Heute Morgen hat der Wind schon etwas nachgelassen. Es bläst „nur“ noch mit ca. Windstärke 6. Aber das wichtigste ist: der Himmel ist blau und sie Sonne scheint. Bella Italia, was will man mehr?
Für meine heutige Weiterreise habe ich mir zwei Übernachtungsmöglichkeiten vorgemerkt. Einerseits einen Campingplatz in Ghiffa, auf dem ich Dank der ACSI-CampingCard für nur 13,- € direkt am See übernachten kann oder kurz vorher in Oggebio den Wohnmobilstellplatz. Den Stellplatz von Oggebio habe ich 2007 schon einmal besucht und weiß daher noch genau, dass die Zufahrt extrem eng und steil ist. Die Straße hat sich, als ich sie passiere, in den letzten 10 Jahren offenbar nicht verändert.
Nur ist mein Womo größer als damals! Dafür brauche ich heute keine Sorge mehr zu haben, dass ich rückwärts rolle, wenn ich einmal stehen bleiben muss 😀

Der Stellplatz Oggebio ist überraschend teuer! 18,- € werden in der zweiten Reihe aufgerufen. Wer in der ersten Reihe stehen möchte, muss sogar 20,- € bezahlen. Nicht wenig! Aber ich erinnere mich an die tollen Terrassen, die jeder Platz hier hatte. Da kann man sich die Ausgabe schon überlegen.
Allerdings bin ich nun von dem Platz als ich ihn erreiche ziemlich enttäuscht, denn die Aussicht auf den See ist praktisch weg! Im Gegensatz zu vor 10 Jahren hat sich hier offenbar doch etwas verändert!
Die Bäume unterhalb des SP wurden in den letzten Jahren offenbar nicht mehr gekürzt und sind wild umher gewachsen. So dicht, dass die tolle Aussicht praktisch nicht mehr vorhanden ist. Schade! Ich bin so perplex, dass ich nicht mal ein Bild mache. Nur ein Bild meines ersten Besuchs, damals noch mit dem Kastenwagen, kann ich euch anbieten. Damit ihr mal seht, wie schön es hier einmal war. Mit der Betonung auf „war„.

Ohne den tollen Seeblick ist mir der Platz den Preis einfach nicht wert und so fahre ich den Berg wieder runter. Ich werde mir etwas anderes suchen…
Kurz darauf erreiche ich unmittelbar hinter dem Ortsausgangsschild von Oggebio den Campingplatz La Sierra Der kleine Campingplatz liegt direkt am See und hat daher auch einen sehr schönen Ausblick zu bieten.
Ich werde vom Betreiber freundlich empfangen und bekomme zwei Parzellen zur Auswahl, von denen ich mir eine aussuchen kann. Die Parzellen sind überraschend riesig und gut gelegen! Da richte ich mich gerne ein.
Der Campingplatz ist darüber hinaus gepflegt und bietet einfache, aber sehr saubere Sanitäreinrichtungen. Durchaus empfehlenswert!

Nachdem ich mich eingerichtet habe, möchte ich das knapp 10km entfernte Verbania per Fahrrad erkunden. Allerdings hat dieser Plan gleich zwei Haken. Zum Ersten werde ich die ganze Strecke zurück gegen den Wind strampeln müssen und zum Zweiten darf man sich, wie leider überall am Lago Maggiore, als Radfahrer die enge Uferstraße mit allen anderen Fahrzeugen teilen! Also PKW, Kleintransporter, andere Wohnmobile und auch mal Lastwagen! Radweg? Fehlanzeige! Wo sollte der auch hin? Platz ist durch die dichte Bebauung ja keiner mehr da, ohne das man Häuser abreißen, oder die Straße einspurig für den Autoverkehr einrichten müsste. Aber davon lasse ich mich nicht abschrecken und radele los. Zunächst bis Ghiffa und dann weiter nach Verbania.

Verbania ist einer der größten Orte der Umgebung und Hauptstadt der Provinz Verbano-Cusio-Ossola. Dementsprechend hat sie einiges zu bieten! Ich spaziere die schöne Promenade entlang bis zum Fährhafen und schaue mir die Schiffe an, die hier nicht nur aus privaten Schiffen bestehen. Von Verbania aus verkehrt nämlich eine regelmäßige Autofähre, die das am gegenüberliegenden Ufer befindliche Örtchen Intra verbindet.
Diese einzige Autofähre des Lago Maggiore wird rege genutzt, die Fähre verkehrt 20-Minuten-Takt! Warum ist klar, denn sie erspart sie einem doch sehr großen Umweg auf der sehr stark befahrenen und rund um den See führenden Uferstraße.

Weiter geht’s in den Ortskern. Eine kleine und schöne Kirche besuche ich natürlich wie gewohnt zuerst, auch wenn ich für das schöne Foto von der Kirche von außen erst eine Reihe Mülltonnen aus dem Weg räumen muss. Aber was macht nicht alles für das perfekte Foto. 😉

Definitiv nicht „für Fotos wegräumen“ kann ich allerdings den Hinderungsgrund für schöne Fotos in der Hauptkirche, denn dort findet gerade eine Trauerfeier statt. Dennoch gelingt mir wenigstens ein schönes Bild, welches die innere, pittorekse Schönheit der Kirche zeigt:

Weiter spaziere ich durch den Ort, habe aber wie so oft – besonders zu Beginn des Urlaubs – das Problem, dass mir ein Ort wie Verbania einfach zu groß, zu voll und zu trubelig ist. Selbst zu dieser Jahreszeit ist hier schon recht viel los.
Also steige ich wieder aufs Rad und radele zurück zu meinem beschaulichen Campingplatz, wo ich den Abend mit einem schönen Sonnenuntergang vor meinem Wohnmobil mit Blick auf den See ausklingen lassen kann. Nach der sportlichen Fahrradtour genau das Richtige!

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