Ein weiterer Campingtag liegt vor uns und ein weiteres Mal spielen wir an diesem Morgen das gleiche Spiel.
Aufstehen, zum Service- Haus gehen, dann Bett machen, Brötchen und Zeitung holen fahren, dann frühstücken und während des Frühstücks überlegen, was wir heute machen können.
Gut, ich will nicht sagen, dass es mittlerweile langweilig wird, denn das wäre gelogen. Und natürlich können wir uns vorstellen, für den Rest unseres Lebens nur noch durch das Leben zu tingeln, ein entsprechend gefülltes Bankkonto mal vorausgesetzt.
Aber wenn wir wirklich über den finanziellen Background verfügen würden (vielleicht liest ja mal ein reicher Scheich aus dem Orient unsere Seiten und findet sie so toll, dass er unser Campingleben mit einer schwarzen- Platin- Kreditkarte von AMEX unterstützt? 😉 wäre heute wohl sicher der Tag gekommen, wo wir wieder aufbrechen und weiterziehen würden.
Eigentlich haben wir ja nun wirklich alles auf Fanö gesehen, ausgeruht sind wir auch und unweigerlich zieht es einen in einem solchen Moment auch irgendwie weiter.
Doch der einzige Weg, den wir bereits morgen einschlagen werden, ist leider der Weg nach Hause, denn unser Urlaub neigt sich nun doch unweigerlich dem Ende zu.
Nur noch das kommende Wochenende steht uns noch zur Verfügung, wobei wir wohl schon am Samstag und nicht erst am Sonntag zuhause ankommen werden.
Zuhause warten ja dann auch noch ein paar Dinge und ein Tag zur Akklimatisierung ist ja auch nicht verkehrt.

Widmen wir uns aber lieber heute noch unserem letzten richtigen Campingtag, den wir natürlich auch wieder vollumfänglich ausnutzen wollen.
Und wie jeden Morgen starten wir den Tag mit einem frischen Frühstück, für das ich heute wieder zum Merko nach Rindby fahre.

Nur eine Sache ist dann vielleicht doch ein wenig anders, wie an den anderen Tagen. Das Wetter!
Grau in Grau ziehen die Wolken über mich hinweg, als ich auf den Radweg in Richtung Rindy und zum Merko einbiege und so sehr ich mir die Augen am Himmel auch ausgucke, nirgendwo lässt sich ein Fleckchen blauen Himmels erkennen.
Mehr noch! Die grauen Wolken sind an einigen Stellen sogar etwas dicker und es scheint fast so, als könnte es heute noch regnen.
Au- weia!
Sollte dies das Ende unserer Wetter- Glückssträhne sein?
So kurz vor dem Urlaubsende?
Vielleicht ist man im Himmel aber auch nur traurig darüber, dass wir morgen wieder nach Hause müssen, kann ja auch sein. 😉

         
     Wie jeden Tag: Ich fahre nach Rindby…                        …und wir decken den Frühstückstisch vorm Wohnmobil

Wenn schon die Sonne von oben fehlt, wollen wir wenigstens hier unten gute Laune haben, was auch Anja so sieht.
Und so decken wir natürlich draußen den Tisch unter unserer Markise, die uns Schutz vor Sonne und Regen zugleich bietet.
Schon schön so ein Teil, darf wirklich an keinem Wohnmobil fehlen! 😉

Nach dem Frühstück überlegen wir wieder einmal, was wir mit dem heutigen Urlaubstag anfangen könnten.
Gesehen haben wir ja nun wirklich so ziemlich alles, was auf der Insel sehenswert wäre.
Wir waren im Seefahrermuseum, haben den Lotsenberg bestiegen, haben uns Nordby, Rindy und Sonderho angeschaut und bestimmt gut und gerne 50 Kilometer auf dem Fahrradsattel abgespult.
Für einen weiteren Tag am Meer spielt das Wetter nicht mit und hier auf dem Campingplatz gibt es auch nichts, was wir tagesfüllend unternehmen könnten.
Und nur zum faulenzen wollen wir auch nicht hier auf dem Platz bleiben.
Also was tun?
Anja schaut in den zahlreichen Reiseprospekte und Informationsheftchen, die wir gleich zu Beginn unseres Urlaubs in der Fanöer Touristeninformation mitgenommen haben.
Dort wird irgendwo auf den hinteren Seiten ein Ausflug aufs Festland vorgeschlagen.
Ribe soll zum Beispiel sehr schön sein und über eine Wikingervergangenheit verfügen.
Kein Wunder als älteste Stadt Dänemarks!
Tolle Idee! Aber streng genommen kennen wir Ribe natürlich schon, erst letztes Jahr waren wir das letzte Mal da und sind da durch Ribes Altstadt spaziert.
Müssen wir ja nicht noch einmal haben…
Aber die Idee mit dem Festland- Ausflug ist wirklich nicht schlecht, denn viel näher als Ribe liegt quasi fast vor unserer Nase die Stadt Esbjerg, nur eine Fährüberfahrt von uns entfernt!
Stimmt, Esbjerg!
Da waren wir definitiv noch nicht!
2007 sind wir dort, wie auch auf dieser Reise, nur zum Hafen und zur Fähre durchgefahren und 2009, auf unserer großen Dänemark- Rundreise, haben wir nur bei den „weißen Kerls, die auf das Meer starren“ angehalten, die etwas außerhalb von Esbjerg hinter dem Hafen zu finden waren.
Aber die Stadt selber haben wir noch nicht erkundet.
OK, das war einfach, denn nun haben wir ein Ziel für heute! Wir werden Esbjerg besuchen und uns zum Re- Gewöhnen ein wenig Festland und Großstadtgetümmel antun. 😉

Zuerst überlegen wir, dass wir ja auf jeden Fall die Fahrräder mit aufs Festland nehmen können.
So dürfte man wohl am schnellsten in der Innenstadt sein und sich ggf. auch noch vor Ort bewegen können.
Dann aber hat Anja die Idee, doch wenigstens mal über das WLAN des Campingplatzes des Preise zu checken, was uns die Fährüberfahrt überhaupt kostet.
Und da staunen wir nicht schlecht!
Nicht nur die Überfahrt mit dem Wohnmobil (50,- €!) ist teuer, auch der reine Passagiertarif kann sich für die knapp 15- minütige Überfahrt mit 35 Kronen pro Person durchaus sehen lassen!
Das geht gerade noch so, aber das Fahrrad mitzunehmen kostet weitere 35 Kronen pro Rad!
Das sind dann schon umgerechnet 8 statt 4 Euro pro Person, was ich für ein popeliges Fahrrad etwas happig finde!
Nun, wir wussten ja, dass wir mit der Fähre automatisch auch etwas „exklusiver“ unterwegs sein würden, das ist nunmal der Preis dafür. 😉
Aber wenn wir sparen können, dann tun wir das auch!
Laut google maps ist es vom Hafen aus nicht so weit in die Innenstadt, das können wir auch bequem zu Fuß abspazieren. Mit dem Rad werden wir also nur bis zum Fähranleger der Insel fahren und die Räder dann am Kai abgeschlossen zurücklassen.

Gesagt, getan!
Wir warten kurz darauf noch einen kleinen Schauer ab und satteln dann gegen 13 Uhr die Fahrräder, um die 3 Kilometer nach Nordby und zum dortigen Hafen zurück zu legen.
Etwa eine Viertelstunde später sind wir auch schon da.

         
     Wir warten noch schnell einen kleinen Schauer ab…   …dann radeln wir rüber zum Fährhafen von Nordby

Wir haben Glück, denn gerade just im Moment beginnt das Boarden auf der Menja, die uns auch schon vor ein paar Tagen auf die Insel getragen hat.
So kommen wir nun natürlich komplett ohne Wartezeit gleich im ersten Schwung mit rüber.
Super!
Ich bin nur etwas überrascht, dass wir nirgendwo ein Ticket kaufen mussten und auch auf der kurzen Überfahrt kommt keiner zum Kassieren vorbei.
Offenbar sind die Preise wirklich „Rundlaufpreise“, also man zahlt immer für eine Hin- und Rückfahrt, die bei der Fahrt ZUR Insel gekauft wird.
Die Fahrt zurück von der Insel aufs Festland ist hingegen kostenfrei, bzw. wird gar nicht mehr kontrolliert.
OK, im gewissen Maße macht das sogar Sinn.
Mit Ausnahme der beiden Fähren Menja und Fenja fährt nämlich nur noch eine kleine Motor- Schaluppe als Personenfähre, die mit Sicherheit das gleiche kostet, wie die Überfahrt mit der normalen Auto- Fähre.
Und runter von der Insel müssen ja auch irgendwann wieder alle, wofür es ja nur diesen einzigen Weg übers Wasser gibt.
Ganz schlaue können vielleicht etwas sparen, wenn sie mit dem Gummiboot auf die Insel fahren, oder vielleicht durch die Fahrrinne schwimmen.
Ist man einmal auf der Insel drauf, kommt man ja kostenlos wieder runter! 😉
Nur mit dem Auto oder gar mit dem Wohnmobil wird dies natürlich etwas schwierig…
Würde ich übrigens auf Fanö wohnen aber auf dem Festland z.B. in Esbjerg arbeiten, würde ich mein Auto wohl gar nicht mehr mit auf die Insel nehmen und jeden Tag die teuren Tarife für die Überfahrt bezahlen.
Wozu?
Alles Nötige ist im kleinen Umkreis zu bekommen und wenn man dann noch nah bei Nordby wohnt, geht dies sogar zu Fuß, oder eben mit dem Fahrrad.
Für die Wege an Land hat man das Auto im Hafen.
Oder man hat vielleicht einen Zweitwagen auf der Insel.
Idealerweise einen Wagen mit Elektroantrieb oder sowas, denn die Distanzen, die man auf der Insel zurücklegen kann, sind ja wirklich sehr überschaubar.
Ob die Fanöer das so machen? Also ein Auto auf der Insel und eins im Hafen von Esbjerg?
Oder nur eins und wenn ja, wo dann?
Auf der Insel oder auf dem Festland?

Während wir so durch das diesige Wetter übersetzen, kommt mir noch eine zweite Idee.
Ein eigener Fährbetrieb!
50,- € pro Auto bei geschätzt 15 Autos pro Fährfahrt im Durchschnitt und 10 Überfahrten am Tag macht 1500,- € Tageseinnahme!
Und irgendwo wird sich doch wohl eine alte Rheinfähre für kleines Geld auftreiben lassen!
Dann baue ich mir über eine Tochterfirma noch einen eigenen Anleger auf Fanö und noch einen Hafen in Esbjerg, um die Hafengebühren zu umgehen.
Natürlich nicht aus meiner Privatschatulle, nein, nein!
Hierfür beantrage ich NATÜRLICH Fördergelder von der EU, um hier eine Subvention zu bekommen. Das geht bestimmt, hat z.B. mit Ryanair und den Billigflughäfen außerhalb der Metropolen ja auch geklappt 😉

         
    Wir schippern gemütlich über die Nordsee               Eine eigene Fähre müsste man haben! Wie die Fenja 😉

Es ist Anja, die mich aus meinen Tagträumereien vom erfolgreichen Fährunternehmer zurück in die Realität holt, denn wir werden gleich anlegen und passieren bereits den Hafenbereich von Esbjerg.
Kaum im Hafen unterwegs kommt natürlich gleich wieder Fernweh auf!
Da liegt zum Beispiel wieder mal eine Fähre am Kai, auch heute ist es die Dana Sirena der Linie „DFDS“, die wir schon bei unserer Anreise vor ein paar Tagen hier haben liegen sehn.
Höchstwahrscheinlich die Fähre, die heute noch irgendwann in Richtung England starten wird.
Ach ja, England!
Und überhaupt DFDS!
War ja auch unsere Fähre im glorreichen Reisejahr 2007, als wir erstmals mit eigenem Fahrzeug bzw. gleich mit unserem eigenen Wohnmobil auf die Insel und dann rauf bis nach Schottland gefahren sind!
Naja, streng genommen haben wir die „King of Scandinavia“, so hieß damals unsere Fähre, nur für die Nachtüberfahrt von England zurück nach Holland genommen, aber das tut dem Fernweh von heute ja auch keinen Abbruch. 😉
Das war schon eine tolle Tour damals und es wird irgendwie Zeit, dass wir auch mal wieder nach England kommen.
Südengland und Irland, das müsste man idealerweise mal kombinieren!
Beides sind ja schöne Ziele und wenn man dann etwas Zeit investiert, kann man beides in einem Urlaub abfrühstücken.
Ja, das wäre was, das halten wir auf jeden Fall mal fest, damit wir endlich mal wieder raus kommen! 😉

         
     Wir erreichen den Hafen von Esbjerg                         Links am Kai liegt wieder die Fähre nach England von DFDS

         
     Der Anlegekai für unsere Fähre gleich voraus            Angelegt! Alles stürmt von Bord…

Nun aber steht erst einmal Esbjerg auf dem Programm, immerhin sind wir ja extra hierfür mit der Fähre gefahren.
Kaum angekommen, stürmt auch gleich alles runter vom Schiff und raus in den Hafen.
Schnell entdecken wir hierbei die Traube Menschen, die offenbar fernere Ziele im Auge hat und in Richtung Busterminal am Hafen steuert. Und es kristallisiert sich ein etwas länger ziehender Strich Menschen heraus, die sich in etwa die Richtung aufmachen, in der auch wir die Innenstadt vermuten.
Scheint so, als würden nicht wenige nur zu Fuß zum Beispiel zum Einkaufen hier her kommen und hier das besorgen, was es auf der Insel nicht gibt.
Viel kann es ja eigentlich nicht sein, allenfalls mal ein Besuch bei McDonalds würde mir spontan als „nicht erfüllbar“ auf der Insel einfallen 😉

Lang ist der Weg in die Innenstadt wirklich nicht. Genau 11 Minuten, nachdem wir die Fähre verlassen haben, stehen wir auch schon im Zugangsbereich der Fußgängerzone von Esbjerg.
Und wir sind langsam gelaufen!
Der kleine Trek anderer Gäste, die sich vorhin mit uns zusammen auf den Weg in Richtung Innenstadt gemacht hat, hat sich indes fast vollständig aufgelöst und ist bereits mehr oder weniger in alle Winde verstreut.
Und ob es nun am Wetter liegt oder an anderen Gründen, viel los ist nicht gerade.
Stört uns natürlich nicht, denn so können wir schön bummeln und gucken, was es hier so im Angebot gibt.

         
      Wir folgen einfach mal allen anderen (links zu sehen)      Kurze Zeit später erreichen wir die Fußgängerzone

         
     Ein kleiner Spaziergang über die Einkaufsmeile             die Armen! Hier reicht es nicht einmal für eine Unterhose! 😉

         
     Das freut die Frau! Ausverkauf an Schuhen! 😉         Oh, ja! Einen Schirm so groß wie der blau-weiße brauchen wir!

Wir stöbern hier und schauen da.
Es gibt natürlich Schuhe (da freut sich die Frau!) und es gibt Klimbims- Läden oder Klamotten zu kaufen, aber auch einige Angebote fürs leibliche Wohl mit Eiscafé, Bistro und Restaurant entdecken wir.
Bevor wir aber einen näheren Blick auf alles werfen, steuern wir zunächst einmal, nachdem wir uns einen zweiten Schirm für den einsetzenden Regen im erstbesten Laden besorgt haben, die Touristeninfo am.
Anja hat nämlich gelesen, dass es hier in Esbjerg ein größeres Einkaufszentrum geben soll und da es neben dem sich einregnenden Regen auch recht windig und somit sehr ungemütlich ist, würden wir den Innenbereich eines geschützten Einkaufszentrums schon gerne der wetteroffenen Innenstadt und Fußgängerzone gerne vorziehen.

Wir entdecken auch kurz darauf die Touristeninfo in der Skolegade direkt an einem zentralen weitläufigen Marktplatz.
Vielleicht ist dies sogar das Rathaus, oder zumindest ein Teil davon, das Gebäude ist zumindest sehr markant und beheimatet neben der Touristeninfo auch weitere Ämter.

          
     Auf dem zentralen Marktplatz entdecken wir…             …die Touristeninfo in diesem Backsteingebäude

In der Touristeninfo bekommen wir dann die Info (wie passend 😉 dass es tatsächlich ein Einkaufszentrum gibt.
Das Storcenter Esbjerg (zu finden Gl. Vardevej 230) hat erst vor etwa einem Jahr eröffnet und bietet wohl genügend Geschäfte, um einen ganzen regnerischen Tag hier zu verbringen.
Perfekt!
Die Sache hat nur einen einzigen kleinen Haken, der etwa 4 Kilometer lang ist!
Denn das ist genau die Entfernung, die wir von hier aus zum Storcenter Einkaufszentrum zurücklegen müssten.
Klar fährt ein Bus und wir könnten sogar die Eisenbahn nehmen, dies wäre vom Hauptbahnhof nur 2 Stationen entfernt (Ausstieg Gjesing st).
Aber weder auf Bus und Bahn haben wir Bock, Anja fragt stattdessen nach einer Alternative in der Stadt.
Diese bekommen wir auch genannt, ein viel kleineres Einkaufszentrum genannt Midt-i Einkaufszentrum soll sich etwa mittig in Höhe der Fußgängerzone befinden.
Gesehen haben wir dies vorhin schon im Vorbeigehen, es sah von außen allerdings wenig attraktiv aus.
Mangels Alternative spazieren wir aber trotzdem durch den Regen zurück zum midt-i- Einkaufszentrum, welches sich nicht nur von außen als wenig attraktiv anbietet.
Nur wenige Geschäfte und vom Pflegezustand her bestenfalls auf dem absteigenden Ast. Also auch nicht wirklich empfehlenswert. 🙁

         
     Wir spazieren durch das regnerische Esbjerg…              …rüber zum Midt-i- Einkaufszentrum. Aber nix los hier 🙁

Um dem Regen eine Chance zum Aufhören zu geben, entscheiden wir uns eine kleine Pause einzulegen und uns ein etwas verspätetes Mittagessen zu genehmigen.
Und das darf nun auch endlich wieder Fast- Food sein!
Schon bei unserer ersten Durchquerung der Hauptstraße ist uns vorhin ein Laden aufgefallen, der durch seine auffällige grüne Farbe vom Burger-King/McDonalds- Einheitsbrei doch erkennbar abweicht.
Und da wir immer dafür zu haben sind, Fast- Food Ketten anderer Länder genauer unter die Lupe zu nehmen, spazieren wir rüber zum „Sunset Boulevard“ in der Kongensgade 38.

          
     „Sunset“- Burgerkette hier in Esbjerg, die probieren wir!    Die Karte ist jedenfalls „Fast- Food“… 😉

So ein bisschen macht der Laden offenbar auf „gesund“, was wir auf den ersten Blick gar nicht erkannt haben.
„bye bye fat fries“ steht zum Beispiel auf der Pommestüte, die wir mit unserem Menü erhalten.
Ein näherer Blick auf die Zubereitung offenbart, dass die Pommes eben nicht im heißen Fett gebadet, sondern irgendwie „warm geföhnt“ werden.
Klingt unglaublich?
Schmeckt auch so!
Das Fehlen ungesunden Fetts muss also bei mir die doppelte Portion Salz ausgleichen, um hier einigermaßen Geschmack dran zu bekommen, Anja rollt natürlich gleich mit den Augen 😀
Stellt sich dann aber natürlich trotzdem am Ende des Tages die Frage, was wohl gesünder ist.
Auch der Öko- Burger, passt ganz in den Stil! Denn dieser zeichnet sich besonders durch den „alternativ- rustikalen Brotteigmantel“ aus, der anstelle eines Sesambrötchens Fleisch und Salat beherbergt.
Schlecht schmeckt er nicht, Anja findet diesen sogar erstaunlich lecker und tatsächlich geschmackvoll.

          
     Auf Wiedersehen fettige Fritten, hallo Salz und Majo 😉    Ein Burger im alternativen Brotteigmantel, very „Öko“ 😉

Gemeinsam sitzen wir also im ersten Stock des Sunset Boulevards, kauen unseren alternativen Burger und schauen vom Balkon aus zu, wie sich der Regen unbeeindruckt von unserer extra ausgesuchten Regenpause zeigt.
Immer weiter ziehen die Bindfäden aus dem Himmel gen Erde und vermiesen uns schon ein wenig den letzten vollwertigen Urlaubstag.
„Aber die Aussicht über Esbjergs Einkaufsmeile ist ganz nett“ versucht Anja die Situation zu retten, womit sie ja nicht ganz unrecht hat:

         
     Die Aussicht vom Balkon des „Sunset“ über den Marktplatz…..und über die Einkaufsmeile. Netter Blick von oben

Gegen halb 4, nachdem wir eine wirklich lange Regenpause abgewartet haben, hat der Regen sogar tatsächlich aufgehört.
Geht doch! 😉
Schnell nutzen wir die trockenen Minuten, um ein letztes Mal durch die Einkaufsgassen von Esbjerg zu stöbern.
Kaufen tun wir aber nichts. Wir brauchen nichts und die Lust ist uns irgendwie auch vergangen.
So recht ist das Leben in der Stadt für uns Hobby- Insulaner nichts und kaum haben wir vorhin den Fuß auf das Festland gesetzt, hatte ich eigentlich schon wieder Heimweh nach Fanö…

Kurzum steuern wir mehr oder weniger auf dem direkten Weg den Hafen an, um die erstbeste Fähre zurück auf die Insel zu nehmen.
Wenn wir schon im Regen sitzen, dann doch wenigstens im eigenen Wohnmobil, wo man es sich gemütlich und mummelig machen kann.
Gegen 20 vor 4 erreichen wir wieder den Anleger und steuern gleich auf den Check- In an, wobei wir uns wieder einmal entscheiden müssen, ob wir nach England oder nach Fanö wollen.
Puh, schwierig! 😉
Besonders als wir sehen, wie sich die ersten in der Wartereihe für die Fähre nach England gesammelt haben und nun bald auf große Reise gehen.
Böh, da werde ich gleich wieder neidisch! Ich will wirklich unbedingt wieder mal nach England!

         
     Wir erreichen wieder den Fährhafen von Esbjerg         Wieder müssen wir uns entscheiden! Fanö oder England? 😉

Wir nehmen richtigerweise die Fähre nach Fanö, auch dieses Mal liegt übrigens die Menja am Kai.
Ui! Schon die dritte Fahrt mit einer Fähre in diesem dänischen Inselurlaub und noch kein einziges Mal haben wir dabei die Fenja erwischt!
Morgen ist dann die letzte Chance, ansonsten steht es 4:0 für die Menja.
Ein Umstand, der sich in der Statistik sicherlich bemerkbar machen wird 😉

Mit (trotz grauem Himmel) schönem Blick auf die Hafenkulisse, auf die „Dana Sirena“ und auf die „Tor Jütlanda“ legen wir gegen viertel vor 4 ab.
Wieder mussten wir praktisch nicht warten, wieder machen wir es uns für die kurze Überfahrt auf dem inzwischen recht feuchten Oberdeck für einen schönen Ausblick bequem.
Naja, soweit man bei „stehen“ von bequem sprechen kann.
Zu unserer großen Überraschung hat aber scheinbar das Personal die Holzbänke auf dem Oberdeck trocken gewischt, denn wir können uns doch auf einer Bank niedersetzen, ohne dabei einen nassen Hintern zu bekommen.
Immerhin was, man muss ja auch mal die kleinen Dinge sehen! 😉

         
     Wieder auf der Fähre, wieder ist es die Menja               Blick ins Hafenbecken, hier liegen die „großen“ Schiffe. 😉

         
     Wir fahren wieder die paar Meter durchs Wasser      Auf halber Höhe passiert uns wieder die Schwesterfähre Fenja

Gegen 4 legen wir wieder in Nordby an und ich muss zu meiner großen Überraschung ein Transparent über dem Schiffsanleger erkennen, was mir irgendwie schon bekannt vorkommt!
Am Mittwoch ist nämlich „Late Night“ in Nordby!
Nanu?
Wie kann das sein?
Bis es mir schlagartig wie Schuppen von den Augen fällt!
Dieses kleine urige Stadtfest, welches uns gestern Abend so gut gefallen hat, zelebrieren die hier in den Sommermonaten wohl offenbar öfter!
Vielleicht (und vielleicht sogar ganz bestimmt!) nur für die Touristen!
Das ist dann wie auf dem Traumschiff, wo die Band jeden Abend zum „Sylvesterball“ aufspielt  und für die Gäste jedes Mal der Eindruck entsteht, der Abschlussball sei immer etwas ganz besonderes am Ende einer tollen Reise.
Tatsächlich aber ist das offenbar schon Routine und die Crew hat schon geschätzte sechs Millionen Mal „3…,2…,1…“ runtergezählt und das neue Jahr an den letzten 356 Tagen praktisch täglich neu eingeläutet.
Genial!
OK, ich gebe zu, da spricht nun doch ein wenig der Neid aus mir.
Denn wer heute für eine Ferienwoche ankommt, kann sich ja noch auf die tolle „Late Night“ in Nordby freuen. Wenn der Metzgermeister Christiansen wieder seinen gravierten Barbecue- Grill auspackt und die zarten Spareribs frisch vom Grill präsentiert.
Für uns aber bedeutet das Transparent nur, dass wir an dieser Late Night nicht mehr teilnehmen können, weil wir ja leider morgen nach Hause müssen.
Nützt ja nichts, der Urlaub ist vorbei und der Scheich mit der Platin- Kreditkarte zur freien Verwendung hat sich entgegen meiner Erwartung in den letzten Tagen auch noch nicht bei uns gemeldet.
Dann eben nicht. 😉

Während wir im Hafen anlegen, legt fast gleichzeitig übrigens auch die kleine Motorfähre am Kai in Nordby an.
„Sonderho“ heißt das gute Stück und hat offenbar ihre besten Zeiten auch schon hinter sich.
Aber wenn sie noch tuckert, kann sie fahren, würde ich als Reeder und Fährbetreiber ja auch nicht anders machen 😉

         
     Ankunft in Nordby, am Mittwoch ist „Late Night“ 🙁          Tuckert auch hier rum: Die Personenfähre „Sonderho“

Wir finden unsere Räder wie abgestellt vor, wischen schnell den Sattel trocken und radeln dann los in Richtung Campingplatz.
Unterwegs stoppen wir allerdings noch kurz in Nordby an der Bäckerei, wo wir uns ein wenig süßes Backwerk für den Nachmittagskaffee besorgen.
Gegen halb 5 sind wir dann zurück am Campingplatz und lassen uns dort unter grauen aber wenigstens im Moment regenfreien Himmel einen leckeren Nachmittagskuchen mit ein paar Keksen schmecken. Dazu eine heiße Tasse Tee für mich und einen heißen Kakao für Anja, schon der „English Afternoon Tea“ fast perfekt. Irgendwie so ein bisschen wie „Sonntagsfeeling“ 😉

         
     Dicke Pfützen bei unserer Ankunft am Campingplatz           Sonntagsfeeling! Kekse, Kuchen, Tee und Kakao 🙂

Danach ist 2 Stunden lang faulenzen mit guten Vorsätzen angesagt.
Die Glotze läuft, ich mümmele die letzten Kekse weg und gemeinsam machen wir es uns auf unserer Sitzbank im Wohnmobil bequem.
Eigentlich würden wir natürlich schon ein paar Sachen vorbereiten und für die morgige Abfahrt einpacken und verstauen, aber wie gesagt, wir belassen es bei den guten Vorsätzen.

Der Nachmittag zieht vorrüber, ohne dass wir uns nennenswert betätigt hätten.
Stattdessen machen wir uns, um uns von unserer Lieblings- Nordsee- Insel würdig zu verabschieden, doch noch einmal für eine letzte Inselradtour startklar!
Einfach nochmal runter an den Strand und das Meer hören, den Strand fühlen, die salzige Luft einatmen, bevor es morgen nach Hause geht.
Für einen schönen und rundum gelungenen Abschied ist das schon wichtig.
Gesagt getan radeln wir gegen halb 8 los, nur 12 Minuten später rollen wir in Rindby Strand auf den fest geklopften Sand.

         
     Wir radeln zum Inselabschied runter an den Strand           Weitläufig ist der Strand, das Meer in der Ferne

Scheinbar hat selbst der Regen des heutigen Tages dem Sandstrand nichts anhaben können.
Er ist wie eh und jeh absolut problemlos befahrbar, sodass wir gleich bis ganz nach vorne an die Wasserlinie durchfahren.
Und da ist es wieder, das rauschende Geräusch!
Dieses unverwechselbare Meeresrauschen! Die Brandung, wenn die Wellen auf den Sand treffen und in Millionen von einzelnen Tropfen im feinmaschigen Netz des Sandstrandes versickern.
Fast erscheint es so, als sei dies das ungefilterte Rauschen des Meeres, welches wir gestern Abend als etwas verändertes Hintergrundgeräusch im Alkoven durch die offene Dachluke wahrgenommen haben.
Ob das sein kann?
SO weit weg vom Meer?
Wenn der Wind günstig steht und von der Küste ins Landesinnere weht, könnten wir uns das schon vorstellen!

         
Ganz nach vorne an die Wasserlinie, das Meer fühlen       Mit dem Fahrrad am Strand, das klappt hier wunderbar 🙂

Als Krönung für einen gelungenen Abschied von Fanö radeln wir von „Rindby Strand“ noch einmal komplett den Sandstrand nach Norden bis „Fanö Bad“ ab.
Noch ein letztes Mal den Wind um die Nase wehen lassen, die Aussicht auf das Meer genießen, das hat schon was.
Schön ist es.
Besonders deswegen, weil es noch immer gut 20°C warm ist und auch die Luft, die vom Meer aus zu uns geweht wird, wie ein warmer Fön die bösen Regenwolken über uns weg pustet und uns gleichzeitig beflügelt.
Total super!

         
     Wir radeln, durch warme Luft geföhnt, gemütlich weiter  Nanu? Da hat doch tatsächlich jemand seine Schuhe vergessen?

         
     kleine Priele kreuzen unseren Weg am Strand          „iIiiieehhhh! Ich soll durch Fischpipi DURCH fahren???“ 😉

Wir nehmen Abschied vom Meer, mit großem Wehmut natürlich.
Stilecht schreiben wir unseren Abschiedsgruß in den Sand mit der Gewissheit, das spätestens nach zwei, drei Wellen und einem Durchgang von Ebbe und Flut unsere Spuren ebenso verwischt sein werden, wie sicherlich schon viele hunderte Abschiedsgrüße anderer Gäste vor uns.
Aber irgendwann muss nun einmal jeder Urlaub zu Ende gehen und wenn dies nicht passieren würde, wie könnte man sich dann auf den nächsten Urlaub freuen?!
Zusammen mit Norwegen geht ja nun wirklich eine sehr interessante, abenteuerliche aber auch (dank Fanö!) ebenso geruhsame Wohnmobil- Reise zu Ende und wir haben es geschafft, sehr viel aus diesem Urlaub mitzunehmen bzw. die Akkus für den Alltag aufzuladen.
„Alles richtig gemacht“ könnte man sagen.
Und ein ganz klein wenig bin ich ehrlich gesagt auch froh, dass wir morgen wieder im Wohnmobil sitzen und das zufriedene Brummen unseres Dieselmotors uns antreiben wird.
Und da ist es dann tatsächlich fast schon egal, dass wir hierbei den Kurs nach Hause einschlagen müssen.

     Abschiedsgruss an Fanö
     Abschiedsgruß im Sand: „Tschüss Fanö!“ Bis bald, wenn wir wieder hier her zurück kommen…  :.-/

Wir entdecken auf unserem weiteren Weg nach Fanö Bad am Strand aber auch so etwas, was wie ein Wink mit dem Zaunpfahl auf mich wirkt!
Denn etwa mittig auf dem breiten Strand steht plötzlich eine größere Limousine im Sand, die durch eine ungewöhnliche Schräglage auffällt.
Ich kenne diesen „hilflos gestrandeten Anblick“ nur zu gut und als wir näher kommen bestätigt sich mein Verdacht: Der Fahrer hat sich hier, abseits der eigentlichen festen Sandpiste nah an der Düne, im weicheren Sand festgefahren.
Oh- weia!
Ich überlege, ob ich beim Rausschieben helfen soll, da schafft es der Fahrer sich aus eigener Kraft aus dem Loch heraus zu bugsieren.
Sieh mal an! Da ist es also doch möglich, sich auch am Strand von Fanö festzufahren!
Vielleicht ganz gut, dass ich trotz größter Lust doch nicht mit dem Wohnmobil an den Strand gefahren bin, wie wir es an unserem Strand- Tag angedacht hatten.
Sicherlich wäre nichts passiert, aber man muss sein Glück ja auch nicht unnötig heraus fordern.
Und dieses Bild zeigt mir, dass wir morgen bei unserer Abreise wohl auch keinen Abstecher mit dem Wohnmobil an den Strand mehr machen werden… 😉

     Auto steckt im Sand fest
So schnell geht das! Der Sand kann tückisch sein, auch für vermeintlich „geländegängige“ SUVs  😉

„Schau, der Sand ist tückisch“ als sich der schwere Wagen mühsam aus dem Sand freiwippt zu Anja und lege gleich nach: „Ein Glück, dass wir nicht mit dem Wohnmobil hier her gefahren sind. Vielleicht würden wir dann jetzt auch feststecken!“
„Ja, ein Glück, dass uns mit dem Rad nichts passieren kann, denn das schiebst du am Strand einfach raus!“
Ja, ist wirklich gut, dass WIR mit dem Fahrrad am Strand unterwegs sind!

„Gut“ ist es übrigens genau bis 20:03 Uhr.
Wir haben fast die Straße bei Fanö Bad fast erreicht, als es plötzlich ein lautes „PFRRAAAAT!“ gibt und Anja abrupt stoppen muss.
„jaja, toll mit dem Rad am Strand!“ meint Anja sarkastisch, als wir beide eher betreten dreinschauend einen platten Hinterreifen an Anjas Fahrrad feststellen müssen.
Süße Ironie…
Da nehmen wir extra das Rad, damit wir im Sand nicht stecken bleiben und da macht uns irgendeine scharfkantige Muschel oder vielleicht eine nach oben stehende Krebsschere hier einen Strich durch die Rechnung.

         
Beinahe hätten wir Fanö Bad erreicht…                          …“PRAAAFFTT!“ da war der Hinterreifen platt 🙁

Es ist aber auch zum Verrückt werden!
Schon 2007 hatte ich das freudige Erlebnis, dass mir auf Fanö ein Hinterreifen vom Fahrrad urplötzlich geplatzt ist.
Nun hat es Anja erwischt, wieder ein Hinterreifen (was mich besonders ärgert, weil dieser wegen der Kette schwerer zu reparieren ist!) und auf einen Schlag sind wir somit fast immobil.
Saft- und kraftlos schieben wir die Räder auf den betonierten Bürgersteig und schauen nach dem Reifen. Aber da ist definitiv nichts zu machen, der Schlauch ist hinüber.
Was tun?
Lassen wir uns davon aufhalten?
Wohl kaum!
So weit ist es ja nun auch nicht zum Campingplatz und wir können im Endeffekt noch froh sein, dass uns das nicht vorgestern auf halbem Weg nach Sonderho passiert ist.
Da hätten wir dann die Wahl gehabt, ob wir 5km nach Sonderho, oder 5km nach Rindby schieben…
So aber müssen wir „nur“ überlegen, ob wir gleich den Abend hier abbrechen, oder eben einfach weiter machen.
Wir entscheiden uns für „weiter machen“.
Da war doch was?
Richtig!
Hunger, Abendessen, Abschiedsessen!
Wir müssen uns ja stärken, wenn wir nachher das Rad zum Campingplatz zurückschieben müssen! 😉

In Fanö Bad schauen wir uns also mal an den einzelnen gastronomischen Betrieben um und zögern besonders an einem Restaurant mit „All you can eat“- Angebot lange, bis wir doch weitergehen.
Zwar spaziere ich einmal durch das Restaurant durch, um einen Blick auf das Buffet zu werfen, was schon recht ansehnlich ausschaut. Aber der Preis war dann doch das entscheidende Kriterium.
Für das, was hier für einen „all you can eat“ kostet, kann ich bei uns fast schon mit der Familie komplett essen gehen!
Aber das wussten wir natürlich mit Dänemark, besonders Essen gehen in einem schicken Restaurant ist hier recht kostenintensiv.
Leider ist das Angebot in Fanö Bad nunmal sehr überschaubar, sodass wir hier nicht so recht fündig werden.
Uns zieht es da eher in Richtung Nordby und dort sogar zu der kleinen Pizzeria „Fanö Pizza“, wo wir auch 2007 ein gutes Stück Pizza für einen angemessenen Preis bekommen haben.
Und nachdem wir die Geschmacksnerven entsprechend darauf kalibriert haben, bekommen wir sogar regelrecht Heißhunger drauf.
Aber schaffen wir das mit dem kaputten Rad?
Wir versuchen es!
Langsam, gaaaanz langsam radelt Anja weiter, hoppelt dabei immer ein bisschen auf und nieder, wenn das Rad eine Umdrehung vollführt und am Ventil kurz aufsetzt, obwohl ich den Pin schon ausgedreht habe.
Aber wir kommen vorwärts, ohne dabei mangels Geschwindigkeit seitwärts umzufallen. 😉
Und schneller, als wenn wir zu Fuß gehen würden, sind wir dabei sogar auch.
Klappt doch!

         
     Langsam, gaaaanz langsam radeln wir weiter                   Der Tacho zeigt es an, immerhin 7,2 km/h…  😉

Nur ganz bis Nordby fahren wir nicht, sondern nur bis zur Straßenecke, wo es rechts nach Rindby (und zum Campingplatz) und links nach Nordby geht.
Hier schließen wir die Räder ab und spazieren den letzten Kilometer zu Fuß ins kleine Städtchen rein, gegen viertel vor 9 erreichen wir das fast schon schlafende Dörfchen.
Tja, wenn hier nicht „Late Night“ ist, dann ist mal wirklich gar nichts los 😉

         
      Wir lassen die Räder zurück, zu Fuß geht es weiter        Heute Abend ist irgendwie gar nix los?

         
    Gaaanz lässig schaut die Katze uns zu…              …wir sind auf der ausgestorbenen Einkaufsmeile die einzigen Gäste

Uns stört die Ruhe natürlich nicht, denn so haben wir die kleinen verträumten Gassen, die an diesem Abend noch ein klein wenig verträumter wirken, ganz für uns allein.
Hand in Hand spazieren wir in Richtung Pizzeria und erfreuen uns an diesem inzwischen sehr schönen Abend, denn seit einigen Minuten hat sich der Himmel doch noch aufgeklart.
Wir hatten die Hoffnung fast schon aufgegeben, nun aber scheint uns zum Abschied eine wunderschöne Abendsonne, sodass wir bei unserem Pizzabäcker sogar draußen auf der Terrasse sitzen können, ohne dass uns dabei kalt wird.
Wir bestellen 2 leckere Pizzen (einmal Calzone für mich und einmal Hawai / Schinken für Anja) für kleines Geld, die uns mangels anderer Kundschaft auch recht schnell zubereitet und frisch serviert werden.
Fast schon haben wir gedacht, dass schon zu wäre, aber ein Blick auf die Öffnungszeiten offenbart noch Dienstzeit bis 22 Uhr.
Für wen bitte?
Naja, sie haben hier ja auch einen Lieferservice, ausgeliefert wird auf der ganzen Insel.
Ach ja, wer unseren Spuren folgen möchte:
Gute Pizza zu akzeptablen Preisen gibt es hier:
Fanø Pizza, Valdemarsvej 14 (Ecke Hovedgaden / Hauptstraße 62), Insel- Lieferservice unter 75 16 11 22.
Einen Link haben wir natürlich auch, den packen wir später in unser Reisefazit.

         
     Wir sitzen bei „Fanö Pizza“ in der Abendsonne auf der Terrasse und lassen uns lecker Pizza schmecken! 🙂

Zum Schluss holen wir uns natürlich noch ein leckeres Eis zum Nachtisch.
Die benachbarte Snackbude hat ebenfalls noch geöffnet und versorgt die „Jugendgang Fanös “, die sich hier mit gerade mal 3 Männlein trifft, mit ein klein wenig Entertainment am Abend.
Ein schöner Abschluss eigentlich.
Wir haben Sonne, es ist noch immer föhnig warm, wir haben gut gegessen und nun schmeckt uns noch ein leckeres Eis.
Echt klasse, dass unser letzter Abend hier auf der Insel nicht im Regen geendet hat.
Rundum gelungen eigentlich, wir sind jedenfalls sehr zufrieden.

         
     Rundum zufrieden: Satt, sonnig und ein lecker Eis 🙂      Uns geht es so gut wie der kleinen Katze hier. 😉

Gegen halb 10 erreichen wir satt und zufrieden wieder unsere abgestellten Räder und fahren aufgrund des vollen Bauchs nun noch ein ganzes Stück langsamer, als wir mit dem kaputten Reifen sowieso fahren müssten.
Jetzt müssen wir sogar wirklich aufpassen, dass wir mangels Geschwindigkeit nicht umkippen! 😉
Andererseits haben wir es ja auch nicht wirklich eilig, wozu auch?

20 Minuten brauchen wir, dann stehen wir wieder auf unserer Parzelle.
Da ich nicht gerne mit kaputten Sachen aus dem Urlaub nach Hause komme, mache ich mich noch in der Abenddämmerung daran, den kaputten Reifen wieder instand zu setzen.
Vielleicht etwas blöd, weil das Licht zwar allmählich immer schwächer wird, andererseits aber auch eine reine Vorsichtsmaßnahme.
Was ist, wenn zum Beispiel unser Wohnmobil morgen auf dem Weg nach Hause schlapp macht und wir plötzlich die Räder brauchen?
Dann wäre ein Rad mangels Fahrtüchtigkeit unbrauchbar. Geht gar nicht…
Mit öligen Fingern nehme ich also die Kette ab (hatte ich schon gesagt, dass ich es hasse, dass mir immer nur der Hinterreifen kaputt geht? 😉 und drehe das Rad raus.
Dann greife ich zur elektrischen Fliegenklatsche.
Wie?
Ja, wirklich! Kaum fange ich das Arbeiten an, habe ich nämlich die Mückenbrut am Hals! Sirrend und schwirrend fliegen so an die 5 Plagegeister plötzlich um mich herum und halten mich so vom Arbeiten ab.
Ich schwinge den Schläger und erwische auch 2 auf 3, aber diese werden offenbar sogleich durch herannahende Verstärkungseinheiten kompensiert.
Damit ich die Arbeiten noch zu Ende führen kann, muss Anja die „Mückenwache“ übernehmen und mir mit dem Schläger Deckung geben, während ich den aufgerissenen Schlauch austausche.
Sieht sicherlich urkomisch aus!
Ich mit öligen Fingern am Rad und Anja immer wuselnd mit einem rosafarbenden kleinen Mückenkiller in Form eines Tennisschlägers um mich herum.
Wir sollten dafür Eintritt verlangen… 😉

         
     Hatte ich schon erwähnt, dass ich kaputte Hinterräder hasse?    Ausgebaut! Der alte zerfetze Fahrradschlauch

Gegen kurz vor halb 11 sind wir fertig.
Beide.
Anja hat schätzungsweise 68 Mücken erlegt, ich habe noch öligere Finger und gemeinsam sind wir der Ansicht, dass wir beide gleichsam produktiv waren.
Wir schnappen uns schnell das Duschzeug und spazieren, nachdem ich den defekten Schlauch gleich entsorgt habe, noch einmal rüber zum Servicehaus, wo auch zu später Stunde noch Musik auf den Deckenlautsprechern schallt.
Das ist schon schön und ein bisschen Luxusplus, was auch ein abendliches Duschen noch verschönern kann.
Hat man wenigstens ein paar Hintergrundgeräusche und kommt sich nicht so alleine vor.

Nach dem Duschen, es ist mittlerweile komplett stockduster, geht es ohne Umwege gleich ins Bett.
Morgen wird ein langer und harter Rückfahrtag…

Zitat des Tages (Ich zu Anja auf dem Rückweg von Nordby zum CP, wir fuhren 6,2 km/h aufgrund des platten Hinterreifens von Anja): „Wenn es auf Fanö einen Preis für die langsamsten Fahrradfahrer gibt, würden wir ihn garantiert gerade gewinnen!

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