Prolog:

Im Sommer schwitzend im Büro zu sitzen ist keine schöne Sache.
Im Sommer 4 Wochen am Stück schwitzend im Büro zu sitzen und am Wochenende wegen Schlechtwetter zuhause bleiben zu müssen ist jedoch gemein!
Das Wetter hat uns in den letzten Tagen und Wochen immer wieder einen gemeinen Streich gespielt und uns in der Woche Temperaturen um 25-27°C beschert, aber jeweils pünktlich zum Freitag / Samstag die Regenwolken aufgemacht.
Die ganzen Juli- Wochenenden war das nun so und wir fragen uns allen ernstes, ob das eine Verschwörung gegen uns ist…
Aber für dieses Wochenende ist zum ersten Mal wieder tolles Wetter vorhergesagt!

Also, was tun?
Weg fahren? An den See zum Abkühlen vielleicht?
JAAA!

Das Problem im Moment ist aber ganz einfach das, dass wir Ferien in NRW haben.
Damit ist an allen Urlaubsorten Ferienhochsaison!
Die Straßen und Autobahnen sind voll, Freizeiteinrichtungen sind voll, Campingplätze sind voll.
Und das, obwohl die Preise in den Ferien mitunter ganz kräftig anziehen.
Es ist unfair! Familien mit Kindern können nun mal nur in den Ferien weg fahren und zur Strafe für diesen Umstand, muss die Familie auch noch tiefer in die Tasche greifen, als kinderlose Urlauber.

Auch wir zählen aktuell zur Kategorie der kinderlosen Urlauber und sind entsprechend selten in den Ferien unterwegs.
Zum einen, weil eben die Preise deutlich anziehen und unsere Ermäßigungskarten nicht gelten und zum anderen, weil es aufgrund der Schulferien in den Urlaubsgebieten nun mal erfahrungsgemäß sehr voll sein wird.

Aber seit unserer Schwarzwaldtour kurz vor Ferienbeginn steht unser Wohni nun schon ungenutzt vor der Haustüre herum und setzt sogar schon Spinnweben an!
Und mit jedem Wochenende, welches vorbei zieht, fragen wir uns Sonntags vor Beginn einer neuen Arbeitswoche: „Warum sind wir denn nicht wenigstens mal das Wochenende weg gefahren?“
Die Frage ist berechtigt!
Aber wie ich eingangs schon schrieb, waren die letzten Wochenenden, anders als die Tage in der Woche, vom Wetter her einfach nicht so schön, als dass wir uns mit dem Mobil auf den Weg hätten machen können.
Bei Regen im Wohnmobil sitzen? Dafür brauch ich kein Geld ausgeben, dass ich kann kostenlos auf dem heimischen Parkplatz haben…

         
     Anfang Juli: Wohni steht rum…                               Ende Juli: Wohni steht rum, da wächst schon Gras am Parkplatz

Aber wir brauchen mal wieder Abwechslung und bei der Wettervorhersage zuhause bleiben?
Weil Ferien sind? Weil es voll ist? Wegen hoher Preise?
Drauf geschissen! Wir wollen los!

Als Reiseziel haben wir uns natürlich einen Badesee ausgesucht.
Das hat eigentlich gleich mehrere Gründe. Anja mag gern schwimmen. Ich mag gern Boot fahren und gehe natürlich auch gern schwimmen.
Beide machen wir dies natürlich besonders gern, wenn es dann wirklich auch mal warm oder besser heiß wird.
Allerdings hasse ich öffentliche Schwimmbäder, besonders in den Ferien.
Ich glaube ein Freibad in den Sommerferien an einem Wochenende kann genau so beengt sein, wie der Strand auf Mallorca zur Ferienhochsaison…
Und dazu noch ein eher grünlich anstatt bläulich schimmernder Pool (wie war das mit den Primärfarben, was gab nochmal grün… ;-), da bin ich für eine entsprechende Erfrischung gleich bedient.

Aber Campingplätze an Badeseen sind da zum Glück echte Geheimtipps!
Die sind lange nicht so überlaufen, wie klassische Badeseen mit Strandbädern oder Freibädern.
Mit etwas Glück hat ein guter Campingplatz dann auch noch einen eigenen exklusiven Seezugang und das Wochenende kann total entspannt am Badesee verbracht werden.
Kein überfüllter Strand, keine teure Abzocke am Badkiosk, kein gesonderter Eintritt.
Gut, oder?

Nun stellt sich nur noch die Frage, welchen See man denn ansteuern soll.
Wir haben also unseren ACSI Campingführer zu Rate gezogen, das Merkmal „An einem Badesee“ ausgewählt und uns dann alle Plätze angeschaut, die wir in einem Radius um 200 km um unseren Wohnort ausmachen konnten.

Und das waren mehr, als wir zunächst dachten!
Geschlagene 2 Stunden haben wir also vor dem Rechner verbracht und die verschiedenen Angebote verglichen.
Die Plätze in Belgien und in den Niederlanden sind dabei als erste rausgeflogen.
Zwar gab es dort einige recht nett anzuschauende Plätze, aber durch die Bank weg lagen diese im „30,- € pro Nacht“- Bereich, da wir wie gesagt Hochsaison haben und die Plätze den Ferienaufschlag gnadenlos ausnutzen.

Fündig geworden sind wir auch nördlich des Ruhrgebietes, in der Eifel und natürlich im Westerwald.
Einige Plätze in Deutschland haben sich bei der näheren Recherche allerdings als ziemlich unpraktikabel erwiesen.

Beide fanden wir es schon befremdlich, wenn wir neben Entgelten für Personen, Strom, Dusche und Parzelle auch Nebenleistungen wie zum Beispiel Müllgebühr bezahlen müssen.
Mindestabnahme des platzeigenen Müllsacks: 1 Stück!
Wahnsinn! Da wird man genötigt seinen Müll exklusiv auf dem Platz und dann nur mit dem platzeigenen und natürlich kostenpflichtigen Müllbeutel zu entsorgen.

Kann ich eine Müllgebühr aber vielleicht einfach noch als ausgewiesenen Sonderposten neben der Parzellengebühr betrachten, tun sich einige Campingplätze durch besonders fragwürdige Ausnutzung ihrer strategischen Lage hervor.
Einer davon, liegt übrigens direkt an einem See mit einem Doppelvokal in unserem näheren Einzugsgebiet…

Besagter Platz verlangt tatsächlich eine stattliche Gebühr für die Entsorgung meines Abwasser / Toilettentanks!
Das muss man sich mal vorstellen! Normalerweise ist es doch so, dass ich für gewöhnlich im Rahmen meiner Übernachtungsgebühr auch mein Abwasser entsorgen kann und ggf. Frischwasser aufnehmen darf.
Ich habe jedoch eine Sache wie trotz bezahlter Nacht und zusätzlich anfallender Entsorgungsgebühr bislang kaum etwas vergleichbares gesehen und wer im Vorfeld nicht genau nachrechnet, der wird beim auschecken plötzlich eine böse Überraschung erleben…

Der Spuk geht noch weiter!
Neben Gebühren für den Müllsack oder die Entsorgung soll ich tatsächlich Geld dafür bezahlen, dass ich mein eigenes Schlauchboot mitbringe (!).
2,50 € für die ersten drei Stunden!
Hallo?
Geht es noch?
Der See gehört doch der Allgemeinheit!
Was „nutze ich ab“, wenn ich mit meinem Schlauchboot über einen See paddele?
Ich hab keinen Motor, ich verunreinige kein Wasser, ich plansche oder paddele nur ein wenig und sonst nichts.
Was ist denn zum Beispiel mit einer Luftmatratze?
Zählt die als Schlauchboot?
Oder darf ich mit dieser kostenlos paddeln und schwimmen gehen?
Der Hammer oder das i-Tüpelfchen sind natürlich auch noch die zugestandenen „Zeitfenster“, die ich am Tag nutzen darf.
3 Stunden mit Wimpel am Boot, weitere 3 Stunden kosten dann wieder 2,50…

Uns ist die Kinnlade runter gefallen, als wir ein solches „Abzocksystem“ gelesen haben und eins ist mal absolut sicher: Ein solcher Platz wird uns NIE zu Gesicht bekommen!
So verzweifelt kann man gar nicht sein, dass man ein solches Angebot annehmen muss.
Bitte nicht falsch verstehen: Wenn ein Platz gut ist, dann zahle ich auch gerne mein Entgelt dafür.
Aber wer Parzellengebühr, Personengebühr, Stromgebühr, Duschgebühr, Mülltütenmindestabnahme, Schlauchbootgebühr und Entsorgungsgebühr verlangt, der hat unseres Erachtens nicht einen einzigen Gast verdient!

Doch zum Glück sind nicht alle Platzbetreiber so ruchlos und nutzen die Freizeitaktivitäten der urlaubswilligen Camper als Gelddruckmaschine.
Nachdem wir einige Plätze mit fragwürdigen Nebengebühren ausgeklammert haben, blieb eine kleine Liste mit 10 Plätzen übrig, die wir nun nach und nach mal ansteuern wollen, um dort mal die Eindrücke einzufangen.

Der erste Platz wird uns dabei in den Westerwald führen!
Ausgesucht haben wir uns einen kleinen Campingplatz an einer Talsperre, genannt „Campingplatz Ulmbach-Talsperre“.
Die Bilder im Internet (siehe Links im Fazit) waren vielversprechend und ein kleiner Anruf am Vorabend unserer Abreise bestätige uns zu unserer großen Freude noch freie Plätze von Donnerstag bis Samstag.
Nachdem wir unsere Wünsche an unsere Ferienparzelle vorgetragen haben (gerne mit Strom, gerne so nah wie möglich am Wasser, Frage nach der Möglichkeit mit dem Boot auf dem See zu paddeln) wurde uns sogleich ein schöner Platz zugesagt.
Ich konnte es kaum glauben!
Günstig trotz Hochsaison mit freien Kapazitäten und direkt an einem Badesse gelegen?
Zur Sicherheit hab ich mir die Mühe gemacht und die wichtigsten Merkmale des Telefongesprächs kurz zusammen gefasst und als email mit unseren persönlichen Daten abgeschickt.
Wenige Stunden später hatten wir sogleich eine Bestätigung unserer Reservierung mit allen Details.

Wow, das hört sich schon mal total klasse an und das Personal scheint am Telefon wie im Schriftwechsel total nett zu sein!

Wir freuen uns, morgen nach der Arbeit geht es los!

Der Vorabend vor unserer Reise zeichnet sich dann nur noch dadurch aus, dass wir das Wohnmobil nach längerer Abstinenz beladen und reiseklar machen.
Dummerweise ist nach der langen Standzeit natürlich das eingetreten, was uns schon im letzten Jahr Kopfschmerzen vor einer Reise gemacht hat.
Die Fahrzeugbatterie zeigt grad mal nur noch 11,5 Volt! 🙁
Unser Wohni ist halt besonders bei längerer Standzeit ein Stromfresser…
Glücklicherweise hatte ich grad erst ein kleines mobiles Solarpanel bestellt (Mini- Solaranlage (Batteriewächter)) und mit etwas Glück reicht vielleicht die morgige Sonne aus, dass wir damit die Batterie ausreichend geladen bekommen.
Und wenn nicht, geben wir uns einfach selber mit dem PKW Starthilfe.
Neu wäre eine solche Situation ja für uns ja schließlich nicht…

Zum Schluss überprüfe ich dann noch die wichtigsten Elemente nach der längeren Standzeit.
Aber Kühlwasser, Motorölstand und Getriebeölstand sind in Ordnung, so soll es sein.
Theoretisch sind wir damit nahezu abreisebereit…

        
    Motoröl ist ok…                               Getriebeöl auch…                        nur die Batterie ist ein wenig schwach…

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