Heute gilt es! Das „Trauma von Römö“ muss endlich aus dem Kopf! Wir erinnern uns, vor vielen Jahren fuhren Anja und Björn, damals noch ohne Kinder, mit ihrem alten Wohnmobil unbedarft an den Autostrand von Römö. Unbedarft nicht aufgrund von Unwissenheit, nein! Viel mehr waren beide vom befahrbaren Autostrand von Fanö verwöhnt, wo sie zwei Jahre zuvor wunderbare Tage auch am Strand mit dem Wohnmobil verbracht haben! Dann kam Römö, das Wohnmobil blieb stecken und die Reisekasse wurde empfindlich durch den notwendig gewordenen Abschlepper geschmälert! Und Björn? Der fuhr NIE WIEDER mit einem Auto, Wohnwagen oder Wohnmobil auf einen befahrbaren Autostrand…
Das soll sich heute ändern. Die Vorteile von eigenem Kühlschrank, Toilette und Co mit Meerblick, ja das eigene Wohnzimmer am Strand, das alles ist auf Römö am befahrbaren Autostrand möglich. Heute werden wir Sand unter alle sechs Räder unseres Wohnwagengespanns nehmen…

Der Tag beginnt früh, schon gegen 6 Uhr blinzelt die Sonne durch alle geöffneten Rollos. Die Nacht war, nach einem kurzen erfrischenden Regenschauer, überraschend schwül. Entsprechend waren die Fenster und Dachluken natürlich für ein paar kühle Luftzüge geöffnet. In der Nacht klappt das super. Frische Luft kommt darüber dann herin. Aber sobald es dann morgens hell wird, ist man im Dilemma! Lässt man die Rollos offen, kann auch die Morgenfrische durch den Wohnwagen streifen! Dafür aber wird es eben auch hell und man kann nicht mehr schlafen! Hat man sich dann endlich durchgerungen und akzeptiert, dass das Kissen über dem Kopf die Sonne doch nicht zuverlässig ausblenden kann, schließt man die Rollos! Dann wird es zwar endlich wieder dunkel, gleichzeitig aber auch schnell warm im Wohnwagen, weil eben die Luftzirkulation fehlt, wenn der Wohnwagen in der prallen Sonne steht. Kann man auch nicht schlafen. Ein Teufelskreis…

Da keine Option wirklich eine Lösung ist, stehen wir schon um 8 Uhr auf. Ungewöhnlich wenn man bedenkt, wie lange wir auch gestern noch wach waren. Aber die Dänen nebenan haben ihren heroischen Sieg über Corona im Schwimmbad gefeiert. Und wenn Dänen feiern, dann feiern sie. Skol!
Na jedenfalls sind wir trotz weniger Stunden Schlaf erstaunlich fit. Wir gehen reihum durch das Bad und dann machen wir uns auch schon fertig für einen kleinen Morgenspaziergang zum Kobmand, zum Kaufmann. Der Daglli Brugsen an der Einfahrt zum Feriendorf hier soll uns frische dänische Frühstücksbrötchen verkaufen. Dazu gerne noch ein Fläschchen von dem leckeren Matilda- Kakao und natürlich eine Packung Lakritzeis! Gestern hab ich verpeilt das einzukaufen. Heute möchte ich so gerne eine solche Leckerei am Strand von Römö genießen!

Unseren Wohnwagen lassen wir auf dem Rückweg buchstäblich links liegen und steuern gleich das komfortable Servicehaus an! Hier kann man nicht nur direkt nach dem Frühstück spülen, sondern auch draußen auf zahlreich bereitstehenden Picknickbänken sein Frühstück unter blauen Himmel genießen! Das passt perfekt, denn wir wollten sowieso draußen frühstücken. Dank der Picknickplätze aber müssen wir noch nicht einmal die Campingmöbel jetzt aus und nach dem Frühstück wieder in den Wohnwagen einpacken, was ja auch unnötig Zeit kostet. Wir wollen ja den Tag am Strand und nicht mit Packen verbringen! Also lassen wir die frischen knusprigen Brötchen gleich hier auf dem Tisch fallen und holen dann nur noch aus dem Wohnwagen Milch, Wurst, Margarine aus dem Kühlschrank sowie die Bordchefin aus dem Badezimmer, die sich dort gerade die Haare föhnt.

Zurück am Wohnwagen machen wir unser Gespann schnell reiseklar. Viel hatten wir ja gestern gar nicht erst aufgebaut. Nur ein Stuhl stand draußen und auch die Markise blieb in ihrem Sack. Entsprechend flott sind wir Klar zum Auslaufen! Strom ab, Stützen hochkurbeln, drinnen alles herunterfallsicher verstauen und dann kann es auch schon losgehen!
Um 11:45 Uhr rollen wir vom Platz, das Navi verlangt uns für den direkten Weg bis an den Autostrand der Ferieninsel Römö eine knappe halbe Stunde Fahrtzeit ab. Das ist durchaus vertretbar und ein kleines Zugeständnis für diesen tollen Campingplatz hier! Auch, wenn er nicht unmittelbar auf Römö selbst liegt.

Die Fahrt ist angenehm. Die Landstraßen hier in Dänemark sind lang, gerade und absolut einfach zu fahren. Auch mit dem Gespann. Und wir sind nicht alleine, als wir wie früher die entgegenkommenden Wohnmobile und Wohnwagen zählen, ist das Verhältnis bis zum Kreisverkehr vor Römö mit 11 zu 9 gar nicht so unausgeglichen. Besonders die Dänen sind offenbar eher mit dem Wohnwagen statt mit dem Wohnmobil unterwegs. Wo hingehen die allermeisten Wohnmobile deutsche Kennzeichen tragen.

Als wir auf den Römö- Damm auffahren, können wir das Meer in der Ferne und in der Nähe fast schon erspähen, auf jeden Fall aber schon riechen! Obwohl, oder vielleicht gerade weil jetzt im Moment Ebbe ist, riecht es unverwechselbar nach Fisch, Seetang, Salz und Metall. Wie schon gestern in Husum. Nur hier ist irgendwie eine extra Portion „salzige herbe Frische“ dabei! Mehr „Norden“ irgendwie, es ist schwer zu erklären! Aber wer schonmal hier war, weiß bestimmt ganz genau, was wir meinen! Oder?

Infobox Römö- Damm:
Der kurz vor dem zweiten Weltkrieg begonnene und erst nach dem zweiten Weltkrieg fertiggestellte knapp 10km lange Damm verbindet die dänische Insel Römö mit dem dänischen Festland. Der Damm ist etwa 60 Meter breit und erreicht schwindelerregende 13m Höhe an seinem höchsten Punkt. Die Benutzung des Dammes selbst ist kostenlos. Mit den Anforderungen hat man also weder mit dem Wohnmobil, noch mit dem Wohnwagen Probleme. Über den Damm fährt man übrigens auch, wenn man im Süden der Insel mit der Sylt- Fähre auf die deutsche Insel Sylt übersetzen möchte, weil man, aus welchem Grund auch immer, nicht mit dem Sylt- Shuttle / Autozug über den Hindenburgdamm fahren möchte.

Wir erreichen die Insel gegen viertel nach 12 und nur 5 Minuten später fahren wir bei Lakolk schon auf den riesigen Autostrand!
Sofort verteilt sich die Blechlawine. Die Autos stoben nach vorne, rechts und links auseinander. Gleichso, als würden wir alle mit dem Auto zum Turnier auffahren, um gemeinsam als eiserne Ritter einen riesigen Drachen besiegen zu wollen, der dem Meer entstiegen ist! Ja, dieser laut ausgesprochene Gedanke bringt Tim dazu, den Horizont nach dem Ungetüm abzusuchen. Aber für Phantasiewelten ist jetzt keine Zeit! Wie ein Luchs habe ich die Augen geradeaus gerichtet und versuche aus der wenigen Erfahrung, die ich bislang beim Befahren von Sandstränden gesammelt habe, die weichen, sandigen Stellen vom festen, harten Untergrund zu unterscheiden.
Wir haben uns übrigens entschieden, nach links auszubrechen. Geradeaus ist der Strand schon sehr gut gefüllt und auch nach rechts sind mehr Wagen abgebogen. Instinktiv hätte ich wohl auch nach rechts gelenkt, aber ich möchte mit dem Wohnwagen wirklich idealerweise in der ersten Reihe mit freiem, unverbaubaren Blick auf die Meereslinie stehen! Dafür sieht es links einfach am besten aus. Wir brechen durch die ersten Reihen parkender Autos durch und bleiben bei Kurs Vorn! Ersten weichen Sandfeldern müssen wir hierbei ausweichen und ich versuche instinktiv, idealerweise keinen Schwung zu verlieren, als ich mich durch die Reihen nach vorne drängele. Ob das gelingt, werden wir sehen! Ja, mein Herz pocht und ich erinnere mich schlagartig wie siedendheiß an die Summe, die wir vor einigen Jahren für das Freischleppen unseres Wohnmobils vom Strand bezahlt haben! 230 Euro! Und das war vor über 10 Jahren!

„Ruhig bleiben! Nichts riskieren, cool den Tag retten“ beruhige ich mich selbst. Noch läuft es ja! Auch, wenn es schon etwas kühn wirkt, wenn wir hier mit dem Gespann über den Strand peitschen! Wohnmobile? Ja! Die sind dabei! Wobei in der Reihe, zu der wir uns nach vorne gekämpft haben, kaum noch Alkoven oder Teilintegrierte stehen. Eher Campingbusse von VW, California und Co. Es wirkt etwas surreal wie deplatziert. Viel weiter darf es jetzt aber nicht nach vorne gehen!
Zum Glück entdecken wir final ein nettes Plätzchen, welches von drei Seiten von weichem Sand umgeben wird. Es gibt nur eine Zufahrt, auf das feste Plateau. Perfekt! Hier wird uns garantiert kein Liner von Concorde, Morelo und Co die Sicht auf das Meer nehmen können, falls sich ein solcher überhaupt bis nach hier vorne traut. Er käme gar nicht zu uns durch und die einzige Zufahrt auf das harte, feste  Feld blockieren wir mit unserem Bürzel. Das passt. 😉

Gut, der Weg zum Meer ist dennoch weit und man muss sich schon ein wenig anstrengen, wenn man die Wasserlinie in der Ferne erspähen will, aber noch näher ran wäre ein zu großes Risiko, dass wir uns doch noch festfahren. Ich hoffe zwar, dass ich unser Gespann notfalls mit dem Mover rückwärts aus einem Weichsandfeld herausziehen können müsste, sofern die Wohnwagenräder noch Grip haben, aber wirklich ultimativ ausprobieren muss ich das ja dann auch nicht…

Viel einzurichten gibt es nicht. Zuerst dachte ich noch, dass man die Markise am Strand ausfährt. Aber da kein anderer Camper seine Markise ausrollt, lasse ich unsere sicherheitshalber auch im Sack. Viel Zeit zum Schattensitzen haben wir sowieso nicht, die Jungs wollen am besten sofort runter ins Wasser! Also tue ich ihnen den Gefallen, gemeinsam stürzen wir uns in die Fluten der Nordsee.

Wir haben Glück! Dadurch, dass wir offenbar am Tiefpunkt der Ebbe über den Damm gefahren sind, können wir nun das zurückkommende Wasser genießen. Auflandiger Wind tut sein Übriges für herrliche Wellen, die uns immer wieder auf und ab tragen. Es ist ein herrlicher Badetag!
Das sich die Sonne dabei mehrheitlich hinter den vorbeiziehenden Wolken versteckt und nur selten den Strand in helle Sonnenstrahlen taucht, ist gar nicht schlimm! Denn so riskieren wir auch ohne Sonnencreme keinen Sonnenbrand. 😉

Über Stunden planschen wir im Wasser, lassen uns vom Wellengetöse immer wieder auf und ab tragen und tauchen nach Fischen und anderen Meeresbewohnern. Immer wieder unterbrochen durch kleine Pausen am Wohnwagen, wenn wir uns was zu trinken holen, einen Snack essen wollen oder auch auf die eigene Toilette müssen. Der eigene Wohnwagen, oder natürlich auch das eigene Wohnmobil ist hier am Strand wirklich echter Komfort und Mehrwert! Keine Ahnung, wie man demnächst mit Elektroauto seinen Wohnwagen noch hier her bekommen soll, wenn eine Anreise an die Nordsee durch die notwendigen Ladestopps unterwegs schon 3 Tage dauert. Und wer zum Beispiel mit der Bahn anreist, der kann kaum mehr als Koffer und Co mit an den Strand bringen. Aber garantiert keinen eigenen Wohnwagen…
Das absolute Highlight aber ist die „Außendusche“, die ich im Vorfeld zu unserer Reise bei unserem Wohnwagen montiert habe. Obwohl Außendusche es nicht ganz trifft, streng genommen habe ich lediglich den Wasserhahn in der Küche gegen ein Modell mit ausziehbarem Schlauch getauscht. Durch das Küchenfenster kann ich diesen nun nach draußen reichen und die Kinder wie auch mich der Reihe nach wenigstens einmal grob abspülen, dass sie keinen Sand auf den Wohnwagenteppich tragen. Unser voller Wassertank reicht hierfür knapp aus, wir behalten sogar noch etwas übrig.

Nachdem wir alle kurz abgeduscht sind, packen wir auch gleich zusammen. Allerdings nicht ganz freiwillig, das muss ich dazu sagen. Die Uhr zeigt gerade mal 16 Uhr, wir könnten noch locker zwei Stunden hier verbringen, ohne für irgendwas zu spät zu kommen. Aber es baut sich über uns doch eine recht bedrohliche Wolkenfront auf! In der Ferne können wir es bereits grollen und grummeln hören. Sieht nicht gut aus! Um uns herum hat bereits reges Treiben eingesetzt, eiligst packen die Camper ihre sieben Sachen zusammen, damit sie dies gleich nicht bei Regen und Gewitter machen müssen. Also packen auch wir zusammen.

Einen Moment wird es nochmals spannend, als wir uns aus unserem selbstgewählten Strandparkplatz entlassen. Zuerst scheint es so, als wäre der Sand doch weicher als erwartet und unser Ford Smax würde es nicht packen. Dann aber bekommt er doch Grip und zieht das Gespann souverän sicher auf festen Boden. Geht doch! Jetzt müssen wir nur noch vom Strand runter, bevor der einsetzende Regen das Areal am Ende noch in eine Schlammwüste verwandelt!

Kurz darauf erleben wir etwas, was wir so auch noch nie erlebt haben! Es gibt Stau!
Klar, natürlich haben wir Stau schon erlebt. Der letzte große Stau ist ja auch erst drei Tage her und hat uns mehr als eine Stunde Wartezeit vor dem Elbtunnel gekostet. Aber HIER ist Stau! Auf dem Sand! Natürlich wollen aufgrund des drohenden Gewitters möglichst viele gleichzeitig den Strand verlassen und natürlich kann die Zufahrtsstraße bei Lakolk die ganzen Wetterflüchtlinge nicht alle auf einmal aufnehmen. Brav haben sich besonders die in eine Reihe aufgestellt, die vom zentralen Bereich direkt in einer imaginären Verlängerung des Vesterhavsvej quasi geradeaus direkt ans Wasser gefahren sind. Alle, die bei der Zufahrt nach rechts und links ausgebrochen sind, kommen nun natürlich auf diesen Ausbruchswegen wieder zurück. So manch einer umgeht die mehrminütige Wartezeit natürlich dadurch, dass es hier so gar keine Fahrbahnbegrenzungen gibt und reiht sich erst ganz vorne wieder ein. Wer hier wartet, ist fast schon der Dumme. Da ich weder besonders dumm, noch besonders schlau bin, versuche ich es mit dem Mittelweg. Ganz hinten anstellen möchte ich mich nicht, aber frech seitlich nach ganz vorne durchfahren möchte ich ebenso wenig. Es soll für den, der uns als Gespann ja vor sich reinlassen muss, nicht so aussehen, als würden wir uns vordrängeln. Eher so, als sei das Einordnen genau jetzt und hier vor seine Nase eher alternativlos.
Der Plan geht auf, wir können ein paar Minuten Wartezeit sparen. Irgendwo in der Mitte der Schlange lässt uns ein Wohnmobilfahrer mit einem Sunlight- Wohnmobil in die Schlange rein. 😉

Das Unwetter, welches sich eben noch bedrohlich über uns allen zusammengebraut hat, scheint doch zu drehen und sich in Richtung Landesinnere zu verabschieden. Blöd! Das hätten wir also doch aussitzen können! Aber man weiß es eben auch nicht vorher und Vorsicht ist besser als Nachsicht. Wenn Nässe auf Sand trifft, verwandelt sich der Strand zur Schlammarena. Und ob uns der Mover da rann wirklich rausziehen kann, möchte ich mal stark bezweifeln. Muss man ja auch nicht provozieren.
Da es aber trocken zu bleiben scheint, können wir ja noch etwas hier unternehmen, statt die Insel schon jetzt zu verlassen! Direkt hier in Lakolk neben der Strandzufahrt findet sich eine kleine Flaniermeile mit einer der größeren Ansammlung von Souvenirläden, Krimskrams, Fressbuden auf der Insel. Ein idealer Zeitvertreib für ein wenig bummeln und shoppen! Und vielleicht können wir auch gleich hier den ersten leckeren dänischen HotDog genießen!
Die Idee klingt super, leider nicht nur für uns. Denn das Parkplatzareal, welches vor der Flaniermeile zum Parken einlädt, ist hoffnungslos überlaufen! OK, das war klar, die Idee mit dem spontanen Flanieren, nachdem der Regen doch ausgeblieben ist, hatten jetzt auch andere. Mit einem kurzen Wohnmobil hätte man vielleicht noch eine Chance auf eine ausreichend große Lücke. Aber zwei freie gegenüberliegende Parkplätze zu finden, würde einem Sechser im Lotto gleichen! Und selbst auf gut Glück auf das Areal fahren würde nichts bringen. Im Gegenteil, wir würden uns mangels Wendemöglichkeit wohl hoffnungslos festfahren. Tja. Hier kommen wir ausnahmsweise mit dem Gespann nicht weiter! Spontan irgendwo anhalten, was mit dem Wohnmobil bedingt funktioniert, ist mit Wohnwagen am Haken ungleich schwerer. Das klappt eben nur selten spontan. Und insgeheim bin ich froh, dass ich für den Großteil der noch folgenden Reise viele Park- und Haltemöglichkeiten an den geplanten Sehenswürdigkeiten schon vorab mit google Maps genau angeschaut habe und wir somit hoffentlich gut vorbereitet sind. Wir werden es sehen. Spontan irgendwo anhalten allerdings wird hier und heute nicht funktionieren. Pech. Egal.

Kaum befahren wir den Römö- Damm, fängt es dann doch an zu regnen. Die Idee, auf der Landseite vielleicht noch ein bisschen durch ein Örtchen zu bummeln fällt damit buchstäblich ins Wasser. Mangels alterativem Ziel programmieren wir daher wieder unseren Campingplatz Arild Ferieby, wo wir heute auch die zweite Nacht noch verbringen werden.

Die halbe Stunde Fahrtzeit zurück zum Arrild Campingplatz verläuft ereignislos. Gegen 17 Uhr passieren wir die Einfahrt des Campingplatzes und als wir kurz darauf wieder unsere Parkposition auf der Parzelle einnehmen, scheint sogar die Sonne wieder! Das fette Wolkenband scheint sich an bzw. über Römö in der Ferne festgesetzt zu haben. Was mir nicht unrecht ist! Denn so können wir hoffentlich den Abend regenfrei genießen!

Zum Abendessen wird übrigens gegrillt! Undzwar stilvoll! Natürlich habe ich für ein schönes Camping- Barbecue unseren Son of Hibachi Kohlegrill dabei, aber der bleibt heute im Deichselkasten verstaut! Stattdessen kommt ein fetter Barbecue- Standgrill zum Einsatz! Gleich hier am großen Servicehaus steht so ein Teil und wir haben von der netten Besitzerin Susanne erfahren, dass dieser Grill kostenlos der Allgemeinheit zur Verfügung steht. Komplett mit Gas und allem! Nur Grillgut müssen wir selber mitbringen. Na, das ist einfach! Schnell ist ein Paket Würstchen, etwas Grillkäse und ein Paket Spareribs gepackt und zum Servicehaus verfrachtet. Anja zaubert einen herrlichen Tomatensalat dazu und aus dem Backofen im Servicehaus kommt ein frisch aufgebackenes Kräuterbaguette. Alles hier zubereitet, die dänischen Campingplätze könnten echt nicht besser ausgestattet sein!

Nach dem vorzüglichen Abendessen spülen wir natürlich auch gleich hier und räumen den Grill auf. Hat wirklich gut geklappt. Dann bringen wir alles rüber zum Wohnwagen und überlegen, ob wir es uns vor dem notwendigen Gang zur Dusche noch ein wenig vor dem Wohnwagen gemütlich machen. Doch noch bevor ich die ersten Stühle aus dem Staukasten wieder hervorgekramt und aufgestellt habe, kommen „alte Bekannte“ auf den Platz!
Siiiiirrrrrrr!
*fuchtel*
Wiiihuhuhuiiii – Siiiiiirrrrr!
Ihr ahnt es schon! Es sind Mücken! Au-weia! Und das nicht wenige. Schade, das war zu erwarten. Während in der Ferne offenbar Regen niedergeht, ist es hier über dem Platz nahezu windstill und eine schwere Luftfeuchtigkeit wabert über die Wiese. Ideales Flugwetter für Mücken!
Doch ich habe vorgesorgt! Schon vor dem Urlaub habe ich ein paar Hilfsmittel eingepackt, um diese hier in Skandinavien auf ihre reale Tauglichkeit zu überprüfen! Mückenlichter, Kerzen, Duftöllampen wie die von Lampe Berger Mückenschutz oder auch der Thermacell Halo fürs Camping sollen sich unter diesen erschwerten Gefechtsbedingungen beweisen!
Nach dem Urlaub hab ich vor dann einen ehrlichen Artikel darüber zu schreiben, welches Mückenmittel uns am besten geholfen hat!
Ich will an diesem Abend gerade den ersten Test mit dem Thermacell starten, da kommen die Jungs aufgeregt angerannt!
„Papa! PAPA! – Du brauchst keinen Mückenschutz! Die hier fressen die Mücken!“ ruft es mir schon von weitem entgegen und als Tim und Nils aufgeregt zu mir an den Platz kommen, öffnen sie die Hand und präsentieren mir einen kleinen graubraunen Hüpfer! Was ist das? Ein Frosch? Eine Kröte? Und warum ist der so klein? „Viele Mücken wird der kleine Hüpfer wohl nicht fangen!“ entgegne ich. „Doch Papa! Er alleine nicht, aber alle zusammen bestimmt!“ – „Häh? Wie meint ihr das?“ frage ich und ungestüm führen mich die zwei zu einer Ecke am Servicehaus. Zuerst erkenne ich nichts. Doch dann sehe ich es auch! Es hüpft! Im Gras! Hier direkt vor mir! Und hinter mir! Und neben uns auch! Man muss nur einen Moment still stehen bleiben und erlebt ein faszinierendes Wunder der Natur! Überall um uns herum hüpfen kleine Hüpfer auf der Wiese! Wo kommen die denn auf einmal alle her? Die waren aber vor ein paar Minuten, als ich unser Geschirr vom Servicehaus zum Wohnwagen getragen habe, noch nicht da, oder? Oder sind sie mir nur nicht aufgefallen? Na jedenfalls ist es für die Jungs und auch für mich ein tolles Naturschauspiel den kleinen Kerlchen und Weibchen beim Ausflug zuzuschauen! „Gute Jagd und fette Beute!“ möchte ich ihnen am liebsten zurufen! Das mit den Mücken nimmt wirklich Überhand…

Gut, bleiben wir realistisch. Die Armee aus kleinen Hüpfern muss erstmal groß und stark werden, bevor sie sich für uns heldenhaft in den Kampf gegen die fliegende Brut stürzen können. Den Mückenschutz ausprobieren möchte ich dann aber auch nicht mehr. Es ist schon spät genug und wir haben noch gar nicht das Salz des Meeres vom Körper gespült. Unsere Außendusche ist natürlich eine feine Sache. Aber ohne den entsprechenden Wasservorrat für 4 Personen im Wohnwagen (unser Tank fasst nur 20 Liter plus 5 Liter, die zusätzlich über die Warmwassertherme zur Verfügung stehen) ist eine wirklich erfrischende, gründliche Dusche eher ausgeschlossen. Also schnappen wir uns unsere Duschsachen und spazieren noch einmal rüber zum Servicehaus, um jetzt eine schöne frische Dusche zu genießen.
Zurück im Wohnwagen lassen wir dann den Abend bei einer Runde gegenseitig erzählter Highlights der heutigen Flut- und Wellengeschichten ausklingen, bis die Jungs zufrieden einschlafen. Auch wir bleiben nicht mehr allzu lange wach. Morgen geht unsere Rundreise durch Dänemark mit dem Wohnwagen nämlich schon weiter und da müssen wir fit sein!

Fazit des Tages – Rundreise mit dem Wohnwagen durch Dänemark, ein Tag am Strand auf der Insel Römö:
Das Römö- Trauma ist besiegt! Damals, bei unserer ersten Rundreise durch Dänemark haben wir uns am Strand von Römö mit dem Wohnmobil festgefahren! Das durfte uns heute nicht passieren. Und es hat geklappt! Der Tag mit dem Wohnwagen am Strand war perfekt! Und das, obwohl das Risiko sich festzufahren mit einem Wohnwagen am Haken nochmals ein ganzes Stückchen größer ist, als mit einem Wohnmobil! Gerade mit einem Fronttriebler, wenn der Kofferraum beladen und der Wohnwagen am Haken hängt, drehen die Räder schnell mal durch. Und spätestens, wenn das passiert, gräbt man sich gnadenlos ein! Ich muss aber auch zugeben, dass ich eine solche Situation fast schon ein wenig heimlich provoziert habe! Wir sind, mit Ausnahme der Jeeps, Amaroks und Co, eigentlich nach ganz vorne und noch VOR die Reihe der Wohnmobile gefahren! Pole Position zum Strand mit freiem Blick aufs Wasser. Hätten wir uns festgefahren, hätte ich fast zu gerne ausprobiert, ob wir uns selbst mit dem Mover am Wohnwagen aus dem Sand hätten ziehen und somit quasi selbst befreien können! War aber nicht nötig. Wir fuhren an den Strand, sahen das Meer aus der ersten Reihe, fuhren wieder ab und siegten!
Allerdings war unser Sieg nicht ganz makellos! Denn als wir vom Strand fuhren, wollten wir eigentlich noch eine Runde an der „Flaniermeile von Römö“ bei Lakolk entlang schlendern. Dafür aber hätten wir auf das zwar großzügige aber leider auch voll belegte Parkplatzareal vor der Flaniermeile auffahren müssen. Mit dem Wohnmobil hätte man das machen können. Einzelne Parkbuchten wären mit Müh und Not noch passend gewesen, zumindest für ein Mobil wie das unsere von früher unter 6 Metern Länge. Mit dem Gespann aber keine Chance! Nicht nur, dass wir keinen Parkplatz dort bekommen hätten, selbst das Drehen wäre eine echt komplizierte Angelegenheit geworden! Also fiel das Flanieren aus und wir mussten unverrichteter Dinge Römö leider verlassen.

Zitat des Tages, am Abend beim gemeinsamen Sitzen im Wohnwagen:
„Also morgen werde ich mir für Ribe eine richtige Jeans anziehen! Nicht nur eine Jogginghose! Und du ziehst dir gefälligst auch ein ordentliches Polo- Shirt an! Nicht diese labberigen T- Shirts!“
„Uh! Dann sehen wir ja morgen wie ganz normale Touristen aus! Und nicht wie verlotterte Camper!“
😉

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