Wir haben erstaunlich besser geschlafen, als ich zunächst vermutet habe!
Die räumliche Nähe zum Bahnhof Detmold hat mich schon fürchten lassen, dass ich eine für Bahnfans sicherlich tolle, aber für Schlafsuchende eher nervenaufreibende Nacht verbringen würde, wie zu Beginn des Jahres am Wohnmobilstellplatz in Oberhausen.
Damals passierten die ganze Nacht hindurch schwere Güterzüge die Strecke und am nächsten Morgen war ich dann aufgrund akuten Schlafmangels geistig eher platt wie eine Flunder.
Aber hier? Nix!
Einen Zug hab ich am Abend noch gehört, dann bin ich ganz easy eingeschlafen und kein Zugverkehr hat mich schlecht schlafen lassen.
Auch Anja hat von möglichen Zugfahrten nichts mitbekommen.
Hat mich schon positiv überrascht!
Von ganz allein werde ich gegen halb 9 wach und stehe als erster auf.
Frisch ist es geworden, gerade mal 11 Grad zeigt unser Thermometer. Natürlich schmeiße ich umgehend die Truma an, die mit einem vertrauten „Tick – Tick – Vrouwff“ auch gleich ihre Arbeit aufnimmt.
Tja, die Anzeichen des Herbstes sind eben nicht nur zu sehen, sondern eben auch (leider) zu fühlen.

Schon kurz nach dem Aufstehen höre ich Leben vor dem Wohnmobil.
Fast könnte man meinen, jemand spricht extra laut, um die Schlafmützen in den umliegenden Wohnmobilen zu wecken.
Neben den bereits auf dem Platz befindlichen Ford Transit haben sich nämlich am Abend noch 2 weitere Mobile zu uns gesellt und scheinbar ist genau jetzt der Moment gekommen, wo die Übernachtungskosten fällig werden.
Gestern hatte ich vor unserer Abreise noch bei der Stellplatzverwaltung angerufen und nachgefragt, dabei habe ich erfahren, dass für Spätankommer eben auch am Folgetag bezahlt werden kann.

Ich werfe schnell eine Jacke über und schaue dann auch gleich mal draußen nach dem Rechten. Tatsächlich ist grad der Platzmeister vor Ort und kassiert bei uns die 10,- € Stellplatzgebühr.
Aber es wird nicht nur kassiert, sondern natürlich auch ein kurzer Plausch gehalten.
Ich bekomme ein paar Tipps für Sehenswertes und dann die Frage gestellt, ob ich denn schon die Serviceeinrichtungen besucht hätte.
„Serviceeinrichtungen?“
„Ja, hinten um die Ecke und dort ist Dusche nebst Toilette!“
Ja das ist ja mal ein Knaller!
Ungläubig gehe ich, während sich gerade die anderen beiden Mobile in Bewegung setzen, nachschauen und tatsächlich entdecke ich einen kleinen aber liebevoll eingerichteten Aufenthaltsraum mit allerlei nützlichem Informationsmaterial.
Viel wichtiger ist aber eine saubere Toilette und eine ebenso saubere Dusche, die ich, wenn ich um deren Existenz früher gewusst hätte, ganz bestimmt auch heute anstelle unserer Wohnmobil- Katzenwäsche mit Waschlappen am Waschbecken vorgezogen hätte.
Ja sowas!
Und jetzt das Beste: Für Gäste des City Camp Detmold ist die Nutzung von Dusche und WC kostenfrei!
Das relativiert natürlich den gestern Abend gefühlt teuren Preis von 10,- € für eine Übernachtung, wenn ich dafür hier die Sanitäreinrichtungen (wohl ein ehemaliger Sozialraum der Deutschen Bundesbahn) nutzen kann. Besonders für uns (wir haben ja keine Fahrzeugdusche) gewinnt der Platz fast augenblicklich an Wert!

         
    Man glaubt es kaum: Einfach am Haus vorbei und links…          …folgt dieser komplett eingerichtete Aufenthaltsraum 🙂

         
     Sogar mit Bad! Vollservice? JA! Warmwasser, Seife, Toilettenpapier, Handtücher und sogar eine kostenlose Dusche!

Zurück am Wohnmobil berichte ich Anja sogleich beim Frühstück von meiner Entdeckung.
Spontan entscheiden wir uns, vielleicht heute Abend ganz einfach wieder hierhin zurück zu fahren und nicht wie geplant den Campingplatz in Lemgo aufzusuchen. Zumindest halten wir uns mal diese Option mal offen.
Jetzt, wo ein vollausgerüsteter Wohnmobil- Stellplatz gleich um die Ecke von Externsteinen und Hermann winkt, können wir ja auch gut hier übernachten und sogar noch 5,- € gegen den Campingplatztarif sparen.

Zum Frühstück gibt es übrigens die gestern im Supermarkt gekauften Brötchen.
Schmecken natürlich nicht mehr frisch, aber keiner von uns beiden konnte sich aufraffen, zum am Bahnhof gelegenen Bäcker zu gehen.
Das Wetter ist einfach zu ausladend.
Hatten die für heute nicht schönes Wetter vorher gesagt? Schon am frühen Morgen hat es aber ganz leicht angefangen zu tröpfeln und ein grauer nieseliger Dunst liegt über Detmold.
So richtiges schmuddeliges Herbstwetter!

         
     Zum guten Start in den Tag gehört ein gutes Frühstück!           Zum guten Start gehört aber auch gutes Wetter!  :-/

Wir müssen uns schon ein Stück weit überwinden, dass wir auch wirklich den Tag starten.
Besonders Anja lässt sich ein wenig vom trüben Grau in Grau am Himmel anstecken und mag noch nicht so richtig aufbrechen.
Aber das Wetter kann man sich nunmal nicht aussuchen und so starten wir endlich gegen viertel vor 12 unseren Motor.
Weit kommen wir allerdings nicht, gerade mal zur Entsorgungsstation schaffen wir es.
Die gut positionierte Bodenluke will ich noch fix nutzen, um das wenige angesammelte Grauwasser auch gleich wieder abzulassen.
Muss man ja nicht unnötig mit herum schleppen.

         
     Vor unserer Abreise stoppen wir noch kurz auf der VE               Hier gut zu sehen: Die gut erreichbare VE- Bodenluke

Um 12 haben wir dann alles an Altwasser dagelassen und nehmen sogleich Kurs auf unser erstes Ziel an diesem Tag, dem erklärten Hauptziel der Reise.
Kein geringer, als das Nationaldenkmal und die derzeit größte Statue Deutschlands (und Platz 21 in der Weltrangliste 😉 werden wir besuchen, unseren Hermann, oder auch Armin den Cherusker.
Den Weg zum Hermann kennt zum Glück das Navi, sodass wir uns noch nicht einmal groß um die Route kümmern brauchen. Aber auch ohne Navi wäre der gute Hermann wohl nicht zu verfehlen, er ist gut ausgeschildert.

Die Fahrt zum Hermanndenkmal dauert vom Stellplatz aus nur knappe 10 Minuten. Echt perfekt gelegen!
Es geht kurz auf einem etwas engerem Waldpfad nach oben, bis wir bei N 51.90958° / E 8.84182° einen großen Parkplatz erreichen.
Scheinbar scheint das schlechte Wetter doch deutlich Einfluss auf die Besucherströme zu haben, zumindest „spontane Tagesbesucher“ haben sich möglicherweise ein anderes Ziel überlegt.
Anders können wir uns nicht erklären, warum vielleicht gerade mal 10% der verfügbaren Parkfläche ausgenutzt sind.
Wir ziehen eine Parkkarte an der Einfahrt zum Parkplatz, suchen uns ein nettes Plätzchen in einer der hinteren Reihen, stellen den Kühlschrank auf Gas, werfen die Wanderschuhe an die Füße und schon geht es los.

         
     der Weg führt durch den Wald den Berg rauf                            Angekommen: Wir parken auf einem großzügigen Areal

Noch bevor wir den Hermann erreichen, können wir in einer Art „Touristenviertel“ unsere Eintrittskarten an einem Kiosk kaufen.
Praktisch hierbei: Es gibt eine Kombikarte, die sowohl für die Besichtigung der Hermann- Statue gilt, aber auch den Eintritt an den Extern- Steinen ermöglicht, die sich hier unmittelbar nebenan befinden.
Da wir diese ja auch auf unserer Wunschliste stehen haben, kaufen wir also gleich mal 2 Kombitickets zu je 3,50 €.
Die weiteren Gebäude neben dem Kiosk bieten eine kleine Gaststube, eine Art Tagungsraum, einen kleinen Souvenirverkauf.
Viel los ist hier nicht, andererseits haben wir auch nicht allzu viel erwartet.

         
     Die „Touristenmeile“ beginnt mit der Bushaltestelle                   Unsere Kombikarte für Hermann und Steine, kostet 3,50

         
     rechts ein kleiner Souvenirshop, links ein Café                         Erinnerungsmünzen zum selber prägen

Der Weg zum Hermann will übrigens mühsam erarbeitet werden!
Nur wenige Schritte hinter dem Parkplatz führt der Weg eine Anhöhe rauf und wir müssen uns wirklich schwer tragen. Wenn wenigstens noch die Sonne dazu scheinen würde!
Aber den Gefallen tut sie uns einfach nicht, noch immer ist der Himmel bedeckt und grau.
Schade.
Wird wohl nichts aus der Fernsicht über den Teutoburger Wald und das Lipper Land, die man von der Aussichtsplattform des Hermann genießen können soll.

Zum Glück ist der Weg nicht allzu weit und so reicht unsere Motivation gerade bis zu dem Punkt, wo wir den guten Hermann zum ersten Mal sehen können.
Und der gute streckt uns gleich seine Schokoladenseite entgegen!
Frei nach dem Motto „Auch ein schöner Rücken kann entzücken“, spazieren wir im toten Winkel auf den Hermann zu.
*Hihi*, so kann er uns wenigstens nicht kommen sehen 😉

         
     Juchu! Der Hermann liegt unmittelbar vor uns!   Wir kommen näher… und näher… und näher… und näher… 😉

Während wir uns noch an den Hermann heran schleichen, muss ich zugeben, dass ich ein klein wenig enttäuscht bin.
Irgendwie hab ich mir den Hermann deutlich größer und monumentaler vorgestellt!
Bei Fernsehberichten rund um den Hermann (oder auch bei einigen Filmen, wo der gute Hermann schonmal eine Komparsenrolle hat) erscheint der Hermann für gewöhnlich als wuchtiges riesiges Bauwerk, welches weit über Baumwipfeln und den Landschaften thront.
Besonders, wenn man Luftbilder vom Hermann sieht und bewegte Bilder aus dem Hubschrauber aus mit dem sich hier bietenden Original vergleicht, ist das schon ein wenig demotivierend.
Ist das denn wirklich der richtige Hermann? Der wirkt so klein!
Auch Anja stimmt mir zu, findet den Hermann jetzt mal nicht wirklich beeindruckend.
Naja, vielleicht kommt das ja noch, wenn wir erst einmal auf dem Sockel stehen…

Recht schnell finden wir den Eingang zur Statue und halten unsere Kombikarte an das elektronische Drehkreuz.
Glück gehabt, dass wir unten den Hinweis mit den Eintrittskarten am Kiosk gelesen haben, denn hier oben gibt nur noch ein stummer Eintrittskartenautomat auf Anforderung eine Karte heraus.
Menschliches Personal hat man wohl abgeschafft, wie ein kleines verlassenes Kassenstübchen am Sockel des Hermann beweist.

         
     Letzte Gelegenheit: Ein Automat spuckt Tickets aus…                …das Kassenhäuschen im Sockel ist hingegen unbesetzt

         
     Ich stehe am Sockel, hinter mir das elektronische Drehkreuz     Anja, jetzt komm, ich will rauf! 😉

Im Innern geht es nun eine betonierte Wendeltreppe hinauf.
Die kurze Steige ist schnell erklommen und schon stehen wir am Zugang zur Aussichtsplattform.
Es würde zwar noch durchaus weiter hinauf und direkt hinein in den Hermann gehen, aber dieser Zugang ist mit einer schweren Türe leider versperrt.
Hab ich vorher schon gelesen, dass der Hermann selber leider nicht von innen angeschaut werden kann.
Angeblich zu eng und zu dunkel. Und es soll mal jemand aus dem Nasenloch gefallen sein.
Ob das stimmt, habe ich bei weiterer Recherche zu diesem Gerücht aber weder bestätigt noch verneint bekommen.
Nun, auch ohne dem Hermann „ins Innere“ zu steigen, ist der Aufstieg schon lohnenswert.
Von hier oben hat man nämlich einen deutlich besseren Ausblick ins Umland, als man von der nur wenige Metern entfernten Position am Sockel vermutet.
Nur seine 7 Sachen sollte man schon festhalten. Wow! Fegt hier oben der Wind entlang! Fast schon instinktiv umrunde ich den Hermann- Sockel einmal fast komplett, bis ich im Windschatten des Sockels eine einigermaßen zumutbare Stelle ohne Sturmböen erwische. Anja ziehe ich direkt hinter mir her, sodass wir nun gemeinsam die Aussicht ohne Windgestöber bestaunen.
Hilfreich zu Orientierung sind einige auf den Rundlauf angeschlagene metallene Platten, die die jeweilige Stadt voraus anzeigen.
Auch die Himmelsrichtungen sind markiert und sogar der Weg nach Berlin ist vorgezeichnet.

         
     Vom Sockel hat man einen schönen Ausbilck aufs Umland          Blick zurück zum Weg, auf dem wir gekommen sind

         
     An der Mauer sind Metallplatten eingearbeitet:                          Diese zeigen die Städte, auf die man schaut. Hier Lemgo

         
     oder hier, Bad Salzuflen unmittelbar voraus                              Kühn, aber tatsächlich *fast* zu erkennen! Berlin! 😉

     Hermann reckt sein Schwert gen Himmel
     Stolz streckt Hermann sein Schwert in den Himmel, trotzt mutig Wind, Wetter und den Franzosen 😉
Auf seinem Schwerte steht geschrieben: „Deutsche Einigkeit, meine Stärke. Meine Stärke, Deutschlands Macht.“

Lange verweilen wir nicht auf der Plattform. Es ist einfach zu windig, trotz Sockel im Rücken.
Ich frage mich, wie der gute Hermann das nur aushält? Zum Beispiel bei Eisregen!
Es ist ja nicht gerade so, als wäre der gute Hermann wohl bekleidet! Und wenn ihm die Eiszapfen an der Nase herunter hängen, wird der bestimmt mit seinen unbestritten feschen aber auch nackigen Schenkeln mit Sicherheit ganz schön frieren!
Aber was einen Deutschen nicht umbringt, macht ihn nur härter! 😉
Ein paar Augenblicke trotzen wir dem zugigen Wind noch, dann aber verlässt uns der Mut.
Sorry Hermann, du musst leider ohne uns weiter dein Schwert gen Westen und nach Frankreich richten, wir können dir nicht mehr weiter helfen.
Und so steigen wir die Treppe wieder herab, um zurück auf Bodenhöhe hinter dem Sockel eine Art Balkon näher zu begutachten.
Von hier aus hat man nun die Möglichkeit, den Hermann mal in seiner gesamten Statur einigermaßen vorzeigbar auch von vorne abzulichten, was uns auf dem Weg zum Hermann ja nur von hinten gelungen ist.

         
     Noch vom Plateau aus aufgenommen: Der untere Balkon     Pause neben der Erinnerungstafel für Ernst von Bandel

     Hermann, auch genannt Armin der Cherusker
     Hier nochmals unser Hermann, diesmal von vorn mit Sockel und Treppe vom unteren Balkon aus aufgenommen

Rund um die Anlage finden sich übrigens mehrere Infotafeln, wovon wir einige studieren.
Die Tafeln erzählen die Geschichte des Hermanns, die Bauzeit, den Aufwand, aber auch politische Hintergründe, wie zum Beispiel, warum er (wie bereits erwähnt) sein Schwert zu DEM damaligen Gegner des 19 Jahrhunderts richtete, nämlich in Richtung Frankreich.
Dazu kommen Infos zum Bauherrn Ernst von Bandel, der hier so ziemlich alles an Geld und Leben in den Hermann gesteckt hat.
Am Ende starb der gute Mann mittellos und verarmt, die Statue hat ihn quasi seiner Lebensgrundlage beraubt.

         
Infotafeln wie diese finden sich einige rund um den Hermann     Auf dieser stehen zum Beispiel alle wichtigen techn. Details

Neben den Infotafeln erhält Ernst von Bandel ja heute noch eine weitere späte Anerkennung, was auch die am Zugang zum Hermann befindliche sogenannte „Bandel- Hütte“ beweist.
Die kleine Holzhütte war Schaffens- und Schlafplatz von Ernst von Bandel und bot dem Bauherrn des Hermann hier von 1872 bis 1876 Quartier.
Im Innern befindet sich heute eine kleine Ausstellung über die Geschichte des Hermann, die wir ebenfalls genau studieren (Eintritt in die Hütte ist kostenlos).
Die Eröffnung zum Herman fand 1875 statt. Der Kaiser selbst hatte sich auf den Weg hierher gemacht und soll am Ende des Events mit mehreren 10tausenden von Besuchern gesagt haben, dass es das schönste Fest gewesen wäre, dem er jemals beigewohnt habe.
Seit dem war es dann wohl Brauch, dass man als „guter nationalgesinnter Deutscher“ dem Hermann mindestens einmal einen Besuch abgestattet haben sollte.
Kein Wunder, dass auch in der „dunklen Deutschen Zeit“ das Symbol des Hermann für unlautere Zwecke ausgenutzt wurde.
So hat Ernst von Bandel sich das sicherlich nicht vorgestellt.
Umso schöner ist es, dass der Hermann nach dem Krieg nun als Mahnmal für Freiheit und Frieden seinen Platz gefunden hat.
Und das er dabei noch immer das Schwert gen Frankreich richtet, ist heute sicherlich in einem ganz anderen Kontext zu verstehen 😉

         
     Ehre, wem Ehre gebürt! Büste für und von Ernst von Bandel     Die „Bandel- Hütte“ Schaffens- und Lebensraum des Meisters

         
     Im Inneren gibt es weitere Infos zum Hermann                        Hermann im Modell

         
    Einweihungsfeier der Statue im August 1875                             Der Künstler im Modell, hier baut er gerade am Schwert…

Interessant sind natürlich auch die technischen Daten der Hermannstatue, die hier noch einmal kompakt zusammen gefasst sind:
Baubeginn: 1838
Grundsteinlegung: 1841
Vollendung des Unterbaus: 1846 (danach zunächst Baupause bis 1862)
Einweihung des Denkmals: 1875
Höhe des Unterbaus: knapp 27 Meter
Höhe der Statue: 26,57 Meter
Gewicht der Statue: knapp 43 Tonnen
Schwertlänge: 7 Meter, 550 kg (halt so ein Teil mal den ganzen Tag hoch…  😉
Denkmalgesamthöhe: 53,46 Meter
Schon beeindruckend die Zahlen, oder?
Dennoch ist es nach wie vor ein wenig komisch, dass uns der Hermann hier vor Ort gar nicht so groß vorkommt, wie es die Zahlen auf den ersten Blick vermuten lassen.

Hermann hat übrigens einen kleinen Bruder!
Wer hätte das gedacht?!
Allerdings müsste sich einer der beiden, wenn er den anderen besuchen wollte, auf einen recht langen Weg machen und ein Boot bräuchte er auch!
Der kleine Hermann, das sogenannte „Hermann Heights Monument“ oder „Hermann the German“ (gesprochen „Hörmen the Djschörmen„) steht in den USA, genauer in New Ulm im Bundesstaat Minnesota.
Dort wurde er von Deutschen Auswanderern aufgestellt, die dort in Neu- Ulm eine neue Heimat gefunden hatten und gleichzeitig ein Stück Ihrer Heimat mitnehmen wollten.
Der Hermann in den USA ist hierbei sogar fast so alt, wie sein großer Bruder hier in Deutschland, er wurde 1897 fertig gestellt und ist etwa 31 Meter hoch.
Unserem Hermann reicht er damit wohl nur bis etwa an die Knie…
Auch ein Kampf zwischen „Herman the German“ und unserem Hermann wäre wohl unfair dem amerikanischen Hermann gegenüber.
Herman the German´s Schwert misst nämlich nur etwas um knapp über 3 Meter.
Gegen das 7- Meter Schwert unseres Arminius wohl kaum konkurrenzfähig.

Aber die beiden sollen ja auch nicht gegeneinander kämpfen, sondern sich viel mehr friedlich im Geiste verbunden fühlen.
Wenn überhaupt, hätten die beiden stattlichen Herrmanns vielleicht gemeinsam eine Chance gegen eine der kampfeslustigen und wehrhaften russischen Damen…  😉
Und so ist es schön zu lesen, dass die beiden jeweiligen Verwalter der Statue einen engen Gedankenaustausch pflegen.
Deswegen steht wohl auch die Infowand hier, um eben auch den Hermann in den USA einmal vorzustellen.

         
     Der „kleine Bruder“ vom Hermann steht in Amerika!                 Dort in Minnesota, genauer in New Ulm ist er zu finden

Übrigens hat Anja mich bei meinem Wort gepackt und ich sitze ein wenig in der Zwickmühle!
Ich hab ja mal im Frühjahr des Jahres gesagt, dass wir uns unbedingt einmal den Hermann anschauen müssen. Steht ja auch so in unseren erklärten Reisezielen.
Mit unserem heutigen Besuch war ich eigentlich der Meinung, dass wir dieses „Versprechen“ eingelöst haben.
Anja meint aber, dass zu einem echten „Hermann- Besuch“ ja nun auch der Besuch des kleinen Hermann in Minnesota gehören würde.
Oh- weia!
In was hab ich mich da nur verstrickt?!
Nun, warum eigentlich nicht?
Schon seit längerer Zeit haben wir überlegt, dass wir ja mal wieder eine Reise in die USA planen könnten.
Schon einmal haben wir vor einigen Jahren eine Tour mit einem Mietwagen durch Californien, Utah, Arizona und Nevada gemacht. Traumhaft war das damals.
Warum also nicht nochmal sowas machen? Vielleicht mit einem gemieteten Wohnmobil?!
Wenn wir wieder zuhause sind, werden wir hier mal ein paar Recherchen anstellen und ein bisschen herum rechnen, ob wir das im kommenden Jahr oder auch später realisieren können.
Dort in den USA den Hermann zu besuchen ist ja wirklich ein guter Grund! Jedenfalls wüsste ich im Moment keinen besseren, dort einmal hinzufahren 😉

Nachdem wir die Bandel- Bauhütte ausgiebig besichtigt haben, spazieren wir zurück in Richtung Wohnmobil.
Wir stöbern zwar noch ein wenig durch einen kleinen Souvenirshop, können aber nichts Passendes entdecken, was einen Einkauf lohnt.

         
     Besuch im Souvenirshop gleich am Parkplatz                            Für uns ist aber nix Passendes dabei

Wir zahlen fix schnell die Parkgebühr und machen uns sogleich auf, das nächste Ziel auf dieser Kurzreise anzusteuern, die Externsteine!
Diese sehr markante Sandstein- Felsformation ist, wie unser Hermann, eine der Sehenswürdigkeiten Deutschlands.
Markant sind die Steine deswegen, weil sie inmitten der Natur regelrecht senkrecht in den Himmel ragen. Ursache hierfür soll die sogenannte „saxonische Rahmenfaltung“ sein, was man einfach übersetzt als Gebirgsbildung bezeichnen kann.
Damals, also vor etwa 70 Millionen Jahren, lagen die Steine wohl auf der Erde, also ganz normal waagerecht.
Dort wären sie sicherlich total unbeachtet gewesen, wenn die tektonische Verschiebung sie nicht aufgestellt hätte.
Sowas ist doch mal faszinierend! Einfach so hochkant gestellt? Das passiert doch nicht von heute auf Morgen! Aber wenn das nicht spontan passierte, warum sind die Steine dann beim Aufrichten nicht umgefallen?
Schon interessant und ein wenig mystisch zugleich!
Derart markante Steine mitten in der Natur sind schon was Besonderes und so ist es auch kein Wunder, dass die Steine in den alten germanischen Kulten Erwähnung finden.
Manch einer vermutet an den Externsteinen sogar den Standort einer sogenannten „Irminsul“- Statue, die nach der alten germanischen Mythologie Teil des ureigenen Weltenbaumes sein soll.
Noch heute gibt es „germanische Pilger“ und spirituelle Gruppen, die z.B. zur Sommersonnenwende oder zur Walpurgisnacht an diesen Ort kommen, um dieses kalendarische Ereignis an einem Ort mit besonderem spirituellem Bezug zur Erde zu feiern (ob´s dann stimmt bzw. funktioniert, steht auf einem anderen Blatt ;-).

Natürlich bieten die Steine auch allerhand Futter für meine heiß geliebten Grals- und Verschwörungstheorien! Jau!
So werden die Steine bereits 1093 in der christlichen Geschichte erwähnt, damals handelte es sich um den Verkauf der Steine an ein Kloster.
Aber auch deutlich frühere Spuren menschlicher Anwesenheit an diesen Steinen sind von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften bestätigt.
Alte Feuerstellen und archäologische Funde deuten darauf hin.
Und wenn diese markante Steinformation in kirchlicher Hand war, könnte hier ja durchaus auch ein Hinweis auf den heiligen Gral versteckt sein, oder?
Ich muss unbedingt die Augen hiernach aufhalten! 😉

Nun, genug der einleitenden Worte zu den Externsteinen! Bevor die Suche nach Gralsspuren erfolgen kann, müssen wir ja erst einmal an den Steinen ankommen.
Idealerweise liegen diese aber in unmittelbarer Nähe zum Hermann, sodass wir nach nur ca. 15 Minuten Fahrt durch das Detmolder Umland (in Richtung Bad Meinberg) gegen 20 vor 2 schon wieder den nächsten Parkplatz erreichen.
Auch hier wird Parkgebühr fällig.
*Grmpf*
Aber was will man machen…
Wir parken unser Wohnmobil erneut etwas abseits (auch hier ist viel Platz, Koordinaten N 51.87112° / E 8.92543°), spazieren dann auf einem Waldweg entlang und folgen den Schildern zu den Externsteinen.
Schon von weitem kann man diese markante Felsformation gut erkennen und der sich schlagartig mit Menschen füllende Bereich vor den Externsteinen deutet klar darauf hin, dass wir uns den Steinen nähern.

         
     2ter Stopp für heute. Parkplatz an den Externsteinen                 Rechts dem Weg in den Wald rein folgen wir

         
Na, das ist aber mal eine nette Begrüßung!                              Unterwegs im Wald entdeckt: Ein Holzdrache

         
     Unterwegs zu den Externsteinen, zum Glück ist der Weg nicht weit und schnell zeigt sich die Steinformation voraus

Schnell entdecken wir den Zugang zu den Steinen, wo sich an einer kleinen Holzhütte eine kleine Schlange gebildet hat.
Wir warten kurz, zeigen dann unsere Kombikarte vor und dürfen an die Steine ran.
Sofort steigen wir die in den Fels geschlagenen Stufen hinauf. Ein ganz schöner Kraftakt, der auch ein wenig Überwindung kostet.
Die Stufen sind hoch, schmal und ziemlich steil!
Gut festhalten muss man sich daher in jedem Fall.

         
    Schwer zu erkennen, aber sie sind da: Wege im Fels               Abenteuerlich: Eine schmale Brücke zwischen 2 Steinfelsen 😮

         
     Na dann, auf geht´s! Das Abenteuer wartet!                            Komm schon du Abenteuerer, nicht so schlappig 😉

         
     Mitten durch den Fels geschlagen: Der Aufstieg                        Wegführung seitlich am Fels entlang

         
    Man umrundet die Steine fast wie in einer Spirale                      Ausblick auf die mittlere Ebene: Anja macht Bilder

Zum Glück sind es nicht zu viele Stufen, bis die geschätzten 30 Meter bis zur ersten Aussichtsplattform erklommen sind.
Aber der Aufstieg lohnt sich!
Bizarre Felsformationen liegen auf einer Linie und zeigen von Einfluss jahrtausendealter Witterung, die den Stein regelrecht ausgespült haben.
Jetzt wird auch klar, wie das „Aufrichten“ der Steine zu verstehen ist.
Nicht die Steine haben sich erhoben, sondern viel mehr der gesamte Boden! Der Boden und der umliegende Stein jedoch ist über die vielen tausenden Jahre von Wind und Wetter abgetragen worden, nur der deutlich härtere Sandstein ist dann stehen geblieben.
Und so recken sich nun diese Steine hier in den Himmel.
Auch der Ausblick ist famos, zumal sich das Wetter stetig bessert.

         
     Blick auf einen kleinen See unterhalb der Steine                     Hier gut zu erkennen: Der Treppenaufstieg des Nachbarfelsens

         
     Aus dieser Richtung sind wir gekommen                                   Die abenteuerliche Felsformation in unserem Rücken

Gleich hier von der ersten Spitze können wir eine Art Brücke nutzen, um auf den benachbarten Stein zu gelangen.
Kenner des deutschen Actionfilms „Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen“ werden die Treppe vielleicht auch wiedererkennen, Brücke und Externsteine sind in diesem Film ein Spielort mit zentraler Bedeutung.
Nichts geringeres, als Karl´s (Karl der Große) Reichsapfel soll sich hier an den Externsteinen befinden, der einen weiteren Hinweis zum verschollenen Schatz der Nibelungen erhält.
Eine tolle Geschichte, zweifelsohne, wenn auch nicht ganz zufällig von Weltbestsellern wie „DaVinci Code / Sakrileg“ oder Filmen wie „Das Vermächtnis der Tempelritter“ abgekupfert.
Aber ich mag Filme mit moderner Schatzsuchthematik, weil sie so schön in unsere Zeit passen und man die Spielorte einfach besuchen und dem Filmweg nachfolgen kann.
Viele unserer Reisen hatten ja bereits Anleihen am Besuchen von filmrelevanten Spielorten, ganz besonders die Wohnmobilreise nach Schottland mit dem Besuch der Rosslin Chapel sei an dieser Stelle genannt.

         
     So, jetzt kommt noch die abenteuerliche Brücke…                     …schon überquert! Hier mal von der anderen Seite

         
Auch Anja hat den Aufstieg natürlich geschafft                          und über die Brücke: Wir sind schon wahre Abenteurer 😉

Nachdem wir die etwas abenteuerliche Brücke überquert haben, entdecken wir gleich das nächste Highlight.
Eine Art kleine Grotte mit einem kleinen Lichtloch und einem in den Stein geschlagenen Tisch mit 2 Kuhlen rechts und links.
Ob hier früher die besagten Mönche niederknieten und beteten?
Und was ist mit diesem Lichtloch? Ob vielleicht bei einer bestimmten Planetenkonstellation oder zu einem besonderen astronomischen Ereignis wie einem vorbeifliegenden Kometen das durch diese Luke strömende Licht den Weg zu einem ganz besonderen Schatz weist?
UI-ui-ui, das wird ja doch noch recht spannend!
Tatsächlich fällt das Licht genau in diesem Moment mehr oder weniger auf die gegenüberliegende Wand.
Wow, na wenn das mal kein Zeichen ist!

     Steinmulde in den Externsteinen, Weg zu einem Schatz?
     Ob die Mönche früher hier beteten? Und wohin zeigt das Licht durch den Spalt?

Ich untersuche die Stelle, wo das Licht auf die Wand fällt und tatsächlich!!! Ein Schatz!!!!
Durch einen Spalt oder kleines Fenster in der Wand blicke ich auf waschechten Münzschatz!
Hunderte kleiner Kupfermünzen liegen hier und warten nur darauf, von mir eingesammelt zu werden.
Ob die Münzen noch aus dem Mittelalter stammen?
Vielleicht ein echter antiker keltischer Münzschatz!
Allein vom Finderlohn können wir uns wahrscheinlich 2 Wohnmobile kaufen!
Juchu!
Und erst der dazugehörige Ruhm! Hunderte Archäologen und Wissenschaftler, die diese Steine über Jahre studiert und untersucht haben, werden sich vor uns verneigen müssen!
Und wo wird natürlich exklusiv über diesen sensationellen Fund berichtet? Natürlich auf transitfrei.de! Vielleicht schreibe ich sogar ein Buch darüber, das wird LOCKER ein Bestseller!
Wir haben ausgesorgt, dank diesem tollen Münzschatz!
Und ich bin der glückliche Finder, juchu, juchu, juchu!!! 🙂

     Münzschatz an den Externsteinen
     Wow!!! Wir sind REICH!!! Ein echter geheimer Münzschatz!  😀

Nun, bleiben wir mal realistisch. 😉
Denn ehrlich gesagt handelt es sich beim genauen Hinsehen natürlich nicht um mittelalterliche Münzen.
Und ich bin auch nicht der erste, der den Schatz in den Externsteinen hier entdeckt, zumal unmittelbar vor mir jemand anders auch schon auf die vielen Münzen gezeigt hat. Die sind ja nun auch nicht sonderlich gut versteckt, dass nicht auch hunderte oder gar tausende von Besuchern vor uns diesen Schatz entdeckt hätten.
Der „Münzschatz“ entpuppt sich als ein großer Haufen durchaus modernes Kleingeld.
Irgendwer hat wohl mal damit angefangen, auf einen Mauervorsprung ein paar Centmünzen zu werfen.
Andere warfen dann auch welche und rucki-di-zucki ist das ganze Mauersims voll mit Centmünzen bis zur 5- cent Größe. Das ist alles.
Aus der Traum, kein Ruhm, keine Ehr´ 🙁
Nun, wenn ich schon keinen echten Schatz gefunden habe, will ich doch wenigstens dabei mithelfen, hier für die nächsten Schatzsucher einen Schatz zu gründen und zu hinterlassen.
Jeder von uns wirft also eine Cent- Münze auf den großen Haufen, was sogar ein klein wenig knifflig ist.
Der Steinstreifen ist nämlich recht schmal und wenn man nicht aufpasst, wirft man die Münze über und die plumpst ins Wasser.
Wirft man die Münze aber zu kurz, kann jeder nach uns die Münze mit der Hand durch das Gitter greifen und unsere „Schatzmünze“ wäre schon in der Hand eines anderen.
Also mit Gefühl!
Es gelingt uns natürlich mit dem punktgenauen Wurf und weil wir schonmal dabei sind, erlauben wir uns beim Münzwurf uns auch was zu wünschen.
Macht man ja so. OK, eigentlich sollte es ein Wunschbrunnen wie der in Rom sein, aber wer sagt, dass es nicht auch „Wunsch- Steine“ gibt? 😉

Wer übrigens auch mal die Externsteine besucht und auf unseren Spuren wandeln möchte: Unsere Münzen liegen relativ weit links und ziemlich nah am Abhang. Kann man gar nicht verfehlen!  😉

         
     Ich werfe meine Wunschmünze…                                            Und auch Anja schießt einen Teil zum Schatz dazu 😉

Nach dem Aufwerten des neuen Externsteinschatzes klettern wir den Abenteuertrail wieder herunter.
Gar nicht so einfach, wenn einem eine Menge Leute entgegen kommen, aber wir schaffen es, ohne uns die Treppen runter zu kugeln.
Unten angekommen macht Anja auf einer der Bänke eine kleine Pause, ich hingegen sprinte auch noch den letzten der drei Steine rauf, dessen Aussichtsplattform etwas freier und vielleicht sogar einen Tick höher als die der beiden Nachbarsteine liegt.
Allerdings muss man hierfür nicht über so eine abenteuerliche Brücke drüber.
Dafür haben es aber hier auch die Stufen in sich. Puh!

         
     Zweiter Aufstieg: Dieses Mal nur für mich                                 Auch hier sind die Treppen steil und der Weg mühsam

Der anstrengende Weg nach oben belohnt dafür aber wieder mit einem schönen Ausblick über das Umland und auch der Blick zurück zum mittleren Stein ist recht eindrucksvoll.
Von hier aus kann man den Schatz unter dem vergitterten Fenster recht gut erkennen und ich glaube sogar unsere Münzen wieder zu entdecken 😉

         
     Der vorderste Fels der Externsteine                                         In den Tümpel sprangen sie im dt. Nibelungenschatzfilm

         
     Ausblick von den Externsteinen über den Teutoburger Wald und in das Lipper Land.

     Blick auf den mittleren Externstein
     Blick vom dritten Stein auf die mittleren Stein. In der Mitte sieht man die Luke, dort liegt der Münzschatz vor dem Gitter

Als die Plattform sich mit weiteren Besuchern füllt, steige ich den Felsen wieder herab.
Unten angekommen macht mich Anja auf eine recht interessante Reliefarbeit direkt am Felsen aufmerksam.
Diese zeigt wohl ein christliches Ereignis, zumindest spielt ein Kreuz eine zentrale Rolle.
Es handelt sich aber nicht unbedingt um ein „klassisches Kreuz“ mit langem Grundpfeiler, sondern um ein Kreuz mit 4 gleichlangen Enden. So ähnlich, wie das keltische Kreuz, oder wie das Kreuz der Deutschritter.
Dazu einige Figuren, die rund um dieses Kreuz eingearbeitet sind.
Direkt am Kreuz befindet sich eine kleine Höhle. Und schon ist der „Geheimgang mit mystischen Zeichen“ perfekt!
Völlig egal, dass hier jeden Tag und jedes Jahr unzählige Touristen umher wuseln und die Höhle bestimmt schon hundert Mal untersucht wurde.
HIER ist garantiert der Schatz der Deutschritter! Vielleicht haben die Templer ja mit den Deutschrittern zusammen gearbeitet. Vermutet ja keiner!
Und hier liegt dann was??? Na klar! Der heilige Gral!

     Reliefarbeit an den Externsteinen
     Ui!! Ein Zeichen auf den versteckten Schatz der Deutschritter?

Neugierig stecke ich meine Nase durch den vergitterten Höhlenschacht, gleich so, als ob ich dadurch den Gral allein erreichen könnte.
Natürlich ist die Höhle leer!
Und selbst, wenn sich hier ein Geheimgang befinden würde, würde er sich mir bestimmt nicht durch einfaches Anstarren offenbaren. Da muss man einfach Realist bleiben. 😉

         
     Ich unterwegs auf Schatzsuche, Anja macht ein Bild              Unterwegs in den schmalen Spalten und Gängen, kein Schatz 🙁

Aber der Ort ansich bietet wirklich unheimlich viel Potential, um hier eine solche Geschichte aufziehen zu können. Ganze Romane könnten hier schreiben, weitere Abenteuerfilme spielen lassen.
Wundert mich sowieso, dass die Steine mit ihrer Aura nicht schon viel öfter in mystischen Abenteurer- und Schatzsuchergeschichten eine Rolle gespielt haben.
Der Ort strahlt schon eine gewisse Anziehungskraft aus.
Ob man daraus aber gleich Erdstrahlen oder mystische Kräfte schöpfen kann, wie es einige Erdkultler und Germanen vermuten, mag ich nun nicht bestätigen.

Wir schauen uns noch ein wenig das Plateau vor den Steinen an und machen noch ein paar schöne Bilder vom Gesamtkunstwerk Externsteine:

     Die Externsteine in Frontalansicht
     Die Externsteine in Frontalansicht: Gut zu erkennen ist der Mittelstiel mit Schwindelfrei- Brücke (links) 😉

Dann geht es zurück über den Waldpfad in Richtung Wohnmobil.
Dort angekommen zahlen wir ein weiteres Mal unsere Parkgebühr und ärgern uns, dass wir nicht einen Bus fahren.
Busse dürfen hier nämlich kostenlos parken.
Aber immerhin müssen wir mit dem Wohnmobil keinen Extra- Tarif bezahlen, sondern reihen uns ganz normal in die PKW- Gebühren ein.
Ist ja auch schon was.

Von den Externsteinen aus programmieren wir unser Navi auf das nächste Ziel für heute, das Städtchen Lemgo!
Mit bzw. in Lemgo wollten wir ursprünglich unsere Tour ausklingen lassen. Direkt in unmittelbarer Stadtnähe befindet sich nämlich ein Campingplatz, der die ACSI- Karte akzeptiert.
Für 15,- € wären wir dann dort die Nacht untergekommen, würden noch einen schönen Abendspaziergang durch die Stadt machen, würden natürlich lecker in Lemgo essen gehen und dann morgen früh wieder zurück nach Hause fahren.
Das war aber, bevor wir den zwar einfachen aber auch praktischen Stellplatz in Detmold entdeckt haben.
Dieser hat ja auch Duschen und sparen würden wir dort ja auch.
Darüber hinaus würden wir von Detmold ja auch bei unserem Abendspaziergang die Bilder eines nächtlichen idyllischen Detmolds nachreichen können, die wir gestern aufgrund der Akkuschwäche meiner Handykamera nicht mehr machen konnten.
Und ganz wichtig: In Detmold haben wir beim Spaziergang ein von außen wohl aussehendes Schnitzelhaus gesehen! Das würden wir schon einmal gerne ausprobieren.
Wir entscheiden uns also, erstmal nach Lemgo zu fahren und zu gucken, ob uns die Stadt wirklich soweit zusagt, dass wir den Abend und die Nacht dort verbringen wollen.
Auch haben wir ja gerade mal 15 Uhr, das ist eigentlich noch ein wenig früh, um den Entdeckertag für heute schon abzuschließen.
Naja, schauen wir mal.

         
Der Weg nach Lemgo führt über schmale Landstraßen               und vorbei an einzelnen Gehöften

Die Fahrt nach Lemgo ist ebenso schnell absolviert, wie der Sprung vom Hermann zu den Externsteinen.
Wirklich super, dass hier so viele Sehenswürdigkeiten so dicht beieinander liegen!

Schon nach einer kurzen Durchfahrt durch den Ort entdecken wir den historischen Stadtkern, der auf jeden Fall zu einem Spaziergang einlädt. Hübsche altdeutsche Häuschen, eine kleine Fußgängerzone, nett was zu entdecken.
Kurz darauf passieren wir auch den Campingplatz, der recht klein und dennoch wenig frequentiert auf uns wirkt. Fast ein wenig verschlafen.
Wir lassen den Campingplatz zunächst mal links liegen und wollen zunächst mindestens einen kleinen Blick in die Stadt werfen.
Einfach mal schauen, ob sich das Einkehren in Lemgo überhaupt lohnt.
Und fast scheitern wir bei diesem Vorhaben!
Wir finden einfach keinen Parkplatz! Alle Bereiche rund um den historischen Stadtkern sind entweder mit Parkverbot ausgezeichnet, gelten nur für Anwohner oder schlichtweg nicht nutzbar.
Natürlich gibt es einige offizielle Parkmöglichkeiten, die sind aber dummerweise als Parkhaus ausgelegt.
Da passen wir mit unserem Wohni nicht rein, wenn wir nicht auch morgen noch unseren Alkoven nutzen wollen.
Letztendlich finden wir doch noch ein passendes Plätzchen bei einem Einkaufszentrum mit Supermarkt und Baumarkt.
Von hier aus müssen wir zwar ein Stückchen laufen, aber das nehmen wir für das kostenlose Parkplätzchen gerne in Kauf.
Zu Fuß spazieren wir nun in Richtung Stadtkern, knappe 10 Minuten später sind wir da.

         
     Nicht der schönste Parkplatz, dafür aber kostenlos                    Knappe 10 Minuten Fußmarsch später sind wir da: Lemgo!

Sofort fallen uns die schönen altdeutschen Fachwerkhäuschen auf, die ein wenig norddeutsch angehaucht wirken.
Vielleicht Einfluss der Hanse, wer weiß?! Jedenfalls sind einige der Häuser wirklich liebevoll erhalten und scheinbar gut gepflegt. Hübsch verziert, kleine schnorkelige Erker, Fachwerkstil in den verschiedensten Varianten, große langgezogene Fenster mit Holzrahmen, verschiedenste Farben und keck zulaufende Dachspitzen.
Etwa so wie hier sah es gestern Abend übrigens auch in Detmold aus, der Baustil ist somit sicher typisch für die Region.
Neugierig schlendern wir durch die Gassen und finden es recht interessant, wie die alten Häuser in die Moderne der Zeit eingebunden sind.

         
     Gleich am Zugang zur Innenstadt stehen Wegweiser                 Spitze Dächer, viel Fachwerk, schön fürs Auge

         
     Die Friesenstube mitten im Teutoburger Wald                           Alte Inschriften an den Hausgiebeln

         
     Die Einkaufsmeile: Geschäfte gibt es natürlich auch                  Am Marktplatz: Alt und neu nebeneinander

Natürlich bietet die Innenstadt von Lemgo ja auch die klassische Einkaufsmeile.
Schuhverkäufer, Klamottenläden, Eisdielen, Bäckereien, Optiker, Banken und viele weitere Einzelhandelsgeschäfte finden sich hier teilweise harmonisch in das historische Stadtbild eingebettet.
Da einige Geschäfte noch geöffnet sind, schauen wir natürlich auch hier und dort mal rein.
Tatsächlich kaufe ich mir sogar ein neues paar Schuhe beim Deichmann und das, obwohl ich gar nicht gerne Schuhe kaufen gehe (welcher Mann macht das schon 😉

Nach dem Kauf des neuen Schuhwerks muss aber unbedingt eine Pause her.
Schuhe kaufen ist einfach zu anstrengend!
Und weil wir auf dem zentralen Marktplatz gerade zufällig ein einladendes Café mit Namen „Alte Ratswaage“ entdecken und dieses auf einem vor der Türe aufgestellten Werbeplakat frischen Pflaumenkuchen offeriert, kehren wir spontan dort ein.
Zuerst überlegen wir noch, ob wir vielleicht sogar draußen sitzen sollen, ein paar andere Gäste tun dies auch, aber dann entscheiden wir uns doch lieber für drinnen.

     Marktplatz und Rathaus von Lemgo
     der zentrale Marktplatz von Lemgo mit dem historischen Rathaus

         
     Von der Werbung angelockt: Frischer Pflaumenkuchen              Schon überredet! Wir besuchen die „alte Ratswaage“ 😉

Die Gaststube ist wohlig warm, urig und heimelig.
Der Duft frischen Kaffees und warmen Backwerk steigt uns sofort in die Nase, schnell suchen wir uns eines der letzten freien Plätzchen in einer Ecke.
Puh, erstmal die Jacke aus und hinsetzen, das hat schon fast was von weihnachtlicher Atmosphäre!

Wir bestellen uns einmal einen Kaffee mit Kuchen für Anja und eine heiße Schokolade mit einer Vanilleeiswaffel für mich.
Wir müssen zwar etwas warten, aber als unser Nachmittagskaffee kommt, ist die Harmonie wieder hergestellt.
Lecker!

         
     Sooo lecker: Waffel mit Eis und Schokolade für mich…              …und Pflaumenkuchen mit Sahne und Milchkaffee für Anja

Lemgo hat neben der historischen Altstadt übrigens noch ein ganz besonderes Highlight zu bieten, welches wohl auch ein wenig über die Grenzen des Lipper Landes bekannt ist.
Fast schon möchte ich sagen, dass diese Attraktion hier in Lemgo Platz 3 hinter Hermann und den Externsteinen einnimmt, denn auch hiervon haben wir logischerweise schon gehört und uns eine Besichtigung desselben auf die Reisewunschliste geschrieben.
Die Rede ist vom Hexenhaus bzw. Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo, welches ebenfalls eine recht beeindruckende Vergangenheit und Geschichte aufweisen kann.
Wer allerdings hinter dieser Titulierung eine geheimnisvolle Geschichte rund um Hexen, Zauberer und schwarze Magie z.B. analog der Teufelsgeschichte in Schiltach vermutet (so, wie wir zunächst auch) wird allerdings ein wenig enttäuscht werden. Das Haus trägt den Beinamen „Hexenbürgermeisterhaus“ nämlich aus dem einfachen und pragmatischen Grund, dass eben in diesem Haus im 17 Jahrhundert ein Bürgermeister wohnte, der aktiv an der grausamen Hexenverfolgung des 17 Jahrhunderts mitgewirkt hat.
Trauriger Höhepunkt aus diesem dunklen Kapitel sind über200 im Stadtarchiv erhaltene Prozessakten zu Hexenprozessen aus jener Zeit, wodurch Lemgo zu den Orten mit den meisten verbrieften Hexenverfolgungen in Deutschland gehört.
Sogar die sogenannte „Blutgerichtsbarkeit“ wurde Lemgo verliehen.
Hierbei wird es sicherlich nicht um die Erlaubnis zur Herstellung von Blutwurst als Hauptgericht gehandelt haben…
Tatsächlich bedeutet dies viel mehr (so finden wir später noch heraus), dass die Stadt hierbei selber über Folter, Verstümmelung und Todesurteile verfügen konnte, wie es gerade passte.
Das ist für eine aktive Hexenverfolgung natürlich zuträglich 😉

Wir verlassen also gut gestärkt gegen 20 nach 4 das Café wieder und orientieren uns in Richtung Hexenbürgermeisterhaus.
Wir rechnen zwar nicht mehr damit, dass es am heutigen Samstag noch auf haben wird (die Geschäfte in der Innenstadt sind auch schon mehrheitlich zu), aber es soll auch von außen recht ansehnlich sein, wie ein im Cafe durchgeblätterter Katalog über die Region gezeigt hat.
Der Weg ist dank einiger Hinweise und Wegweiser recht einfach gefunden, obgleich die Wegweiser schon wichtig sind.
Zu unserer Überraschung liegt das Hexenbürgermeisterhaus nämlich nicht direkt in der Innenstadt und Fußgängerzone, sondern ein paar Schritte eine Stichstraße runter.

Knappe 10 Minuten später erreichen wir das Hexenbürgermeisterhaus, welches schon recht stattlich und altertümlich vor uns wirkt.
Gleich vor dem Haus findet sich eine Infotafel, die wir kurz studieren.
Hier ist neben dem historischen Hintergrund zu lesen, dass im Hexenbürgermeisterhaus nun ein Heimatmuseum eingerichtet ist.

         
     Wir erreichen das Hexenbürgermeisterhaus von Lemgo             Die Fassade ist reichhaltig verziert

         
     Infotafeln an der Pforte geben einen ersten Überblick                Ob auf der Schwelle die Geister alter Hexen hausen???  😮

Da im Innern des Hauses noch Licht brennt, schauen wir mal kurz auf die Öffnungszeiten und siehe da, es wäre noch eine halbe Stunde geöffnet.
Hmm, sollen wir rein gehen?
Oder sind knappe 30 Minuten zu spät, um in die Geschichte der Hexenverfolgung hier in Lemgo und Umgebung einzutauchen?
Die Dame an der Rezeption schaut schon ein wenig skeptisch, als wir unser Begehr nach Einlass vortragen.
Sie meint, dass die letzte Gruppe gerade erst durch wäre und der Einführungsfilm schon nicht mehr werden gezeigt würde. Auch würden ca. 15 Minuten vor Ende die Medien runtergefahren, dann blieben Monitore und interaktive Handlungsmöglichkeiten dunkel.
Und sowieso müssten wir trotz dieser späten Stunde auf jeden Fall den vollen Eintritt bezahlen.
Wir überlegen nur ganz kurz und stimmen dann zu.
Wäre doch schade, wenn wir nicht wenigstens einen kurzen Überblick mitnehmen würden, oder?

Wir zahlen 6,- € für den Eintritt und schließen unser Gepäck auf Bitten der Rezeptionistin (meine neu gekauften Schuhe) in einen rechts am Kassenbereich befindlichen Schließcontainer ein.
Dann geht es los, im Sauseschritt durch ein paar hundert Jahre Stadtgeschichte!
Das ganze könnte man wirklich vermarkten!
„Wie entdecke ich ein Museum in 15 Minuten?!“
Ganze Bustouristenscharen aus den USA oder Asien wären begeistert und auch die Reiseveranstalter wären froh, wenn die Gäste nicht mehr stundenlang in einem Museum verweilen würden und der ganze Zeitplan durcheinander gebracht werden würde.
Hier also der ultimative Zeitplantipp für einen Blitzmuseumsbesuch:

  • Abchecken des Umfangs des Museums. Die einzelnen Bereiche werden durch die Anzahl der verbleibenden Restzeit +1 geteilt.
  • Dann stellt man sich einen Timer im Handy oder Wecker und fliegt durch einen Ausstellungsbereich durch. Ist die Zeit abgelaufen, geht es ohne Wenn und Aber in den nächsten Bereich!
  • Am Ende aller Bereiche haben wir dann die Möglichkeit, die vorhin eingeplante Zeitreserve „+1“ zu nutzen, um uns den Bereich noch einmal genauer anzuschauen, der uns von allen am besten gefallen hat.

Ist doch ein prima Plan, oder?   😉

Da das Museum mit seinem Haupt- und Nebenhaus recht überschaubar ist, wird die verbleibende Besuchszeit für einen ersten Überblick schon irgendwie ausreichend sein.
Einzig die unterschiedlichen Stockwerke könnten noch ein Problem werden, weil wir diese von hier unten aus vom Umfang her nicht so recht abschätzen können.
Aber was soll´s wir fangen einfach mal an.

         
     Wir betreten die Ausstellungsräume                                         Ziemlich verwinkelt das alles.

Tatsächlich bietet das Heimatmuseum das, was wir von einem Heimatmuseum erwarten.
Lokale Geschichte.
Es gibt allerlei Historisches zu entdecken.
Da wäre zum Beispiel ein Münzschatz, der hier gefunden wurde. Dieses Mal aber ein echter aus dem 14. Jahrhundert!  😉
Dazu kommen aber auch alltägliche Gegenstände wie alte Messer, Gabeln, Teller, Schuhe, Ringe, Schmuck und allerlei weiterer Klimbim.
Dazu gesellen sich alte Waffen, Kleidung, uralte geschmückte Bleifenster, Bilder, Bücher und sogar eine alte Folterkiste.
Ein besonderes Highlight, was sich eigentlich auf vielen Postkarten und Reiseführern der Region wiederfindet, ist aber der Kronleuchter gleich im Treppenhausbereich.
Ein wenig erinnert das verzierte Hirschgeweih mit seinem geschnitzten Holzgesicht an eine Gallionsfigur bei einem Schiff.
Interessant, aber irgendwie auch ein klein wenig „abartig“. Naja, was will man von einem Bürgermeister erwarten, der mit einer stringenten Haltung gegen Hexen traurige Berühmtheit erlangt hat.
Ein Glück, dass der schizophrene Bürgermeister lange tot ist, sonst hätte er bestimmt auch ein Problem mit Anja, die kann nämlich auch manchmal eine ganz schöne Hexe sein 😉

         
     Ein antiker Münzschatz, diesmal ein echter 😉                          Alte Adlige als Schattenspiel

         
     Weitere Fundstücke alter Zeiten                                              Bleifenster, reichhaltig ausgearbeitet

         
     Alte Bücher gibt es natürlich auch zu sehen                              Ein paar alte Waffen, vermutlich Helebarden

         
     Viele Räume bieten unterschiedliche Ausstellungen                   Prunkstück: Kronleuchter am Hirschgeweih mit Galionsfigur

Ein klein wenig „internationalen Hauch“ bekommt Lemgo übrigens durch die Ausstellung zweier Riesenkrabben!
Das gäbe ne Krabbensuppe!
Bei den Krabben handelt es sich übrigens um japanische Riesenkrabben, die ein gewisser Engelbert Kaempfer aus Japan mitbrachte, bzw. dort geschenkt bekam.
Das allein ist natürlich kein Grund, hier im Heimatmuseum Lemgo Krustentiere auszustellen.
Aber Engelbert Kaempfer ist 1651 hier in Lemgo geboren und gehört somit auch zur Geschichte der Stadt.
Wir hätten ihn rein deswegen oder seiner Krabben wegen auch gar nicht weiter erwähnt, wenn er nicht im Sinne des Transitfrei- Gedankens schon in seiner Zeit als Forschungsreisender unterwegs gewesen wäre.
Forschungsreisende sind wir ja auch irgendwo. Und auch wir tragen heute, wie Kaempfer damals, durch unsere Reiseberichte zu einem besseren Weltverständnis bei.
Cool, oder?   😉

         
     In einer Vitrine zu bestaunen: Kaempfers jap. Riesenkrabben    Ich halte mal meine Hand davor, da sieht man die Größe!

Wir durchstöbern im Schnelldurchgang die weiteren Etagen des Hauses und schaffen es sogar, die Reisegruppe vor uns einzuholen.
Auf dem Dachboden kommt es final zum Show- Down und zum Überholmanöver 😉
Dennoch wird die Zeit knapp. Wie angekündigt sind einige der Monitore bereits dunkel, weitere interaktive Gestaltungsmöglichkeiten werden nach und nach abgeschaltet.

         
     Auf den oberen Stockwerken unterwegs: Webutensilien             Ein Webstuhl gehört natürlich auch dazu

         
     Auf dem Dachboden steht der Handwagen.                            Ganz oben zeigen sie sogar einen Film, nur heute nicht mehr…

In den buchstäblich letzten 10 Minuten entdecken wir beim „Tripp-Trapp“ die Treppe runter dann auch endlich den Folterkeller, den ich, passend zur Beschreibung, mal wirklich besser zuerst im Keller gesucht hätte.
Das Ding hieß ja sonst „Folterdachboden“, oder?  😉
Naja, nun haben wir ihn ja gefunden.
Ein paar Minuten bleiben uns  immerhin noch, um die wohl interessantesten Zeugnisse einer dunklen Vergangenheit des europäischen Mittel- und Spätmittelalters zu bestaunen.
Leider sind die wenigen gezeigten Exponate weiter weniger interessant, als zum Beispiel die Ausstellung im Folterkeller von San Gimignano in der Toskana.
Ein paar Daumenschrauben hier, ein mit Spitzen besetzter Stuhl da, ein paar Beinschrauben dazu, das war es dann schon.
OK, ich gebe zu, dass die „Museo di Torture“ in Italien wohl mit Absicht ein wenig reißerischer gemacht sind. Hier in Lemgo betrachtet man die ganze Folterei weitaus sachlicher.
Entsprechend finden sich hier weniger Exponate, die auch nicht so imposant in Szene gesetzt sind, wie ihre „Pendants“ in Italien.
Dafür gibt es zahlreiche Informationstafeln, die die Folter mit ihren Auswirkungen, Ursachen und Einsatzzwecken beschreibt.
Typisch deutsch.
Und schade!
Schade deshalb, weil dieses grausame Kapitel der Menschengeschichte nicht so recht vermittelt wird! Hier wirkt alles sauber, aufgeräumt, hell erleuchtet, statisch, sachlich. Wie soll einem zum Beispiel beim Anblick einer Beinschraube ein kalter Schauer mit dem Gedanken „Gut, dass ich damals nicht gelebt hab!“ über den Rücken laufen, wenn die Beinschraube wie ein Stück Operationsbesteck steril in einem pickfeinen Glaskasten präsentiert wird?!
Naja, wollte man hier ja mit Absicht nicht gerade ein Gruselkabinett einrichten. 😉

         
     Wir entdecken den Folterkeller                                                „Bitte Platz nehmen“ 😉

         
     Echt antik! originale Beinschrauben                                         wozu das rechte Dinge wohl gedacht ist???

         
     Weniger spektakulär, dafür informativer…                               …zahlreiche Infotafeln berichten über ein dunkles Kapitel

2 Minuten vor 5 stehen wir wieder am Ausgang und sind damit sogar zeitig an der Tür.
Wäre auch peinlich geworden, wenn uns die Museumswärter hätten hinaus werfen müssen.
Wahrheitsgemäß beantworten wir die uns gestellte Frage, ob wir denn in der kurzen Zeit auch wirklich alles gesehen hätten. Jaja, hat schon geklappt, für einen Überblick hat es zumindest gereicht.

Was nun?
Irgendwie muss der Tag ja jetzt weiter gehen!
Auf den Campingplatz wollen wir ehrlich gesagt nicht fahren.
Dafür ist Lemgo einfach zu klein, dass sich eine zweite Runde durch die Stadt am Abend lohnen würde und 15 Euro nur für ein Nachtlager auf dem Campingplatz wollen wir auch nicht ausgeben.
Es wäre eine gute Idee, zurück nach Detmold auf den dortigen Stellplatz zu fahren.
So langsam bekommen wir nämlich Hunger auf ein leckeres Abendessen und das in Detmold befindliche Schnitzelhaus hat es uns irgendwie angetan.
Andererseits waren wir ja nun auch schon in Detmold und einen Ort auf ein und derselben Reise  gleich zweimal anzusteuern ist auch blöd irgendwie.
Wir verschieben die Entscheidung wo es nun hingehen soll und überlegen dies erst, wenn wir wieder am Wohnmobil sind.
Vielleicht fällt uns ja dort nach Studium der Umgebungskarte noch etwas anderes ein.

Wir haben gerade wieder den zentralen Marktplatz der Fußgängerzone erreicht, als es mir beim Kramen in meiner Jackentasche plötzlich auffällt!
Das kleine spitze Ding in meiner Jackentasche!
DAS IST DER SCHLÜSSEL VOM SCHLIESSFACH IM MUSEUM!
Ach du dicke Banane!
Meine Schuhe! Meine schönen neuen Schuhe!
Ich stammele Anja was von „Mist… Schlüssel…  Kiste… Schuhe!!“entgegen  und nehme sofort die Beine in die Hand!
Hoffentlich hat Anja verstanden, was ich meine, denn einen Moment bleibt sie unschlüssig zurück, ruft mir dann etwas hinterher.
Könnte „Na, dann lauf aber!“, oder auch „Lauf, Forrest, LAUF!!!“ gewesen sein, wer weiß.
Auf jeden Fall hat sie kapiert, warum ich wie ein Dieb auf der Flucht vor den Bullen die fast menschenleere Fußgängerzone entlang sprinte.
Und der Weg ist unglaublich lang!
Wenn man so gemütlich spaziert, merkt man die Entfernung gar nicht. Aber wehe, du musst eine Strecke von A nach B in schnellstmöglicher Zeit zurücklegen.
Ob es überhaupt was bringt?
Wir haben das Museum verlassen, als es bereits begann zu schließen. Und das ist locker 10 Minuten her! Wenn da nicht noch eine einsame Putzfrau rumrennt, kann ich meine Schuhe abhaken!
Wir würden hier übernachten müssen, nur damit ich morgen meine Schuhe wieder in Empfang nehmen kann.
„Nicht dran denken, rennen!“ schießt es mir durch den Kopf!
Aus dem Sprint wird allerdings recht schnell und ungewollt eine Art „Jogging“.
Oh- Mann, bin ich außer Übung! Ich muss mir unbedingt das Rauchen angewöhnen, damit mein Geschnaufe auch wirklich gerechtfertigt ist!
Mit Seitenstichen erreiche ich schließlich das Museum. Schon von weitem erkennt man, dass die Fenster allesamt dunkel sind.
Kacke!
Doch ich habe noch Glück! Die Damen des Museums halten gerade einen Verabschiedungsschwatz, die Chefin steht an der Türe und will gerade abschließen.
Puh! Glück gehabt!
Ich darf meine Schuhe noch schnell aus dem Schließfach befreien, dann verabschiede ich mich ein zweites Mal und spaziere den Weg zurück zu Anja.
Anja ist mir ein kleines Stück entgegen gekommen und ist natürlich erleichtert, als sie mich mit dem Deichmann- Beutel angelaufen kommen sieht.

         
     Ich komme angelaufen, die Tüte hab ich aber. Puh!                Ich bin so außer Atem, ich muss mich an der Ampel stützen :-/

Gemeinsam kehren wir nun zum Parkplatz und zum Wohnmobil zurück, wo wir gegen halb 6 eintreffen.
Wir machen es uns kurz in unserer Sitzgruppe gemütlich und brüten bei einer kalten Cola über dem regionalen Plan der Umgebung, was wir nun am besten machen.
Die Idee mit Detmold ist hierbei nicht die schlechteste, keine Frage, aber so ganz können wir uns einfach nicht dafür begeistern, wieder was altes anzuschauen, was wir schon kennen.
Daran ändern auch die noch immer ausstehenden Nachtbilder bei idyllischer Altstadtatmosphäre in Detmold nichts.
Ganz spontan entscheiden wir uns für daher eine ganz andere Idee.
Bad Salzuflen!

Auch dieses Städtchen liegt hier in unmittelbarer Nähe und auch von diesem Städtchen haben wir schon einiges gehört.
Und das nicht nur bei der Einslive- Stauschau, wo Bad Salzuflen ja immer mal mit dabei ist  😉

Zu unserer Freude finden wir in unserem Navi sogar einen Stellplatz in Bad Salzuflen, sodass sich damit auch gleich die Frage ergibt, wo wir heute Nacht unterkommen.
Einzig die Frage, ob der SP in Bad Salzuflen auch über eine Dusche verfügt (was ja entweder für den CP hier in Lemgo oder den SP in Detmold sprechen würde), ist noch offen.
Aber die Gelegenheit ist günstig, wo wir doch schonmal hier sind!
Und sollte es uns in Bad Salzuflen nicht gefallen, können wir ja sogar noch immer zurück nach Detmold fahren. Bei den Entfernungen!
Bad Salzuflen ist von hier aus ja gerade mal 15 Kilometer entfernt, das sind doch keine Distanzen!
Gegen 6 werfen wir den Motor an und sind ca. 20 Minuten später schon in Bad Salzuflen unterwegs.

         
      Wieder unterwegs, wenigstens regnet es nicht 🙂                     Angekommen in Bad Salzuflen

In Bad Salzuflen angekommen folgt dann ein wenig die Ernüchterung. Wir haben gerade die Innenstadt passiert und trotzdem wird der Stellplatz noch relativ weit weg angezeigt, das wären bestimmt mehr, als nur einen Kilometer zu Fuß.
Mit dem Fahrrad vielleicht noch (sieht man mal von der Dunkelheit ab) kein Problem, aber zu Fuß?
Spontan parken wir daher unser Wohnmobil auf einem der großen Parkplätze (N 52.09075°/  E 8.74767°), die unmittelbar an die Fußgängerzone grenzen.
Auf den Stellplatz fahren können wir nachher nach einer Stadtbesichtigung immer noch (oder eben auch zurück fahren).
Wir machen uns kurz stadtfein und schon geht es los Bad Salzuflen zu entdecken.
Gleich das erste Gebäude, was wir passieren, ist die Kurklinik Sophienhaus. Dieses Haus liegt wiederrum in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kurpark.
Kurz darauf folgt schon das nächste Haus, eine Privatklinik.
Wow, das lässt tief blicken! Nicht umsonst heißt Bad Salzuflen wohl Bad, weil es ein Heilbad mit Kur- und Wellnessangebot ist.

         
     Wir parken etwas abseites oberhalb des Kurparks                    Ankunft in der Innenstadt. Das erste Gebäude? Privatklinik!

Und selbst, wenn wir uns anhand der Häusern nicht in einem Kurort gewähnt, wären wir spätestens beim Anblick der riesigen Bauwerke an der Parkstraße ins Schleudern gekommen.
Was sind das für Dinger?
Riesengroß, scheinbar aus Holz und Wasser fließt auch an ihnen entlang.
Zum Glück klärt Anja mich auf, bevor wir eines dieser Dinger genauer aus der Nähe betrachten können.
Es handelt sich um sogenannte Gradierwerke, oft auch (fälschlicherweise) als Salinen bezeichnet, an denen Wasser einer Salzsohle entlang läuft und auf dem Weg nach unten verdunstet.
Das Salz bleibt dann an der Astkonstruktion zurück.
Früher wurde mit diesem Verfahren tatsächlich Salz aus einer Sohle gewonnen, was sich gegenüber einem einfachen Verdunsten von Wasser (damit das Salz zurück bleibt) als deutlich effektiver erwiesen hat.
Heute aber dienen die Gradierwerke nur noch einem kurenden Zweck. Geht man nämlich unmittelbar an Ihnen vorbei, oder durch sie hindurch, werden die Atemwege durch die salzhaltige Luft besser befeuchtet und gereinigt.
Aha! Was Anja doch alles weiß! 😉

         
     Was sind das für riesige Bauwerke???  ?:-/                              Anja weiß es! Es sind Gradierwerke!

         
    An dieser Struktur läuft salzhaltiges Wasser entlang                  Da muss ich doch gleich mal probieren 😉

Anja instruiert mich, wie ich am Gradierwerk vorbeizugehen habe.
So muss man immer einen Schritt machen und dabei durch die Nase einatmen. Dann einen Schritt die Luft einhalten und beim dritten Schritt die Luft wieder durch den Mund ausatmen.
Ich probiere es natürlich ein paar Mal, kann aber ehrlich gesagt keinen besonderen Effekt auf meine Atmung feststellen.
Aber das kann auch bei mir ein „Placebo- Effekt“ sein, allerdings im umgekehrten Sinn.
Sind wir uns doch einig, dass nichts, aber auch absolut nichts eine gute salzige Seeluft ersetzen kann.
Da können die Dinger hier ein paar hundert Meter hoch sein!
Das ist doch nichts anderes als ein Versuch, hier meerähnliche Verhältnisse zu erzeugen, oder?
Wenn ich aber WIRKLICH Probleme mit der Atmung hätte, und hierfür in Kur fahren müsste, würde ich doch eine Einrichtung am Meer dreimal diesen Salzstöcken hier vorziehen.
„Naja, vielleicht mag ja auch nicht jeder zum Kuren gleich ans Meer fahren“ meint Anja, was natürlich auch als Argument nicht so ganz von der Hand zu weisen ist.

         
     schon beeindruckend die Größe!                                             Hier steht an Infotafeln genau, wie man die Dinger nutzt

         
    Und von den Dingern stehen hier gleich einige!                        Dieses hier hat sogar ein keckes Türmchen 😉

Wir passieren noch einige dieser Gradierwerke, bis wir das absolute Zentrum der Stadt erreichen.
Ein weiteres Mal bummeln wir also eine Einkaufsmeile entlang und mit jedem Geschäft, was wir passieren, schwindet meine Hoffnung auf ein leckeres gut bürgerliches Abendessen.
Schon bei den teuer aussehenden Kurkliniken ist es mir aufgefallen, die ganze Szenerie und das ganze Drumherum ist eindeutig eher was für „gut betuchtes Publikum“.
Und auch die Geschäfte blasen mit ihrer angebotenen Ware ins gleiche Horn.
Da wäre zum Beispiel ein Hutgeschäft! Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein Geschäft nur für Hüte gesehen habe!
Und während ich über diesem Gedanken grübele fällt mir auf, dass ich in letzter Zeit überhaupt keine Hüte gesehen habe, zumindest keine wie diese hier.
Das sind eindeutig (man verzeihe mir den Ausdruck) Hüte für alte griesgrämige Omas, die meinen sie wären etwas Besseres in dieser Welt. Aber nicht so modern wie das Jet- Set oder die High- Society, sondern eher wie die kaffeekränzelnden Damen in einem Club, während die Herren nebenan mit Zylinder und Tweed- Jackett eine Zigarre rauchen.
Urgs!
Die Stadt selbst ist schön, keine Frage! Auch hier finden sich die klassischen Häuschen mit einem Hauch Altertum, die uns sowohl in Lemgo, als auch in Detmold schon empfangen haben.
Und hier ist das Stadtbild sogar ein kleines bisschen besser hergerichtet und auch auf die Historie ausgerichtet, als zum Beispiel in Lemgo.
Aber mit leerem Bauchi rücken die Schönheiten nunmal leider schnell in den Hintergrund  🙁

         
      vorbei an den Gradierwerken…                                               …spazieren wir ins Städtchen hinein

         
     auch hier bietet sich das gleiche Bild: Viel Fachwerk                  Die Häuser hier sind allerdings noch besser erhalten

         
     Auch dieses Haus ist reichhaltig verziert.                                  Selbst einfache Fachwerkhäuser sind hübsch anzusehen

         
     Urig reihen sich diese drei Häuser aneinander                           Das Rathaus von Bad Salzuflen

Meine Befürchtungen bestätigen sich schneller, als ich es mir erhofft habe.
Kaum eine Gaststube entdecken wir am Wegesrand und als wir endlich instinktiv in Richtung Rathaus spazieren (meist findet sich in dessen Nähe ein Brauhaus, ein Bürgerkeller oder sowas) und wir dort den Ratskeller entdecken, ist es essig mit Essen in Bad Salzuflen!
Von wegen Ratskeller = gutbürgerliche Küche!
Keine Bratkartoffeln, keine Haxe, kein Schnitzel, kein nix.
Stattdessen finden sich Gerichte wie Weinbergschnecken, Austernpilze, Räucherlachsscheiben oder Tafelspitz auf der ausgehängten Karte. Und wenn man doch mal ein Steak oder Geschnetzeltes auf der Karte entdeckt, ist das Gericht eigentlich unbezahlbar, bzw. uns ist es nicht wert, so viel Geld für sowas auszugeben.
Echt Schade!
Anja bringt es auf den Punkt! Wer hier her fährt und in einer der vielen (Privat-)Kliniken kurt, der hat natürlich im hauseigenen Restaurant Vollversorgung.
Und wenn die neu behütete Oma (also mit einem neuen Hut aus dem Hutgeschäft 😉 doch mal essen gehen möchte, weil zum Beispiel die lieben Verwandten auf Besuch sind, spielt das Geld fürs gemeinsame Abendessen auch keine Rolle.
Es sei jedem gegönnt, keine Frage, aber wir fühlen uns hier nicht so recht wohl!

Wir spazieren noch durch einige Gassen und schauen, ob wir an den Stichstraßen zur Fußgängerzone vielleicht noch was entdecken können.
Tatsächlich entdecken wir kurze Zeit später auch sowas wie ein „Ghetto“ am Rand einer auslaufenden Straße, wo sich ein türkischer Gemüsehändler, ein Supermarkt und eine Imbissbude befindet, aber auf einen schnöden Döner haben wir dann auch keine Lust.

Zurück im Kern spazieren wir dann zwar noch einen anderen Weg zurück in Richtung Wohnmobil, aber auch hier finden wir erneut nur Geschäfte mit hochpreisiger Auslage. Und die wenigen Restaurants, die wir noch entdecken, liegen preislich wie vom Angebot her nicht anders, als es der Ratskeller tut.
Schade.

         
     Das Rathaus wenig später: Schön beleuchtet                            Tja Bad Salzuflen, du bist uns irgendwie zu teuer!

         
     Wir spazieren wieder in Richtung Gradierwerke und Wohni         Auch hübsch angelegt: Die Parks rundum die Gradierwerke

         
     Hübsch gemacht sind die Häuser ja, idyllisch ist es auch!           Aber die Speisekarten? Oh- weia!  🙁

Gegen kurz nach 7 passieren wir ein weiteres Mal die Gradierwerke, lassen ein Kurrestaurant mit atemberaubenden Preisen links liegen, schlengeln uns dann durch den Park und stehen kurz darauf wieder am Wohnmobil.
Was nun?
Der Stellplatz von Bad Salzuflen scheidet aus, keine Frage! Zu Essen gibt’s hier nichts, ohne dass wir nicht gleichzeitig das Wohnmobil verkaufen müssten, um unser Essen bezahlen zu können und wenn es hier schon für dreistellige Summen Hüte zu kaufen gibt, will ich nicht wissen, was eine Stellplatzübernachtung kostet.
Also zurück nach Detmold?
Wäre eine Idee, aber irgendwie habe ich auch keine Lust mehr.
Der Tag war lang, ich bin müde und will eigentlich nach Hause.
Was hätten wir denn noch vom morgigen Tag? Wir würden aufstehen und ja dann doch wieder heimfahren. Zuhause wartet ja auch Arbeit auf uns (Wäsche machen und so).
Und nur für eine Nacht extra bezahlen? Auch blöd irgendwie.
Und so kommt es, wie es kommen muss, wir beenden an dieser Stelle unseren Ausflug in den Teutoburger Wald, das Lipper Land, zum Hermann und zur Umgebung.
Viel gesehen haben wir ja.
Und für das noch ausstehende Abendessen werden wir auf jeden Fall das Gasthaus zur goldenen Möwe ansteuern, irgendwo unterwegs wird schon eins kommen…

Wir tanken noch kurz in Bad Salzuflen, damit unser Sprit auf jeden Fall für den Heimweg reicht und dann geht es auch schon auf die nahegelegene A 2 in Richtung Dortmund.
An diesem Abend  ist die Autobahn natürlich schön frei, sodass wir ganz entspannt aus dem Tag heraus fahren können.

Wir sind noch keine Stunde unterwegs, da entdecken wir am Wegesrand auch schon einen urgemütlichen Landgasthof vom Typ „goldene Möwe“. Geht doch! 😉
Für kleines Geld gibt es 2 Sparmenüs, die wir uns auf dem weiteren Heimweg schmecken lassen.

         
     Kurzer Raststopp am Gasthaus zur goldenen Möwe 😉              Einsam ziehen wir unsere Bahn durch die dunkle Nacht

In Höhe des Ruhrgebietes wird es zwar nochmals spannend (ein riesiger Stau an diesem Abend bei Schwerte!), was wir mit einer Fahrt über den Ruhrschnellweg ausgleichen können.
Gegen 23 Uhr sind wir wieder zuhause.

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