Ab Karfreitag habe ich zwei Wochen Zeit, um Urlaub zu machen. Aber es geht nicht direkt nach Italien.
Ganz der Freiheit und Ungezwungenheit folgend, die so ein Wohnmobil bietet, geht es zunächst über die Ostertage in meine zweite Heimat nach Zeeland in den Niederlanden. Das hat mehrere Gründe. Zum einen helfe ich meinen Eltern jedes Jahr im Frühjahr und Herbst bei der Überführung ihres Schiffes von der Werft, in der das Schiff den Winter über in einer Halle verbringt, in den Heimathafen Den Osse am Grevelinger Meer und zum zweiten kann ich so zusammen mit meinen guten Freunden von transitfrei Björn, Anja, Nils und Tim, sowie Björns Schwester und Sohn, mit denen ich ebenfalls gut befreundet bin, das erste gemeinsame Campingwochenende verbringen.
Ausnahmsweise verzichte ich darauf, schon am letzten Arbeitstag zu starten. Diesmal macht das keinen Sinn. Dafür muss ich an diesem Donnerstag zu lange arbeiten und dann ist die Autobahn in Richtung Holland, wie praktisch an jedem Feiertagswochenende, chronisch dicht. Und zwar egal, ob ich von meinem Heimatort Erftstadt aus die belgische Route über Aachen und Antwerpen oder die niederländische Route über Venlo und Eindhoven wähle. Zudem sind ja auch noch Ferien, also noch mehr Verkehr als bei einem „normalen“ Feiertagswochenende. Daher fahre ich ganz entspannt und staufrei gegen 7:30 Uhr am nächsten Morgen los. In Aachen gibt es ja am Karfreitag keinen Berufsverkehr und bis ich in Antwerpen bin, ist die morgendliche Rush Hour vorbei.
Und so stehe ich drei nächste auf dem Mini-Camping „De Slagershof“ in Kerkwerve. Der Platz wird von einer sehr freundlichen und engagierten Familie auf deren Bauernhof betrieben. Der Hofbetrieb läuft dabei natürlich weiter und man bekommt gelegentliche Einblicke in das Bauernleben in Zeeland.
Die Ausstattung des Platzes ist einfach, aber sehr sauber und liebevoll gepflegt. Es ist nicht das erste Mal, dass ich hier übernachte und wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein. Da ich keinen Stromanschluss benötige und Alleinfahrer bin, übernachte ich hier zudem sehr günstig für 10€/Nacht. Neben dem praktischen Nutzen, wenn kein Stromanschluss zur Verfügung steht, sind das die kleinen Freuden meiner Solaranlage auf dem Dach meines Wohnmobils. Zwar kostet der Strom auf dem Mini-Camping Slagershof nur pauschale 1,50€, aber das sind in Südfrankreich auch schon mal 4€. Damit will ich die Solarpanele nicht amortisieren, aber ich freue mich an dem kleinen gesparten Scherflein.

Das Wetter spielt auch viel besser mit, als gemeldet. Das ist in Zeeland oft so. Es ist eigentlich immer etwas besser als gemeldet.
Zwar ist der Wind noch sehr kalt, aber im Windschatten in der Sonne ist es herrlich und so kommt nicht nur das Schiff erfolgreich in den Heimathafen, sondern auch das Grillgut auf Björns Grill, seinem heißgeliebten Son of Hibachi. Weil er den hinterher nicht spülen muss…
Es wird ein toller Nachmittag und Abend!
So lasse ich mir den Urlaub vor dem Urlaub gerne gefallen!

Bliebe noch das „Pflichtprogramm“. Ich bin ja nicht nur zum Faulenzen hier!
Tags darauf geht es also in den Hafen von Den Osse.
Ich habe schon hunderte Male gesehen, wie ein Schiff ins Wasser gekrant wird, und schon Dutzende Male das von meinen Eltern oder früher mein eigenes Schiff. Dennoch ist es immer wieder spannend zu sehen, wie ein Schiff wieder in sein natürliches Element überstellt wird. Der Moment, wenn es wieder mit dem Wasser vereint ist. Wer ein Schiff besitzt oder besessen hat weiß sicher ganz genau, was ich meine.

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