Heute ist ja Wahltag! Und was wären wir für Mitbürger, wenn wir unser demokratisches Grundrecht auf Teilnahme an der wichtigsten Wahl in unserem Land nicht verwirklichen würden???
Wir sind zwar in den Kurzurlaub gefahren, aber zum Glück sind es von hier oben aus ja nur ein paar Stunden Fahrt bis in den heimischen Wahlkreis, sodass wir ohne Probleme lang schlafen, in Ruhe frühstücken, entspannt heim fahren und dann trotzdem noch problemlos wählen gehen können.

Und so stehen wir ohne Wecker gegen kurz nach 9 auf, um sogleich die Duschbeutelchen zu packen und im schicken Badehaus ein letztes Mal duschen zu gehen.
Auch heute ist das Badhaus natürlich der perfekte Start in den Tag und wir sind uns auch am „Tag 3“ einig, dass dieses Badhaus wirklich eines der schönsten ist, die wir auf unseren bisherigen Campingurlauben bislang besucht haben.
Dänischer Standard in den Niederlanden, echt toll…

         
Guten Morgen! Tür auf, Sonne scheint, gute Laune! 🙂   Also geht es erstmal zu den tollen Duschen!

Nach dem Duschen geht es gleich weiter mit Frühstück, was wir wieder im Wohnmobil decken.
Das ist wirklich eines der ganz wenigen Mankos, nämlich dass wir auf unserer Parzelle nicht in der Sonne frühstücken können.
Liegt aber nur daran, dass wir das Mobil bodenbedingt eben nicht „in die Sonne“ ausrichten können. Aber irgendwer hat nun mal das Pech die Schattenplätze zu haben und als Ausgleich dafür haben wir ja nachmittags und abends die Sonne auf unserem Platz, das ist ja auch nicht schlecht.
Wir decken also den Tisch drinnen und verspeisen aus den Vorräten wieder leckeres Brot und leckeres „Americain Filet“, was besonders mir gut schmeckt.

         
Wenig später auf dem Rückmarsch von den Duschen   Jetzt wird erstmal lecker gefrühstückt!

Danach wird fix gespült und die Abfahrbereitschaft hergestellt.
Tisch verstauen, Stühle einpacken und verstauen, Sat- Anlage einholen, lose Gegenstände in die Schränke und so weiter.
Final noch das Stromkabel abstecken, Müll wegbringen, den Wassertank leeren und schon kann die Reise los gehen.
Adieu Camping Westhove, wir haben uns bei dir richtig wohl gefühlt und kommen bestimmt ein anderes Mal wieder!

Gegen halb 12 stehen wir an der Rezeption und checken aus.
Anstandslos bekommen wir unseren Pfand für Schranken- und Badkarte wieder und können somit vermelden, dass wir mit Kurtaxe dank der ACSI- CampingCard wirklich nur 27,- € für 2 Nächte bezahlt haben.
Echt unschlagbar!

Jetzt aber los, die Demokratie wartet nicht!
Wir werfen an der Rezeption nur noch schnell unsere Postkarten ein, die dieses Mal besonders Anja in liebevoller Mühe auf Niederländisch geschrieben hat. Na da werden unsere Freunde und Verwandten aber Augen machen 😉

          
Auschecken. Schade.  Aber wir kommen wieder 🙂        Jetzt schnell noch die Urlaubsgrüße einwerfen!

Natürlich sind wir keinen Kilometer gefahren, da leuchtet auch schon wieder die Tanklampe.
War ja klar.
Aber damit hab ich ehrlich gesagt gerechnet, denn wir haben ja auf der Anreise nur so viel getankt, dass wir bis zum Campingplatz kommen.
Für die Rückreise schauen wir jetzt mal, wo es günstig ist.

Wir sind kaum vom Campingplatz runter, da entdecken wir auch sogleich eine Total- Tankstelle, wo der Diesel für unter einem Euro angeboten wird.
Ui fein!
Sofort scheren wir auf das Tankstellengelände und wundern uns, warum denn hier alles dunkel ist. Die Lösung ist einfach, das Ding ist zu.
Stattdessen verlangt ein Tankautomat stumm eine Chipkarte, mit der man immerhin tanken könnte.
Wobei es beim „könnte“ dann auch bleibt, denn keine der Karten, die der Automat akzeptieren würde, können wir aus dem Hut zaubern.
Schade!

           
Die ersten Meter unterwegs                Natürlich leuchtet die Tanklampe 🙁     Wir würden ja gern, aber die Tanke hat zu

Na egal, dann fahren wir einfach weiter und erreichen wenig später Middelburg, wo wir dann auch endlich auf eine geöffnete Tankstelle der Kette Esso stoßen.
Leider verlangt diese schon deutlich mehr für den Diesel, mit 1,06 € pro Liter sind wir dabei!
Wow, das ist natürlich eine Überraschung, denn eigentlich dachten wir ja immer, wir könnten in NL günstiger tanken!
Das gefällt mir ja mal gar nicht und so entscheiden wir uns hier nicht vollzutanken, sondern nur soviel Diesel zu bunkern, dass wir erstmal 100 Kilometer fahren können.
Gesagt getan.
Anja besorgt noch ein Eis zum Frühstücksnachtisch und schon geht es weiter, bis wir 3 Minuten später wieder auf eine Tankstelle treffen. Wieder eine Total- Tankstelle und diese ist sogar geöffnet.
Und da der Diesel hier nur 1,04 € kostet, tanken wir hier dann doch so viel, dass wir auf jeden Fall bis nach Hause kommen.
Schade ist es natürlich schon. Ich hab gehofft, dass wir mit der Reise nach Holland auch gleich den nächsten Wochenendtrip quer finanzieren, indem wir schon hier in Holland den günstigen Diesel aufnehmen und dann abfahren können.
Nun, dann eben nicht.

         
Zweiter Tankstopp…                                                   …offen zwar, aber dafür teuer  🙁

Kurz hinter Middelburg geht es dann auf die A 58 / E 312 in Richtung Goes und Bergen op Zoom.
Für den weiteren Heimweg haben wir uns aber heute dann doch für die Belgien- Route via Antwerpen / Aachen entschieden und nicht durch Holland via Eindhoven / Venlo.
Angeblich ist die Route durch Belgien etwas kürzer und obwohl ich schon mehrfach in Zeeland unterwegs war, bin ich diese Route bislang noch nie gefahren. Der Grund? Nun, man kann über Holländer fluchen, wie man will, aber eines können sie: Gute und dennoch kostenlose Autobahnen bauen!

         
Rauf auf die Autobahn, und dann?…                           …Freie Fahrt! Schöööön :-))

         
Wir fahren durch den Vlaketunnel                           und weiter auf den schönen Autobahnen in Holland

Von Belgien sind wir allerdings (besonders im Frankreich- Transit) anderes gewohnt und daher erwarten wir auch von der belgischen Piste keine Wunder in Bezug auf die Qualität.
Und unsere Erwartung wird nicht enttäuscht. Kaum haben wir die Grenze zu Belgien gegen kurz vor 1 passiert, wird die Autobahn merklich schlechter.
Und spätestens auf dem Antwerpener Ring muss man dann aufpassen, dass man in einigen der Schlaglöchern nicht sein Wohnmobil auf Nimmer Wiedersehen versenkt. 😉
Aber auch das Positive will ich erwähnen, denn man darf Belgien keinen Vorwurf machen. Das ganze Geld, was vielleicht in den Straßenbau gesteckt wird, geben die hier viel lieber für Strom aus. Ich glaube kein anderes Land der Welt leistet sich nämlich auch auf der Autobahn eine durchgehende Straßenbeleuchtung. Tagsüber vielleicht wenig hilfreich, aber nachts das beste Mittel gegen Müdigkeit! Wer schonmal nachts durch Belgien nach Hause gefahren ist, der weiß in etwa, was ich meine… 😉

         
Wir erreichen die Grenze zu Belgien                         nachts hilfreich: Belgiens Autobahnleuchten

Übrigens: Mittagessen gibt es natürlich auch wieder.
Und wie es sich stilecht für Reisende gehört, nehmen wir dieses auf dem rechten Fahrstreifen bei 90 km/h ein.
Was bislang noch immer geklappt hat (wenn ich da an das leckere Hühnchen auf dem Rückweg von unserer Toskana- Rundreise denke… ;-), wird auch dieses Mal funktionieren und so gibt es zum Mittagessen leckere Kringelwürstchen, die wir gestern Abend auf dem Grill für heute bereits fertig gemacht haben.
Zusammen mit einer Scheibe Brot und Ketchup das ideale Mittagessen! 🙂

         
Mittagessenzeit! Lecker O-Saft, Brot und…                Adels-Essen! Heute gibt es Kringelbratwurst „vonGestern“ 😉

Abgesehen von den Schlaglöchern ist die Route via Antwerpen nicht die schlechteste. Zumindest an diesem Sonntag kommen wir sehr gut durch, die Bahn ist frei, das Wetter unverändert schön und schon gegen halb 3 passieren wir erneut die Grenze zu den Niederlanden.
Es geht nämlich noch ein ganz kurzes Stück bei Maasmechelen durch Holland bis wir dann gegen 20 vor 3 bei Aachen die Deutsche Grenze passieren.
Das war wirklich schnell, wir sind fast zuhause! 🙂

         
Unterwegs in Belgien bei schönstem Wetter               Fast zuhause! Grenzübertritt wieder in die Niederlande

Aber dann geht es los!
Was weder die Belgier noch die Holländer auf 200 Kilometern Autobahn geschafft haben, gelingt nun der deutschen Straßenmeisterei auf den letzten 60 Kilometern von Aachen nach Kerpen.
Kaum am Kreuz Aachen angekommen, dürfen wir uns in einen fetten Stau stellen, weil irgendwer es für richtig befunden hat die zusammenkommenden Autobahnen aus Belgien, Mönchengladbach und Holland auf genau EINE Fahrspur zusammen zu kürzen!
Oh- Mann!
Mein lieber Herr Verkehrsminister: Das Konjunkturpaket in allen Ehren, aber wenn dadurch der Verkehr zum Erliegen kommt, dann ist auch niemanden geholfen!!
Aber zum Glück sind ja heute Wahlen, da kann ich dieses Ereignis gleich in meine Entscheidung mit einfließen lassen 😉

         
Dreiländertour komplett! Grenze zu Deutschland          Na toll! Kreuz Aachen und nichts geht mehr… 🙁

         
Aus drei Richtungen auf eine Fahrspur                       Nur weil die drei Jungs das Konjunkturpaket „verblasen“ 😉

Zähneknirschend warten wir uns durch.
Nützt ja nichts.
Zum Glück (und auch weil ich am Kreuz Aachen ein wenig „schummele“… 😉 verlieren wir nur knappe 20 Minuten durch den Stau.
Dann geht es endlich weiter.

Auch der Rest der Reise auf der A 4 ist immer wieder durch Baustellen unterbrochen, aber wenigstens müssen wir uns nicht wieder mit Stau rumquälen, sodass wir gegen kurz vor halb 4 die Autobahn am Kreuz Kerpen verlassen können.

Mit dem Wohnmobil zum Wahllokal:
Natürlich steuern wir direkt mit unserem Wohnmobil unser Wahllokal an.
Wie gesagt, trotz Kurzurlaub kommen wir unseren demokratischen Pflichten nach…
Wo wir unser Kreuzchen gemacht haben?
Das verraten wir natürlich nicht 😉

Aber eines hat auf jeden Fall für aufmerksame Blicke gesorgt, denn mit einem Wohnmobil am Wahllokal vorfahren ist schon recht ungewöhnlich, hihi!

Das Wählen unserer Favoriten ist natürlich schnell erledigt und dank der Politikverdrossenheit in unserem Land müssen wir noch nicht einmal auf eine freie Wahlkabine warten.
Rein, rauf, runter, raus, das wars, Demokratie erledigt. 🙂

         
Wieder in Kerpen unterwegs, wir sind zuhause…          …Nun noch schnell mit dem Wohnmobil zum Wahllokal 😉

         
Schnell, schnell, die Demokratie wartet nicht…            Noch schnell das Kreuzchen machen, dann Pflicht erfüllt.

5 Minuten später stellen wir dann unser Wohnmobil wieder auf dem heimischen Parkplatz ab.
Das ging echt schnell mit der Heimreise und abgesehen vom Stau bei Aachen ist die Route über Antwerpen sicherlich nicht die schlechteste Wahl (besonders von den Kilometern her!).!
Auf jeden Fall, dass wissen wir schon heute, werden wir diesen Campingplatz für weitere Wochenendtouren aufsuchen.
So erholt von einem Kurztrip waren wir, trotz Stau auf der Heimreise, schon lange nicht mehr und das Abschalten vom Alltag hat auf dem Campingplatz und in der Region um Domburg mit den kleinen Radtouren wirklich super geklappt!
Eine empfehlenswerte Kombi!

Km- Stand bei Abfahrt: 200.675
Km- Stand bei Ankunft: 200.956
Gefahrene Kilometer: 281

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