Dienstag, 20.06.2006

Nach dem Aufstehen gehen wir duschen. Wir haben hervorragend geschlafen und fühlen uns fit und ausgeruht. Wir könnten eigentlich sofort los!
Zunächst aber schnappe ich mir die gestern auf der Fähre erbeutete Ausgabe des „Urlaubs-Kurieres“ und blättere diesen während einer längeren „Sitzung“ auf dem Servicehaus interessiert durch.
Unter anderem finde ich die Info, dass die von mir so neidisch begehrten Deutschland- Fahnen für die Seitenscheiben der Autos bei einem örtlichen Einzelhändler zwar ausgegangen wären, er diese aber nachbestellt hätte.
Aha, dachte ich´s mir doch. Die Dinger sind heiß begehrt. Das er sie nachbestellt hat ist zwar toll, nützt uns aber jetzt wenig! Ich mag jetzt auch so eine WM- Fahne!
Aber ich finde auch noch einen entscheidenen Satz, nämlich dass das örtliche Kaufhaus Stolz noch Fahnen vorrätig habe.
Hmm, Kaufhaus Stolz, mal sehen, ob wir das nachher finden!


Mit den Duschen sind wir zufrieden, auch wenn wir hierfür erstmal über den halben Platz laufen müssen. Wir stehen nämlich ziemlich weit abseits im linken Eck, die Servicehäuser sind vom Eingang kommend rechts.
Die Duschzeiten sind gut bemessen und erlauben mir mit nur einer Duschmünze (das 1-DM-Stück) ein erquickendes Duschvergnügen.
Kann aber auch sein, dass ich mich im Unterbewusstsein beeilt habe, um die zweite 1-DM-Münze nicht auch noch in den Schlitz werfen zu müssen. Denn so kann ich die behalten 🙂
Ich frage mich was passiert, wenn das alle machen? Wird dann eines Tages keine Duschmünze mehr übrig sein?
Neue 1-DM-Stücke dürften teurer sein…
Auch könnte man vielleicht 100 Duschmünzen kaufen und dann die 100-DM-Stücke in der Bank gegen Euro tauschen. Die Duschmünze kostet 50 cent, die D-Mark ist jedoch 51 cent wert, wenn ich den Umrechnungskurs noch korrekt im Kopf habe. Ich würde also bei 100 Duschmünzen doch tatsächlich 1,- € Gewinn machen.
Allerdings dürfte es schwer fallen der Dame in der Rezeption zu erklären, wofür ich bei 2 Nächten Aufenthalt 100 Duschmünzen benötige…
Ich muss daher erkennen, dass mein genialer Plan die Weltherrsch… *äh* ich mein natürlich durch das Umtauschen von DM-Münzen zu plötzlichem Reichtum zu kommen leider noch nicht ganz ausgegoren ist.
Ein knackiges Frühstück muss her, damit ich neue Kräfte für den Denkprozess sammeln kann.
Frische Brötchen und eine Tageszeitung finde ich am angrenzenden SB- Shop, der auch die Fahrräder vermietet.
Einmal hier vorstellig reserviere ich gleich 2 Fahrräder für später, denn nach dem Frühstück haben wir vor einen Ausflug auf der Insel zu unternehmen.

Und so kommt es auch: Nach dem Frühstück machen wir uns gegen 12 auf den Weg.
Zuerst befahren wir die kleine Uferpromenade und fahren am Strand entlang.
Unsere Rezeptionisten hat nicht gelogen, die Sonne lacht vom Himmel und beschert uns einen wunderschönen wolkenlosen Himmel. Nur der Wind frischt gelegentlich auf, weht dann schräg von vorn und erfordert somit von uns etwas mehr Muskelschmalz in den Pedalen.
Gar nicht so einfach nach 2 Wochen Sitzen im Wohnmobil. Da sind die Muskeln doch tatsächlich ein wenig erschlafft…

         
Radtour über die Insel                                                            Immer dicht am Stand entlang

Wir strampeln immer schön am Strand entlang, bis wir die ersten Häuschen des Ortes Burgtiefe erreichen. Hier wird unsere Fahrt durch ein Schild zunächst jäh gestoppt.
So weist uns doch am Beginn des vom bis dahin dominierten Schotterradweg zum Wechsel auf Betonuntergrund ein Schild darauf hin, dass ab hier die Naherholungsanlage Burgtiefe beginnen würde und man vor Betreten der Promenade die Kurabgabe entrichtet haben muss und darüber hinaus auf Verlangen den Kurausweis den Bediensteten vorzuzeigen habe.
Was ist das denn bitte?
Nun darf ich den durchgehenden Radweg nicht mehr befahren, weil wir keine Kurkarte haben?
Ist ja wohl das letzte!
Ob hier „schwarze Sheriffs“ patrouillieren und armen alten verschreckten Omis aus ihren kleinen zarten und zittrigen Fingern die Kurkarten entreißen und diese mit einem hämischen Grinsen zerreißen? „Mitkommen Omi, häh-häh-häh…“

Kaum auszumalen was passiert, wenn man uns mit oder besser gesagt ohne Kurkarte erwischt.
Ich für meinen Teil würde es vielleicht sogar drauf ankommen lassen, denn auf dem Rad bin ich schnell. Aber Anja macht mir Sorgen.
Mit dem geliehenen Fahrrad kommt sie nicht so richtig klar, der Sattel ist sehr unbequem und das Rad ist für sie eigentlich ein wenig zu klein.
Mein Sattel ist auch unbequem und ich sehe uns beide heute Abend schon auf dem Bauch schlafen…
Für eine Flucht auf 2 Rädern vor den strengen Armen eines zweifelhaften Gesetzes sind wir hier und heute definitiv nicht ausgerüstet.

Wir biegen daher zur Vermeidung einer etwas anderen Maut am Ortseingang einfach rechts ab, überqueren einen Parkplatz und folgen dann der Strandallee in Richtung Burg a.F.
Kurabgabe für die Durchfahrt auf dem Radweg?
Die zahle ich nicht!

Gegen viertel nach 1 erreichen wir die größte Stadt auf der Insel, Burg auf Fehmarn.
Wir binden die Fahrräder inmitten der Innenstadt an einen Laternenpfahl und schauen uns das Städtchen zu Fuß an.
Meinen Hintern freut´s…

Als erstes sind wir überrascht von dem doch moderaten Preisgefüge. Auch das ist Deutschland!
In Skandinavien waren wir in keinem Restaurant essen, allenfalls den Fast-Food- Läden waren wir zugetan. Nun dreht sich das Blatt auch mal zu unseren Gunsten, hier könnten wir wieder essen gehen, ohne dabei im Anschluss beim Gastwirt 3 Jahre lang spülen zu müssen.
Die Verlockung ist da, dennoch entscheiden wir uns hier nichts zu essen, wir kaufen beim Bäcker nur ein paar Brötchen für heute Abend. Mal sehen, ob wir noch was leckeres für drauf finden.

Im Kaufhaus Stolz direkt inmitten der Fußgängerzone finden wir dann neben allerlei schönen Dingen wie Schiffsmodellen, Flaschenschiffen, Holzmöwen, Muscheln und Co. sogar die Deutschlandfahnen, die sich die bekennenden Fans an die Seitenscheiben ihrer Autos heften.
Klasse !
Schade nur, dass die Schiffsmodelle so teuer sind. Denn die gefallen mir richtig gut! Aber 50,- € für so ein Schiff, das ist einfach zu viel. Lange Zeit stehe ich davor und halte das Modell eines modernen Fischkutters in den Händen. Er ist etwa 30cm lang, 25cm hoch und liebevoll gestaltet. Dann stelle ich das Schiff mit einem Mal absolut entschlossen weg, drehe mich um und gehe.
Ist mir nicht leicht gefallen, aber das ist der Gegenwert einer kompletten Tankfüllung, die brauchen wir noch für die Heimfahrt…
Neben den Deutschlandfahnen kaufen wir dann aber noch ein kleines Böötchen als Souvenir für meinen Dad, weil er auf unsere Katzen Minki und Dori zuhause aufpasst. Dazu noch Postkarten und ein paar Zeitschriften zum lesen.

Wieder auf der Hauptstraße finden wir einen Wegweiser, der uns unter anderem den Weg zum U-Boot- Museum nach Burgstaaken weist.
Das ist was für mich, das würde ich mir gern ansehen. Anja kann sich zwar nicht so sehr dafür begeistern, ist aber schnell überredet wenigstens den Weg mit mir zusammen zu fahren und so fahren wir mit dem Fahrrad die Süderstraße und dann den Staakensweg entlang.
Die beiden Deutschland- Fahnen habe ich übrigens hierfür stilecht an den Fahrradträger montiert, so können wir auch auf dem Fahrrad unsere Fahne schon mal probewehen lassen.
Waren gar nicht teuer, eine Fahne mit Halter hat nur 4,- € gekostet, da kann man nicht meckern! Ich hätte aufgrund der großen Nachfrage mit einem „freundlichen“ WM- Aufschlag gerechnet.

Unterwegs fahren wir an mehreren kleinen Fischräuchereien vorbei und passend meldet sich auch der erste Hunger. Wir brauchen ja noch neben den Brötchen etwas fürs Abendessen!
Perfekt, in einer kleinen Räucherei, die offenbar auch von den Einheimischen gut besucht ist, halte ich an und kaufe drinnen einen wohlriechenden geräucherten Aal für unser Abendessen. Naja, sagen wir für mein Abendessen. Anja mag in Anbetracht der Tatsache des wie sie es nennt: „überdimensionalen Wurmes“ nichts von diesem „ekeligen Ding“ probieren.
Na bitte gern, bleibt mehr Aal für mich. Anja bringe ich dann für das Stillen ihres Hungers ein Bismarckhering- Brötchen mit, für mich darf es zum Stillen des ersten Hungers dann aber ruhig ein Lachsbrötchen sein.
Den Aal packt die nette Verkäuferin uns übrigens stilecht in eine gedrehte Seite einer Tageszeitung, da hat man gleich zum Fisch das wichtigste des Tages. Wenn auch in diesem Fall die Meldungen von gestern und auch nur die von Seite 3.
Aber man soll sich ja auch über die kleinen Dinge im Leben freuen. 😉
Wohl ausgerüstet geht es nun weiter nach Burgstaaken.

Der Hafen von Burgstaaken ist recht klein, dominiert wird das Areal durch einen Parkplatz in der Mitte.
Wir binden unsere Fahrräder an einen Laternenmast und gehen eine kleine Runde spazieren.
Gern würden wir eine der Kutterfahrten machen, die hier angeboten werden, aber leider ist der Kai wo der Kutter abfahren sollte leider leer. Nur das Seepferdchen ist noch da, dieses hat aber schon die heutigen Touren beendet und steht leider nur noch als Fotoobjekt zur Verfügung.
Macht auch nichts, das tut es auch.
Auf einer Bank am U-Boot Museum lassen wir uns dann nieder und lassen uns unsere Fischbrötchen schmecken. Ein wenig bereue ich meine Wahl. Lachs ist nicht schlecht, aber vor dieser herrlichen Kulisse wäre ein Matjes der durchaus bessere Fisch gewesen. Aber ich habe noch meinen Aalwurm für heute Abend, zusammen mit den leckeren Brötchen wird das sicher ein Festschmaus.

         
Nur das „Seepferdchen“ ist noch da…                                      …und natürlich das dt. U-Boot S-190

Nach dem Genuss des Fischbrötchens möchte ich mir gern das Museum ansehen. Anja bleibt auf der Bank zurück. Sie hat lange genug im Womo gesessen und möchte sich jetzt nicht die nächste Blechbüchse von innen ansehen, daher entscheidet sie sich lieber hier draußen in der warmen Sonne zu bleiben und überlässt mir somit das U-Boot-Museum zur alleinigen Besichtigung.

Das Museum teilt sich in 2 Abschnitte. Zum einen haben wir einige Ausstellungsstücke in einem Ausstellungsraum und zum anderen haben wir das U-Boot selbst.
Zuerst beginnt man mit der Besichtigung des Ausstellungsraumes. Schon beim Eintritt in diesen werde ich auf einen Umstand aufmerksam gemacht, der mir nicht so ganz gefallen will.
So wird hier ausdrücklich nur von der U-Boot- Geschichte Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg erzählt.
Kann ich noch nachvollziehen, dass mangels Masse die Geschichte im ersten Weltkrieg nicht berücksichtigt wurde, fehlt mir hier doch der wohl der größte Aspekt in der Geschichte der deutschen U-Boot Flottille.
Nun muss ich mich natürlich nicht an den Schandtaten des zweiten Weltkrieges ergötzen, aber andererseits ist dies, ob man will oder nicht, mit der Geschichte der deutschen U-Boot-Fahrer verbunden, verwurzelt und verankert. Andererseits kann das bewusste Auslassen auch einen ganz anderen Hintergrund haben, als ich zunächst vermutete. Der Ausstellungsraum ist viel zu klein, als das er die gesamte Geschichte aufnehmen könnte.
So erhält man zwar einen geschichtlich eher unbedeutenden dafür aber mit viel Liebe zum Detail aufgeführten Dialog mit der Geschichte deutscher U-Boot Fahrer nach dem zweiten Weltkrieg.
Es finden sich allerlei Ausstellungsstücke wie alte Medaillen, Modelle, Schriftstücke, Bilder, Wappen, Uniformen, Taucheranzüge, Maschinen- und Torpedoteile.
Also eine Menge plastisches und bildliches Material.

         
Modelle, Wappen und Infotafeln…                                            …sowie Froschmänner und Topedoteile

Natürlich will ich mir eigentlich die Zeit zum anschauen nehmen, aber ganz ehrlich: Für ein paar hinter Glasvitrinen versteckte Teile bin ich nicht hier.
Viel lieber will ich endlich das U-Boot von innen bestaunen und anfassen.
Also geht es wieder nach draußen und dann ab zum U-Boot.
Das hier ausgestellte U-11, S 190 gehört übrigens zur U-Boot-Klasse 205, ein interessanter Artikel zu dieser U-Boot-Klasse findet sich bei Wikipedia (externer Link, es gilt der Disclaimer unter Kontakt)U-Boot-Klasse 205

Für den Zugang zum Boot wurde extra ein in der Regel (hoffentlich) nicht vorhandener Eingang am Bug des U-Bootes sowie ein Ausgang am Heck des U-Bootes in die Bordwand gebaut. So muss man nicht umständlich durch irgendwelche Luken klettern.

Anja sitzt noch immer auf der Bank und lässt sich die Sonne auf die Nase scheinen, mein Besichtigungsdrang scheint sie nicht zu stören, na bestens.

Im U-Boot angekommen (man beginnt im Heck) empfängt einen sogleich eine gewisse Enge und man muss aufpassen, dass man mit seinem Kopf nicht irgendwo gegen stößt.
Zur Untermalung der „unter-Wasser-Atmosphäre“ klingen aus dezent angebrachten Lautsprechern Wasser- und Blubbergeräusche, sowie hin und wieder der Klang eines Sonarsuchers. Nicht schlecht.
Als erstes schaue ich mir den Torpedoraum an, danach geht es vor zu den Mannschaftsquartieren.
Hatte ich mir noch vor kurzem Gedanken wegen einer gewissen Enge im Wohnmobil gemacht, kann ich nun guten Gewissens diese Meinung revidieren. Denn mit den Klappbetten und einer gehaltvollen Enge einer 3-er- Koje übereinander gestapelt haben wir ein 100qm- Ferienhaus…
Einzig der Kapitän genießt ein wenig mehr Freiraum und kann sich über eine große Kabine freuen.

              
Von hier schießen sie los: Die Torpedos…                                     und hier schläft die Mannschaft

Im Kommandobereich der Brücke kann man sich die vielen verschiedenen Instrumente und Bedieneinrichtungen ansehen und darüber staunen, was man doch alles im Kopf haben muss, damit man hier in Krisensituationen einen kühlen Kopf bewahrt.
Interessant ist natürlich auch der obligatorische Blick durch das Seerohr, man kann es drehen und damit in den Hafen oder auf das Wasser schauen und mir gelingt sogar mit der vor die Linse gehaltenen Kamera ein Schnappschuss.

Weiter vor komme ich am doch recht kleinen Thron vorbei. OK, klein ist er nicht, aber dennoch umgibt den Waschraum eine gewisse Enge. Weiterhin ist die Vorstellung nur einen Waschraum und eine Kloschüssel Schüssel mit 30 Besatzungsmitgliedern zu teilen nicht gerade das, was ich mir unter Hygiene vorstelle. Ich denke mal das sind mit die unschönsten Dinge, die man auf einem U-Boot vorfinden kann.

         
Blick in die Bordküche                                                            und in den Kommandraum / Funk / Sonar

           
„Maat, drehen Sie mal da vorn rechts“ … „???“                          Blick durch dass Seerohr aufs Wasser

                                                            
und der Blick in den Waschraum / Toilette

Gegen kurz vor 4 habe ich mir alle Einzelheiten des U-Bootes angeschaut und es wird Zeit die Rückreise zum Campingplatz anzutreten. All zu lange können wir heute Abend nicht auf bleiben, denn morgen ist schon der Tag der Rückgabe und da müssen wir ausgeschlafen sein.

Ich sammele Anja vor dem U-Boot ein, die sich dort noch immer die Sonne auf die Nase scheinen lässt und zusammen fahren wir mit dem Fahrrad zurück zu unserem Campingplatz, den wir gegen 5 Uhr erreichen. Wir geben die Fahrräder zurück und laufen in gebückter Haltung zurück zum Wohnmobil. Die Sättel waren wirklich nicht sonderlich bequem, es muss für Außenstehende so aussehen, als hätten wir einen 3-Tages-Ritt auf einem Pferd ohne Pause hinter uns. Alles tut weh…

Zurück am Wohnmobil machen wir es uns draußen auf der Campingwiese ein wenig gemütlich. Ich rolle die Markise aus und rücke mir einen Campingstuhl zurecht.
Aber halt! Da fehlt doch was! Ich muss ja noch die Fahnen anbringen…
Also nehme ich die beiden Fahnenhalter und positioniere diese an der ausgefahrenen Markise. Nun stecke ich die Fahnen dran und voilá: Fertig ist das Setzen der Nationalflagge, ein kurzer Salut und schon sind wir offiziell als Fans des deutschen Fußballteams erkennbar.
Perfekt!

Während ich so in der Sonne sitze bekomme ich Appetit auf meinen Aal, den ich gleich hier draußen an Ort und Stelle auspule und Stückchen für Stückchen des leckeren Aalfleisches in mich hinein werfe. Er schmeckt nicht schlecht, nur etwas trocken ist er natürlich. So ganz ohne Sauce, Beilage und Co.
Der Fisch ist größer als ich erwartet habe und so muss ich etwa 1/3 des Räucherlings am Ende übrig lassen. Da Fisch nur schmeckt, wenn er frisch ist, mache ich mir gar nicht die Mühe den Rest aufzuheben und entsorge diesen fachgerecht an einer Mülltonne, die zur Fischausnahmestelle auf dem Campingplatz gehört. Soll ja in ein paar Stunden nicht in unserer unmittelbaren Nachbarschaft nach ömmeligen Fisch stinken…

Gegen halb 7 haben wir uns von den Strapazen der Radtour erholt und wir beschließen diesen wunderschönen Urlaub stilecht mit einem wunderschönen Abendspaziergang am Strand in der untergehenden Sonne zu verbringen.
Der Strand ist wie gesagt nicht weit, man muss nur einmal kurz über den kleinen Deich spazieren, dann ist man schon da.

Das Wasser der Ostsee ist ganz ruhig, es herrscht kaum Wellengang. Wir ziehen also Schuhe und Strümpfe aus und spazieren ein wenig im kalten Wasser. Zum Baden wäre es wohl noch zu kalt oder man muss extrem hartgesotten und abgehärtet sein, aber an den Beinen lässt es sich aushalten.
Eine himmlische Ruhe, wir setzen uns auf einen kleinen Ausleger, der über den Strand hinweg ans Wasser führt:
Eine perfekte Szenerie, lange schauen wir aufs Wasser hinaus, bewundern das Meer, den Himmel, die rote Sonne den Strand, hören die Möwen kreischen und das Rauschen der Wellen.

Eine kleine Möwe schaut vorbei, sucht offenbar im Watt und im Sand nach Futter.
Für unseren Urlaub ist dies wirklich ein gelungener Abschluss, genau so wie jetzt muss Urlaub am Meer sein.

         
Wir bekommen Besuch…                                                      …die Möwe kommt nah an uns heran und lässt sich nicht stören

Fehmarn ist wirklich eine wunderschöne Insel. Ich freue mich ein so schönes Stückchen Urlaub gefunden zu haben, auch wenn wir nur einen einzigen richtigen Tag hier auf der Insel verbracht haben.
Hier werden wir auf jeden Fall ein weiteren Urlaub verbringen.

Gegen 8 kehren wir zum Wohnmobil zurück. Zum schlafen gehen ist es noch zu hell und wir sind auch noch nicht müde.
Anja schmiert uns noch ein paar belegte Brötchen zum Abendbrot und schreibt im Anschluss an unser Abendessen schonmal ein paar Postkarten (wir brauchen noch Briefmarken!), anschließend sitzen noch lange draußen in der Abendsonne.

Ich beginne mal meine Mückenstiche zu zählen. Das ist wirklich ein Graus. Die von mir im Vorfeld gerade in Skandinavien befürchtete Plage ist ausgeblieben (es gibt einige Schauergeschichten im Web), aber dennoch haben es natürlich einige der Biester geschafft mich trotzdem zu pieken. Frechheit! Anja hat natürlich keinen einzigen Mückenstich abbekommen. Na wenigstens etwas.
Ich glaub mal abgesehen vom überproportionalen Fahren und hinter dem Lenkrad sitzen war die Mückenplage mit das unschönste. Aber das ist zwangsläufig mit Reisen in und mit der Natur bzw. im Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt unvermeidbar. Und von irgendwas müssen die Mücken ja auch leben…

    
Menno, das tut jucken….

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