Normalerweise führen uns unsere Reisen ja an bestimmte bzw. besondere Orte. Seien das nun tolle Strände im Süden oder Norden Europas, interessante Städte oder besondere Sehenswürdigkeiten.
Am Reiseziel angekommen gibt es dann (neben Faulenzen und Futtern) natürlich Besichtigungen des Reiseziels und vielleicht auch mal ein Abenteuer. Sowas wie die (nicht immer ganz ernst gemeinte) Suche nach dem heiligen Gral zum Beispiel.
Was man auf transitfrei bzw. in unseren Reiseberichten jedoch eher selten findet, sind reine Ziele, die auf „natürlichem“ Wege zur Sehenswürdigkeit geworden sind. Naturschauspiele halt. Das soll sich heute ändern! Mit dem Wohnmobil geht es zu den Plitviczer Seen.

Außer den Seen fällt uns zum Thema „Ziele in der Natur“ nur ein einziges „natürliches“ Reiseziel ein und das war die Besteigung des Preikestolen- Felsens in Südnorwegen. Und vielleicht noch das Bad in Nord- und Ostsee gleichzeitig an der Nordspitze von Dänemark bei Skagen. Aber alle anderen Reisen? Sind doch immer irgendwie durch ein Ziel dominiert, was von „Menschenhand“ geschaffen wurde. Wie auch diese Rundreise hier. Fast alle besuchten Reiseziele waren ja schöne Altstädtchen an der Adria, kleine Promenaden oder Häfen, wo wir es uns haben gut gehen lassen. Vom und für den Menschen gebaut.
Heute aber ist zum ersten Mal seit langer Zeit wieder mal ein „Abenteuer“ an der Reihe, welches nicht durch den Menschen geschaffen wurde und zu Recht als eines der bedeutendsten Naturschauspiele gilt, die es in Europa gibt. Heute geht es zu den Plitvicer Seen!
Die Plitviczer Seen, was ist das eigentlich?
Nun die Plitvicer Seen sind eine Art See-Damm- System, welche durch kleinere Flüsse gespeist auf unterschiedlicher Höhe verschiedene Becken ausprägen. Zwischen diesen Becken besteht ein gewisser Höhenunterschied, sodass das Wasser, wenn das erste Becken voll ist, mal mehr oder weniger eindrucksvoll ins nächste Becken fließt. Jeder mit Kleinkindern kennt dieses Schauspiel von zuhause, wenn die Kinder das Wasser im Waschbecken zum Überlaufen bringen. Die Plitviczer Seen haben gleich 16 von diesen Becken, kleine Kinder hätten also eine ganze Menge zu spielen!
Zwischen den Seen muss das ablaufende Wasser aber nicht nur einen Höhenunterschied durch mal mehr oder minder hohe Wasserfälle bewältigen, sondern auch die unterschiedlichsten natürlichen Herausforderungen meistern. Besonders der Boden soll dabei immer wieder unterschiedlich sein. Mal durch den Wald, mal offen, mal über Kalkstein und mal durch die Erde.
Die Plitviczer Seen sind hier in Kroatien selbstverständlich als Nationalpark eingestuft, ferner genießen sie schon seit 1979 als Unesco- Weltnaturerbe. Natürlich sind die Seen viel älter, so um 12-15 Tausend Jahre! Erst vergleichsweise spät haben dann die Menschen die Seen dann, bzw. erstmals schriftlich erwähnt. 1777 soll der Pfarrer von Otočac hierzu ein paar Zeilen aufgeschrieben haben.

Das alles klingt zunächst mal ziemlich trocken? Ja, das stimmt auch. Dennoch sind es besonders die faszinierenden Bilder über die Seen im Internet, die uns hierher geführt haben. War ja damals mit dem Preikestolen auch nicht anders. Wir haben die Bilder gesehen und wussten: „Da müssen wir unbedingt mal hin!“ So ist es hier mit den Plitvicer Seen nun auch.
Und obwohl es sich um ein reines Naturschauspiel handelt, gibt es vielleicht doch ein bisschen was an Abenteuer dazu. Denn rund um die Seen mit den einzelnen Becken ranken sich doch so einige Mythen und Geschichten, die sich recht interessant lesen!
Da wäre zum Beispiel der „Prošćansko jezero“. Heißt übersetzt ziemlich nüchtern nur der „Gestrüpp- See“. Klingt ja erstmal wenig aufregend. Aber am oder im See soll eine schwarze Königin wohnen, die die Bauern der Region vor vielen vielen Jahren mal (während einer besonders langen Trockenperiode) um Wasser anflehten. Und diese schwarze Königin hat dann die Seen herbei gezaubert. Das ist doch schonmal was! Warum die Königin so nett war (schwarze Königin klingt doch eher wie der Bösewicht aus Schneewittchen, oder?) und was die Bauern als Gegenleistung erbringen mussten, steht leider nicht dabei. Könnte also eine spannende Vorlage für „Team Transitfrei ermittelt“ werden.
Oder der „Ciganovac jezero“, in diesem See soll mal ein Zigeuner ertrunken sein. Also nennt man den See praktischerweise gleich Zigeunersee. Das gleiche Schicksal soll auch einen gewissen Milan ereilt haben, auch er kam vom Badeausflug wohl nicht mehr zurück. Beide Unglücke müssten ja eigentlich so ziemlich am Anfang der Dokumentation der Seen passiert sein. Wie sonst kommt es dazu, dass kaum, dass jemand in den Teich fällt, man gleich das ganze Becken nach dem Pechvogel benennt.
Werden ja nicht die letzten beiden gewesen sein, oder?
Dann gibt es noch einen „Kaluđerovo Jezero“, wo ein Mönch zuhause gewesen sein soll. Aha, da haben wir doch auch gleich wieder eine Spur für den heiligen Gral. Geht doch! 😉
Auch Mord und Totschlag haben wir. Ein See heißt zum Beispiel Galovs- See, hier hat man den Räuberhauptmann Galov erschossen. Würde uns nicht wundern, wenn der unmittelbar nach dem Schuss in den See gefallen ist und er, zweifelsohne nur angeschossen, dann final im See ertrunken ist. Das passt dann einfach besser in das Klischee, die Becken nach denjenigen zu benennen, die darin ihre letzten Schwimmübungen absolvieren. 😉
Noch einige andere interessante Namensgebungen sind dabei. Ein See heißt z.B. nach einer Fähre, ein anderer See bot Ziegen auf einer See-Insel vor Wölfen Schutz.
Ihr seht also, selbst ohne Einfluss des Menschen auf unser Reiseziel haben es findige Marketingstrategen für den See dennoch geschafft, unser Interesse für die einzelnen Becken zu gewinnen.
Wir hoffen, dass uns dies nun auch bei euch, liebe Leserinnen und Leser, gelungen ist und ihr gespannt mit uns zu den Seen kommt.

Zunächst aber heißt es mal früh aufstehen, denn die Besichtigung der Seen wird auf jeden Fall eine Tagesaufgabe. Soviel steht schonmal fest.
Kurz haben wir überlegt, ob wir dem See vielleicht sogar 2 Tage widmen sollten. Dies aber würde zum einen eine weitere Nacht hier auf dem Campingplatz bedingen und zum anderen müssten wir ja  auch 2x den Transfer bezahlen, oder eben alternativ die Parkgebühren fürs Wohnmobil löhnen.
Das wird uns dann doch zuviel, zumal die allermeisten Gäste hier ja auch nur Tagestouristen sind. Müsste also doch an einem Tag machbar sein, sich zumindest einen sehr guten Eindruck zu verschaffen.
Für die Fahrt zu den Seen werden wir übrigens den Campingplatz schon jetzt verlassen und dann mit dem Wohnmobil zum Eingang 2 fahren. Dann bleiben wir dann den ganzen Tag im Nationalpark und werden, wenn wir dann alles gesehen haben, mit dem Wohnmobil ein Stückchen aus dem Nationalpark rausfahren. Und wenn sich dann das Preisgefüge außerhalb der Seen wieder „normalisiert“, suchen wir uns einen Platz für die Übernachtung. Je nach Zeit, Stunde und Verfügbarkeit sogar einen ACSI- Platz, der die CampingCard akzeptiert. Das wäre super.

Für den Start haben wir uns übrigens ferner den Eingang 2 der Plitvizer Seen ausgesucht. Dort sah es gestern einfach ein wenig leerer aus. Auch haben wir in den unterschiedlichen Informationsblättern gelesen, dass man vom Eingang 2 aus offenbar die Seen „bergab“ erkundet, während man hingegen vom Eingang 1 aus die Seen eher besteigen muss. Und da wir von Natur aus lieber die Treppen runter laufen wie rauf steigen, ist Eingang 2 natürlich unser Favorit. Auch dann, wenn wir dafür ein kleines Stückchen weiter zurück und am Eingang 1 vorbei fahren müssen. Macht ja nichts, Diesel ist ja nun genug im Tank…

Bevor es aber an die Besichtigung geht, stehen wir erstmal gegen 8 Uhr auf und machen uns kurz frisch. Auch ein kleines Frühstück darf natürlich nicht fehlen. Zusätzlich schmieren wir uns auch noch ein paar Brote als Wegverpflegung für unterwegs.
Überhaupt ist es absolut sinnig einen Rucksack mit dem Nötigsten mitzunehmen! Im Moment können wir das zwar noch nicht wissen, aber die Möglichkeiten sich innerhalb der Anlage der Plitviczer Seen mit Getränken und Snacks zu versorgen, sind äußerst dünn gesät! Wir aber packen zum Glück schon jetzt in weiser Voraussicht alles Wichtige ein, das wird uns später noch helfen.

         
     Erstmal frische Morgenluft auf dem Campingplatz schnappen!    Bei der Aussicht und dem Wetter klappt das prima!

         
     Jetzt gehen wir aber erstmal zurück zum Wohnmobil…              …denn da wartet ein leckeres Frühstück auf uns! 🙂

Gegen halb 10 sind wir dann abreisebereit. Wir verlassen unsere Parzelle und fahren vor zur Rezeption, wo wir auschecken. Auch schauen wir kurz in einem kleinen Supermarkt rein, der sich hier ebenfalls direkt an der Einfahrt befindet. Heute hat er sogar geöffnet, gestern Abend war er schon geschlossen. Ein paar Dinge für die Fahrt, ein bisschen Schokolade und Snacks finden noch den Weg in unseren Rucksack, dann aber fahren wir rüber zum Eingang 2 der Plitviczer Seen.
11 km sind es vom Campingplatz Camp Turist in Grabovac übrigens, das nur der Vollständigkeit halber für diejenigen, die vielleicht doch darüber nachdenken, die Strecke z.B. mit dem Rad zu fahren.
Einen Shuttle- Bus hätte es von hier aus übrigens auch gegeben! Fährt morgens gegen 9 Uhr rüber und kommt am Nachmittag zwischen 15 und 16 Uhr zurück. Wäre aber nix für uns gewesen, denn wir sind ungern an feste Zeiten gebunden, zumal wir ja dann auch auf dem Campingplatz hätten bleiben müssen.

         
     Noch schnell ein kleiner Stopp am Supermarkt am Eingang…     …und dann geht es los Richtung Plitvicka Jezera! 11km!

         
     Das Wetter ist super heute! Perfekt für einen Naturtag!            Nach ein paar Minuten sind wir da, die Plitviczer Seen voraus.

Gegen kurz 10 erreichen wir dann die Anlage des Eingangs 2. Schon ordentlich was los hier! Zwar stehen natürlich noch genügend Parkplätze zur Verfügung, aber ein wenig orientieren müssen wir uns dann trotzdem. Erstmal an der Schranke vorbei, das ist klar. Nun aber wird es spannend! Denn es gibt scheinbar überhaupt keine gesonderten Parkbereiche für Wohnmobile! Lediglich „Auto“ oder „Bus“ ist möglich. Sowohl am Eingang mit den einzelnen Reihen selbst, wie auch auf dem Parkplatz.
Wir mit unserem Wohnmobil sind dann immer so ein bisschen im Zwiespalt. Zum einen können wir keinen kompakten PKW- Parkplatz benutzen, dafür ist unser Wohnmobil mit Rädern drauf so um die 6 Meter zu lang. Ein Busparkplatz ist allerdings auch Verschwendung, wir kommen ja nichtmal auf die Hälfte der Länge eines Busses. Also was tun? Wir schauen mal, wie es die „Kollegen“ mit den anderen Wohnmobilen gemacht haben, scheinbar haben ja nicht nur wir das Problem. Und die wenigen Mobile, die schon da sind, stehen ausnahmslos auf Busparkplätzen.
Ich überlege kurz, ob wir uns vielleicht mit einem anderen Wohnmobilisten eine Parktasche teilen sollen. Da man aber die Parktaschen hier so dermaßen dämlich angelegt hat, dass man nur von einer Seite reinfahren kann, erübrigt sich diese Idee. Anja gibt dann mit ihrem Kommentar: „Du zahlst für einen Bus, also darfst du auch parken wie ein Bus!“ den entsprechenden Ausschlag. Gut, stellen wir uns also in eine Buslücke. Was bleibt uns sonst auch anderes übrig, denn drin sind wir ja schon.
Wir wählen eine der etwas kleineren Lücken gleich am Eingang und machen uns dann startklar.

         
     Erstmal reinfahren aufs Gelände und dann orientieren…            …*grübel-grübel* Sind wir eigentlich Auto oder Bus?  ?:-/

         
    Hmm. Die Kollegen parken jedenfalls bei den Bussen. Geht auch gar nicht anders! OK, das können wir dann auch. 🙂

Am Eingang selbst studieren wir nun natürlich erstmal den großen Wegweiser für den Park. Gleich mehrere Routen gehen vom Startpunkt aus ab und man muss sich entscheiden, welchen Umfang die Besichtigung der Pltiviczer Seen haben soll. Zahlreiche Wege stehen hierfür zur Auswahl. Routen mit einer geschätzten Dauer von 2-3 Stunden (Rundgang E), 3-4 Stunden (Rundwege F oder G 1), 4-6 Stunden (Rundweg H) oder sogar 6-8 Stunden (Rundweg K) sind vom Eingang 2 aus möglich.
Je nach Rundweg lässt man dann das ein oder andere Seenbecken aus oder nimmt kurzerhand eines der Verkehrsmittel, die hier durch den Park fahren. Hierzu zählen Boote ebenso wie kleine Busse, dazu kommen wir aber später nochmals, wenn wir es selbst kapiert haben. Für den Moment sieht es jedenfalls so aus, als könnte man alternativ zum Laufen auch eben ein Boot oder einen Bus nehmen, was aber nicht der Fall ist! Doch dazu wie gesagt später noch mehr.

Wir schauen uns hier auf der großen Karte die Rundwege nochmals genau an und gucken, wie die Wegführung des Weges „H“ mit 4-6 Stunden verläuft. Die Grundroute kennen wir eigentlich sogar schon und wollen uns mit der Wahl des Weges H eigentlich nur nochmals versichern, dass wir die richtige Entscheidung treffen. Denn schon gestern Abend konnten wir ja anhand des Informationsmaterials auf dem Campingplatz unsere Route für heute grob vorplanen. H war also schon gestern Abend unser Favorit.
Der Weg K, den man eigentlich für den totalen Rundumblick gehen müsste, führt eigentlich sowieso nur an vielen Teilen der Seen auf der jeweils anderen Uferseite wieder zurück, ist also streng genommen eine Art Rundweg. Uns aber reicht durchaus der Blick von einer Seite auf die jeweiligen Seenbecken. Ist dann das Ende des Rundwegs an einem gigantischen Wasserfall erreicht, geht es auf einem Direktweg ohne Umwege dann wieder zurück zum Eingang 2. Mit dem Weg H sind wir daher unserer Meinung nach bestens bedient und steigern uns somit mit fallender Höhe in das Schauspiel rein.

Wir löhnen am Kassenhäuschen kurz darauf 110 Kuna pro Person, was wir weder als teuer noch günstig empfinden. Wird schon passen. Gut ist, dass der See mit seinen Rundwegen auf der Rückseite der Eintrittskarte nochmals abgebildet ist. So können wir uns unterwegs orientieren und wissen später, wieviel der Route wir bereits geschafft haben. Das ebenfalls für Geld zu kaufende Heftchen mit einer nochmaligen Abbildung der Route brauchen wir also nicht extra kaufen.
Auch ist die Eintrittskarte nicht an einen bestimmten Rundweg oder ein bestimmtes Verkehrsmittel gebunden. Ähnlich wie im Phantasialand kann ich also mit nur 1x Eintritt zahlen rein und müssen dann, wenn wir später mit dem Bus oder dem Boot fahren wollen, nicht nochmals gesondert hierfür bezahlen. Wer also eine Tageskarte löst und dann nur den kleinsten Rundweg mit 2-3 Stunden geht, ist eigentlich selber schuld…

         
     Wir marschieren gleich zur Kasse am Eingang…                       …und schauen uns die möglichen Routen durch den Park an.

         
     Auch auf der Rückseite der Eintrittskarte gibt es eine Übersicht. Und dann geht es los, TOUR H startet! 🙂

Gegen kurz nach 10 spazieren wir dann vom Besucherzentrum am Eingang 2 los in Richtung des Rundwegs. Sofort fällt uns auf, dass die Wege hervorragend gekennzeichnet sind. Nicht so wie bei uns im Wald, wo man die „A“s und „Einsen“ der Wanderwege, diskret vor 10 Jahren in die Rinde eines Baumes geritzt und zwischenzeitlich mit Moos bewachsen, erst umständlich suchen muss.
Hier steht ein Holzschild, darauf stehen die Buchstaben für die einzelnen Wege drauf und denen geht man nach. Fast schon für Dumme.
Ebenfalls „für Dumme“ sind übrigens auch die Warnschilder, die uns kurz darauf begegnen. Ein regelrechter Schilderwald im Wald! Nicht, dass wir die zahlreichen Ge- und Verbote nicht schon auf der Eintrittskarte bemerkt hätten, hier werden sie also nochmals wiederholt. Fast schon ein bisschen schade, was man alles NICHT darf. Besonders Angler werden hier mit (warum seht ihr später!) mit blutendem Herzen aus dem Park trotten und auch Naturschwimmer (also nicht nackt, sondern nur in einem See statt in einem betonierten Schwimmbecken 😉 werden enttäuscht. Denn Angeln, Baden, aber Hunde ohne Leine, offenes Feuer oder Pflücken von Ästen, Zweigen oder sonstiger Ernte des Waldes ist verboten.
Ja, sogar glückliche Familien sind verboten! Zumindest könnte man das meinen, wenn man sich besonders das zweite Schild mal etwas genauer betrachtet. Keine Ahnung, was wir hier als Eltern nicht dürfen. Aber da wir kein Kind dabei haben, dürfte uns ein Regelverstoß wohl auch nicht aus Versehen passieren. 😉

         
     Ein bunter Strauss an Verbotsschildern erwartet uns.                 Die meisten erklären sich von selbst, nur das hier? Äh? ?:-/

Nach ein paar Minuten Fußweg durch den Wald und vorbei an einigen Einrichtungen, die wie eine Mischung aus einem Restaurant der 70er Jahre und einer Kurklinik aus Bernkastel-Kues erinnern (Im Nachgang finde ich heraus, dass es sich hierbei um die Hotels Plitvice, Jezero und Bellevue handelt! Die einzigen drei Hotels übrigens, die wirklich innerhalb der Anlage angesiedelt sind!), befinden wir uns wieder auf einem größeren betonierten Areal. Wir erreichen quasi den „zentralen Busbahnhof – Station 2“ der Plitviczer Seen! Und hier bekommen wir dann gleich den ersten „Zahn gezogen“, denn die Busse hier fahren von diesem Startpunkt am Eingang 2 der Plitvicer Seen nicht parallel zum Wanderweg (wie von mir vermutet), sondern bringen die Laufwilligen lediglich nur zum jeweiligen Startpunkt in die einzelnen Rundwege! Und spätestens hier muss man sich dann entscheiden. Für die oberen Seen muss man ab hier den Bus nehmen, dieser bringt einen zur Station 3 oder 4, wo die beiden weiteren Wanderwege abgehen. Station 4 markiert hierbei den Eingang zur Tour H.
Wer die „oberen Seen“ auslassen möchte, kann alternativ auch schon ab hier die erste Fähre nehmen. Diese fährt über den großen Kozjak- See gleich zum gegenüberliegenden Ufer, wo quasi der untere Teil der Wanderwege beginnt.
Wer sich übrigens fragt, wo denn die Busstation 1 ist, dem möchten wir auch das gerne kurz beantworten. Kommt man vom Eingang 1 in den Park, muss man sich entweder für den Weg im Uhrzeigersinn entscheiden und würde dann mit dem Bus ab Station 1 zur großen Zentralstation 2 gefahren werden, wo wir jetzt stehen. Es treffen dann hier am zentralen Platz die Besucher aus Eingang 1 und Eingang 2 unweigerlich zusammen, was bestimmt zu später Stunde für einen ordentlichen Andrang sorgen dürfte! Für den Moment aber und um diese Uhrzeit tummeln sich hier nur die Besucher des Eingangs 2. Wir finden also bequem einen Platz in einem der Anhänger eines bereits etwas altersschwach anmutenden Busgespanns.
Der Vollständigkeit halber sei natürlich noch erwähnt, dass man vom Eingang 1 auch gegen den Uhrzeigersinn gehen kann, die Tour beginnt dann bei den unteren Seen zunächst mit einer längeren Bootsfahrt über den großen Kozjak- See. Dort kommen wir dann später natürlich auch noch vorbei, nur eben dann zum Abschluss der Tour und nicht bereits zu Beginn. Sicherlich die bessere Wahl sich die obligatorische Bootsfahrt über den See für das Ende der Tour aufzuheben, denn dann sind die Beine schwer und die Füße schmerzen…

Der Bus setzt sich kurz darauf mit seinen 2 Anhängern rumpelnd in Bewegung und ich bin absolut sicher, dass sich dieses Teil bei schnellerer Fahrt in seine Einzelteile auflösen wird. Besonders die Hänger sind sicherlich deutlich älter als 20, vielleicht sogar 30 Jahre! Zumindest sehen sie optisch so aus, wie man sich in den 70er Jahren mal die Busse der Zukunft auf der Raumbasis Alpha 1 vorgestellt hat. Total überdreht irgendwie, aber dennoch irgendwie liebenswert.
Hat was von der Fahrt im Jetrail Monorail des Phantasialandes, wobei wir wieder beim Thema Freizeitpark wären.

         
    Der Bus- Shuttle wirkt „70er Jahre futuristisch“ und hat was vom Monorail- Jet aus dem Phantasialand. morbider Charme! 😉

         
    Gezogen werden die Wagen von nicht weniger alten Unimogs     Und innen? Harte Holzstühle, zum Glück ist die Fahrt kurz 😉

Gute 15 Minuten dauert die Fahrt, nach einem Zwischenstopp (wo gut die Hälfte der Mitfahrenden ausgestiegen sind) erreichen wir gegen kurz vor 11 unseren Startpunkt am Ciginovac- See.
Und hier geht es dann auch gleich los! Mit Blick auf eine fast schon immergrüne Art Auenlandschaft und dem ersten See im Hintergrund empfängt uns die Natur hier auf eine ganz besondere Art und Weise. Sofort glauben wir zu wissen, dass wir ohne den Holzstegbau, der sich einmal quer durch die Aue schneidet, unweigerlich in einem Moor ohne Spuren und auf Nimmerwiedersehen verschwinden würden! Instinktiv geht man etwas mehr in der Mitte. Wer weiß, ob das Moor nicht noch nach einem greift! 😉
Natürlich machen wir auch gleich mit beiden Kameras zahlreiche Bilder dieser kleinen Idylle. Dies erwähnen wir übrigens extra, weil wir am Ende der Tour nicht weniger als 1.300 Bilder nur von den Plitviczer Seen gemacht haben werden! Euch, liebe Leserinnen und Leser unseres Reiseberichts, bitten wir daher schon jetzt um Verständnis, dass ihr in diesem Reisetag quasi von Bildern erschlagen werdet! SO viele Bilder wie an diesem Tag haben wir selten gemacht! Aber die Tour ist einfach unglaublich schön und bietet so viel, dass wir gar nicht anders konnten! Auch haben wir mit der Wahl des Eingangs 2 und der Route H im Uhrzeigersinn alles richtig gemacht, wie sich später im Laufe der Tour noch herausstellen wird. Denn nach unserem subjektiven Empfinden steigert sich die Seenlandschaft mit jedem Abschnitt bis in die Superlative mit dem gigantischen Wasserfalls zum Abschluss. Ein Hingucker auf stetig steigendem Niveau, welches wir mit dem Weg vom Eingang 1 und in umgekehrter Reihenfolge so wohl nicht erlebt hätten! Doch auch hierzu später noch mehr.
Jetzt spazieren wir erstmal auf unserem kleinen Holzsteg mit vereinzelten anderen Touristen (keine Hand voll) auf den ersten Metern durch die Seenlandschaft und fühlen uns gleich an unsere Zeit in Norwegen erinnert. Ausgerechnet Ähnlichkeiten zum Aufstieg auf den Preikestolen- Felsen werden hier wach, nicht selten mussten wir auch dort über ähnliche Holzbohlenpfade unseren Weg durch ansonsten unwegsames Terrain suchen.

         
     Der Bus spuckt uns an der Haltestelle 4, Startpunkt H aus.         Uns empfängt eine moorige immergrüne Auenlandschaft

         
     Holzstege führen durch kniehohes Gras uns Schilf                 und dazwischen finden sich immer wieder kleine glasklare Seen

         
     Infotafeln zeigen uns genau, wo wir uns gerade befinden           Die Wege führen mal durch Wald und durchs Grün

         
     und manchmal haben wir wieder ungetrübten freien Blick.         Sehr schön hier! Anja genießt die grüne Lunge Kroatiens!

         
     Zwischen den Bäumen immer wieder schönste Wasserfarben!   Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Weg, ist aber ein Fluß!

Fasziniert sind wir natürlich schon jetzt von den grandiosen Farben, die das erste Seebecken hier ausprägt. Die „grüntürkisazurblaue Lagune“ fällt uns spontan als Bezeichnung ein und wir überlegen ernsthaft, ob es vielleicht ein noch nicht namentlich erfasstes Becken gibt, welchem wir unsere Namensfindung aufdrücken könnten. Man muss ja nicht gleich in den See fallen und darin ertrinken, um einem See einen Namen zu geben, oder? Auch, wenn das hier (wie schon geschrieben) offenbar die Chancen deutlich erhöht.  😉

     kleiner Wasserfall im Plitviczer Nationalpark
     Unser erster (zugegeben noch recht kleiner) Wasserfall! Man ahnt aber schon, hier passiert noch mehr! 🙂

Beeindruckt von der Leistung, die Mutter Natur hier abgeliefert hat, spazieren wir unsere erste Stunde durch die Anlage. Dabei bestaunen wir besonders das Zusammenspiel zwischen Land und Wasser, welches sich hier besonders eindrucksvoll präsentiert.
Hier und da liegen zum Beispiel verwitterte Bäume im Wasser, dazu paddeln die Enten die gemütlich umher durch Schilf und Gras, oder watscheln über die grünen Flächen. Dazu die stetig wechselnden Farben des Wassers, das alles wirkt unglaublich frisch und regelrecht erfrischend auf uns! Es fällt wirklich schwer, dem Badeverbot hier zu gehorchen! Tauchen müsste unglaublichen Spass machen, man kann ja bei dem derart, ja fast schon unverschämt klaren Wasser bis tief auf den Grund schauen. Und was sich dort unter einer feinen Schlick- und Sediment so alles als möglicher Tauchfund abzeichnet, sieht recht vielversprechend aus. Gut, da werden jetzt keine Wertsachen wie das Bernsteinzimmer oder gar der heilige Gral liegen. Aber Dinosaurierknochen fallen uns spontan ein! Skelette der alten Bewohner von vor Tausend Jahren, vielleicht antike Fundstücke und mehr! Potential ist jedenfalls mehr als genug vorhanden und einladen tut es wirklich! Hieran ist aber mit Sicherheit auch das hervorragende Wetter schuld! Viel Sonne, ein paar weiße Wolken für ein wenig Kontrast am blauen Himmel und dazu die leuchtenden Farben des Grüns und des Wassers. Unglaublich intensiv! Wir sind absolut überzeugt, dass dies gestern, als es den ganzen Tag geregnet hatte und es nur grau war, wohl kaum so ausgeprägt auf uns gewirkt hätte.
Wer es im Rahmen seiner Tour durch Kroatien irgendwie planen kann, sollte die Tour durch die Plitviczer Seen auf jeden Fall nur bei besten Wettervoraussetzungen machen, denn nur so kommt die Natur mit Ihrer Fauna und Flora allerbestens zur Geltung!

         
     Der Name „Plitviczer Seen“ ist wahrlich nicht willkürlich gewählt!  Hier dreht sich wirklich alles rund ums Wasser!

         
     Ob nun die Enten unmittelbar unseren Weg kreuzen…               …oder wie in diesem Fall das Wasser. Es ist immer da!

         
     Mal ist es großer Unruhe und prescht die Felsen herab…            …mal plätschert es gemächlich vor sich hin.

         
     Und wo wir gehen und stehen: Immer Wasser, eingebettet in eine immergrüne Landschaft aus Wiese, Moor, Wald und Auen

          
     Und hier? Hier kannst du der Evolution beim Verdauen der Bäume im Wasser regelrecht zuschauen! So unberührt ist alles!

          
     Und immer in Bewegung! Besonders Highlight: Die zahlreichen Wasserfälle! Mal Mini, mal groß!! Mal dicht dran…

         
…und mal drunter her! Ganz besonders schön ist die Abwechslung, die sich hier bietet! Die Eindrücke sind enorm!

         
     Und das beste dazu: Die Sonne! Nur dank ihr werden die Farben so richtig grün, türkis, blau, kurzum: Prächtig! 🙂

Fauna ist sowieso ein gutes Stichwort. Tierwelt! Und hier besonders die Fische.
Fast völlig ohne Scheu spielen die Fische lebhaft herum, wie es selbst unter Zugabe von reinem Koffein im heimischen Teich der beste Koi nicht besser könnte!
Und wie nah die Fische sind! Nicht nur die frechen und wieselflinken kleinen Fische, nein auch die fetten Brummer ließen sich fast schon mit der Hand packen. Ein Griff und das Abendessen wäre zweifelsohne gesichert! Es scheint fast so, als hätten sich die Fische an den Anblick des Menschen über ihnen mehr als gewöhnt. Dazu sind sie vielleicht noch hier und da mit Brot gefüttert worden und da man sie nicht angeln darf, fehlt ihnen vielleicht nunmehr über Generationen die Erfahrung, dass der beste Blubberkumpel eines Tages von einem Angler aus dem See gezogen wurde. Entsprechend leben die Fische hier scheinbar wie einer Art Mikrokosmos komplett ohne Gefahr und können sich somit deutlich freier aber auch satter bewegen, als in jedem naturbelassenen anderen Gewässer auf der Welt. So zumindest unser Eindruck.

          
     Auch im Wasser tut sich reichlich Leben! Zahlreiche Fische tummeln sich im Wasser, man müsste nur zugreifen…

         
     …und schon könnte man in bester „Tischlein-deck-dich“- Manier die Fische direkt aus der Hand in den Mund führen 😉

Schon seit einigen Schildern wiederholt sich das Fährsymbol. Ein untrügerisches Zeichen dafür, dass wir die oberen Seen nun fast abgeschlossen haben und wir auf den ganz großen See Kozjak zusteuern. Etwa die Hälfte der Plitviczer Seen- Anlage sollten wir damit eigentlich gesehen haben und was ganz wichtig ist: Die ganzen Laufetappen haben wir zum größten Teil geschafft! Und das knapp 3 Stunden, nachdem wir den Park betreten haben. Wir sind offenbar gut in der Zeit.
Nun kommt der deutlich angenehmere Teil mit der Bootsfahrt über den großen See und eben noch ein bisschen mehr Natur auf der anderen Seite. Aber ob die Eindrücke vom großen See und den Bereichen, die jetzt noch kommen, die bisherigen „Oh´s“ und „Ah´s“ nochmals toppen können bleibt wirklich abzuwarten. Schon bis hier hat sich der Besuch der Seen auf jeden Fall aber gelohnt.
Wir erreichen den Fähranleger, was eigentlich nicht mehr, als ein kleiner Holzsteg ist.

         
     Diskret, aber nie zu übersehen sind die zahlreichen Beschilderungen. Seien das nun Infotafeln zum See selbst…

         
     …oder eben die Wegweiser zu Bus und Fähren! An alles wurde gedacht. Auch der Wasserfall hat einen Namen mit Schild

         
     So behält man stets die Orientierung! Ob nun ganz oben…        …oder ganz unten am Wasser.

         
     Man bleibt immer auf dem rechten Weg. So schön!             Ankunft am Fährbahnhof „Anleger 2“, Wir folgen dem „H“ nach P 3

Und auch hier, an diesem markanten Punkt der Route, wo alle Wanderer wieder zwangsweise zusammen kommen, gibt es so rein gar nichts zu machen als zu warten! OK, hier muss nicht gleich eine Tankstelle, ein Fast-Food- Restaurant und ein Motel nach amerikanischen Vorstadtmuster hin, aber ein kleines Kiosk wäre zum Beispiel nett gewesen. Und Umsatz würde das Teil freilich machen! Denn die Fähren fahren gar nicht so dicht aufeinander, wie man anhand der hier anwesenden Wartenden vielleicht vermuten würde. Potential für Kundschaft wäre also definitiv vorhanden.
Und es handelt sich ja sogar um einen Kreuzungs- Fährbahnhof! Denn hier, am Fähranleger P2, treffen immerhin die einzigen beiden Fähren der Seen zusammen! Haben wir uns übrigens im Vorfeld auch immer anders vorgestellt, doch dazu später im Fazit zum See mehr.
Für den Moment aber halten wir fest, dass wir uns hier weder was zu Essen oder zu trinken kaufen könnten, obwohl wir schon seit einigen Stunden hier im Park unterwegs sind!
Mindestens ebenso wichtig ist aber auch, dass es hier auch keine Toilette gibt! Auch schon seit Stunden übrigens, die letzte Gelegenheit wäre an der Bushaltestelle P4 gewesen. Seit wir aber auf den Wanderwegen in den dichten Wald abgetaucht sind, gibt es nix mehr. Gut, klar, der ein oder andere Herr hat freilich die Freiluftentsorgung genutzt, die ein oder andere Dame aber schaut schon ein wenig „gekniffen“ drein, was ich durchaus verstehen kann. Gibt es kein Klo, muss man ja sowieso immer ein bisschen mehr. Und weil wir bei den letzten drei, vier Seen auch immer wieder kleine Wasserfälle und plätschernde Bäche dabei hatten, erhöht sich der Druck rein mental natürlich weiter!
Aber aushalten ist die Devise, denn spätestens nach der Bootsfahrt über den Kozjak- See sol wieder ein großer Versorgungspunkt kommen.
In voller Vorfreude auf das, was uns auf der anderen Seite erwartet, stellen wir uns schonmal vorne an den Anleger. Ist zwar, nachdem uns das letzte Schiff buchstäblich vor der Nase weggefahren ist, weit und breit kein Schiff zu sehen, aber das kommt bestimmt gleich. Und anstellen ist ja auch etwas, was wir Deutschen sowieso schon immer gut konnten. Von daher ist es auch kein Wunder, dass wir das Anstehen perfektioniert haben und für uns immer die besten Plätze rausspringen. Damals für die Fähre nach Norwegen hat das gut geklappt und gleich für die Fähre über den See werden wir auch wieder einen Logenplatz in der ersten Reihe haben und die See- Fahrt so richtig genießen können.

          
     Wir stehen am Kai und schauen dem Schiff hinterher.                Nun heißt es warten. Blick auf den Anleger 1 gegenüber

Was wir kurz darauf entdecken, ist eine prall gefüllte Fähre am Horizont des Sees. Hammer, sind da viele Leute drauf! Das müssen die Tagestouristen sein, die weit nach uns eingetroffen sind. Also die ganzen Busladungen, insbesondere die, die am Eingang 1 den Park betreten haben. Glaubt man der Karte bzw. interpretiert den Touristenstrom mal vom Eingang 1 in die Seenanlage, muss sich zwangsläufig am Fähranleger in Höhe des Eingangs 1 eine größere Menschentraube bilden. Und diese werden dann im Pulk mit dem Schiff auf den See verteilt. Pöh, mit denen möchten wir ungern zusammen fahren, das sind asiatische Zustände auf dem Boot! Sicherlich wird es am Eingang 2 nunmehr auch deutlich voller geworden sein und hier auf „unserer“ Seite der Route sammelt sich ja auch einiges an, aber es verteilt sich aufgrund der langatmigen Wanderwege ab Eingang 2 bzw. ab der beiden Bushaltestellen 3 und 4 einfach auf mehr Raum.

         
     Endlich kommt das Schiff. Es hat etwas Schlagseite und ist bis zum letzten Platz mit Touristen gefüllt. Puh! :-/

Die Fähre legt an und ergißt einen Schwall Touristen auf unseren Teil des Landes, die sich im Pulk an den beschwerlichen Aufstieg zu den oberen Seen machen. Spätestens jetzt sind wir richtig froh, dass wir mit Eingang 2 den besseren Eingang gewählt haben und den ganzen Weg runter spaziert sind. Jetzt alles rauf zu müssen ist eine enorme Anstrengung. Bis man sich aber in dem ganzen Wust an übrigen Gästen „freigeschwommen“ hat, dürfte nochmal ordentlich Kraftaufwand von Nöten sein. Das wäre gar nichts für uns. Stattdessen haben wir Glück, unser Plan geht auf. Wer als erstes in der Reihe steht darf nun auch als erstes auf das Boot. Klar, dass wir uns gleich den Platz vorne rechts sichern, das ist der (wie beim Bus) nach dem Fahrer der beste Platz.

Wenige Minuten später legen wir ab und tuckern ganz gemütlich über den Kozjak- See dahin. Mit VIP- Blick beobachten wir die Kurzfähren, die zum gegenüberliegenden Anleger P 1 pendeln. Die Strecke ist so kurz, man könnte fast die Fähre auf halber Strecke stehen lassen und dann einfach 2x springen 😉
Wir lassen den Fähranleger zurück und schauen auf den weiten See hinaus. Ist zwar weit weniger spektakulär als die urschroffen Seen der oberen Anlage mit ihren markanten Felsen und teilweise waghalsigen Abhängen, aber die gemäßigte Seenlandschaft, die durchaus auch mit dem heimischen Otto- Maigler- See bei Hürth vergleichbar wäre, ist auch mal eine nette Abwechslung. Nur die Farben des Wassers sind natürlich hier ganz besonders! Noch immer scheint das Wasser je nach Lichteinfall entweder blau, dann mal azur, grün oder türkis. Das kann unser heimischer Badesee im Kölner Speckgürtel natürlich nicht, das ist ein gewöhnliches Baggerloch mit einer Dreckbrühe als Füllung. Passt. 😉

         
     Wir schippern gemütlich über den Kozjac- See. Mal erscheint dieser majestätisch blau, etwas kühl und tief…

         
     …und dann wieder wirkt er fast türkis, warm und eher südseemäßig. Sehr sauber, sehr eindrucksvoll und sehenswert!

Wir sind ein paar Minuten unterwegs, da kommen uns weitere Fähren entgegen. Auch diese sind ordentlich gefüllt und bringen die nächsten Trauben an Passagieren auf das andere Ufer. Oh-je! Die eine Gruppe ist noch nicht ganz weg, da kommen schon zwei neue Schiffe! Jetzt wird es so langsam voll hier! Ist aber auch verständlich, denn die allermeisten Tagesgäste sind jetzt, zur Mittagszeit, auch spätestens eingetroffen und machen sich auf den Weg durch die Anlage.

         
     zuerst treffen wir auf eine weitere Fähre…                               …kurz darauf folgen noch zwei. Alle randvoll mit Touristen!

         
     Land in Sicht! Naja. OK. Bootsanleger in Sicht. Wir sind da…      …und da stehen noch immer kleine Trauben von Menschen!

Und dass es auf dem entgegengesetzten Weg wirklich voll wird, bemerken wir spätestens bei Ankunft am anderen Ende des Sees bei P3. Hier steht ein unglaublich lange Schlange an Menschen an und wartet darauf, dass sie einen Platz auf der kleinen Fähre bekommen, mit der wir gleich anlegen werden. Boah, ey! Ich würde schätzen, dass die, die ganz hinten stehen, locker noch 3, 4 Fähren werden fahren lassen müssen, bis sie endlich dran sind. Kaum zu glauben, dass hier dann nur so 3 -4 Fähren auf dem langen Weg pendeln. Aber mehr scheint es nicht zu geben, denn wir haben eine wegfahren sehen, als wir ankamen, die zweite haben wir genommen und 2 kamen uns auf dem Weg wieder entgegen. Je nach Zählweise macht das 3-4 Fähren. Mehr nicht. Puh. Wie ist es hier erst bitte dann, wenn wir Hochsaison haben?! Hoffentlich gibt es dann noch ein paar Schiffe in Reserve…

Als fast ebenso voll wie der Anleger erweist sich übrigens die Imbissbude, von der es verführerisch nach allerlei Gebrutzeltem riecht. Wir überlegen hin und her, ob wir eine längere Pause einlegen wollen, oder ob wir unseren Aufenthalt hier auf einen „Bio- Break“ beschränken und gleich weitermarschieren. Immerhin wird es voller und wir wollen möglichst die Tour noch ohne Schubsen und Drängeln zu Ende gehen. Da wir auf dem Boot immerhin knapp 20 Minuten gesessen und auch ein bisschen was aus den eigenen Vorräten verspeist haben, fühlen wir uns fit genug nach einer kleinen Pipipause gleich weiterzugehen. So machen wir´s!

         
     Gelage am Anleger 2 des Kozjac- Sees. Ziemlich voll hier!        Und hier an der rauchenden Grillbude auch. Schade.

Das Gelände wird nun etwas weiter, ruhiger und gemäßigter, von den wilden Wasserbewegungen der oberen Seen ist hier unten, am Milanovac Jezero, nicht mehr viel zu sehen. Nur das Wasser wirkt nun deutlich tiefer und beflügelt wieder einmal die Phantasie, was sich so alles für Schätze am Boden des Sees, nur getarnt von einer Schicht Sediment und Fischkacke, wohl befinden dürfte! Ein Schild am Anleger vorhin hat zum Beispiel davon berichtet, dass die Menschheit schon seit dem 16. Jahrhundert mit und um diese Region hart gerungen hat. Einerseits in diversen Kämpfen um die Vorherrschaft in dieser Region untereinander (sogar gegen die Türken wurde hier gekämpft!) , aber auch gegen die Natur selbst, um die Landschaft urbar und nutzbar zu machen. Erst vor etwa 200 Jahren festigte sich der Mensch hier und konnte anfangen in Ruhe sesshaft zu werden. Davon und von der Vorgeschichte steckt doch bestimmt so manches Zeitzeugnis im Boden und am Seengrund!
Aber so sehr wir uns auch die Augen durch das nach wie vor glasklare Wasser ausgucken, wir können nichts erkennen. Und reinspringen darf man auch hier leider noch immer nicht. 😉

         
     Wir folgen dem Rundweg „H“ weiter um den See herum.           Zu unseren Begleitern zählen nun wieder hungrige Enten…

         
     …und natürlich auch absolut zahme Fische.                              Die Aussichten hier sind auch wieder sehr schön!

         
     Und weiterhin informieren die Info. Tafeln über die Seen.          Nun geht es wieder in den Wald rein…

         
und hier spielt die Natur wieder mit den Elementen!                  Wirklich herrlich, beruhigend und schön anzusehen.

Der weitere Verlauf des Weges zeigt uns, dass unsere Entscheidung sofort ohne weitere Pause am P 3 weiterzugehen die absolut richtige war! Denn es folgen immer mehr Passagen, wo uns Pulks von Menschen in Doppeldecker- Busstärke auf dem schmalen Weg entgegen kommen. Zwar haben wir noch hier und da kleinere Abschnitte, die wir zumindest für wenige Dutzend Sekunden mit keinem teilen müssen, aber diese Abschnitte werden kleiner! Wir werden überholt und überholen, aber wirklich problematisch ist der entgegenkommende Verkehr am Gavanovac See. Schaut selbst:

         
     Die ungeschönte Wahrheit! Nicht nur für die Fische…                 …sondern auch für Menschen hier wird es echt eng!! 😮

Wenig später wird uns auch klar, warum es hier so voll ist. Wir haben scheinbar die Hauptattraktion der Plitviczer Seen gefunden!!
Den „Veliki Slap – den großen Wasserfall“. Und der ist schon beeindruckend anzuschauen! 78 Meter stürzt sich das Wasser hier, am Endpunkt unserer Route, in die Tiefe. Umrandet wird das Schauspiel von zahlreichen Höhlen, vor und hinter grüner Natur. Eine Szenerie, die selbst die Videospielhersteller von Tomb Raider (der erste Teil natürlich 😉 nicht besser hätten hinbekommen können! Ich bin absolut sicher, in einer der Höhlen verbirgt sich ein kleines Medikit und vielleicht ein Schlüssel, um eine geheime Wand zu öffnen. Wären hier nicht so unglaublich viele Touristen unterwegs, ich hätte mindestens das Medikit längst gefunden! 😉
Aber selbst ohne Inspiration für die Videospielhersteller ist dieser Ort medial präsent. So wurden hier zum Beispiel einige der See- und Wasserfallszenen aus den Karl- May- Filmen der 60er Jahre gedreht. Schaut man sich die Felsen an, könnte sich tatsächlich anstatt des Medikits auch eine Rothaut oder Winnetou persönlich mit seiner Donnerbüchse dahinter verstecken!

         
     Höhlen, Felsen, Bäume, Wasser, die perfekte Kulisse für Abenteuerromane, versunkene Schätze, irgendwie Atlantis!

         
     und immer wieder überrascht uns das Wasser mit seinem Weg, immer wieder wird es schöner und schöner!

         
     Und das Finale? Ein großes Steinmassiv mit einem recht eindrucksvollen Wasserfall am Ende der Route.

Wir schließen unseren Rundgang „H“ mit einem letzten Blick auf den Kaluderovac- Jezero ab. Es ist spät, und tun die Füße weh und die Schilder zum Bus, der uns Eingang 2 bringt, sind einfach zu verlockend, als das wir uns hier unten weiter umsehen würden. Davon abgesehen ist die Route „H“ ja auch noch gar nicht richtig zu Ende, denn ein letztes Mal geht es nun doch noch bergauf. Wäre ja auch ZU schön gewesen, wenn der Bus gleich von hier abgefahren wäre. Aber wenigstens löst sich schlagartig der übrige Touristenstrom auf, als wir dem Rundweg „H“ weiter folgen. Und wieder einmal erweist sich unsere Wahl als absolut richtig, denn durch den obligatorischen Weg nach oben bekommen wir plötzlich einen unglaublich tollen Ausblick auf den Wasserfall und den zugehörigen See von oben. Quasi auf Augenhöhe mit dem Wasserfall sieht die Welt unter uns plötzlich wie Spielzeug aus, wir beide können uns an der Bilderbuchlandschaft gar nicht satt genug sehen! Der Aufstieg lohnt sich wirklich! Erst hier kommt besonders der Wasserfall so richtig zur Geltung und zeigt deutlich, wie viel 78 Meter doch sein können, wenn man sie nur mal vertikal statt horizontal betrachtet. Enorm!
Was entgeht den ganzen Leuten unten, die einfach nur stur dem Weg zur Fähre Richtung der oberen Seen folgen, für ein grandioser Anblick! Man möchte es ihnen am liebsten zurufen, aber selbst, wenn wir das täten, sie würden es bei dem Getose des Wasserfalls sowieso nicht hören.
Und so bleiben wir zu unserer großen Überraschung mehrheitlich alleine mit diesem wunderbaren Ausblick und Panorama über die Plitviczer Seen:

     Ausblick von oben auf die Plitviczer Seen
     Vom Aussichtspunkt aus haben wir einen fantastischen Ausblick auf den unteren Teil der Plitviczer Seen

     Weg von oben mit Panorama
     Da unten sind eben noch entlang spaziert, aber erst jetzt, von oben, zeigt sich die ganze Schönheit des Weges!

     Teil von Atlantis
     Majestätisch, mächtig, mystisch. Ohne Zweifel leben hier Wassernixen im Tal der vergessenen Welt von Atlantis 😉

Mit Anerkennung betrachte ich den Bus, den wir kurz darauf an der Bushaltestelle 1 vorfinden. Kein „spaciger“ Shuttlebus, wie man sich in den 60er Jahren die 90er Jahre vorstelle, sondern nun ein WIRKLICH modernes Gefährt mit dem guten Stern auf der Zugmaschine. Aha, also ein paar Euro haben sie doch investiert. Wir nehmen Platz im deutlich moderneren Bus und lassen uns die letzten Meter zum Parkplatz 2 stilecht chauffieren. Das tut gut!

         
     Wir folgen ein letztes Mal dem Wegweiser „H“ zum Bus.          Siehe da, es geht auch „wirklich“ modern. Schick der Bus!

14:35 Uhr zeigt die Uhr, als wir wieder am Besucherzentrum des Parkplatzes 2 ankommen. Für die ganze Route „H“ haben wir also fast 5 Stunden gebraucht. (Zeitstempel auf der Eintrittskarte: 09:47 Uhr). Die Vorhersage mit „4-6 Stunden“ für die Route hat bei uns also voll gepasst. Die Route war super und wir sind absolut sicher, das allermeiste der Seen auch gesehen zu haben, ohne eine wichtige Sache ausgelassen zu haben. Perfekt.
Im Souvenirladen dürfen es nun natürlich ein paar Postkarten sein und auch zwei kleine Gebäckstücke kaufen wir. Der Hunger von vorhin ist ja noch immer da und anstelle der Pause am Fähranleger genießen wir nun einfach die Annehmlichkeiten des Wohnmobils.
Sei das die eigene Toilette oder eben auch Kaltgetränke aus dem bordeigenen Kühlschrank! Nur Gepäck darf dann auch gerne mal frisch sein, der Backofen im Wohnmobil fehlt eben noch.

Als wir zurückkommen, entdecken wir gleich wie stark auch der Parkplatz 2 nun inzwischen gefüllt ist. So sehr sogar, dass einige Fahrzeuge sogar schon in der zweiten Reihe parken. Nicht nur Autos, auch Busse. Einer parkt sogar quer direkt vor unserem Wohnmobil! Zum Glück ist die Reisegruppe wohl erst vor einigen Minuten angekommen, denn die Gäste des Busses stehen um einen vom Fahrer aufgebauten wackeligen Tisch herum und lassen sich von ihm Kaffee in Plastikbecher einschenken.
Aus Sorge, der Fahrer könnte nebst Touristen in wenigen Minuten für die kommenden Stunden im Urwald der Seen verschwinden, spreche ich den Fahrer diskret an: „Entschuldigung, wir würden so in 10, vielleicht 15 min abfahren wollen. Rangieren Sie noch um?“
Ich denk noch was passiert, als der Fahrer einen hochroten Kopf bekommt und mit einer unglaublichen Kampfansage so laut antwortet, dass selbst die Passagiere entweder fasziniert hinglotzen oder betreten wegschauen: „Ich stehe hier solange ich will!“ poltert der Mittfünfziger plötzlich los und legt nach: „Wenn du dich hier nicht auf einen Busparkplatz stellen würdest, hätte ich auch einen ordentlichen Parkplatz! Ich fahre NIRGENDWO hin!“
Für vielleicht eine Zehntelsekunde bin ich sprachlos, dann aber ist mir sofort klar, was das für ein Typ Menschenschlag ist, entsprechend blase ich, zur Belustigung der noch immer gaffenden Touristen, ins gleiche Horn: „Und ob du wegfährst Partner! Wir zahlen den gleichen Tarif fürs Parken wie du für deinen Bus! Es gibt für uns keine eigenen Parkplätze und für einen PKW- Parkplatz sind wir zu groß! Also wo sollen wir sonst parken?!“ und noch ehe er auf diese eher rhetorische Frage antworten kann, poltere ich lautstark weiter: „Wir können das ganze aber auch durch einen Parkranger klären lassen! Den hole ich gerne und du hast RUCK- ZUCK Hausverbot hier auf der Anlage! Wärst nicht der erste!“
Und das scheint, obwohl als bestes Blau vom Himmel herbei gelogen, sofort Wirkung zu zeigen. „Jaja, schon gut, ich packe nur schnell den Tisch weg und dann kannst du los“ gibt er kleinlaut zurück, worauf ich ihm mitteile, dass er nicht sofort los muss. Er möge nur bitte nicht den Bus hier alleine zurück lassen, wenn wir später, nach Kaffee- und Gebäckgenuss, dann gerne abfahren möchten. Noch bevor wir aber unser Gebäck auf dem Teller in der Sitzgruppe des Wohnmobils drapiert haben, rangiert der Busfahrer seinen Bus in eine andere freigewordene Lücke 2 Plätze weiter um. Ach ja liebe Firma S… aus Wels (mit Grazer Kennzeichen) in Österreich, das hätte doch wirklich nicht sein müssen. Oder?

         
     Da hat uns die Firma S.. aus Wels (Graz) zugeparkt. :-/             Egal, wir machen erstmal Kaffee- *äh* Colapause. 🙂

Egal. Wir lassen uns dadurch die gute Laune nicht nehmen und machen erstmal unser verspätetes Mittagspäuschen. Keine Minute zu früh ehrlich gesagt, eher sind wir überfällig. Immernoch ist es total warm an diesem Tag und spätestens, als uns der Bus von den Seen auf die Anhöhe zum Parkplatz gefahren hat, hat sich auch das sehr milde und angenehme Klima direkt am See- Ufer verabschiedet. Noch gibt der Wald zwar Schatten und Kühle, aber schon jetzt lässt sich erahnen, dass wir auf der Landstraße später durch den kroatischen Backofen fahren werden. Hoffentlich kühlt es sich am Abend schnell ab, damit wir nicht auch noch in diesem Backofen schlafen müssen.

Wir überlegen beim Essen, wie unsere Route nun weitergehen soll. Das naheliegenste Ziel wäre einfach das Stück Richtung Karlovac zurückzufahren und wieder auf dem Autocamp Turist zu nächtigen. Andererseits was sollen wir schon um 15 Uhr auf dem Platz, wenn wir auch noch 2, 3 Stunden heute gen Norden fahren könnten? Ich bin nunmal kein Freund von unnötigem „in-die-Länge-ziehen“ von Urlauben. Wenn wir alles gesehen haben (und die Plitvicer Seen bilden definitiv den Endpunkt unserer großen Kroatien- Rundreise), dann mag ich auch den Weg nach Hause antreten. Besonders wenn man bedenkt, dass wir von hier aus bestimmt 1.200km Weg bis nach Hause haben. Wenn ich die nicht abreißen will, dann fahre ich gerne heute schon die ersten 2, vielleicht 300km.
Wir werfen also unseren ACSI Campingführer an und schauen, was sich so auf der Route vor uns Richtung Zagreb finden lässt. Viel ist es nicht! Besonders nicht mit ACSI- Karte. Haben wir auch nicht erwartet, aber die wenigen Plätze, die unser Campingverzeichnis ausweist, liegen irgendwie abseits der Route. Und Umwege fahren mag ich ehrlich gesagt nicht. Der erste Campingplaz auf der Route kommt andererseits erst wieder in Zagreb, das wären so etwa 150km. Würde zwar gehen, aber auf „Innenstadtcamping“ steht uns auch nicht wirklich die Lust drauf. Wir entscheiden uns die Frage nach einem Campingplatz erstmal unbeantwortet zu lassen und ins Blaue rein zu fahren. Schließlich sind wir mit dem Autocamp Turist hier an den Plitviczer Seen auch sehr gut gefahren und der stand nichtmal im ACSI- Verzeichnis drin! Einfach am Wegesrand gefunden, das gelingt uns bestimmt auch noch ein zweites Mal. Ein bisschen Abenteuer halt, mal ganz ohne Plan. 😉

Bevor wir aber nun die Plitviczer Seen Richtung Zagreb, Slowenien und Österreich verlassen, möchten wir euch an dieser Stelle auf unser Reisefazit hinweisen. Ohne uns selbst beweihräuchern zu wollen, glauben wir für die Besichtigung heute mit Glück und etwas Bauernschläue so ziemlich alles richtig gemacht zu haben, was man nur richtig machen kann. Daher haben wir uns erlaubt, die wichtigsten Tipps und Tricks für einen Besuch der Plitviczer Seen (ob nun mit Wohnmobil oder ohne 😉 kurz und knapp in unserem Reisefazit zusammen zu fassen. Wer nur auf der Suche danach ist, für den haben wir an dieser Stelle gleich einen Auszug aus unserem Fazit:

Kleiner Exkurs – Tipps und Tricks für einen Besuch der Plitviczer Seen mit dem Wohnmobil:

Fazit und ein paar Tipps zu den Plitviczer Seen:
Die Pltiviczer Seen sind ein unglaubliches Naturschauspiel, was unserer Meinung zu einem guten Kroatien- Besuch dazu gehört. Ja, es ist voll, ja, es ist umfangreich und anstrengend. Aber der ganze Aufwand ist es wert! Kaum schöner kann man in die Natur eintauchen und sich anschauen, was hier über Jahrtausende der Eruption aus Wasser und verschiedenen Gesteinsschichten gebaut wurde. Wir Menschen, die Tag für Tag durch den Park wuseln, sind da nur ein Wimpernschlag in der Weltgeschichte dieses Ortes. Damit der Tag für euch erfolgreich wird, geben wir euch gleich ein paar Tipps an die Hand:

  1. Es muss nicht der Camping Korana sein! Keiner der Campingplätze an den Plitviczer Seen liegt so nah an einem der beiden Eingänge, dass man den Eingang vom Campingplatz aus zu Fuß erreichen könnte! Näher dran kostet aber (ohne Mehrwert!) mehr Geld! Muss ja nicht sein! Wir sind mit dem Campingplatz Autocamp Turist in Grabovac (schon außerhalb des Nationalparks) genauso gut gefahren, wie mit einem CP innerhalb des Nationalparks. Wer wirklich unmittelbar am Eingang nächtigen will, kann dies NUR in einem der drei Hotels (am Eingang 2) tun!
  2. Parkt am Eingang 2!
    Aufgrund der Linienführung geht es vom Eingang 2 zuerst zur Fußetappe und erst dann zur entspannenden Schiffsroute. Auch liegt der Eingang 1 tiefer als Eingang 2! Ihr müsst also vom Eingang 1 den Weg „rauf“ gehen, während ihr vom Eingang 2 aus „runter“ gehen könnt. Das ist deutlich entspannender.
  3. Nehmt, wenn ihr 4-6 Stunden Zeit habt, den Rundweg H vom Eingang 2! Den haben wir genommen und haben alle Seen gesehen. Zumindest mindestens von einer Seite. Der deutlich längere Rundweg K bietet euch zwar den totalen Überblick, aber die gleichen Seen lernt ihr dann maximal von zwei Seiten statt nur einer Seite (wie beim Rundweg K) kennen.

Habt ihr nur 3-4 Stunden Zeit, nehmt die Rundwege F oder G1. Beim F seht ihr mehr von den oberen Seen, beim G 1 habt ihr mehr vom großen See und vom Wasserfall. So oder so, beide beschneiden aber dennoch eure Erlebnisse.

  1. Ihr müsst eigentlich immer laufen! Dem Irrglauben, dass man die Route entweder zu Fuß, oder mit dem Bus, oder mit dem Boot zurücklegen könnte, sind wir auch aufgesessen! Viel mehr ergänzen sich die beiden Verkehrsmittel Bus und Schiff, aber sie laufen (mit einer Ausnahme, grob vom Eingang 1 zum Eingang 2) nicht parallel zueinander! Und schon gar nicht zu den Wanderwegen von den oberen Seen zum unteren großen See! Also gute Schuhe und ein bisschen Kondition mitbringen, wenn ihr wirklich mindestens dem Rundweg H wie wir folgen wollt.
  2. Nehmt euch Verpflegung mit! Folgt ihr dem Rundweg H wie wir, kommt auf dem ersten Abschnitt nach der Bushaltestelle bis nach der Fahrt über den See weder ein Kiosk, noch ein Getränkeautomat oder sonstwas zum Auffrischen von Vorräten. Die Route wird dann, wenn man Hunger oder Durst hat, verdammt lang! Und ach ja: Geht an der Bushaltestelle P4 ruhig nochmals auf Klo! Denn obwohl am Fähranleger P 2 die Kurz- und die Langfähre zusammen führen, gibt es selbst dort zu unserer Überraschung keinerlei Infrastruktur weder für die menschliche Ver- noch für die Entsorgung! Die kommt erst entweder nach der Kurzfähre am Anleger P 1 (am Eingang 2) oder eben nach der großen Schiffstour über den See am P 3 Anleger.
  3. Wir haben, damit ihr die ganzen Tipps auch mal auf dem Papier sehen könnt, eine kleine Karte der Seen aus der Hand gezeichnet. Sie ist keinesfalls maßstabsgetreu und soll auch nicht zur Orientierung vor Ort dienen. Aber sie hilft für einen Überblick, wo die Busse fahren (rote Linien mit 4 Bushaltestellen), was Wanderwege sind (orange Linien) und wo die Schiffe fahren (grüne Linie mit 3 Anlegestellen). Auch zeigen wir euch wo es Verpflegung gibt (Messer+Gabel) und wo ihr die Toiletten findet (die Männeken halt 😉
    Ein Klick auf die Karte stellt sie in gesondertem Fenster in GROSS dar, auch ist die ganze Karte natürlich in unserem pdf- Reiseprotokoll enthalten (zu finden im Fazit). Dieses könnt ihr euch zusammen mit unserer Route „Kroatien mit dem Wohnmobil – Teil 2“ auch nochmals runterladen und auf wenigen Seiten ausgedruckt mitnehmen.

Unsere Route durch die Plitviczer Seen. Ein Klick auf die Karte stellt die Karte in einem neuen Fenster auch in groß dar!

Nun weiter im Reisebericht:

Ach ja, was uns bei der Planung der weiteren Route übrigens auch auffällt: Wir werden ja über Zagreb und Maribor nach Österreich kommen!
Dort geht es dann weiter über die Phyrnautobahn, die auch an einer mir (Björn) sehr lieb gewordenen Urlaubsregion vorbei führt.
Besonders das Kremstal bzw. im weitesten Sinn die Region zwischen Windischgarsten und Wels an der B 138 ist mir aus früheren Urlauben meiner Kindheit bekannt!
Zum Glück weiß Anja um den Umstand, dass ich eine besondere Affinität zu dieser Region habe.
Mehr als 15 Urlaube auf dem immergleichen und immerschönen Ferienbauernhof prägen nunmal!
Und da ist es auch kein Wunder, dass Österreich für mich persönlich den Innbegriff von Urlaub darstellt.
Mag sein, dass sich jetzt so manch einer wundert, warum dies in früheren Reisen bislang kein Thema war.
Nun, das ist einfach erklärt. Das Wohnmobil haben wir gekauft, um die große weite Welt und die fernen Länder zu entdecken. Und dies tut es ja mit uns!
Aber Oberösterreich, Schlierbach, Kirchdorf an der Krems, Vorderstoder, Hinterstoder, der Klaussee und alle Sehenswürdigkeiten dort drumherum sind für mich wie eher wie eine zweite Heimat!
So ist es nunmal auch nicht sonderlich verwunderlich, dass ich dort nicht mit dem Wohnmobil hinfahre.
Wenn ich in die Region fahre, dann mit dem Auto, um „nach Hause“ im Sinne eines geborgenen, sorgenfreien, ja nahezu „paradiesischen“ Ortes zu gelangen. Nicht um dann dort regional zu reisen.
Aber um mit dem Wohnmobil im „Paradies“ zu stehen, haben wir es nicht gekauft!
Wir befahren die 7 Weltmeere, *äh* die 7 europäischen Autobahnen mit Wohni, das ist eine völlig andere Art des Urlaubs, eben die Reisen.
Nun aber ergibt es sich tatsächlich, dass ich auf dem Weg nach Hause wirklich „nach Hause“ komme und diese Gelegenheit lassen wir dann doch nicht ungenutzt. Zum Glück muss ich Anja gar nicht lange dazu überreden, dass wir im Kremstal ein wenig „entschleunigen“ und dort nicht einfach nur auf der Autobahn durchrauschen. Sie freut sich auf darauf und freut sich, dass ich mich freue. Mit diesem guten Vorgefühl starten wir um Punkt 15 Uhr den Motor und fahren ordnungsgemäß aus der „Bus“- Spur vom Parkplatz 2 hinaus in die Freiheit.

         
     So, da fahren wir wieder! Die Heimat ruft! 🙂                           Wir sagen den Plitviczer Seen auf Wiedersehen und Danke!

         
     Mit Bussen haben sie´s hier! Wir werden überholt…                 …dabei waren wir nichtmal wirklich langsam… *kopfschüttel*

         
    Aber egal. Die restliche Strecke nach Maribor ist wunderschön und bietet tolle Ausblicke in die Natur um uns herum

Zunächst führt uns der Weg nun die paar Kilometer zurück in Richtung Grabovac, danach geht es von dort aus immer weiter in Richtung Zagreb.
Wow! Auch das ist schon was Besonderes! Zagreb!
Hört man den Namen, ist man in der Erinnerung gleich wieder beim Balkankrieg und bei den Gefechten zwischen Kroaten und Serben.
Für einen kurzen Moment denken wir sogar darüber nach, einen Mini- Abstecher nach Bosnien- Herzegowina zu machen! Der nächste Grenzübergang ist von hier aus nur wenige Kilometer entfernt und rein für die Statistik der besuchten Länder wäre es total genial, wenn wir einfach mal kurz dagewesen wären.
Aber da ich weder die Einreiseformalitäten im Kopf habe, noch Lust auf eine umfangreiche und zeitraubende Grenzkontrolle habe (und davon ist mal auszugehen, ich wage mal zu bezweifeln, dass sich viele Touristen mit einem Wohnmobil an diese Grenze verirren), lassen wir Bosnien- Herzegowina eben unbesucht.
Stattdessen halten wir Kurs auf der Landstraße 1 in Richtung Karlovac und Zagreb.

         
     Das sind Ziele! Zagreb! Das hat was „balkanesisches“ 😉          Einfahrt nach Karlovac, hier ist schon mehr los…

Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir Karlovac und verabschieden uns nun wahrscheinlich endgültig vom „ruhigeren“ Landesinneren Kroatiens, was uns seit Verlassen der Adria Magistrale recht gut gefallen hat. Hier ist nun wieder ordentlich was los, gleich 2- spurig geht es durch die Straßen. Und wenn man ehrlich ist, macht die Kroaten hier auf einmal auch gerne wieder die dritte und vierte Spur auf. Soll heißen: Ein Linksabbiegerstreifen kann auch ruhig mal zum Überholen genutzt werden und wenn dieser schon voll ist, tut es auch mal das Bankett. Naja. Es geht ruppig zu und wieder einmal bin ich froh, dass unser bulliges Wohnmobil zwar träge und behäbig, andererseits auch kampfstark und robust wirkt. Ähnlich wie ein Tiger- Panzer in den Steppen des Kaukasus schlagen wir uns also durch den einsetzenden Feierabendverkehr. Immer schön rechts, defensiv aber nie feige. 😉
Einige rote Ampelphasen nutzen wir natürlich auch, um uns umzuschauen. Fasziniert betrachten wir die Betonbauten, die zum Zeitpunkt ihres Baus schon nicht schön waren. Nun, mit fortlaufendem Zerfall, wirken sie zum Teil wie in einer Endzeitkulisse und versprühen daher schon fast wieder einen morbiden Charme. Wäre rund um uns herum nicht wuseliges Leben und geschäftiges Treiben, die reine Straßenszene könnte sich auch 1:1 so in Tschernobyl abspielen. So „russisch“ mutet die Bauweise an und zeugt gleichzeitig von ehemaligen Glanzzeiten eines ganzen Politsystems, über das der Kapitalismus hinweg gefegt ist.
Erinnerungen an Skopje in Mazedonien werden wach und wir fragen uns, wie die Menschen hier selbst ihren Lebensmittelpunkt erleben. Ist es für sie weitgehend normal? Oder empfinden sie die Umgebung als weniger wertig, träumen vielleicht von bunten Straßenzügen wie in New York, Paris und Rom? Wir werden es wohl nicht erfahren, denn zum einen würden wir nicht anhalten und aussteigen und zum anderen sind wir so schnell aus Karlovac wieder draußen, wie wir reingefahren sind.

         
     Plattenbausiedlung in Karlovac. Ein bisschen trist wirkt es hier überall um uns herum schon. Trostlos irgendwie

         
Die Betonbauten eines verfallenen Systems, Wohnen im Schatten von Fabrik und Raffinerie des verblassten roten Sterns. :-/

Der weitere Weg führt uns nun erstmals auf eine richtige kroatische Autobahn. Zwar hatten wir schon kurze Stücke zweispuriger Schnellstraße in Istrien und auf der Magistrale, aber nun folgt eine Mautstelle und damit ein absolut untrügerisches Zeichen, dass wir auf den  Vorzeigestrecken des Balkanstaates unterwegs sein werden.
Klar, die Heerscharen an Touristen, die hier jedes Jahr einfallen und teuer Geld in Land und Leuten lassen, reichen natürlich nicht. Man muss Ihnen auch noch für das An- und Abreisen abknöpfen. Keine Frage. Bei Ländern wie Slowenien verstehe ich das ja noch. Auch, wenn wir uns dort erfolgreich vor der Maut gedrückt haben, hätte ich sie bei etwas weniger Abzocke (kein Transitticket, kein Tagesticket…) durchaus bezahlt. Aber hier in Kroatien? Aber naja, es ist wie es ist.
Ein paar Kuna ärmer geht es weiter.

         
     Ah, ein Raubritterbüdchen mitten auf dem Weg voraus.             Studieren der Preistafel! Ich hätte gerne… *äh*… 😉

Die nächste Dreiviertelstunde vergeht eher unspektakulär. Die Autobahn lässt sich geschmeidig befahren, es ist erstaunlich wenig Verkehr (kein Berufsverkehr rund um Zagreb?!) und auch sonst können wir nicht klagen. Wir kommen hervorragend vorran.
Vor nicht ganz 2 Stunden haben wir die Plitviczer Seen verlassen und schon jetzt, um kurz vor 5, sind wir durch Zagreb durch. Das wird heute wohl auf jeden Fall noch was mit Österreich, im Navi haben wir längst den Campingplatz der Stadt Leibnitz direkt hinter der slowenisch-österreichischen Grenze programmiert. Der erste direkte ACSI- Campingplatz auf unserem Weg und wie gesagt fühle ich mich in Österreich, dem Urlaubsland meiner Kindheit, ganz einfach wohl! Wenn wir jetzt noch gut über beide Grenzen weg und durch Maribor durchkommen, dann wird das ein prima Fahrtag!
Von Zagreb selbst, was wir bei den Plitviczer Seen noch mit Ehrfurcht ausgesprochen haben, sehen wir indes natürlich von der Autobahn aus nicht viel. Ähnlich so, als wenn man auf der A 4 von Belgien kommend über Aachen nach Köln und darüber hinaus nach Frankfurt fährt. Man sieht kurz den Kölner Dom wenn es die Frechener Ville am Rasthof Frechen herunter geht und das war´s. Zu sagen man war in Köln ist dann vermessen und genau so geht es uns nun auch mit Zagreb. Wir haben Zagreb nur als irgendeine vorbeifliegende Stadt neben der Autobahn wahrgenommen und keine 30 Minuten später nähern wir uns auch schon der Grenze zu Slowenien.

         
     Aus dem Bordlogbuch: 16:23 Uhr, noch 45km bis Zagreb…       16:49 Uhr, Zagreb fliegt rechts vorbei. Pöh. Weiter.

         
     16:55 Uhr, ein kurzer Regenschauer, 107km bis Maribor      17:00 Uhr, Regen vorbei, 99km bis Maribor. Langweiliges Bordbuch! 😉

Am liebsten würde ich nun durchrauschen. Aber 2 Dinge bremsen uns dann doch aus. 1. Anja muss nochmals kurz ins Internet etwas Wichtiges nachschauen und nur hier gilt noch unser Kroatien- T- Mobile- Internetstick und 2. Wir haben noch immer ein ansehnliches Sümmchen Kuna in der Tasche! Weit öfter konnten wir auf dieser Reise nämlich mit unserer Kreditkarte zahlen, als wir gedacht hatten! Campingplatz, Tanken, ja sogar so manches Geschäft hat unsere VISA gerne genommen. Und obwohl wir schon gestern begonnen haben den Berg Geldmittel abzubauen, es ist noch gut was da. Das möchte ich nun in Brennstoff investieren, an einem großen Rastplatz mit OMV- Tankstelle vor der Grenze halten wir an und kippen nochmals 26 Liter Diesel in den Tank. Mehr hat nicht gepasst. Dazu kaufe ich auch gleich die Vignette für Slowenien (15 Euro für einen knapp 60km langen Korridor, wovon nur knapp 40km überhaupt Autobahn sind!!) und auch die für Österreich an die Scheibe. Besonders das ich den für Österreich hier auch gleich bekommen habe freut mich natürlich doppelt. Vielleicht liegt es daran, dass ich hier in Kroatien (immerhin liegt noch ein Land bis Österreich dazwischen!) an einer OMV getankt hab. Die OMV ist ja ein österreichischer Konzern. Oder die Tanke ist einfach bekannt bei den Transitfahrern bis Deutschland und der Vertrieb lohnt sich halt.
Da wir noch immer Kuna übrig haben, darf es für die letzten Münzen nun auch noch ein Eis sein. Was nun noch an Scheinen übrig bleibt, nehmen wir dann doch mit nach Deutschland und heben es entweder auf, tauschen es um oder verbrennen es mit einem Lächeln auf den Lippen! Wie war das doch gleich? Ein Lächeln kostet nichts? Das werden wir ja sehen. 😉

         
     Die letzten echten Kuna werden vertankt und vereist…            …die letzten virtuellen Kuna werden eisschleckend versurft! 😉

Nach einer Viertelstunde Internet- und Knusperpause (die gegrillten Cevapcici von gestern schmecken herrlich mit frischem Ajvar!) geht es weiter Richtung Slowenien, gegen 10 vor 6 erblicken wir erstmals das Schild, was auf die nahe Grenze hindeutet.
Kurz darauf folgt auch schon die Grenze. Wir winken fröhlich mit unseren deutschen EU- Pässen, die Kroaten verabschieden uns fröhlich* (* = mit mürrischem Blick und eher müdem Durchwinken 😉 und dann sind wir auch schon fast der EU. Keine Grenzkontrolle, keine Abwicklung, nichts. Ach ja, das ist doch schön!
Vor der slowenischen Abfertigung hat sich dann aber doch eine kleine Schlange gebildet. Diese aber beschränkt sich auf die Reihe „EU“. Wir natürlich „nix verstähn“ und fahren an der Schlange der EU- Bürger vorbei zur deutlich kleineren Schlange bei „All Passports“. Wie am Flughafen. Kommt man auch immer schneller durch, weil sich die EU Bürger nunmal gerne anstellen. Haben sie von uns Deutschen abgeschaut! 😉
Als wir dann unsere EU- Pässe dem zunächst interessiert wirkenden Zöllner schon beim Zurollen entgegen halten, winkt der auch gleich, nun deutlich desinteressiert, uns durch und gibt den Weg in die EU frei. Geht doch! 🙂

         
     Ausreise aus Kroatien, wir werden fröhlich verabschiedet*      Einreise nach Slowenien und in die EU. Endlich wieder Stau! 🙂

Sloweniens Straßen und Autobahnen sind, wie die in Kroatien, keine besondere Herausforderung. Zumindest die Hauptstraße. Einfach fahren und gut. Wir fahren zuerst etwa 10km Landstraße ohne besondere Vorkommnisse und dann geht es auf die Autobahn nach Maribor. Wenn wir unserem Navi glauben dürfen sind wir so gegen halb 8 und damit in weniger als einer Stunde in Österreich.
Fast schon könnten wir die Durchfahrt durch ein ganzes Land daher mit diesen beiden Sätzen zwischen Grenze und Grenze abwicklen.
Slowenien wäre damit quasi eine Fußnote am Rande unserer hoheitlichen Aufgaben als Chronisten unserer Zeit. 😉
Trotzdem sind da noch 2 Dinge, die erwähnenswert sind. Zwar nicht unbedingt für Slowenien, wohl aber für unsere Tour.
Das eine passiert uns 5 Minuten hinter Maribor. Ich möchte einen LKW überholen und ziehe auf die linke Spur rüber. Dabei übersehe ich einen großen VW Touareg, der von hinten angeprügelt kommt. Obwohl: „Übersehen“ es nicht ganz trifft. Denn gesehen hab ich ihn schon, nur als ich guckte, war er noch enorm weit weg und nur als kleiner Punkt mit Licht im Spiegel zu sehen! Wäre er die vorgeschrieben Geschwindigkeit von 130 gefahren, wären wir wahrscheinlich wieder auf der rechten Spur gewesen, bevor er ran gekommen wäre. Allenfalls hätte er leicht vom Gas gehen müssen.
Als ich aber rausziehe und unsere Fahrerkabine die Achsen des Aufliegers passiert, blendet er plötzlich enorm von hinten auf. Er muss so an die 200 Sachen oder mehr draufgehabt haben und ist nun natürlich verärgert, dass er bremsen muss. Ein bisschen kann ich ihn verstehen, ich fahre auch gerne mal schnell.
Ich lege eine Kohle drauf, aber mehr wie 3 oder 4 km/h kommen nicht bei rum. Ist eben kein Rennwagen, unser 1984er Wohni. 75 PS brauchen eben! Und so dauert es einen Moment, bis wir die linke Fahrbahn freigeben können. Und zunächst schaut es auch so aus, als sei alles in Ordnung und der Fahrer des Touareg schießt vorbei. Dann aber schert er plötzlich und unerwartet vor uns rein und latscht volles Kaliber auf die Bremse!
Ich natürlich ebenfalls, mit voller Wucht auf das Pedal!
Wohni neigt sich bedenklich nach vorne, von hinten scheppert und klappert alles!!
Aber es reicht nicht, wir kommen dem VW gefährlich nah, der Unfall wäre von uns auch nicht mehr vermeidbar!
Ich hätte sogar schwören können, wir haben uns berührt. Denn es gab plötzlich zu meiner bestehenden Bremsung einen kleinen spürbaren Ruck. Anja meint aber, dass wir den VW nur hauchdünn verfehlt hätten. So oder so, nicht UNSERE Bremsen haben den Unfall vermieden, sondern nur der Umstand, dass der Fahrer wirklich in aller letzter Sekunde wieder die Bremse löst und sofot, unter Bekanntgabe des berühmten „Effenberg“ wieder beschleunigt.

Der Beinahe- Unfall blieb nicht ohne Folgen, wie ein kurzer Stopp zur Bestandsaufnahme zeigt:
– Im Geschirrschrank ist die Einrichtung komplett neu sortiert
– Das Porta- Potti im Badezimmer ist umgefallen, glücklicherweise ist es dabei dicht geblieben und hat seinen Inhalt nicht mit dem Wohnmobil geteilt. Puuuuhhhh!!!!!
– Der Fernseher ist von seinem Sockel (trotz Verschraubung!) gefallen und hart auf den Boden aufgeschlagen. Glücklicherweise ist die Mattscheibe heil geblieben. Ein Grund, einen besser verstaubaren LCD- Fernseher zu kaufen…
– Ein halbvoller Wasserkanister ist im Bad umgefallen, hat mit dem Potti gekuschlt. Auch hier Glück gehabt, das Teil war zum Glück fest verschraubt.

So also fühlt sich eine richtige echte Vollbremsung im Wohnmobil an! Das hatten wir auch noch nicht. Wir haben es sogar verpeilt, uns das Kennzeichen zu merken. So schnell ging alles!

Wir haben den Schock mit dem rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer gerade verdaut, da ereilt uns an der Grenze der nächste Schreckmoment! Kurz vor der Grenze werden wir von einer stationären Kontrolle rausgewunken. Was ist denn hier los? Sofort spähe ich natürlich nach dem Tuareg, aber der Wagen ist nirgendwo zu sehen. Zu schnell waren wir auch nicht (wie auch 😉 und die Ursache der Kontrolle ist schnell ausgemacht. Vignettenkontrolle! Eine ruppige Dame schaut auf unsere ordnungsgemäß angebrachte Vignette und lässt uns dann passieren.
Schaut man sich die Verkehrskontrolle hingegen im Nachhinein an frage ich mich, was sie hätte machen wollen, wenn wir einfach durchgefahren wären!
Ich meine die haben ihre popeligen Pylonen einfach auf die Straße gestellt und dann stand eben die Frau mit der Kelle da. Wäre ich vorbei gefahren, käme nach 50 Metern schon der Grenzübergang. Da war gar nix (kein Auto für eine Straßensperre oder so, gar nix) und dann wäre ich in Österreich gewesen. Und dann? Da gilt ein slowenisches Mautrecht wohl sicherlich nicht.
Egal.
Da wir eh schon durch die Kontrolle ausgebremst wurden, legen wir hier an der Grenze noch einen kurzen Bummelstopp ein. Schon bei der Anfahrt auf den Grenzübergang haben wir Werbeschilder gesehen, die einen großen Mega- Store angepriesen haben. Der Mega- Store ist zwar nur ein Warenlager für Alkoholika und Zigaretten, damit aber trumpft der Laden zweifelsohne auf. Wer auf dem Rückweg von Kroatien über Slowenien bzw. Maribor / Leibnitz reist, kann sich hier nochmals günstig mit Rauchwaren und Weinbränden eindecken. Nur mal so zur Info.

         
     Unterwegs auf den Autobahnen Sloweniens.                             Ne knappe Stunde noch, dann sind wir in Österreich. 🙂

         
     Die Grenze ist schon in Sichtweite, da fahren wir nochmals raus und gucken was hier so groß angeboten wird.

         
     Ach ja! Trophäen unseres europ. Mauttourismus! 😉                 So, jetzt gehen wir aber mal im Duty-Free gucken…

         
     Hier gibt es Zigaretten! und… noch mehr Zigaretten…   …und ein paar Dinge des täglichen Reisebedarfs. Der Stop lohnt nicht!

Ohne was gekauft zu haben verlassen wir den Duty- Free- Shop wieder. Zwar waren Zigaretten (das haben wir sogar als Nichtraucher gesehen!) deutlich günstiger, aber da wir keinen kennen, dem wir durch die Mitnahme einen „Gefallen“ getan hätten (Menschen, die wir mögen, bringen wir eh keine Sargnägel mit 😉 lassen wir die Zigaretten da wo sie sind.

Gegen 19 Uhr begrüsst uns das Schild mit Herz zur Steiermark! Super! Österreich! Zuhause!
Kaum sind wir im Land der Berge und der Gastfreundschaft angekommen, sind wir im Nachhinein froh, dass wir von den Plitviczer Seen bis hierhin durchgefahren sind. Ein ordentliches Stück, keine Frage, aber nichts, was man nicht an einem Nachmittag auch nach einem See- Besuch noch schafft wie man sieht. Und hier wird unsere Sprache gesprochen. Nicht nur von den Menschen im Tourismussektor, sondern auch auf Schildern, Plakaten und im Radio. Da fühlt man sich halt auch gleich ein bisschen wohler.
Nur wenige Minuten nach unserer Grenzquerung verlassen wir bei Leibnitz die Autobahn schon wieder, bis zum Campingplatz der Stadt Leibnitz, unserem Tagesziel, sind es nur noch ein paar Minuten.
Zu unserem Glück entdecken wir sogar auf dem Weg nach Leibnitz in Vogau einen Spar- Supermarkt. Perfekt, hier können wir noch schnell was einkaufen!
Leider bleibt es bei dem Plan, denn der Markt hat vor 3 Minuten geschlossen, um 19 Uhr war Schluss.
Naja, Pech. Dann eben morgen.

         
     Im tiefsten Abendrot passieren wir die Grenze zu Österreich!    Genauer zur Steiermark. Ein vertrautes, fast sicheres Gefühl

         
     Abfahrt gleich nach der Grenze in Spielfeld / Leibnitz                 Nächster Halt nach Supermarkt: Der städt. Campingplatz!

Mehr Glück haben wir dann am Campingplatz. Zwar ist es schon fast dunkel und auf den ersten Blick scheint es so, als sei hier schon alles zu, aber dies erweist sich als Trugschluss. Es ist noch jemand da und nimmt unsere Anmeldung gerne entgegen.
Wir parken unser Wohnmobil gleich unmittelbar bei der Schranke und bei den Servicehäusern, die hier auch durch die Schwimmbadgäste des Freibades genutzt werden. Würde mir bei einem Daueraufenthalt zwar nicht so gut gefallen, aber für eine Nacht haben wir damit keine Probleme. Heute sind eh keine Gäste mehr da und morgen sind wir weg, bevor hier nennenswert Besucher eintrudeln werden.
Da der Tag lang und anstrengend war, verzichten wir auf den sonst obligatorischen Stadtspaziergang am Abend. Wir essen noch ein Häppchen und drehen eine kleine Runde über den Campingplatz um die Knochen zu strecken und um euch ein paar Bilder der Anlage zu zeigen.
Dann geht es schon recht früh gegen 21 Uhr ins Bett.

         
     Wir parken unser Wohnmobil gleich vorne beim Eingang           Dann gehen wir eine kleine Runde über die Anlage.

         
     Es gibt unterschiedliche Servicehäuser, hier findet sich zum Beispiel die Spül- und Waschecke. Funktional und in Ordnung

         
     Das Servicehaus mit Duschen und Bad teilt man sich hingegen mit den Schwimmbadgästen. Auch hier funktional…

         
     …und brauchbar. Sauber ist es auch, vollkommen ok.               Wer mag kann sich natürlich auch hier „frisch“ machen! 😉

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