Oder:
„Ich stelle mich meinem persönlichen Wohnmobil- Waterloo“!

Tja, heute soll es dann tatsächlich noch einmal nach Kühlungsborn gehen!
Uargh, bei dem Gedanken läuft mir fast schon ein kalter Schauer über den Rücken!
Natürlich nicht, weil ich Kühlungsborn wenig schön finde, sondern weil wir mit dem Wohnmobil dort einfach nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht haben!
Ich erinnere mich noch genau! Es war Sommer, genauer der Sommer 2007, als wir von Dänemark kommend (fast wie bei einem Déjà-Vu) ebenfalls an der deutschen Ostseeküste unterwegs waren. Damals steuern wir ebenfalls Kühlungsborn an, weil man es uns als sehenswertes Städtchen und Ostseebad empfohlen hatte.
Vor Ort begannen dann die Schwierigkeiten, einfach nirgendwo war es uns mit dem Wohnmobil erlaubt zu parken!
Überall Verbotsschilder oder lediglich ausgewiesene PKW- Stellplätze. Und nach einer langen Odyssee über Campingplatz, und einigen Irrfahrten durch die Stadt, entdeckten wir immerhin noch ein brauchbares Plätzchen (Wer sich für diese Tour interessiert, sie findet sich hier)…
Kurz gesagt: Obwohl Kühlungsborn wirklich ein sehr schönes Städtchen zum Bummeln und spazieren gehen ist, ist Kühlungsborn leider auch gleichzeitig die wohnmobilunfreundlichste Stadt, die wir jemals besucht haben!
Und genau da will Anja heute mit mir hin! Oh-weia!
Aber mit Kühnheit, Mut und Tapferkeit wird es mir gelingen, auch in diesem Jahr einen möglichst zentrumsnahen und dennoch offiziell nicht verbotenen Platz zu finden.
Einen offiziell erlaubten Platz gibt es dort sowieso nicht, da muss man sich schon mit ein paar Tricks behelfen und eben die Regelungen „andersherum“ auslegen. Parken dürfen wir mit unserem Wohnmobil ja grundsätzlich mal überall da, wo es per Schild nicht verboten ist.
Und danach werden wir ganz einfach Ausschau halten. Also ein Parkplatz, wo es nicht verboten ist.

Vor unserem bevorstehenden Abenteuer steht aber natürlich erst einmal der Start in den Tag an.
Und der könnte kaum besser starten, als beim morgendlichen Blick aus dem Alkoven.
Stahlender Sonnenschein!
Vom Unwetter, welches gestern Abend noch über uns hinweg gefegt ist, ist nichts mehr zu sehen.
Keine Wolke am Himmel, blauer Horizont und ein wärmende Sonne bestimmen stattdessen das Bild.
Kein Wunder, dass wir um kurz vor 9 aufstehen und uns sogleich an die täglichen Aufgaben machen.
Als erstes geht es für uns natürlich unter die Dusche. Hierfür nutzen wir dann aber einen der bereits renovierten Familienduschen, die wir an der Stirnseite des Servicehauses entdeckt haben. Die Kabinenduschen im Inneren wären zwar auch gegangen, aber wir duschen nun einmal unheimlich gern zusammen 😉

         
Der nächste Morgen auf dem Campingplatz in Rerik       Bei schönem Wetter sieht es gleich viel netter aus

         
gepflegtes Reihencamping                                             und eine Spiel- und Merkzweckwiese

         
Blick in die Waschräume                                                  und in die Duschen

         
und hier mal ein Familienwaschraum: Alles sauber und sehr großzügig und modern eingerichtet, Duschen macht Spass!

Wie immer bin ich natürlich als erstes mit dem Duschen fertig und spaziere schonmal rüber in die Rezeption, um unsere gestern vorbestellten Brötchen abzuholen. Klappt alles reibungslos und die Brötchen sehen sehr lecker aus!
Von der Rezeption spaziere ich noch eine kleine Runde über den Platz, bevor ich wieder zu unserem getreuen Wohnmobil ankomme.
Dort hänge ich schnell die Handtücher auf und decke den Frühstückstisch.
Wird übrigens ein karges Frühstück werden! Die Vorräte sind wieder einmal nahezu verbraucht und außer Marmelade und etwas Frischkäse könnten wir unser Brötchen nur noch mit Grillsauce bestreichen, wie der Blick in den Kühlschrank beweist…

OK, ganz so schlimm ist es natürlich nicht, ein wenig Wurst ist auch noch da. Aber wir müssten heute mal schauen, dass wir wieder irgendwo an einem Supermarkt anhalten.

         
Blick in den Kühli: Viel haben wir nicht mehr im Angebot…  Da fällt das Frühstück etwas karg aus…

Gegen 10 kommt Anja dann vom Duschen zurück und wir können fix das Frühstück verspeisen. Zum Frühstück füllen wir übrigens dann noch den campingplatzeigenen Fragebogen aus, den ich eben beim Abholen der Brötchen in der Rezeption bekommen habe. Geht darum, ob wir soweit mit allem zufrieden waren und so.
Find ich gut! Wahrheitsgemäß tragen wir unsere Bewertungen ein (wir waren zufrieden und loben das freundliche Personal) und legen den Zettel zum späteren Einwurf in die Meinungsbox bereit, wenn ich nach dem Frühstück noch den Müll wegbringen gehe.

         
Den Bewertungsbogen füllen wir noch schnell aus…         …danach packen wir alles zusammen

Nach dem Frühstück geht der Rest flugs von der Hand. Viel „Campingleben“ haben wir ja gestern Abend nicht mehr gemacht. Und so muss ich nur (neben Müll und Meinungszettel) nur einmal unser weniges bereits neu angesammeltes Grauwasser mit einer Wanne entsorgen gehen.
Danach geht es auch schon los, gegen 20 nach 11 rollen wir vom Campingplatz!

Bevor es aber nun zu meiner „Herausforderung des Tages“ geht, steht noch ein ganz anderes Reiseziel auf dem Programm!
Rerik! Genauer gesagt das Ostseebad Rerik!

Nicht nur wegen des günstigen Preises (ACSI- Tarif 13,- €) sind wir gestern Abend ja hierher gefahren, sondern weil der Campingplatz ja auch direkt neben dem Ostseestädtchen Rerik liegt. Auch dieses wollten wir schon immer mal besuchen (hat man uns auch empfohlen) und nun ist eine gute Gelegenheit hierfür.

Nach ein paar Minuten Fahrt erreichen wir bereits eine schöne Promenade, die schon bei der Vorbeifahrt zu einem schönen Spaziergang am frühen Mittag einlädt!
Nur erst einmal müssen wir natürlich parken, was gar nicht so einfach ist.
Gleich hinter der Promenade direkt an der Meereslinie entdecken wir zwar ein größeres Parkareal, aber zu unserer Überraschung hat dieses doch tatsächlich eine der verhassten „Teppichstangen“, sodass man hier nur maximal mit einem Fahrzeug unter 2 Metern Höhe einfahren kann. Sowas gemeines!

Aber wir geben noch nicht auf und folgen der Straße „Haffplatz“, bis wir hinter dem ersten Parkareal eine weitere Parkmöglichkeit entdecken.
Hier gibt es zwar nur eine Reihe Parkfläche neben der Straße, auf der darüber hinaus auch nur quer zur Fahrtrichtung geparkt werden kann, aber für unser gerade noch recht kompaktes Mobil (5,83 Meter) sollte es gehen. Ein anderer Gast mit Wohnmobil steht hier bereits, sodass wir einfach mal davon ausgehen, dass man hier parken darf. Also stellen wir uns einfach mal (bei N 54. 10357° / E 11.60418°) dazu.

         
Fahrt nach Rerik…                                                           …nur wenige Minuten später sind wir schon da

         
Der Weg führt uns am Kurhaus vorbei…                      Jetzt müssen wir uns nur noch einen Parkplatz suchen

         
Das ist ja gemein!! Einfahrbalken 🙁                           Aber da hinten vielleicht, da steht doch schon ein Womo!!!

         
Ja, hier in der Reihe ist doch genug Platz, oder?        Na, da haben wir doch prima hinter dem Eura geparkt!   🙂

Der erste Weg führt, nachdem wir uns stadtfein gemacht haben, natürlich zum schräg gegenüberliegenden Parkscheinautomaten. Mal sehen, wie teuer es werden wird…
Am Automaten dann aber die Überraschung: Das ist gar kein Parkscheinautomat!
Das Parken hier ist kostenlos, am Automaten muss man nämlich etwas ganz anderes kaufen, wenn man den Strand betreten möchte.
Der geübte Ostseetourist ahnt es bereits, an diesem Automaten kann man seine Kurtaxe entrichten und eine Kurkarte für den Tag ziehen!
Sowas hab ich auch noch nicht gesehen! Ein Parkscheinautomat, um eine Kurkarte zu lösen!
Hier in Rerik spart man sich also gleich den „menschlichen Kassierer“ und überlässt das Kassieren der Kurtaxe einem stummen Automaten. Ob die Kurtaxe hier kontrolliert wird?
Und wofür das ganze?
Für ein schickes Kurhaus und eine aufgehübschte Promenade muss man natürlich Geld bezahlen. Und der Strand, der als Argument natürlich vorweg geschoben wird, darf natürlich nur mit Kurkarte betreten werden. Wer war den zuerst da? Der Strand, oder die Kurverwaltung?
Wie ich das leiden kann! Also ironisch gesehen…

         
Sieht aus, wie ein Parkautomat, oder?                        Ist aber keiner! Hier gibt es die Kurkarte zu kaufen! 😮

Aber immerhin muss man als fremder Gast nicht auf die andere Seite der Promenade laufen, wo wir vorhin die Kurverwaltung gesehen haben. Einen Parkscheinautomaten entsprechend dieser Zweckentfremdung zu nutzen ist immerhin mal innovativ! Intuitiv latscht doch jeder Gast, der mit dem Auto oder eben Wohnmobil hier ist, gleich mal zum vermeintlichen Parkscheinautomaten. Ist man ja gewohnt, haben wir ja auch gemacht.
Steht man erst einmal davor, lösen sicherlich auch die allermeisten ein Ticket.
Am weiter entfernt liegenden Kurhaus könnte man ja (völlig unbeabsichtigt natürlich 😉 vorbei spazieren und auf die Kurtaxe verzichten. Der Automat dürfte mindestens bei gesetzes- und regeltreuen Deutschen sicherlich für mehr Einnahmen sorgen…
Aber beim Eintreiben von Geldern waren unsere hoheitlichen Vertreter ja schon immer erfindungsreich…

Aber ärgern wir uns nicht, Anja hat für meine Verwünschungen und Aufregereien in solchen Situationen eh nicht viel Verständnis, zumal wir ja gar keine Kurkarte kaufen müssen! Die Kurtaxe haben wir ja bereits gestern Abend beim Einchecken auf dem Campingplatz beglichen und unsere gültigen Kurkarten natürlich dabei.
Und jetzt wird gekurt und sich erholt auf „Teufel komm raus“! Bei den Preisen (2,- € pro Person und Tag!!) MÜSSEN wir ja geradezu erholt und erfrischt aus Rerik hervorgehen!
Aber OK, ich schweife schon wieder ab…

Da das Festland natürlich auch hier mittels eines Deiches vom Meer getrennt ist, erklimmen wir mal als erstes diesen Höhenzug und verschaffen uns von der Deichkrone erst einmal einen Ausblick, was uns hier erwartet.
Unser Blick fällt natürlich gleich auf eine Besonderheit in Rerik, denn Rerik hat tatsächlich eine schöne große Seebrücke, auf der man über dem Wasser raus aufs Meer entlang spazieren kann. Sowas mag ich!
Noch eine Besonderheit möchte ich zu Rerik kurz erwähnen, die für die besondere Lage des Örtchens spricht. Rerik ist nämlich gleich von 2 Seiten von Wasser umgeben!

Im Norden und Westen findet sich natürlich die dominierende Ostsee, im Süden und ein wenig in Richtung Osten liegt die Ostseebucht „Salzhaff“, welche sich besonders bei Seglern und Surfern zum Üben reger Beliebtheit erfreut.

Der erste Weg führt mich nun natürlich an den Strand, wo ich mir das schöne hellblaue Meer anschauen möchte. Nur Anja bleibt auf der Deichkrone zurück, sie mag vor dem Stadtbummel keinen Sand in den Schuhen. Pöh!
Man muss schon zugegeben, dass der Strand hier in Rerik wirklich sehr schön gelungen ist.
Zwar finden sich natürlich einige Steine im Sand, aber im Großen und Ganzen kann man hier bestimmt einen tollen Tag am Meer verbringen.

         
Auf der Deichkrone: Blick voraus zur Ostsee,…           …zurück zum Parkplatz und zum Salzhaff…

         
…und hier noch der Blick in Richtung Rerik selbst.       Wenn schon denn schon! Runter geht´s zum Meer!!  🙂

         
Akurat stehen die Strandkörbe aufgereiht                   Am Strand von Rerik. Schönes blaues Wasser

Da wir kein Interesse an einem Bad haben (der Wind ist doch noch recht frisch), wollen wir uns zunächst einmal Rerik selbst anschauen. Die Promenade von Rerik erreichen wir nach nur 2 Minuten Fußweg gegen viertel vor 12.
Und wir müssen sagen: Außerordentlich schön!
Auf der Wasserseite in Richtung Salzhaff findet sich ein kleiner idyllischer Seglerhafen, wo viele schöne Segelyachten und einige Motorboote im Hafen vor sich hin dümpeln. Sauber geputzt und in vornehmlich hellen Farben gehalten, strahlen diese nun im Sonnenschein um die Wette.
Auf der Landseite finden sich hingegen die vielen Buden und Lädchen, die das unterschiedlichste Angebot präsentieren. Für eine schöne Optik sorgt hierbei der offene und großzügig angelegte zentrale Platz, der von den Buden rechts und links flankiert wird.
In der Mitte finden sich viele Sitzgelegenheiten. Sowohl öffentliche Bänke wie auch die Tische der Restaurants und Cafés laden zum Verweilen mit Blick in den Hafen ein.
Wirklich schön gemacht.

         
Wir spazieren auf die Promenade von Rerik zu             Rechts von uns das Salzhaff

         
Bei Sonnenschein kann man schön draußen sitzen…       …und sich kulinarisch verwöhnen lassen

         
Blick zurück auf das Salzhaff                                         Rechts voraus kommt noch ein kleiner Yachthafen

Wir beginnen unsere Entdeckertour natürlich bei den kleinen Lädchen und stöbern uns dann durch das Angebot nach vorn weiter durch. Insbesondere die Souvenirjagd macht hier richtig Spaß! Postkarten, Flaschenschiffe, Muschelsäckchen, Sommerkleidung, Tonfiguren und allerlei weitere schöne Sachen werden begutachtet und verglichen.
Natürlich darf zu diesem schönen Urlaubserlebnis das passende Eis nicht fehlen! Gleich mehrere Eisdielen sind hier auf dem Haffplatz vertreten, sodass wir uns ganz nach unserem Geschmack entscheiden können.
Hauchdünn hat hierbei übrigens das Softeis Schoko-Vanille die Nase vorn, welches die „klassische italienische Kugel“ knapp geschlagen hat.
Aber wer sagt, dass wir später nicht auch noch ein zweites Eis verspeisen können? 😉

         
Der großzügig geschnittene zentrale Haffplatz            Hier gibt es einige Geschäfte zum Stöbern und Shoppen

         
Sonnenbrillen, Andenken, Souvenirs, Postkarten…    …oder einfach nur in der Sonne sitzen und Kaffee trinken

         
Hier kann man sich sicherlich gut niederlassen             Au fein! Jetzt gibt es erst einmal ein lecker Softeis!

Mit dem Eis in der Hand locken natürlich die Schiffchen und ein besserer Blick auf das Salzhaff. Von einem der Bootsanleger erhoffe ich mir hierbei einen schönen Panoramablick auf die Promenade und natürlich einen schönen Ausblick auf das Gewässer.
Dummerweise findet sich am Bootsanleger ein Hinweis, dass das Betreten verboten wäre, bzw, nur den Gästen mit Schiff erlaubt ist. Na super!
Aber da ich derzeit in maritimer Laune bin und mir jeder der um uns herum befindlichen Gäste locker abkaufen würde, dass mir eine dieser Segelyachten gehören könnte, spaziere ich einfach wie selbstverständlich auf den Bootsanleger drauf. Nur Anja zögert natürlich, bleibt am Kopf des Anlegers stehen. Feige Nudel…
Der Ausleger schaukelt natürlich ein wenig, aber davon darf man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Kaum habe ich 2, 3 Schiffe passiert, beäugt mich ein „echter“ Bootseigner von einer Yacht eher kritisch. Mit einem anerkennenden Nicken, einem leicht nach unten gezogenen Mundwinkel und einem kurzen Blinzeln mit dem rechten Auge grüße ich hoffentlich wortkarg auf Seemannsart, spaziere dann einfach selbstbewusst und entschlossen weiter, als wüsste ich ganz genau, wo ich hinmüsste.
Die Masche scheint aufzugehen, ohne Probleme passiere ich das Boot. Der Bootsmann auf dem Schiff erwidert mein Nicken, indem er ebenfalls kurz anerkennend nickt.
Na also…
Am äußeren Ende angekommen mache ich dann einige Bilder, das war der kleine Nervenkitzel wert!

         
Am Kai: Auch die Möwen flanieren an der Promenade    Mich lockt einer der Bootsanlegestellen

         
So klar ist das Wasser im Salzhaff                               Ich spaziere auf dem Bootssteg entlang

         
Blick auf die Promenade, den Haffplatz                     Blick nach rechts von der Promenade, da geht es noch weiter

         
Wieder zurück an der Hafenpromenade                       Wir spazieren weiter dicht am Wasser entlang

Das kleine Seefahrerabenteuer ohne Boot hat hungrig gemacht! Zurück auf der Promenade steuere ich daher zielsicher ein nett ausschauendes Restaurant an, wo mir ein Fischbrötchenbaguette auf einer Werbetafel angepriesen wird.
Das ist doch jetzt genau das richtige für ein leckeres vorgezogenes Mittagessen!
Neben dem Restaurantbetrieb und einer gut besuchten Freiluftterrasse gibt es hier, an der „Fischstuv an Haff“ auch leckere Fischbrötchen auf die Hand zum Mitnehmen.
Obwohl es ja wie gesagt gleich ganze Baguettes sind, die hier frisch mit Fisch und allerlei Garnitur belegt werden. Wow! Und das alles für kleines Geld!

         
Hier bei der nett aussehenden Fischstuv…                     …wo der Chef das Essen noch selber fängt! 😉

         
erstehe ich dieses leckere Fischbrötchen- Baguette!       Mjam, das schmeckt wirklich gut!

Das Brötchen hätte übrigens schon rein von der Optik her Sieger aller auf dieser Reise getesteten Fischbrötchen werden können! Lecker Salat als Grundlage, ein dickes Filet, Gurke, Tomate und genau richtig abgestimmte Zwiebelringe. Wow!
Beim Genuss des Brötchens überrascht mich dann allerdings der recht stark gewürzte und gesalzene Fisch. Nicht so mild, wie ich es sonst von Matjesbrötchen her kenne und mag.
Keine Frage, auch diese Variante ist sehr lecker und schmackhaft, aber ich glaub, daran merkt man doch, dass ich eher nur zum Leichtmatrosen tauge. Vielleicht ist dieser Matjes ja mit Absicht so zubereitet. Matjes nach „Salzhaff- Art“ sozusagen.
Einem gestandenen Seebären wäre dieses Brötchen sicherlich ein wahrer Schmaus gewesen, ich brauche nach dem Genuss hingegen schnell etwas zu trinken, um meine salzige, fast schon brennende Zunge zu löschen…  😉

Wir spazieren nun einmal den ganzen Weg dicht an der Wasserlinie des Salzhaffs und einen kleinen begrünten Kurpark entlang, bis wir kurze Zeit später wieder auf Häuser treffen. Da es hier aber nichts zu entdecken gibt, machen wir auf dem Absatz kehrt und spazieren zurück zur Promenade von Rerik.

         
Hier noch ein paar Eindrücke von Rerik: Holzmännchen..   …eine Bootstour kann man auch machen…

         
…immer schön am Ufer des Salzhaffs entlang…           …sogar die Anwohner haben nen schönen Blick…

         
…auf den Hafen von Rerik!                                           zurück zur Promenade…

Wieder auf der Promenade angekommen machen wir noch eine kurze Pause auf einem holzgeschnitzten Wal (den haben hier wirklich hübsch gemacht wie so vieles hier!), dann geht es weiter in den „zweiten Halbkreis“ der Promenade des Haffplatzes, der erneut mit Läden und Buden zum Stöbern einlädt.
Ein paar besonders witziges Postkarten finden hierbei ebenso den Weg in unserer Beutetasche, wie auch eine kleine Tüte mit Süssigkeiten, die es wohl in keinem Supermarkt zu kaufen gibt.

        
Wieder auf der Promenade…                                    …stöbern wir und durch Souvenirs und Andenken 🙂

Wieder draußen entdecken wir gleich die nächste Attraktion im Ort.
Und da wird sogar mir als bekennendem Fischbrötchenfan ein wenig gruselig!
Hier gibt es nämlich ein Eiscafé.
Huh, das allein ist natürlich nicht schlimm, aber der Name passt doch mal wirklich so gar nicht zur daraus resultierenden Vorstellungskraft.
Das Teil heißt nämlich: Eiscafé Matjesschluck!
Uargh! Da schüttelt es einem doch gleich durch und durch, oder?
Beim Lesen versuche ich mir vorzustellen, wie wohl ein Matjeseis oder ein Milchshake in der Geschmacksrichtung „Matjes“ wohl schmecken würde! … Brrrrrrrrrrrrr!
Anja klärt mich auf. Das Teil heißt nicht „Eiscafé Matjesschluck“, sondern hier steht ein Eiscafé, das eben auch einen sogenannten „Matjesschluck“ im Angebot hat. Und dies soll wohl so eine Art Kräuterlikör sein, der besonders auf den Verzehr von Matjes abgestimmt ist.
Aha!
Kann man ja auch mal dranschreiben, oder?
Herrje!
Und ich hab mir in meiner Fantasie bereits die schlimmsten Auswüchse von Eis und Fisch ausgemalt.
Blödsinn eigentlich, denn vor 40 Minuten hab ich mir noch ein fettes Softeis reingefahren und keine 20 Minuten später das salzige Fischbrötchen hinterher geschoben.
Die werden im Magen auch nicht gerade „Geschlechtertrennung“ haben und so schwimmen die im Moment eh in einer Brühe. Aber die Vorstellung beides zusammen zu verspeisen? Nee! Dann lieber gefrorenen Lebertran mit Sahne!

Mit ein wenig flauem Gefühl im Bauch geht es weiter, auf Erkundungstour durch das Ostseebad Rerik.
Und damit wir hier in Rerik auch wirklich die Ostsee gesehen haben, ist nun natürlich ein Besuch des großen Holzgerüstes, also der Seebrücke, auf der anderen Seite der Promenade nun an der Reihe.
Kaum haben wir aber den bebauten und damit schützenden Zentrumsplatz verlassen, drückt uns ganz schön Wind ins Gesicht! Fast so schlimm, wie zu den ersten Tagen in Dänemark!
Davon lassen wir uns aber nicht abschrecken und marschieren durch den Wind auf den stattlichen Holzausleger zu.
Als erstes fällt uns hierbei natürlich die Strandordnung des Ostseebades Rerik auf. Ein großes Schild informiert uns darüber, dass wir hier nur nachts angeln dürften, dies dann aber nicht auf beiden Seiten der Seebrücke. Auch ist das Fischausnehmen oder das Anlegen mit Fischerbooten nicht gestattet. OK, wir werden versuchen, dies zu beachten!
Auch mit Hunden ist der Besuch so eine Sache! An den Strand dürfen sie nur in besonders gekennzeichnete Bereiche. Ausgenommen hiervon sind allerdings zum Beispiel Blindenhunde, oder Hunde für den Katastrophenschutz. Die Hunde für den Katastrophenschutz dürfen aber nur dann an den Strand, wenn es der dienstliche Einsatz erfordert.
Oh- Mann! Wer denkt sich denn bitte so einen Schwachsinn aus? Ich meine, wenn hier wirklich die „Kacke dampft“, wird kein Lebensretter der Welt erst am Strandzugang anhalten und dann in aller Ruhe das Schild lesen und erst dann entscheiden, ob sein Hund nun im Katastrophenschutz im Einsatz ist, oder eben nicht!
Aber gut, dass es hier auf dem Schild drauf steht und somit abgeklärt ist…

         
Wir spazieren mal runter zum Strand                         Strandregeln: Damit man gleich weiß, wo man dran ist :-/

Nachdem wir das Schild aufmerksam studiert haben und sicher sein können, dass wir auf der Seebrücke voraussichtlich wohl keine Regeln verletzten werden (es ist nicht ganz eindeutig, immerhin steht hier mit §5 und §7 auf dem Schild nur ein Auszug aus der Strandordnung… :-/ ), stellen wir uns den tosenden Wellen und der aufschäumenden Gicht, die über das Wasser jagt. Ein Glück, dass die Seebrücke recht weit über der Wasserlinie angesiedelt ist, sonst würden wir hier vielleicht sogar noch nass werden!

     Auf der Seebrücke von Rerik unterwegs
Nach vorn!!! Wir trotzem dem Gegenwind und spazieren auf der Reriker Seebrücke entlang bis auf die Spitze

Wir haben Glück! Kaum sind wir ein paar Schritte auf der Seebrücke zum Ausguck unterwegs, sticht die Sonne aus den dichten Wolken über uns hervor. Mit der Sonne wirkt die Seebrücke und natürlich auch das Meer gleich viel freundlicher und auch der Wind ist auf einmal schon gar nicht mehr so schlimm.
Vorne an der Spitze angekommen nutzen wir den kurzen Moment der touristenfreien Zeit (die haben sich alle vom Wind verscheuchen lassen) und machen ein paar schöne Bilder vom Meer, der Küstenregion und natürlich von uns, wie wir dem Wind der Ostsee trotzen. 😉

         
Anja spaziert über den langen Holzausleger                wir erreichen die vorderste Aussichtsplattform

         
Springen verboten! Ja, nee, is klar…                             Blick von vorn zurück zum Festland…

         
…das Meer wird vom Wind zum Strand getrieben           Auf der Plattform: Blick zurück nach Rerik

         
Dem Wind trotzen? Für mich ist das leicht…                 …nur bei Anja fliegen die Haare wild durcheinander 😉

Von der Seebrücke aus spazieren wir direkt zurück zum Wohnmobil. Von Rerik werden wir wohl das allermeiste gesehen haben. Und ein Ziel liegt ja nun noch vor uns: Die Wohnmobil- Herausforderung Kühlungsborn!
Anja lässt sich hier auch nicht umstimmen. Ich wage zwar noch einen kurzen Versuch, aber zwecklos!
Sie weiß, dass es in Kühlungsborn (neben der schönen See- Promenade) ja auch noch ein Kaufhaus Stolz gibt. Zwar haben wir ja nun eine Tasse auf Fehmarn gekauft, aber Anja gefällt diese so gut, dass sie diese am liebsten selber behalten würde. Geht ja nicht, ist ja ein Geschenk! Und so jammert Anja eigentlich schon die ganze Zeit seit Abfahrt von Fehmarn, dass wir ja unbedingt noch so eine (oder zwei, oder drei… 😉 Tassen brauchen. Besonders die im „maritimen Look“ hat es ihr hierbei angetan.
Und überhaupt könnte man ja auch noch eine dritte oder vierte Tasse kaufen!
Die Oma braucht ja auch noch eine! Unbedingt! 😉
In Kühlungsborn beim dortigen Kaufhaus Stolz wäre also wirklich die letzte Chance…
Nach einer kurzen Stärkung im Wohnmobil (die werde ich bestimmt gleich brauchen…) machen wir uns gegen kurz nach 1 daher auf den Weg.

Schon die Anfahrt nach Kühlungsborn wird zum unfreiwilligen Abenteuer.
Das Navi hat wohl vergessen, dass wir uns hier mit einem dicken Wohnmobil fortbewegen (als ob es das jemals gewusst hätte… 😉 und so landen wir auf einem sehr schmalen Weg, den ich mal eher als landwirtschaftlichen Versorgungsweg einstufe. Keinesfalls ist dies der offizielle Weg nach Kühlungsborn, soviel ist mal sicher.
Schwierig ist aber weniger der Weg, denn der ist gerade mal breit genug für unser Wohnmobil, sondern der Publikumsverkehr hier. Zeitweise habe ich das Gefühl, als wären wir entweder fahrlässig oder vorsätzlich auf einem Radweg unterwegs und würden nun zur Abwechslung mal die Radfahrer auf ihrem eigenen Terrain ärgern.
Gut, wenn wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind, haben wir ja auch immer unsere Räder dabei und die allermeisten „normalen“ Radfahrer fahren ja auf dem Radweg, aber es gibt ja immer wieder einige unverbesserliche Radler, die meinen trotz gut ausgebautem Radweg rechts und links der Fahrbahn auf der Straße fahren zu müssen.
„Die Autos fahren hier 100? Hey, kein Problem, ich hab ja ein Rennrad! Damit fahre ich locker 30! Und wenn ich mein Licht auslasse und der Dynamo in der Abenddämmerung nicht mitläuft, auch locker 30,2 km/h! Oder noch besser: Für einen optimierten cw- Wert lasse ich das Licht gleich ganz weg!“
Und solche „Typen“ findet man dann ganz schnell im Profil der Alko- Hinterachse im Wohnmobil, weil man sie zu spät gesehen hat…
Nun, wie gesagt, es wäre nur fair, wenn wir zur Abwechslung nun einfach mal mit dem Wohnmobil auf dem Radweg entlang fahren würden.
Natürlich sind wir hier nicht wirklich auf einem Radweg unterwegs. Immer mal wieder kommt uns auch ein Auto entgegen, welches dann in einer Bucht auf Seite fährt, oder wir auf Seite fahren, damit wir gegenseitig passieren können.
Der richtige Weg nach Kühlungsborn ist es trotzdem nicht…
Es kommt sogar so dicke, dass wir uns ein paar Kilometer später sogar noch verfahren und in einem wirklich verschlafenen Nest irgendwo an einem Kreisverkehr enden, wo die Straße offiziell zu Ende ist.
Hier gibt es dann nur einen Hof, ein paar Wohnhäuser und eine Bushaltestelle im Kreisel.
Urgs! Falsch abgebogen…

         
jaja, ich gebe zu: Dieser schmale Weg…                    …ist wohl nicht für ein Wohnmobil gemacht…

         
Irgendwo hier muss doch Kühlungsborn sein ?:-/           Na toll! Sackgasse! Vefahren irgendwo im Nirgendwo! 🙁

Wir fahren wieder ein Stückchen den Weg zurück, um wieder auf den hoffentlich richtigen Weg einzubiegen, was gar nicht so einfach ist. Regelrecht verzwickt verlaufen hier diese schmalen Wege.
Irgendwann wird der Weg dann aber doch breiter und am Ende erreichen wir endlich wieder sowas, wie eine Hauptstraße mit Schild und Markierung.
5 Kilometer sind es noch bis Kühlungsborn, na dann…

         
Gutes Zeichen! Der Weg wird wieder breiter 🙂             Und dann sind wir tatsächlich wieder richtig 🙂

Um 13:22 erreichen wir dann die Stadtgrenze, der Eiertanz geht los!
Auch heute folgen wir natürlich als aller erstes der Beschilderung „Parken Strand –Mitte“, um möglichst nahe an das Zentrum heran zu kommen. Dort können wir dann noch immer auskundschaften, wo wir uns am besten für einen Tagesbesuch hinstellen können.
Im Sommer 2007 hatten wir was hinter dem Plus- Markt „am Schulzentrift“ gefunden, was wir aber eher aufgrund eines fehlenden Schildes als Parkplatz missbraucht hatten. Ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Lücke zwischenzeitlich geschlossen sein dürfte.
Ich setze dieses Mal daher viel mehr auf kleinere Seitenstraßen, wo wir vielleicht keine Parkplatzregeln vorfinden, zum Parken wären diese dann möglicherweise ideal!

         
So, festhalten, es geht los! Anmarsch auf Kühlunsborn!    Mission „Parkplatzsuche“, wir sind dabei!  😉

Fündig werden wir zu unserer großen Überraschung tatsächlich erstaunlich schnell!
Nur 4 Minuten, nachdem wir am Ortseingangsschild vorbeigefahren sind, stehen wir auch schon fertig eingeparkt auf einem größeren Parkstreifen längs zur Fahrbahn!
Und da wir uns von unserem ersten Besuch noch recht gut orientieren können, wissen wir, dass wir von hier aus nicht weit bis in den Strand- und Promenadenbereich laufen müssen.
Perfekt!
Wer hätte das gedacht! Von wegen 30 Minuten Irrfahrt wie noch vor 2 Jahren, die Erfahrung und der Erfindungsreichtum, den wir uns zwischenzeitlich angeeignet haben, hat uns mehr oder weniger den Tag gerettet. Tja, wir sind so langsam echte Vollblut- Camper und Wohnmobilfahrer geworden 😉

     Wohnmobil perfekt geparkt in Kühlungsborn
Super oder? Ein perfekter Parkplatz für unser Wohnmobil direkt in Kühlungsborn!  🙂

Gut geparkt (übrigens bei N 54.14895° / E 11.72399°, die Straße heißt „Neue Reihe“) ist eben nur noch halb gelaufen! 😉
Wir stehen hier recht nah am Campingplatz von Kühlungsborn und somit (wer die Stadt kennt) im Westteil der Stadt.
Kühlungsborn teilt sich nämlich gleich in 2 Zentren auf. Einmal den Westteil und einmal den Ostteil. Beide Teile haben einige Geschäfte und viel zum gucken zu bieten. Und beide Teile sind durch die Ostseeallee verbunden, die man entweder wunderschön entlang bummeln kann oder sich von einer kleinen Straßen- Eisenbahn (so ein Trekker mit Anhänger) hin und her fahren lassen kann. Wir bevorzugen natürlich die Spaziervariante, weil wir ja auch die vielen schönen und stattlichen Herrenhäuser am Wegesrand bestaunen wollen. Die allermeisten davon sind liebevoll erhalten und versprühen den Charme vergangener Kurgastzeiten aus einer fast antiken Epoche, als Damen und Herren noch getrennt am Strand sonnenbaden mussten und eine Hausdame nachts darauf achtete, dass sich kein „lüsterner Herr“ in die Schlafgemächer der kurenden Damen verirrte.
Viele dieser Häuser sind natürlich auch noch heute in Betrieb, obgleich man die für gewöhnlich betagten aber hochrüstigen und besenschwingenden Hausdamen wohl mittlerweile abgelegt hat (hoffentlich ;-).

Als wir uns auf den Weg machen, können wir einmal mehr erkennen, dass wir mit der instinktiven Wahl unseres Parkplatzes wirklich den absolut richtigen Riecher hatten. Nur eine Straße weiter stehen sie nämlich wieder! Die bösen kreisrunden Schilder mit rotem Rand und abgebildetem Wohnmobil in der Mitte. Und auch die Parkschilder „nur PKW“ zeigen gleich, dass man hier als Wohnmobiltourist eigentlich so gar nicht willkommen ist.
Aber lassen wir uns davon aufhalten? Nööö!
Ich schätze mal, dass man nur auf dem Campingplatz noch näher am Geschehen und am Zentrum stehen könnte, aber wenn ich so an die Übernachtungspreise denke (2007 wollte man über 30,- € dafür haben!), wäre das ein ziemlich teuer erkauftes Parkvergnügen.

         
Nur eine Straße weiter: Parken nur für PKW und Busse   Es geht noch schlimmer: Hier dürften wir gar nicht durchfahren!

So können wir natürlich gut gelaunt und Hand in Hand in die Stadt und in Richtung Strand spazieren, der „böse Fluch Kühlungsborn“ ist für uns Geschichte!

Kaum erreichen wir das Wasser, entdecken wir sie dann natürlich schon! Wunderschön hergerichtete Villen, Stadthäuser, Herrenhäuser und Wohnhäuser. Alle im alten Stil gehalten und trotzdem super erhalten und gepflegt. Verschachtelte Dächer, ein wenig Fachwerk, Torbögen, Säulen, kleine Erker, Türmchen und urige Fensterchen zeugen von verspielter und trotzdem ausdrucksstarker Baukunst vergangener Tage. Es macht wirklich Freude, diese alten Häuser anzuschauen und sich vorzustellen, wie hier früher das Leben zu Zeiten der kurigen und urigen Badefreuden war.

         
Blick in eine längst vergangene Epoche: Stattliche Villen    und große Kur- und Gästehäuser am Wegesrand

Nur wenig später erreichen wir dann die Promenade direkt am Wasser, wo sich natürlich das Hauptleben abspielt. Auch diese ist sehr schön hergerichtet und fast schon schäme ich mich dafür, dass wir hier keinen Kurbeitrag errichtet haben. Oh- weia!
Hoffentlich erwischt uns keiner! Aber ein Schild, welches das Betreten der Strandpromenade nur mit Kurkarte gestattet, haben wir auch nicht gesehen. Besonders verwunderlich ist dies natürlich nicht, denn alle möglichen Schildmasten sind mit „Wohnmobil verboten“ zugekleistert… Und wenn doch einer fragt, zücken wir unsere Rerik- Kurkarte und stellen uns einfach dumm. Klappt schon.

Wir spazieren nun an der Promenade entlang und staunen weiter über die schönen Häuser, die heute wie damals natürlich den Gästen als Herberge dienen. Und hier, gleich am Strand mit Blick auf das Meer, dürfte die Übernachtung nicht gerade billig sein.

         
Wir erreichen die Strandpromenade von Kühlungsborn   Der Strand und die Strandanlage sieht sehr sauber…

         
…und sehr gepflegt aus!                                              Wir spazieren nun die Promenade entlang

         
Rechts finden sich einige Hotels für solvente Kunden Cool! Restaurant Skagen! Wir waren im „echten“ Skagen! 😉

Der Weg führt uns weiter an einem großen Riesenrad entlang. Wow, das wäre ja auch eine schöne Idee, so eine Fahrt mit dem Riesenrad. Von oben hat man bestimmt einen tollen Ausblick über das Meer, die Stadt und die Promenade. Und wenn man dann noch in die tolle VIP- Gondel einsteigen kann (da gibt es bestimmt Kaviar und Champagner!) dürfte die Fahrt ein bleibendes Ereignis sein.
Spontan will ich mich natürlich großzügig bereit erklären, eine solche VIP- Gondelfahrt zu machen. Wenn schon, denn schon, man gönnt sich ja sonst nichts! Dummerweise ist das Riesenrad derzeit aber nicht in Betrieb und wir können keine Fahrt buchen. Sowas blödes aber auch! 😉

         
Schick! Das Riesenrad in Kühlungsborn                       Die VIP- Gondel. Mit Champagner und Caviar???  😉

Die Frage, ob unser Aufenthalt auf der Kurpromenade „genehm“ ist, löst sich übrigens auch auf! Denn an den zahlreichen Strandzugängen entdecken wir Schilder, dass dieser nur mit gültiger und entrichteter Kurtaxe betreten werden darf. Aha!
Damit dürfte wohl klar sein, dass die Kurpromenade nicht unter Kurtaxenpflicht fällt, es fehlt hierzu ganz einfach die typische Beschilderung.
Andererseits wären an den Schildern für den Strandzugang auch noch Flächen für durchgestrichene Wohnmobile frei, da könnte man doch…
Bevor Anja mir wieder was in Richtung Zynismus an den Kopf wirft, spazieren wir lieber weiter auf der nach wie vor sehr sehenswerten Kurpromenade und folgen der Ostseeallee weiter in Richtung Kühlungsborn Ost (da ist ja auch das Kaufhaus Stolz, wo es die Tassen geben wird, für die Anja bereits schon jetzt die halbe Familie als Abnehmer auserkoren hat… 😉

Unterwegs schauen wir uns natürlich auch hier die stattlichen Häuser an, die sich nun nur noch rechts am Wegesrand bestaunen lassen. Bedingt durch die etwas weitläufigere Bebauung gibt es hier natürlich auch noch einige Gärten zu den Häusern, die das Bild des gepflegten Kurparadieses noch deutlich unterstreichen.
Auch die schmucken Villen und Kurhotels werden deutlich stattlicher und man kann fast den adretten Herrn mit Smoking, weißen Handschuhen, Zylinder auf dem Kopf sowie ein Glas Whiskey in der Hand und eine Zigarre im Mund auf der Veranda erahnen. Der Herr unterhält sich dabei vielleicht gerade mit einem Ölmagnaten oder einem Eisenbahntycoon, um die neusten Nachrichten aus dem immerzu klackernden Börsenticker zu besprechen, während auf dem Balkon der ersten Etage die Damen die Größe ihrer Diamantklunker am Handgelenk verglichen haben. Herrlich!
Die „goldenen 20er“ nennt man dieses Zeitalter glaube ich (so die Zeit, als man in der ersten Klasse mit der Titanic über den Atlantik fuhr….) und selten war dieses gedanklich so präsent, wie hier im Moment in Kühlungsborn.

     stattliches Kurhaus in Kühlungsborn
Wow, was für ein mondäner Schuppen! Hier fachsimpelten früher bestimmt mal Öl-Magnaten und Eisenbahn- Tycoone! 😉

Ein paar hundert Meter weiter wechselt sich das Bild, die Häuser werden wieder etwas kleiner und die Bebauung dichter, wir nähern uns dem Ostteil der Stadt.
Bevor wir diese aber betreten, statten wir noch dem stattlichen Kurhaus von Kühlungsborn einen Besuch ab. Hier besorgen wir uns natürlich gleich mal einen Stadtplan zur genauen Orientierung und einen weiteren zur Reserve und auch ein bisschen als „Trophäe“. Bei uns zuhause stapeln sich mittlerweile kleine faltbare Stadtpläne aus den Touri- Infos dieser Welt, da passt der Plan von Kühlungsborn sehr gut dazu. 😉
Auch lässt sich Anja in den Stadtplan zur Sicherheit die genaue Position des Kaufhauses Stolz in den Plan einzeichnen.

         
Schöner Blick aufs Meer direkt vom Schlafzimmer aus   Die Bimmelbahn von Kühlungsborn fährt vorbei

         
Es gibt einige Läden zum Stöbern und Shoppen         nette Biergärten vor entspannter Atmosphäre

         
kleine Stadtvillen mit Garten und Garage                      Die Villa Lessing, wohl ein Feriendomizil

         
Das Rathaus von Kühlungsborn                                nebenan: Das Kurhaus mit Kurverwaltung von Kühlungsborn

Ein paar Schritte weiter entdecken wir das Fischrestaurant „Der Fischkutter“. 2007 haben wir uns hier mit einem leckeren Fischbrötchen eingedeckt. Damals hat das Matjesbrötchen recht gut geschmeckt und war in Anbetracht der Größe (auch das war ein Baguette) auch nicht teuer.
Und wir würden auch jetzt wieder eins nehmen, aber eigentlich bin ich noch satt von meinem dicken Fischbrötchenbaguette aus Rerik und Anja steht gerade im Moment so gar nicht die Lust nach einem Fischbrötchen. Also lassen wir das urig eingerichtete Fischrestaurant rechts liegen und spazieren weiter nach Kühlungsborn Ost hinein.
Fisch, so entdecken wir es auf dem weiteren Weg, gibt es hier übrigens an wirklich fast jeder Ecke, in fast allen Variationen und für jeden Geldbeutel.
Nicht nur als Filet zwischen 2 Brötchenhälften…

         
Gute Fischbrötchen gibt es hier, im „Fischkutter“!       Fisch gibt es aber überall, zum Beispiel hier…

         
…oder auch hier!…                                                     …hier verkauft sogar die Kuh den Fisch! 😉

Wir passieren ein weiteres Mal eine Einkaufsmeile, dieses Mal nur im Ostteil der Stadt. Wieder gibt es einige Straßencafes, Restaurants, Bars, Einkaufsläden und Souvenirangebote. Das Angebot hier ist wirklich enorm!

Anja hat jedoch kaum ein Auge für die ganzen Angebote rund um die Einkaufsmeile, die wir hinauf spazieren.
Es geht eigentlich nur noch darum, einen größeren Vorrat an gebranntem Steingut (= die Keramiktassen 😉 beim Stolz einzusacken.
Und so hat meine liebe Frau einfach mal die Führung übernommen, um den direkten Weg zum Kaufhaus anzusteuern.
Ich laufe ihr daher einfach mal hinterher…

         
Auch im Ostteil kann man bequem sein Geld loswerden  Es finden sich zahlreiche Geschäfte und Einrichtungen

         
Auch Souvenirjäger kommen voll auf ihre Kosten          kleine Bars und Restaurants finden sich ebenfalls

Beim Stolz angekommen dann aber die Enttäuschung! Das Warenangebot ist deutlich kleiner, als es sich im gleichnamigen Kaufhaus in Burg auf Fehmarn darstellt. Und sogar gegen das von uns als kleiner empfundene Kaufhaus in Kappeln wirkt hier das Sortiment irgendwie sogar nochmals reduziert. Alles das, was in Burg auf Fehmarn ganze Gänge fühlt, verteilt sich hier gerade mal auf 2 Aufsteller zwischen Badetüchern und Freizeitkleidung.
Die Tassen, die Anja so schön findet, gibt es derzeit sogar gar nicht und die ebenfalls möglichen übergroßen Blumenkübel in Form von Teekannen sind nur noch in karger Auswahl verfügbar. Sowas blödes! Wir irren durch die Gänge in der Hoffnung, dass wir vielleicht nur nicht richtig geguckt haben und wir die Tassen vielleicht einfach nur übersehen haben.
„Magst wieder nach Fehmarn fahren?“
„Wofür? Für ne Tasse?“
„Joah, wenn du dir doch so eine Tasse wünscht?!“
„Nee, so wichtig ist es auch nicht“…   🙁

         
Das Kaufhaus Stolz in Kühlungsborn ist deutlich kleiner…   …sieht man zum Beispiel hier, in der Modellschiff- Abteilung

Auch eine Rückfrage bei einer der Verkäuferinnen führt nicht zum Erfolg.
Wir bekommen anstelle eventueller Tassen aus einem möglichen Lager leider nur die Info, dass die Tassen bereits alle restlos ausverkauft wären. Schade! 🙁
Ein wenig stöbern wir noch durch den Laden, können aber keine weiteren interessanten Souvenirs mehr entdecken.
Und da Anja auch beim Verlassen des Ladens noch immer der Meinung ist, dass wir nur für eine Tasse nicht extra wieder nach Fehmarn fahren bräuchten (hey, wofür haben wir ein Wohnmobil und alle Freiheiten???), spazieren wir langsam wieder zurück in Richtung Wohnmobil.

Kurz haben wir überlegt, ob wir hierfür vielleicht die kleine Touristenbahn nehmen sollen, aber wir sind ja nicht fußkrank, haben Zeit und sparen uns die paar Euro.
Für den Weg zum Wohnmobil zurück wollen wir eh nicht wieder die ganze Strandstraße und dann die Ostseeallee entlang laufen, dies wäre von hier aus (das Kaufhaus Stolz liegt ein wenig abseits vom Geschehen an der Doberaner Straße) sogar noch ein Umweg.
Wir wählen die „Naturroute“ durch den Stadtpark, der ebenfalls den West- und Ostteil der Stadt miteinander verbindet

         
Durch den Stadtpark von Kühlungsborn führt der Weg zurück in den Westteil der Stadt, wo unser Wohnmobil steht

Der Weg durch den Park ist angenehm und nicht zu lang. Knappe 15 Minuten bei gemütlicher Gangart brauchen wir, dann stehen wir wieder relativ mittig im Westteil von Kühlungsborn. Dank des kleinen Stadtplans finden wir uns auch sofort zurecht und steuern direkt unser Wohnmobil an.
Und da wir unterwegs an einer kleinen Bäckerei vorbeikommen, besorgen wir uns dort noch schnell 2 leckere süße Sachen, damit wir gleich für den Nachmittagskaffee im Wohnmobil was haben.
Pünktlich gegen halb 4 sind wir dann wieder zurück und vernaschen ein Schweineohr (für mich) und ein gedecktes Fruchtriemchen mit Kaffee für Anja.

         
Wieder im Westteil… Von der Bäckerei gibt es:            Ein leckeres Nachmittagsgebäck! Mjam!

Beim Kaffee überlegen wir dann, wie es für den heutigen Tag weitergehen soll.
Im Prinzip steht für heute eigentlich nur noch die Wahl des heutigen Nachtlagers an.
Kurz haben wir überlegt, ob wir vielleicht zum Feriencamp Börgerende fahren sollen.
2007 haben wir dort, auf dem Wohnmobilstellplatz vor dem Campingplatz, gestanden und insbesondere die luxuriösen, modernen und sauberen Waschräume des Campingplatzes genossen. Dazu das Meer mit Badestrand gleich über der Deichkuppe, das wäre schon ein lohnendes Ziel!
Aber so recht wollen wir uns mit dem Wohnmobilstellplatz nicht anfreunden, uns steht eher der Sinn nach noch 1 oder 2 ruhigen Tagen Campingplatz mit „Ausbreiten“ (das geht immer schlecht auf einem einfachen Womo- Stellplatz), bevor wir am Samstag oder Sonntag final nach Hause fahren müssen.
Natürlich könnten wir jetzt auch einfach alternativ auf dem Campingplatz in Börgerende einchecken, aber nach einem kurzen Blick in die Campingplatztarife 2010 in unserem Campingführer lassen wir lieber gleich davon ab. Oh-weia! Die sind aber mit gut 30,- € je Nacht teuer geworden!
War das damals auch schon so?
Oder sind wir in unseren Erwartungen einfach vom Preis her mittlerweile zu verwöhnt?
2007 hatten wir noch von nichts ne Ahnung, davon aber eine Menge. Entsprechend haben wir an Campingplatztarifen akzeptiert, was man uns beim Einchecken entgegen gerufen hat.
Und nun, 3 Jahre später, sind wir mehrheitlich nur noch mit der ACSI- Camping- Card unterwegs und haben uns an Preise wie 11, 13 oder eben 15,- € pro Nacht gewöhnt. Kein Wunder, dass wir das Feriencamp Börgerende nun als „teuer“ empfinden.

Über unseren Schatten können wir aber auch nicht wirklich springen und da ich darüber hinaus gern noch ein „Stückchen“ in Richtung Westen fahren würde, checken wir einfach mal die Alternativen in unserer Umgebung, die die ACSI- Campingcard akzeptieren.

Aus dem „Stückchen“ wird dann übrigens sogar noch eine ganze Ecke!
Denn als Ziel für den heutigen Tag haben wir uns final für das „Ferienzentrum Heidenau“ entschieden.
4 Sterne, soll idyllisch an einem See liegen, keine parzellierten Stellplätze und ein unschlagbarer Preis von nur 13,- € pro Nacht!
Darüber hinaus liegt der Platz etwas unterhalb von Hamburg (ca. 40 Kilometer) und ist somit ideal für die finale Heimreise in ein paar Tagen, denn dann haben wir es von dort aus nicht mehr so weit und müssen den ganzen letzten Urlaubstag nur mit Fahren verbringen.

Um kurz vor 4 machen wir uns gut gestärkt auf den etwa 200 km langen Weg bis nach Heidenau. Ein wenig wehmütig wird mir dabei natürlich schon, denn dies bedeutet natürlich auch, dass wir uns an dieser Stelle vom Meer und von der Ostsee verabschieden müssen.
Aber die Idee schon 1/3 des Heimwegs zurück zu legen und dann lieber 2 Tage irgendwo faul in der Sonne zu liegen hat ja auch was erbauendes.
Und wir trösten uns natürlich damit, dass dies wohl kaum unsere letzte Tour in diese Ferienregion Ostsee gewesen sein wird.
Hey! Fehmarn ist vielleicht 6 Auto. bzw. Wohnmobilstunden von unserem Wohnort entfernt, wir kommen auf jeden Fall wieder! 😉

         
Auf Wiedersehen in Kühlungsborn?! Naja, mal sehen…  😉  Es geht weiter, der Weg führt nach Heidenau

Einen letzten Einkaufsstopp vor dem längeren Autobahnstück legen wir auch noch ein.
Noch einmal die Vorräte auffüllen, damit wir später, wenn wir uns für die letzten Campingtage eingerichtet haben, nicht für eine eventuelle Einkaufsfahrt alles wieder einpacken müssten.
Beim Plus in Neubukow plündern wir dann hierfür die Auslage und sorgen übrigens auch dafür, dass die Kasse zwischen PLUS und uns auch fast wieder stimmt!
Bei unserer Fahrt nach Fehmarn hatte ich es ja schon geschrieben: Der Mitarbeiter des Plus- Marktes in Oldenburg hatte uns eine Mineralwasserflasche, die wir leer als Pfand zurückgeben wollten, als volle Flasche im Einkauf berechnet.
Da hab ich mich im Nachhinein drüber geärgert, auch wenn es nur 19 cent waren.
Nun versuchen wir, diesen Verlust wieder auszugleichen.
Beim Ausräumen unserer Schränke und Zusammensuchen der leeren Pfandflaschen haben wir nämlich doch tatsächlich noch eine leere dänische Pfandflasche gefunden! Die können wir hier natürlich eigentlich nicht abgeben, da sie ja ein völlig fremdes Pfandsiegel hat. Aber mit nach Hause nehmen oder auf Verdacht auf einen weiteren Dänemark- Urlaub auf ewig im Wohnmobil einlagern? Auch keine Lösung! Somit ist die Flasche praktisch wertlos.
Aber um vielleicht doch noch einen Erlös aus der Flasche zu ziehen, legen wir die leere Dänemark- Flasche einfach mal zusammen mit den deutschen Flaschen auf das Laufband und siehe da: Die Frau an der Kasse akzeptiert diese ohne Einspruch und schreibt uns die 25 cent auf unsere Einkäufe gut.
Hehe, die haben wir fein ausgetrickst, ohne hier ein schlechtes Gewissen haben zu müssen!
Jetzt steht es 6 cent zu unseren Gunsten 😉

         
Kurzer Einkaufsstopp in Neubukow                           Schnell noch alles für ein paar Campingtage einkaufen 🙂

Von unserem wiedergewonnenen Reichtum holen wir uns dann noch in einer benachbarten Metzgerei zusätzlich ganz frisches Mett und bereits fertig gehackte Zwiebeln, damit wir uns für die Fahrt ein paar leckere Mettbrötchen machen können, die passenden Brötchen dazu gibt es in der Bäckerei nebenan gleich dazu.
Wir sind der Meinung, dass ein Mettbrötchen doch ein schöner Ausgleich für die in letzter Zeit wieder mal stark dominierenden Fischbrötchen in unserem Speiseplan wäre.

         
Wegproviant für Unterwegs:                                    Es gibt leckere Mettbrötchen! Idealer Gegensatz zum Fisch!

         
Abwechslungsreich: Fahrt durch ostdeutsche Dörfchen… …und durch ostdeutsches Land 😉

Und so fahren wir, leckere Mettbrötchen kauend, gegen 5 durch Neubukow und erreichen knappe 10 Minuten später auch schon das Autobahnkreuz Wismar, wo wir auf die A 20 in Richtung Hamburg auffahren.

Kaum haben wir die Autobahn erreicht, schmeißen wir auch sogleich den CD- Spieler an, um ein weiteres Kapitel unseres Urlaubs- Hörbuches anzuhören.
Im Spieler läuft nämlich im Moment Eisfieber von Ken Follett. Die Geschichte passt zwar nicht ganz so gut zu unserer Urlaubstour (wenn wir unterwegs sind, hören wir ja gerne was zum Thema Reisen), aber dennoch ist die Geschichte recht spannend erzählt und auch die Fahrt geht so schneller rum.

Die Fahrt über die Autobahn verläuft aber auch sonst sehr angenehm. Wir kommen ohne Probleme oder Stau durch. Selbst Hamburg lässt uns staulos passieren und schon um 19 Uhr fahren wir in Heidenau wieder von der Autobahn ab.

         
Kurz nach 5: Rauf auf die Autobahn…                      …kurz nach 7: Runter von der Autobahn

Keine 10 Minuten später erreichen wir auch schon das Ferienzentrum Heidenau, was auf den ersten Eindruck nicht wirklich ein Ferienzentrum ausschaut, sondern eher ein wenig verschlafen auf uns wirkt.
Tatsächlich ist hier nicht nur wenig, sondern rein gar nichts los.
Kein Publikumsverkehr, die Rezeption unbesetzt.
Letzteres ist aber kein Problem, es hängt eine Telefonnummer an der Türe, die ich anrufen kann, kurze Zeit später ist ein Mitarbeiter zur Stelle, um uns einzuchecken.
Ich buche zunächst nur für zwei Nächte (falls es uns nicht gefällt, sicher ist sicher) und bekomme die Info, dass ich mir einfach am großen Ententeich was auf der Wiese suchen kann. Stromkästen sind offen und wir können parzellenfrei stehen, wo wir wollen. Unsere ACSI- Karte wird natürlich auch akzeptiert.
Sehr schön.

         
Wir erreichen das FerienCentrum Heidenau               Die Einfahrt wirkt ziemlich rustikal

Kurz darauf kurven wir schon über die sehr naturnahe Ferienanlage. Auch hier, auf dem inneren Platzbereich, bestätigt sich ein wenig der verschlafene Eindruck. Die allermeisten Parzellenbereiche sind durch Dauercamper fest belegt, einige haben mannshohe Hecken und bei den vielen kleinen Gärtchen und Gartenzwergen kommt schnell der Eindruck auf, dass es sich hier eigentlich mehr um eine Laubenpieper- und Kleingartensiedlung handeln könnte und man dies nicht unbedingt mit einem Campingplatz assoziiert.
Na, ob wir uns hier wohl fühlen werden?
Zum Glück ist das Campingareal, welches wir nach einer kurzen Fahrt durch ein Waldstück erreichen, schon deutlich freier und luftiger aufgebaut. Keine dichten Bäume, kein Heckenbewuchs, keine Laubensiedlung mit Holzhütten, Steinterrassen und Regentonne. Stattdessen mehrere großzügige Wiesen mit viel Raum zur freien Entfaltung. Ein wenig wirkt das ganze aber trotzdem provisorisch und wir gewinnen den Eindruck, dass der Campingplatz keinesfalls das Hauptaugenmerk der Ferienzentrumsverwaltung darstellt. Müsste ich schätzen, würde ich mal vermuten, dass die Camper den Dauer- und Ferienhausgästen hier locker 1:5 unterlegen sind.

         
Wir fahren durch die naturverbundene Anlage           und folgen der Beschilderung zum Campingareal

         
Der erste Eindruck: Offene Wiesen ohne Parzellierung   man bleibt einfach da stehen, wo es einem gefällt   🙂

Wir drehen eine Runde über die möglichen Campingwiesen und können uns auch beim zweiten Durchlauf nicht so recht entscheiden. Alle möglichen Plätze liegen ein bisschen am Wasser, was hier aus einigen größeren oder kleineren Ententeichen besteht.
Final entscheiden wir uns für die breiteste der drei Wiesen, weil wir hier am ehesten eine virtuelle quadratische Parzelle als unseren Claim abstecken können.
Zwischen einem niederländischen Gespannfahrer und einem britischen Wohnmobil gehen wir mit Blick aus der Küche auf den größten der Ententeiche in Stellung.
Auch stehen wir so direkt an einem Stromkasten, der das Auspacken der Kabeltrommel erspart, das einfache Verbindungskabel zum in grüner Tarnfarbe gestrichenen Kasten reicht.
Tja und dann sind wir auch schon angekommen, dies wird dann wohl der letzte Platz auf unserer wirklich ausgedehnten Reise werden.
Sehr schön, ausgesprochen ruhig und sehr idyllisch!
Wenn nun noch die Waschräume gut sind und es hier auch eine Brötchenversorgung und die tägliche Bild- Zeitung gibt, werden wir hier die letzten 2 Tage nach unserer tollen Rundreise durch Dänemark und an der Ostsee in Ruhe ausklingen lassen.

     
Auch wir finden ein nettes Plätzchen fürs Camping

Nachdem wir die wichtigsten Sachen sortiert haben (Kühlschrank umstellen, vorn aufräumen, Türen sichern, etc) drehen wir auch gleich die erste Platzrunde, um die Serviceeinrichtungen zu erkunden.
Für das große allgemeine Servicehaus haben wir übrigens einen Schlüssel bekommen, was ich auch recht ungewöhnlich finde.
Besteht denn hier die Sorge, dass jemand unbefugt die Waschräume benutzt? Vielleicht die Gartenlaubengäste?
Naja, uns ist es egal und wenn man einen Schlüssel fürs Klo braucht, nehmen wir diesen halt mit, was soll´s!

Bei unserer kleinen Runde über den Platz fällt uns als erstes natürlich der große Ententeich auf. Und auch wir fallen den darauf schwimmenden Enten auf! Kaum spazieren wir am Ufer entlang, kommen einige Enten schon auf uns zu geschwommen und wollen wohl, dass wir ihnen mit etwas Futter den Abend versüßen.
Da wir aber nix dabei haben, muss Anja den armen Enten auf „entisch“ erklären, dass wir kein Futter im Moment dabei haben, ein Glück, dass sie „entisch“ so gut beherrscht:
„Quack, Quack!“
„Quuuak?“
„Quack, Quack, Quaquack!
„Quack???“
„Quack-kwak!“
Das haben sie natürlich verstanden und so können wir unsere Tour über den Campingplatz fortsetzen, ohne dass uns die Enten für unhöflich halten, dass wir sie hier hungernd und unbeachtet zurück lassen. 😉

         
Kaum spazieren wir am Teich vorbei, kommen die Enten   „Quack-Quack!“ Anja klärt die Formalitäten…  😉

Nachdem wir ein paar Schritte über die angrenzende längliche Wiese gegangen sind, stehen wir vor dem großen Servicehaus, welches wohl aufgrund des erforderlichen Schlüssels exklusiv für die Camper zur Verfügung steht.
Ein Blick nach innen stellt uns dann sehr zufrieden und wir wissen schon jetzt, dass wir wohl auch den morgigen Tag auf jeden Fall hier verbringen werden.
Die Duschen sind schön groß, haben eine gesonderte Duschkabine mit Trennwand für trockene Klamotten in der Kabine, warmes Wasser ist gratis und unbegrenzt, die Toiletten sind voll ausgerüstet, bei den Toiletten gibt es Handwaschbecken inkl. Seife und auch der allgemeine Gesamteindruck ist sehr sauber und sehr gut erhalten. Dazu gibt es auch noch einen Küchenraum, wo man spülen oder sich an einer der Kochstellen etwas zu Essen zubereiten kann. Sehr schön!
Kurzum: Wir fühlen uns wohl und rundum versorgt!

         
Neben dem kleinen Grillpavillion…                      …findet sich das große Servicehaus!

         
Der obligatorische Blick nach innen: Die Küche…          …mit Kochstelle, Spülbecken und genügend Arbeitsplatz.

         
Das wichtigste? Natürlich die Waschräume! Hier…      …gibt es nichts zu meckern! Alles ist sauber und ordentlich! 🙂

Als nächstes wollen wir nun herausfinden, wo sich denn „das Leben“ hier auf dem Camping- und Ferienplatz abspielt. Hierfür haben wir den Campingplatz- Platzplan zu Rate gezogen und heraus gefunden, dass es mittig etwa in Höhe des zweiten von drei Kreiseln eine Art „Treffpunkt“ geben soll, wo sich dann vielleicht ein wenig was abspielt. Neben Restaurant und kleiner Bäckerei soll es dort auch einige Freizeitmöglichkeiten wie zum Beispiel ein Schwimmbecken geben, welches wir als Campinggäste gratis benutzen dürfen. Das war natürlich auch ausschlaggebend dafür, dass wir diesen Platz angesteuert haben (eine Runde gratis schwimmen ist doch toll!) und nun wollen wir uns dies natürlich näher anschauen.
Also spazieren wir den Waldweg, den wir eben mit dem Wohnmobil entlang gefahren sind, nun zurück auf der Suche nach dem Haupt- Versorgungsweg und eben dem zentralen Treffpunkt auf diesem Platz.

Lange suchen müssen wir hierfür nicht.
Nachdem wir einige der fest installierten Gartenlauben und Freizeitdomizile passiert und uns durch ein wenig Waldatmosphäre geschlagen haben (im Sommer ist es hier sicherlich wunderbar kühl und schattig!), entdecken wir das Zentrum des Ferienzentrums und schauen uns die Einrichtung näher an.
Als erstes entdecken wir hierbei das platzeigene Restaurant „Heidschnucke“, wo sich bereits einige Gäste eingefunden haben. Auch wir hätten nicht übel Lust auf ein leckeres Schnitzel mit Pommes, aber vorhin im Plus hab ich dummerweise unser letztes Bargeld ausgebeben und nun haben wir nicht mehr genug Geld dabei, um uns beide satt zu bekommen, was ein Blick in unsere Geldbörse beweist.
Sowas blödes! Hätten wir doch mal vorhin auf dem Weg hierher in Heidenau einen Geldautomaten angesteuert!
Nun muss ich morgen früh erst einmal einen Geldautomaten finden, damit wir uns hier auf dem Platz auch finanziell ein wenig bewegen können.
Für unsere morgigen Frühstücksbrötchen würde unser Kleingeld wohl noch reichen, aber leider hat die kleine Bäckerei neben dem Restaurant bereits geschlossen und auch an der Theke des Restaurants können wir für morgen früh keine Brötchen mehr bestellen. Naja, Pech, wir sind eben einfach zu spät dran…

         
unterwegs im „Zentrum“ des Ferienzentrums…           Restaurant mit Terrasse

Wir spazieren weiter am Restaurant vorbei und entdecken dann auch den kleinen Swimming- Pool, der hier durchaus Beckengröße eines Freibades aufweist. Also nicht nur 3 Züge und man ist am anderen Ende.
Eine kurze Probe der Wassertemperatur überrascht! So ist das Wasser doch tatsächlich gefühlt deutlich wärmer, als die umliegende Lufttemperatur. Für gewöhnlich ist es doch eigentlich genau anders herum. Ob das Becken beheizt ist? Zumindest ein bisschen?
Wir nehmen uns vor, morgen bei schönem Wetter auf jeden Fall eine Runde schwimmen zu gehen.
Neben dem großen Becken gibt es dann noch ein kleines Kinderplanschbecken, ein paar schöne Sonnenliegen, eine kleine Minigolf- Anlage, und ein überdimensionales Schachspiel.

         
Super! Es gibt ein Schwimmbad! 🙂                         Sonnenliegen und Minigolfplatz

         
Schachspiel und Kinderplanschbecken                       Die Sonnenliegen sind rund um den Pool verteilt

Gegen viertel nach 8 spazieren wir wieder zurück zum Wohnmobil.
Für den kleinen Hunger zaubert Anja aus unseren Vorräten einen leckeren griechischen Salat, dazu gibt es Tsatsiki zum Dippen und Fladenbrot.
Lecker!

         
Zurück zum Wohnmobil: So idyllisch stehen wir am Teich    Abendessen: Leckerer griechischer Salat. Mjam! 🙂

Der Abend klingt dann sehr entspannt aus, später im Bett lauschen wir dem Rauschen der Blätter in den Bäumen, die dank des auffrischenden Windes fast ein wenig Meeresrauschen vermitteln.
Herrlich zum Einschlafen!

Statistik des Tages:
Km- Stand bei Abfahrt: 195.552
Km- Stand bei Ankunft: 195.788
Gefahrene Kilometer: 236

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