Der Tag beginnt mit Lohn & Brot. Muss ja, denn sonst gibt es auch keine Reisen und somit auch keinen Reisebericht. Wohl aber gibt es immerhin einen freien Nachmittag, sodass ich schon gegen Mittag von der Arbeit loskomme und gegen 13 Uhr zuhause eintreffe. Dann schnell das Motorrad in die Garage, Stiefel aus, Helm an den Haken und die letzten Sachen einpacken und dann looooos!!!

Und obwohl eigentlich alles vorbereitet ist, kommen wir trotzdem nicht unter einer Stunde Vorbereitungszeit heraus. Vielleicht liegt es an Nils, der in freudiger Erwartung auf den ersten Campingurlaub dieses Jahr doch recht aufgeregt ist und wir immer mit einem Auge nach ihm schielen müssen, während wir unseren Wohnwagen beladen. Er ist bald zweieinhalb Jahre alt, da ist ein Wirbelwind nichts dagegen!

Gegen 14 Uhr sind wir aber soweit! Der Wohnwagen hängt am Haken, Nils sitzt in seinem Kindersitz, hat Tee und Maisstangen am Start und wir rollen aus unserer verkehrsberuhigten Hauptstraße auf den Kreisverkehr Richtung Nord.
Für unsere Route haben wir uns überlegt, dass wir den Kölner Ring meiden und zunächst über die A 61 Richtung Nord und dann über Grevenbroich und Neuss Richtung Düsseldorf stoßen. Dann ein Stück auf der linken Rheinseite weiter, bis wir in Höhe Moers, Krefeld / Duisburg dann auf die A 3 in Richtung Arnheim wechseln wollen.

         
     unterwegs auf der A 61 Richtung Norden, noch haben wir freie Fahrt und rauschen mit knapp 100km/h gen Holland. Toll. 🙂

Die Idee mit unserer Route hatten übrigens leider auch andere! Zwar klappt der Start ins Wochenende noch recht gut und wir passieren problemlos die 61 und auch die Landstraße bis Neuss, ab dort aber wird es deutlich voller. Der erste Stau an der Dauerbaustelle auf der A 57 lässt nicht lange auf sich warten.

Auch nach dem Stau auf der A 57 wird es nicht besser. Immer wieder Stop&Go, nur selten kommen wir nennenswert voran. Und als wir in Höhe Krefeld wieder mal komplett zum Stehen kommen, hab ich keine Lust mehr. Trotz Gespann fahren wir in Krefeld- Gartenstadt von der Autobahn runter und nehmen ein Stück Landstraße unter die Räder. Passt uns eh ganz gut, Anja hat Hunger und würde gerne einen kleinen Snack mitnehmen. Da die fahrenden Imbisse auf der Autobahn leider noch nicht ganz marktreif sind, können wir uns sowieso nur neben der Autobahn nach etwas Essbarem umschauen.
Der Plan geht auch fast auf, denn in Kaldenhausen auf der Moerser Straße entdecken wir tatsächlich einen Imbiss! Nur zu blöd, dass du mit einem 10 (oder 11 oder 12? Muss mal nachmessen)- Meter- Gespann nicht mal eben am Straßenrand anhalten kannst. Das ist schon etwas blöd und war früher mit dem Wohnmobil natürlich deutlich besser! Ach ja. Das Wohnmobil…
Wir lassen den Imbiss wie die Melancholie in Erinnerung an frühere Zeiten am Straßenrand links liegen und konzentrieren uns wieder auf die Autobahn, genauer auf die A40 in Richtung Duisburg.
Wieder voll, der kleine Umweg hat nicht viel gebracht. Schon vor der Rheinbrücke staut es sich und als wir die Schilder mit mehreren Kilometern Stau voraus auf der A 3 entdecken, schwant uns böses. Naja, versuchen wir erneut einen Ausweichtrick. Kurzerhand geht es am Kreuz Duisburg von der A 40 auf die A 59, diese führt etwa bis Dinslaken parallel zur A 3.
Immerhin eine positive Sache, was man dem verstopften Ruhrgebiet abgewinnen kann. Ausweichrouten gibt es einige. Ob sie dann aber auch frei ist, das ist eine ganz andere Sache. Denn wieder hatten mehr wie 3 Leute die gleiche Idee wie wir und so stehen wir auch auf der A59 ein kleines bisschen im Stau. Puh! So langsam wird es echt anstrengend, aber was will man von einem Freitagnachmittag auch anderes erwarten. Da wird es nunmal voll! Dennoch sind wir von den knapp 100km dermaßen geschafft, als wären wir schon seit Stunden unterwegs und im Stau auf dem Weg in einen „richtigen“ Urlaub ans Meer. Gefühlt müssten wir auf dem Weg nach Zeeland irgendwo bei Tilburg im Stau stehen. Und wenn man sich dann noch überlegt, dass wir noch etwa 150km vor uns hätten, es wäre eine ganz schöne Qual!
Tja, das ist einfach das Problem mit den einfachen Wochenendausflügen. Der Weg dahin ist recht beschwerlich und fast ist es so, als würde man den freien Samstag dann auch wirklich brauchen, um sich von den Strapazen der Anreise zu erholen. Da kann man auch schon fast zuhause im heimischen Garten bleiben, freitags entspannt fürs Wochenende einkaufen und dann schön im Garten grillen.
Man sieht zwar nichts Neues von der Welt, dafür aber hat man aber auch alles da und muss nicht den halben Hausstand hinter sich herschleppen und auf die Autobahn zu den anderen stellen.

         
     Auf der A 40 zur A 3 ist´s voll, da wollen wir nicht lang fahren…   …auf der A 59 ist aber auch nicht viel besser. *grummel* 🙁

Gegen 16 Uhr haben wir das gröbste hinter uns gelassen. Es geht auf der A 3 entspannt weiter, ich kann 90 fahren und wir kommen gut vorwärts.
Ab der Ausfahrt Hamminkeln / Bocholt geht es ein letztes Mal auf der Landstraße weiter, von jetzt an sind es keine 30km mehr bis zu unserem Ziel.
Ein bisschen voller wird es nochmals in Bocholt selber, danach aber ist freies Fahren angesagt und gegen 17 Uhr haben wir es endlich geschafft. Wir stehen an der Einfahrt zum Camping- und Freizeitpark „De twee Bruggen“ bei Winterswijk fast in Rufreichweite zum Obelink.
Wir stellen unser Gespann als drittes in die zahlreiche vorhandenen Parkpositionen für Gespanne, Wohnmobile und Camper aller Couleur ein, dann spazieren wir zu dritt rüber in die Rezeption.

    
    Unser Gespann in der Einfahrt und Wartezone des Campingparks „de twee Bruggen“ bei Winterswijk

Schon der erste Eindruck hier gefällt uns außerordentlich gut! Und das liegt nicht nur daran, dass wir heute das erste Mal wieder wo ankommen, wo Urlaub ist und wir endlich unseren „Durst“ nach draußen sein, Natur und Camping stillen können. Nein, hier gefällt es uns wirklich. Die Rezeption ist hell und freundlich gestaltet, gleich 3 freundliche Damen kümmern sich um das Einchecken der zahlreich umher wuselnden Gäste. Geht trotzdem schnell hier. Wir checken ein und bekommen einen Platz vorab zugewiesen, der mit unseren Wünschen (nah am Spielplatz, gerne auch nah an einem Servicehaus, ACSI-CC). Gleichzeitig zeichnet die nette Dame aber auch noch gut ein halbes Dutzend weiterer Parzellen ein, die derzeit frei sind und die wir uns gerne anschauen dürfen. Gefällt uns da eine andere besser, dürfen wir uns auch gerne dort hinstellen. Wir sollen dann nur Bescheid sagen. Total gut und kundenfreundlich!

Wir spazieren zu Fuß die paar Meter zu unserer Campingwiese, genauer dem Melkkunweg. Fast alle Reihen hier sind nach Tieren oder Einrichtungen auf einem Bauernhof benannt. Dies liegt wohl in der Historie des Platzes, was wir später noch im Ferienmagazin des Campingplatzes nachlesen werden.
Schon der erste Blick auf unsere Campingwiese lässt uns absolut sicher sein, dass wir uns einen hervorragenden Campingplatz für das Wochenende ausgesucht haben!
Die Wiesen sind richtig schön groß und sehr gut gepflegt. Alle Areale sind darüber hinaus so angelegt, dass sie die Parzellen längs in Richtung des Areals aufweisen. Zum Nachbarareal wird dann über Hecken abgegrenzt. Das schöne dieser offenen Aufteilung ist zweifelsohne das enorme Raumgefühl! In der Mitte findet sich hier nämlich nicht ein schmaler Versorgungsweg mit den einzelnen Parzellen nebendran, sondern die gesamte Wiese ist der Versorgungsweg! Platz für 3 Autos nebeneinander, wenn man sie zwischen die Vorzelte der gegenüberliegenden Wohnwagen stellen würde.
Nur unterbrochen von einigen Spielplätzen, jedes Areal hat hier so einen Mini- Spielplatz. Für Kinder ist das wirklich ideal, denn so können sie direkt vor der Wohnwagentüre spielen und die Eltern können einen Blick drauf werfen. Auch bilden die Spielplätze einen zentralen Sammelpunkt, wo sich dann die Kinder des einzelnen Areals zwangsläufig treffen und miteinander spielen.
Total super!
Wir nehmen statt der uns zugewiesenen Parzelle im Melkkunweg die Parzelle dahinter. Zum einen, weil wir dort einfach geradeaus reinfahren können und direkt stehen und zum anderen, weil wir den kleinen Spielplatz mit Sandkasten und Spielhaus dann wirklich unmittelbar gegenüber unserem Feriendomizil fürs Wochenende haben. Herrlich! Wir können alle Vorzüge unseres Wohnwagens genießen, vor dem Wohnwagen in der Sonne faulenzen, grillen oder was weiß ich machen und keiner muss sich für Stunden auf eine harte Spielplatzbank des Zentralspielplatzes setzen, nur um den eigenen dann Kind beim Spielen zuzuschauen. Besser geht es wirklich nicht.
Weiterer Luxus für mich als qualifizierter Ver- und Entsorger allerlei Wohnmobil- bzw. Wohnwagen flüssigkeiten findet sich in Form der Versorgungssäule. Immer 2 Parzellen teilen sich eine Säule, jeder Platz hat hierbei einen separaten Wasser- und Stromanschluss. Auch das ist super und viel besser, als ein zentraler Verteilkasten irgendwo bei Parzelle 7b während man selber auf 13f steht. So kann die Kabeltrommel dieses Wochenende drin bleiben, das einfache Kabel reicht locker aus. Auch das Wasser des Haupttanks und der Toilette kann ich somit prima mit wenigen Schritten Aufwand erreichen, hätten wir einen City- Anschluss, es könnte perfekter nicht sein.
Auch ein Gulli findet sich gleich hier, so muss ich auch mit dem Brauchwasser nicht weit laufen.

         
     Ankunft auf unserer Campingwiese, dem Melkkunweg.                Wir hängen den Wohnwagen ab, Anja macht klarschiff 🙂

Wir stecken flugs den Strom an und rollen die Markise aus, kurz danach sitzen wir auch schon wieder im Auto. Wir düsen nochmal kurz nach Winterswijk ins Örtchen rein, genauer in den dortigen Jumbo- Supermarkt, um uns für das Wochenende mit allem Nötigen einzudecken. Zwar hätte der Campingplatz auch einen kleinen aber recht gut bestückten Supermarkt, aber der Jumbo- Besuch gehört bei uns inzwischen einfach dazu, wenn wir zum Obelink bzw. hier in diese Region fahren.

Besonders fasziniert bin ich hier immer wieder von der Innovationsfreudigkeit der Holländer! Ehrlich! So kann ich hier zum Beispiel, um Zeit zu sparen, meine Waren beim Einladen in den Einkaufswagen selber mit einem Handscanner scannen und muss an der Kasse dann nur noch bezahlen. Auch sehe ich noch beim Scannen sofort, ob der Preis korrekt ist. Also so, wie es am Regal steht. Manchmal passiert es ja, dass das angebliche Sonderangebot im Supermarkt gar nicht an der Kasse registriert ist. Hier sieht man Fehler sofort.
Viel besser gefällt mir aber die Regelung mit der Wartezeit! Scannst du selber und musst trotzdem warten bzw. hast mehr als 3 Leute an der Kasse vor dir, dann ist dein Einkauf GRATIS!
Kein Witz!
Wir haben es selbst gesehen, wie das funktioniert bzw. wie gut das Personal darauf geschult ist.
Nachdem wir allerlei Köstlichkeiten in den Wagen geladen haben und von Nils auch gewissenhaft eingescannt wurde, stehen wir plötzlich als Dritte in der Schlange an der Expresskasse.
Und kaum stehen wir, wird die Kasse neben uns auch aufgemacht und wir sind die ersten. Das war knapp für den Laden! Denn der vierte, der hier warten muss, der hätte seinen Einkauf umsonst bekommen! Große Schilder über den Kassen weisen darauf hin. Der vierte bekommt alles in seinem Wagen geschenkt. Verrückt die Holländer! Aber gut! Versuch mal eine solche Regelung samstags beim Aldi oder beim Real am letzten Adventswochenende…

         
     Ein Einkaufsstopp beim Jumbo muss einfach sein! 🙂                 Drinnen gibt es für Anja erstmal gratis- Kaffee…

         
     …und Gratis- Luftballons für Nils. So geht es gut bestückt…        …rein zum einkaufen. Nils darf alles scannen, der freut sich.

Ein pickeliger Azubi prüft nochmals stichprobenartig, ob wir auch brav alles eingescannt haben. Da Nils aber so viel Spass am Scannen hatte, hätten wir sowieso nichts unbeabsichtigt ohne zu scannen in den Wagen legen können. Entsprechend fällt das Ergebnis positiv zu unseren Gunsten aus, wir zahlen und können los. Im Gepäck ein voller Wagen mit leckeren Sachen für 2 Campingtage, 3 Ballons für Nils und einem Gratis- Kaffee für Anja.
So kann das Wochenende starten.

Gegen 18 Uhr sind wir zurück am Campingplatz und das Wochenende könnte nun ganz entspannt starten, wenn wir nicht noch ein paar Sachen zu erledigen hätten. Denn jetzt wird es erst richtig spannend! Klappt auch alles mit unserem neuen Wohnwagen?
Damit wir hier in aller Ruhe eine Geräteprüfung vornehmen können, muss natürlich zuerst der fleissige Campingnachwuchs beschäftigt werden. Denn wenn ich jetzt den Werkzeugkoffer auspacke, schnappt sich unser Junge gleich mal die wichtigsten Schraubendreher und Ratschen und demontiert am Ende den Radträger von der Deichsel. Fürs Ablenken sorgt zum Glück eine kleine Aufmerksamkeit, die wir der Fachzeitschrift „Camping, Cars & Caravans“ zu verdanken haben! Denn für ein nettes Bild zum Frühjahrsstart in der Aprilausgabe der Zeitschrift hat Nils gezeigt, welche Stärken in seinem Puky stecken (schaut mal rein auf Seite 22 der Ausgabe April 2014!). Und als kleine Aufmerksamkeit hat er einen Spielzeug- Rasenmäher geschenkt bekommen. Den packen wir nun aus und schon ist das Kind soweit abgelenkt, dass ich mich in Ruhe den Einbauten widmen kann. An dieser Stelle ans Team der CCC nochmals vielen Dank! 🙂

    
     Super, Nils ist abgelenkt und mäht hier fröhlich den Rasen. Eigentlich müssten wir dafür Geld verlangen 😉

Nun endlich, wo wir etwas Zeit gewonnen haben und auch endlich Landstrom zur Verfügung steht (ist zuhause immer schwierig in einer Mietswohnung), können wir die ganzen Geräte in unserem neuen Wohnwagen mal in aller Ruhe ausprobieren. Macht man ja auch nicht zu 100% bei der Besichtigung, meist begnügt man sich ja doch mit einem kurzen Blick und einer Funktionsprüfung. Obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten und auch wissen, wenn man sich zum Beispiel unsere eigene Checkliste für den Gebrauchtkauf von Wohnwagen mal anschaut.
Nun, wir holen jetzt alles nach. Den Kühlschrank hatte ich natürlich schon auf der Fahrt hierher auf 12V angeschlossen. Das erste Mal übrigens, wenn man den Worten des Vorbesitzers glaubt. Dieser hatte den Wohnwagen nämlich immer nur mit einem 7- poligen Stecker betrieben, somit blieb ihm unterwegs der Luxus von fließend Wasser oder auch Licht und Strom mit 12V im Aufbau verwehrt.
Ob alles geht, zeigt also auch diese erste Tour vor unserem nächsten geplanten großen Urlaub.
Der Kühlschrank jedenfalls läuft gut, das Eisfach ist sehr kalt und die Kühlrippen für den normalen Kühlbereich deutlich vorgekühlt. Für knapp 3 Stunden Fahrtzeit aus dem Stand ein durchaus passables Ergebnis wenn man bedenkt, dass die Absorber- Kühlschränke im Wohnwagen oder Wohnmobil in dieser Betriebsart am schlechtesten kühlen. Besonders, wenn die Kühlis nicht auf Gas oder Landstrom vorgekühlt sind.
Neben dem Kühlschrank lassen wir natürlich auch gleich die Heizung laufen. Zwar sollte es damit keine Probleme geben (immerhin haben wir eine neue Gasprüfung), aber man weiß ja nie. Aber auch hier keine Probleme. Etwas zögerlich springt die Truma zwar an, andererseits wird hier auch ordentlich Luft in der Leitung gewesen sein. Viel wichtiger ist aber das Gebläse. Dieses haben wir noch gar nicht ausprobieren können. Nun aber braust es fröhlich vor sich in und transportiert in Windeseile warme Luft auch in die entlegensten Bereiche unseres schönen neuen Wohnwagens.
Perfekt!
Zum Schluss folgt dann noch die Wasserversorgung. Und hier entdecken wir dann tatsächlich doch noch ein Problem. Es kommt kein Wasser, die Pumpe springt nicht an! Schon beim Steckerumbau vom 7- poligen zum 13 poligen Stecker war mir dies aufgefallen, hab es aber auf eine nicht korrekt verlegte Leitung in der Verteilerdose des 12V- Anschlusses geschoben. Immerhin hat uns der Verkäufer versichert, dass die Pumpe fast neu wäre!
Nun aber tut sich auch auf Landstrom nichts!
Ärgerlich, so ist Wasser doch von zentraler Bedeutung im Wohnwagen. Ohne dieses kannst du keine Nudeln kochen, abspülen, dich waschen oder dir die Zähne putzen. Zumindest nicht, wenn man die Einrichtungen eines Campingplatzes nicht nutzen will. Für den Moment also ist das Problem nicht groß. Sind aber später unterwegs und wollen bei Pausen oder auch bei einer Zwischenübernachtung auf einem Parkplatz abseits von Campingplatz und Autobahn übernachten, wollen wir schon die autarken Möglichkeiten von Strom und Wasser nutzen.
Ärgerlich, dass ich dem Problem heute nicht mehr auf den Grund gehen kann. Denn es ist März, Zeitumstellung auf Sommerzeit ist erst morgen und schwupp-di-wupp wird es schon während des Abendessens auch schon dunkel!
Und im Dunkeln Fehler suchen? Das muss nicht sein. Wird also auf morgen früh vertagt.
Mit dem fehlenden Wasser können wir leben, eine kaputte Heizung wäre da schon schlimmer gewesen.
So aber genießen wir dennoch den Abend, besonders das warme Badezimmer ist auch ohne Wasser echter Luxus, wenn draußen einstellige Grade vorherrschen. Gegenüber unserem Adria (der hatte nur die Heizung aber ohne Vent) eine echte Verbesserung für uns, denn früher war es im Badezimmer IMMER kalt. Auch im Wohnmobil (ebenfalls nur Heizung ohne Vent) war es im Bad IMMER kalt. Solche Kleinigkeiten können schon echt glücklich machen, darüber sind wir uns beim Abendessen in der warmen Sitzgruppe gemeinsam einig.

Nach dem Abendessen gehe ich mit dem ganzen Spül noch rüber zum benachbarten Servicehaus und spüle. Muss ja. Anja macht hingegen Nils fertig für seine erste Nacht im neuen Etagenbett im Schlafzimmer. Da sind wir auch schon sehr gespannt, ob er da oben schlafen wird. Kuschelig sieht es ja aus, aber reicht das auch für einen quirligen Zweijährigen, der derzeit auch gerne mal des Nachts bei Mama und Papa kuscheln kommt? Dies ist ja nun, wo Anja und ich in einem 140er Festbett schlafen, nicht mehr ohne weiteres möglich! Früher im Adria haben wir sowieso zu Dritt nebeneinander gelegen. Von daher wird es vielleicht doppelt schwer, Nils nun im Anhänger ans eigene Bett über unseren Füßen zu gewöhnen.
Doch unsere Sorge scheint unbegründet. Heute ist so viel passiert und Nils hat sich in der kurzen Zeit, die wir hier auf dem Campingplatz verbracht haben, regelrecht ausgepowert. Nun ist er müde und er schläft recht schnell in seinem Bettchen ein.
Wir sitzen noch einen Moment in der Sitzgruppe und genießen gleichermaßen die Ruhe wie auch die neu gewonnene Möglichkeit, überhaupt in der Sitzgruppe sitzen zu können, während Nils schon im Bett liegt.
Auch wieder so ein kleines Stückchen Luxus, was man erst zu schätzen weiß, wenn man es genießen kann. Hoffentlich gewöhnen wir uns nicht zu schnell an diesen Vorteil und haben noch lange Freude daran.

Gegen kurz nach 9 gehen wir dann aber auch ins Bett. Der Tag war lang, die Anreise anstrengend und uns fallen die Augen zu. Morgen wird sicher ein schöner Tag!

    
     Die Nacht legt sich über den idyllischen Campingplatz „de twee Bruggen“ bei Winterswijk

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