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Besser schlafen im Wohnwagen:
Mit wenig Aufwand zum erholsamen Schlaf

Vorwort: Von Laien für Laien!
Wie bei allen technischen Themen stellen unsere Bilder sowie der enthaltene Text keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit dar. Auch übernehmen wir als Autoren keinerlei Haftung bei falsch oder richtig angewandter Durchführung der hier in Wort und Bild mitgeteilten Erfahrungen und Anleitungen.
Wir stellen dar, was wir beim Aus- und Umbau vorgefunden haben, auf welche Probleme wir gestoßen sind und wie wir diese nach unserer Meinung am besten gelöst haben.

 

Besser Schlafen im Wohnwagen:
Wie wir mit wenig finanziellem wie technischem Aufwand unseren Schlafkomfort im Wohnwagen entscheidend verbessert haben:

Schlaf!
Ein keineswegs zu unterschätzendes Detail, wenn es um Urlaub geht!
Denn wenn man zwischen den ereignisreichen Tagen beim Camping mit Wohnwagen oder bei Rundreisen mit dem Wohnmobil in der Nacht nicht als Ausgleich erholsamen Schlaf und Ruhe findet, ist spätestens am übernächsten Tag der Urlaub dahin!
Dicke Augen, ständiges Gähnen, allgemeine Lustlosigkeit und Müdigkeit wären dann die Folge, das macht jeden Urlaub kaputt.
Beim Wohnmobil geht das meistens mit dem Schlafen ja noch. Zwei Personen fahren bequem mit dem teilintegrierten Wohnmobil und haben ein festes Heckbett dabei, oder können sich gleich ein vollintegriertes Fahrzeug mit Hubbett leisten.
Und die Familie? Die nutzt natürlich das Alkovenbett über der Fahrerkabine zusätzlich zur umbaubaren Sitzgruppe oder dem fest eingebauten Etagenbetten im Heck.
Beim Wohnwagen wird die Sache allerdings schon kniffliger!
Natürlich gibt es auch beim Wohnwagen ähnliche Grundrisse wie beim Wohnmobil, allerdings ist die Raumaufteilung nicht selten so ausgelegt, dass eine (je nach Schnitt auch die einzige!) Sitzgruppe in der Nacht zu einem Bett umgebaut werden muss.
So ist es bei unserem Adria Unica auch.
Im Heck haben wir einen komfortablen Küchenbereich und (was uns sehr wichtig war!) ein großes Bad mit festem Waschtisch und Schrank, dazu zahlreiche Stau- und Ablagefächer sowie natürlich einer fest eingebauten Kassettentoilette.
Auch die Sitzgruppe im Bug unseres Wohnwagens kann sich wirklich sehen lassen!
Tolles „U“ als Rundsitzgruppe, 2 sehr große Bänke seitlich und eine Sitzbank an der Stirnseite für eine dritte Person.
Tagsüber absolut brauchbar und sehr komfortabel, keine Frage.

     Blick ins Heck im Wohnwagen mit Bad und Küche     Der Bug im Wohnwagen mit Rundsitzgruppe
     Im Wohnwagen: Im Heck befinden sich Küche und Bad             Und im Bug? Eine für den Tag sehr komfortable Sitzgruppe

Für die Nacht allerdings muss diese Rundsitzgruppe zum Bett umgebaut werden.
Das ist für uns grundsätzlich mal nicht schlimm, wir kennen dies sogar. Auf einigen Reisen mit dem Wohnmobil hatten wir gelegentlich die große Mittelsitzgruppe zum Bett umgebaut gehabt, obwohl wir am Wohnmobil über einen Alkoven verfügt haben.
Das Umbauen selbst ist also noch nicht einmal das Problem.
Viel problematischer ist allerdings der Schlafkomfort
Denn jede zum Bett umgebaute Sitzgruppe hat für gewöhnlich das Problem, dass man als Bett bzw. als Unterlage und Matratze lediglich die Sitzpolster aus der Sitzgruppe verwenden kann!
Wer schonmal auf Sitzpolstern geschlafen hat weiß, dass der Schlafkomfort hierbei maximal knapp oberhalb eines Schlafsacks auf hartem Zeltboden maximal auf einer Iso- Matte rangiert!
Grund hierfür ist natürlich zum einen die schlechte Polsterung der Sitz- und Rückenfläche, da diese ja vornehmlich als Sitzpolster gedacht sind. Fürs Sitzen reicht es ja auch, der „Allerwerteste“ ist ja für gewöhnlich ordentlich „biologisch gepolstert“! ;-)
Liegt man aber nun auf diesen Polstern und drückt mit seinen weitaus weniger „gefederten“ Körperteilen nun auf das Polster, spürt man zwangsläufig den harten Bett- und Sitzkasten am körpereigenen Becken und Brustkorb. Für eine Nacht geht dies, spätestens aber ab der zweiten und dritten Nacht tun einem buchstäblich die Knochen weh!
Im Wohnmobil hatten wir das Problem dadurch gelöst, dass wir eine zusätzliche vollwertige Schaumstoffmatratze mitgenommen hatten. Diese lag tagsüber im Alkoven, störte also nicht im Geringsten.
Beim Wohnwagen allerdings fehlt nun diese Ablagemöglichkeit für die Nachtmatratze, denn es gibt bei den allermeisten Wohnwagen keinen einzigen Stauraum, der für eine solche Matratze groß genug wäre.
Auf das Dach schnallen geht vielleicht noch, allerdings kann man dann nur in den absoluten Sommerurlaub nach Südspanien fahren und dabei hoffen, dass es in Frankreich unterwegs nicht regnet ;-)

Wir haben während unserer ersten Urlaube mit dem Wohnwagen viel probiert.
Bettdecken zum Beispiel! Diese kann man ja zusammenlegen und können so tagsüber in den Sitzkästen zusammen mit dem normalen Bettzeug verschwinden.
Aber sogar dicke Steppdecken waren einfach nicht ausreichend, um ein ordentliches Liegepolster zu bekommen.
Auch das Umlegen der Polster haben wir probiert.
Denn neben der dünnen Auflagefläche hat man bei zur Liegefläche ausgelegten Sitzpolstern noch zusätzlich das Problem, dass man schnell in einer der Ritzen landet, die in den Zwischenräumen zwischen den einzelnen Sitz- und Rückenpolstern entstehen.
Besonders in der Nacht im Halbschlaf ist dies ärgerlich, weil man nicht selten durch die Schmerzen aufwacht.
Richtig drehen klappt also auch nicht wirklich und auch das Auslegen der leicht angeschrägten Rückenpolster in die Mitte und das Positionieren (sowie das anschließende Liegen) auf den Sitzpolstern rechts und links bringt auch nicht wirklich etwas.

     umgebaute Sitzgruppe zum Bett im Wohnwagen
     Umbau der Sitzgruppe zum Bett im Wohnwagen. Man schläft auf den wenig bequemen Polstern :-/

Eine Lösung musste also her!
Wir haben uns natürlich gleich mal im Campingland Nummer 1 umgeschaut, in Holland!
Denn von dort stammt ja nicht nur unser Wohnwagen, sondern auch zahlreiche andere Freizeitfahrzeuge, die in den Urlauben unsere und andere europäische Straßen und Campingplätze bevölkern.
Die können ja nicht alle auf den Polstern der Sitzgruppe schlafen, oder?
Die Holländer sind zwar grundsätzlich „schmerzfrei“ (haben wir ja auch so schon oft erleben dürfen ;-) aber wohl kaum so resistent, dass sie keine Lösung für das Problem hätten.
Tatsächlich hatten wir Glück!
Beim Streifzug durch den Obelink, den MEGA- Campingstore in der Nähe von Bocholt / Winterswijk, haben wir die passende Campingmatratze gefunden!
Diese besteht aus einem besonders robusten viskoelastischem Schaumstoff mit „Memory“- Funktion. Das heißt, dass sie eine Art Kuhle an der Stelle bildet, wo sich die direkte Auflagefläche am Körper befindet.
Und anders als bei einer normalen Matratze entsteht somit eine viel bereitere Auflagefläche auf der Matratze selbst, die das Körpergewicht besser auffängt und verteilt.

     ausgelegte Matratze in der Wohnwagensitzgrupppe
     die ausgelegte viscoelastische Matratze (hier längs) in unserer Wohnwagen- Sitzgruppe. :-)

Pfiffig ist hierbei nicht nur der etwas andere Schlafkomfort, sondern viel mehr die Möglichkeit, auf eine gewisse Mindestdicke einer Matratze zu verzichten!
Weiteres Plus: Der Schaumstoff einer „Memory“- Matratze ist viel besser form- und biegbar, als bei einer einfachen (Schaumstoff-)Matratze.
Beides zusammen ergibt nun nämlich den entscheidenden Vorteil, mit dem sich diese Matratze für den Einsatz im Wohnwagen qualifiziert. Denn die Matratze kann ganz einfach sogar gleich zwei Mal ähnlich wie ein Tischtuch „gefaltet“ werden und verschwindet dann komplett gefaltet in unserer rechten Sitztruhe:

     Matratze im Wohnwagen in der Sitztruhe verstaut
     2x gefaltet, fast wie ein Tischtuch. Die Matratze verschwindet tagsüber komplett im Sitzkasten. :-)

Die Matratze war übrigens nicht teuer!
Nur 129,- € hat das Spitzenmodell mit den Maßen 140 x 200 und 5cm Dicke beim Obelink gekostet.
Ob längs oder quer ausgefaltet, passt diese nun optimal auf die mit den Sitzpolstern ausgelegte Liegefläche.
Eine weitere Größe mit 75 x 200 ist natürlich auch verfügbar, auch gibt es eine weitere Ausführung mit  140 x 200 und einer Dicke von 3cm.
Diese kosten dann 69,- bzw 99,- € (Preisstand Sommer 2011), allerdings finden wir die 5cm ganz genau passend als Kompromiss und Mittelding zwischen Faltfähigkeit und Schlafkomfort. Daher sind wir froh, dass wir uns gleich beim ersten Kauf direkt für diese Größe entschieden haben.

     Matratzendicke mit 5cm
     Hier mal ein Detailbild der Dicke der ausgelegten Matratze. 5cm sind genau richtig.

Bezugsquellen für diese Camping- Matratze:
Wie schon beschrieben, haben wir die Matratze beim vielleicht größten Campingausrüster Europas gekauft.
Gleich in mehreren Hallen und teilweise sogar auf mehreren Ebenen findet der reisewillige Camper dort ALLES, was die Branche derzeit zu bieten hat! Eben auch besagte Caravan- Matratzen.
Regelmäßig zieht es uns meist zu Saisonbeginn nach Winterswijk in der Nähe der Deutsch-Niederländischen Grenze bei Bocholt zum Obelink Megastore, um die neuesten Trends und Produkte zu bestaunen und natürlich auch, um ordentlich einzukaufen. Wer den Laden nicht kennt kann sich z.B. unseren Besuchsbericht mit Bildern des Saisonstarts 2010 anschauen.
Die Matratzen liegen dort übrigens (Stand 06-2012) in Halle 6.0, Reihe 7...

Tja, nicht jeder kann mal eben zum Obelink rüberfahren und sich dort mit Matratzen eindecken.
Leider führen die allermeisten dt. Campingausrüster nur ein deutlich geringeres Angebot und haben, wenn sie überhaupt Matratzen vorrätig haben, fast immer nur absolut hochpreisige Matratzen mit "geketteltem Taschenfederkern aus rostfreiem Edelstahl" oder so ähnlich ;-)
Daher haben wir auch mal im Internet geschaut, was man sich so nach Hause liefern lassen kann und fanden bei amazon zwei, drei mögliche Alternativen:

 
Matratzenauflage für eine Person
Ideal für eine Einzelperson, die auf einer umgebauten Sitzgruppe im Wohnmobil oder Wohnwagen schlafen muss! Mit 90x200x5cm ist sie bestmöglich zu verstauen.

Matratzenauflage für 2 Personen
Die gleiche Matratze, aber jetzt in 140x200x5cm. Eine solche haben wir im Einsatz und finden sie für das Aufwerten eines Doppelbetts im Wohnwagen nahezu perfekt!

Luxusausführung für zwei!
Wem 5cm Dicke nicht reichen, kann auf einen Topper mit sogar 7cm ausweichen! So etwas verbessert prima den Schlafkomfort in einem Alkoven- Wohnmobil

 

Ansonsten bleibt wirklich nur, einmal einen Großeinkaufstag in Holland zu planen, einige Campingplätze rund um Winterswijk bieten sich auch für eine Zwischenübernachtung an und erlauben so ein verlängertes Wochenende mit allen Schikanen rund um den größten Campingausrüster in Europa zu unternehmen.

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So! Wir hoffen, euch hat unser kleiner Artikel und unsere Bilder zur Vorstellung unsers „Bettchens“ gefallen.
Wir sind jedenfalls sehr zufrieden, dass wir mit geringem finanziellen wie auch geringem technischen Einsatz unseren Schlafkomfort entscheidend verbessert haben.
Und nach etwas über einem Jahr Campen und Schlafen im Wohnwagen können wir sagen, dass wir nach vielen Nächten noch immer sehr zufrieden mit unserer Lösung sind.

Wer gleiche oder andere Erfahrungen gemacht hat, oder selbst ebenfalls eine pfiffige Idee zur Verbesserung des Schlafkomforts mit geringem Aufwand hat, darf uns und unseren Leserinnen und Lesern gerne etwas ins Gästebuch schreiben.
Wir lesen dies auch bestimmt, wenn wir nicht gerade im Wohnwagen auf unserer komfortablen Matratze eingeschlafen sind ;-)

     erholsam schlafen im Wohnwagen
     Ah, wie wunderbar! Endlich kann man im Wohnwagen erholsam schlafen. ;-)

 

 
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