Inhaltsverzeichnis:

  – 1.) Allgemeines Fazit

  – 2.) Bewertung Campingplatz / Freizeitpark Jocomo 

  – 3.) Reisekosten und Statistik

Fazit:
Das hat gut geklappt! Ein kleines Kurzurlaubswochenende kam uns dank des frei genommen Freitag auch genau so vor, wie ein richtiger „kleiner Urlaub“. Optimal zur Erholung beigetragen hat hierbei sicherlich auch die vergleichsweise recht kurze Entfernung, sodass wir sowohl am Anreise- wie am Abreisetag nicht in Stress verfallen sind. Stau gab es eigentlich auch keinen, auch ansonsten hat alles gut geklappt.
Und kaum, das wir zuhause waren, haben wir natürlich gleich wieder die nächste Tour geplant! Wohin? Nun ganz klar, oder? Wieder Holland!
Egal, ob nun „richtig“, oder nur im Pseudo- Holland- Land Belgien.
Denn eins ist hoffentlich klar geworden: Wir mögen Holland! Wirklich! Andernfalls wären wir gar nicht so oft dorthin gefahren, wie wir uns in Reiseberichten dazu mit einer gewissen Ironie äußern.
Ist ja nicht das erste Mal und ich bitte auch jeden Holländer oder Holland- Fan um Nachsicht, dass wir uns erlauben, in unserem Reisebericht ein wenig das „Klischee“ zu bedienen.
Das gehört für uns (gerade als Camper!) einfach dazu und gibt kleine Heiterkeiten in den Campingalltag!
Ganz in diesem Stil möchten wir euch quasi mit einem Augenzwinkern ein kleines Video bei Youtube empfehlen, was eigentlich genau das in Bildern zeigt, wie wir Holland und die Holländer mögen.
Wer mag, schaut mal hier: Deutschland und Holland im Campingduell  😉

Und?
Ist klar geworden, was uns hier antreibt?
Dann freut euch doch einfach mit uns schon auf die nächste Reise nach Holland!
😀

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Bewertung:
Campingplatz Jocomo Ferienpark
(4 Sterne- Anlage lt. eigener Aussage / Campingführer)
Maastrichterweg 1a
B-3620 Lanaken
Tel.: +49 32 89 72 28 84
Web: jocomo.be
Übernachtungskosten: 21,- € (inkl. Strom, exkl. Müllgebühr) in der Hochsaison
GPS- Koordinaten: N 50.904115° / E 5.633515° (Einfahrt in den Wald von der Hauptstraße)

Lassen wir für diese Bewertung mal vollkommen außer Acht, dass wir während unseres Aufenthalts wohl buchstäblich den (Verzeihung für die direkte Ausdrucksweise) „beschissensten Platz“ bekommen haben, den es auf dem gesamten Campingareal gibt. Anders kann man den Platz direkt neben dem Chemieausguss für die Campingtoiletten aber auch wohl kaum bezeichnen.
Den Platz aber nur anhand unserer Parzelle zu beurteilen wäre ungefähr so, als würden wir eine ganze Tafel Schokolade wegen einer hohlen Nuss wegwerfen. Geht nicht. Also betrachten wir den Platz so, als hätten wir auf einer der umliegenden „normalen“ Parzellen gestanden. Diese „normalen“ Parzellen für Touristencamper gliedern sich in 3 auf 4 größere längsgerichtete Areale mit offener Wiese, wo etwa 6-8 Parzellen pro Areal untergebracht sind.
Die Areale selbst sind dann durch übermannsgroße und dicht bewachsene Hecken voneinander getrennt.
Eingerahmt werden diese Touristenparzellen von zahlreichen fest installierten kleinen Ferienhäuschen, Stacaravans und Holzhütten, die den Ferienpark dominieren. Fast alle dieser Hütten befinden sich scheinbar darüber hinaus in Privatbesitz (bzw. sind dauerhaft gepachtet), weil jede Hütte individuell eingerichtet ist. Ein „Feriendorf“, wo 20 gleichaussehende Häuser von einer Gesellschaft vermietet werden, findet sich hier also nicht. Zumindest nicht mehrheitlich. Einige Hütten wären sicherlich auch zu mieten gewesen, andere Hütten waren scheinbar schon seit längerem verlassen und standen leer, waren teilweise auch heruntergekommen und baufällig.
Gesamt betrachtet handelt es sich beim Jocomo- Ferienpark um eine Mischform aus Gartensiedlung, Laubenpiepern, Dauercampern und Touristenfahrern. Wenn man das mag, ist man hier gut aufgehoben.
Auch das Drumherum auf dem Platz ist auf den ersten Blick recht stimmig. Es gibt einen Imbiss (Friterie), aber auch eine große Taverne mit (zumindest in der Hauptsaison) täglich wechselnden Mittagsgerichten. Hierbei wird sich der Betreiber der Taverne auch seiner besonderen europäischen Stellung bewusst, indem er zum Beispiel während unseres Aufenthalts einmal einen holländischen Abend organisiert hat, obwohl er ja eigentlich in Belgien lebt. Auch die Speisekarte ist international ausgerichtet, kleine Landesflaggen zeigen die Gästen gleich die richtige Spalte, wo man gleich sein bekanntes Essen findet. So gibt es unter der deutschen Fahne typisch „Deutsches Essen“ mit Kartoffelsuppe, Jägerschnitzel mit Pommes, aber auch französische Creme Brulee und Muscheln sind z.B. unter der französischen Tricolore zu finden.
Probiert haben wir während unseres Aufenthalts allerdings nur die Pommes, die waren soweit ok. Nichts besonderes, aber auch nicht schlecht.
Das wohl beste Zugpferd des Platzes ist aber zweifelsohne die Pool- und See- Anlage!
Gleich 2 Schwimmbecken laden besonders im Sommer zum Baden und Planschen ein. Das untere der beiden Becken ist für (Klein-)Kinder wirklich ideal geeignet! Es ist sehr groß geraten (größer, als das obere Schwimmerbecken!) und bietet auch locker 2 Dutzend Schwimmwindelträgern ausreichend Platz zum Entfalten und Planschen. Kleinkinderbecken dieser Größe finden sich selbst in manchem öffentlichen Freibad nicht! Einziger Wehmutstropfen: Das Kleinkindbecken war von der Wassertemperatur her deutlich kühler, als das obere Schwimmerbecken! Das hat uns schon überrascht. Offenbar läuft das Wasser in getrennten Kreisläufen und das das Kinderbecken einen deutlich helleren Boden hat, wird es wohl nicht so sehr von der Sonne aufgeheizt. Zum Schwimmen haben wir uns also (mit Kind) in das große Schwimmerbecken begeben, dieses war deutlich wärmer.
Neben Kinder- und Schwimmerbecken gibt es aber auch noch einen kleinen Natursee mit „trübem“ Wasser, wo man zwar nicht schwimmen, aber z.B. mit einem kleinen Schlauchboot oder einem Kayak ein wenig paddeln kann. Nicht professionell versteht sich, aber für diejenigen, die eher Ruhe an und auf dem Wasser suchen und weniger „Poolaction“ wollen, können hier ebenfalls ein nettes Plätzchen finden. Ein Badesessel, ein gutes Buch und ein kaltes Getränk, man könnte sich zweifelsohne stundenlang auf dem Weiher treiben lassen.
Abgerundet wird die Pool- und See-Anlage dann noch von einer Pool- Bar! Kalte Getränke, Cocktails und Eis gibt es hier zu kaufen. Schade war nur, dass die Poolanlage zu unserer Überraschung zwar am Freitag, nicht aber am Samstag geöffnet war. Wir vermuten mal, Holländer für die Planung der Öffnungszeiten verantwortlich sind! 😉

Neben der Poolanlage ist auf jeden Fall noch der große Spielplatz eine Erwähnung wert. Zwar sind die Gerätschaften durchweg älteren Baujahrs, dennoch sind sie gut durchdacht, robust und ordentlich gewartet. Nils hatte viel Spaß beim Rutschen und Klettern, sein Prädikat „gut“ geben wir als Bewertung für den Spielplatz daher auch an dieser Stelle gerne weiter.

Von den positiven Aspekten war es das, kommen wir nun zu dem, was uns nicht so gut gefallen hat.
Da wäre zum Beispiel das Servicehaus.
Oh-weia.
Es handelt sich hierbei um einen typischen Plastik- Einheitsbau, den man so wohl auf zahlreichen anderen Campingplätzen in Holland findet. Auch wir haben diesen Typ Servicehaus (mit der durchsichtigen Plastikkuppel in der Mitte, Spülstationen im Innenraum und dann die Servicebereiche als Räume abgehend) schon mehrfach gesehen. Ein bisschen wie das „Ideal Standard“- Waschbecken, was sich in jeder 08/15- Mietwohnung findet.
Auf die Details kommt es dann an und die lassen leider zu wünschen übrig. Da wäre zum Beispiel die Spülstelle. Alle Spülstellen bieten nur kaltes Wasser. Warmes Wasser gibt es nicht, auch nicht gegen Bezahlung. Was soll das? Es muss doch mittlerweile auch der letzte wissen, dass man, wenn man mit kaltem Wasser spült, weitaus mehr Wasser und damit Geld verbraucht, als das Aufwärmen ein wenig kalten Wassers gekostet hätte. Aber scheinbar kostet in Holland Wasser noch immer deutlich weniger, als es Energie tut. Wasser? Davon haben die Holländer ja sowieso genug, auch wenn wir in Belgien waren.
Ebenfalls schade war, dass der Babywaschraum, leider verschlossen war. Das ist dann so, als gäbe es gar keinen! Da auf der Webseite aber mit einem Babysanitär geworben wird, ziehen wir hierfür Punkte ab!
Auch die Tatsache, dass wir nach einem Zugang zum Waschraum hätten fragen können, wenn wir Bedarf am Babywaschraum gehabt hätten, lassen wir nicht gelten! Beim Einchecken haben wir erkennbar mitgeteilt, dass wir ein Kind unter 2 Jahren dabei haben. Wenn man uns dann nicht darauf aufmerksam macht, dass es für den Babywaschraum einen eigenen Schlüssel gibt (wenn es den überhaupt gibt!), dann ist das nicht in Ordnung!
Sowas ist keine Holschuld, das ist eine Bringschuld vom Betreiber!
Zuletzt müssen wir dann noch die hygienischen Zustände im Servicehaus bemängeln. Über Details schweigen wir uns aus. Nur so viel: Wir haben während unseres gesamten Aufenthalts ausschließlich unsere bordeigene Toilette benutzt.

          
     Das zentrale Servicehaus. Holländischer Standardbau            Auffallend unbrauchbar: Die Spülstelle hat nur kaltes Wasser

Einen weiteren Punkt möchten wir anbringen, der uns nicht gefallen hat. Das Müllsystem!
Müll und Abfall ist für unsere Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit und das ist nicht gut. Keine Frage. Und wenn der Campingplatz seine Gäste dadurch für das Thema sensibilisiert, dass er 1,50 Euro für den Müllsack verlangt, können wir das nachvollziehen!
Was aber gar nicht geht ist die Entsorgungsmöglichkeit! Da der Platz nur die platzeigenen Müllsäcke akzeptiert, gibt es keine frei zugängliche Entsorgungsstation. Viel mehr fährt einmal am Tag ein Trekker über den Platz und sammelt die grünen Müllsäcke ein.
Das sorgt nun natürlich dafür, dass die Parzellen tagsüber zu 2/3 mit Mülltüten belastet sind, die entweder noch nicht voll, oder noch nicht abgeholt worden sind.
Allein die campende Mädchengruppe gegenüber hat während unseres Aufenthalts 3 Müllsäcke produziert, die die ganze Zeit in Sicht und Stinkweite zu unserer Parzelle standen. Ist halt auch blöd für Zelter, wo sollen die die Müllsäcke auch hinstellen? Wir mit dem Wohnwagen können so einen Sack immer diskret irgendwo unterbringen. Aber im Zelt? Da geht nichts drunter, da geht nichts dran. Nur drinnen. Und das ist wirklich keine Lösung!
Und gerade im Sommer ärgert der herumstehende Müllsack dann natürlich noch zusätzlich, weil so ein Teil mit Essensresten auch Insekten wie Wespen und sogar einmal eine Katze angelockt hat, die sich am Müllsack gütlich getan hat.
Das geht gar nicht! Wenn man schon ein solches Müllsystem pflegt, dann muss es auch möglich sein, dass ich die grünen Säcke jederzeit abgeben kann.

     
     Einmal am Tag wird der Müll vom Treker eingesammelt. In der Zwischenzeit stinkts halt…

Und noch eine Sache möchten wir erwähnen, was uns negativ in Erinnerung geblieben ist. Die Zu- und Abfahrt! Wir waren ja schon auf vielen (wirklich sehr vielen) Campingplätzen in Europa. Aber bei kaum einem Platz hatten wir so viele Probleme mit der Zu- und Abfahrt, wie hier! Dabei haben wir mit unserem kleinen Adria noch einen verhältnismäßig kleinen Wohnwagen!
Besonders im Bereich der Zufahrt und Rezeption geht es bedenklich zu was daran liegt, dass sich der Zugangsbereich des Campingplatzes in einem Wald befindet. Entsprechend schmal ist der Versorgungsweg dorthin und auch das Parken links am Waldrand zum Einchecken sind gerade förderlich. Dazu kommt ein total blöd platzierter Stein in der Einfahrt, der das Ranfahren an die Schranke doch etwas erschwert. Zahlreiche Kampfspuren an diesem Stein zeugen davon, dass schon so mancher Camper hier einen „bleibenden Eindruck“ an Stein und Fahrzeug hinterlassen hat. Wobei der Stein das sicherlich lockerer sieht! Wir wurden fairerweise bei der Einfahrt auf den Stein hingewiesen (wir hätten ihn sonst vielleicht sogar übersehen!), dennoch ist doch die Frage, warum man das überhaupt machen muss.
Muss der Quader denn da liegen? Und wenn das schon so sein muss, warum bekommt er dann nicht wenigstens einen ordentlichen Warnanstrich? Aber vielleicht verlange ich auch einfach zuviel, immerhin waren wir ja in Holland… 😉
Abgesehen von Stein und Wald ist auch der Weg selbst nicht der Beste. Die Zufahrt geht noch, aber weil diese so schmal ist, ist sie eine Einbahnstraße. Für die Abfahrt muss man dann einen anderen Weg nehmen, der nicht nur nochmals deutlich schmaler, sondern auch mit Schlaglöchern gespickt ist! Rechts und links hab ich es versucht, dennoch hat das Stützrad mehr wie einmal kurzen Bodenkontakt gehabt. Muss ja auch nicht sein. Und zur Krönung wächst an der Ausfahrt auf die Straße ein Baum dermaßen unglücklich in den Weg hinein, dass man diesen nicht sofort sieht und bei großen Fahrzeugen (z.B. einem Familien- Alkovenwohnmobil) zu einer Kollision kommen kann!
Die Wege stammen zweifelsohne noch aus einer Zeit, als man hier maximal mit dem Zelt hergekommen ist. Und seitdem hat sich u.E. die Situation nicht wirklich zum besseren gewandt.
Ist aber auch irgendwo klar, die Touristencamper machen hier wirklich nur den vergleichsweise deutlich geringeren Anteil aus. Und Dauercamper kommen ja tagaus, tagein nur mit dem Auto gefahren. Damit geht´s.

Fazit: Ein auch in der Hauptsaison günstiger Platz, der allerdings einige Mängel an Hygiene und Verhaltensweisen aufweist. Nur dank der überraschend schönen Poolanlage geben wir 6,5 von 10 Transitsternen.

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Reisekosten Kurzurlaub Belgien:

Die Reisekosten fassen wir nur der Vollständigkeit halber zusammen. Es gab keinerlei Überraschungen oder Abweichungen gegenüber dem, was wir erwartet hatten.
Das heißt nicht ganz! Immerhin waren wir überrascht, wie teuer doch Lebensmittel im Ausland sind! In Belgien sogar ein Stück mehr, als in Holland! Fleisch besonders, aber natürlich auch Produkte wie Milch und Brot kosten schon etwas mehr! Verzichten wollen und werden wir dennoch nicht drauf. Denn das ist irgendwo auch etwas, was für uns zu einem (Kurz-)Urlaub im Ausland dazu gehört.
Und die Bratwurst, die wir im Albert Hejin gekauft haben, schmeckte famos! Fast so, wie wenn Oma früher Bratwurst mit Kartoffeln und Gemüse gemacht hat. Dieser herzhafte unverwechselbare Geschmack, das fehlt unseren Bratwürstchen heute! Ein Fluch der „immer mehr billig“- Mentalität. Dann gibt es eben billige Bratwürste, die dann aber auch mangels gutem Fleisch eben nach nichts mehr schmecken. Aber lassen wir das. Hier soll es um die Kosten gehen und die weisen wir aus.
Auch, wenn wir für die Werte, für die wir eingekauft haben, vergleichsweise wenig Ware im Einkaufswagen hatten:

Urlaubskosten Wochenende Belgien
Tanken Kerpen 38,86 €
Einchecken CP Jocomo 2 Nächte 42,00 €
Mittagessen Lanaken 9,40 €
Einkauf Carrefour 1 32,32 €
Einkauf Carrefour 2 12,67 €
Tanken Belgien 55,07 €
Einkauf Albert Heijn 52,96 €
Einkauf Spar 3,14 €
Pommes Pool Jocomo 2,60 €
Summe 249,02 €
Abzüglich Vorräte für zuhause: -50,00 €
Abzüglich Restmenge Tank: -55,00 €
Urlaubskosten Gesamt: 144,02 €

Ein bisschen Statistik haben wir dann auch noch:

Gefahrene Kilometer: 231,3
davon Gespannbetrieb:
Anreise: 88,6
Abreise: 96,5
Gesamt: 185,1
Verbrauchter Kaftstoff 21,29
davon Solobetrieb:
Tour Einkauf 1 5,2
Tour Einkauf 2 20
Tour Einkauf 3 21
Gesamt: 46,2
Verbrauchter Kaftstoff 3,33
Verbrauchte Liter: 24,61
Preis pro Liter 1,55 €
Ausgaben Kraftstoff: 38,13 €

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Tja, das wars auch schon! Unser kleiner Reisebericht geht ebenso schnell zu Ende, wie auch unser Kurzurlaub zu Ende gegangen ist. Kritik und Lob könnt ihr sehr gerne als Kommentar eintragen, ansonsten freuen wir uns schon auf die nächste Tour.

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