Aufstehen müssen wir heute mit Wecker, denn wir wollen auf keinen Fall das Frühstück verpassen.
Geschlafen haben wir eigentlich recht gut, nur das Teilen einer Decke ist wie in den meisten Hotels keine schöne Sache.
Früher hat uns beiden das Schlafen in den verschiedensten Hotels wenig ausgemacht (mal abgesehen von dem Ekelhotel in London), aber heute sieht die Sache anders aus.
Ob es am Wohnmobil liegt? Man ist hat sich ja mittlerweile auch irgendwo daran gewöhnt unterwegs sein bequemes und vor allem sein eigenes Bettzeug dabei zu haben.
Hier muss man das nehmen, was man bekommt. Wenn man so wie ich gern mit dem Kopf hoch schläft, ist Improvisation gefragt. Die Kissenwürste (die ihren Namen zu Unrecht tragen!) sind für mich ein Greuel. Und so hatte ich mir die Tagesdecke unter das Kissen gelegt, um einigermaßen erhöht schlafen zu können. Hat geklappt und ich habe auch schon schlechter geschlafen…

Das Frühstück ist bei unserem HRS- Angebot natürlich wieder inklusive (perfekt als Stärkung für den Tag!)  und so fahren Anja und ich schon gegen 9 Uhr mit dem Fahrstuhl runter zum Frühstückstisch.
Ela und Susi brauchen noch etwas länger, ich schätze mal, dass dies daran liegt, dass 2 Mädels ein Badezimmer teilen müssen. Ich bin da ja recht schnell…
Macht aber auch nichts, so können Anja und ich uns schon mal einen Tisch reservieren.

Das Frühstück wird quasi in den Katakomben des Hotels serviert. Man geht also an der Rezeption vorbei (der Fahrstuhl fährt nur bis hier und nicht tiefer), die Treppe herab, dreht sich um 180° und geht eine weitere Treppe herab, dann immer den Geräuschen nach.

         
Die massive Marmortreppe hinab in den Keller…                      … und dann immer den Geräuschen und dem Duft hinterher

Eine Art Gewölbekeller empfängt uns, wir suchen uns gleich mal einen passenden Tisch und lassen uns nieder.
Sofort ist eine nette Serviererin zur Stelle und fragt uns, ob wir Kaffee mögen.
Von der Preisliste wissen wir, dass nur der reguläre Kaffee in den Kannen kostenlos sei, besondere Kaffeearten (wie Cafe Latte z.B.) soll extra kosten.
Aber das ist uns egal und so bestellt Anja sich erstmal einen leckeren Cappuccino.
Ich mag eh keinen Kaffee und werde daher mit Saft und Milch abgefüllt.

Das Frühstück ist typisch, ich sag mal, erweitert kontinental.
Es gibt keine Wurst oder Käse, aber auf Marmelade und Tost beschränkt es sich auch nicht.
Die Italiener mögen offenbar gern süße Sachen zum Frühstück, denn neben den üblichen Brot- und Toastsorten haben wir eine große Auswahl an allerlei süßen Sachen. Angefangen bei Croissants und Hörnchen geht die Auswahl über Kuchen bis hin zu süßem Zwieback.
Für aufs Brot drauf steht auf jedem Tisch eine dreistufige Schalenpyramide bereit, die allerlei Arten von Marmelade, Nutella (die echte Nutella) und einiger weiterer Cremes bereit hält (Walnusscreme zum Beispiel).
Unser Pyramidchen ist gut gefüllt, da ist auch die sonst in Hotels gern mal fehlende Erdbeermarmelade dabei.

         
Unsere Frühstückspyramide mit Brötchen                                 Blick zur Kaffee-Bar

Ich habe mir bereits meinen Teller am Brotbuffet gefüllt und mich wieder hingesetzt, Anja ist derweil auf „Futterschau“, da kommt erneut eine Gruppe Westasiaten in den Raum.
Die Leutchen sind alle in Gewänder gekleidet und haben alle einen roten Punkt auf der Stirn.
Man fällt schnell in das Klischee, das gebe ich zu, aber auf den ersten Eindruck sehen die Leutchen aus wie Inder oder Pakistani.

Das allein ist ja kein Problem, dann aber wird es interessant.
Die Gruppe setzt sich abseits und beginnt dann das Buffet zu stürmen.
Auch das ist noch ok (machen wir Deutsche auf Mallorca ja auch…), aber dann wird es komisch.
Eine dicke Dame kommt an unseren Tisch und will gerade anfangen sich aus unserer Pyramide (obwohl deren Pyramide auch gut gefüllt ist!) die leckere Erdbeermarmelade und die echte Nutella mopsen.
Normalerweise teile ich ja gern, wenn wir von allem genug haben, aber bitte, kann man dann nicht was sagen?
Kommt wortlos an unseren Tisch und fingert in unserer Pyramide herum! 😮
„HALLO?!“ entkommt es mir und das in einer ziemlichen Lautstärke.
Die Dame scheint mich nun endlich zu bemerken, zuckt zurück und lächelt mich an.
„This is ours!“ lasse ich quasi als verbale Territorialansprüche folgen.
SO geht es ja nun nicht!
Die Dame scheint dem Englischen nicht mächtig zu sein (oder sie will es gerade nicht sein), hat aber auch ohne Sprachverständnis verstanden, was ich mitteilen will.
Sie guckt komisch, grinst dann und untersucht daraufhin die Pyramide am unbesetzten Nachbarstisch.

Wie ich schon schrieb sind die Pyramiden alle gleich gut gefüllt (warum sollte es auch anders sein?) und so gibt sie nach der Untersuchung einer weiteren Pyramide die Feldforschung auf uns kehrt mit einer Hand voll Marmelade und Nutella an ihren Tisch zurück.

Anja kommt vom Frühstück holen zurück, sie hat nur beiläufig das Finale der Szenerie mitbekommen.
Ist auch besser so, Anja sind solche Dinge unangenehm…
Nach unserer ersten Frühstücksrunde (ich liebe die kleinen Blätterteig- Cracker mit Schokofüllung, sehen aus wie Mini- Füllhörner!) treffen auch Ela und Susi endlich bei uns ein, nun frühstücken wir gemeinsam und beratschlagen uns, was wir heute am Abflugtag noch von Rom sehen wollen.

Gegen viertel nach 10 sind wir mit dem Frühstück fertig.
Wir kehren erstmal zurück auf unsere Zimmer, um unsere Taschen zu packen und uns dann stadtfein zu machen.
Da ich schon in „Grundstellung“ stadtfein bin, kann ich mir dieses ersparen und kuschele mich ein letztes Mal ins Bettchen.
Auch 10 Minuten Augen zu könnten später im Laufe des Tages die notwenige Reserveenergie sein, wer weiß was sich die wilde Weiberhorde heute ausgedacht hat ;-)…
Nachdem wir alles gepackt haben gehen wir alle (natürlich hintereinander) ein letztes Mal auf die Toilette und verlassen dann die Zimmer.

Auschecken geht genau so einfach, wie das Einchecken, alles verläuft glatt und ohne Probleme. Wie gebucht bezahlen wir für unsere Zimmer 117,80 Euro, bezahlt wird problemlos mit der Kreditkarte.
Für ein Zimmer mit Frühstück sind das 58,90 €, da kann man nicht meckern, das Preis/Leistungsverhältnis war in Ordnung.
Wir dachten übrigens während des Frühstücks, dass die Cappuccino extra berechnet werden, so stand es zumindest auf einer im Frühstücksraum ausgestellten Preistafel. Gefreut haben wir uns dann, dass der Cappuccino nichts extra gekostet hat, vielen Dank!

Auch in diesem Hotel (wie schon in vielen anderen zuvor) wäre es möglich gewesen unser Gepäck hier im Hotel zurück zu lassen, da wir jedoch nur leichtes Gepäck haben, müssen wir hiervon keinen Gebrauch machen und verlassen gegen kurz nach 12 das Hotel.

Wow! Die Sonne ist der Hammer! Zuhause ist es nach wie vor kalt und uselig, aber hier in Rom ist tatsächlich schon Frühling! Ich überlege, ob ich meine Jacke gleich wieder ausziehen soll, bei dem tollen Wetter braucht man sie wirklich nicht.
Ela passt sich sofort den örtlichen Gegebenheiten an und wirft sich ihre coole Sonnenbrille an den Schädel. Ich bin eher der Meinung, dass dies nur der Tarnung ihrer noch schlafenden Augen dienen soll… 😉

         
jetzt aber los! Die Sonne lockt                                                 Frisch gestärkt und gut erholt gehts los: Rom Teil 2

         
Die Sonne ist ziemlich grell, aber das ist für Ela kein Problem:    Sie packt einfach ihre Sonnenbrille aus: Bella Italia! 😉

Als erstes geht es über die Porta Pia in die Stadt. Auf der Vorplatz der Porta Pia ist heute wieder Markt, wir bestaunen riesige Käse, Mozarella, Pasta und Pizza.
Aber auch andere Sachen wie Einrichtungsgegenstände, Töpfe, Pfannen, Dosen, Silberbesteckt, Schmuck, Uhren, Sonnenbrillen, Tratsch, Tinnef, Kitsch und Trödel lässt sich hier käuflich erwerben.
Wären nicht die vielen hohen Häuser und der laute Verkehr um uns herum, dann könnte man sich fast irgendwo in einem kleinen toskanischen Bergdörfchen wähnen und sich dort dem Dolce Vita hingeben.

         
Schaut mal die riesigen Käse! 😮                                           Brot und Pizza

         
Oma´s Silberbesteck…                                                           sowie Schmuck und Uhren

Unser heutiger Ausflugstag soll uns nun in das antike und altrömische Rom führen, so wie man es zum Beispiel aus den Asterix- Comics kennt.
Schon gestern haben wir mit dem Besuch des Kolosseums das antike Rom eingeläutet, heute wollen wir uns besonders die Ausgrabungen im Forum Romanum näher anschauen.
Als erstes steuern wir hierfür erneut die Metro an und probieren, ob unser gestriges Tagesticket vielleicht noch gültig ist.
Leider piept die Maschine und gibt uns den Durchgang nicht frei, schade! 🙁
Also kaufen wir uns ein neues Ticket, diesmal jedoch nur ein Ticket für eine einfache Fahrt. Es kostet 1,- € pro Person und ist 75 Minuten gültig.
Da wir uns nun vorrangig im südöstlichen Teil aufhalten, werden wir nicht viele Fahrten mit der U-Bahn erledigen, vom Forum Romanum, dem Circus Maximus oder dem Kolosseum aus ist man auch schnell wieder am Bahnhof Termini, von wo aus heute Abend unser Shuttle- Bus zurück zum Flughafen fährt.

         
Weiter mit der Metro: Ela und Susi nehmen die Treppe             Auch in der U-Bahn muss man sich vor der Sonne schützen 😉

Aber die Gedanken an die Heimfahrt sind noch weit entfernt, mit der Metro geht es nun erstmal bis zum Kolosseum.
Am Ausgang des Kolosseums überprüfe ich erstmal die Angebote der fliegenden Händler.
Gestern im Innenstadtbereich war es schon problematisch, aber hier im Touristenbereich der Ruinen und antiken Städten sind die fliegenden Händler die einzige Versorgungsmöglichkeit für Getränke.
Wenn wir uns heute den ganzen Tag hier aufhalten wollen, dann brauchen wir Proviant für ein Picknick.
Meine Pläne werden jäh durchkreuzt, der kleine Verkaufsstand in der Wartehalle der Metrostation will doch allen Ernstes für eine Flasche Cola 0,5l die stattliche Gegensumme von 3,50 € haben.
7 MARK FÜR EINE COLA! Des Wahnsinns fette Beute!

Wir werden die Augen aufhalten müssen, ob wir irgendwo vielleicht ein besseres Angebot finden können. Und so spazieren wir über die heute autofreie Via del Fori Imperali am Kolosseum und dem Triumphbogen vorbei, immer in Richtung Forum Romanum.
Der Eintritt in das Forum Romanum ist kostenlos, man darf sich die alten Ausgrabungen anschauen, ohne hierfür etwas bezahlen zu müssen. Das ist schon mal supi. 🙂

         
Via del Fori Imperali:                                                              Sonntags für Autos gesperrt 🙂

    
Fotoplatz vor dem Kolosseum

Die Ausgrabungen sind wirklich interessant. Überall liegen alte Steine, Säulenteile, Bögen und Figuren herum, man könnte fast meinen die antiken Römer wären noch immer präsent und vielleicht nur mal gerade einen Cafe trinken oder so.
Vieles kann man anfassen oder bestaunen, ein wenig schade ist nur, dass es nicht so viele Infotafeln gibt, wo man die Geschichte der einzelnen Häuser nachlesen kann, man sollte nur der italienischen Sprache mächtig sein….
Zum Glück hat Anja jedoch den Reiseführer dabei und hilft uns hier und da geschichtlich aus der Patsche… 😉

         
Die ersten Eindrücke vom Forum Romanum                             Der Titusbogen von hinten

         
Ein Haus vielleicht?                                                                Anja in der Sonne unter einer Zypresse

Die freie Zugangsmöglichkeit zu vielen Dingen kann auch zu manch peinlicher Situation führen.
So haben Suse Ela und ich uns auf einem Stein zur Pause niedergelassen, als plötzlich ein Wärter mit hochrotem Kopf auf uns zu rennt und uns streng auffordert den Stein sofort zu verlassen.
„Und warum?“ frage ich auf bestem englisch
„It´s a TOMB!“
Oh-Oh! Schwupp stehen wir wieder und entschuldigen uns dafür gerade auf einem Grabstein gesessen zu haben.
Meine Güte, steht ja aber auch nirgendwo dran…

         
da sitzen ca. ~66,67 % meiner Schwestern                              da muss ich gleich dabei… (sitzend auf dem Grabstein…)

Wir spazieren weiter durch die Ruinen, besonders gut gefällt uns dabei, wie gut erhalten doch einige Gebäude hier im Forum Romanum sind.
Da wäre zum Beispiel der Tempel des Romulus oder der Tempel des Kaiser Antonius und seiner Frau Faustina. Schade nur, dass für das einfache Fussvolk eine Besichtigung von innen nicht möglich ist.
Nicht so gut erhalten sind die Reste der Basilika Aemilia und der Arco di Settimio, trotzdem tragen auch halb verfallene Gebäude zum tollen Eindruck eines lebendigen antiken Roms bei.
Sowas findet man in keinem Lehrbuch, sowas schreibt kein Referat, die beste Bildung ist noch immer die Schule des Lebens oder hier in diesem Fall für Suse mal die antiken Stätten des theoretischen Geschichtsunterrichtes ihrer Schule mal live zu sehen.
Nur so wird doch Geschichte lebendig, oder?

         
die alten Ruinen…                                                                  die Marienkirche Santa Francesca Romana

         
Ela am Drücker: Gleiches Motiv die alten Steine…                     …und im Selbstportrait 😉

Interessant ist auch der Versammlungsort des römischen Senates, man darf immerhin am geöffneten Tor stehen und in die selbst für uns nach heutigem Maßstab imposante Halle schauen und staunen.
Damals muss dieses Bauwerk, genauer die Curia Iulia, eines der gewaltigsten der ganzen Stadt gewesen sein, immerhin bot der Senatssaal Platz für gut 300 Senatoren.

         
Der Temepl des Romulus                                                        und der Kaisertempel des Kaisers Antonius

         
weitere imposante Ruinen auf dem Weg gen Osten                   Reste der Basilika Aemelia

         
Wo man auch hinschaut…                                                       …überall Geschichte zum anfassen

Ach ja, auch meine Verschwörungstheorien für mögliche Romankrimis und Thriller ist wieder geweckt. Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an unseren Schottland- Reisebericht und den Besuch der Rosslyn Chapel.
Diese war ja unter anderem Schauplatz für das Buch „Sakrileg“ von Dan Brown.
Im Inneren dieser schottischen Kirche findet sich die Decke, ganz mit Rosen bestückt.
Nun stehen wir hier unter dem Arco die Settimo Servero und auch hier finden sich an der „Decke“ des Bogens viele eingearbeitete Rosen.
Vielleicht liegt der heilige Gral ja hier? Hmm, ich glaub ich muss mir demnächst mal eine Schaufel mitnehmen…

         
Der Triumphbogen Arco di Settimo, der Septimius-Serverus Bogen: unter dem Dach: meine Verschwörungsrosen 😉

An den Resten des Tempels des Saturns (es stehen nur noch die Säulen) geht es an einer Trinkwasserstelle die Treppen hinauf zum östlichen Ausgang.
Es ist mittlerweile viertel nach 1 und allmählich wünsche ich mir ein paar Dinge für ein Picknick in den angrenzenden Gärten des Palantino.
Dort würde ich gern den Nachmittag verbringen, irgendwo schön unter einem Schatten spendenden Baum liegen und das süße italienische Leben genießen.

         
Die Reste des Tempels des Saturn                                           weiter geht´s in Richtung Ausgang Ost

         
unterwegs noch schnell antikes Wasser getankt…                     und raus: Der Tempel des Saturn vom Ostausgang aus

         
Ela und Suse schleppen sich den Weg hinauf                             die Via di Monte Trapeo belohnt für die Mühen mit…

Aber erstmal muss Proviant für ein Picknick her.
Und so stehen wir am Anfang (oder am Ende, je nachdem, wie man es sieht) der Via di Monte Trapeo.
Von hier oben hat man einen fantastischen Blick über das antike Rom, es ist wirklich beeindruckend.
Nur aufräumen konnte da unten mal wieder jemand 😉

    
… einem fantastischen Blick über den östlichen Teil des antiken Forum Romanums

         
Wegweisend! Wo wollen wir denn nun lang?                             Mal irgendwo da entlang

         
Blick in die Via di Campidoglio…                                              …sieht fast aus wie die Seufzerbrücke in Venedig 😉

Hier im antiken Rom probieren wir einige Möglichkeiten aus, aber leider finden wir keinen Supermarkt, der uns mit Leckereien für ein Picknick versorgen könnte.
Bei uns in Deutschland hast du mittlerweile an jeder Ecke einen „Feinkost Albrecht“ (also ein Adli) , aber hier?
Ja machen denn alle Italiener ihre Nudeln selber? Ist Barilla, Miracoli und Co. denn nur ein einziger Werbegag für Touristen?

Da uns mit absoluter Sicherheit nur der Spar- Markt am Pantheon bekannt ist, schlagen wir nun grundsätzlich diese Richtung ein, vielleicht haben wir ja Glück und finden unterwegs noch eine andere Einkaufsgelegenheit.
Und so spazieren (ich bin eher der Meinung wir „latschen“ schon wieder durch die Stadt…) wir dann doch wieder zurück bis zum Pantheon und zum SPAR- Supermarkt in der via Giustiniani.
Ärgerlich, natürlich, aber in dieser riesigen Stadt scheint es nicht einen einzigen vernünftigen Supermarkt zu geben.
Herrje, wovon ernähren sich denn die Römer? Von Luft und Liebe?
Mann, mann mann, meine Beine und Füße tun ja von gestern nicht noch genug weh, aber es nützt nichts. Der Spar- Markt und der Markt von gestern Abend sind die einzigen beiden Supermärkte, die wir kennen. Also laufen wir wieder in Richtung Pantheon.

         
Blick von oben auf das Traiansforum                                        wieder unterwegs auf der Fori Imperali

         
Laufen…laufen…laufen…                                                        …und weiter laufen…     😮

         
vorbei an weiteren Ausgrabungen, hier Area Sacra Argentina     und durch schmale Gassen

         
typische römische Straßenecke                                               eigentlich findet man hier „antikes Rom“ an jeder Ecke…

Gegen 14 Uhr haben wir uns dann endlich mit etwas Obst, was zu knabbern und was zu trinken eingedeckt und es geht wieder zurück in Richtung Palatino, den farnesischen Gärten von Rom.
Diese haben Anja und ich bei unserem ersten Besuch Roms schon besichtigt, ein richtiges Kleinod und die grüne Lunge Roms, hier lässt sich wunderbar der warme und sonnige Nachmittag im Schatten einer alten und knorrigen Zypresse verbringen.

Anja hat übrigens an dieser Stelle einen super- Tipp für alle Rom- Urlauber, wir haben es leider zu spät gesehen.
Im Spar- Markt kann man sich eine kleine kostenlose Faltkarte mit Stadtplan mitnehmen, dort sind natürlich (wegen der Werbung…) alle Spar- Märkte des Innenstadtkerns eingezeichnet. Oh Mann! Seit gestern schleppt Anja diese Karte mit sich herum…

Vom Pantheon aus laufen wir (schon wieder…) einen anderen Weg zurück in Richtung Forum Romanum, es geht durchs jüdische Viertel und am Tiber entlang, bis wir nach einer vollen Umrundung des Circus Maximus, am östlichen Eingang zum Palatino stehen.

        
Blick auf Brücke und Tiber                                                       Dann geht es immer am Ufer entlang…

Ja und hier ist dann die Enttäuschung groß.
Anders als beim Forum Romanum will man hier doch tatsächlich Geld für den Eintritt haben.
11,- € pro Person! Für einen kleinen Wald mit Wiese und weiteren antiken Überresten der Stadt Rom.
Das ist gemein!
Wir (aber hauptsächlich ich!) schieben Frust, ganz klar! So habe ich mir den Nachmittag nicht vorgestellt.
Ich wollte so gern ein Picknick im grünen machen, statt dessen sitzen wir nun hier auf der Via di San Gregorio vor dem Eingang auf einer Mauer und machen erstmal eine Pause für die müden Füße.

         
Fassungslos! 11,- € Eintritt am Palatino 🙁                               Rien ne va plus! Nichts geht mehr…    Pause!

Wir überlegen, was wir tun können. Die Straße jedenfalls ist viel zu laut, als dass wir uns hier niederlassen können.
Ich möchte irgendwo ein schönes ruhiges Plätzchen genießen. Hatte ich das bereits erwähnt?
Wir entscheiden uns dann zurück zum Forum Romanum zu gehen. Denn innerhalb der antiken Städten war wenigstens vom Straßenlärm nichts zu hören.
Dort suchen wir uns dann eben ein kostenloses Plätzchen und lassen die Reise in Ruhe ausklingen.
Wir sind alle ziemlich kaputt.

Gegen halb 4 erreichen wir erneut das Forum Romanum und lassen uns ganz in der Nähe einer Gedenkstätte für Cäsar nieder.
Die Steine sind von der Sonne schön aufgewärmt, hier lässt es sich aushalten.
Ein wenig schlagen wir natürlich die Zeit tot, denn unser Flug geht ja erst heute Nacht um 22 Uhr. Aber für weitere Besichtigungen fehlt uns einfach die Kraft, auch wenn man sicherlich noch eine Menge in Rom hätte entdecken können.
2 Tage Rom im Schnelldurchlauf, das zerrt nun mal an den Kräften und Reserven.

Wir finden aber auch hier einige interessante Dinge, die uns bei unserem ersten Durchlauf durchs Forum Romanum verborgen geblieben sind.
Da wäre zum Biespiel die Ruine des Vestalinnentempels, damals wurde hier das heilige Feuer von 6 jungfräulichen Priesterinnen bewahrt. Die Mädels durften nicht in die Disco und hatten auch wohl auch sonst wenig Spass.
Kein Wunder eigentlich, so lag das „Dienstalter“ im Tempel bei 10 – 14 Jahren, älter durfte man nicht sein… 😮

Auch die Ara die Cesare ist ganz interessant, wir haben nur nicht ganz begriffen, ob Cäsar hier nun gewohnt, gelebt, gestorben oder begraben ist. Ist aber auch egal, viel mehr hat uns die Tatsache beeindruckt, dass noch heute die Römer Blumen an diesen Ort der Erinnerung bringen und niederlegen.
Wir sind uns alle im Gespräch darüber einig, dass man es wirklich zu etwas gebracht hat, wenn die Menschen auch 1000 Jahre nach dem eigenen Tod noch immer an einen denken und sogar Blumen bringen.
Ob wir das auch mal schaffen werden?

         
Da simmer wieder… Forum Romanum 😉                                 Die ollen Steine sind jedenfalls noch da  😉

         
Blick zum Vestalinnentempel                                                  Tempel des Augustus

         
Blick ins Atrium Vesta                                                             weitere alte Steinruinen

         
Tempel des Cäsar (Ara di Cesare)                                           noch immer legen die Menschen Blumen nieder

    
Imposant sind die alten Säulen Roms ja schon, tausende von Jahren alt und fast so fit wie eine „Ben Hur“- Filmkulisse 😉

         
Das sieht aber gemütlich aus!                                                  Da setzen wir uns auch dazu! (Mann, sind wir fertig…)
wie drei geschlagene Kreuzritter auf dem Weg nach Akkon…

Und hier auf den warmen Steinen sitzen und die Sonne genießen ist sicherlich nicht das schlechteste, was man machen kann.
Ist auch lustig, wie die einzelnen Reisegruppen hier durch die Ruinen wuseln.
Pärchen, Familien, Rentner und Reisegruppen.
Besonders lustig sind die Reisegruppen. Hier hatten wir Spass mit einer Schulklasse voll „hochmotivierter“ Jugendlicher (an einem Sonntag, ist dann nicht schulfrei?) oder wir wunderten uns über eine fotoknipsende Reisegruppe aus Fernost, die sich völlig selbstverständlich den Weg zu den Sehenswürdigkeiten freigeschubst hat.
Auch auf unserem Stein haben sie sich niedergelassen, uns beinahe bedrängt.
Aber wir haben denen einfach keine Beachtung geschenkt und ihnen keinen Zentimeter unseres Platzes auf den Steinen gegeben. Pah! Wäre ja noch schöner…
So kamen wir in Genuß der neuesten fernöstlichen Popmusik, denn fast jeder hatte neben mindestens 3 Digitalkameras auch einen Ipod oder einen anderen Mp3- Player um den Hals, die Lautstärke in den Kopfhörern voll aufgedreht.

         
Da rechts im Bild: Die japanische Reisegruppe                          Lassen wir uns davon stören? Nööö!

Aber von alledem haben wir uns nicht stören lassen und genießen die Abendsonne bis etwa halb 6.
Dann schließt das Forum Romanum leider und wir müssen das antike Rom verlassen.
Wir haben auch ein wenig die Zeit vergessen und fast gar nicht mitbekommen, wie sich das Forum um uns herum immer weiter leerte. Als wir dann zu einem der Seitenausgänge gehen wollen, müssen wir feststellen, dass dieser schon geschlossen ist.
Nur noch der Haupteingang am Kolosseum ist noch geöffnet, aber auch nur, um das Forum zu verlassen.
Gäste werden nicht mehr eingelassen, also Forumsbesucher, besucht das Forum tagsüber, abends ist hier recht schnell zu!

         
Das Haupttor am Kolosseum: Nur noch „Exit“…                         Wieder unterwegs

Bis wir zum Flughafen müssen ist noch eine Menge Zeit und so entscheiden wir uns die Reise durch Rom mit einem letzten Spaziergang in Richtung Bahnhof Termini und der Suche nach einem netten kleinen Lokal oder besser einer authentischen Trattoria zu machen und dort den Abend bei einem leckeren römischen Abendessen ausklingen zu lassen.

Auf der Via Cavour stärken wir uns aber vorher noch mit einem letzten italienischen Eis, solange die Sonne wenigstens noch ein paar Strahlen von sich gibt.
Es ist mittlerweile recht kühl geworden, die Sonne hat deutlich an Intensität nachgelassen und scheint nur noch vereinzelt durch die Häuserschluchten.
Jetzt bin ich wieder froh, dass ich meine Jacke habe. Ohne wäre es ganz schön kühl…

         
Das letzte römische Eis                                                           passt perfekt zu den letzten Sonnenstrahlen

Unterwegs finden wir einige mögliche Lokale, aber leider ist das Preisgefüge bei fast allen deutlich zu hoch oder das Lokal hat zu.
Und so irren wir nach Erreichen der Region um den Bahnhof Termini nun durch die Gassen, bis uns erneut die Füße weh tun.

Unsere Idee in der Nähe des Bahnhofs Termini abseits der Touristenpfade vielleicht ein brauchbares Lokal zu finden scheint fast zum scheitern verurteilt, bis wir dann plötzlich Glück haben.
Wir stehen vor einem Edelestaurant. Dies ist natürlich nicht das, was wir uns vorgestellt haben.
Doch an der Tür steht ein netter Angestellter des Restaurants, wir fragen ihn einfach frech, wo man hier eine gute Pizza essen kann und der Mann weiß Rat.
Er beschreibt uns den Weg zu einer kleinen Trattoria nur ein paar Straßenecken weiter.
Und tatsächlich, das kleine urgemütliche Lokal genannt Il Tavolinetto in der Via Massimo D´Azeglio bietet uns Pizza zu sehr akzeptablen Preisen, wir kehren hier ein und lassen uns nieder.

Ah, das tut den geschundenen Füßen gut.
Wir müssen nun noch die letzten Stunden bis zu unserem Rückflug totschlagen, das dürfte am besten mit einem leckeren Stück Pizza und einer eiskalten Cola funktionieren.

         
Endlich eine Pizzeria…                                                            Jetzt will nur noch die Karte studiert werden…

Anja bestellt eine Pizza Vier Jahreszeiten, Ela bestellt eine Funghi, Suse bestellt eine Salame (aber scharf!) und ich bestelle mir eine leckere zugedeckte Calzone.

Wir haben es nicht so eilig und so macht es auch gar nichts, dass der Koch ein wenig Zeit braucht, um unsere Pizza zu zaubern. Typisch italienisch eben.
Der Hunger ist dann bei Ankunft der Pizza aber doch so groß, dass ich mir gleich ein großes Stück abschneide und in den Mund schiebe.
Da habe ich aber die Rechnung buchstäblich ohne den Koch gemacht!
Die Pizza ist so heiß, dass ich mir den Gaumen verbrenne, sofort greife ich zur Cola und versuche währenddessen durch Schnappatmung möglichst viel kalte Luft in den Mund zu bekommen, aber erst die kalte Cola sorgt für eine kleine Beruhigung, Aua…

         
Anjas Pizza                                                                            Elas Pizza

         
Susis Pizza                                                                             Björns Pizza

Die Pizza schmeckt ein wenig anders, als unsere, das kann sogar ich durch meine verbrannte Zunge schmecken.
Der Boden ist recht dünn und sehr knusprig, der Belag, da sind Anja und ich uns einig, schmeckt dafür intensiver, als bei uns. Wir vermuten, dass auf der Pizza neben der üblichen Tomaten-Oregano-Käse- Kombination auch ein kleiner Schuss Olivenöl Extra Vergine aufgebracht wurde, dies würde immerhin einen kleinen Teil des etwas ungewöhnlichen aber durchaus interessanten Geschmacks erklären.
Ach ja, zum Sattwerden oder vom Typ „Wagenrad“ waren die Pizzas nicht. Aber es war lecker und für den Abend durchaus von der Menge her ausreichend.

Gegen viertel vor 8 haben wir uns satt gegessen, bezahlt und aus dem Restaurant wieder ausgecheckt.
Nun geht es zu Fuss die letzten Meter zum Bahnhof Termini, von wo aus unser Shuttle- Bus zum Flughafen fährt.

Als wir ankommen steht bereits ein Bus bereit und ich staune nicht schlecht, als ich den gleichen Bus erkenne, der uns auch schon in die Stadt gebracht hat.
(Ironiemodus an:) Aber ich bin zuversichtlich! Mit Sicherheit wird man zwischenzeitlich das ausgeschlagene Achslager bzw. den Querlenker repariert haben und auch um die ABS- Warnlampe hat man sich sicherlich gekümmert (Ironiemodus aus).

         
Wir erreichen den Bahnhof Termini, es ist schon dunkel             Fast ein Deja-Vu: Gleicher Bus, gleicher Platz 😉

Zu unserem Glück können wir erneut als erste den Bus stürmen, ganz klarer Vorteil ist das bereits ausgedruckte Busticket, die meisten anderen Gäste müssen doch tatsächlich erst das Terravision- Büro seitlich vom Bahnhof aufsuchen und dort ein Ticket kaufen. Das Lösen beim Fahrer oder bei einem der wichtig drein schauenden gelb bekleideten Terravision- Ordner ist nicht möglich.
Gepäck haben wir ja auch keins und so sitzen wir wie schon zur Hinfahrt erneut gleich in der ersten Reihe hinter dem Busfahrer. Das ist der perfekte Garant für ein zusätzliches Highlight, eine Fahrt durch das nächtliche Rom.

Gegen kurz vor 8 ist es dann soweit, der Bus setzt sich in Bewegung und wir verlassen Rom, die ewige Stadt.
Die Fahrt zum Flughafen ist nochmals ein tolles Ereignis. Erneut erfreuen wir uns einem Gewusel im abendlichen Verkehr. Irgendwie scheint der Busfahrer (übrigens trotz der Dunkelheit ist auch er mit einer coolen Sonnenbrille unterwegs) zu vergessen, dass er mit einem fetten Bus unterwegs ist. Er nutzt Lücken hier und eine Nische dort und mogelt sich an mehreren rechts warten Fahrzeugen im Kreisverkehr auf der linken Spur in den Kreisel, um dann dort, unter dem hupenden Kommentar der anderen Verkehrsteilnehmer, völlig unbeeindruckt nach rechts zu wechseln und den Kreisel gleich an der ersten Ausfahrt zu verlassen. Frechheit siegt… Ich glaub den Fahrstil guck ich mir schonmal für unsere Wohnmobilreise im März in die Toscana ab… 😉

         
So aber nu geht es aber los!                                                   eine tolle Fahrt…

         
…durchs nächtliche Rom…                                                      …hin und wieder drängeln wir uns ein wenig vor

Außerhalb der Stadt wird der Verkehr dann ruhiger, die Fahrt ist geprägt vom schlagenden Querlenker vorn rechts und vom ABS- Licht im Cockpit, trotzdem erreichen wir gegen kurz nach halb 9 den Flughafen.
Nachdem wir angekommen sind erleben wir gleich die erste Pleite.
Es gibt ein Flugzeug mit etwa 20 Minuten Verspätung, natürlich ist es unseres.
Aus der Abflugszeit 22:10 Uhr wurde soeben 22:30 Uhr.
Ach wie gemein…
Aber darüber ärgern nützt nichts, wir suchen erstmal das Cafe im Flughafen auf.
Dort holen wir uns etwas zu trinken und lassen uns dann hoffentlich zum letzten Mal nieder.
Um die Zeit tot zu schlagen blödeln wir ein wenig herum, die Leute gucken schon…

         
Hier mal der Bus von außen (zum merken 😉                           Letzte Etappe: Flughafen!

         
Bitte nicht ansprechen, ich bin doch wach! 😉                           Anja zeichnet für Susi unsere Reiseroute im Stadtplan ein

Während wir so vor uns hin warten erhöht sich die Verspätung auf 30 Minuten, na bravo!
Zu unserer eigentlich geplanten Abflugszeit (22:10 Uhr) passieren wir die Zollkontrolle ohne Probleme.
Das klassische Einchecken entfällt auch hier, denn auch für den Rückflug hatte ich ja zuhause im Internet bereits eingecheckt und die Bordkarten ausgedruckt.

Im Abflugbereich hinter der Zollkontrolle ist fast tote Hose.
Die letzten Maschinen starten in Richtung England, wir haben es bereits vorher geahnt, die leeren Bierbecher überall am Boden sprachen Bände.
Die einzige Maschine nach Deutschland und nun wirklich das letzte Flugzeug ist unseres, nur im Bereich um Gate 19 warten noch Menschen.

         
1. Progonse: +20 Minuten                                                       Hier wird schon sauber gemacht…

         
Viel ist nicht mehr los                                                             die meisten Geschäfte schließen schon

Und das ist etwas sonderbar. Während Anja, Ela und Suse sich im vorderen Bereich der verwaisten Abflughalle niedergelassen haben, mache ich einen Streifzug durch die hintere Halle. Nur aus Spass zähle ich mal die vorhandenen Gäste durch und komme aus dem Stehgreif auf etwa 180 Leute.
Oh weia! Wie viel Reihen hatte unsere Maschine auf dem Hinflug?
Waren das 30 Reihen (abzüglich der nicht vorhandenen Reihe 13)?
Jede Reihe 6 Personen macht irgendwas um 180 Plätze.
Oh-oh! Hoffentlich passt das und es kommt nicht zum Streit, hoffentlich ist die Maschine nicht überbucht, wenn ich mir so die wartenden Menschen anschaue, dann kann ich mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass die alle in ein und dasselbe Flugzeug einsteigen wollen.
Doch je mehr ich mich hier umsehe, um so mehr bekomme ich Bedenken, dass wirklich alle Leute mitfliegen können.
Ich kehre zu meinen Mädels zurück und informiere sie über meine Bedenken.
Also machen wir uns gemeinsam auf in die Abflughalle um Gate 19.

Ich bin mir nicht sicher, aber sicherlich können auch einige andere hier in der Halle zählen, denn obwohl von unserem Flugzeug noch nicht mal etwas am Himmel geschweige denn am Gate zu sehen ist, haben sich bereits einige am Gate angestellt und warten nun auf das Einchecken.
Die Leute sitzen auf dem Boden oder stehen und warten.

Was tun?
Auch ich ordne an, dass wir uns jetzt anstellen. Ich möchte nachher nicht einer der letzten sein, die dann mit etwas Pech nicht mehr ins Flugzeug kommen.
Web`n`Go-Prioritiy- Check- In hin oder her.

    
Viel zu früh stehen schon einige am Gate

Immer wieder verlasse ich meinen Platz in der Schlange, um aus dem Fenster der Abflughalle zu schauen. Schon allein aus physischen Gründen muss ja für den Rückflug erstmal ein Flugzeug da sein, um dessen Plätze wir uns prügeln können und davon ist nirgendwo etwas zu sehen.
Die Verspätung hat mittlerweile erneut zugelegt, wir haben mittlerweile 23 Uhr durch.
Mann, ist das ätzend und öde…

Irgendwann sehe ich dann Lichter auf der Landebahn, es landet eine größere Maschine, als sie näher kommt erkenne ich das beleuchtete Ryanair- Logo auf dem Leitwerk.
Das Flugzeug ist das Standart- Flugzeug der Ryanair- Flotte, eine 737-800, also irgendwas um 180 Plätze.

Jetzt dauert das Ausladen des Flugzeugs mit dem „alten Passagieren“ um dem Gepäck hoffentlich nicht so lange, damit wir endlich nach Hause können.
Ich hoffe mal, dass Hahn kein Nachtflugverbot hat und wir noch landen dürfen.
Wenn wir jetzt nach Köln umgeleitet werden, dann nützt uns das gar nichts, weil wir ja das Auto in Hahn stehen haben und Suse ja auch nach Hause muss.

Aber genug der dunklen Gedanken, wir wollen nun, nach Besetzung des Gate- Counters mit 2 Personen, das beste hoffen.
Wir wollen jetzt nur noch nach Hause.

Die Nachricht, dass das Flugzeug mittlerweile angekommen ist, hat sich auch bei den anderen Fluggästen rumgesprochen. Abrupt stehen fast alle Passagiere auf, ohne dass eine Durchsage oder so etwas gekommen wäre.
Fast zeitgleich haben sich wie schon geschrieben 2 Leutchen am Counter eingefunden und bereiten nun das Boarding vor.

Wie zu erwarten war beginnt das Boarding im der Priority- Boarding / Web´n´Go Reihe und auch hier haben wir wieder ein intelligentes Pärchen vor uns, welches mit einer stinknormalen Bordkarte in der falschen Reihe steht.
Die Konsequenz folgt auf den Fuß, als die beiden älteren Herren am Counter eintreffen, werden sie höflich aber bestimmt der Reihe verwiesen.
Die beiden (ich meine die stehen seit der ersten Minute, als sich vor über 1 Stunde die Schlange gebildet hat) wollen das aber nicht hinnehmen, besonders in Anbetracht der drohenden Gefahr eventuell nicht mitgenommen zu werden.
Alles Diskutier mit den Offiziellen nützt nichts, sie werden hier in der Priority- Reihe nicht abgefertigt. Wutentbrannt stellen sie sich ganz vorn in der Nachbarreihe an, ein Raunen geht durch die Menge, aber so recht mag sich niemand der Furie und ihrem Berserker- Ehemann nähern, ich denk mal wenn jetzt jemand von denen verlangt hätte, dass sie sich hinten anstellen, dann wären die ausgeflippt…

Wir kommen zum Glück ohne besondere Umstände durch und dürfen uns dann in den Transferbus quetschen, der uns gleich die 50 Meter zum Flugzeug fahren wird.
Das ist nochmals ein Problem, denn im Bus sind die Rollen komplett neu verteilt.
Wer als letztes in den Bus rein kommt und dank dem Gedränge nun mal der erste an der Tür, wenn diese wieder öffnet und somit müssen wir nach den paar Metern Taxifahrt auf dem Vorfeld und dem Öffnen der Tür erneut dränglen, um einen guten Platz im Flugzeug zu bekommen.

Das ganze wird nochmals spannend, denn während wir noch auf der Treppe zum vorderen Teil des Flugzeugs stehen, erreicht bereits der zweite Transferbus die hintere Treppe zum Flugzeug, „oh-oh“!

         
Los Mann, rein da! *Schieb, Drück, Drängel*                            Da hinten kommt schon der nächste Bus!!!

Im Flugzeug herrscht dann heilloses Durcheinander. Jeder versucht irgendwie irgendwo einen Platz zu bekommen, am Ende sitzen wir ein wenig verteilt auf 2 Reihen.
Das Flugzeug ist übrigens bis auf 2 oder 3 Plätze komplett belegt, das war wohl doch ganz knapp…
Gegen kurz vor 11 heben wir dann ab, mit fast 1 Stunde Verspätung…

Der Rückflug verläuft recht angenehm, das ist aber eigentlich auch kein Wunder.
Immerhin sind alle sehr müde und entsprechend ist schon fast die Hälfte der Fluggäste bereits nach dem Start eingeschlafen, auch ich schließe mit verkrampften Knien und schmerzenden Waden irgendwann die Augen und dämmere weg.
Nur das wackere Personal der Ryanair- Crew spult unbeeindruckt das Programm mit Snackwagen (kostet…), Souvenirwagen (kostet auch…) und Müllaufräumgang (zum Glück kostenlos 😉 ab.

Der Pilot hatte mit den Gästen offenbar ein Einsehen und trotz hoher Kerosinpreise hat er ein paar Kerosinkohlen drauf gelegt.
Als wir landen haben wir nur noch 40 Minuten Verspätung, na immerhin etwas.

         
„Aufwachen!“  „Sind wir denn schon da?“                                  Jaaaa! Wieder zuhause!

         
Unser Flugzeug von vorne                                                       Das Empfangskomitee 🙂

Und so verlassen wir um 0:37 Uhr das Flugzeug, liefern Suse bei Mutter ab (die schon sehnsüchtig gewartet hat) und wir können nach Hause fahren.
Ma hat noch eine kleine Überraschung für uns, der am Abflug abgegebene Kakao steht uns nun als flüssiger Mitternachtssnack zur Verfügung, mjam!

         
Ankunft +40 Minuten                                                              Jetzt aber schnell zum Auto und ab nach Haus!

Die Heimfahrt verläuft angenehm, die A 61 ist um diese Uhrzeit mit Ausnahme vereinzelter LKW frei.
Gegen halb 2 sind wir zuhause.
Ela hat übrigens den Joker gezogen! Sie muss morgen arbeiten gehen und ist von der Verspätung verständlicherweise am meisten „fasziniert“…
Und obwohl es nun schon spät ist fährt sie noch mitten in der Nacht nach Hause.
Arme Ela…
Aber auch sie kommt ohne nennenswerte Probleme müde aber glücklich bei sich zuhause an.
So endet die Reise Rom…

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