Vorbesprechung, Vorbereitung KW 18 und Mittwoch, 30. April 2008

Erneut haben wir, also erstmal natürlich Anja und ich und unsere Freunde Thilo & Claudia überlegt, dass wir mal wieder etwas gemeinsames unternehmen sollten.
Also jetzt nicht einen gemeinsamen Spiele-Abend oder sowas, nein nein!
Eine gemeinsame Kurzurlaubsreise an irgend einen schönen Punkt im mittleren Umkreis unserer Wohnorte, das wollen wir machen.

Ein Datum dazu haben wir uns recht schnell überlegt, denn dank des gregorianischen Kalenders fällt auch dieses Jahr der traditionelle 1. Mai auf einen Donnerstag.
In Kombination mit einem freien Freitag ergibt das mindestens 4 Tage am Stück frei.
Schon im letzten Jahr hatten wir uns überlegt an die Nordseeküste zu fahren, haben uns dann aber wegen Wetter und Co. doch kurzfristig für den Edersee entschieden.

Da Anja und ich eh vorhatten in diesem Jahr mal ein verlängertes Wochenende an der ostfriesischen Nordseeküste zu erleben, bringen wir dieses Thema als mögliches Reiseziel auf den Tisch.
Einzig die Tatsache, dass wir auf bzw. in der Nordsee wohl nicht mit dem Schlauchboot fahren können trübt die Vorfreude ein wenig.
Trotzdem legen wir die Reise an die Nordsee fest.

Gerade für Anja und mich ist diese Reise an die Nordsee ein absolutes Muss.
Wir waren zwar schon mehrfach an der Nordsee, dann aber immer nur für Tagesausflüge. Das war damals vor unserer wohnmobilen Zeit.
Die Gegend um Greetsiel, Emden und dem Otto- Leuchtturm sind uns somit nicht ganz unbekannt.
Gern bin ich früher schon in die Gegend gefahren und habe mir einige Spielorte aus den Otto- Filmen angeschaut.
Trotzdem hatten wir stets den Eindruck, dass die ostfriesische Nordseeküste nicht so recht mit den Angeboten einer Ostseeküste zwischen Warnemünde und Fehmarn mithalten kann.
Die Ostsee ist nun mal ein erklärtes und gern angefahrenes Reiseziel von uns.
Leider ist die Entfernung dort hinauf nicht gerade mal eben so für ein Wochenende praktikabel, da müssten es schon ein paar Tage mehr sein.

Sieht man jetzt von den Möglichkeiten einer niederländischen und belgischen Küste mal ab, dann ist der kürzeste Weg zum Meer von Köln aus die A 3 bis Oberhausen und von dort auf die A 31 bis Emden.
Biegt man dort direkt links ab, dann erreicht man unter 400km die Küste.
Eine Entfernung, die sich durchaus auch mal für ein Wochenende lohnen kann.
Aber ist die Nordseeküste Frieslands wirklich genau so schön, wie die besonders von mir so gern favorisierte Ostseeküste?

Also machen wir uns nach kurzer Beratschlagung und einstimmiger Einigkeit wie die 4 Freunde aus Enid Blyton´s Kinderhörspielen auf in ein gemeinsames Abenteuer, der Titel könnte in etwa lauten:
„Vier Freunde stochern im Wattenmeer“… 😉

Obwohl 4 Freunde stimmt nicht ganz, denn ein weiterer gemeinsamer Freund von uns, Michael aus Hannover, wird ebenfalls zu uns stoßen, er kommt aber nur für einen Tag vorbei.
Als VIP- Special- Guest sozusagen…

Tankabenteuer, oder anders: Wie teuer darf´s denn bitte noch werden???
Was den meisten Kurzreisen allerdings wie ein fieser Schlagbaum im Weg steht sind die derzeitigen Spritpreise.
Mal ganz ehrlich, die Schmerzgrenze ist nicht erreicht, sie ist bereits lange lange überschritten.
Einfach so kann und werde ich die Preise nicht hinnehmen, aber was soll man tun?
Vom Diesel sind wir abhängig, ohne Diesel fahren wir keinen Meter.
Hätten wir noch das Spritpreisniveau des vergangenen Jahres (so um 1,20 € / Liter) würde sich die Frage nicht stellen, aber bei knapp 1,40 € pro Liter Diesel sehe ich mich nunmal gezwungen auch mal Ausschau nach Alternativen zu halten, denn auf das Reisen verzichten wollen wir beide definitiv nicht.

Natürlich kann man jetzt versuchen unterwegs so viel wie möglich an Diesel zu sparen, wenn man zum Beispiel nur 80 km/h statt 90 km/h fährt, aber ganz ehrlich, wer macht das wirklich?
Wer kann seine Fahrgewohnheiten bewusst über längere Zeit so umstellen, dass er die hohen Spritpreise durch sparsame Fahrweise kompensieren kann.
Einmal gebremst und neu beschleunigt und schon ist der Spareffekt dahin.
Das allein kann also nicht die einzige Lösung sein!

Unsere „lokale“ Lösung besteht erneut im „Strecken“ vom Diesel. So habe ich mir ausgerechnet, dass ungefähr 35 Liter bei sparsamer Fahrweise bis zum Meer reichen sollten.
Der Tank ist seit unserer Rückkehr aus Italien nicht mehr gefüllt worden, der letzte Tankstop war bei Basel kurz vor der deutschen Grenze.
Seit dem haben wir das Wohnmobil nicht mehr bewegt.
Nun ist der Tank ratzeputz leer (wir hatten auf der Rückfahrt ja schon Bedenken, ob wir kurz vor unserem Zuhause mangels Sprit liegen bleiben würden) und wir müssen unbedingt tanken, wenn wir nicht spätestens am Kreuz Kerpen mangels Diesel liegen bleiben wollen.

Aber 1,40 € für einen Liter Diesel?
Das zahle ich wie gesagt nicht!
Es bleibt uns daher nur das Strecken von Diesel mit Rapsöl.
Wir tanken also 28 Liter Diesel zu 1,40 €.
Aber das wird nicht bis zum Meer reichen. Also tanken wir weitere 6 Liter Rapsöl zu 0,79 €.
Nur 79 Cent, da lacht das Herz! Aber was kostet nun der Brennstoff gesamt?

Man muss nun kein Genie sein, um sich den neuen Spritpreis auszurechnen:
28 Liter zu 1,40 € = 39,20 €
6 Liter zu 0,79 € = 4,74 €
Gesamtmenge Brennstoff = 34 Liter
Gesamtkosten = 43,94 €
Neuer Preis pro Liter Brennstoff: 43,94 : 34 = 1,29 € (gerundet)
Na also! 1,29 € pro Liter Brennstoff, damit können wir doch leben.

         
Vorbereitungen am Wohnmobil              Rapsöl in den Tank: „Rein damit!“ 😉

Machts gut Steuereinnahmen, machs gut Marge für die Mineralölkonzerne!
Not macht erfinderisch und wenn alle meinen wir könnten uns keine Alternativen zu teuren Urlaubspreistreibern überlegen, dann ist das zumindest unsere ganz persönliche Antwort darauf.
Und sollte es mit dem Diesel noch schlimmer werden, dann mache ich mir auch gern eines Tages die Mühe und rüste unseren Duc komplett für 100%- Rapsölbetrieb um.

Im Moment allerdings haben wir mit dem Beimischen von Rapsöl keine Probleme:
Was bin ich froh einen alten Saugdiesel / Wirbelkammer zu fahren, es gibt sogar Stimmen die sagen, dasss unser Diesel sogar mit altem Frittenfett fahren soll, wenn man nur die alten Pommesreste dort heraus filtern kann.
So weit sind wir zum Glück noch nicht, aber es tut gut zu wissen, dass auch bei 1,50 € und mehr pro Liter Diesel noch immer das Reisen mit dem Wohnmobil möglich sein wird.

Ach ja, unterwegs kommen wir natürlich zum zweiten positiven Effekt unseres Reiseziels und der so genannten „Reiselösung“:
Da wir uns als Route nach Ostfriesland die A 31 gen Norden ausgesucht haben, streifen wir natürlich unser „Lieblings“- Nachbarland: die Niederlande.
Hier ist der Diesel im Durchschnitt 10 cent pro Liter günstiger.
Sollte der Sprit also für die Hinfahrt nicht reichen, dann machen wir halt einen kurzen Abstecher nach NL und tanken dort voll.
Spätestens bei unserer Rückreise aber werden wir bei unseren gelb beschilderten Freunden einkehren und den Dieseltank radikal auffüllen.

Wenn es bei uns teurer ist, bitte dann fröhnen wir halt dem Tanktourismus und machen unseren Diesel bei unseren Nachbarn voll.
Zack, wieder fehlen ein paar Euro im Staatssäckchen. Vielleicht merkt es ja doch auch mal der ein- oder andere in Berlin oder bei den Mineralölkonzernen in Hamburg?

An uns hat man hier im Spritpreisteuerland Deutschland auf jeden Fall für diese Reise nur das verdient, was wir nicht vermeiden konnten.
Wobei wir uns ja noch eine kleine Reserve lassen, denn theoretisch geht sogar noch ein wenig mehr an Rapsöl im Tank…
Vermiesen lassen wir uns mit den derzeitigen Spritpreisen und der Gier nach noch mehr Geld in den Kassen durch gepuschte Preise die Reiselust jedenfalls nicht.

    
So, wir sind startklar, morgen kann es los gehen!

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