Prolog

In diesem Jahr haben wir mal richtig Glück mit den Feier- und Brückentagen!
Christi Himmelfahrt und Pfingsten liegen derart günstig, dass man mit dem Einsatz weniger Urlaubstage viele freie Tage zur Verfügung hat.
Wir wären ja verrückt, wenn wir dies nicht ausnutzen würden!
Daher haben wir uns überlegt, dass wir dieses Jahr eben etwas früher mit unserem Wohnmobil in den Sommerurlaub starten, und nicht bis Juni / Juli damit warten.
Die Durststrecke bis zum nächsten Urlaub wird dann zwar etwas lang (wohl erst wieder im Herbst), aber wir können uns ja vielleicht die ein oder andere Wochenendtour überlegen.

Von Anfang an klar war auch Art und Ziel unserer Reise: Wir wollten eine Rundreise durch unser nördliches Nachbarland Dänemark unternehmen!
Damals hat es uns auf der Insel Fanö und in Dänemark allgemein so gut gefallen, dass wir auf jeden Fall ein weiteres Mal nach Dänemark fahren wollten.
Und als erfahrene Nordkapfahrer sind wir natürlich immer an besonderen geografischen Punkten interessiert, welche auch unser nördliches Nachbarland zu bieten hat.
Genauer bietet Dänemark in der Region um Skagen nämlich die einmalige Möglichkeit, mit einem Bein im Kattegat und mit einem Bein im Skagerak zu stehen.
Oder einfacher ausgedrückt: Man(n) kann dort mit einem Bein in der Nordsee und mit einem Bein in der Ostsee baden!
Das stelle ich mir als erhebendes Abenteuer vor und ich freue mich eigentlich schon darauf, seit wir damals im Juni 2007 das kleine Dänemark verlassen haben.
Einzig das Wetter könnte uns einen Strich durch die Rechnung machen, denn Mitte Mai ist es ja nicht unbedingt schon sehr warm in den nördlichen Breitengraden.

Das wir aber dennoch in diese Region verreisen, das steht schon mal fest.
Und so packen, bügeln, planen, kaufen und organisieren wir unsere Abreise schon Tage vor unserem eigentlichen Urlaub.

Am Vorabend unserer Reise überschlagen sich dann aber doch mal wieder die Ereignisse. War ja klar…
Ich komme wieder einmal nicht zeitig genug aus dem Büro raus, einkaufen muss ich auch noch, die Steuererklärung will noch beim Finanzamt abgegeben werden und irgendwie ist mal wieder ein ganzes Stück Reisevorbereitung an uns vorbei gegangen.
Die Vorfreude auf diesen Urlaub fehlt irgendwie komplett!
Kein Wunder, so ist doch der ganze Tag irgendwie von Hektik und Wusel gekennzeichnet, weil ich eben erst spät heim komme, noch nichts eingekauft habe und auch noch die Steuer beim Finanzamt einwerfen muss.
Auch Anja steckt natürlich bis zum Hals in Brassel. Die hat die ganzen letzten Tage wie verrückt Wäsche gewaschen und gebügelt. Und sogar noch jetzt, wenige Stunden vor unserer Abreise, steht sie am Bügelbrett und versucht unsere Klamotten in Schuss zu bringen.
Und das ist eine echte Herausforderung! Denn eins ist mal klar: So lange, wie wir nun unseren Urlaub derzeit planen, waren wir noch nie mit dem Wohnmobil durchgehend an einem Stück unterwegs! 18 Tage haben wir mal vorsichtig eingeplant, +/- 1 oder 2 Tage, je nach Lage!
Eine Menge für das kleine Land Dänemark wenn man bedenkt, dass uns für das Nordkap im Sommer 2006 „nur“ 16 Reisetage zur Verfügung standen. Bei einer so langen Reise stossen wir natürlich schnell an unsere Grenzen:
Wir haben gar nicht genügend Platz für alle Klamotten und es ist schon jetzt sicher, dass wir unterwegs auf jeden Fall mindestens einmal einen Großreinemachetag und vor allem einen Wäschewaschtag einlegen müssen, denn sonst müsste ich meine schmuddelige Wäsche doch glatt ein zweites Mal anziehen, Uargs! 😉
Auch herrscht nach dem Packen schnell drangvolle Enge im Mobil, weil wir wirklich jeden Stauraum bis auf den letzten Winkel ausgelastet haben.

Wenigstens müssen wir nicht alles auf einmal herunter tragen, denn Anja hat insbesondere die Ernte Ihrer Bügelsaat der vergangenen Tage kontinuierlich gleich körbeweise runter ins Wohnmobil verfrachtet. Dennoch bleibt der Abend stressig und hektisch, denn eine weitere Herausforderung für morgen wollen wir auch noch meistern.
Morgen ist nämlich der bundesweite Filmstart des Films „Illuminati, Angels and Demons“, der Verfilmung des Erfolgsbuches Illuminati von Dan Brown.
Bereits Sakrileg hat uns sehr gut gefallen, obwohl streng genommen Sakrileg NACH den Ereignissen von Illuminati spielt. Die Veröffentlichung der Filme ist demnach in der falschen Reihenfolge.
Macht uns aber nichts, denn wir haben beide Romane als Hörbuch geradezu verschlungen und können es kaum erwarten, dass wir nun auch das zweite Abenteuer mit Tom Hanks in der Rolle des Robert Langdon verfolgen können.
Das Problem dabei: Sind wir erstmal in Dänemark können wir zwar auch ein Kino besuchen, aber ich mag mal stark bezweifeln, dass wir dort den Film auf deutsch sehen und hören können.
Und „Illuminati“ auf dänisch (wie mag der dann wohl heißen? Illuminanstrør vielleicht? 😉 ist nicht unbedingt das, was wir uns unter einem tollen Kinofilm vorgestellt haben.
Die Herausforderung besteht also nun darin ein Kino zwischen Hamburg und Flensburg zu finden, wo unmittelbar an das Kino ein Campingplatz oder ein Stellplatz zu finden ist.
Gefunden habe ich dank der Stellplatzdatenbank des Wohnmobilforums den Stellplatz in Neumünster und das benachbarte Kino in der Innenstadt. Eine Filiale der dort angesiedelten Cineplex- Kette, zeigt den Film gleich mehrfach am Tage um 16, 17 Uhr, 19 Uhr und zur Not auch noch um 20:15 Uhr.
Wir müssen also auf jeden Fall morgen früh so zeitig los kommen, dass wir nach dem morgendlichen Berufsverkehr den Kölner Ring und das Ruhrgebiet, aber noch vor dem wieder neu einsetzenden nachmittäglichen Berufsverkehr den Elbtunnel passiert haben.
Und je eher wir auf dem Stellplatz in Neumünster eintreffen, desto eher können wir die Kinovorstellung besuchen und desto eher sind wir natürlich auch wieder zurück und natürlich auch wieder im Bett, damit wir am folgenden Tag nicht bis ewig im Bett liegen bleiben.
Angepeilt haben wir die Vorstellung für 17 Uhr, demnach sollten wir spätestens um 8 Uhr zuhause los gefahren sein.
Mit Tanken, Stau und Pausen müssen 9 Stunden für gute 500 Kilometer doch eigentlich reichen, oder?

Eine solch stringente Zeitvorgabe setzt natürlich auch voraus, dass wir morgen früh zeitig genug aufstehen und uns nicht mehr groß mit Packaktivitäten aufhalten müssen.
Damit uns dies gelingt müssen wir heute Abend natürlich mit allem fertig werden.
Und da waren sie dann wieder, meine drei Probleme: Ich komme nicht zeitig genug aus dem Büro raus, einkaufen muss ich auch noch und die Steuererklärung muss ich auch noch beim Finanzamt einwerfen.
Wie gesagt, es wird alles ein wenig hektisch…

Unsere beiden Katzen Minki und Dori hingegen scheinen zu kapieren, dass wir zwar voll in den Reisevorbereitungen stehen, sie aber zur Abwechslung daran wohl keinen Anteil haben. Denn beide sind lieb und schauen uns ganz normal bei den Vorbereitungen zu, als sei dies ein lustiges Spiel.
Wir sind eigentlich fast sicher, dass die beiden spätestens durch die „wundersame Vermehrung“ der sonst verfügbaren Katzentoiletten spüren, dass sie hier bleiben werden.
Wozu sonst sollten die Menschen mehrere Katzenklos aufstellen, wenn sie die Katzen mitnehmen wollten?
So schlau sind Katzen schon…

         
Während wir die Schränke beladen und wuseln…               signalisiert Minki, was sie von einer Reise hält. 😉

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