Persönliches Fazit zu unserem kleinen Ausflug mit dem Wohnmobil zum Niederrhein, zu Xanten und zu Rees:

Nun, wie schon am Schluss des letzten Reisetages beschrieben, haben wir ja nicht so wirklich viel von Xanten und seiner römischen Geschichte gesehen.
Das macht aber auch nichts, denn nicht Xanten stand im Vordergrund der Reise, sondern die gemeinschaftliche Ausfahrt mit unseren Freunden.
Nichts desto trotz lohnt Xanten auf jeden Fall einen Besuch, denn das kleine Städtchen hat viel zu bieten!
Da wäre natürlich die römische Geschichte mit Ausgrabungen, dem römischen Park und der Antike.
Auch ohne jetzt den Kern der römischen Geschichte, eben jenen römischen archäologischen Park, von innen gesehen zu haben, ist der Römer allgegenwärtig.
Aber auch ohne Römer lohnt die Region einen Besuch! Hierfür sorgt insbesondere das große Freizeitangebot rund um die Xantener Nord- und Südsee.
Baden, Schwimmen, Boot fahren, Wasserski, Kitesurfen, Kletterwald, großzügige Radwege und mehr erlauben es ohne Probleme, auch mehrere Tage aktiver Freizeit hier zu verbringen.
Auch Rees ist natürlich ein nettes Städtchen, was insbesondere durch die Rheinpromenade und den deutlich güntigeren Stellplatz an Attraktivität gewinnt. Müssten wir einen Tipp abgeben, wie man mit nur einem Wochenende Zeit einen Besuch des Niederrheins am besten gestaltet, würden wir empfehlen, zunächst nach Rees zu fahren und dort günstig zu übernachten. Am Abend dann schön am Hafen spazieren gehen.
Am Samstagmorgen dann Stellungswechsel, rüber nach Xanten. Dort den Markt und die Innenstadt besuchen, im Anschluss daran entweder die römischen Ausgrabungen am Park oder eben (wenn es warm ist) einen Tag an der Xantener Südsee verbringen. Den Abend kann man dann schön vor dem Wohnmobil mit dem Grill oder in den zahlreichen gastronomischen Betrieben in Xanten ausklingen lassen.
Am Sonntag nach dem Auschecken vom Stellplatz dann vielleicht noch den archäologischen Park besuchen und dann ab nach Hause. So wäre das Wochenende „rund“.
Man merkt es schon: Wir waren gerne am Niederrhein und fahren bestimmt ein weiteres Mal dorthin. 😉

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Besuchte Stellplätze:

Wohnmobilstellplatz der Stadt Rees
Adresse:
Ebentalstraße
D- 46459 Rees
GPS- Koordinaten: N 51.764400°, E 6.389268°
Webseite: Stadt Rees (Infoblatt als pdf- Datei)
Kosten: 4,50 € je 24 Std (nur ein Tarif), V/E  kostenfrei, Strom 50 cent / kwh
Übernachtet: nein
Kurzbewertung:
Schöner Platz etwas abseits der mittelalterlichen Stadt Rees. Durchgangsverkehr findet fast keiner statt, allerdings liegt unmittelbar nebenan ein weiteres großes Parkareal (für Wohnmobile nicht zugelassen). Dieses war nicht genutzt, ich könnte mir aber vorstellen, dass hier vielleicht mal Großveranstaltungen o.ä. stattfinden.
Zum Stellplatz: Die Parzellen sind recht großzügig bemessen, man kann durchaus auch Tisch und Stühle auf einen kleinen Bereich vor dem Wohnmobil aufstellen.
Der Untergrund ist mehrheitlich eine Grasfläche, teilweise sind die Parzellen durch kleine Hecken abgetrennt.
Strom ist an der Stromsäule verfügbar, die VE befindet sich gleich an der Einfahrt.
An der VE habe ich Frischwasser für das Wohnmobil nur mit einer Schlauchverlängerung (und dem passenden Adapter!) entnehmen können. Ein Anschluss für meinen Gardena- Stecker habe ich nicht gefunden und der vorhandene Anschluss war mit einem nicht abschraubbaren Stummelschlauch belegt.
Noch was: Anschluss für Frischwasser und Spülwasser für Toilettentank liegen nebeneinander (teilen sich eine Zuleitung), das finde ich persönlich ein wenig unhygienisch.
Ein Schild weist zwar auf den jeweils richtigen Hahn hin, aber m.E. sollte man dennoch aufpassen, nicht den falschen Anschluss zu erwischen. Auch sollte man ggf. das Wasser einen Moment durchlaufen zu lassen, falls der Vornutzer eventuell etwas verwechselt hat…

Vom Stellplatz aus kann man zu Fuß oder mit dem Fahrrad in kurzer Zeit in Rees sein.
Die Stadt bietet viel mittelalterliche Geschichte und verfügt darüber hinaus über eine schöne Rheinpromenade.
Ebenso ist das Angebot an Gastronomie recht ansehnlich, wenn auch etwas versprengt.
Da Rees nicht besonders groß ist, sollte man keine tagesfüllenden Abwechslungen erwarten. Wer aber ein nettes kleines Städtchen zum Bummeln für einen Samstag sucht und den Rest des Tages gerne vor dem Wohnmobil in der Sonne faulenzt, wird hier einen schönen Platz vorfinden.
transitfrei- Bewertung: souverän 7 von 10 Transitsternen

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Wohnmobilstellplatz Römerschlucht in Xanten
Adresse:
Fürstenberg 6
D- 46509 Xanten
GPS- Koordinaten: N 51.654168° / E 6.464450°
Webseite: wohnmobilparkroemerschlucht-xanten.de
Kosten: 8,- € je 24 Std, V/E ist inkl., Strom 2,- € / 24 Std.
Übernachtet: ja, 2 Nächte
Kurzbewertung:
Theoretisch erfüllt dieser Stellplatz alle Voraussetzungen, um sich als Wohnmobiltourist rundum wohl zu fühlen.
Der Platz ist sehr großzügig angelegt, die Parzellen sind recht geräumig, die Betreiber sind hilfsbereit, der Service ist grundsätzlich gut.
Es gibt ferner fast überall Strom und auch überlange Mobile finden bequem auf der inneren Wiese einen Platz (wir hätten fast mit 2 Mobilen hintereinander auf einer Parzelle stehen können).
Und selbst, wenn der Platz einmal komplett voll sein sollte, gibt es sogar noch ein Ausweichareal, welches durch die SP- Betreiber mitgenutzt werden kann.
Auch die VE ist recht ansehnlich. Durchdachte Entsorgungsstation, wo zum Beispiel der Toilettentank ohne sich zu bücken entleert werden kann und auch der Abfluss für das Grauwasser ist mit dem Wohnmobil gut zu erreichen.
Den wohl üblichen sonntäglichen Stau zur Entsorgung fängt das Areal rund um die VE- Station darüber hinaus locker auf.
Prima!
Auch die Lage an der Stadt ist sehr gut. In unmittelbarer Nähe gibt es einen Penny- Supermarkt.
Spaziert man die Straße weiter durch, ist man schnell im Stadtkern von Xanten. Wir empfehlen aber in jedem Fall das Fahrrad zu nehmen, denn dann wird auch die Xantener Südsee und der archäologische Park problemlos erreichbar.
Wie gesagt: Die Voraussetzungen für ein gelungenes Wochenende sind theoretisch durchaus gegeben!

Praktisch allerdings waren wir enttäuscht, dass das beworbene Service- Angebot der Duschen -trotz mehrfacher Nachfrage- nicht nutzbar war! Keine Schlüssel, keine Duschmünzen! Auch am Folgetag nicht!
Damit einher geht dann natürlich auch die Tatsache, dass die Toiletten ebenfalls nicht genutzt werden können, denn Dusche / Toilette befinden sich im gleichen Versorgungscontainer!
Sowas ist sehr sehr ärgerlich, wenn man sich so wie wir darauf eingestellt hat, diese Serviceeinrichtungen auch nutzen zu wollen!
Wer eine eigene Fahrzeugdusche in seinem Wohnmobil hat, wird dieses Manko zweifelsohne ebenso verschmerzen können, wie wir die nicht nutzbaren Toiletten ohne Probleme durch die bordeigene Toilette kompensiert haben.
Ist man aber wie wir zum Teil auf „externen“ Service wie eine Dusche angewiesen (wir haben keine Dusche in unserem Wohnmobil) und sie steht dann nicht zur Verfügung, dann ärgert man sich schon!
Und wer in seinem Wohnmobil weder Toilette noch Dusche hat, der sollte auf jeden Fall vorher nachfragen, ob er diese Serviceeinrichtungen auch wirklich nutzen kann!
Aber seien wir mal ehrlich: Wer ruft denn bitte vorher beim Stellplatz an und fragt: „Entschuldigung, funktionieren ihre Toiletten?“
Wenn schon mit einem erweiterten Sanitärangebot geworben wird (wie es der Stellplatz tut), dann setze ich deren Funktionalität und Nutzbarkeit ganz einfach voraus!
Davon abgesehen habe ich mir VOR unserem Besuch die Homepage des Stellplatzes angeschaut (siehe o.g. Link) und dort fand sich zum Zeitpunkt unseres Besuchs (Stand Juli 2010) keine Information darüber, dass die Toiletten / Duschen nicht genutzt werden können!
An dieser Stelle besteht also aus unserer Sicht Nachholbedarf!

Ohne Dusche und Toilette und dem damit eingeschränkten Service wird dann natürlich auch die Übernachtungsgebühr gefühlt wieder recht „teuer“. 8,- € nur für ein Stückchen Wiese ohne weitere Besonderheiten (Strom kostet ja extra!) fanden wir dann doch happig.
transitfrei- Bewertung: Über die Sache mit der Dusche haben wir uns ganz einfach geärgert, daher nur 6,5 von 10 Transitsternen

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Gemeinsame Wohnmobiltouren, lohnt sich das?

Nur wenige Tage, nachdem wir wieder zuhause waren, habe ich Thomas mal darauf angesprochen dass wir den See ja gar nicht richtig umrundet haben (an der Brücke hätten wir statt rechts zum Freizeitbad links gemusst!).
Und was antwortet er mir? ER habe das natürlich gewusst!
Frechheit, oder?   😉
Erst am See den „Steuermann“ machen und uns den halben See vorenthalten und dann hinterher sagen: „Ich wollte nicht, dass euch die Zunge auf dem Boden hängt“.
Pah! Also ob WIR irgendwelche Zeichen von Schwäche gezeigt hätten…

Spass beiseite, die gemeinsame Ausfahrt war aus unserer Sicht ein voller Erfolg!
Wohnmobilisten sind natürlich immer Individualisten, keine Frage. Warum sonst sollten sie sich unter dem Vorwand des günstigen individuellen Reiseerlebnisses ein so teures Fahrzeug kaufen, von dem man z.B. locker 10 „traditionelle“ Urlaube bestreiten kann (ja nach Budget und Geldbeutel 😉
Aber darin liegt auch der Vorteil, wenn man sich für eine gemeinsame Ausfahrt entscheidet! Man kann alles gemeinsam machen, muss aber nicht!
Jeder hat ja noch seine Individualität und Freiheit, eine Sache mitzumachen, oder eben nicht. Wer nicht mag, macht eben etwas anderes.
Trotzdem hat man aber die Möglichkeit, mit seinen Reisepartnern etwas gemeinsam zu machen und / oder sich über das Erlebte auszutauschen und zu diskutieren.
Man kann z.B. die Radtour gemeinsam bestreiten, anschließend gemeinsam Essen gehen, oder auch grillen, oder auch abends nett zusammen sitzen und dabei ernsthaft diskutieren oder Witze erzählen und Heiterkeiten austauschen. Man teilt den Campingtisch und stellt einfach drauf, was man gerade teilen möchte. Seien das nun zum Beispiel Kirschen oder Schokolade. Und man hat die Möglichkeit, sich auch ein wenig „sicherer“ zu fühlen.
Sei es nun zum Beispiel bei einer Panne, bei einem technischen Defekt am Aufbau oder aus Sicherheitsgefühl in Bezug auf „böse Buben“.
Die Vorteile liegen aus unserer Sicht klar auf der Hand und überwiegen!

Aber mal weg von der Theorie und hin zu den wichtigen Dingen:
Wir hatten viel Spaß bei der gemeinsamen Ausfahrt (das ist ja wohl auch die Hauptsache!), haben viel gelacht und auch so manchen Blödsinn veranstaltet. Leider muss man dazu sagen, kann man Wortwitz und Charme nur schwerlich in einen Reisebericht packen.
Manche Sprüche, Schenkelklopfer und Anekdoten sind eben nur im Moment der Aussprache witzig und wirken aufgeschrieben eher plump.
Schade ist dabei einfach, dass nun natürlich dieser Witz auch im Reisebericht nicht so einfach zu vermitteln ist. Sowas kann man eben nicht aufschreiben, sowas muss man LIVE miterlebt haben!
Eins ist auf jeden Fall sicher:  Eine solche Ausfahrt werden wir bestimmt nicht das letzte Mal gemacht haben!
Kombitour mit 2 Wohnmobilen und 4 Freunden? Jederzeit wieder!

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Hilfreiche Links zu dieser Reise:

– Stadt Rees:
offizielle Infoseite: rees-erleben.de

– Stadt Xanten:
offizielle Infoseite: xanten.de
Freizeitzentrum Xantener Südsee: f-z-x.de
archäologischer Park: apx.lvr.de

– Kajak mit dem Wohnmobil:
Einige Jahre nach unserer Tour hat Thomas einen Gastbeitrag für unsere Seite geschrieben. Er stellt euch hier die ideale Kombinationsmöglichkeit vor. Mit dem Wohnmobil das Hobby Kajak fahren verbinden. Wenn ihr euch also für Wassersport als Hobby zum Camping interessiert, schaut doch hier mal rein:
Wohnmobil und Kajak eine tolle Kombination

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