Fazit:

Unsere Tour durch die USA, auf der legendären Route 66 mit dem Wohnmobil ist leider zu Ende! Falls ihr selbst einmal eine solche Tour mit einem Reisemobil plant, möchten wir euch nicht nur durch unseren Reisebericht Lust auf dieses tolle Land machen, sondern euch auch einige Tipps und Hinweise, Erfahrungen, Fehler, Links und Lesenswertes, aber auch unsere genaue Route im Detail und auch unsere Reisekosten an die Hand geben. So könnt ihr selbst eure Reise durch die vereinigten Staaten mit dem Wohnmobil optimal vorbereiten:

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Bevor es los geht, vorab nochmals der obligatorische Transparenzhinweis / Werbekennzeichnung, die eigentlich keine ist:
Auch für diesen Reisebericht gilt: Alle Firmen und Unternehmen, mit denen wir auf dieser Reise interagiert haben wie Roadbear, American Airlines, British Airways, Iberia, sowie Hotels, Mietwagenvermieter, Burgerbratereien, Pommes- Schmieden, RV- Parks, und so weiter nennen wir ausschließlich im Rahmen des Wiedererkennnungseffekts bzw. als fester Bestandteil unserer persönlichen Reiseerlebnisse. Zu keinem (!) Anbieter einer Dienstleistung oder einem Produkt bestand ein Vertragsverhältnis im Zusammenhang zu dieser Reise!
Oder anders gesagt: Wir haben alle reisbezogenen Ausgaben wie Flug, Hotel, Mietwagen, Miet- Wohnmobil, sowie Speis und Trank selbst über das die frei verfügbaren Angebote im Internet gebucht und bezahlt bzw. direkt vor Ort bezahlt! 
Dieser Reisebericht ist einzig und allein Teil unserer persönlichen Erinnerungen, nach bestem Wissen und Gewissen frei Schnauze so erzählt, wie er sich zugetragen hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Inhaltsverzeichnis:

1.) Unsere Route

2.) Allgemeines Fazit

3.) USA mit dem Wohnmobil oder „So fährt es sich…“

4.) Was kostet ein Urlaub in den USA mit dem Wohnmobil: Allgemeines und genaue Statistik

5.) Besuchte Stell- und Campingplätze: So sind die Campgrounds in den USA

6.) Reiseführer und weiterführende Links und andere Reiseberichte im Netz

7.) Unerledigtes, Trivia, letzte Worte zum Schluss und Danksagung

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1. Unsere Route

Unsere Route: Get your Kicks on Route 66, Präsidenten, Wüste, Vegas, L.A., Steaks, Burger, Städte, Megastores und vieles mehr!
10 Staaten der U.S.A. und fast 5.000km in drei Wochen mit drei verschiedenen Fahrzeugen:

Unsere Reiseroute durch die Staaten orientierte sich meistens an der Route 66 von Chicago nach Los Angeles. Nur für besondere Ziele wie die Präsidentenbibliothek von Bill Clinton sind wir von der Route abgewichen, dann aber bei Albuquerque wieder auf die Route 66 aufgeschwenkt. Davon abgesehen teilt sich unsere Route wie folgt auch:

  • Teil 1: Mietwagen ex Chicago bis zum Wohnmobilwerk nach Middleburry:  ca. 250km
  • Teil 2: Wohnmobilüberführung von Middelburry nach Las Vegas: ca. 4.000km
  • Teil 3: Mietwagen von Las Vegas über Disneyland nach Santa Monica: ca. 550km

Und ja, das alles in nur drei Wochen… 😮
Wie immer zählt als Legende für unsere Karte:

  • Die roten Linien zeigen den ungefähren Streckenverlauf mit dem Wohnmobil (die blauen Linien die mit dem Mietwagen),
  • Alle grünen Punkte sind markante Ziele, die wir unterwegs ohne Übernachtung besucht haben,
  • Alle orangenen Punkte sind markante Ziele, wo wir auch übernachtet haben,
  • Die blauen Punkte sind größere Städte und dienen rein der Orientierung (ohne Besuch).

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2. Allgemeines Fazit

Normalerweise geben wir an dieser Stelle einen umfassenden Einblick und Resümee zu unserer Reise. Aber alles, was wir erlebt haben und an Erfahrungen dazu gewinnen durften, würde hier an dieser Stelle so ziemlich alles sprengen, was wir jemals in ein Reisefazit gepackt haben!
Wir versuchen daher mal etwas Neues. Wir stellen uns selbst ein paar Fragen, die wir uns am liebsten vor unserer Tour gestellt hätten! Und beantworten diese NACH unserer Tour uns selbst und damit auch euch. Der Vorteil ist hierbei, dass wir diese Fragen schon im Vorfeld zu unserer Tour erfasst haben und es nun, mit der nötigen gewonnenen Erfahrung, ein leichtes ist, diese zu beantworten und mit euch zu teilen.

 

War es schwer das große Wohnmobil zu fahren?
Kurz gesagt: Nein, nicht wirklich! Die Straßen sind groß, breit und die übrigen Verkehrsteilnehmer sind, wenn man nicht gerade in die Innenstädte der Millionen- Metropolen fährt, sehr rücksichtsvoll. Wer mit einem Wohnmobil hier in Deutschland und Europa klar kommt, wird in den USA nicht weniger gut klar kommen! Die Mehrgröße des amerikanischen Wohnmobils kompensiert sich schon fast allein durch die Mehrgröße an Platz auf den Straßen und Plätzen. Die USA sind ein Autofahrer- Land und somit bestmöglich auch für eine Tour mit einem riesigen amerikanischen Wohnmobil vorbereitet. Wir wüssten keinen besseren Ort auf der Welt, wo man mit einem Dickschiff dieser Klasse sorgenfreier unterwegs sein könnte.
Gleichwohl ist die Größe der Infrastruktur, von denen man am Steuer eines amerikanischen Wohnmobils profitiert, natürlich auch für andere da! Besonders auf den tristen und langen Interstate- Etappen sind sie da: Die schnellen LKW!
Mehr dazu und weitere Details findet ihr aber auch im Abschnitt 3 „Fahren mit dem Wohnmobil“.

 

Hat das mit der Übernahme eines fabrikneuen Wohnmobils ab Werk reibungslos funktioniert?
Ja! Im Großen und Ganzen zumindest! Wir hatten natürlich aufgrund einiger zuvor gelesener Reiseberichte Sorge, dass wir ein mängelbehaftetes Fahrzeug als „Montagsauto“ bekommen könnten, wo nichts funktioniert. Diese Sorge war aber unbegründet. Ja, es waren ein paar Teile lose wie Dichtgummis an Türen oder Klappen, Blenden und so weiter, aber nichts, was man nicht in den Griff bekommen würde. Auch die ein oder andere Schraube fand sich ein, die zusammen zum Ende der Fahrt ein kleines Trinkglas gefüllt haben. Wir haben dieses Schraubenglas feierlich übergeben und es war gut. Keine Probleme mit der Kaution! Dafür aber durften wir das Gefühl genießen, in einem Bett zu schlafen, wo noch kein anderer Mieter vor uns geschlafen hat! Allein diese Erstnutzung waren alle Aufwendungen wert. Wir würden es jederzeit wieder genau so machen!

 

Die Wohnmobilüberführungen sind immer nur im Frühjahr vor dem jeweiligen Saisonbeginn. Ist das nicht noch zu kalt?
Ja, in Chicago war es bei der Übernahme kalt! So um 0°C! Aber die Heizung im Wohnmobil funktionierte auch während der Fahrt gut und niemand hat während der Fahrt frieren müssen. Auch nicht die Kinder, die hinten in der Sitzgruppe gesessen haben. Das hat wunderbar geklappt. Und je schneller man Richtung Süden kommt, desto eher wird im warm! In Texas saßen wir nur wenige Tage nach unserer Abreise aus Chicago schon zum Frühstück im T- Shirt draußen in der Sonne, oder waren z.B. in Nevada sogar schon in den Außenpools der Casinos baden! Wer nicht so auf „Wintercamping im Wohnmobil“ steht, dem empfehlen wir wirklich an dieser Stelle, gleich nach der Fahrzeugübernahme so viele Meilen wie nur möglich zu machen.

 

Wie hat es insbesondere mit Roadbear als Anbieter des Wohnmobils geklappt (Erfahrungsbericht Roadbear)?
Kurz gesagt: Hervorragend: Die Übernahme in Middelburry im Coachmen- Wohnmobilwerk verlief reibungslos. Wir hatten bei der Termin- Übergabe des Fahrzeugs keine Wartezeit, gleich zwei Mitarbeiter sprachen sogar unerwartet sehr gut Deutsch, die Bedienungsanleitung zum Fahrzeug haben wir vorab in deutscher Sprache als pdf erhalten und auch die Rückgabe verlief absolut unkompliziert. Auch die Kaution wurde uns ohne Abzug zurücküberwiesen. Wir würden Roadbear jederzeit wieder wählen.

 

War eure Reise durch die USA im Wohnmobil mit Kindern im Vorschulalter anstrengend?
Ja! Das gebe ich offen zu! Sehr gerne hätten wir die Tour mit unseren Jungs erst viel später gemacht! Nils war immerhin 5 und hat einiges mitnehmen können. Für Tim aber, der bei dieser Reise erst knapp 3 Jahre alt war, bestehen Erinnerungen an diese Tour heute nur aus Bruchstücken und Fragmenten, die er aber immerhin mit den vielen Bildern und kleinen Videosnacks wieder aufleben lassen kann. Dennoch wird das Erlebnis für ihn wohl weiter eindrucksvoll gewesen sein, als für uns als Erwachsene oder eben größere Kinder.
Wir konnten diese Reise dennoch nicht verschieben, da für Nils ja ab dem Sommer die Schulpflicht begonnen hatte. Wohnmobile in den USA in den Schulferien können wir uns nicht leisten, die Kosten werden dann, neben Flug und Systemkosten der Reise, einfach zu hoch! Und die günstigen Wohnmobilüberführungen finden nun mal immer nur im Frühjahr statt, wenn für Schulkinder grundsätzlich Schulpflicht besteht. Man könnte allenfalls schauen, wenn Ostern mal recht früh ins Jahr fällt.
Denkbar wäre eine solche Tour sicherlich ansonsten auch in der Elternzeit – wenn das Kind viel Fahren verträgt! Wir reden immerhin über 4.000 reine Wohnmobilkilometer in zwei Wochen. Das macht durchschnittlich 285km PRO TAG! JEDEN TAG!  Für Nils und Tim hat dies insbesondere auf den langen Fahrtetappen bedeutet, dass sie WEIT mehr ins Tablet und Handy geschaut und dort Spiele gespielt oder Filme geschaut haben, als die üblichen Empfehlungen als Limits für Medienkonsum in diesem Alter hergeben. Was hingegen gut geklappt hat waren die Transporte der Kindersitze. Mein Plan, in den Staaten einen zu kaufen hat leider nicht funktioniert. Das erste Hotel auf unserer Route wollte keinen annehmen und abholen nach der Ankunft hätten wir von der Energie her niemals geschafft. Wir haben also unsere Kindersitze von zuhause mitgenommen und diese im Mietmobil verwendet. Das hat gut geklappt. Sowohl Iberia wie auch British Airways hat diese kostenlos als Zusatzgepäck befördert, wie es in unserer Flugbuchung gem. Bestimmungen von American Airways

 

Hat mit der Immigration und dem Zoll bei der Einreise in die USA alles funktioniert?
Ja, tadellos. Im Vorfeld ESTA beantragt, Genehmigung erhalten und dann normal eingereist. Wir haben den ganzen Prozess im Vorfeld in unserem Prolog und den tatsächlichen Einreisevorgang sehr umfangreich in unserem Reisetag 1 beschrieben. Es wäre aber gelogen, wenn wir behaupten würden, es wäre völlig stressfrei verlaufen. Nach einem Interkontinentalflug bist du einfach platt! Besonders dann, wenn es kein Direktflug war! Wir waren bei unserer Ankunft in Chicago müde, gereizt und wollten nur noch ins Bett. Dann aber die über einstündige Prozedur (wobei allein das Anstehen etwa 45 bis 60 Minuten ausgemacht hat) über uns ergehen zu lassen, war sehr kräftezehrend.
Aber rein formaljuristisch hat alles geklappt.

 

Wie waren die Begegnungen mit den Menschen? Seid ihr überall freundlich empfangen worden?
Oh ja! Ob nun der State Trooper in Texas, der uns mit der Spraydose in der Hand überrascht hat, oder der Taxifahrer in Las Vegas, oder die Rezeptionisten, oder der Wohnmobilvermieter, oder, oder, oder. Sehr freundlicher Empfang, gar keine Abneigung zu keiner Zeit. Unser normales Schulenglisch hat an jeder Stelle für eine Kommunikation völlig ausgereicht, an einigen neuralgischen Stellen wie z.B. der Wohnmobilübernahme in Middleburry sprach die Rezeptionisten wie auch der Mitarbeiter, der mir das Fahrzeug im Rahmen der Übergabe erklärt hat, ein sehr gutes und verständliches Deutsch.

 

Hat euch irgendetwas nicht gefallen oder geärgert?
Nun, eine solche Frage ist immer schwierig. Denn wir sind Gäste in den USA und als Gäste darf man faszinierend teilhaben am Leben der Amerikaner, aber man sollte sich nicht anmaßen, sich ein Urteil zu bilden. Beispiel: Als wir den Reisebericht Stück für Stück veröffentlichten, bekamen wir nach Veröffentlichung des Reisetages 12 eine bitterböse Email! Ein Leser wies uns darauf hin, dass in unserer Infobox zu Hackberry neben der amerikanischen Stars & Stripes Flagge ja auch die Flagge der Konföderierten zu sehen gewesen wäre! Das ginge gar nicht, denn diese Flagge stünde ja für den rebellischen Süden, für die Unterdrückung der Black People und würde Sklaverei verherrlichen. Ich muss zugeben, dass mir die Präsenz der Flagge auf diesem Bild im ersten Moment gar nicht aufgefallen war, obgleich ich die Diskussion um die Flagge in den letzten Jahren am Rande mitbekommen habe. Aber dennoch steht es mir als Gast nicht zu, mir hierzu öffentlich ein Urteil zu bilden und mich an einer möglichen „Cancel Culture“ zu beteiligen! Wir berichten 1:1 über das, was wir auf dieser Reise erlebt haben und an diesem tollen Fotopoint zwischen den ganzen alten Autos wehte eben auch diese Flagge! Wenn also jemand Kritik an der Flagge üben möchte, dann ist doch derjenige der richtige Ansprechpartner, der die Flagge dort aufgehängt hat! Und nicht wir!
Doch lassen wir das. Zurück zur Ausgangsfrage. Richtig „geärgert“ hat uns gar nichts. Aber vielleicht irritiert! Zweifelsohne war es der absolut sorglose Umgang mit Ressourcen. Wie oft haben wir neben den Highways regelrechte Schrottfelder gesehen, wo Altmetall bis zur totalen Zersetzung vor sich hin oxidiert hat. Unrat, Plör, Schutt und was auch immer einfach so irgendwo abgeladen wurde und man sich offenbar keine Gedanken darüber macht. Daneben verlassene Häuser und Höfe, aber auch Tankstellen, die keine 10, 15 Jahre alt waren! Aufgegeben und der offenen Verwahrlosung preisgegeben!
Diese Eindrücke machten ein Bild rund, welches wir schon sowohl im Hotel in Chicago am Flughafen wie auch in Middelburry erlebt haben. Statt normalem Geschirr und Besteck gab es dort für jeden Gast im Frühstücksraum Einweggeschirr! In Middelburry wenigstens aus Holz und Pappe, in Chicago hingegen aus Plastik und einem Styropor- Verbundstoff. Ein riesiger Berg Abfall – jeden TAG! Uns ist schleierhaft, wie es günstiger sein kann, sich den Lohn für zwei Spülkräfte zu sparen und stattdessen jeden Tag eine Tonne Abfall zu produzieren. Das ist glaube ich das, was uns am meisten auf dieser Reise irritiert hat.

 

Hat mit dem Geld alles geklappt? Und was hat die Reise gekostet?
Sagen wir mal so: Schon im Vorfeld haben wir ja die reine EC- Karte zuhause gelassen. Wir wussten seitens unserer Bank, dass diese in den Staaten nicht funktioniert. Anderes Verschlüsselungs- System.
Besonders an den Tankstellen mit Automatentankung war es sehr sehr sinnvoll, dass wir drei verschiedene Kreditkarten dabei hatten! Eine Prepaid- Karte, Typ Mastercard von Revolut, eine klassische Visa Karte mit Cashback von der BW- Bank und eine Visa- Kreditkarte der Hausbank. Es kam sehr häufig vor, dass von den drei Karten nur eine am Automaten akzeptiert wurde! Dabei gab es auch kein Muster, mal war es die eine, dann die andere und zum Schluss die letzte. Aber: Irgendeine ging bis auf eine einzige Ausnahme immer!
Das Bezahlen in Shops, Supermärkten, Gastronomie, Museum und so weiter klappte immer. Egal, mit welcher Kreditkarte wir dort dann bezahlt haben.
Angenommen wurde unsere Kreditkarte, mit einer einzigen Ausnahme, überall. Im Route 66 Powerhouse- Museum in Kingman wollte man allerdings partout Bargeld sehen!
Bargeld zu bekommen war übrigens nirgendwo ein Problem. Die ATM- Automaten spuckten über unsere Kreditkarten jederzeit die gewünschte Menge Bargeld aus.

Insgesamt, also mit Flug, Hotelbuchungen, Mietwagenmieten, Eintritten (Disneyland allein über 300Euro!), Sprit, aber auch Kosten für Gastronomie und Lebensmitteleinkäufe haben wir 6.800 Euro bezahlt! Allerdings kann man hiervon natürlich auch einen gewissen Anteil wieder abziehen, da wir ja auch zuhause auf jeden Fall einkaufen oder auch mal Essen gegangen wären! Wir haben daher, damit ihr euer Reisebudget für eine Reise in die USA besser planen könnt, im Abschnitt 4 nochmals genauer nach Kosten für Mieten, Benzin, Übernachtungen, Campinplätze und so weiter aufgeschlüsselt.

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3. Erfahrungsbericht: So fährt es sich mit einem Wohnmobil in den USA:

Der allererste Eindruck war natürlich der von außen!
Und der hat uns dann doch ordentlich Respekt abgenötigt! Das Teil ist groß, das Teil ist schwer, das Teil ist wuchtig!
Aber trotzdem hab ich mir zu keinem Zeitpunkt nicht zugetraut, das Fahrzeug zu fahren. Und im Nachgang war ich auch sehr froh, dass wir beim „Wohnmobilroulette“ doch nicht die allerkleinste Klasse bekommen haben, die ich als Wunschfahrzeug bei der Reservierung seinerzeit angegeben hatte. Denn wenn man sich einmal an die Ausmaße gewöhnt hat, ist der Mehrwert an Wohnwert enorm! Gerade bei einem Mobil mit Slideout.

Doch lassen wir den Wohnwert mal außer Acht, wenn man erstmal in der Fahrerkabine und Kommandostand Platz genommen hat, läuft es fast von allein. Zum einen ist uns positiv aufgefallen,  dass die Sitze keine Sitze sind, sondern mehr so Sessel. WO man so richtig schön reinplumpsen kann. Auch das Cockpit selbst ist sehr nüchtern, ja geradezu spartanisch. Alles ist aufgeräumt, hat seinen Platz. Man findet sich selbst mit den Automatikfahrzeugen sofort zurecht. Wahlhebel auf „D“ und dann rollt das Teil los, sobald man die Bremse löst. Will man rückwärtsfahren, stellt man den Wählhebel auf „R“ wie Reverse. Und zum Parken wird „P“ eingestellt. Die anderen Gänge sind theoretisch für  das Fahren im niedrigen Gang bei hoher Drehzahl wenn man vermeiden möchte, dass das Wohnmobil hoch schaltet. Kann mal an einer steilen Anfahrt nötig sein. Gebraucht haben wir die Stellung 1 oder 2 aber nie. D, R und P waren auf allen Kilometern die einzige Fahrtstellung.

Ja, was vielleicht die allermeisten interessiert ist natürlich der Verbrauch!
Und da mache ich kein Geheimnis draus. Die schweren V10 mit 300 bis 400 PS haben ordentlich Durst! Kein Wunder, dass ein Großteil des Reisebudgets allein von den Spritkosten aufgefressen wurde! Genaueres hierzu findet ihr in unserer Kostenübersicht.
Rechnen müsst ihr mit 30 Liter! Auf 100km!

Wenn man sich dann überlegt, wie viele Wohnmobile allein jeden Tag auf Amerikas Straßen unterwegs sind, also nur zu Freizeitzwecken und man dagegen hält, dass wir auf dieser Tour mehr Benzin verbraucht haben, als ich normalerweise in einem ganzen Jahr auf dem Weg von und zur Arbeit verbrauche, kommen einem die ganzen Spritsparbemühungen der Deutschen und Europäer lächerlich klein vor!
Wir haben uns damit abgefunden. Unseren Frieden gemacht sozusagen. Und es einfach mal genossen, so viel Luxus und Leistung unter der Haube und im Wohnraum genießen zu dürfen. Denn für diese Größe und das Gewicht braucht das Fahrzeug eben einen großen Motor. Das wir dennoch bei weitem nicht die bestmotorisiertesten Verkehrsteilnehmer waren, wurde uns dann spätestens auf dem Highway bewusst. Klar sind die Autos schneller. Das ist zu erwarten. Überraschend waren allerdings in den Weiten der Prärie die Begegnungen mit den Lastwagen! Denn diese müssen sich leistungstechnisch wirklich keinesfalls hinter den Pickups und Wohnmobilen verstecken und für sie gilt auch kein separates Tempolimit, wie bei uns! Nix 90 km/h! Wenn 55, 65 oder gar 75 Meilen pro Stunde erlaubt sind, gelten diese meist für alle Verkehrsteilnehmer gleich! Und so kommt es durchaus mehr wie einmal vor, dass man verträumt mit nichts als der schier endlosen Weite vor sich voraus vor sich hinträumt und plötzlich ballert ein großer, schwerer Lastwagen an dir vorbei!

Wir haben wohl beiden besten Eindrücke, die wir unterwegs gesammelt haben, hier nochmals als kleinen Videosnack für euch! Das erste zeigt die entfesselte Power des 400 PS V 10 Antriebs unseres Wohnmobils. Wie es kraftvoll auf der Auffahrt auf die Autobahn beschleunigt und sich sofort in den Verkehr einreiht. Dem gigantischen Spritverbrauch zum Trotz. Damit man aber nicht übermütig wird, findet ihr gleich rechts daneben die bittere Wahrheit, dass es immer noch einen gibt, der schneller ist, als man selbst. Und sei in diesem besonderen Falle sogar ein Truck, der uns mit geschätzt 120 km/h überholt! Da fängt selbst das schwere amerikanische Wohnmobil leicht zu schlingern an.
Es ist also immer gut, auch bei vermeintlich freier Fahrt vor einem immer auch einen Blick im Rückspiegel zu halten. Die Laster sind oft schneller als erwartet und wenn man sie nicht kommen sieht, merkt man erst beim plötzlichen Winddruck von hinten, dass sich ein größeres, schnelleres und schwereres Fahrzeug nähert. Zum Glück sind solche Begegnungen selten und mit etwas mehr Umsicht auch problemlos händelbar.

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4. Was kosten die USA?
Zahlungsmittel, Geld, Kosten, Einkaufen und Gastronomie, Eintritte, uvm.
und: Unsere Reisekosten im Überblick

Im allgemeinen Fazit haben wir ja schon ein wenig über das Bezahlen, die Kosten und den Einsatz von Geld berichtet. Um euch nun noch einen genaueren Einblick anzubieten, was eine Reise in den USA wirklich kostet, haben wir hier alle, wirklich ALLE Kosten der Reise von der ersten Planung bis zur Rückkehr aufgeschlüsselt.

Zunächst haben wir hier für euch die Gesamtübersicht aller Reisekosten, aufgeteilt und kategorisiert mit unserem leckeren Kostenkuchen! So könnt ihr mögliche Einsparpotentiale erkennen. Klar, wenn ihr die gleiche bzw. eine ähnliche Tour vorhabt, werdet ihr zum Beispiel bei den Spritkosten nicht viel sparen können! Die Strecke bleibt ja die gleiche und der Reisebomber mit seinem starken 300PS Motor will eben ordentlich angefüttert werden! Die Position „Einkaufen“ hingegen kann man natürlich auch neutral gegen Null rechnen! Denn Lebensmittel einkaufen würdet ihr ja zuhause auch! Auch der Flug ist natürlich immer höchst individuell und wer sich Disneyland spart, spart natürlich auch ordentlich in der Reisekasse. Daher also hier der Vergleich nach Kostengruppen:

Als zweites bieten wir euch nun einen Einblick direkt in unsere Reisekasse. Alle Kosten, von der ersten Flugbuchung, Visa- Gebühren, Reisepässe über Vorausbuchungen für Hotels, Mietwagen und Wohnmobil sowie Kosten fürs Einkaufen, Essen gehen, Eintritte und so weiter. Hübsch nach Tag und Datum sortiert:

07.03.2018 McDonalds Flughafen Chicago -$12,78 Gastronomie
Kofferträger Bus Mietwagen -$1,00 Trinkgelder
Kofferträger Vermietstation -$1,00 Trinkgelder
Einkauf Minimarkt Hotel -$25,50 Lebensmittel
Kaution Mietwagen Budget -$250,00 Systemkosten
08.03.2018 Maut 1 Highway 90 Chicago -$5,50 Sonstiges
Maut 2 Highway 90 Chicago -$2,20 Sonstiges
Maut 3 Highway 90 Middelbury -$5,50 Sonstiges
Mittagessen Tacco Bell Middlebury -$15,77 Gastronomie
Einkauf Hardings Supermarkt Middlebury -$55,84 Lebensmittel
Apotheke Medikamente -$10,57 Sonstiges
McDonalds Abendessen Middlebury -$26,64 Lebensmittel
09.03.2018 Kaution Wohnmobil Roadbear -$1.000,00 Systemkosten
Tanken Rückgabe Mietwagen -$50,74 Tanken
Mittagessen Wendy´s -$34,37 Gastronomie
Tanken Westfield Kroegers -$50,58 Tanken
Handykarte Walmart -$54,69 Internet
Großeinkauf Walmart -$105,44 Lebensmittel
Übernachtung Lakewood Camping -$45,00 Camping
10.03.2018 Tanken Effingham Shell -$50,00 Tanken
Mittagessen McDonalds Paragould -$32,00 Gastronomie
Tanken Paragould -$75,14 Tanken
Einkauf Dollar General -$38,43 Lebensmittel
11.03.2018 Übernachtung Little Rock CP -$62,56 Camping
Adater Stromanschluss CP -$23,00 Systemkosten
Eintritt Clinton Presidential Bibliothek -$20,00 Eintritte
Bilder Oval Office -$38,14 Souvenirs
Souvenirs Clinton Library I -$18,48 Souvenirs
Souvenirs Clinton Library II -$42,95 Souvenirs
Einkauf Family Dollar Little Rock -$26,24 Lebensmittel
12.03.2018 Tanken Little Rock -$20,00 Tanken
Tanken Clarksville -$55,87 Tanken
Walmart Clarksville -$156,93 Lebensmittel
Oklahoma KOA Camping -$34,57 Camping
13.03.2018 Tanken Oklahoma -$70,65 Tanken
Diner Lucilles Roadhouse Mittagessen -$49,53 Gastronomie
Diner Lucilles Tip -$5,00 Trinkgelder
Eintritt Elk City Route 66 Museum -$10,00 Eintritte
Souvenirs Elk City Route 66 Museum -$21,25 Souvenirs
Kleineinkauf Elk City Supermarkt -$17,44 Lebensmittel
Spraydosen Tractor Supply -$8,74 Sonstiges
Tanken Claude Texas bei Bugranch -$72,87 Tanken
14.03.2018 Camping RV Ranch Amarillo (2 Nächte) -$78,00 Camping
Laundry / Wäsche waschen RV park -$5,00 sonstiges
Einkauf Walmart -$118,59 Lebensmittel
Abendessen Texas Steak Ranch -$94,44 Gastronomie
Souvenirs Texas Steak Ranch -$16,21 Souvenirs
Zoltar Wahrsager Texas Steak Ranch -$1,00 sonstiges
Schießautomat Nils Texas Steak Ranch -$1,00 sonstiges
Tip Limo Driver -$2,00 Trinkgelder
15.03.2018 Tucumcari Teepee Indianershop Souvenirs -$56,29 Souvenirs
Carl´s Jr Mittagessen -$26,43 Gastronomie
Carl´s Jr Mittagessen Nachbestellung -$3,65 Gastronomie
Carl´s Jr Mittagessen Nachbestellung -$17,30 Gastronomie
Tankstelle Santa Rosa Pilot -$70,00 Tanken
KOA Campingplatz Albuquerque -$52,09 Camping
16.03.2018 Tanken Albuqerque -$56,59 Tanken
Eis Albuquerque -$10,00 Gastronomie
Mittagessen Wendys Gallup -$37,30 Gastronomie
Walmart Einkauf Gallup -$42,21 Lebensmittel
USA RV Park Übernachtung Gallup -$33,59 Camping
Reservierung RV Park Circus Circus LV. -$70,30 Camping
17.03.2018 Souvenir Kühlschrankmagnet Gallup -$4,00 Souvenir
Tanken Gallup -$53,54 Tanken
Chee´s Indianershop Route 66 -$15,20 Souvenir
Eis Rabbit Trading Post Route 66 -$2,00 Gastronomie
Tip Gasmann Loves Tankstelle -$2,00 Trinkgelder
Übernachtung Canyon Motel & RV Park -$40,50 Camping
Propan Gas Loves Tankstelle -$32,41 Tanken
Tanken Loves 1 Williams -$1,32 Tanken
Tanken Loves 2 Williams -$85,85 Tanken
Abendessen Saloon Williams -$70,00 Gastronomie
18.03.2018 Sheriffstern Nils Route 66 -$5,31 Souvenirs
Einkauf Walmart Kingman -$38,64 Lebensmittel
Einchecken Kingman KOA Camping -$47,79 Camping
Eis Rezeption Kingman KOA Camping -$1,60 Gastronomie
19.03.2018 Powerstation Museum Kingman -$8,00 Eintritte
Family Dollar Kleineinkauf -$9,90 Lebensmittel
Einchecken KOA AVI Casino -$25,31 Camping
Getränk Foodmile AVI Casino -$1,99 Gastronomie
Eis Foodmile AVI Casino -$4,87 Gastronomie
ATM Fee (Geldabhebung) AVI Casino -$4,99 sonstiges
Abendessen AVI Casino Buffet -$43,27 Gastronomie
20.03.2018 4x gr. Eis Avi Casino -$16,24 Gastronomie
Tip Eismann Avi Casino -$1,00 Trinkgelder
Walmart Großeinkauf für zuhause -$139,55 sonstiges
Getränke Circus Circus Futtermeile -$12,00 Gastronomie
McDonalds Abendessen Las Vegas -$17,81 Gastronomie
21.03.2018 Wäsche waschen auf Circus Circus RV -$7,50 sonstiges
Busfahrscheine Las Vegas 24h Tickets -$16,00 sonstiges
Abendessen Roundtable Buffet Excalibur -$72,50 Gastronomie
Tip Roundtable Buffet -$5,00 Trinkgelder
22.03.2018 Einchecken Roadrunner RV Park -$26,00 Camping
Fahrt Lyft RV Park – Mietwagenzentrum -$15,09 sonstiges
Trinkgeld Fahrer Lyft -$5,00 Trinkgelder
Mietwagen erste Tankfüllung Alamo -$45,00 Tanken
Abendessen Jack in the Box Las Vegas -$23,31 Gastronomie
23.03.2018 Propanfüllung Wohnmobil Rückgabe -$11,59 Tanken
Tanken Wohnmobil 1 Rückgabe -$75,00 Tanken
Tanken Wohnmobil 2 Rückgabe -$25,93 Tanken
Eintritt Galico Geisterstadt -$16,00 Eintritte
Zugfahrt Galico Geisterstadt -$11,50 Eintritte
Minenzugang Galico Geisterstadt -$5,00 Eintritte
Saloon Mittagessen Galico -$26,00 Gastronomie
Souvenirs Galico Geisterstadt -$21,17 Souvenirs
ATM Gebühr Anaheim -$3,50 sonstiges
Gyros Abendessen Anaheim -$46,13 Gastronomie
Walmart Abendeinkauf Anaheim -$50,16 Lebensmittel
24.03.2018 Tip Zimmermädchen Castle Inn -$10,00 Trinkgelder
Eis Disneypark -$8,17 Gastronomie
Mittagessen Suppe im Brotlaib -$46,27 Gastronomie
Zurg und Dino Toy Story -$71,09 Souvenirs
2x Cars Autos -$17,22 Souvenirs
25.03.2018 Parken Santa Monica Pier -$10,00 sonstiges
Automatenfahrgeschäft Pier Santa Mon. -$2,00 sonstiges
Abendessen Marina del Rey Bar & Grill -$89,79 Gastronomie
Tip Bedienung Bar & Grill -$15,21 Trinkgelder
Nachtanken Mietwagen -$6,00 Tanken
Sourvenireinkauf Flughafen letzte Dollar -$35,00 Souvenirs
Gesamtkosten -$4.998,12
Kautionen Rückerstattung: +$1.250,00
Zwischensumme in Dollar: -$3.748,12
Zwischensumme in Euro (Kurs 0,8): -2.998,50 €
zus. nicht datumsbezogene Positionen:
Umsatzentgelte VISA Karte: -8,94 €
Umsatzentgelte Fidor Karte: -11,92 €
Hotel Anaheim Vorausbuchung: -308,80 €
Hotel Marina Beach Vorausbuchung: -186,20 €
Hotel Chicago Vorausbuchung: -84,42 €
Hotel Middelbury Vorausbuchung: -86,44 €
Eintritt Disneyland Vorausbuchung: -320,53 €
Mietwagen 1 Vorausbuchung: -129,19 €
Mietwagen 2 Vorausbuchung -172,90 €
Miete Wohnmobil Vorausbuchung -619,00 €
ESTA Gebühren Einreise USA -48,61 €
Flüge USA Vorausbuchung -1.529,00 €
Zus. Versicherungen USA Reise -75,00 €
Reisepässe -252,60 €
Gesamtkosten USA- Reise: -6.832,05 €

 

Ja, wir können es selbst kaum glauben! Fast 7.000 Euro!
Ein nettes Sümmchen! Und keinesfalls etwas, was wir mal eben aus dem Ärmel schütteln! Wir haben diese Reise mit über einem Jahr Vorlauf geplant, die einzelnen Kosten wie Flug, Vorausbuchungen Hotel, Mietwagen und natürlich das Wohnmobil also mit einem langen Zeitvorlauf immer mal so gebucht, wie wir es gerade möglich machen konnten. Dazu kommt natürlich, dass man auch bis zur Reise das eine Jahr über immer etwas zur Seite gelegt hat. Ich hatte es ja im Prolog erwähnt, wann immer der Dollar günstig stand, haben wir auf unsere Prepaid- Kreditkarte wechselkursgebührenfrei ein kleines Dollarguthaben aufgebaut. Alles zusammen hat dann diese Reise, auch für uns als Familie, mit langem Atem finanzierbar gemacht.

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5. Eindruck über die amerikanischen Campingplätze: Ausstattung, Service & Handling

Was uns als erstes positiv im Umgang mit den amerikanischen Campingplätzen, RV Parks und Campgrounds aufgefallen ist, die die Unkompliziertheit. Mehr wie einmal mussten wir nach Rezeptionsschluss einchecken und jedes Mal fanden wir am Eingang einen Umschlag oder eine Mappe vor, wo die Angaben zum Einchecken, Platzwahl und Bezahlen am nächsten Tag zu finden waren. Das war herrlich unkompliziert. Auch Die Abwicklung war in fast allen Plätzen ansonsten tadellos. Die Menschen dort sind offen und interessiert, wenn man sich als „from Germany“ outet. Keine 0815 Abwicklung, sondern echtes Interesse, was einen normalen kontinentaleuropäischen Camper schonmal irritiert zurücklässt. Aber man gewöhnt sich dran stets so herzlich empfangen zu werden, als gehöre man zur entfernten Verwandtschaft. Mindestens.

Was uns im Gegenzug dann auf den Plätzen selbst aufgefallen ist, ist die Einfachheit der Sanitäreinrichtungen! Das kam überraschend!
Die Servicehäuser sind zwar meist groß und geräumig, aber auch stets maximal zweckmäßig gehalten. Toiletten sind zum Beispiel keine richtigen kleinen Räumchen, sondern nur durch Trennwände abgetrennte und oben wie unten offene Bereiche wie in einer Sporthalle.
Dann wirkt alles recht steril. Keine Deko, keine Duftstäbchen, keine Kinder- Erlebnisbadebereiche, keine schön gekachelten Räume, keine Pflanzen, nichts.
Und alt sind sie auch recht häufig. Nur selten werden sie offenbar durchschnittlich so oft renoviert, wie bei uns. Was uns ebenfalls aufgefallen ist: Die bei uns sonst üblichen morgendlichen Karawanen zu den Duschen zum Servicehaus fallen dafür aber auch fast vollständig aus! Wenn man auf das Servicehaus geht, ist man meist allein und für sich. Auch bei längeren Sitzungen.

Wir haben Anfangs ein wenig gebraucht, bis wir den Grund dafür praktisch selbst herausgefunden haben. Die eigene Toilette und die eigene geräumige Dusche im eigenen Wohnmobil! Denn spätestens, wenn der Campingplatz ein sogenanntes „Full Hookup“ anbietet, befindet sich am Platz sowohl ein Abwasseranschluss für das Grauwasser UND die Toilette, wie auch ein Frischwasseranschluss. Die Schläuche dafür liegen dem Wohnmobil standardmäßig bei und die Warmwasserbereitung war zumindest in unserem Wohnmobil ausreichend groß bemessen, dass wir alle vier nacheinander duschen gehen konnten, ohne dass der letzte eine längere Wartezeit hatte, bzw. nicht mehr mit warmen Wasser duschen konnte! Und so ist es, im Gegensatz zu den Campingplätzen in Europa, eher üblich, dass man eben seine eigenen Sanitäreinrichtungen im Wohnmobil nutzt. Natürlich kostet „Full Hook-up“ einen kleinen Aufpreis. Aber längst nicht so viel, wie wenn man einen der wenigen begehrten Luxus- bzw. Komfortplätze in Deutschland oder Europa bucht, wo mit etwas Glück dann auch ein Frisch- und Abwasseranschluss an der Parzelle verfügbar ist. Und das, obwohl wie gesagt AUCH der Toilettentank direkt in den Ausguss auf dem amerikanischen Campground entsorgt wird. Nach einer eventuell beigefügten Toilettenchemie fragt in den USA keiner. Nicht, dass ihr denkt… 😮

Wichtig vielleicht noch für alle, die eine Rundreise für mehr als ein paar Tage planen. Auf praktisch jedem Campingplatz fanden sich Waschmaschinen und Trockner. Für ein paar Münzen (oft Wertmarken, die in der Rezeption gekauft werden müssen) kann man die alten rumpelnden Kisten zum Leben erwecken. Waschmittel in handlicher Portionsgröße spuckt meist ein Automat ebenfalls gleich aus, obwohl auf den Preis gerechnet es immer günstiger kommt, beim ersten Einkaufs- Stopp ein normales Paket Waschmittel zu kaufen, teilzuverbrauchen und den Rest bei Rückgabe des Wohnmobils einfach weiter zu geben.

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6. Reiseführer sowie weitere hilfreiche Links und Apps

An der Stelle verlinken wir gerne nochmals auf die hilfreichen Infos, die wir schon im Vorfeld zu dieser Reise in unserem Prolog vorgestellt haben. Allem voran: Der von uns gewählte Reiseführer „Route 66“ von Jens Wiegand! Dieser war perfekt für die Fahrt auf der Route 66! Alle Infos, die wir gesucht und gefunden haben, waren aktuell. Die Reiseziele waren stimmig beschrieben und machten Lust auf einen Besuch. Einziges Manko waren manchmal die fehlenden Anfahrtsbeschreibungen! Zum Beispiel unser Reisetag 7, wo wir im Abendrot die Käfer- Farm gesucht haben. Im Endeffekt war sie direkt neben der Ausfahrt der Interstate. Aber genau diese Info hat uns im Reiseführer halt gefehlt! Unsicher über den richtigen Weg haben wir dann an der Tankstelle fragen wollen. Das geht natürlich, kostet aber natürlich genau in dem Moment, wo die Sonne beginnt unterzugehen, natürlich Zeit! Wenn wir uns also für eine Überarbeitung etwas wünschen dürfen, dann wäre es eine Präzisierung der Anfahrt für die diversen Sehenswürdigkeiten, die in der Regel nicht ausgeschildert sind. Andererseits ist spätestens, seit wohl jeder google maps nutzt, auch jede Sehenswürdigkeit direkt ansteuerbar. Von daher ist der Reiseführer auch nach dieser Tour eine wirkliche Empfehlung für uns für alle, die eine Tour auf der Route 66 planen. Egal, ob mit Auto oder Wohnmobil.

Schon beim Lesen zufrieden und nach der Reise begeistert! Ein wirklich guter Reiseführer, den wir gerne empfehlen! „Route 66“ von Jens Wiegand!

 

Wer ohne gedruckten Reiseführer auskommen möchte und lieber auf eine kostenlose online- Informationsquelle setzt, der kann einen Blick auf diese Seite werfen. Bei diesem Fanprojekt historic-route66.de sind ebenfalls die allermeisten Unterwegsziele vorzufinden und auf einer virtuellen Karte sogar optisch aufbereitet. Neben dem Reiseführer war dies unser Online- Tool, mit dem wir viel unterwegs gearbeitet haben – sofern Internet zur Verfügung stand versteht sich.

Eine weitere kartenbasierte Informationsquelle ist die Übersichtskarte des bereits im Prolog empfohlenden Fachforums für Amerika- Reisen, womo-abenteuer.de und hier genauer die Abenteuer- Map. Nicht nur viele Ziele und Sehenswürdigkeiten kann man hier finden, sondern auch für uns als Wohnmobilfahrer speziell die Übernachtungsplätze (vom Campground bis zum Supermarktparkplatz) nebst Ausstattung und Bewertung. Ein echter Wissensschatz und dazu noch kostenfrei! Für eine Planung in den USA, also für ganz USA (!), eine wirklich hilfreiche Seite!

Die bereits im Prolog verlinkten Reiseführer und übrige hilfreiche Links seien der Vollständigkeit halber hier auch nochmals erwähnt:

  • Reisebericht Wohnmobilüberführung 2014 von Karin und Torsten. Die beiden fuhren zwar nicht unsere Route, beschrieben aber recht ausführlich das Procedere der Wohnmobilübernahme des fabrikneuen Wohnmobils ab Werk. Das hat uns im Vorfeld gut weitergeholfen.
  • Ergänzend noch der Tipp für die App- und Handywelt der Smartphones zielt:
    Neben so ziemlich allen Campgrounds, also den Campingplätzen, enthält diese App auch Stellplätze an Supermärkten wie Walmart oder weiteren Einzelhändlern und Restaurants. Die App ist kostenlos und erfüllt für die spontane Suche eines Übernachtungsplatzes alle Anforderungen! Wir waren seh zufrieden mit der: App RV Parky für Android- Smartphones

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7. Etwas Trivia, Danksagung und letzte Worte zum Schluss:

Diese Reise wird ungewohnt lange nachhallen! Sie war einfach zu eindrucksvoll, dass aus diesem Roadtrip einfach wieder zur Tagesordnung übergehen könnte. Und selbst, wenn die Reise in den Erinnerungen verblasst, kommen hier und da immer wieder Impulse, die uns an diese wunderbare Zeit erinnern. Sei es, wenn im TV bei amerikanischen Filmen plötzlich Schauplätze auftauchen, die wir selbst bereist haben. Oder wenn wir auf unseren Reisebericht unerwartet angesprochen werden. Oder wenn uns Gegenstände in die Hände fallen, die wir auf der Reise mitgenommen haben.

Die wohl ehrlichste Begegnung war mit Donald, meinem Lyft Fahrer in Vegas, der mich vom RV Park zum Flughafen gebracht hat. Ein Mensch so authentisch, wie man sich die USA vorstellt. Und nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass Donald dies jemals lesen sollte:
Dear Donald, working with a blue Honda CRV for Lyft in Las Vegas:
Thank you for your unfiltered point of view and the mind exchange into the Heart of America. It was a pleasure to meet you!

Eine besonders schöne Geschichte, die auch die Wochen nach unserer Rückkehr spannend blieb, war die mit meiner Baseball- Mütze! Diese hatte ich ja zunächst im Disney- Land verloren geglaubt. Auch am nächsten Tag nach unserem Besuch, als ich im Lost&Found nochmals angerufen habe, war sie nicht aufgefunden worden. Ich hatte mein liebstes Reisesouvenir eigentlich schon abgeschrieben.

Ein paar Tage später aber hatte ich plötzlich eine email im elektronischen Briefkasten! Von Disneyland! Sie haben doch tatsächlich meine Basecap der AirForce One gefunden! Und fragen mich nun, was damit geschehen soll. Da sie mir als Souvenir schon sehr wichtig ist, antworte ich, dass ich diese echt gern zurück haben möchte. Und auch die Versandkosten bezahlen würde. Doch zu meiner Überraschung möchte Herr Disney gar kein Geld von mir haben! Disney sagt zu, mir die Mütze kostenlos an meine deutsche Adresse zu senden! Wow, was hab ich mich gefreut!

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie groß meine Enttäuschung etwa 3 Wochen später war, als ich einen Brief vom Hauptzollamt Frankfurt Flughafen bekommen hab! Darin teilte man mir mit, dass man die Sendung, die für mich dort per Luftfracht eingegangen wäre und zu der ich innerhalb von 3 Tagen ja keine Zollerklärung abgegeben hätte, nun wieder auf dem Rückweg zum ABSENDER sei!!

Das darf doch nicht wahr sein! Hastig greife ich zum Telefon und rufe unter der dort angegebenen Nummer an. Eilig erkläre ich, dass ich nichts davon wusste, dass beim Zollamt in Frankfurt eine Sendung für mich hinterlegt gewesen sei! Und ich auch nie eine Nachricht erhalten habe, wo ich zur Abgabe einer Zollerklärung aufgefordert worden bin! Ich wäre ja sogar für meine Mütze die 180km nach Frankfurt gefahren und wäre höchstpersönlich beim Zoll erschienen!

Die Dame des Zollamts ist bemüht. Leider kann sie mir nur noch mitteilen, dass die Zollerklärung des Absenders leider fehlerhaft gewesen wäre und die Sendung deswegen nicht hätte ausgeliefert werden können. Nun sei sie wirklich schon buchstäblich auf dem Rollfeld!
Ich erhalte schallendes Gelächter als Antwort zur Frage, ob man vielleicht die Maschine aufhalten kann! Den Piloten anfunken, irgendwas. Aber nichts davon ist möglich. Meine Mütze ist quasi auf dem Weg in die USA und hat die ersten Meter unumkehrbar auf diesem Weg schon zurückgelegt! So nah und doch so fern! Verdammter Mist!

Niedergeschlagen schreibe ich daraufhin Disney wieder eine mail. Ich erkläre, was passiert ist und entschuldige mich tausend Mal. Viel Hoffnung habe ich ja nicht. Aber ich bekomme zu meiner Überraschung einen Zweizeiler zurück, dass man die Mütze, wenn sie dort ankommt, wieder zu mir schicken wird! Dieses Mal auch mit dem richtigen Zollcode und wieder einmal würden die Versandkosten, zu dessen Übernahme ich mich ein weiteres Mal ausdrücklich bereit erklärt habe, von Herrn Disney übernommen!
Wow!
Und tatsächlich! Ende Mai halte ich tatsächlich mein Paket mit meiner AirForce One Baseballcap wieder in den Händen!…
🙂

Nicht wieder aufgetaucht ist allerdings das Tablet, welches Tim im Roadbear- Office in Las Vegas liegen gelassen hat und wir bei all dem Wusel rund um die Rückgabe nicht so gut aufgepasst haben, dass wir es dort nicht liegen lassen.
Manchmal pinge ich noch immer über Google find my Device das Gerät an in der Hoffnung, dass es vielleicht doch noch antwortet. Aber mehr, als das Rauschen im Weltall wie beim SETI- Programm ist bislang noch nicht bei rum gekommen.
Pech.
Irgendwas lässt man ja immer zurück…  :-/

 

 

 

1 Kommentar

  1. Hallo ihr vier,

    erst einmal vielen Dank für die Arbeit die Ihr euch mit den Reiseberichten immer so macht.

    Aus eurem Prolog und den ersten Tagen haben wir für unsere USA-Reise viel Wissenswertes und Eindrücke mitgenommen.
    Am Ende ist es eine andere Route geworden (LA-San Francisco-Las Vegas-LA) und wir haben uns für Mietwagen und Motel entschieden, aber eine bedeutende Gemeinsamkeit blieb:

    Es war die letzte Gelegenheit (für absehbare Zeit), die Reise so zu machen, wegen der Kinder.
    Bei uns zwar etwas anders gelagert, denn das was wir da gemacht haben war kein Familienurlaub, das war mir von vorn herein klar. Deswegen wollte ich das unbedingt machen bevor das Thema Kinder ernst wird.
    Und siehe da: Seit San Francisco wussten wir das wir Eltern werden. Perfekt getimed 🙂

    Jetzt versuchen wir uns an europäischen Familiencamping, wie ihr.

    Wir wünschen Euch einen schönen Sommer
    Niclas & Familie

    P. S. das Kind hatte inzwischen schon seinen ersten Geburtstag 😀

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