Es war frisch die letzte Nacht! Schon das zweite Mal auf dieser Reise. Wird wirklich langsam Herbst. Ich hab sogar irgendwann in der Frühe gegen halb 5 überlegt, ob ich die Heizung auf kleine Stufe einschalten soll. Und das will schon was heißen! Gelassen hab ich es nur, weil Nils eigentlich recht zufrieden in seiner Decke gekuschelt hat (und offensichtlich keine Heizung brauchte) und ich dann auch zu faul war, nur für mich aufzustehen.
Also bin ich wieder eingeschlafen und erst wieder wach geworden, als die Sonne durch die schmalen Ritzen der Fensterverdunklung die Nase gekitzelt hat.
Als wir dann das Rollo hochschieben, entdecken wir einen traumhaften Sonntagmorgen! Echt gemein! Richtig warm ist die Sonne, auch wenn sie noch etwas tief steht. Dennoch viel besser als gestern und wir sind schon etwas traurig, dass wir ausgerechnet heute schon wieder abreisen müssen. Gestern früh war es ja noch grau in grau und erst zum Nachmittag kam die Sonne raus. Jetzt ist es aber um halb 9 schon so warm, dass man bestimmt noch vor der Mittagssonne in den Pool springen kann. Gemein!

         
     Der nächste Morgen: Papa und Nils schauen aus dem Fenster und lassen wieder bunte Seifenblasen in den Himmel aufsteigen

Klar könnten wir jetzt mal eben kurz in den Pool reinhüpfen. Aber wir haben gestern praktisch nichts an Abreisetätigkeiten vorbereitet, weil wir den einzigen vollwertigen Urlaubstag nicht damit einkürzen wollten. Und da wir zwingend bis 12 Uhr weg sein müssen (sonst müssen wir voll bezahlen), müssen wir jetzt leider noch alles einpacken.
Zeit für ein Frühstück bleibt aber ohne Zweifel noch, entsprechend decken wir nochmals draußen den Frühstückstisch im Schatten der Markise.
Kaum stehen die leckeren Sachen auf dem Tisch, fliegt natürlich auch wieder eine der gierigen Wespen heran. Viehzeuchs! Ein schneller Brutzler mit der Fliegenklatsche löst aber das Problem, nunmehr kann ich 7 Kills auf meine Abschussliste setzen. Gar nicht so schlecht!
Das Problem ist hier aber auch, dass die Mülltüten gerade für die Wespen so verlockend sind! Ein wirklich unsägliches System, was die hier betreiben und was wir die letzten beiden Tage eigentlich fassungslos beobachtet haben. Man kann es fast nicht glauben!
Schon am Anreisetag hatten wir ja berichtet, dass sich bei den Zeltcampern gegenüber der Müll stapelt. Und das tut er noch immer! Nun aber nicht mehr der Müll von Freitag, sondern der vom gestrigen Tag. Kein Witz! Für Müll wird auf diesem Campingplatz nämlich eine extra Gebühr erhoben, 1,50 € pro Müllsack. Und damit niemand seinen Müll ohne offizielle Entsorgungstüte entsorgt, gibt es keine frei zugängliche Entsorgungsstation! Jeder stellt also (besonders die Zeltcamper) seinen Müll mangels Alternativen irgendwie rund um sein Zelt auf, was natürlich auch Insekten wie Wespen oder auch mal eine Katze anlockt. Haben wir gestern noch bei den Nachbarn gesehen, wie sich eine Samtpfote gar nicht so sanft ihr Abendessen aus dem Müllsack gekratzt hat.
Tja-ja. Am Meer sind es die Möwen, hier sind es die Katzen.

Wir lassen uns für einen Abreisetag vergleichsweise Zeit mit dem Frühstück. Die Uhr sitzt uns nicht so sehr im Nacken und für den Heimweg werden wir keine 2 Stunden brauchen. In jedem Fall sind wir also zeitig genug zuhause, um auch noch den Wohnwagen leer zu räumen und mal fix in die Badewanne springen zu können. Mit einer gewissen Portion Stolz versteht sich, denn wir haben es geschafft, die beiden Tage ohne die Duschen auszukommen! Das Servicehaus ist nämlich leider nicht das Sauberste und da man fürs Duschen die Schrankenkarte mit einem Guthaben aufladen und dann „abduschen“ muss, haben wir uns dagegen gesträubt, dafür auch noch Geld auszugeben.
Ist gut gegangen! Zum einen, weil wir ja einen ordentlichen Waschraum im Wohnwagen haben und zum anderen, weil wir ja auch im Pool waren und man sich auch dort (zumindest kalt) abduschen kann. Allein dadurch ist man schon erfrischt genug.

Unter tatkräftiger Unterstützung von Nils geht es nach dem Frühstück frisch ans Werk.
Stühle und Tisch zusammen räumen, Vorzeltteppich falten, Markise einrollen und Räder verladen. Blöd nur, dass Nils natürlich noch nicht wirklich dabei helfen kann, aber es ist natürlich der Gedanke, der zählt! 🙂
Macht uns schon stolz, auch wenn uns Bekannte gesagt haben, dass Kinder in diesem Alter gerne helfen wollen, aber noch nicht können und wenn sie es dann können, dann nicht mehr wollen.
Das wäre natürlich echt blöd, aber wir hoffen einfach mal, dass Nils später auch kann und darf. Wir müssen ihm ja zeigen, wie es geht, damit auch aus ihm mal ein guter Camper wird. 😉

         
     Nils hilft tatkräftig mit, dann geht es schneller! 😉                     Um kurz nach halb 11 sind wir schon abreisebereit.

Früher als erwartet werden wir fertig, um halb 11 ist der Wohnwagen angekuppelt und wir sind abreisebereit. Ein letztes Mal schaut Anja, dass wir alles haben. Dann geht es los.
Erstmal vor zur Rezeption und die Karte gegen Pfand eintauschen.
Und dann folgt gleich das nächste (und hoffentlich letzte) Abenteuer in Holland *äh*, Belgien! Die Abfahrt!
Schon auf der Zufahrt war es etwas eng mit dem Wartestreifen und einem in der Einfahrt recht unglücklich positionierten großen Stein, was wir nun aber bei der Abfahrt erleben, ist der Graus eines jeden Gespannfahrers. Ich meine unser Wohnwagen ist ja schon recht klein, aber sogar wir hatten wir einige Probleme!
Zunächst mal kann man nicht den Weg rausfahren, auf dem man gekommen ist. Dafür ist er zu schmal und somit als Einbahnstraße ausgewiesen.
Auf die Wartespur für Gespanne zum Einchecken (wenn man Waldboden neben der Fahrbahn so nennen darf) kommen wir also nicht mehr. Parken kann man aber nirgendwo anders! Wir müssen aber irgendwo anhalten, um unsere Karte abzugeben und vorher abgeben geht ja auch nicht, weil wir ja sonst nicht ohne fremde Hilfe rauskommen! Denn die Ausfahrt hat ja logischerweise auch eine Schranke! Ich will die Logik dahinter gerade erfragen, da erinnert mich Anja daran, dass wir ja in Holland (zumindest gefühlt) sind. Ach ja. Fast vergessen. Wir stehen also (wie es die belgischen Holländer machen) einfach mitten im Weg und bekommen zum Glück recht schnell den Pfand zurück. Nur 2 Autos mussten hinter uns warten.
Der Weg geht nun weiter und führt in eine kleine Rechts-Links- Kombikurve. Auch nicht toll mit einem Gespann, weil man für den zweiten Einschlag eigentlich Raum braucht, den nur der Waldboden zur Verfügung stellen kann. Ist mir gestern mit dem Auto gar nicht aufgefallen, aber naja.
Danach geht es über eine Schlaglochpiste weiter, welche selbst das Bugrad zu einem Aufsetzer zwingt. Egal, ob ich versuche die Löcher rechts und links zu umfahren und sogar teilweise wieder auf den Waldboden neben der Fahrbahn ausweiche.
Zur Krönung entdecken wir dann noch kurz vor der Abbiegung auf die offizielle Straße einen Baum, der dermaßen unglücklich im Winkel in den Fahrbahnraum wächst, dass man ihn nicht sofort sieht und unter Garantie für größere Alkoven oder hohe Wohnmobile zum Problem werden kann!
Unglaublich! Hier gilt wirklich, dass wenn die Gäste durch die Schranke sind, sie keine Gäste mehr sind. Ich will mich gerade aufregen, da erinnert mich Anja wieder daran, wo wir…
„Ach Menno“ will ich sagen. Wir sind doch extra nach Belgien gefahren, damit wir uns eben nicht über Logik und Unlogik der Niederländer (sagen wir es mal freundlich) „amüsieren“ können!
Aber wenn wir das nicht hätten, was hätten wir sonst zu berichten gehabt? 😉
Mit dem Vorsatz einen bittersüß- sarkastischen Reisebericht zu schreiben geht es kurz darauf raus aus dem Wald und rauf auf die Landstraße nach Hause.

         
     Wieder auf der Landstraße unterwegs nach Holland…                …und auf der Autobahn unterwegs nach Deutschland.

Kurze Zeit später erreichen wir Lanaken, passieren den belgischen Grenzort ohne Probleme und steuern nun wieder holländischen Boden an.
Und fast wie bestellt gibt es hier gleich den nächsten „Ärger“.
Die direkte Verbindungsautobahn A 79 zwischen Maastricht und Aachen ist gesperrt, als Umleitung wird die Route A 2 und A 76 über Heerlen empfohlen.
Ein stattlicher Umweg von 15 Kilometern!
Mit dem Auto würde ich es über die Landstraße probieren, aber mit dem Gespann? Muss nicht sein. Und so fahren wir erst einmal ein gutes Stück nach Norden, bevor es später wieder in Richtung Südosten geht. Fast könnte man meinen, die guten Holländer wollten uns gerne noch ein bisschen länger im Land behalten, um uns von den Vorzügen zu überzeugen.
Und wisst ihr was? Es hat auch geklappt! Wir können es schon jetzt kaum erwarten, wenn wir für die nächste Tour wieder nach Holland fahren dürfen! 😉

Über Geleen und Heerlen geht es nach Aachen, ab der deutschen Grenze passiert nix mehr. Nils ist schon in Holland über seinem kleinen Büchlein eingeschlafen und wird erst wieder wach, als wir von der Autobahn in Kerpen abfahren.

Der Rest ist dann wieder Routine. Zuhause ankommen, Wohnwagen parken, Wohnwagen abhängen, Fahrräder abladen und Kühlschrank leer räumen. Alles in allem keine 3 Stunden vom ersten Handschlag des Zusammenräumens bis zum Fallenlassen im heimischen Sessel. Fahrtzeit war hiervon gerade mal etwas mehr als eine Stunde.
Hat gut geklappt eigentlich! Und auf jeden Fall nachahmenswert, wenn uns zuhause wieder mal die Decke auf den Kopf fällt und wir „einfach nur raus ins Grüne“ wollen.

Zitat des Tages: (Anja zu mir, ich leere gerade den Toilettentank): Siehst du! Unsere Parzelle hat auch ihre Vorteile! Musstest mit dem wirklich schweren Klotank gar nicht so weit laufen wie sonst!! 😉

 

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