Dienstag, 5. Juni 2007 – Die erste Fahrt in den Urlaub

Heute soll es also dann endlich losgehen! Wird auch Zeit! Die letzten Tage waren gefühlt mehr Arbeit, als unsere eigentliche Arbeit! Dabei sollte doch gerade das Wohnmobil eher zur Entspannung, statt zu noch mehr Arbeit beitragen! Aber wir haben es geschafft! Wir sind einigermaßen ausgerüstet, sauber ist auch alles, wir atmen nach dem aufwendigen Packen unserer Reiseklamotten noch einmal durch und dann geht es wirklich los!


Gegen 10 Uhr stehen wir an der ARAL Tankstelle bei uns im Dorf und lassen den Tank mit 54 Litern Dieselkraftstoff volllaufen. Mal sehen, wie lange der Brennstoffvorrat reichen wird. Durch die Fahrten der letzten Tage macht sich eine dunkle Vorahnung breit, dass so ein großes und schweres Wohnmobil doch mehr Sprit braucht, als eigentlich erwartet. Wir werden es sehen…

Aber auch sonst steckt der Stress der letzten Wochen uns noch tief in den Knochen und auch äußerlich haben wir starke Spuren und Blessuren aller Art vorzuweisen. Teppich verlegen, Sitze ausbauen, das alles sind für uns ungeübte Arbeiten. Entsprechend zerrte dies doch etwas mehr als erwartet an Kraft und Substanz.

Wie geschlagene Kreuzritter machen wir uns auf den Weg ins gelobte Land. In den gelobten Urlaub. Endlich. Ab heute haben wir Spaß, koste es, was es wolle!

Gegen 10:20 Uhr fahren wir auf die A 4 in Richtung Köln. Am Kreuz Köln- West geht es auf die A 1 und ab hier bis Hamburg immer noch geradeaus. Dem Meer und der Freiheit entgegen! Und ja, so langsam kehrt mit jedem Kilometer, den wir in Richtung Küste zurücklegen, auch das Glücksgefühl darüber zurück, in einem Wohnmobil zu sitzen. In einem EIGENEN Wohnmobil wohl gemerkt!

 

Nur die neue Reisegeschwindigkeit trübt ein wenig die Freude. Wir sind zwar auf der Abholfahrt für unser Wohnmobil auch nur 90 km/h gefahren, aber das war auch ganz bewusst so gewollt. Wir wollten ja nichts kaputt machen und so. Jetzt aber wollen wir vorwärts kommen und ausgerechnet das Gefühl der Bewegung, dass Vorankommen, das stellt sich nicht so recht ein!
Viel zu viel Zeit vergeht im Gefühl und Verhältnis zu den vorbeiziehenden Ortschaften neben der Autobahn. „Sind wir wirklich schon eine knappe Dreiviertelstunde unterwegs und hier ist erst kurz hinter Leverkusen?!“

Aber das gehört dazu, wenn man mit einem 23 Jahre alten Wohnmobil unterwegs ist und dieses auch nur 75 PS / 55 kw ohne Turbolader ausgestattet ist. Da kann man einfach nicht schnell mit fahren und hohe Endgeschwindigkeiten verlangen.

Macht ja auch nichts, wir sind im Urlaub. Nur müssen wir dieses „Entschleunigen“ als Wohnmobilnovizen erst noch lernen…

Mit dem Wohnmobil auf der Autobahn unterwegs

Letztes Jahr sind wir mit einem Wohnmobil (allerdings war dies ein Mietmobil mit über 100 PS) ans Nordkapp gefahren. Zwar auch nicht besonders schnell, denn die Spritrechnung war nach der ersten Gasfußtour astronomisch, aber 120 km/h war mit diesem allerdings drin!
Wenn man mal kurz im Sprint einen LKW überholen wollte, auch durchaus mehr. OK. Natürlich ist ein 23 Jahre altes Wohnmobil nicht mit einem modernen Wohnmobil von unserer Tour letztes Jahr vergleichbar. Logisch. Aber Tacho 100 und dann ist Schluss? Hmm.
Ist das reine „Entschleunigen“ selbst sicherlich nur ein Lernprozess für den eigenen Kopf, bedingt dieses leider auch ein ganz neues, unbekanntes Problem, dem wir uns nun als Neu- Wohnmobilisten stellen müssen!
Liefen wir bis eben noch mit etwas über 90 km/h laut Tacho im Windschatten eines LKW, der Kölner Ring ist recht schnell passiert, da trifft uns bei Remscheid auch schon die erste Steigung! Das bergische Land halt.
Und schwupps, wir achten mal einen Moment nicht so recht auf den Verkehr und ehe ich mich dann als Fahrer versehe, steht plötzlich 80 km/h auf dem Tacho! Mein Windschatten-LKW vor mir entfernt sich von mir! Das allein ist noch nicht schlimm (kostet ja nur mehr Sprit), aber viel schlimmer ist dafür der uns nun von hinten auf die Pelle rückende nachfahrende LKW! Der fährt fast in unseren Waschraum!
Sicherheitsabstand gleich null! Wenn er uns doch wenigstens wirklich anschieben und dies nicht nur vortäuschen würde!
Stattdessen zieht er nach ein paar Minuten raus und überholt, obwohl es laut Beschilderung verboten ist. Die Autobahn ist hier an der Steigung nämlich nur zweispurig und zugleich bemerke ich eine Autotraube, die sich hinter dem LKW auf der linken Spur bildet.

„Ist das ein A***“ flüstere ich mir in den Bart, als er an uns vorbei zieht (darf man A*** im Web schreiben? So wegen Jugendschutz und so?)
Ich gebe ein kurzes Reff ins Gas und lasse den Schnulli vorbei, signalisiere ihm kurz darauf sogar mit meinem Fernlicht, dass er nun gefahrvoll in meinen Sicherheitsabstand einfahren kann, was er auch sogleich tut.

Der kurze nur etwa 45 Sekunden andauernde Überholvorgang hat ausgereicht, um etwa 20 PKW auf der linken Spur hinter dem LKW auszubremsen!
Hieran sind wir, das erkennen wir gerade, passiv beteiligt! Auch daran muss ich mich gewöhnen. Was wir „entschleunigen“ nennen (müssen), kann für andere Verkehrsteilnehmer zur Geduldsprobe werden…

Das Bergische Land ist aber auch ein Graus für unseren Wohni! Geht es bergauf, geht es für uns stets auf 80 km/h runter. Fällt die Geschwindigkeit gar auf 75 km/h im 5ten Gang, hilft nur das Herunterschalten in den 4ten Gang! Mit quälend- aufheulendem Motor quittiert Wohni unsere Schaltaktion! OK, das geht also auch nicht.

Zu unserem Glück passiert das, was sonst auch immer auf der A 1 passiert, wenn wir an die Küste wollen: Stau!
Wir stehen ein paar Mal in diversen Baustellen und verschenken trotz Mittagszeit (also eigentlich asynchron zum Berufsverkehr) etwa 45-60 Minuten unserer wertvollen Urlaubszeit an die Staus.
Immerhin bremsen wir aber niemanden mehr aus. Das ist doch auch schon was! Ich werde wohl lernen müssen, mit dem Wohnmobil deutlich vorausschauender zu fahren, um Verkehrssituationen wie die vorhin zu vermeiden, wenn es in meiner Macht liegt. ..

Die Reise selbst versüßen wir uns übrigens mit dem letzte Woche bestellten Hörbuch „Ein Mann ein Fjord“ von Hape Kerkeling. Echt eine tolle Geschichte und wenn Herr Kerkeling diese auch noch selber liest, wird die Geschichte gleich doppelt lebendig! Ein wirklich tolles Hörbuch für eine Reise mit dem Wohnmobil. Auch, wenn unsere Tour jetzt wohl „nur“ bis Dänemark führt und wir den hohen Norden mit Skandinavien, wo die Geschichte aus Hape Kerkelings Hörbuch mehrheitlich spielt, leider nicht erreichen werden.

Gegen 13 Uhr bekommen wir Hunger, immerhin haben wir den Vormittag damit verbracht das Wohnmobil zu packen, anstatt ausgiebig wie sonst an einem Urlaubstag zu frühstücken.
Notgedrungen übrigens!
Wir sind ganz offensichtlich noch nicht ausreichend geübt darin, ein Wohnmobil zu packen. Obwohl wir gestern Abend noch der Meinung waren, praktisch alles fertig gepackt zu haben, brauchten wir fürs packen heute Morgen dann doch nochmals knappe 2 Stunden! Klar, dass da kein Frühstück mehr drin war. Und logisch, dass uns nun der Magen knurrt!
Wir steuern, obwohl wir in läppischen 3 Stunden erst knappe 200 km weit gekommen sind (!), einen Autohof an.

Zuerst fahren wir einem Schild folgend, nur um festzustellen, dass der Autohof neben der Tankstelle nur Burger King als kulinarisches Highlight anzubieten hat. Hmm. Das passt nicht so recht zu unserem neuen Reisestil! Es darf jetzt durchaus etwas authentischeres sein! Daher drehen wir flugs auf dem Parkplatz und steuern wieder die Autobahn an. Wenigstens auf der Autobahn sollte es an einem Rasthof noch Pommes mit Currywurst oder ein echtes Schnitzel geben.
Es nähert sich auch just in diesem Moment ein Schild für die nächste Raststätte, als mir gerade noch rechtzeitig der Autohof- Führer einfällt, der bei der letzten Ausgabe der „Pro-Mobil“ dabei war. Perfekt!
Denn in diesem kleinen Verzeichnis für das Handschuhfach entdecken wir nur 2 Ausfahrten weiter den „Autohof des Jahres 2005“, den Motorpark Lohne. Das schauen wir uns gerne an!

Um 13:45 Uhr verlassen wir die Autobahn und stellen unser Wohnmobil mit stolz geschwellter Brust auf dem Parkplatz ab, als sei es ein 18-Wheeler auf einem Highway irgendwo in Amerika auf der Route 66!
Passend zu diesem Gefühl nehmen wir wohlwollend in der Nachbarreihe gleich 6 gelbe Porsche 911 zur Kenntnis. Wir fühlen uns spontan in die USA und an den Checkpoint eines kleinen Cannonball- Rennens erinnert.
Auch, wenn es meiner Frau nicht gefällt, ich glaube, ich würde mal kurz das Wohnmobil für einen der gelben Flitzer eintauschen. 😉
Wer braucht schon einen Kühlschrank im Auto, wenn er mit 250 km/h und mehr über die Bahn fegen kann?

Nun, um dem Truck und Road- Gefühl weiter gerecht zu werden, stiefeln wir breitbeining wie alte Cowboys in den Rasthof.  Was uns gleich gut gefällt, ist die offene Atmosphäre hier. Für Kinder gibt es eine Spielecke und einen Spiel- LKW aus Holz. Die Toiletten sind sauber und niemand verlangt Kleingeld oder einen 50 cent für einen Sani-Gutschein von mir. Das ist doch schonmal positiv! Jetzt muss es nur noch auf dem Teller stimmen…

 

 

Wir finden ein nettes Plätzchen nah (aber nicht zu nah) an der Fernfahrerecke. Wir gehören zwar zum fahrenden Volk dazu, sind aber dennoch eine eigene Kaste irgendwie. Jedenfalls würden wir, wenn sich andere Gäste mit dem Wohnmobil hierin verirren, sie wohl spontan an unseren Tisch heranwinken. 😉

Aus dem Angebot der Speisekarte bestelle ich den Spareribs Teller. Anja versucht hingegen den Fernfahrerteller (3 Sorten Fleisch mit Bratkartoffeln). Zum trinken gibt es 1x 0,5l Cola Light für mich und 0,5l Apfelschorle für Anja.

Das Essen kommt recht schnell (Zeit ist Geld im Fernfahrergeschäft) und so können wir nach nur etwa 15 Minuten Wartezeit unseren Hunger stillen.

Der Fernfahrerteller von Anja ist ganz besonders zu empfehlen! Hier nasche ich ein paar Mal und als Anja nicht mehr aufessen kann, bekomme ich ihre übrig gelassenen Fleischspezialitäten, sie bekommt dafür meinen Salat. Win-Win für uns beide.
Trotzdem schaffen wir es nicht, alles aufzuessen. Es ist einfach zu üppig! Für echte Fernfahrerportionen sind wir offenbar noch zu ungeübt. Aber das kommt sicher noch.

Zu zahlen sind übrigens nur 20,80 €, die ich auf 22 € aufrunde, das Essen war wirklich lecker und die Bedienung sehr nett! Wenn wir nochmals mit leerem Magen hier durch kommen, werden wir bestimmt wieder anhalten!

Gegen viertel vor 3 sind wir mit dem verspäteten Mittagessen fertig und gehen anschließend ein wenig spazieren. Für die Verdauung. Ein Mittagsschläfchen wäre auch noch eine Idee. Aber im Kopf zu realisieren, dass unser eigenes Bettchen nur wenige Meter entfernt steht, das schaffen wir einfach noch nicht. Alles ist einfach noch zu neu! Man muss sich sogar mehr oder minder überwinden, dass man nicht anfängt sich ein Hotel für die Nacht zu überlegen! Noch immer ist es total ungewohnt, nicht mehr (bzw. nur rudimentär mit einem Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz) von fremder Infrastruktur abhängig zu sein. Aber wir lernen ja noch…

Im Shop des Autohofs kaufen wir noch ein Päckchen Kaugummi und eine Bild-Zeitung für heute Abend zum Lesen. Beste Urlaubslektüre.
Gegen 15 Uhr machen wir uns dann wieder auf den Weg.

 

Ein Blick in die Karten und auf die Uhr offenbart: Unser Tagesziel Dänemark können wir uns wohl abschminken, das erreichen wir auf keinen Fall mehr heute! Zumindest nicht, wenn wir noch einigermaßen im Hellen ankommen wollen. OK. Pech. Dann bleiben wir eben auf der deutschen Seite.

Wir wollen es auf jeden Fall noch etwa bis zur Höhe Schleswig- Holstein und idealerweise auf eine Linie mit Flensburg schaffen. Wenn das klappt, hätten wir schon ein gutes Stück geschafft und müssten dann morgen nur noch über die Grenze hüpfen. Nachdem wir morgen früh, vor dem Grenzübertritt, nochmals den deutlich günstigeren Diesel gegenüber dem Dänemark- Preis getankt haben werden versteht sich.

 

Die Fahrt auf der A 1 geht also weiter, das flache Land entspannt die Situation für unseren Motor, wir fahren im Schnitt zwischen 90 und 100 und überholen dabei nun selbst so machen LKW.

Ein oder zwei andere Wohnmobile überholen wir sogar auch.
Klar, dass wir dabei sofort winken! OK, nicht mit einem lässigen Antippen der Stirn, sondern eher so, wie man wohl im Allgemeinen Neulinge von den alten Hasen unterscheidet. Eben grob motorisch und überschwänglich! „Schaut mal rüber, WIR gehören jetzt auch dazu!“
Neben dem Zurückwinken ist auch so manches Grinsen dabei. 🙂

Na endlich!
Das fand ich letztes Jahr so toll! Offenbar sind die Wohnmobilfahrer eine große Familie.
Wie blöd schauten wir letztes Jahr aus der Wäsche, als uns gleich das erste uns entgegenkommende Wohnmobil gegrüßt hat. Und dann das zweite und das dritte! Und wir dachten zuerst, die wollten uns warnen. Vor einer Radarfalle, vor einer offen gelassenen Dachluke. Irgendwas. Bis wir kapierten, dass die uns meinen! Von dem Tag an wollte ich irgendwie dazu gehören!
Zurückgrüßen! Für eine Sekunde auf der Straße Weggefährten mit dem gleichen Drang nach Freiheit treffen und so schnell, wie sie ins Leben getreten sind, uns von einer Sekunde des gemeinsamen Lebensweges auch wieder verabschieden. Entlassen in die jeweiligen Träume von Freiheit.
Jetzt gehören wir dazu. Der Besitzerstolz über ein eigenes Wohnmobil ist so stark, wie auf den ersten Kilometern bei der Abholung.
Nun haben wir ein eigenes Wohnmobil und mit dem Wunsch dies der ganzen Welt mitzuteilen machen wir von unserem „Grußrecht“ recht ausgiebig Gebrauch.
Ich gebe natürlich zu, dass sich dies auf der Autobahn als recht schwierig erweist.
Zwischen uns und den potentiellen Grüßern der Gegenfahrbahn liegen immerhin mindestens 2 linke Fahrspuren UND der Mittelstreifen! Daher klappt das mit Grüßen über die Fahrstreifen hinweg doch recht schlecht. Aber was wir überholen wird gegrüßt.
Wir gehören nun zum fahrenden Volk, Zigeuner oder Könige der Landstraße, Nomaden der Autobahn!

 

Gegen 17 Uhr erreichen wir Hamburg, besser gesagt wir erreichen den Stau vor dem Elbtunnel in Hamburg. Das trifft es eher. Grrrrrr! Das es hier an diesem Nadelöhr nie weitergeht!
Wir stellen den Motor ab und warten etwa 15 Minuten lang etwa 1 km entfernt vor der Einfahrt des Elbtunnels.

Aber auch diese Zwangspause geht sogar völlig problemlos dank Kaltgetränken aus dem Kühlschrank und Hape Kerkeling aus dem Radio irgendwann vorüber. Das ist eine weitere Erkenntnis dieser ersten entschleunigten Reise! Wenn du über die Autobahn jagst, getrieben von Uhrzeiten oder nur dem Drang, schnell irgendwo anzukommen, dann ist der „Sturz“ aus dem schnellen Vorwärtskommen in den Stand eines Staus deutlich heftiger! Jetzt aber sehen wir das total entspannt! Besonders, weil du im Stau die Annehmlichkeiten deines eigenen Wohnmobils genießen kannst! Dauert das hier länger, können wir sogar auf die Toilette…
Aber bevor wir die Bordtoilette auf Stautauglichkeit testen können, geht es weiter…

Es staut sich nochmals kurz nach Hamburg, dann wird es aber abrupt leerer und wir haben fast ganz freie Fahrt, sogar fast ohne LKW! Super! JETZT kommen wir endlich vorwärts! Wenn da nur die Tankanzeige nicht wäre!

Nur noch 54km bis Flensburg, das schaffen wir!

Die Lampe ist vor ein paar Kilometern angegangen und zählt uns an, einen baldigen Tankstopp einzulegen. Oha! Aber in Panik verfallen wir deswegen noch nicht.
Ich verlasse mich in solchen Situationen meist auf mein Gefühl und erwarte, dass die Tankuhr hier in etwa so genau schätzt, wie sie es in meinem Fiat Bravo oder auch unserem Zweitwagen, einem Fiat Cinquecento, tut.
Geht da die Lampe in einem unserer Fiats an, haben wir noch locker etwa 80km frei, wenn man sparsam fährt. Bleibt man auf dem Gas, sind es mindestens immerhin noch 50km. Diese hoffentlich durch alle Fiats kompatible Erkenntnis übertrage ich mal auf das Wohnmobil und verlangsame die Marschgeschwindigkeit auf knapp unter 90 km /h.
Das sollte Sprit sparen und somit mindestens bis Flensburg reichen. Bis dorthin sind etwa noch 54km, die wir gar nicht ausfahren müssen! Denn wir wollen sogar eine Ausfahrt vor Flensburg abfahren, wo Anja aus dem ACSI- Campingführer, den wir in der Restausgabe 2006 vor dem Obelink letzte Woche geschenkt bekommen haben, einen kleinen kostengünstigen Campingplatz für unsere erste Übernachtung im eigenen Wohnmobil herausgesucht hat.
Dort im Örtchen wird es mit Sicherheit auch eine Tankstelle geben.

Tatsächlich schaffen wir es auch noch problemlos bis zur Ausfahrt.
Wir verlassen die Autobahn und durchfahren eine Kurve, als unser kleiner Diesel plötzlich kein Gas mehr annehmen will! Der Motor sprotzelt noch ein wenig, dann geht er einfach aus!
NIX!
Wir rollen aus, der Tank scheint leer! LEER! Und das nur wenige Kilometer vor dem Ziel.
Auch der Tageskilometerzähler zeigt mit Hohn 592km an, nur 8 km hätten uns zu den 600 mit einer Füllung gefehlt. Puh!

Wir lassen das Fahrzeug ausrollen und kommen an einem Verzögerungsstreifen parallel zu einer hier verlaufenden Bundesstraße zum Stehen.
Zuerst denke ich noch, dass durch das Einlenken und die Fliehkraft ind er Kurve die Restmenge Diesel im Tank zur Seite geneigt wurde. Wenn wir in der Geraden stehen, pendelt sich das für die nötigen restlichen 2 Kilometer vielleicht wieder ein!
Aber ich drehe und drehe den Motor durch, er will einfach nicht mehr starten.
MIST!

Es macht keinen Sinn hier lange den Anlasser zu orgeln.
Dadurch saugt sich der Ansaugtrakt des Diesel nur noch weiter mit Luft voll, eine dreckige und schwierige Entlüftungsaktion wäre die Folge.
Andererseits: Hier müssen wir weg! Wir stehen zwar nicht direkt in unmittelbarer Gefahr, unser Standort ist für den vorbeifahrenden Verkehr auf etwa einen Kilometer einsehbar, aber hier ist auch nichts in der Nähe, wo man hin könnte. Wir stehen halt einfach an einer Landstraße.

Mir fällt spontan der Liter Rapsöl ein, den ich noch zum Gag dabei hatte.
Habe meine Schwester damit schon mal überrascht, als ich einen Liter Rapsöl in den 3 / 4 vollen Tank gekippt habe und sie mit offenem Mund dabei gestanden hat, wie ich das nur tun kann!
Dies ist aber ein echter Vorteil des einfachen Wirbelkammerdiesels ohne Turbo!
Wenn schon keine Leistung, so fährt dieser doch immerhin mit Rapsöl, zumindest im Sommer bei ausreichenden Temperaturen und gemischt mit mindestens 50 % Diesel.
Um nun hier weg zu kommen wage ich nun das Experiment.
Ich kippe den einen Liter Rapsöl aus unserer Bordküche in den Tank und hoffe das Beste!
Gleichzeitig mache ich einen einfachen Dreisatz im Kopf auf: „Wenn ich mit 12 Liter Diesel 100 Kilometer weit kommt, wie lange reicht dann ein Liter Rapsöl?“
1,2 Liter sollten doch für 10 Kilometer reichen, oder?
Also 4-5 km sollten damit doch drin sein! Und so starte ich den ersten Versuch mit 100 % Rapsöl den Motor zu starten.

Erst mal tut sich nichts nur der Anlasser dreht und orgelt zuverlässig weiter den Motor. Braves, robustes Teil. Dennoch befürchte schon das schlimmste und mich überkommt der Gedanke von der langwierigen Abluftaktion der Dieselanlage!
Ich ziehe ein letztes Mal am Choke und plötzlich, in einer explosionsartigen Wolke, erwacht der Motor zum Leben!
Etwa die Hälfte des Rapsöls dürfte nun schon aus dem Auspuff sinnlos verblasen worden sein, die Drehzahl lag mindestens bei 4000 rpm, als der Diesel zu neuem Leben zurückkehrte!

„Nun schnell den Choke rein, und los“ denke ich mir, während uns gleichzeitig der herbe Duft von frittierten Pommes umgibt!
Wo kommt das nur her? Ist eine Pommesschmiede in der Nähe?
Nach näherem Naseriechen wird schnell klar: „das sind wir!“
Das Rapsöl im Tank bzw. wenn es verbrannt wird, riecht eben total lecker nach Pommesbude… 😀
Mjam, ganz toll, jetzt hab ich Hunger! Aber das muss warten…
Ganz gefühlvoll mit dem Gas umgehen lautet nun die Devise!
Der Rudolf läuft zwar etwas unrund, aber er läuft! So machen wir uns auf den Weg und fahren den 1 km nach Jarplund. Hier soll nämlich auch der Campingplatz sein.
In Jarplund angekommen geht uns aber leider doch ein weiteres Mal nach etwa 1,5 km Fahrt der Sprit aus. Als ich die Kupplung trete, geht auch zugleich der Motor aus, wir rollen saft- und kraftlos eine kleine Einfahrt runter.

Mangels Diesel strandet unser Wohnmobil in der Pampa. Mist.

 

Am „Ochsenweg-Ost“ stehen wir nun auf einem Sandplatz und überlegen, was zu tun ist. Fahrrad abspannen und zur nächsten Tanke radeln? Kanister dort kaufen (wieder Geld ausgeben) und dann zurück radeln? Ds ist doch blöd.
Ich entscheide mich für die komfortablere Lösung, ich entscheide mich für den Automobilclub und rufe den ADAC!
Mir ist es natürlich etwas peinlich extra deswegen jemand raus rufen zu müssen, aber es nützt ja nichts. Ich habe keinen blassen Schimmer, wo hier eine Tanke ist und einfach so blind drauf los zu fahren, ist ja auch nicht gerade hilfreich.
Die Dame der Hotline meint, dass innerhalb der nächsten Stunde jemand bei uns wäre. Der Fahrer würde uns kurz vorher anrufen. OK. Wieder Zwangspause. Ein Blick über die Kreuzung in die verlaufenden Straßen ist nichts zu erkennen, was eine Tankstelle vermuten lassen könnte.

Tja da stehen wir nun!
Saft- und kraftlos gestrandet nur 800 Meter (so sagt es das Schild an der Hauptstraße) entfernt liegt der Campingplatz.
Aber da beißt die Maus keinen Faden ab, mangels Treibstoff kommen wir und der Campingplatz nicht zusammen.

Nach nur etwa 20 Minuten Wartezeit klingelt zu unserer Überraschung aber schon das Handy und der Techniker des ADAC trifft weitere 5 Minuten später bei uns ein. Super!
Der Techniker ist skeptisch, als wir ihm unser Malheur und besonders unser Abenteuer mit dem Rapsöl beschreiben. Er ist fast sicher, dass er sich jetzt beim Entlüften die Hände schmutzig machen wird. Dennoch kippt er natürlich erstmal den so heiß ersehnten Dieselkraftstoff in unseren Tank. 5 Liter genau.
Dann bittet der Techniker uns den Motor zu starten.
Wir tun wie geheißen, orgeln ein wenig und mit einem Schütteln ist er da! Er läuft! ER LÄUFT!
Juchei!
Erleichtert wirft der Techniker die Haube unseres alten Ducato zu. Und auch wir sind froh, dass der Diesel ohne große Sauerei wieder brav vor sich hin nagelt und er uns eine Lektion erteilt hat, dass wir etwa noch 30km Restweg haben, wenn die Tanklampe zu leuchten beginnt.

Trotz sparsamer Fahrweise war nämlich heute nach nur 43 km Schluss mit Lustig. Gut zu wissen, gehört ja auch dazu, um sein Fahrzeug richtig kennenzulernen.
Nun geht es natürlich noch ans zahlen. Der Serviceeinsatz des ADAC selbst ist natürlich kostenlos, nur der Dieselkraftstoff kostet natürlich! Ist ja auch klar, sonst würde ja jeder beim ADAC, *äh*, tanken. 😉
Wir zahlen für die 5 Liter 6,50 € und geben dem Techniker noch ein kleines Trinkgeld für ein Flensburger Pils, dass er sich wegen unserer Dummheit wirklich verdient hat.
Im Gegenzug erhalten wir eine perfekte Wegbeschreibung zur nächsten Tankstelle. Klar, dass wir diese jetzt als allererstes ansteuern!

An der Tankstelle, weit weg von unserem Standort war sie übrigens nicht (das hätte man fast laufen können…) lassen wir den Diesel erstmal randvoll laufen.
Wir bekommen 67 Liter Diesel. Dann rechnen wir die 5 Liter des ADAC und unseren Liter Rapsöl hinzu.
So kommen wir auf 73 Liter.Bei einer Strecke von nun 602 km sind das etwa 12,1 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer.
Geht eigentlich. Ich hatte fast mehr erwartet. Aber gut, eine Fahrt macht noch keinen Durchschnittsverbrauch. Wir werden es auch auf dieser Tour noch erleben.

Nach dem Tanken steuern wir endlich den Campingplatz Jarplund an. Der Tag war jetzt wirklich lang und wir sind froh, nun irgendwo anzukommen und den Tag ausklingen lassen zu können.
Der Campingplatz Japlund wird uns für eine Nacht aufnehmen, wir zahlen fürs Wohnmobil, 2 Personen und Strom 14,50 €. Das ist in Ordnung.
Zugegeben gespart werden kann hier sowieso nicht. Was wäre die Alternative? Irgendwo am Straßenrand stehen? Das Wohnmobil mag uns rudimentär versorgen. Klar. Aber wir sind vom Kopf her einfach noch nicht so weit. Die Ereignisse rund um unsere Tour zum Nordkap vor einem Jahr, wo wir nachts im Schlaf unserer Habseligkeiten beraubt wurden, sind noch allgegenwärtig. Nein, da sind wir einfach noch nicht so weit. Vielleicht kommt der Mut ja mit zunehmender Anzahl an Touren zurück!
Wer reisen will, muss ja mutig sein!

Aber für den Moment ist der Campingplatz die beste Option.

Nachdem wir unsere Parzelle G3 eingenommen haben (die Parzellen sind ziemlich genau abgesteckt) machen wir uns an den Anschluss der Stromversorgung. Was zuhause aber problemlos geklappt hat, erweist sich hier nun als kleines unerwartetes Problem!
Wir haben alles eingesteckt und warten nun darauf, dass die elektrische Anlage den Dienst aufnimmt. Doch leider tut sich nichts und wir sind erstmal komplett ratlos.
Was ist denn nun?

Ein paar Minuten später kommt unser Nachbar zu uns, klopft und hat den Platzmeister im Schlepp.
Beide behaupten, unsere elektrische Anlage im Wohnmobil sei dafür verantwortlich, dass nun die ganze Reihe keinen Strom mehr habe?!
Kann doch nicht sein! Zuhause hat es doch funktioniert!

Demonstrativ schraubt der Platzwart schwer am Stromkasten der Reihe herum. Das ist mir dann doch ein wenig peinlich! Der Camping- Rookie gleich bei der ersten Nacht einen Kurzschluss verursacht, das ist ja ein toller Start in die Campingkarriere! Aber die Nachbarn nehmen es locker, inzwischen haben sich einige vor den Wohnwagen versammelt und unterhalten sich amüsiert.

Kurz darauf brennt in den meisten Wohnwagen wieder Licht! Geht doch! Aber nur ein paar Sekunden. Dann ist erneut die komplette Reihe dunkel!
„Du musst mal bei dir gucken was das ist!“ ruft mit der mit Unterhemd bekleidete Platzwart zu.
Ich drücke hier, probiere dort, ziehe dann die elektrischen Geräte aus den Steckdosen. Nichts scheint zu helfen. Gerade, als uns der Platzwart final den Stecker ziehen und uns die Nacht nur unserem Batteriestrom überlassen will, finden wir aber doch die Ursache

Der Sat- Receiver könnte kaputt sein! Als
Stecken wir den Dreierstecker ein, in dem er zusammen mit dem Fernseher steckt, flitscht die Platzsicherung. Lassen wir ihn ausgesteckt, haben alle Nachbarn Strom und wir natürlich auch. Puh!
Einerseits bin ich natürlich froh, dass wir die Ursache doch noch gefunden haben und wir gleich in der ersten Nacht doch nicht auf Strom verzichten müssen.
Andererseits bekomme ich so etwas wie eine dunkle Vorahnung, dass der Kauf eines Wohnmobils, welches seinen Zenit eigentlich schon lange überschritten hat, vielleicht doch nicht die beste Idee war.

Ja, ich gebe es zu, ich bin fertig mit dem Wohnmobil! Aus Affekt heraus würde ich es wahrscheinlich sofort verkaufen, wenn jemand um die Ecke kommt und uns spontan 50 Euro bietet! Immerhin der Tank wäre fast voll!
Was ist das nun für ein plötzliches Tief nach dem euphorischen Hoch nach dem Kauf? Ist das normal?
„Habt ihr Strom?“ unterbricht der Platzwart.

„Ja, nein, vielleicht. Kann sein!“ stottere ich.
„Erste Fahrt?“ der Platzwart schmunzelt.
„Ja.“ Flüstere ich fast kleinlaut zurück und ärgere mich über unser Wohnmobil, dass ich noch nicht einmal irgendwo über so etwas Simples wie eine Kontrolllampe ob in unserem Wohnmobil sofort auf einen Blick sehen kann, ob wir Strom haben, oder nicht!

Im AutoRoller, dem Mietmobil von unserer Nordkaptour letztes Jahr war an der Eingangstür eine Diode des Bordkontrollgerätes, die mich durch Leuchten zuverlässig über vorhandenen 220V Strom informiert hat.
Diese fehlt hier.
Was tun?
Spontan stecken wir ein elektrisches Gerät in die Kabeltrommel an um herauszufinden, ob hier nun Strom ankommt. Und das ist so. Auch innen funktioniert der Fön, wie Anja kurz darauf im Badezimmer testet. Strom wäre also da.

Der Platzmeister ist freundlich und bleibt noch eine Weile bei uns, damit wir unsere elektrische Anlage testen können.
Sehr nett von ihm und so bekommt er durch mich und unseren erfolglosen Versuchen, doch noch die Ursache für den defekten Sat- Receiver zu finden, noch etwa weitere 10 Mal die Gelegenheit die Sicherung stets wieder einzuschalten, nachdem unser Receiver diese wieder „erfolgreich“ ausgelöst hat.
Tja. So bleibt er wenigstens in der Übung. 😉

Es nützt nichts. Damit ich den Unmut der anderen Platznutzer nicht auf mich ziehen muss, erkläre ich vor versammelter Mannschaft den Sat-Receiver als defektes Gerät geortet zu haben und verspreche feierlich, das wir das Gerät heute Abend nicht mehr einstecken. Wer brauchst schon ein langweiliges TV- Programm, wenn sich inzwischen gefühlt der halbe Campingplatz vor unserem Wohnmobil versammelt hat und dem steten Treiben zweier kühner Campinganfänger beizuwohnen?!
Es wird gestikuliert, diskutiert, gute Ratschläge erteilt, verworfen und gegen bessere Ratschläge ersetzt. Wären wir nicht live dabei, stünden wir nicht hier als Betroffene sondern würden dieses Kabarett stattdessen zuhause im Fernsehprogramm (entweder wäre es eine Spiegel TV Doku oder eine beklemmende Realitätsstudie irgendwo auf arte…) mitverfolgen, es wäre wahrscheinlich sogar amüsant.

Nachdem wir die Meute durch unser Versprechen den Sat- Receiver vom Stromnetz zu verbannen öffentlich proklamiert haben, kehrt der Friede wieder ein.
Für einen Moment bleibt die Menge unschlüssig zurück und man sieht anhand der Gesichter dass sie erwarten, ob da jetzt noch etwas kommt, oder das Schauspiel für den Abend wirklich beendet ist. Ich glaube wenn ein spontaner Geschäftsmann mit einem Bauchladen Würstchen und Bier anbieten würde, gäbe es wohl noch ein nettes Beisammensein. 😉
So aber löst sich nach einigen Momenten der Unsicherheit die Gruppe allmählich auf.
Als einer der letzten geht der Platzwart und klopft mir auf die Schulter. „Wird schon!“ gibt er zum besten.

Jaja. Der hat ja nicht nur den Schlüssel zum Stromkasten, sondern auch gut reden. Ich aber bleibe als armer Tropf zurück.

Zuerst setze ich mich draußen auf meinen ausgefalteten Campingklappstuhl für 10 Euro und sinniere über mein Leben.
War das wirklich so eine gute Idee ein eigenes Wohnmobil zu kaufen? Wäre nicht ein aktuelles Mietmobil wieder die bessere Wahl gewesen? Was habe ich mir nur dabei gedacht?
Der Kühlschrank kühlt nicht richtig, der Fernsehempfang will nicht, wir haben kein Kassettenklo, der Diesel fährt nur 100 mit gut zureden, das Bett knarrzt wenn man sich rein legt, wir leben optisch in den 80er Jahren im Gelsenkirchener Barock, haben zwei Tische statt einem gemütlichen Sofa, kurzum mir fallen tausend Dinge ein, die mich aktuell stören! Mit Spritmangel liegen bleiben kommt dabei noch erschwerend hinzu, obgleich das natürlich eigene Blödheit ist. Aber ein Verbrauch von 12 Litern oder eben mal kurz ausgegebenen 70 Euro für Diesel nur für die Hinfahrt und dann noch nicht einmal bis Dänemark gekommen zu sein, das ist schon deprimierend.
Unter normalen Umständen wären all diese Ereignisse streng genommen ja gar nicht so schlimm.
Wenn man aber den ganzen Stress der letzten Wochen aus dem Berufsleben dazu rechnet und der Urlaub nun auf einmal so gar nicht mehr die gewünschte Erholung und das Gefühl der Freiheit weg von all dem Druck vermitteln mag, dann ist das schon ernüchternd.

Es ist meine liebe Frau, die sich mit purem Optimismus der Situation stellt.
Sie meint einfach: “Dann gibt es eben kein TV-Programm, macht auch nichts“ und macht sich ans häusliche Einrichten, um das Wohnmobil für unsere Übernachtung schön zu machen.

Zunächst brauche ich noch etwas Zeit zum Schmollen, dann pflichte ich ihr jedoch erst mal bei. Was bedeutet schon ein stressiger Nachmittag und Abend? Eine Schwalbe macht ja auch noch keinen Sommer! Heute Abend kann ich sowieso eh nichts mehr dran ändern!
Also lassen wir den Sat-Receiver heute eben wirklich unbenutzt und lassen den Abend einfach ausklingen!
Bei einem schönen Abendessen! OK, wir haben zwar nichts einkaufen können, das war eigentlich geplant und wurde von unserem jähen Fahrtende verworfen, aber wir haben noch ein paar Bordvorräte!

Zum Abendbrot gibt es ein paar knusprige Salzstangen und einen herzhaften Apfel.
So haben wir uns Camping zwar nicht vorgestellt, aber Apfel und Salzstangen ist mehr, als wir für gewöhnlich an Nahrungsmitteln im Auto durch die Gegend fahren. In soweit haben wir uns -dank des Wohnmobils- schon verbessert und irgendwie passt es auch zur Situation wie die berühmte Faust aufs Auge. Das Wohnmobil ist karg, unser Strom ist karg, unser Essen ist karg. Und dennoch sind wir reich! Weil wir nicht zuhause vor dem Fernseher sitzen, sondern schon morgen Dänemark sehen werden! 🙂

Nach dem Essen freuen wir uns, dass wir nicht viel zum Abwaschen haben. Wir besuchen noch kurz die Dusche, werden unterwegs sehr nett und freundlich gegrüßt und ziehen uns danach ins Wohnmobil zurück. Ein wenig wird dann noch am Reisebericht getippt und dann geht es ab in die Koje. Wobei es der Ausdruck Koje wirklich ganz genau trifft. Der Platz im Bett hier oben im Alkoven unseres Wohnmobils  ist äußerst beschränkt und weist deutliche Parallelen zu den Kojen in einem U- Boot auf…

5 Kommentare

  1. Und noch ein WordPress Tipp:

    Beim Publizieren der Beiträge am besten gleich als Datum den damaligen Reisetag einstellen, dann passt es automatisch mit der Reihenfolge und auch andere Dinge, wie Datumsarchiv usw. können später mal benutzt werden.

    Viel Erfolg mit dem Website!

    • Danke! Die Frage habe ich mir schon gestellt und mich geärgert, dass ich die Beiträge alle streng chronologisch nachpflegen muss. Aber den Tipp mit dem Datum kannte ich noch nicht.
      🙂
      Gruß
      Björn

  2. Zu dieser Beobachtung: „Für einen Moment bleibt die Menge unschlüssig zurück und man sieht anhand der Gesichter dass sie erwarten, ob da jetzt noch etwas kommt..“

    Auf vielen Campingplätzen würde in so einer Situation noch „gemeinsames Sache auf den Grund gehen, Stecker zerlegen, Ersatzteile zusammensuchen, fachsimpeln, zusammenbauen, nochmal von vorn, bis es dann schliesslich geht und dann ein Bierchen“ kommen.

    Schöner Bericht, werde wiederkommen zum weiterlesen…

    • Ja, heute wissen wir das auch. 😀
      Damals aber waren wir noch blutjunge Anfänger und so recht traute sich keiner am Platzmeister vorbei irgendwie. Der nahm die Sache in die Hand und die anderen blieben, ich nenne es mal respektvoll, hinter ihm zurück. 😉

  3. Beim nächsten mal „Tank leer“ Situation einfach die 800m mit dem Fahrrad zum Campingplatz radeln? Dort hätte sich sicher jemand mit Kanister und sonstiger Hilfe gefunden…

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