möchten wir euch aber auch noch eine weitere Besonderheit der kapazitiven Messmethode zeigen! Wir haben ja schon gelernt, dass das vom Gerät ausgehende elektrische Feld durch die Umgebung beeinflusst wird. Durch trockenes Holz nur wenig, durch Feuchtigkeit deutlich mehr. Noch mehr aber durch Metalle wie die Aluminium- Außenhaut des Wohnwagens. Dies gilt natürlich auch für andere Metalle, zum Beispiel Schrauben!
Schaut euch nochmals genau die oberen beiden Bilder an. Seht ihr die beiden Schrauben jeweils in der Ecke über dem Gerät? Die haben wir nämlich auch gemessen, bzw. das Gerät hat sich an dieser Stelle von diesen Metallen beeinflussen lassen.
Beweisen kann ich euch dies, wenn wir nun einmal die Mitte der Serviceluke messen.
Und siehe da: Fernab aller Zubauten und Metallen messen wir einen reinen Wert von lediglich 1,7%vol. im Bereich des Aufklebers und nur 1,3%vol. im mittigen unteren Bereich des Holzes.

    
     Die Mitte der Türe misst sogar noch weniger! Nur 1,7%vol. Feuchte. Die ist trocken.

Dies zeigt eindrucksvoll, wie schnell man sich „vermessen“ kann und einen Wasserschaden interpretiert, wo vielleicht keiner ist. Später, wenn wir die Eingangstüre messen, zeigen wir euch dies noch eindrucksvoller. Dann aber geben wir euch aber auch einen Tipp, wie man diesem Problem begegnet.
Für den Moment behaltet bitte mal im Hinterkopf, dass Metalle oder sonstige feste Materialien eben das Feld beeinflussen können!
Abgesehen davon zeigen aber die durchweg niedrigen Werte einerseits (soweit kann man einem richtig kalibrierten Gerät schon trauen!), aber im Besonderen die absolute Gleichmäßigkeit mit nur geringer Abweichung (MIN: 1,3 %vol., MAX 2,2%vol.), dass unsere Serviceluke auf jeden Fall trocken ist.
Das ist sicher!

Haben wir die Luken alle gemessen und haben erste Referenzwerte, geht es als nächstes an den Unterboden!
Auch hier gilt natürlich das gleiche, d.h. alle Ecken sollten gegeneinander in etwa den gleichen Wert haben und darüber hinaus nicht wesentlich von dem Wert in der Mitte des Wohnwagens abweichen.
Haltet das Gerät so weit unten wie möglich fest (damit eure Handfeuchte die Messung nicht stört) und bewegt die Kugel nun in den Ecken stern- und kreisförmig hin und her. Dies etwa in einem Radius von 10-15cm. Alle Ecken sollten nun in etwa die gleichen Werte ausweisen.
Wir messen
Hinten links ganz an der Kante: 7,5 %vol., im weiteren Verlauf 4,2 %vol.
Hinten rechts ganz an der Kante: 8,5 %vol., im weiteren Verlauf 5,4 %vol.

         
     Die Ecken sind das Allerwichtigste! Messen wir ganz dicht an den Ecken, haben wir Werte knapp unter 10%vol. ermittelt

         
     Nur ein bisschen weiter weg von der absoluten Ecke mehr zur Mitte hin pendeln die Werte um 5%vol. Das ist voll OK!

Auch hier weichen also die beiden Werte nicht erheblich voneinander ab, gleichzeitig sind sie mit Werten unter 10%vol. darüber hinaus deutlich in einem Bereich, den man getrost auch ohne genauere Messung als „nicht feucht“ betrachten darf.
Optimal wäre als Referenz nun natürlich noch eine Messung der vorderen Ecken! Hier aber hat die Konstruktion unseres Adrias ein kleines Hindernis eingebaut, denn die Bodenplatte des Gaskastens ist bei uns von der Aufbauplatte getrennt. Entsprechend erhalten wir von der vorderen Platte andere Werte:
Vorne rechts: 2,0%vol.
Vorne links: 1,3 %vol..

         
     Vorne ist bei uns etwas schwieriger zu messen, liegt an der Gaskastenbodenplatte. Die Werte sind aber auch hier sehr gut.

Das sind zugegeben Bestwerte! Hat euer Wunsch- Wohnwagen hier zum Beispiel 15%vol. oder gar 20%vol., muss das noch kein Feuchtigkeitsschaden sein! Wichtig sind, wie schon erwähnt, alle beeinflussenden Faktoren. Also eben auch Temperatur, Luftfeuchte, Sonnenschein, Nähe der Hand zur Messung, verwendetes Holz, verwendeter Unterbodenschutz, usw.
Entscheidend ist dann nur, dass die Werte gleich sind!
Zur Höhe der Werte orientiert euch ansonsten ruhig wieder am nächsten Baum oder Gartenzaun! Misst seinen Stamm im Bereich der Wurzel und im Bereich des weiteren Verlaufs.
Ist das Holz am Wohnwagen so feucht wie in der Wurzel oder am Schaft des Gartenzauns, dann steckt mit großer Wahrscheinlichkeit Feuchtigkeit drin! Übersteigt euer gemessener Wert sogar den der Baumwurzel und ihr seid sicher, dass keine Messbeeinflussung (z.B. durch besagte Schrauben im Aufbau) vorliegt, dann würden wir empfehlen den Wohnwagen bzw. das Wohnmobil zunächst mal als potentiell feucht anzusehen!
Kürzt an dieser Stelle eure Untersuchung ab und geht zunächst sofort in das Innere des Wohnwagens (eigentlich kommt das erst später)! Versucht nun die gleiche Stelle im Unterboden von innen zu erreichen und messt dort nochmals. Weichen die Werte nun deutlich ab, habt ihr möglicherweise doch einen Messfehler. Ist hingegen auch von innen deutliche Feuchtigkeit messbar, dann habt ihr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit euren ersten Feuchtigkeitsschaden gefunden!
Geht als letzte Kontrolle nun nochmals gem. unseren Tipps_zum_Wohnwagenkauf vor. Hier insbesondere mit der Klopfmethode durch die gespitzten Fingerknochen! Haut da mal richtig gegen! Ist es fest und hart, dann habt ihr möglicherweise doch einen Fehler in der Messung, auch wenn dies eher unwahrscheinlich ist. Fühlt es sich hingegen weich an und knirscht es, dann ist euer Feuchtigkeitsschaden bestätigt!
Finger weg, Finger weg, Finger weg! Tür zu, nächster…

Sind die Ecken hingegen gleichmäßig gemessen, solltet ihr als Referenz natürlich auch hier auch mal die Mittelbereiche des Unterbodens durchmessen.
Zwar kann der Wert bei einem Grundwert von unter 10%vol. wie bei unserem Adria nicht mehr groß nach unten abweichen, dennoch hilft es zur sicheren Bestimmung eures Messergebnisses.
Auch das machen wir natürlich mal, hier seht ihr auf einigen Bildern das Ergebnis. Es soll einerseits verdeutlichen, dass unsere Werte unter 10%vol. bleiben, andererseits aber auch, dass die Werte innerhalb dieses Korridors auch gut und gerne mal mehrere Prozentpunkte voneinander abweichen können. Keine Bodenplatt ist von vorne bis hinten immer gleich!

         
     Hier mal ein paar Messergebnisse aus den unterschiedlichsten Bereichen im Unterboden. Mal sind es 0,8%vol., mal sind es 3,8%vol.

         
     oder hier 2,9%vol. Das sind alles hervorragende Werte. Zwar unterschiedlich, aber alle nah beieinander. So soll es sein.

Das Ergebnis der Bodenplattenmessung ist in Ordnung und hat nichts hervor gebracht , was uns Sorgen machen sollte. Sogar unterschiedliche Werte mit 3,x und 0,x in einigen Bereichen sind absolut unkritisch. Hier können z.B. Kabel verlegt sein, oder es befinden sich Leitungen für Wasser, Möbelschrauben oder andere Einbauten auf der anderen Seite des Unterbodens. Erst, wenn die Werte erheblich abweichen (also mindestens mehr als 10%vol.) solltet ihr euch auf die Suche nach der Ursache begeben.

Habt ihr die Ecken und den Unterboden, fehlt noch ein wichtiger Bestandteil, bevor es nach innen geht. Die Radkästen!
Auch hier kann sich Feuchtigkeit im Holz sammeln. Unsere Messung zeigt sich aber auch hier von der besten Seite, die Radkästen sind bei uns eindeutig trocken:

         
     Die Radkästen sind ebenfalls Schwerpunkte bei der Messung.    Wir müssen uns mit 0,6-0,8%vol. aber keine Sorgen machen.

Zum Schluss solltet ihr ggf. noch die Bereiche des Unterbodens unterhalb von Serviceluken, unter den Fenstern, vom Kühlschrankgitter und sonstigen Einbauten wie Kamine usw. durchmessen. Baubedingt sind hier nunmal durch die „Öffnungen“ der Außenhaut größere potentielle Wassereintrittsstellen, wo sich u.a. auch im Unterboden das Wasser bei einer Undichtigkeit sammeln kann.

Ist der Unterboden in Ordnung, ist das schonmal die halbe Miete! Gehen wir aber nun erstmal nach innen und messen dort weiter.
Hier folgen wir dann (was beim Unterboden ja nicht geht) wieder dem Weg des Wassers. Also von oben nach unten. Beginnt hierbei mit den frei zugänglichen Bereichen rund um die Dachluken an der Decke:

        
     Messung rund um die Dachluke: hier brauchen wir gute Werte! Rechts und links haben wir 4,9%vol. bzw. 4,8%vol..

         
     Etwas unscharf, aber noch zu erkennen. 3,8%vol. vorn...        ...und 5,3%vol. hinten. Sehr gute Werte, hier ist alles trocken

Die Dachluken sind mit Werten um 5%vol. vollkommen in Ordnung, also sind weitere Bereiche des Dachs an der Reihe. Hier insbesondere der Bereich um einen Pilzlüfter, den Dachkamin der Heizung (meist im Kleiderschrank an der Decke!) und auch Bereiche anderer Durchbrüche wie für Solaranlagen oder das Kabel der Sat- Anlage.
Die Werte hier steigen zwar etwas an, sind aber noch im "grünen" Bereich. Warum das so ist, erklären wir gleich am Beispiel der Ecken, für den Moment nehmen wir Werte um 6%vol. im Bereich der übrigen Dacheinbauten mit.

         
     Im Kleiderschrank finden wir Dachdurchbrüche wie Kamine, Pilzlüfter, Solaranlagen, SAT- Kabel. Alles messen bitte.

Sind die Dacheinbauten in Ordnung, sind nun die Ecken in den Schränken dran. Und hier könntet ihr zum ersten Mal auf eine Besonderheit stoßen!
Denn „Huch“, auf einmal haben wir bis zu 10%vol.? Das klingt viel wenn man bedenkt, dass wir diese Werte ja bislang nur im Außenbereich an den Ecken hatten, nicht wahr? Hier aber spielt uns die bereits erwähnte Feldabfälschung durch Metalle einen kleinen Streich. Messen wir "platte" Wand wie im Bereich der Dachluke, bekommen wir Werte um 5%. Messen wir nun das Dach im Bereich der Eckeausbauten wie dem Kamin (siehe Bilder oben), sind es schon 6%vol.. Und messen wir nun die Ecken, kommen wir auf bis zu 10%vol.. Merkt ihr was? Das liegt an den messfeldbeeinflussenden Metallen! Das "platte" Dach wird von einem Metall abgelenkt. Von der Dachhaut. Im Kamin sind es schon 2 Metalle, nämlich einmal das Dach und einmal die Seitenwand. Nun in den Ecken treffen gar 3 Metalle aufeinander. Nämlich das Dach, dann die Seitenwand und natürlich die Heckwand. Alle aus Alu, alle beeinflussen unser Messfeld. Entsprechend steigen die Werte an den Ecken auch an. Schaut hier:

         
     Linke Ecke im Schrank im Bereich der Heckwand. 9,3%vol..     Vordere Ecke im Schrank rechts, 8,2%vol.. Klingt erstmal viel...

Die Gegenprobe findet ihr übrigens auch in den Bildern oben, wenn ihr euch vom ersten Schreck der hohen Werte erholt habt. Denn wenn die Ecke vorne rechts 8,2%vol. misst und die Ecke hinten links 9,3%vol., dann wären ja beide Seiten feucht, nicht wahr? Und das ist, wie wir schon schrieben, eigentlich recht unwahrscheinlich. Zumal die Werte ja noch immer deutlich von dem Bereich entfernt sind, was wir zuvor als "feucht" klassifiziert haben (Baumstamm / Gartenzaun in Bodennähe!). Also kein Problem, unsere Ecken sind -trotz erhöhter Werte- hier vollkommen in Ordnung!

Transitfrei- Zwischentipp: Ihr kauft beim Händler? Nutzt sein Angebot!
Wenn ihr einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil bei einem Händler durchmesst, geht ruhig auch mal zum Nachbarfahrzeug! Besonders als Anfänger, wenn ihr die einzelnen Werte aus vorherigen Messungen noch nicht im Kopf habt, kann euch (anstelle des Gartenzauns oder des Baumstammes) auch der Nachbarwohnwagen als Referenz dienen! Höchstwahrscheinlich hat der Nachbarwohnwagen aufgrund seiner Beschaffenheit andere Werte als euer Wunsch- Wohnwagen, wenn es nicht der gleiche Typ aus dem gleichen Baujahr ist. Das ist bauartbedingt ganz normal. Wenn aber der Nachbarwohnwagen und im Zweifel auch noch der Wohnwagen daneben einheitlich z.B. Werte von 15%vol. in der flachen einbaufreien Wand und 20%vol. in den Ecken hat, euer Wunschwohnwagen aber in den gleichen Bereichen 30, 40 %vol. und mehr ausweist, hilft dies ebenfalls bei der Bestimmung eines Referenzwertes und kann einen Wasserschaden belegen!

Haben wir den Dachbereich rund um die Dachluken, die übrigen Dacheinbauten und die Schränke überprüft, sind Türen und Fenster dran.
Auch hier können sich Undichtigkeiten zeigen. Der ganze Rahmen rund um die Türe und der Bereich neben und unter den Fenstern wird nun abgemessen.
Hebt hierbei auch mal (wenn ihr das bei der Sichtprüfung im Kapitel 1 nicht schon gemacht habt) auch mal den Fenstergummi hoch! Das geht! Das Holz darunter sollte natürlich hart und fest sein.
Auch hier beweist unser Adria Stärke und bestätigt den guten Eindruck:
Fenster: Zwischen 4,9 %vol. und 5,2 %vol.
Rahmen der Türe: Zwischen 5,0 %vol. und 5,5 %vol..

         
     Unter den Fenstern messen wir ebenfalls gute Werte.       Alles im Bereich um 5%vol., hier müssen wir uns keine Sorgen machen

So langsam bekommt man ein Gefühl für das Fahrzeug, nicht wahr?
Denn das sieht ja alles schon recht gut aus! Denn neben den grundsätzlichen niedrigen Werten, können wir die Werte ja auch problemlos gegeneinander vergleichen. Große Abweichungen finden sich nicht.
Trotzdem wird es nun noch einmal spannend! Denn Feuchtigkeit hat die Eigenschaft, enorm gerne mit der Erdanziehungskraft kuscheln zu wollen. Sie zieht im Holz eines Wohnwagens oder Wohnmobils unweigerlich nach unten. Eine defekte Fensterleiste oder ein undichtes Kandprofil wird in lediglich im Endstadium höhere Werte um die Eintrittsstelle ausweisen. Bis dahin aber zieht die Feuchtigkeit munter nach unten und sammelt sich dort im Bereich des Übergangs von der Seitenwand zur Bodenplatte bzw. zieht in die Bodenplatte ein. Zwar haben wir die Bodenplatte schon von außen gemessen (und hierbei eigentlich keine Probleme festgestellt), dennoch solltet ihr an dieser Stelle nochmals am Ball bleiben und die Messung nicht halbherzig durchführen, nur weil ihr zum Beispiel auf die Knie müsst. Wichtig bleiben also die Bereiche der Übergänge von Seitenwänden zum Boden und natürlich auch Unterbauten wie z.B. die Radkästen oder Bereiche unter Stauklappen. Fächern und Türen. Ein paar Werte haben wir euch zum Vergleich fotografiert:

         
     Die Ecke Heckwand / Boden im Bereich der Küche: 1,6%vol.          Die Küche zwischen Leitungen für Strom und Wasser: 2,7%vol.

         
     Die Bodenplatte im Bereich des Radkastens links: 4,0%vol.           Und im Bereich des rechten Radkastens 5,5%vol.. Alle Werte OK!

Mit der Bodenplatte schließt unsere Feuchtigkeitsmessung. Unser tapferer Adria Wohnwagen hat, trotz seines Alters von nunmehr 18 Jahren (Baujahr 1996!) unsere Feuchtigkeitsmessung eindeutig mit Bravour bestanden.
Wir haben ihn also übrigens mit gutem Gewissen weiterverkauft, nachdem wir uns einen neueren aber vor allem familientauglicheren Hobby- Wohnwagen zugelegt haben.

Wir hoffen, euch hat unsere kleine Präsentation als Hilfe zur Selbsthilfe bei der Feuchtigkeitsmessung gefallen und ihr stimmt uns zu, dass das Messen mit einem Messgerät nicht nur den Profis vorbehalten ist, auch wenn einige Medien im Sinne eines „guten Geschäfts“ uns dies vielleicht weis machen wollen.
Traut euch, leiht euch eins, kauft euch eins. Und geht dann mal spaßeshalber an einem schönen Samstag oder Sonntagnachmittag (bei Schautag) durch die einzelnen Wohnwagen und Wohnmobile der Händler durch. Ihr werdet, neben dem Lerneffekt und dem Aufbau von Erfahrung, erstaunt sein, was alles als „100%vol. trocken und dicht“ angepriesen wird. ;-)
Darüber hinaus hoffen wir, dass insbesondere die Handhabung mit dem Gerät und die richtige Interpretation der Messwerte klar geworden ist. Merken solltet ihr euch:

  • In den Ecken und Übergängen, wo zwei Bereiche (wie Decke und Wand) aufeinander treffen, weichen die Werte immer nach oben ab
  • Metall beeinflusst das Messergebnis
  • Durch Metall (wie an der Außenwand von außen nach innen) kann man nicht messen!
  • Alle Werte sollten in einem klar erkennbaren Bereich beieinander liegen. Grobe Abweichungen an Einzelpunkten sind gefährlich!
  • Mit Hilfe von Referenzwerten (wie feuchte Wurzeln, feuchter Gartenzaun oder auch ein benachbarter Wohnwagen) kann man Feuchte besser bestimmen
  • "Beregnen" bringt nichts! Einen Wohnwagen, den man von außen mit einem Gartenschlauch "mal eben" abspritzt, wird das Feuchtemessgerät nicht zu einem Ausschlag bewegen, selbst wenn der Wohnwagen undicht ist! Das Wasser dringt erst nach kontinuierlicher Beregnung und stetiger Präsenz durch die Undichtigkeit allmählich in den Aufbau ein! Es fließt nicht hindurch und wird dort durch Holz und Styropor wie durch einen Schwamm aufgesaugt!
  • Auch ein Messgerät bietet keinen 100%igen Schutz! Achtet auch auf alle anderen Sinne wie Fühlen, Riechen, Klopfen, Tasten, Sehen! Nur ein Gesamtergebnis aus der „Sinnesprüfung“ in Kombination mit einem guten Messergebnis bietet größtmögliche Sicherheit!

Ach ja, ein wichtiges Detail und Erläuterung in eigener Sache noch zum Schluss: In diesem Artikel haben wir euch auf allen Bildern und im Text stets nur einen Wert gezeigt. Gleichzeitig geben wir euch aber auch vor, dass ihr innerhalb des Messbereiches nicht nur punktuell, sondern (groß-)flächig mit dem Gerät arbeiten sollt. Und das stimmt auch! Wenn ihr das Gerät aber in eurem Messbereich bewegt, verändern sich die Werte natürlich auch kontinuierlich und bleiben nicht konstant auf einem Level. Das ist auch OK so, solange (und da wiederholen wir uns wieder), die Werte alle gleichmäßig und miteinander vergleichbar bleiben. Jaja. Damit wir euch im Zuge dieses Berichts aber nicht überfordern (indem wir zum Beispiel schreiben, dass wir zwischen 5,5 und 7,5%vol. messen, dies aber dann auch mit dem vierfachen an Bildern belegen müssten), haben wir der Einfachheit halber und aus Gründen des Leseflusses stets nur einen Wert „herausgepickt“.
Wenn ihr euch aber gleich unser Messprotokoll im Download- Bereich des Kapitels 4 anschaut, werdet ihr für die einzelnen genannten Bereiche gleich mehrere Felder für Eintragungen vorfinden. Tragt hier die unterschiedlichen Werte eines Messbereichs entweder in der ausgedruckten PDF mit einem Stift, oder am PC in der ebenfalls verfügbaren Excel- Datei ein. Dann habt ihr auch eine ordentliche Flächen- und keine Punktmessung!

Alles klar? Dann viel Erfolg bei eurer ersten eigenen Feuchtigkeitsmessung und ein glückliches Händchen beim Wohnwagen- oder Wohnmobilkauf!

Team Transitfrei im Frühjahr 2014

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Nachtrag im Dezember 2015 - achtet auf die Batterie!

Nachdem wir unsere Anleitung zur Feuchtigkeitsmessung im Internet eingestellt hatten, bekamen wir die letzten 2 Jahre sehr viele positive Rückmeldungen, aber auch einige Fragen hierzu. Eine Frage möchte ich ganz besonders hervorheben und hier auch öffentlich kurz dokumentieren, weil uns diese Frage von Nutzern des Voltcraft MF100 immer wieder gestellt wurde!
Besorgte User schrieben uns, dass ihr Wohnwagen oder ihr Wohnmobil regelmäßig Werte von 30, 40 oder 50 Prozent und mehr anzeigen würde und ob deren Fahrzeug dann nass wäre. Diese Sorge hatten sie, weil unsere Werte hier in unserem Bildbericht doch so niedrig seien!
Leute, hierzu eine klare Entwarnung von uns!
Wie schon im Text geschrieben, kommt es nicht auf den Einzelwert, sondern auf den Referenzwert an! Vergesst bitte nie, dass wir uns mit dem Messgerät auf ein Gerät verlassen, was primär für die Messung von Baufeuchte im Hausbau gedacht ist. Es funktioniert natürlich auch im Wohnwagen bzw. Wohnmobil, aber man muss die Ergebnisse auswerten können.
Es gibt 2 wesentliche Einflüsse auf die Anzeige:
1. Obwohl das Gerät vor dem Einschalten kalibriert wird, habe ich in der nunmehr jahrelangen Nutzung inzwischen festgestellt, dass besondere die allgemeine Luftfeuchte sehr viel zum angezeigten Wert auf dem Display beiträgt. Ich erinnere mich noch sehr gut, als wir die Messung am Adria- Wohnwagen gemacht haben, die als Vorlage für diesen Bildbericht dient. Es war ein recht heißer trockener Tag mit einer sehr geringen Luftfeuchte! Dies allein beeinflusst die Messwerte.
2. Die Batterien! Das Voltcraft MF100 meldet erst relativ spät, dass die Batterien leer werden! Bereits vorher aber werden Messergebnisse deutlich geringer im Wert auf dem Display angezeigt!
Ein guter Indikator für leer werdende Batterien ist eure Hand! Haltet die Messkugel direkt an eure Handfläche innen und berührt damit die Haut. Das Messgerät MUSS nun einen Wert von „100“ und „wet“ anzeigen! Zeigt das Gerät deutlich weniger an, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass die Batterien allmählich leer werden!
Das Gerät ist deswegen nicht unbrauchbar! Weder aufgrund leerer Batterien, noch aufgrund der Luftfeuchte. Wichtig, und das wiederholen wir auch gerne nochmals, der Referenzwert! Wenn ein feuchter Jägerzaun im Moos am Stumpf einen Wert von 50 ausgibt und ihr einen Wohnwagen daneben ebenfalls mit 50 in einer Ecke messt, in den anderen drei Ecken aber nur z.B. 30, dann ist diese Ecke feucht! Egal, ob auf dem Display nur „dry“ oder „risk“ und nicht „wet“ mit dem Maximalwert von 100 angezeigt wird. Die Referenzmessung von Feuchtigkeit (notfalls die Handinnenfläche!) PLUS die Auswertung der Messergebnisse gegeneinander (bei der sich dann eine Abweichung zeigen sollte) zeigt euch einen Wasserschaden an!
Dies wollten wir unbedingt noch ergänzen.

Team Transitfrei im Dezember 2015

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Nachtrag II, Februar 2017 - Zwei kostengünstige Alternativen zum Voltcraft MF-100

Als wir diesen Artikel erstmals unter Zuhilfenahme unseres Voltcraft_MF-100 schrieben, kostete das Voltcraft bei Conrad etwa 90 Euro. Es war seinerzeit ein absolutes Einsteigergerät und ist es streng genommen auch heute noch. Aktuell wird das MF-100 leider für bis zu 130 Euro aufgerufen! Verständlich das wir daher oft gefragt wurden, ob es nicht auch eine kostengünstigere Alternative gäbe.
Oft wurden wir in diesem Zusammenhang leider auch um eine Meinung zum neuesten saisonalen Angebot vom Discounter geben. Für 14,95 € vom LiDL oder Aldi, ein echtes Feuchtemessgerät!!
Um das nochmals eindeutig klar zu stellen: NEIN! Ein Gerät für 15 auf 20 Euro aus dem Baumarkt oder vom Discounter mit der Mess- Stech- Methode ist NICHT für den Einsatz im Wohnmobil oder Wohnwagen geeignet! Daran hat sich auch nach 2 Jahren, die dieser Artikel nun schon online steht und von uns auch immer wieder überarbeitet wurde, nichts geändert!
Wenn ihr es richtig machen wollt, muss es ein Gerät mit kapazitiver Messmethode sein, wie wir es oben_im_Text bereits beschrieben und auch gezeichnet dargestellt haben.

„Aber gibt es nicht eine andere kostengünstige Lösung, wenn das Discounter- Gerät nichts ist?“
Eigentlich nein. So dachten wir zumindest bislang, denn das seinerzeit günstigste war eben das Voltcraft MF-100 für 90 Euro.
Aber nachdem einige Leserinnen und Leser uns von ihren kostengünstigeren Errungenschaften berichtet haben, haben wir das uns gelegentlich empfohlene Gerät bei erstbester Gelegenheit direkt mal angeschaut. Es handelt sich um das Trotec BM 31, dieses soll übrigens nahezu baugleich mit dem TFA Dostman 30.5503 sein!
Schon der erste Eindruck des Trotec war mindestens zufriedenstellend, denn die Mindestanforderung durch Aufbau eines kapazitiven Messfeldes (und damit eine zerstörungsfreie Messung) erfüllt das Gerät!
Allerdings wirkt es etwas unhandlicher. Das Display ist deutlich einfacher gestaltet und der Laufweg der Messkugel ist deutlich verkürzt (was das Messen in Ecken schwieriger macht), aber dafür kostet es auch nur etwa 70 Euro (Stand Februar 2017) statt 130 Euro wie das Voltcraft!! Das ist fast die Hälfte!
Eine rudimentäre Messung konnten wir mit dem Trotec auch durchführen (Handfläche, Türen, Wände, Holz innen und außen, leider nicht schön umfangreich an einem Wohnwagen) und müssen sagen, dass es den Grundbedarf durchaus abdeckt! Uns fehlt zwar noch eine vollumfängliche Vergleichsmessung gegen unser bewährtes Voltcraft MF 100, aber wer ein kostengünstiges Einsteigergerät sucht, kann auch mit dem TFA von Dostman bzw. Trotec BM auch nicht wirklich etwas falsch machen. Für die eigene Messung 2x im Jahr bzw. wenn man einen neuen (gebrauchten) Wohnwagen oder ein Wohnmobil besichten will, wird es durchaus ausreichen.
Zum bestmöglichen Vergleich haben wir hier mal die beiden günstigen Geräte (Mitte und rechts) neben unserem Voltcraft MF 100 (links) gegenüber gestellt. Die Amazon- Bewertungen erscheinen für alle Geräte auch recht brauchbar und unsere Checkliste (Download im nächsten Kapitel) bzw. unsere Anleitung hier passt im Prinzip 1:1 auf alle drei Geräte:

Unser Klassiker und seit Jahren bewährt.
Zuverlässig, genau, unsere Empfehlung!
Leider auch etwas teurer.
Das Voltcraft MF-100
Das Einsteigergerät vor dem Einsteigergerät
und eine kostengünstige Alternative
zum Voltcraft MF 100.
Das Trotec BM 31
Alternativ das fast baugleiche
TFA Dostmann 30.5503
Schaut einfach mal, welches Gerät
gerade verfügbar und günstiger ist.

Team Transitfei im Februar 2016
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Wie immer freuen wir uns natürlich über Anregungen, Lob und/oder Kritik zu unserer Feuchtigkeitsmessung bzw. Dichtigkeitsprüfung und stehen natürlich auch gern für die ein oder andere Rückfrage zur Verfügung! Ihr erreicht uns über unser Gästebuch ein, oder ihr könnt per email mit uns in Kontakt treten.

Euer Team Transitfrei - Tim, Nils, Anja und Björn

 

 
         
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