Als ich die Tür vom Womo öffne ist nicht nur gleich klar, dass wieder die Sonne scheint, nein, auch der Wind hat sich gelegt! Super! Jetzt ist es richtig frühlingshaft!

Als Erstes besuche ich nun den kleinen campingplatzeigenen Strand. Diesen erreicht man durch einen urigen Durchgang unter der Straße entlang. Praktisch, weil man so nicht über die stark befahrene Fahrbahn der Uferstraße gehen muss.

Bei dem Anblick bekomme ich sofort Lust, mein Kajak aus der Heckgarage meines Wohnmobils zu holen und auf dem See eine Runde zu drehen!
Das steht aber heute nicht auf dem Programm, denn ich möchte heute noch nach Baveno weiterziehen. Dort aber nehme ich mir fest vor, mein Kajak zu wassern und auf dem Lago Maggiore dahin zu gleiten!

Das 20 km entfernte Baveno erreiche ich nach einem Einkaufsstopp in Verbania zügig am späten Vormittag. In Baveno gibt es auch einen Wohnmobilstellplatz im oberen Teil des Ortes!
Dort habe ich auch schon einmal gestanden, das war ganz ok. Diesen möchte ich aber dieses Mal nicht ansteuern, weil er zu weit von der Wasserkante entfernt ist! Wie gesagt, ich möchte gerne noch eine Runde paddeln und das Kajak umständlich über längere Entfernungen zum See zu tragen ist unbequem, selbst mit einem Kajakwagen. Also habe ich mir aus dem ACSI-Führer den Campingplatz Village Parisi ausgesucht, der schon an der Hauptstraße beschildert ist.
Auch hier werde ich wieder freundlich empfangen. Für 17,- € pauschal pro Nacht werde ich hier zwei Nächte bleiben und bekomme nicht etwa eine Parzelle zugewiesen, sondern werde sogar persönlich exakt auf eine Stelle eingewiesen. Auf der Wiese sind zwar Parzellennummern, aber niemand steht anhand dieser Markierung. Nach was die die Fahrzeuge sortieren ist mir daher absolut schleierhaft, aber ich habe einen schönen Platz und so ist es mir auch egal.

Mein Platz ist schnell eingenommen und ich lade nicht nur das Fahrrad, sondern auch gleich das Kajak aus. So sieht meine Parzelle für mich als wohnmobilen Einzelfahrer zwar mal wieder erstaunlich voll aus, aber was soll´s.

Nur wenig später geht’s dann zur ersten Paddeltour auf dem Lago Maggiore!
Das Wasser ist schön klar und die Aussicht ein Traum. Als Ziel für meine erste Runde habe ich mir die ca. 2 km entfernte Isola Superiore ausgesucht.
Diese Isola Superiore gehört, wie die benachbarte Isola Bella, zu den Borromäischen Inseln und ist die einzige Insel im Lago Maggiore, die seit dem 14. Jahrhundert durchgängig bewohnt ist.

Bei meinem letzten Besuch vor 10 Jahren habe ich sowohl die Isola Superiore, als auch die Isola Bella mit den von Baveno startenden Ausflugsbooten schon einmal besucht und auch näher angeschaut. Für heute genügt mir aber eine Runde auf dem Wasser statt auf dem Land, zumal die Insel auch recht gut besucht zu sein scheint.
Besonders aber mag ich mein Boot nicht unbeaufsichtigt irgendwo liegen lassen. Wie schnell ist jemand eingestiegen und davon gepaddelt…

Da heute Samstag ist, fahren die Ausflugsboote mit entsprechenden Gäste fast schon im Minutentakt die Insel an. Die hiesigen „Kapitäne“ haben hierbei entweder offenbar noch nichts vom Zusammenhang von Motorleistung, Rumpfgeschwindigkeit und Wellenbildung gehört, oder es ist Ihnen egal. So oder so, sie fahren Vollgas im Schubbetrieb! So sind sie zwar kein bisschen schneller als bei Halbgas, erzeugen aber einen Meter Welle! Unmöglich! Und rücksichtslos.
Gut, dass mein Kajak so gutmütig ist und sich nicht von den Wellen aus der Ruhe bringen lässt. Besonders nett ist es aber trotzdem nicht.

Als ich mich der Insel nähere, zeigen zahlreiche Kinderhände auf mich. Da hört sich wohl gerade so mancher Papa gerade ein: „Ich möchte auch so ein Boot!“ an. 😉

Der Rückweg entlang des Ortes Baveno macht genauso viel Spaß, wie die Fahrt zur Insel. Das Wetter ist zum kajaken heute aber auch wirklich perfekt!
Und eine kleine Besonderheit hat die Reise per Kajak auch noch zu bieten! Ich kann mit meinem Kajak nämlich ein kleines Stück quasi unter der Promenade von Baveno entlang paddeln!
Das ist auch mal ein besonderer Blickwinkel, den man sonst nicht alle Tage erlebt!

Zurück am Campingplatz hole ich mein Boot aus dem Wasser! Hat Spass gemacht die Tour, aber wie die alten Römer zur Mittagszeit freue ich auch ich mich über eine ausgiebige Siesta. Das erfrischt und macht fit für den Abend…

Am späten Nachmittag mache ich mich aber noch einmal auf und radele zur Abwechslung in den schönen Ort Baveno. Die Promenade am See liegt noch schön in der Sonne und so gönne ich mir das erste Gelato des Urlaubs!
Danach geht’s aufwärts, um das Eis auch gleich wieder abzutraineren! Das ist leider das Los, wenn man am Lago Maggiore Urlaub macht. Sobald man die Uferstraße verlässt, geht es richtig steil bergauf! Aber meine Waden werden fürs strampeln belohnt. Die Kirche mit anschließender Kapelle liegt an einem sehenswerten Kreuzgang mit Innenhof und bietet schon fast römischen Flair!

Auf dem Rückweg halte ich noch in einem kleinen Supermarkt an und erstehe als Mitbringsel für Björn und mich selbst. Aber nicht irgendein Souvenir! Sondern für ihn und mich je eine Flasche des angeblichen Super-ReinigersSgrassatore universale“.
Dieser „Geheim“-Tipp kursiert seit einiger Zeit in Foren und Facebookgruppen und ich bin geneigt, es selbst einmal auszuprobieren, ob der italienische „Wunderreiniger“ für z.B. Regenstreifen am Wohnmobil wirklich was taugt… – Ich bin gespannt!

Mit dem Wohnmobil nach Ghiffa und Verbania
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