In diesem Jahr Reisejahr 2020 ist alles anders! Und selbst, wenn man das „böse“ C Wort nicht sagt oder schreibt, wisst ihr genau, was wir meinen. Zu deutlich waren die Einschnitte in die Reisefreiheit, gab es Verbote und Beschränkungen auf Camping- und Wohnmobilstellplätzen und fielen viele Urlaube und Reisen ins virenverseuchte Wasser. Und natürlich machen diese Einschnitte auch vor der größten Leitmesse zum Thema Wohnmobil, Wohnwagen, Camping und Caravaning nicht Halt! Ganz genau, die Rede ist vom CARAVAN SALON 2020 in Düsseldorf! Es grenzt fast an ein kleines, trotziges Wunder, dass dieser stattfindet, nachdem so viele Hersteller im Vorfeld Ihre Teilnahme abgesagt haben. Als die Messeverwaltung und ihre Geschäftsleitung vor einiger Zeit mutig verkündete, dass man den CARAVAN SALON 2020 auf jeden Fall stattfinden lassen werde. Was erwartet uns also, wenn viele namenhaften Hersteller nicht mit dabei sind? Und kann es wirklich für die verbleibenden Aussteller, Hersteller, Verkäufer und Kunden wie Interessenten ein wirksames Hygiene- Konzept gegen das böse C geben, wenn tägliche tausende durch die Hallen und Fahrzeuge wuseln? Kann man den Caravan Salon wirklich mit gutem Gewissen besuchen? Wir haben es uns angesehen! Und präsentieren euch hier unseren ganz persönlichen Besuchsbericht / Messebericht vom CS2020:

Inhaltsvereichnis unseres großen 2020er CARAVAN SALON Messeberichts:

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Vorwort: Corona, Camping und Caravan (Salon)

Ich habe mir im Vorfeld zum Messebesuch fest vorgenommen, nicht gleich zu Anfang unseres Messeberichts die Hersteller in den Vordergrund zu rücken, die nicht kommen. Irgendwie wäre das nicht fair gegenüber denjenigen gewesen, die sich doch auf den Weg nach Düsseldorf gemacht haben. Die in gewisser Weise ins Risiko gegangen sind und ihre Teilnahme an einer Messe zu einem Zeitpunkt zugesagt (oder zumindest nicht abgesagt) haben, als halb Deutschland noch im Lockdown hing und selbst fünf Personen in einem Raum vier Zuviel waren…
Dennoch schmerzt die Abwesenheit einiger ganz großen im Business, das gebe ich unverhohlen zu. Andererseits kann ich schon jetzt vorweg nehmen, dass sich durch das Wegbleiben von etwa einem Drittel (mindestens!) der bisherigen Ausstellergerade für die kleinen Hersteller von Wohnwagen und Wohnmobilen auf dieser Messe die Gelegenheit bot, einmal ganz groß raus zu kommen! Und sich so zu präsentieren, als würden sie bei den großen BigPlayern mitspielen. Das hat mir wirklich gut gefallen! Natürlich sind aber mit EuraMobil, Forster, Weinsberg, Knaus, Tabbert, Fendt, Hobby, Adria, Challenger, Chausson, Rimor, Ahorn, Caravelair, Sterckeman, Miller, RollerTeam, Mobilveta, Kabe, Campwerk, Morelo, Variomobil, bimobil und noch einigen anderen auch ein paar große Vertreter der Branche am Start, die einen guten Mix und eine schöne Auswahl erwarten lassen.

Aber was würde mich erwarten?!
Wird überhaupt das Interesse da sein?
Ich meine es ist noch immer Corona! (ups! Das böse C- Wort… 😉 ) Viele Menschen meiden aus gutem Grunde eben Menschenansammlungen und große Veranstaltungen! Dazu eben der nicht weg zu diskutierende Umstand, dass eben 1/3 der namenhaften Aussteller fehlt! Mindestens!
Andererseits wer in den letzten Tagen, Wochen und Monaten die Preise und die Nachfrage für gebrauchte Wohnwagen und Wohnmobile im Auge behalten hat, dem ist sicherlich auch aufgefallen, wie wertstabil selbst Reisefahrzeuge mit 20, 25 und 30 Jahren auf dem Buckel sind! Ja, mehr noch, die Preise steigen! Das Interesse an dieser Reiseform ist also nicht nur da, sondern kennt ungebrochen nur eine Richtung! Nach oben! Kein Wunder, Campen ist in Zeiten, wo Hotelbuffets gestrichen sind und ganze Regionen unter Reisewarnungen darben, Kreuzfahrtschiffe in abgelegenen Häfen vor sich hin rosten und ein Flug mit dem Flugzeug zum Ritt auf der Kanonenkugel werden kann, eben unglaublich beliebt!
Und noch ein Grund, der eher FÜR den CARAVAN SALON spricht! Der Event selbst! Die Großveranstaltung! Wo Sommerfeste, Konzerte und Veranstaltungen in diesen Zeiten reihenweise abgesagt werden, wirkt der Caravan Salon nun fast wie ein Leuchttum! Wie ein Anziehungsmagnet für alle die, die einfach nur mal wieder was erleben wollen. Unter Menschen wollen. Sich „wuseln“ wollen! Manche Menschen brauchen das einfach! Ich habe also zum ersten Mal überhaupt keine Erwartungshaltung, ob die Messe nun gut besucht sein wird, oder eben ein totaler Flopp wird.

Leider gibt es speziell für mich als (Fach-)Besucher eine Einschränkung in diesem Jahr, die auch mich recht hart trifft und unter der ihr als virtuelle Gäste und Mitleser unseres CARAVAN SALON Besuchsberichts nicht verschont bleibt. Es ist für mich schwieriger geworden, den Überblick zu behalten! So komisch das klingt, wo doch die Messe selbst insgesamt deutlich kleiner geworden ist.

Für uns kleine Blogger war es in den letzten Jahren immer sehr hilfreich, dass die großen Hersteller am Fachbesuchertag kurze, kompakte Pressekonferenzen abgehalten haben. Man traf sich dann am jeweiligen Messestand und dann gab es eine Präsentation, wo kurz und knapp in 15 Minuten das vorgestellt wurde, was morgen als Neuheit auf den Straßen, Camping- und Wohnmobilstellplätzen zu finden sein wird. Und war die Präsentation zu Ende nahm man noch ein Snack auf die Hand und die Pressemappe mit, aus der die Neuheiten auch nochmals schriftlich entnommen werden konnten, bevor es dann zum nächsten Stand weiterging. Diese Mini- Pressekonferenzen fanden dieses Jahr leider nur bei einigen sehr wenigen Herstellern statt.
Stattdessen luden die großen Hersteller schon einige Tage vor dem Start des Caravan Salon ein ausgewähltes Publikum zu sich ein und stellen dann im exklusiven Kreis die Neuheiten vor. Wir waren offenbar nicht exklusiv genug, um hierzu geladen zu werden. 😉
Zum ersten Mal also startete für uns ein Caravan Salon nicht nur komplett ohne Vorbereitung, sondern eben auch ohne Anleitung durch die Hersteller, was uns diese mit auf den Weg geben wollten. Und so treibe ich wie ein Stück Holz auf den Wellen durch die Hallen, um mal hier anzuhalten und dort einen Schnappschuss zu machen. Wohnwagen und Wohnmobile, die mir beim Vorbeitreiben aufgefallen sind, habe ich angeschaut. Fotos habe ich gemacht kleine Videohappen gedreht und mir übrigens mehr wie einmal den Kopf gestoßen! Bin ich etwa größer geworden? Oder die Fahrzeuge kleiner?!

Doch der Reihe nach! Starten wir ganz vorne!
Vor der Messe steht für mich der persönliche Corona- Kontrollcheck! Denn eine solche Messe kann nur funktionieren, wenn auch jeder Besucher für sich überlegt, wie er zu einer sicheren Veranstaltung beitragen kann! Die Verantwortung hat nicht allein der Veranstalter! Und egal, wie man jetzt zur Maskenpflicht als Beispiel steht, wer am CARAVAN SALON 2020 teilnehmen möchte, wird sich wohl oder übel daran halten müssen! Also wandert nicht nur eine, sondern besser gleich zwei Masken in meinen Rucksack. Dazu ein kleines Fläschchen Desinfektionsgel, ein paar Reinigungstücher und natürlich die Corona- Warnapp auf das Handy. Und dann geht es auch schon los!

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Tipps und Hinweise für deinen Messebesuch:

 

Infobox: CARAVAN SALON 2020:

Wann:
04. September – 13. September 2019
Geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr

Wo:
Messegelände Düsseldorf
Messeplatz 1
D-40474 Düsseldorf
Messe-Eingänge Ost und Süd, oder Nord (Messe Nord Stadtbahnlinie U 78)

Eintritt:
Es gibt nur noch 1- Tageskarten, die vorab namentlich registriert werden müssen!
Ein Ticketkauf vor Ort ist nicht möglich!
Die normale Tageskarte kostet 13 Euro, ermäßigte Karten 10 Euro, Kinder 5 Euro.
Die Eintrittskarte kann auch wieder als Fahrschein im VRR genutzt werden.
Die Karten sind auf 20.000 pro Tag limitiert!

Corona- Auflagen zum CARAVAN SALON 2020:

  • Maskenpflicht! Innerhalb der Hallen sind vollbedenkende Mund/Nasenschutzmasken zu tragen. Auf dem Außengelände und wenn man innen an einem Tisch sitzt (zum Essen als Beispiel) darf die Maske abgesetzt werden.
  • Abstand halten!: Das bereits bekannte Schutzmaß von 150cm gilt auch für den CARAVAN SALON! Markierungen auf dem Boden, Richtungspfeile und Besuchersteuerung ermöglichen auch, dass der Abstand eingehalten werden kann. Auch In den Toiletten ist gefühlt jedes zweite Waschbecken und jeder zweite Toilettenplatz gesperrt.
  • Fahrzeuge dürfen nur von „zusammenhängenden“ Personen besichtigt werden. Ein Paar, oder eine Familie mit Kindern geht in der Regel. Also alle Personen aus einem Hausstand. Eine Gruppe Bekannter, die gemeinsam die Messe besuchen möchte, dürfen jedoch nicht gemeinsam ein Fahrzeug besichtigen!
  • Desinfektionsmittel! Nicht nur die Messe, auch die allermeisten Aussteller und Hersteller bieten mindestens am Zugang zum jeweiligen Messestand Desinfektionsspender! Viele Anbieter bieten darüber hinaus Desinfektionsmittel vor jedem Fahrzeug und gelegentlich bei Bedarf sogar Einmalhandschuhe. Das von mir selbstmitgebrachte Desinfektionsmittel habe ich nur ein einziges Mal gebraucht! Ansonsten stand überall in Blickweite ein Spender zur Verfügung.
  • Bei Gesprächen mit Beratern und Verkäufern haben wir sehr häufig Plexiglasscheiben auf den Tischen gesehen, die den Austausch von Tröpfchen verhindern! Darüber hinaus findet eine Oberflächendesinfektion durch Reinigungsteams statt.
  • Die Anzahl der Besucher ist zusätzlich zur Sicherheit auf ca. 20.000 pro Tag begrenzt! Ihr müsst euch online registrieren, um Zugang zu gelangen. Keine Karte, kein Zugang! Auch nicht vor Ort.
  • Während eures Besuchs erinnern euch gelegentliche Durchsagen an das Einhalten der Regeln und wiederholen diese auch für „vergessliche“. 😉
  • Übrigens: Wenn ihr eure Maske während der Messe verliert oder sie kaputt geht, wendet euch an den nächsten Informationsstand! In fast jeder Halle findet sich einer, darüber hinaus stehen Info- Stände an den Eingängen zur Verfügung! Dort bekommt ihr eine neue Maske, wenn ihre eure alte verloren habt oder diese unbrauchbar geworden ist.

Hier noch ein paar Eindrücke, damit ihr wisst, was euch erwartet:

Weiterführende Infos:
Hier findest du weitere Informationen zum CARAVAN SALON 2020
wer sofort sein Ticket für Eintritt oder den Stellplatz buchen möchte, kann das hier tun
und hier zum CARAVAN SALON Club

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Weinsberg und KnausTabbert:

Natürlich ist der erste Eindruck der Messe das, was am ehesten hängen bleibt. Und das erste, was mir beim ersten Blick in die Messehallen aufgefallen ist, war: ENDLICH PLATZ!
Nicht nur die Gänge waren deutlich breiter, auch die Abstände zwischen den einzelnen Fahrzeugen waren deutlich größer! Abstand halten? Durch diese „Raummaßnahme“ nicht nur in der Theorie möglich! Weinsberg und KnausTabbert in den Hallen 1 und 4 hat diese wichtige Vorgabe gut umgesetzt! Super! Sofort fällt auch positiv auf, dass deutlich weniger Besucher unterwegs sind. Die 20.000 Maximalbesucher pro Tag sorgen für eine gute Verteilung. Kurz hochgerechnet (wenn man den Fachbesuchertag dazu nimmt) können also nur etwa 160.000 Besucherinnen und Besucher in den 7 bzw. 8 Tagen durch die Hallen stöbern. Zum Vergleich: Der CARAVAN SALON 2019 hatte immerhin knapp 270.000 Besucher!

Zu Knaus kommen wir übrigens später nochmals zurück!

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Adria und SunLiving:

Wer unsere Fahrzeugherstellerübersicht für Wohnmobile kennt, erinnert sich vielleicht auch an unsere Einstufung von Adria als Fahrzeughersteller im Einsteiger- Bereich. Jahrelang war Adria in diesem Segment unterwegs. Auch hatten seinerzeit einen Wohnwagen aus dem Hause Adria, der uns einige Jahre treu begleitet hat. Für Kinder wurde er einfach zu klein, sonst hätten wir ihn noch immer. Immer zufrieden gewesen mit Adria! Auch als Einsteigermarke. Bis zum Caravan Salon 2019! Da verkündigte man seitens Adria kühn, dass man Adria (nach der Übernahme durch die Trigano- Gruppe) nun eher im Premium- Segment ansiedeln möchte! Die Lücke, die man durch den Aufstieg hinterlässt, würde die eigens hierfür gegründete Tochtermarke SunLiving füllen (wir berichteten in unserem Besuchsbereicht / Messebericht 2019 darüber). Da Adria als zweite Station auf meinem Weg liegt, habe ich mir Adria Wohnmobile und SunLiving Wohnmobile einmal genauer angeschaut.

Zu meiner Überraschung habe ich dann bei Adria auch den ein oder anderen ganz einfachen Wohnwagen in der gleichen Klasse gefunden, wie wir ihn früher auchhatten. Offensichtlich ist nicht nur ausschließlich das Premium- Segment im Fokus.

Nichts desto trotz hat Adria auch einige tolle Fahrzeuge in richtig wertiger Ausstattung mit auf die Messe gebracht. Auch mit pfiffigen Ideen! Besonders der Adria Alpina 663HT hat es mir angetan. Knapp 40.000 Euro Listenpreis mit Zubehör soll er kosten und verfügt gleich beim Einstieg über eine interessante Aufteilung! Gleich rechts neben der Türe im Bug des Fahrzeugs ist die Küche! Schicke Spüle, großer Ofen, edle Kochstelle und XXL Kühlschrank. Und dazu eine Arbeitsfläche auf den mehr als 2 Metern Breite der Küche, die ihresgleichen sucht!

Auf die Küche folgt die Lounge! Ja! Eine richtige echte Lounge! Keine schnöde Sitzgruppe! Sondern ein Sofa links, dann der Durchgang und gegenüber wieder ein Sofa, mehr in „U“- Form um einen Tisch. Richtig lümmelig!

Es folgt das Bett. Quer und mittig im Raum, natürlich kann es ausgezogen und somit verlängert werden. Das Bad mit Toilette rechts, Waschbecken mittig und Dusche links schließt das Fahrzeug im Heck ab. Richtig gut gemacht! Ist mal was anderes und gefällt!
Gut, jetzt nicht wirklich dauerhaft familientauglich (jeder Mitreisende, auch Kinder, sollte ein eigenes Bett haben), aber für ein allein reisendes Paar eine tolle Alternative, die, ganz dem Premium- Anspruch von Aria folgend, sogar echte Rahmenfenster und keine vorgehängten Fenster hat.

Bei den Wohnmobilen von Adria bzw. von SunLiving habe ich mich dann auch noch ein wenig umgeschaut. Genauer den Sun Living S 65 SL X-TRA. Ja, er gefällt von innen und wirkt, zumindest auf den ersten Blick, auch solide verarbeitet. Wer ein schickes teilintegriertes Wohnmobil auf dem Caravan Salon 2020 zum kleinen Preis anschauen möchte, kann bei SunLiving ja mal reinschauen.

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Forster:

Bleiben wir bei Wohnmobilen! Bei Forster, der EuraMobil Tochter, habe ich gleich als nächstes reingeschaut. Natürlich auch hier ein Alkoven! Wir müssen ja mal schauen, was wir als möglichen Nachfolger für unsere beiden Wohnwagen ins Auge fassen können, wenn die Jungs endlich alt genug für Rundreisen sind. 😉

Der A 699 DVB macht eine gute Figur und wirkt solide. Allerdings gefiel mir der Kleiderschrank vorne neben der Türe überhaupt nicht. Über ihm beginnt der Alkoven und statt den Schrank nach oben bis an die Decke durchzuziehen (und damit im Schrank vielleicht ein zusätzliches Fach für Kleidung zu ermöglichen, was gerade bei Familienschnitten elementar ist), endet der Schrank irgendwie „mittendrin“. Wirkt unfertig der luftleere Raum zwischen Dach im Alkoven und Schrankdecke…

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Mobilvetta:

Die erste Beule fange ich mir übrigens nur einen Stand weiter bei Mobilvetta! Dort steht der neue KEA P 86 interessierten Besuchern zur Verfügung. Ein Teilintegrierter, ja, aber eben dennoch familientauglich! Denn neben den zwei Einzelbetten im Heck findet sich über der Sitzgruppe noch ein Hubbett! Perfekt! Allerdings nur bis zu dem Moment, wo man mit dem „Wow“- Gedanken über so viel Kopffreiheit im benachbarten AutoRoller (dazu gleich mehr) hier ins Fahrzeug steigt und nicht aufpasst. Für Menschen wie mich in der 190er Klasse muss man sich mit dem gedrungenen Innenraum gerade in dem Bereich, wo man sich am meisten aufhält (über der Sitzgruppe eben) leider abfinden. Den „Preis“ zahlt man, wenn man vier Schlafplätze ohne Umbauen und ohne Alkovenbett in einem nicht allzu lang gestreckten Wohnmobil realisieren möchte.

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EuraMobil:

Auch hier in Halle 10 findet sich natürlich, neben Forster, auch EuraMobil! Und da ist mir der Integra Line IL 730 EB aufgefallen. Gut, vielleicht nicht gerade wegen des Preises, aber wegen des beeindruckenden Raumkonzepts. Gerade die beiden Längsbetten nach der Dinette, aber VOR dem Bad im Heck ist für Paare, die nachts auch mal aufstehen müssen, eine gute Wahl. Beide haben den gleich guten Zugang zum Mittelgang im Flur und müssen nur 2 Schritte bis zum Badezimmer zurücklegen. Und das, ohne den jeweils anderen zu stören oder gar über ihn drüber zu klettern! Und ein Heckbad auf der ganzen Breite fand ich ja im Adria schon schick! Den Luxus eines absolut gleichwertigen Zugangs zum Bad für beide Partner gibt es für den Gegenwert einer kleinen Wohn- Immobilie in der Eifel…

Das Fahrzeug mit dem Schlafkonzept hat mir übrigens trotz des Preises so gut gefallen, dass wir euch hiervon die Roomtour als kleinen Videosnack mitgebracht haben:

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Autoroller:

In der Ferne springt mir eine Marke ins Auge, die Anja und ich ganz besonders mit dem Traum von Freiheit verbinden. AutoRoller! Mit nichts weniger als einem Autoroller waren wir bei unserer allerersten Tour ans Nordkap unterwegs! Das ist inzwischen 14 Jahre her! Hammer! Damals war dieses Fahrzeug mit dafür verantwortlich, dass wir uns mit dem Campingvirus angesteckt (mindestens so ansteckend wie Corona übrigens, aber weit weniger gefährlich) haben und kurz darauf ein eigenes gekauft haben. Ich bin gespannt, wie Autoroller sich gemacht hat!
Und was ich auf den schnellen Blick erkenne, gefällt mir auch bald 15 Jahre später noch immer gut! Ganz besonders positiv möchte ich das unglaubliche Raumgefühl hervorheben! Schon beim AutoRoller2 aus 2006 war mir der große Alkoven in Erinnerung geblieben. Und auch heute ist die Schlafkabine über dem serienmäßigen Fahrerhaus des Wohnmobils richtig einladend groß!
Von außen und von innen!

Ich habe auch vom großen Autoroller Alkoven eine kleine „Roomtour“ als Videosnack für euch mitgebracht. Schaut mal:

Übrigens, da wäre noch eine Sache, die mir bei AutoRoller aufgefallen ist! Die haben richtig große Seviceklappen! Bei keinem anderen Hersteller haben wir auf dieser Messe eine derart große Servieklappe gesehen, dass man darin fast ein kleines Auto verstecken kann! OK, stimmt nicht ganz, später in der Premium- Halle kommt noch eins, doch dazu später mehr. Bei der Klappe und dem Raumvolumen dürfte es schwer fallen, beim munteren wie kühnen vollpacken dieses herrlichen Stauraums daran zu denken, dass der Kronos 290 M Alkoven von AutoRoller auch in der 3500kg Klasse zu haben ist! Wenn man diese Gewichtsklasse wählt (oder führerscheinbedingt wählen muss) dürfte wohl „Luft“ eindeutig den erdrückenden Teil der Ladung ausmachen, den man in dieses Staufach hineinpacken kann…
Wenn man mich aber fragt, wer auf dieser Messe „den größten“ bzw. „das größte Maul“ hatte, dann antworte ich stolz „Autoroller!“ Die Serviceklappe wirkt wirklich fast so, als hätte man sein Wohnmobil an der Seitenwand wie eine Sardinendose geöffnet.

Ach übrigens, liebe AutoRoller- Mannschaft! Ein Teilintegrierter ist ein Teilintegrierter! Und kein Alkoven! Auch dann nicht, wenn ihr an ein Alkovenwohnmobil „Teilintegrierter“ dranschreibt. 😉

 

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Starterwelt, Forum und CARAVAN SALON CLUB:

Nach den ersten Eindrücken sehnen sich meine Füße nach einer kleinen Pause. Wie die Faust aufs Auge passend entdecke ich einen Hinweis auf die Starterwelt des CARAVAN SALON! In diesem Jahr findet die Starterwelt ihren Platz nicht auf dem Freigelände in einem eigenes hierfür gebauten und im Hochsommer nur mühsam kühl zu haltenden Zelt wie in den Vorjahren, sondern dank des ungewohnten Ausstellerschwundes hat diese jetzt einen sehr komfortablen Platz in der Halle 11 neben Forum für Vorträge und Clublounge gefunden. Gerade die Starterwelt ist das A & O für Einsteiger und Anfänger in Sachen Camping! Wir empfehlen sie wirklich gern! Und selbst, wer sich gar nicht so sehr direkt ein Fahrzeug und seine Funktionen erklären lassen möchte, findet im Forum eine Reihe interessanter Beiträge und Diskussionen, wo die gute Katharina Knoll mutigen Bloggerinnen und Bloggern in kompakten Interviews auf den Zahn fühlt. Vor einigen Jahren habe ich mal selbst dort in der Starterwelt Rede und Antwort gestanden. Inzwischen haben Profis wie Melli von HappyCamping oder Isa von Isaswomo dort das Ruder übernommen. Schaut rein, wenn ihr Zeit habt! Ein sauberes wie sicheres Hygienekonzept mit ausreichend Abstand steht euch im Forum zur Verfügung. Und wenn ihr Fragen habt, wendet euch an die Beratungen in der Starterwelt.

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Ahorn Camp:

Ein Hersteller, der auch immer besonders bei Einsteiger- Wohnmobilen in den Fokus rückt, ist Ahorn Camp! Wer unter der magischen Grenze von 50.000 Euro für ein Alkoven- Wohnmobil bleibt, dem widmen wir gerne einen näheren Blick! Hier bei Ahorn kommt übrigens noch ein weiteres Detail hinzu: Die Fahrzeuge stehen im Allgemeinen auf einem Renault- Chassis! Wer also mit der ansonsten meist erdrückenden Mehrheit von Fiat (bzw. PSA Citroen) nichts anfangen kann und wo Mercedes als Basisfahrzeug zu teuer wird, kann mal bei Ahorn reinschauen.
Die hellen Polster des von mir angeschauten Ahorn Canada TQ Plus wären zwar jetzt nicht unbedingt mein Geschmack (und auch die Familienfreundlichkeit erscheint in Anbetracht drohender Schokoladenfinger durch die eigene Brut zumindest fraglich), aber der Markt lebt ja bekanntlich von Vielfalt. Und immerhin haben sich die Ahorn- Raumgestalter Gedanken dazu gemacht, was mit der offen schwingenden Badezimmertüre passieren soll, wenn sie eben aus der Hand schwingt! Ein Umstand, den ich später noch nachträglich zu würdigen weiß, wenn ich in einem Fahrzeug, was doppelt so viel kostet, diese intelligente Lösung als fehlend bemängeln muss! Doch dazu später mehr. Hier erstmal ein paar Eindrücke vom Canada TQ Plus:

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Chausson:

Ein Hersteller, dem ich bislang auch immer recht wenig Aufmerksamkeit gewidmet habe, ist Chausson! Eine der beliebtesten Marken aus dem Hause Trigano! Zufällig gleich nebenan ist der Stand zu finden und da ich zur Abwechslung auch mal einen Kastenwagen anschauen mag, darf es in diesem Fall nichts weniger als der selbsterklärte Bestseller Chausson V 594 Road Line Vip sein. 7 Jahre Dichtigkeitsgarantie, ein Schlafplatz oben im Heck, Markise und 16 Zoll Alufelgen auf nur 5,99m Länge sind ein tolles Angebot, zumal Chausson auch ein interessantes Messepaket mit weiterem Zubehör schnürt. OK, dass das Bett im Heck nicht „gemacht“ ist und die Matratzen übereinander unordentlich vor sich hin darben, geschenkt. Aber wenn „Bestseller“ bedeutet, dass der Innenraum so gedrungen ist, dass ich mir mit meinen knapp 190cm Größe ein weiteres Mal den Kopf stoße (und wieder genau im meistgenutzten Durchgangsbereich, genauer im Bereich der DinetteI), dann ist das wenig schön. Die Dachluke muss höher! Oder eine andere, rahmenlose an dieser Stelle verbaut werden! Auswichen ist auch kaum möglich, denn bauartbedingt ist der Mittelgang in einem ausgebauten Kastenwagen natürlich viel zu eng, um nennenswert einen Ausfallschritt zur Seite zur Vermeidung einer Beule machen zu können…
Endgültig enttäuschend für den „BestSeller“ ist dann allerdings die Badezimmertüre! Um das Badezimmer zu betreten, muss man auf dem gedrungenen Raum eines Kastenwagens natürlich die Türe recht weit öffnen. Und spätestens, wenn sie rechtwinklig zum Rahmen steht, gibt es in paar unschöne Schleifspuren im Furnier im Staufach über dem Kühlschrank! Das kann doch nicht wahr sein! Öffnet denn wirklich niemand im Werk im Frankreich mal die Türe? Und schaut, ob sie dann an den gegenüberliegenden Möbeleinbauten schleift?!

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Sterckeman und Caravelair:

Genug Wohnmobile für den Moment, jetzt sind auch mal die Wohnwagen dran! Und wieder springt mir ein namentlich wohl bekannter Händler und Hersteller ins Auge, der bislang auf Messen her mit gedrungen auf kleinstem Raum geparkten Fahrzeugen aufgefallen ist. Dieser CARAVAN SALON 2020 mischt nun auch für Caravelair / Sterckeman die Karten neu! Richtig viel Platz hat die Einsteigerklasse in den Wohnwagentraum hier in Halle 11 bekommen!

Das erste Fahrzeug, was ich mir hier auf dem gemeinsamen Stand anschaue, ist der Starlett 470CP von Sterckeman. Er wirkt solide verarbeitet, diskrete, dankbare Farbtöne und vor allem: Ein breiter Mitteldurchgang! Das Fahrzeug bietet eine funktionale Einrichtung, die für einfache Campingabenteuer vollkommen ausreicht! Allerdings zu einem überraschenden Preis, der sich jetzt von anderen, ich nenne sie mal vorsichtig (und nicht ab- oder aufwertend!) „Markenherstellern“, nicht besonders unterscheidet.

Weiter zu Caravelair! Neben dem Traum eines Tages wieder in der Königsklasse mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein, verliebt sich der Realist in Anja und mir gerne auch in kompakte Reisewohnwagen! Denn wenn bei uns ein Fahrzeugkauf ansteht ist eins sicher: Unser derzeitiger Reisewohnwagen, ein Hobby 495 UK Modelljahr 1997/1998, wäre das nächste abzulösende Fahrzeug! Und deswegen schauen Anja und ich immer wieder gern nach möglichen, potentiellen Nachfolgern, die wir als reine Reisewohnwagen bestmöglich nutzen können! Also: Möglichst kompakt (keinesfalls breiter als 230cm), möglichst leicht, einfache funktionale Ausstattung und genug Platz zum Schlafen!
Der Caravelair Alba 486 Family wäre ein potentieller Kandidat! Er verfügt über den klassischen Schnitt mit Etagenbett im Heck, Mittelsitzgruppe gegenüber der Küche und Elternbett im Bug quer. Somit kommt er auf ein angenehmes Längenmaß von 6,70m mit Deichsel. Klar, das Querbett im Bug ist blöd für den, der hinten liegt, aber dafür ist der Wohnwagen eben schön kompakt! Und wir sprechen von einem Reisewohnwagen! Also ein Fahrzeug, in dem man maximal die obligatorischen 30 Urlaubstage im Jahr verbringt! Fürs Dauercampen wäre der für uns nichts! Keine Frage! Da genießen wir in unserem Eifelland 560 TKM auch den 560er Aufbau auf 8 Metern Länge, 250er Breite und so weiter. Aber zum Ziehen und Reisen?! Zum rastlosen Verweilen, jede Nacht auf einem anderen Campingplatz?! Das wäre schon ein geeigneter Kandidat!

Das Fahrzeug gefällt mir so gut, dass ich es euch auch als Mini- Roomtour in einem kleinen Videosnack vorstellen möchte!

Zu meiner Schande muss ich dazu gestehen, dass mir bei dieser Roomtour gar nicht auffällt, dass dieser Wohnwagen über einen sogenannten „Schubladenkühlschrank“ verfügt, der von oben befüllt wird! So kommt man immer an alles dran! Ein netter Verkäufer vom Caravan Center München, der hier Dienst schiebt, weist mich gleich gerne darauf hin und so präsentieren wir euch den Wohnwagen auch nochmals im Bild zusammen mit dem Kühlschrank:

Der kleine Alba erfüllt gleich mehrere Bedürfnisse, die wir für uns als Familie schon festgelegt haben! Da wären die Etagenbetten, die auf der ganzen Breite Bettfläche bieten und nicht durch einen Schrank links oder rechts eingekürzt sind. Also satte 210cm Liegefläche in der Länge! Dazu 76cm Breite, Das ist mehr, als wenn man sich eine 140er Matratze mit einem Partner teilt! Auf jeden Fall also zukunftstauglich, auch wenn Nils und Tim 12, 14, 15 oder älter und damit auch „länger“ werden! Dies ist nämlich eins der Hauptprobleme in unserem Hobby 495 UK! Nils wächst buchstäblich aus dem Etagenbett, vorne längs zwischen Bug und Bad, heraus!
Dazu passt die GFK- Verkleidung am Dach, Heck und Front! Nur die Seitenwände sind noch klassisch Hammerschlagblech. Und dazu ein wirklich attraktiver Preis bei einem realistischen Grundgewicht, was den Wagen sogar für die „Golf- Klasse“ attraktiv macht!
Das einzige Manko allerdings ist Fluch und Segen zugleich! Die Leichtbauweise! Mag sein, dass ich gerade aus aktuellem Anlass darauf „getriggert“ bin! Aber ich fand den Boden beim Begehen ungemein „weich“! Nicht aufgrund von Feuchtigkeit, logisch, der Wagen ist ja neu! Aber eben weil die Bodenplatte nicht so massiv und stabil ausfällt, dass sie meine Gewichtsklasse auch in 3 odder 5 Jahren noch ohne Ermüdungserscheinungen trägt! Aktuell bei unserem Hobby haben wir genau dieses Problem! Der Boden ist im Eingangsbereich, vor dem Kühlschrank und einen Schritt nach links (wo man eben immer geht) nach 23 Jahren der Nutzung durchgewalkt und muss ersetzt bzw. erneuert werden! Das ist nach der langen Laufzeit aber auch OK. Wenn aber hier bei einem Neuwagen der Boden schon leicht nachgibt, wenn man sich darauf bewegt, dann bin ich nicht sicher, dass dieser ebenfalls 23 Jahre hält…
Dennoch: Wer das statistische Durchschnittsgewicht der Kleidergröße M mit 75 Kilo gerade so halten kann und auf dem CARAVAN SALON 2020 auf der Suche nach einem familientauglichen und günstigen Einsteiger- Wohnwagen ist, der sollte auf jeden Fall mal bei Caravelair reinschauen.

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Miller:

Schnell beim Hygienepoint vorbei und dann entdecke ich schon den nächsten Hersteller! Miller! Als wir 2006 mit dem gemieteten Autoroller 2 zum Nordkap fuhren, kaufte ich mir auch meine erste Wohnmobilzeitung! Das Interesse war halt geweckt! OK, es war mehr ein Anzeigenblatt, vielleicht kennt ja der ein oder andere noch die blau- gelbe „Wohnmobil- und Wohnwagenmarkt“?! Egal. Jedenfalls war darin auch immer eine mehrseitige Anzeige des Herstellers Miller, inzwischen auch Teil der großen Trigano Familie (vormals Sea Gruppe). Und in eines dieser Fahrzeuge habe ich mich damals rein von der Optik her verguckt. Der Miller Winnipeg! Schöner großer Alkoven, kurzes Heck, runde Form und harmonische Linien. Das Wohnmobil für zwei, die beide noch fit genug sind, abends eben in den Alkoven zu steigen und tagsüber den übrige Fläche des Wohnmobils als reinen Wohnraum zu genießen. Damals war jedoch selbst ein Miller finanziell nicht zu erreichen. Macht ja aber auch nichts, reicht aber als Grund, jetzt hier und heute auch mal in einen Miller reinzuschauen. Genauer in den Miller New York von Uwe Gante, der mit Ausstattung ebenfalls unter den magischen 50.000 Euro bleibt! Mit der Einrichtung im dunklen Braun schwingt auf den ersten Eindruck etwas raues „WildWest- Feeling“ mit. Das kann ja durchaus gefallen! Auf den zweiten Blick allerdings finde ich einige Problemfelder wo ich nicht genau sagen kann, ob dies nun mangelnde Verarbeitung oder Beschädigung durch den Messeaufbau ist. Urteilt gerne selbst:

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Hobby:

Nach dem kurzen Ausflug ins Wohnmobillager geht es nun wieder zurück zu den Wohnwagen. Und hier vielleicht zu DEM Wohnwagen schlechthin. Einer der größten Wohnwagenhersteller in Europa ist zweifelsohne das Hobby– Wohnwagenwerk und standesgemäß hat Hobby hier (neben der zweiten Hausmarke Fendt) eine sehr große Fahrzeugauswahl mitgebracht. Spontan schaue ich mir (mit dem Gedanken an einen Nachfolger für unseren Reisewohnwagen im Hinterkopf) den Hobby Deluxe 515 UHK einmal genauer an!
Das der gut 25.000 Euro teure Wohnwagen über ein besonderes Gimmick verfügt, lässt mich mein Kopf eindrucksvoll spüren! Das Hubbett über der Sitzgruppe im Heck! Zum Glück streife ich dieses Mal das Bett nur, aber wieder einmal frage ich mich, warum diese Lichthöheneinschränkungen immer dort sein müssen, wo man sich eben am meisten bewegt. Wieder in der Dinette!
Gut, irgendwo MUSS das Hubbett ja hin! Allerdings würde ich persönlich mich lieber für einen geringeren Preis und für mehr Kopffreiheit entscheiden. Selbst dann, wenn ich bei diesem Modell vergleichbar ohne Hubbet dann zwangsläufig die Rundsitzgruppe im Heck abends zum Bett umbauen müsste. Denkbar wäre natürlich auch, das untere der beiden Etagenbetten im Bug mit der benachbarten Kindersitzgruppe zu verbinden und damit ein Querbett für uns als Eltern zu bauen, dann aber bliebe nur ein Bett (das obere Etagenbett) für zwei Kinder. Also auch keine Option. Weiteres Manko: Wie bei unserem 490er UK sind die Längs- Etagenbetten im Bug nur um 180cm lang! Das reicht für Kinder ab 14, 15 Jahre dann nicht mehr! Spätestens! Also auch nicht wirklich eine Option für uns. Nun, dieses Modell hat für uns ja gar nicht ernsthaft zur Option gestanden. Ich wollte auch stellvertretend an diesem Modell einfach nur einen Einblick in die Hobby Modellreihe 2021 nehmen. Hier sind die Bilder:

Nachdem wieder einmal klar ist, dass bei uns nichts klar ist bei uns (was soll es mal werden?) Reisewohnwagen neu? Oder doch wieder ein (gebrauchtes) Wohnmobil und dann nicht nur den Reisewohnwagen hergeben, sondern auch den Dauercampingplatz in Holland auflösen!?

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Luxus in Halle 5:

Weil weder finanziell noch von den Urlaubstagen herein Wohnmobil und ein Dauercampingplatz wohl kaum Sinn macht), wende ich mich dem Träumen zu. Halle 5! Die Premium- Halle! Morelo! Bimobil, Variomobil oder Robel! Hier ist man gerne unter sich, hier stehen auch erstmals die Fahrzeuge wieder deutlich enger beisammen. So eng, dass man zwischen den Fahrzeugen eben nicht durchgehen kann (und ja auch nicht soll). Kann ich verstehen, wirklich jeder mag einmal in das Luxuscampingleben hinein schnuppern, ohne (zumindest wohl die allermeisten wie ich ohne konkrete Kaufabsicht) jedoch ernsthaft Kaufinteresse auch nur in Betracht ziehen zu können. Sei`s drum! Schön anzusehen sind die Fahrzeuge natürlich trotzdem! Und funktionell sind sie auch! Ob nun bestens gerüstet für holländische Drempels oder für das Cruisen mit dem in der Heckgarage mitgebrachtem Sportwagen durch die Toskana. Alles ist hier wohl möglich.

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Nochmals Knaus, oder: Wer hat den längsten? :

Erinnert ihr euch an den AutoRoller? Und meine Aussage, dass dieser wohl den größten, bzw. „die größte“ hätte? Also Stauklappe? Gut. Zwar nicht den größten, aber vielleicht den längsten hat wohl Knaus Tabbert auf die Messe mitgebracht! Der Knaus Live I 900 MEG steht hier in seiner vollen Pracht und ich überlege ernsthaft, ob ich für den Weg von der Fahrerkabine vorne bis zum Heckbett einmal Kurzstrecke für den Nahverkehr hole! Wow, ist der lang!
Den muss ich von innen sehen! Euphorisch wie ich bin geht es rein ins Fahrzeug, die ersten Schritte sind auch super, dann aber „stecke ich fest“. Buchstäblich. Je weiter man nach hinten ins Heck geht, desto weiter kommt das Dach runter. Bis ich ein weiteres Mal mit meinen 190cm Größe an der Fahrzeugdecke und/oder ihren Einbauten am aufrechten Gang scheitere! Das kann doch nicht sein! Ich hab meine hochhackigen Pumps doch gar nicht an! 😉
Fast schlimmer als die mangelnde Kopffreiheit finde ich aber auch hier das Problem mit der Badezimmertüre! Ich meine Hallo?! Dieses Fahrzeug kostet 100.000 Euro! Und dann stößt beim Öffnen der Badezimmertüre diese an den Rahmen der Dachluke?!
In der Preisklasse?!

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Carthago:

An der nächsten Ecke kommt mir eine Baustelle entgegen! Naja, zumindest fast! Denn Carthago hat seinen Compact Line I 138 DB mitgebracht! Und so in Szene gesetzt, als würde er gerade in einer Autobahnbaustelle kühn die linke 2 Meter Spur befahren! Knapp, wirklich sehr knaaaapppp würde es auch in der 2,10m Spur passen. Naja. Fast jedenfalls. 😉
Dazu die Gewichtsanzeige von nur 2871kg für einen voll integrierten Liner?!Den schaue ich mir an! Besonders, ob er durch die kompakten Maße von außen nah dem Kastenwagen auch so gedrungen wie ein Kastenwagen wirkt. Erster Eindruck: Gar nicht! Im Gegenteil! Ist man drinnen merkt man die verminderte Breite fast nicht. Gut gemacht Carthago!
Schade, dass ihr diese Ingenieurskunst nicht auch auf die Türe des Badezimmers angewandt habt! Ich muss die Türe noch nicht einmal 90° zum Rahmen öffnen, da knallt sie schon an die untere Trittstufe zum Bett! Wie kann das sein bitte? Ich haue mir doch Schrammen und Kratzer in Stufe und Türe! Ein weiteres Mal kann ich nicht verstehen, warum man diese offensichtlichen Mängel nicht abstellt! Mehr wie einmal habe ich bei anderen Herstellern gesehen, dass diese ihren Türen einen „zweiten Rahmen“ spendieren. Der die Türe um 90° geöffnet wieder aufnimmt. „Raumbad“ nennt man diese Funktion glaube ich. Intelligente Türsicherung würde es eher treffen. Wenigstens ein Stopper oder ein diskret angeklebtes Stückchen Filzgleiter, ein Türband, was den maximalen Öffnungswinkel begrenzt, irgendwas? So schade, wenn so tollte Fahrzeuge dann durch solche mangelnde Liebe zum Detail einen nicht zu 100% durchdachten Eindruck machen.

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Zubehör und Messerabatt:

Genug der Fahrzeuge, wir sind am Ende unseres virtuellen Rundgangs angekommen. Ich hüpfe jetzt noch einmal rüber zu den Hallen 12, 13 und 14, wo sich unter anderem auch das Zubehör befindet. (Halle 14 auch Tour Natur). In den letzten Messejahren war gerade in den Hallen mit Zubehör immer besonders voll, zumal dort, anders als bei Fahrzeugen, gerne jeder Ausstellungsmeter zugebaut wird. Ich bin neugierig, wie die Messe und die Aussteller sich hier auf die C- Problematik eingestellt haben. Und siehe da, auch hier geht es!! Zum einen durch die Begrenzung der Personenzahl insgesamt (also sind auch weniger Schnäppchenjäger unterwegs) und zum anderen greifen auch hier die Hygienekonzepte. Soll heißen: Pfeile, Einbahnstraßen und eine Menge Desinfektionsmittel.Dazu kommt: Auch in den Zubehörhallen merkt man natürlich die verschlankte Zahl der Aussteller! Es stehen auch einige Flächen leer.

In diesem Jahr findet ihr übrigens auch Fritz Berger auf der Messe. Ein paar „Messeangebote“ habe ich euch mitgebracht, wobei ich bei einem schnellen Gegencheck zum Online- Preis mitunter keinen Unterschied feststellen konnte. Ich hatte bei einem echten Messeschnapper überlegt einen neuen faltbaren Bollerwagen zu holen. Unser alter ist schon einige Jahre alt und hat seinen Dienst erfüllt. Aber hier wie auf der Webseite kostet er das gleiche.
Ach ja! Neben dem „Glücksrad“ am Ausgang (wo man bei einem Hauptgewinn sogar seinen gesamten zuvor getätigten Einkauf erstattet bekommt!, Teilnahme pro Einkaufszettel, wird abgestempelt), habe ich euch auch mal den aktuellen „Messerabatt“ 2020 abgelichtet.  Wer also eine größere Anschaffung plant, kann hier etwas zum Mindesteinkaufswert besorgen und dann den Gutschein einlösen.

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Mein persönliches Fazit zum CARAVAN SALON 2020:

Tja. Das wäre es! Wie immer stelle ich gerne an dieser Stelle die Frage „Quo Vadis Camping?“
Ich erinnere mich noch sehr gut an die letzte und vorletzte Messe. Wo auf dem CARAVAN SALON ein Rekord an Verkaufs- und Besucherzahlen den nächsten jagte. Wo ich mich gefragt habe, wann „aus der Not heraus“ eine von Umsätzen und Verkäufen verwöhnte Branche wieder zu echten Innovationen findet? Ist Corona nun diese Not? Stecken die Hersteller in der Krise wie so viele Branchen im Moment? Es sieht ehrlich gesagt nicht danach aus! Trotz vieler leerer Flächen auf dieser Messe, die an vielen Stellen zu beobachten waren.

Wer sich von den Herstellern und Händlern auf den Weg nach Düsseldorf gemacht hat, wird ein paar gute Verkäufe erzielen! Da bin ich sicher! Die Nachfrage ist da! Und vielleicht ist es sogar eher positiv für Händler und Hersteller, dass der Zugang an Besuchern begrenzt ist! Schon heute waren viele Verkäufer an den Ständen und viele waren im Gespräch. Aber sie wirkten weit weniger gestresst, als in den Jahren zuvor, wo der Tacker für die Kauf- und Kreditverträge zusammen zu halten warm lief und wo schon während eines Verkaufsgesprächs der nächste Interessent mit einem „Entschuldigung, hier ist mein Geld, verkaufen Sie mir bitte irgendeinen Wohnwagen“ spitz gesagt die Verhandlungen unterbrach.
Ich kann auch schwierig abschätzen, ob jetzt zu Corona- Zeiten die Händler und Hersteller bestimmte größere Rabatte raushauen müssen, um die Fahrzeuge dann doch noch an den Camper zu bringen. Es
sah aber zumindest nicht danach aus. Erhofft euch also, wenn ihr mit konkreten Kaufabsichten die Messe besucht, nicht zu viel!
Und dennoch: Dieser CARAVAN SALON wird ein ganz besonderer sein! Denn nicht nur das Interesse an Wohnmobilen, Wohnwagen und Reisefahrzeugen hat mich dieses Jahr auf die Messe geholt, sondern auch, wie eine ganze Branche eben mit der neuen Situation Corona umgeht!
Sie scheint es ganz gut zu meistern!
Hoffen wir das beste!

Tja, welche Richtung wird der CARAVAN SALON und die Branche einschlagen? Wird es eher hektisch zugehen? Wie hier im Bild links? Oder doch ruhig und gelassen durch die Krise, wie hier rechts?! 😉

P.S.: Wenige Stunden nach meinem Messebesuch habe ich in meine Corona- Warnapp geschaut. Unverändert weist sie ein „geringes Risiko“ und bisher „keine Risikobegegnungen“ aus. Wenn ich aber in meine Google- Daten schaue, kann ich für den heutigen Tag erkennen, dass meine Warnapp am heutigen Tage über 4740 Schlüssel ausgetauscht hat! Das heißt meine App hatte fast 5000 Mal (!) Kontakt zu anderen Handys, die auch über die App verfügen! So viele hatte ich noch nie! Ich bin gespannt und werde in spätesten zwei Wochen darüber berichten, ob sich mein Risikostatus ändert oder ich sogar in den Modus rot mit hohem Risiko wechsele, falls sich auf der Messe Infizierte mit möglicher Übertragung aufgehalten haben. Ich bin so gespannt wie ihr!

Wie ist eure Meinung zum diesjährigen CARAVAN SALON 2020? Leuchtturm der Branche und wohltuende Abwechslung in diesen Zeiten? Oder doch nur unnötiges Infektionsrisiko? Schreibt es uns in die Kommentare! Wir feuen uns auf eure Meinung! 🙂

interner Hinweis: Wir nennen in diesem Artikel zahlreiche Wohnmobil- und Wohnwagenhersteller der Branche in Wort und Bild(-zitat), die Messe als eingetragenes Unternehmen und noch viele mehr. Das verwendete Logo des CARAVAN SALON wurde uns mit freundlicher Genehmigung für unsere Berichterstattung im Zuge des Wiedererkennungseffekts zur Verfügung gestellt. Alle diese Nennungen erfolgen ebenfalls im Rahmen des Wiedererkennungseffekts. Wir stellen keine Wohnwagen und Wohnmobile oder passendes Zubehör her und erlangen somit durch die Nennung auch keinen Wettbewerbsvorteil. Wir danken dem CARAVAN SALON bzw. der Messe Düsseldorf für die Einladung den CARAVAN SALON 2020 besuchen zu dürfen und für die Bereitstellung einer kostenlosen Eintrittskarte hierfür! Diese Einladung ist an keinerlei Gegenleistung gebunden gewesen. Wir berichten unabhängig und frei von Zwängen sowie so, wie uns der Schnabel gewachsen ist und über das, was uns selbst interessiert hat und aufgefallen ist.

1 Kommentar

  1. Vielen Dank für diesen wirklich umfangreichen Messeeinblick. Wir haben hin und her überlegt, ob wir fahren sollen, oder lieber nicht. Wir gehören nicht zur Risikogruppe, möchten uns aber auch nicht anstecken. Wenn es aber so ist wie ihr beschreibt, dann denke ich werden wir doch mal versuchen noch Karten zu bekommen. Zeitlich sind wir da zum Glück flexibel da Ruhestand.
    Danke nochmals und alles Gute
    Bernd

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