Ein unglaubliches dauersonnores Brummen schleicht sich seit geraumer Zeit ins Bewusstsein. Es fühlt sich im Halbschlaf an, als würde unser Wohnmobil im Bauch einer rumpelnden Antonov AN-225 irgendwo über dem Ural befinden!

OK, der Flughafen von Friedrichshafen ist hier in der Nähe, aber das ist auch nur FAST das Geräusch startender oder landender Flugzeuge, denn deren Geräuschkulisse würde nur kurz über uns erklingen und dann ja auch wieder verstummen!
Dies hier ist schlimmer! Entweder haben die da am Flughafen ein Flugzeug aus dem Hangar geschoben und prüfen die Motoren, oder das sind Motoren eines Flugzeugmotorenwerks ohne zugehöriges Flugzeug.
Jedenfalls ist es echt ätzend, weil es ist laut und dröhnend.
Ich drehe mich ein paar Mal hin und her aber es nützt nichts, der Lärm ist der beste Wecker, den man sich vorstellen kann.

Anja krabbelt über mich drüber und kraxelt dann nach unten aus dem Alkoven.
Passt mir perfekt, ich schnappe mir ihr Kissen und haue es mir über den Kopf.
Die daraus resultierende Lärmschutzwirkung tendiert zwar gegen Null, aber wenigstens kann ich die Beigeräusche dadurch ausblenden.
Ich drehe mich weg und falle tatsächlich in einen durch Dröhnen beschwerten Halbschlaf.

Anja dagegen scheint gar nicht mehr müde zu sein, sie startet locker und beschwingt in den Tag, reißt die Tür vom Wohnmobil auf und begrüßt gegen halb 10 den sonnigen Morgen.
Draußen gibt’s dann einen weiteren Pluspunkt für das Organisationsteam der Hymer AG zu sammeln, denn schräg gegenüber hat ein mobiler Bäcker sein Lager aufgeschlagen und versorgt uns und unsere Mitcamper mit frischem Backwerk.
Perfekt, unser Frühstück ist damit auch gesichert.

Auch entdeckt Anja die Ursache für meine Schlafstörung: Meine erste Vermutung mit den dröhnenden Flugzeugmotoren des nahe liegenden Flughafens war gar nicht so schlecht, es handelt sich um mindestens zwei Zeppeline.
Einer davon startet und landet im Takt, ein weiterer steht mit laufendem Motor auf dem Taxiway, dann hebt auch er ab.
Das ist also die Ursache!
Es sind Zeppeline. Hab noch nie einen in echt in Betrieb gesehen, klingt zwar spannend, ist im Moment aber leider eher nervig. ICH WILL DOCH NUR SCHLAFEN!
Anja hingegen stört (mal wieder) das Todesgebrumme nicht im Geringsten. Sie findet die Technik eines Zeppelins faszinierend und freut sich über die Abwechslung am sonst so tristen Flugzeughimmel… Eine Lebefrau, wie sie im Buche steht 😉

         
Morgens kommt der Brötchenwagen…                                 etwas später: Gleich nebenan landen die Zeppeline…

Anja hat derweil den Frühstückstisch gedeckt und schmeißt mich freundlich aber bestimmt aus dem Alkoven. Damit ist an Schlaf definitiv nicht mehr zu denken.
Männer kennen das Problem: Alle Arten von Geräuschen lassen sich irgendwie immer entweder gekonnt ausblenden oder erfolgreich unterbinden.
Aber wenn die Frau verlangt, dass man den kuscheligen Alkoven verlassen muss, dann muss man leider aufstehen… 😉

Gut, so schlimm ist es auch nicht, die Uhr zeigt ja auch schon halb 11, das Camperleben um uns herum ist bereits im vollem Gange.
Viele Besatzungen frühstücken draußen. Das Wetter ist aber auch wirklich traumhaft dafür.

Die Geräuschkulisse ist nach wie vor nahe dem Unerträglichen. Wenn man den ganzen Morgen die Zeppeline im Kopf hat, dann wird das Gebrumme und Gedröhn irgendwann zum Kopfschmerzkandidaten.
Aber so negativ das auch ist, so kann man doch versuchen dem noch etwas positives abzugewinnen:
Denn über den Ausblick können wir uns wirklich nicht beklagen. Die einfliegenden Zeppeline sind wirklich ein ganz besonderes Schauspiel. Wie erhaben und majestätisch diese im Sinkflug auf den Flughafen ansetzen, nicht schlecht…
Viele haben ihre Videokamera oder Digicam am Start und bannen diverse Start- und Landevorgänge auf die jeweiligen Speichermedien.

         
und während wir unser Frühstück vorbereiten…                 …landet gleich der nächste ***DRÖHN****

Nach dem Frühstück kümmert sich Anja um den Abwasch.
Ich habe es nur geschafft mich erfolgreich davor zu drücken, indem ich versprochen habe die Fahrräder für einen heutigen Tagesausflug startklar zu machen.

Wir haben uns für unser Tagesprogramm in etwa den folgenden „Fahrplan“ überlegt:

  1. Tagsüber (auf jeden Fall über die warme Mittagszeit!) die verschiedenen Ausstellungen der Messe Friedrichshafen besuchen. Die Hallen sind gut klimatisiert und gestatten uns tagsüber somit einen entspannten Informationsbesuch rund um die Firma Hymer und ihre Partner.
  1. Wenn es gegen späten Nachmittag etwas kühler geworden ist, wollen wir mit den Fahrrädern einen Supermarkt suchen und unsere Vorräte auffrischen. Weiterhin möchten wir gern die Stadt Friedrichshafen besuchen. Laut unserem Navi sind es etwa 6 Kilometer, das sollte mit dem Fahrrad doch kein Problem sein.

Die Fahrräder sind fix startklar gemacht, allerdings habe ich mit meinem Fahrrad ein kleines Problem.
Da wir nicht sicher waren, ob wir auf dem messeeigenen Stellplatz bleiben (hing von Strom- aber insbesondere von den Möglichkeiten Dusche / Bad ab, wir haben ja keine Dusche im Womo und das bei der Hitze…), haben wir uns einige mögliche Alternativen in der näheren Umgebung ausgeguckt.
Um dann von den möglichen Campingplätzen zum nächsten Bahnhof oder direkt zur Messe fahren zu können (ja nach Entfernung) haben wir die Fahrräder mitgenommen.
Da besonders ich mit dem Abstellen von Fahrrädern an Bahnhöfen schon so einige negative Erfahrungen gemacht habe (abends waren plötzlich 2 Fahrräder da 😉 haben wir uns entschieden unsere alten Fahrräder mitzunehmen.

Bei meinem Fahrrad habe ich nun ein kleines Problem, denn wer den Reisebericht Dänemark 2007 gelesen hat der weiß, dass der Hinterreifen leider mit einem Autoventil ausgerüstet ist.
Nun ist das allein nicht so schlimm, aber der Reifen ist platt und ich habe im Moment keine Idee, wie ich in den Reifen Luft bekommen soll.
Etwas Bastelgeschick mit unserer Luftpumpe und ca. 30 Minuten in der Sonne und einem roten Kopf später habe ich es dann doch geschafft so viel Luft in den Reifen zu pumpen, dass wir auf jeden Fall zur nächsten Tankstelle damit kommen werden, um dort den Reifen vollends aufpumpen zu können.

Zurück zu unserem Tagesprogramm:
Nachdem ich mir die Kampfspuren bestehend aus Kettenfett und schwarzem Staub im Rahmen einer erfrischenden Dusche von meinem Körper gewaschen habe, machen wir uns „messefein“ und begeben uns gegen viertel vor 1 (es ist mittlerweile sehr warm geworden, ich freue mich auf eine kühle klimatisierte Messehalle!) nun zur Ausstellung 50 Jahre Hymer.

Ach ja, vorhin ist das THW durch die Reihen gezogen und hat mit einem mobilen Fahrzeug abwechselnd Abwasser eingesammelt oder Frischwasser aus einem riesigen Schlauch (so eine Art Sack) ausgeteilt.
Ein weiteres Plus für das Organisationstalent der Hymer AG. Da war ich echt überrascht. Scheinbar hat man an alles gedacht!

         
Die Frischwasserversoprgung rückt an…                             „Wer will nochmal, wer hat noch nicht???“ 😉

Schon beim Betreten des Messegeländes empfängt uns angenehme Kühle.
Ahh, das tut gut!
Wir sind beide sehr interessiert und freuen uns auf die Ausstellung, die die Hymer AG zu ihrem 50- jährigen Geburtstag ins Leben gerufen hat.
Natürlich liegt es somit nah die Ausstellung mit einem historischen Überblick über die ersten Fahrzeuge von Hymer und Eriba zu beginnen und so machen wir uns gleich auf in Halle A 3, wo einige historische Fahrzeuge aus den Anfängen des Hymer / Eriba- Konzerns zu finden sind.
Aber auch ein Flugzeug (sicherlich eine Dornier) ist ausgestellt, damit wird wohl auf die Vorgeschichte Stellung genommen, die Erwin Hymer gestern Abend ebenfalls kurz angeschnitten hat.
Bei einigen Fahrzeugen der älteren Geschichte müssen wir dann doch schmunzeln.
Würde man diese Fahrzeuge nun draußen neben unseren Wohni stellen (unser Wohnmobil ist ja von 1984), dann würde man kaum denken, dass eines der Fahrzeuge dort nicht hingehört… 😉
Sehr gut finden wir auch die einzelnen Info- Tafeln, die vor jedem Fahrzeug ausgestellt sind. Sie informieren über damalige Ausstattung, techn. Infomationen und vor allem auch über den Preis.

         
Beginnen wir mit der Ausstellung 50 Jahre Hymer              Classic meets Entertainment: alter Wowa mit LCD-TV

         
Camping im alten Jahrtausend…                                        Ein Hymer Mobil 520 D (mit 60 PS)

         
Hier von vorn, Neupreis 1975: 29.810,- DM                und die Luxusklasse: Hymer 660, 60PS, 90km/h, 44.510,- DM

         
gestern Abend gelernt: Dornier Flugzeugbau mit Hymer      Und der Alpha- Jet

Nach einem kleinen Streifzug durch die Geschichte widmen wir uns den aktuellen Verkaufsmodellen.
Das hat auf der Messe in Düsseldorf schon Spass gemacht und ist auch hier eine nette Abwechslung.
Man muss nur aufpassen, dass man sich nicht zu sehr in eines der Fahrzeuge verguckt, der Luxus im Inneren (tolle Polster, frische Möbel, geräumige Dusch- und Badezimmer, französische Betten im Heck, etc) verleitet uns jedenfalls sofort dazu mögliche Wunschfahrzeuge mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Zum Glück hilft bei allem Träumen auf so ein schönes Fahrzeug ein kurzer Blick auf das diskret am Eingang positionierte Preisschild. Und schon ist man wieder auf den Boden der Tatsachen zurück gekehrt.  😉

         
Weiter gehts…!                                                                   zu den schicken Neufahrzeugen

         
LowCostDriver meets… Hymer B 654 CL:                            Man ahnt es bereits…: der könnte auch mir gefallen! 😉

Ach ja, was mir auch gut gefallen hat war die Sitzprobe in den neuen Fahrzeugen. Ganz besonders in den vollintegrierten Wohnmobilen.
Man sitzt hier wirklich wie ein König der Landstraße, wie in einem Raumschiff, wie in einem Urlaubsgleiter.
Das muss man Hymer lassen, wie man ein Reisemobil von innen luxuriös und trotzdem nicht abgehoben wirken lässt, das hat man in Bad Waldsee drauf!

Für mich persönlich interessant ist auch der direkte Fahrzeugvergleich der aktuellen Baureihen Fiat Ducato und Ford Transit.
Wir haben ja schon einen Ducato, was aber nicht heißt, dass es dabei bleiben muss.
Würden wir uns jedoch für ein neues Modell entscheiden, würde die Wahl wohl wieder auf den guten alten Fiat fallen.
Warum?
Nun, ich habe in verschiedenen Modellen drin gesessen. Nicht nur im Wechsel Integriert oder Alkoven, sondern eben auch im Bordcockpit Ford oder Fiat.
Was mich bei Ford dabei unheimlich stört ist die Tatsache, dass ich mit meinem Knie an der Box der Gangschaltung „hängen“ bleibe.
Egal wie ich den Sitz auch verschiebe, egal wie ich meine Beine ausrichte, ich komme mit dem rechten Bein oder dem rechten Knie immer irgendwie an die Schaltkonsole.
Wie kann das sein?
Ich meine setzt sich denn bei Ford niemand mal in den Fahrersitz?
Also bei Fiat habe ich das Problem jedenfalls nicht und allein schon aus diesem Grund wird ein Basisfahrzeug Ford für uns wohl eher flach fallen. So eingeengt mehrere hundert Kilometer abspulen wäre eine echte Qual.

         
Sitzen im Ford Transit: Mein Knie stößt an die Schaltkonsole    Sitzen im Fiat Ducato: Mein Bein hat alle Freiheiten 🙂

Aber auch die verschiedenen Inneneinrichtungen lassen uns schon heute vom möglichen Luxus träumen, den wir uns in 15 – 20 Jahren vielleicht mal leisten können.
Denn der 50.000,- € – Hymer von heute ist vielleicht ein mögliches Zielmobil im Jahre 2026, vorausgesetzt Diesel bleibt dann bezahlbar oder es gibt eine vertretbare und finanzielle Alternative hierzu.

         
WOW! Was für ein Platz zum kuscheln und schlummern     Edles Holz und weißer Stoff: Passt super!

Stichwort Diesel! Das hat mir übrigens ein wenig gefehlt!
Kaum bis kein alternatives Antriebskonzept wurde gezeigt. Keine Brennstoffzellenumsetzung für ein Wohnmobil, keine Impulse zum Thema Umweltschutz oder Angaben zum Thema Feinstaub und Rußpartikel.
OK, vielleicht haben wir diese Dinge auch nicht so recht wahrgenommen, aber auch bei Hymer muss man sich doch auch Gedanken machen, wie das wohnmobile Reisen in 20 Jahren noch bezahlbar sein soll, oder nicht?
Heute kostet Diesel 1,50 € und morgen?
Was nützt mir ein tolles Hymermobil, wenn ich die Tankfüllung nicht bezahlen kann?
Aus dieser Sicht habe ich wie gesagt den einen oder anderen Impuls vermisst, wie man sich den Herausforderungen der Zukunft stellen möchte.

Aber zurück zu unseren Fahrzeugeindrücken:
Gefallen könnte uns so ein Hymer schon. Die Fahrzeuge sehen gut aus, haben allen erdenklichen Luxus an Bord und sind darüber hinaus auch eine mögliche Wertanlage.
Ich erinnere mich noch an unsere Wohnmobilsuche im letzten Jahr, bei den in Frage kommenden Fahrzeugen war kein Hymer dabei.
Sicherlich haben wir Hymer- Fahrzeuge in unserer Alterklasse gesehen (also auf Basis eines Ducato 280 / 290, wie zum Beispiel ein Hymer Camp 55, der mir gut gefallen hätte), allerdings waren diese allesamt nicht in unserer Preisklasse bis 5.000,- € zu bekommen.
Eines haben wir damals, aber auch in heutigen Gesprächen (z.B. im Wohnmobilforum) gelernt, Hymer gehört zu den wertbeständigsten Fahrzeugen im Reisemobilsektor.
Einen möglichen Grund dafür versuche ich natürlich auch hier zu erfahren.

Anja hat jedoch ganz andere Ideen im Kopf und erfreut sich an funktionalen Küchen, geräumigen Badezimmern, großen Heckbetten und gemütlichen Sitzgruppen.
Auch als Stewardess würde meine liebe Maus hier eine gute Figur machen, was bei uns in den LowCostAirlines funktioniert, das dürfte hier in der „Superior- Klasse“ auch ohne Probleme möglich sein 😉

         
Der nächste Hymer von innen: Gemütlich…                        Unsere Stewardess fühlt sich hier ebenfalls wohl

Auch die Wohnwagen schauen wir uns näher an. Zwar stellt ein Wohnwagen im Moment für uns keine Alternative dar, aber wenn wir mal Kinder haben und wir uns ein Wohnmobil nicht mehr leisten können, dann wird der kostengünstigere Wohnwagen eine mögliche Option.
Schnuckelig ist hier der Hymer Eriba Retro- Puck.
Man kommt rein in den Wowa, hat eine kleine Küche und eine Sitzecke.
Nach oben hat man ein Aufstelldach und ein Vorzelt draußen schafft etwas zusätzlichen Raum.
Aber nachdem wir in der quitschbequemen Sitzecke Platz genommen haben fällt uns auf, dass der kleine Knuffelwohnwagen ja gar kein Badezimmer hat 😮
Wenn man ein Badezimmer haben möchte, dann kann man aber auch das gleiche Modell etwas länger wählen, dann ist auch ein Badezimmer dabei.

         
Und hier der Retro- Wohnwagen: Hymer Eriba Puck 120 GT mit Blick von der kleinen Sitzecke in die Bordküche

Nach dem ausführlichen Besuch der Fahrzeugausstellung (wie Hr. Hymer gestern Abend schon beschrieben hat, man wähnte sich fast auf dem Caravan- Salon in Düsseldorf) schauen wir uns ein wenig bei den Partnerausstellern um.

Als erstes sei hier Fressnapf mit einem kleinen Stand auf dem Außengelände lobend erwähnt, denn nach einem schnellen Dreh am Glückrad haben wir das Katzenfutter für das Wochenende erspielt.
Super, danke!

         
Fressnapf- Stand mit Glücksrad…                                        …und einem Hindernisparcours für Hunde

Ja und dann schauen wir uns in der Halle der Zubehör- und Reiseaussteller um, vorher machen wir aber noch einen Schwenk in das Messe- Foyer und decken uns dort mit kostenlosem Trinkwasser vom Hymer- Info- Stand ein.
Einen Anhänger gibt es dazu, daran kann man die Flasche befestigen und muss diese nicht tragen.

Auch in der Zubehörhalle B 1 hat man das Gefühl nicht auf einer „Geburtstagsfeier“ unterwegs zu sein, sondern statt dessen eine richtige Camping- und Caravanmesse zu besuchen.
Als erstes fällt uns dabei ein kleiner Fiat 500 ins Auge (also das neue Modell), der von der Optik her sicherlich perfekt den kleinen Retro- Puck von vorhin ziehen könnte.
Ein wirklich perfektes Gespann.
Und der Fiat gefällt! Ein Raumgefühl in der kleinen Knutschkiste, wahnsinn!
Ich sitze trotz meiner Größe von 190cm und einer gewissen Körperfülle sehr bequem und fühle mich in diesem Auto richtig wohl.
Anja macht ein paar Bilder von mir und dann nimmt sie auch in dem kleinen Wägelchen Platz.

         
Rüber in die Ausstellerhalle                                                und gleich rein in den schnuckeligen Fiat 500  🙂

         
der würde mir auch gut stehen…                                        gleich nebenan: ein „nackter“ Ducato

         
Weiter geht es durch die Hallen…                                      gibt viel zu gucken und zu kaufen

         
lokal: Die Zeppeline vom Bodensee                                    ja und dann noch die Urlaubsecke…

         
viele Regionen und Gegenden stellen aus                        oder auch potentielle Campingplätze direkt

Wir besuchen dann die verschiedensten Aussteller.
Darunter sind die Hersteller der Basisfahrzeuge Fiat, Ford und Mercedes, aber auch Campingplätze, Reiseregionen, Tourismusämter und Reiseveranstalter.
Dabei decken wir uns mit Prospekten, Flyern, Info- Heftchen und so machen Rabattgutschein für mögliche Übernachtungen in künftigen Urlaubsregionen ein.
Auch am Movera- Zubehörshop kommen wir vorbei und dann fällt uns wieder unser Welcome- Package von gestern ein!
Da war ein Gutschein für eine kostenlose Probepackung für einige ausgewählte Produkte für Tankreinigung, Außenhautreinigung, Frischwasseraufbereitung und Co. dabei.
Und den Gutschein haben wir nun vergessen, so was blödes.

Da wir im Moment die Hände sowieso mit allen möglichen Tüten und Taschen voll bepackt haben, macht ein kurzer Abstecher zurück ins Wohnmobil durchaus Sinn.
Sachen abladen, Gutschein abholen, kurz frisch machen und dann wieder rein ins Getümmel!

Kaum haben wir gegen halb 2 die Halle verlassen empfängt uns eine drückende Schwüle.
An unseren Plan eine Radtour nach Friedrichshafen zu unternehmen ist im Moment noch nicht mal annähernd zu denken.
Am Hymer- Info- Stand versorgen wir uns noch mit einer weiteren Flasche kostenlosem Wasser und spazieren dann zurück zu unserem Wohnmobil.

Die zweite Besuchsrunde beginnen wir mit einem Blick auf die aufgebaute Teststrecke für das Fahrsicherheitstraining.
Hier hat man (nach Angabe seiner persönlichen Daten, ich schätze mal aus versicherunsgtechn. Gründen) die Möglichkeit an mehreren Fahrzeugtests teilzunehmen.
Unter anderem wird das Einparken mit einem Wohnwagen angeboten oder auch ein Fahrtest mit einem Vollintegrierten ist möglich.
Und dann gibt es noch einen Bremstest auf nasser Gleitfläche mit einem Alkovenmobil von Hymer.
Mit Abstand bin ich darauf mal am meisten scharf.
Aber leider darf man nicht selbst fahren, man darf bei dem Schleudertest nur auf dem Beifahrersitz platz nehmen.
Schade! 🙁
Ich hätte den Test auch nicht mit dem (sicherlich teuren) Wohnmobil von Hymer machen müssen, ich wäre auch mit unserem Womo drüber gefahren, aber auch das scheint nicht möglich zu sein.
Also beschränken wir uns nur aufs zuschauen und staunen.

         
Mit dem Womo auf die Gleitfläche: leider darf man nicht selber fahren, aber zugucken ist ja auch mal ganz nett

Ja und dann ruft natürlich irgendwann der Hunger!
Im Freigelände der Friedsrichshafener Messer findet sich ein Grillstand und eine Kuchentheke.
Am Grill kaufen wir gegen 15 Uhr mit unseren Wertchips aus dem „Welcome-Package“ eine Bratwurst mit Brötchen für mich und eine Currywurst für Anja.
Die Wurst schmeckt sehr lecker, auch wenn die einfache Bratwurst mit einem Gegenwert von 3,- € etwas schwerer im Magen liegt.
Aber ok, das sind nun mal Messepreise, alles kann ja schlecht umsonst sein.
Und die Bratwurst soll ja auch nur den kleinen Hunger stillen, heute Abend gibt es ja wieder leckeres Buffet! 🙂

    
Mittagessen!    Links hab ich schon abgebissen 😉

Nachdem wir uns die leckere Wurst reingeschoben haben geht es wieder zurück in die Halle der Partneraussteller, wir wollen ja nun noch unser Probepaket von Dr. Keddo (große Flasche Schleimpur und Mikrosept und noch einige andere Artikel) im Movera- Zubehörshop absolut kostenlos abholen.
Und vom Umfang des Gratis-Paketes sind wir mal richtig begeistert!
Da ist weit mehr in dem großen Paket, als nur ein paar einfache Pröbchen.
Wir freuen uns besonders über den Tankreiniger und das Wasseraufbereitungsmittel.
Das werden wir sicherlich bei einer der nächsten Touren mal etwas genauer ausprobieren.

Auch schauen wir uns weiter im Movera- Zubehörshop um und machen beim Gewinnspiel mit.
Mit etwas Glück gewinnen wir vielleicht was tolles???

         
Rüber zum Movera- Shop:                                                  Unser Gastgeschenk und alles gratis! Supi!

         
Es gab aber auch viele Angebote…                                     zum Beispiel den Hymer für zuhause…  😉

         
Das Hymer Buch                                                                Daumen drüclem!!! Wir machen beim Gewinnspiel mit!

Gegen viertel vor 5 haben wir uns an allen Ausstellungen satt gesehen und kehren nun erstmal zum Wohnmobil zurück.
Ein wenig hat es sich ja schon abgekühlt, wir wollten ja heute noch eine Fahrradtour nach Friedrichshafen unternehmen.
Dafür haben wir nun etwa 3 Stunden Zeit, denn spätestens gegen 8 wollen wir ja für das Buffet wieder zurück sein.
Wenn wir jetzt nicht los kommen, dann wird es nichts mehr. Wir ruhen uns noch ein wenig aus, dann schließe ich die Fahrräder auf und mache alles startklar. Aufgepasst Friedrichshafen, wir kommen! 😉

         
So, jetzt gehts mit dem Rad nach Friedrichshafen               Ach ja, das THW schaut übrigens auch wieder vorbei

         
Los gehts! 🙂                                                                      Das Wetter ist aber auch super für eine Radtour

Vom Messeplatz aus erreichen wir über ein gut ausgebautes Radwegenetz am Flughafen und am Zeppelinhangar vorbei nach etwa 20 Minuten entspanntem Radeln die Innenstadt von Friedrichshafen.

Als erstes fällt uns die „Grenze“ zur Schweiz ins Auge, um hier in den abgesperrten Hafenbereich gehen zu können, müssten wir an einer Zollkontrolle vorbei.
Ja, der Bodensee mit seinen drei Anrainerstaaten Deutschland, Österreich und Schweiz ist schon etwas ganz besonderes.
Wir sind froh, dass wir durch Zufall und etwas Glück die Hymer- Karten bekommen haben, denn sonst hätten wir „einfach so“ den Bodensee wohl eher weniger als mögliches Urlaubsziel eingeplant.
Aber so ist´s perfekt, wir parken kostenlos, haben alle Versorgungsmöglichkeiten, Duschen und (fast) frei futtern und können nun als Sahnehäubchen obendrauf auch noch den wunderschönen Bodensee erkunden.

               
Wir sind da: Friedrichshafen                   Hier die Zollabfertigung mit „Grenze“       ganz dahinten kommt die „Schweiz“

Zu Fuß geht es nun in die Stadt, nachdem wir in Höhe des Hafenbahnhofs gegenüber vom Marktkauf die Räder angebunden haben.
Als erstes freuen wir uns mal über ein leckeres Eis an der See-Promenade in der Nähe des Zeppelin-Museums, dann spazieren wir in der Sonne das Eis genießend am See-Ufer des Bodensees entlang.
Die Promenade wird durch viele kleine Straßencafes, Bistros und Shops gesäumt, ausgiebiges bummeln und flanieren ist hier kein Problem und macht richtig Spass.
Ein ganz klein wenig schwappt in Friedrichshafen schon der „Dolce-Vita“ über den Bodensee.
OK, man muss natürlich ein wenig mit Phantasie nachhelfen, denn streng genommen sind die Alpen ja „Schweizerisch“ oder bestenfalls die Bergspitzen Österreichs, aber nur wenige Fahrstunden später lockt schon das süsse italienische Leben…

         
So, jetzt gehen wir spazieren                                              durch die Fussgängerzone

         
aber erstmal ein leckeres Eis!  🙂                                       und dann immer an der Promenade entlang

         
Die MS Austria legt gerade ab                                             Tschüß, gute Reise

Der an der Hafeneinfahrt aufgebaute Moleturm (Molenturm?) wird unser erstes Besuchsziel.
Über eine Halbwendeltreppe gelangt man über mehrere Etagen auf eine Aussichtsplattform, von der man einerseits einen perfekten Ausblick auf Friedrichshafen bekommt, aber auch den Blick in die Ferne (und doch so nahe) Schweiz schweifen lassen kann.
Der Aufstieg ist allerdings bei der Hitze etwas beschwerlich, aber das geht schon.
Obwohl streng genommen ist es gar nicht soo heißt, viel mehr nervt nur die hohe Luftfeuchtigkeit.

Interessant wird es spätestens so etwa ab der dritten Plattform für Leute mit Höhenangst, denn beim Erklimmen der Wendeln kann man prima am Metall vorbei in die Tiefe blicken. Nicht schlecht…

Die Berge im Hintergrund der Schweiz bilden da ein traumhaftes Panorama und erinnern uns beide erneut an unsere Tour im März nach Italien, wo wir ja auch durch die Schweiz gefahren sind.
So schließt sich der Kreis…
Genau hier an dieser Stelle festigen wir auch den Plan noch in diesem Jahr (vielleicht im frühen Herbst?) erneut den Sprung über die Alpen nach Italien zu wagen, denn immerhin haben wir noch immer eine Jahresvignette für die schweizer Autobahn an der Scheibe kleben.

     Der Moldenturm in Friedrichshafen
Der Molenturm: 9 Etagen rauf, bei der Hitze etwas außer Puste aber dafür mit einem Ausblick belohnt

Panoramabild von Friedrichshafen vom Molenturm aus
Panoramabild der Promenade von Friedrichshafen vom Molenturm aus

         
Blick in Richtung Schweiz                                                   Blick steil nach unten, da muss man schon schwindelfrei sein

Nachdem wir uns an der Aussicht und dem Panorama satt gesehen haben, kraxeln wir den Abenteuerturm wieder herunter und spazieren dann weiter auf der Promenade entlang.
Dabei entdecken wir ein italienisches Restaurant und schon ist wieder mein Ehrgeiz geweckt.
In Italien hatten wir ja zur Ermittlung der Preisentwicklung und zur Einschätzung ob ein Angebot teuer oder günstig ist den so genannten „Pizza-Margherita-Index“ gegründet.
Dieser ist ein Vergleichswert aller Pizzen der Sorte Margherita. Ich habs im Moment leider nicht im Kopf, aber ich glaub 4,50 € war der beste Wert in Italien.
Hier kostet die Pizza Margherita 6,60 €, in Italien wäre dieses Restaurant (stellvertretend für einige weitere in Friedrichshafen) somit durchgefallen.
Aber wir sind ja nicht zum Pizza-Essen hier, wir bekommen ja in ein paar Stunden leckeres Buffet serviert. 🙂

               
80 % Luftfeuchte, bäh…                                      Preisindex: Was kostet Essen gehen in Friedrichshafen?

          
Weiter auf der Promenade entlang…                                 …ui fein, da kann man Bötchen fahren…

Von der Promenade aus kommen wir auch an einem Bootsverleih vorbei.
Das wäre auch eine tolle Sache!
Schön mit dem Elektro- oder Motorboot über den Bodensee schippern, das hätte schon was.
Aber die ausgerufenen Preise lassen den Traum einer Bootsfahrt schnell zerplatzen.
So kostet eine halbe Stunde mit einem führerscheinfreien Motorboot sage und schreibe 20,- €.
Hallo? Ist da so was wie ein Kerosin-Aufschlag wie bei den Airlines berücksichtigt?
Auch ein Boot mit Elektromotor kostet noch immer 14,- € für eine halbe Stunde…
Vom Bootsverleih spazieren wir in Richtung Marktplatz und treffen dort auf den wirklich ansehnlichen Rumpf-Brunnen, dem vielleicht schönsten Brunnen in Friedrichshafen, immerhin schmückt der Brunnen auch diverse Postkarten.

Der Brunnen ist zum Teil bekletterbar und es wäre wohl ein Frevel hiervon keinen Gebrauch zu machen, auch wenn es idiotisch ausschaut… 😉

         
Rechts schwenk Marsch! Zurück in die Innenstadt              weg von der Promenade, rein in die Fussgängerzone

         
ein wenig bummeln…                                                          …nanu, was ist denn das? Ein Brunnen?

         
Juchu!!! Vorwärts mein *äh* Sternenstürmer?                     Auch Anja probiert den Ritt auf dem Chokobo…

         
Da lachen sogar die Mäuse über uns 😉                             weiter geht´s, wir brauchen noch Postkarten!

Auf dem Weg zurück in die Stadt besorgen wir uns die obligatorischen Postkarten.
Nur Briefmarken bekommen wir im Laden leider nicht.
Das ist ein Thema, was bei uns Deutschen mal wieder kaum funktioniert.
Postkarten ja, Briefmarken nein.
Was soll der Unsinn? Ich meine in jedem Kaff von Frankreich über Schottland bis Italien bekomme ich in dem Laden, wo ich meine Postkarten kaufe, auch meine Briefmarken. Bekomme ich die Marken nicht, kaufe ich auch keine Karten, so einfach ist das. Aber warum klappt das bei uns in Deutschland nicht? Warum muss ich mir immer eine Post suchen, um ein paar Briefmarken zu kaufen? Deutsche Bürokratie? Der Rest des Beamtentums der Post?
Wir werden es wohl nie erfahren, aber so bleibt man wenigstens in Bewegung… 😉

An einigen Postkartenständern steht es sogar bereits angeschrieben: „Keine Briefmarken, no stamps“.
Und nun?
Na gut, gucken wir morgen nach Briefmarken und machen uns nun langsam wieder auf den Weg zurück zur Messe, es ist ja auch schon 6, in gut einer Stunde gibt es sicherlich schon Essen!
Und frisch machen müssen wir uns ja auch noch.
Für den aktuellen Durst kaufen wir noch fix im Marktkauf etwas zu trinken, sowie einige Dinge für das morgige Frühstück (Milch, Marmelade, etc) und bekommen dann sogar noch einen Grund uns zu ärgern.
Denn der Marktkauf hat auch Postkarten im Angebot, die kosten hier nur 0,20 € und nicht 0,35 € was wie bezahlt haben.
Gut, sind nur 15 cent, aber bei 10 Postkarten war das wieder ein Liter Diesel…
Soweit hat uns die aktuelle Spritpreisproblematik schon, wir rechnen nicht mehr in Euro, wir rechnen in Diesel-Liter 😉

Auf dem Weg zurück zur Messe finden wir an der Ortsausfahrt ganz unvermittelt ein Schild mit dem Hinweis auf die Post.
Also folgen wir den Schildern und stehen erneut am Ende der Fußgängerzone.
Eine freundliche alte Dame gibt uns Auskunft, dass wir die Eckenerstraße einfach nur immer geradeaus durchfahren müssen, um am Bahnhofsplatz und am Bahnhof Friedrichshafen (Friedrichshafen Stadt) eine Post vorzufinden.
Das scheint aber noch ein kleines Stück zu sein und so sag ich zu Anja, dass sie kurz hier warten soll.
Mit Schmackes in den Beinen beschleunige ich mein Fahrrad in bester Radsportmanier (auch ohne Epo 😉 auf knappe 30 km/h und sprinte so zur Post.
Selbstverständlich ist um diese Uhrzeit die Post schon geschlossen, aber ein Automat verkauft mir für meine letzten Kleingeldreste immerhin 8 Briefmarken zu 0,45 €.
Das reicht nicht ganz für die ganze Familie und alle Freunde aber andererseits haben wir hier auch keinen Großurlaub, wo wir allen eine Karte schreiben müssen, oder?

    
Hier die Post von Friedrichshafen am DB- Bahnhof F.-Hafen Mitte

Ich sprinte zu Anja zurück und dann machen wir uns auf den Weg zurück zum Messegelände.
Unterwegs müssen wir den einen oder anderen Stop einlegen und uns mit Wasser auffüllen, aber kaum gluckert es oben rein, schwitzt es an den Poren auch wieder raus.
Die Rückfahrt ist anstregender, als die Hinreise, klarer Fall.

              
Gut ausgeschildert: Messe per Rad       Blick auf die Landebahn des Flughafens       Durst!

              
Weiter geht´s                                          Hurra, endlich das Messegelände           Wir erreichen unseren Standplatz

Gegen kurz vor halb 8 treffen wir dann wieder am Messegelände ein.
Eine ausgiebige Dusche später machen wir „ausgehfein“ und spazieren gegen halb 9 in Richtung Halle A 1, wo uns auch heute Abend ein hoffentlich leckeres Buffet erwarten wird.
Dabei muss man natürlich aufpassen! Denn die Luftfeuchte hat nach meinem Empfinden nochmals an Intensität zugelegt. Kaum geduscht kann man, wenn man sich zu viel bewegt hat und dabei schwitzt, eigentlich gleich wieder unter die Dusche stellen.
Nichts ist schlimmer, als klebrige Haut, büäh!
Und so wird der Gang zur Messehalle zum „Wer sich zu schnell bewegt hat verloren“- Abenteuer.
Klar werden wir dabei vom ein oder anderen eiligen (wohl ausgehungerten ?) Renter überholt, aber ok, wir wollen ja auch keinen Preis „1. am Buffet“ gewinnen…
Als wir in der Halle eintreffen ist das Buffet wohl gerade schon eröffnet worden, die Schlangen an den Buffetständen sind erneut recht lang, aber typisch deutsch gesittet und ordentlich in einer Reihe.

Wir besorgen uns auf dem Weg in die Halle erstmal etwas zu trinken und suchen uns dann einen Platz im vorderen rechten Drittel.
Eigentlich wollten wir zuerst draußen sitzen, denn wie gestern ist es in der Halle A 1 recht warm und schwül, leider gibt es nur sehr wenige Plätze in einem kleinen Hof, an allen Tischen wird geraucht, schade 🙁
Aber würden mit der Räucherecke noch leben, können wir keinen freien Platz bekommen, entsprechend müssen wir doch in die Halle ausweichen.

         
Blick in die Festhalle                                                           Das Buffet wartet schon, mjam!

Während die meisten Camper noch die Büffetstände stürmen, studieren wir erstmal ein wenig genauer die Speisekarte des Abends.
Das Angebot hat komplett gewechselt, nun gibt es unter anderem:

Kalt:

  1. Schwäbische Rauchfleisch- und Schinkenspezialitäten
  2. Schwäbische Hackfleischbällchen mit Sauce Barbecue
  3. gefüllte Putenbrust mit Pistazienbrät

Warm:

  1. Zarter Schweinerücken gebraten
  2. Bodenseefellchen in Rieslingsoße
  3. Reichenauer Gemüse
  4. Schwäbische Spätzle

Und wie immer eine reichliche Auswahl an Beilagen und Salat.
So ganz trifft das Buffet heute Abend nicht so recht unseren Geschmack, es ist allgemein deutlich weniger „herzhaft“ und wirkt allgemein etwas milder auf uns.

Ach ja, passend zum Essen hat man die elektronischen Klänge aus den Lautsprechern nun zu Gunsten einer quirligen Live-Band getauscht.
Der Moderator hat uns hierzu kurz zuvor erläutert, dass einige Gäste gefragt hätten, ob man denn nach dem Essen auch mal eine Runde tanzen dürfe.
Dieser Bitte ist mal offensichtlich kurzfristig nachgekommen und während wir uns noch Buffet anstellen, findet vorne vor der Bühne bereits das erste Tanzturnier statt.
Klasse!
OK, der Musikgeschmack trifft jetzt auch nicht soooo ganz unseren Musikgeschmack, aber für das vornehmlich schon etwas weis(s)ere Publikum ist wirklich eine Menge Musik dabei, man sieht es an der gefüllten Tanzfläche, die Leute haben einfach Spass!

         
Vorne auf der Bühne spielt die LIVE-Band                           Und die Leute tanzen zur Musik und hatten viel Spass

Das Essen schmeckt uns heute leider nicht ganz so gut, wie gestern.
Wir sind beide Fans einer urtypischen und lokalen gut-bürgerlichen Küche, mit den etwas gehobenen Speisen können wir weniger anfangen.
Aber das ist zum Glück Geschmackssache, satt werden wir natürlich trotzdem.
Sogar wenn wir uns die Musik jetzt schön denken würden, zum tanzen sind wir definitiv zu voll und kugelrund gefuttert.

         
Eine Riesenpfanne 😮  trotzdem leer geworden  😉            Die Reste der Pute mit Putenbrust

Erdbeernotstand!
Wenn der Abend unter einem Schlagwort stehen sollte, dann wäre es Erdbeernotstand.
Bereits gestern haben wir uns ein wenig gewundert, dass es nach dem Essen nicht irgendwas „Süsses“ zum Abschluss gegeben hat.
Heute hat man hinter den Kulissen möglicherweise auch darauf reagiert.
An einigen Ständen wurde nun nach dem Essen die ein oder andere Obstschale aufgebaut und es werden Äpfel, Birnen und vereinzelt Bananen gereicht.
Ja und dann gibt es an vielleicht 2 oder 3 Ständen auch eine Schale Erdbeeren.
Und das scheint wie der Tomatensaft in der Business Class im Flugzeug plötzlich und unvermittelt zum absoluten Renner zu werden!
Alle, wirklich alle wollen plötzlich eine Schale Erdbeeren!
Es bildet sich sehr schnell eine richtig lange Schlange an einem der uns am nächsten gelegenen Stände, man erkennt sofort, wo Erdbeeren ausgegeben werden…
Die anderen Buffet- Stände bleiben quasi verwaist zurück.

Auch wir bekommen Heißhunger auf Erdbeeren und ich mache mich auf die Suche nach einer möglichst kurzen Schlange, umrunde dabei die ganze Halle.

Während meiner Abwesenheit schaut Anja wehmütig zu einigen Gästen, die sich die Schalen mit Erdbeeren turmhoch beladen haben, aber selber an Erdbeeren kommen wir irgendwie nicht.
Aber wir sind nicht allein damit, folgender Dialog trägt sich so (oder so ähnlich 😉 direkt neben uns zu:

Sie zu ihm: „Hast du gesehen, die hatten auch Erdbeeren“
Er zu ihr: „Ja Schatz, aber ich habe doch geschaut, es gibt nirgendwo mehr Erdbeeren“
Sie zu ihm: „Das kann doch nicht sein!, von da kommen doch ganz viele mit Erdbeeren!“
Er zu ihr: „Ich habe doch überall geschaut, da waren keine Erdbeeren mehr…“

Man muss dazu sagen, dass beide schon vorher mehr oder weniger lustlos an ein paar (von den in Überfluss verfügaren) Äpfeln rumgeschnuckelt haben…
Die Dame gibt sich trotzdem nicht mit dem Ergebnis zufrieden:

Sie zu ihm: „Da guck, die haben auch Erdbeeren!!!“
Er zu ihr (sichtlich genervt): „Gut, ich schaue nach…“
Er geht dann also eine weitere Runde durch die Halle, kommt einige Minuten später mit 2 weiteren Äpfeln zum Tisch zurück.
Seine „Belohnung“ ist ein weiterer böser Blick… hihi!

Das mit den Erdbeeren bleibt interessant, nach meiner Runde habe ich nur noch einen Stand gesehen, der eine geringe Restmenge an Erdbeeren anzubieten hatte.
Die Schlange war lang und man konnte schon im Vorfeld ausmachen, dass es keinesfalls für alle reichen würde.
Mittlerweile hat man auch beim Catering erkannt, dass man die Erdbeeren nicht zur freien Bedienung auf dem Tisch stehen lassen darf, also hat man eine Dame abgestellt die Erdbeeren für die Gäste zu rationalisieren.
Und so kommen die, die sich vor etwa 10 Minuten in die Schlange gestellt haben, nur noch einige wenige Erdbeeren in ihre Schalen. Vielleicht 5 oder 6 Stück, mehr ist nicht da.

Klar hätten wir auch gern ein paar Erdbeeren gehabt, aber mein Gott, es sind doch auch nur Erdbeeren!
Wir nehmen uns einfach vor morgen irgendwo in Bad Waldsee (denn dann ist Werksbesichtigung!) ein paar Erdbeeren von einem der vielen Erdbeerstände zu kaufen, die wir auf dem Weg zum Bodensee rechts und links der Landstraße haben stehen sehen.

Gegen 21 Uhr kehren wir zum Wohnmobil zurück.
Endlich hat es sich deutlich abgekühlt, zurück am Wohnmobil reißen wir alle Fenster und die Dachluken auf.
Danach geht es ein weiteres Mal unter die Dusche. Denn mit der einbrechenden Kühle der Nacht hat sich auf wundersame Weise offenbar ein Großteil der Schwüle verabschiedet.
Das muss man doch ausnutzen.

         
Blick über das Freigelände der Messe am Abend              Stellplatz Ost, einträchtig stehen die Mobile beisammen

Zurück vom Duschen drehe ich den Pilotensitz des Beifahrers in den Wohnraum, Anja macht es sich mit einer dünnen Decke (ja, so frisch ist es schon!) in der Sitzgruppe bequem.
Dann lauschen wir noch ein wenig unserem Hörbuch und krabbeln gegen Mitternacht ins Bett.
Das war ein toller Tag!

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentar absenden