Am heutigen Ostermontag geht es los. Passend zum Abschied starte ich bei leichtem Regen. Dieser wird mich übrigens den ganzen Tag über begleiten. Während der Fahrt nicht ganz so schlimm, zumal es nicht schüttet, sondern nur leicht regnet. Aber ich sitze ja trocken.
Eine andere Besonderheit wird mir bei meiner heutigen Tour bewusst: Wer einmal von Zeeland aus zum Lago Maggiore gefahren ist, der kann nur, wie ich, zum überzeugten Europärer werden! Warum? Ganz einfach. Die Reiseroute macht deutlich, wie schön das Reisen ohne Grenzkontrollen ist!
Meine Route zum Lago Maggiore in Italien wird mich durch Holland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Schweiz und Italien führen! Grenz-Hopping in Reinkultur!
Den Montag habe ich übrigens ganz bewusst als heutigen Fahrtag gewählt, denn heute sind durch den Feiertag praktisch keine LKW unterwegs. Der Rückreiseverkehr von Holland nach Deutschland ist auch erst nachmittags und der restliche Rückreiseverkehr verläuft ja von Süden nach Norden, so fahre ich auch noch antizyklisch. Perfekt.
Bis Antwerpen kenne ich die Strecke natürlich von den vielen vielen Fahrten an die holländische Nordsee. Dann aber biege ich jedoch von der Heimfahrtroute ab. Mein dieses Jahr erneuertes Navi leistet mir hierbei gute Arbeit. Endlich habe ich ein Navi, das die Wohnmobil-Maße berücksichtigt und die Route entsprechend plant!
In Benelux ist das vielleicht egal, denn dort sind die Autobahnen kostenlos und natürlich auch mit dem Wohnmobil immer uneingeschränkt befahrbar.
In Frankreich jedoch will ich mautfrei fahren, aber dennoch nicht durch alle kleinen Orte tingeln müssen.
Das klappt mit meinem Garmin Camper 760 LMT sehr gut. Einzig bei den Daten musste ich leicht schummeln. Bei der korrekten Breitenangabe von 2,25m für mein Wohnmobil waren mitunter die Straßen doch noch zu klein. Mit der Eingabe von 2,5m als Fahrzeugbreite funktioniert es aber bislang tadellos.

In Luxemburg halte ich natürlich für einen Tankstopp an. Immer wieder ein Vergnügen eine Reiseroute zu haben, die durch das Tankparadies Luxemburg führt!

Weiter führt mich meine Route in Richtung Gotthard. Vor 2 Jahren bin ich über den Gotthardpass gefahren und habe sogar oben übernachtet. Das hat mir sehr gut gefallen!
In meiner Reisevorbereitung hatte ich es mir daher offen gelassen, ob ich die schnelle Variante durch den Tunnel, oder langsam und schön über den Pass fahren würde. In meiner Überlegung wollte ich das davon abhängig machen, ob die Sonne scheint, oder ob der Pass in den Wolken verschwindet. Um die Aussichten einer Passüberquerung tagsüber zu genießen, habe ich für heute einen SP entlang der Strecke gesucht, der mehrere Kriterien erfüllen soll. Ich übernachte allerdings prinzipiell nicht auf Autobahn-Rastplätzen, aber gleichzeitig soll der SP natürlich nicht 30km von der Autobahn entfernt sein, um keinen großen Umweg in Kauf nehmen zu müssen. Da es nur eine Zwischenübernachtung ohne besondere Besichtigung sein soll, suche ich mir darüber hinaus dann gerne einen kostenlosen Stellplatz raus. Besondere Einrichtungen brauche ich ja nicht. Mein bewährter Bordatlas hilft mir bei der Suche und ich entscheide mich für den französischen Ort Rouffach und den dortigen Wohnmobilstellplatz.
Zwar könnte ich heute am Tag durchaus noch weiter kommen, als bis dorthin, aber kostenlose Stellplätze sind in der Schweiz rar und ich möchte die Durchfahrt durch die herrlichen schweizer Landschaften und ggf. den Pass nicht im Abenddunkel durchballern, sondern genießen!

Der Stellplatz in dem kleinen Ort Rouffach ist nicht nur kostenlos, sondern verfügt wie fast alle (auch die kostenlosen) Stellplätze in Frankreich über eine ebenfalls kostenlose V/E- Entsorgungsmöglichkeit. Da können sich die meisten Länder einfach mal eine Scheibe von abschneiden!
Es geht mir an der Stelle allerdings definitiv nicht ums Geld. Aber die kostenlosen Entsorgungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass niemand wild entsorgt! Das finde ich gut!
Im Laufe des frühen Abends gesellen sich noch zwei weitere Wohnmobile zu mir auf den Platz. Das passt, so steht man nicht ganz allein.

Einen Abendspaziergang verkneife ich mir dann doch, auch wenn die Kirche von außen schon sehr interessant aussieht und vermutlich morgen früh geschlossen sein wird. Aber kaum will ich mich aufraffen, fängt es wieder an zu regnen und auf einen Regenspaziergang habe ich einfach keine Lust.

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